Kath. Kirche segnet sehr wohl Homosexuelle – aber nicht ihre „Partnerschaft“

Von Felizitas Küble

Im Zusammenhang mit der seit Jahren diskutierten Frage, ob es auch in der katholischen Kirche – so wie durchweg in der EKD – Segensfeiern für schwule oder lesbische Partnerschaften geben soll, wird immer wieder folgender Einwand geracht:

Gerade die katholische Kirche sei doch so segensfreudig – es gäbe bald nichts, was sie nicht segnen oder weihen würde: Autos, Meerschweinchen (Tiere allgemein), Kräuter, Häuser usw. Der Papst segne an Ostern „urbi et orbi“ gar ohne Wenn und Aber die Stadt Rom und den ganzen Erdkreis.

Da sei es doch völlig unverständlich, homosexuell empfindende Menschen den Segen Gottes zu verweigern.

Das Argument scheint ins Schwarze zu treffen, doch es läuft völlig ins Leere, denn die Kirche segnet selbstverständlich seit eh und je und auch weiterhin ihre „Schäfchen“ (und übrigens auch Christen anderer Konfessionen) unabhängig von ihrer sexuellen „Orientierung“.

Der einzelne Homosexuelle kann also problemlos gesegnet werden, auch mehrere von ihnen in einer Gruppe – was die Kirche aber nicht tun kann und darf: Einen Segen für eine homosexuelle Partnerschaft spenden (es sei denn, die „Beziehungskiste“ ist rein platonisch, aber dann wären die Beiden lediglich Freunde und eben kein intimes „Paar“).

Die Sexualität gehört laut biblischer und kirchlicher Lehre allein in die EHE von MANN und FRAU. Christus selber erinnerte daran, was bereits das Alte Testament darlegt: „Der Mann wird Vater und Mutter verlassen und seiner FRAU anhangen – und sie werden zwei in einem Fleische sein.“

Nun können vielleicht manche Leute einfacheren Zuschnitts, die ihr schmales theologisches Wissen hauptsächlich aus der Boulevardpresse oder der „Glotze“ beziehen, den Unterschied zwischen Person und Sache nicht ganz begreifen, also zwischen der Segnung einer homosexuellen Person einerseits – und der Nicht-Segnung von Homo-Partnerschaften andererseits.

Immerhin wird diese Trennung von Person und Sache auch anderweitig eingehalten: Die Kirche spendet z. B. Männern oder Frauen (als Einzelpersonen) ihren Segen, selbst wenn sie geschieden-wiederverheiratet sind – aber sie segnet nicht ihre irreguläre neue Verbindung, wenn die erste Ehe gültig war und damit nach wie vor besteht. Ebenso wenig kann die Kirche z.B. eine intime voreheliche Beziehung segnen.

Nun wird man aber von einem hohen Geistlichen, der erstens Theologie studiert und zweitens als Priester an das kirchliche Lehramt gebunden ist, erwarten dürfen, daß er diese beiden verschiedenen Ebenen (Person und Sache) auseinanderhalten kann, ihm also klar ist:

Die Kirche liebt den Sünder, aber nicht die Sünde – ganz nach dem Beispiel ihres göttlichen Meisters, welche sich der Ehebrecherin als barmherzig erwies, aber ihr zugleich auftrug: „Gehe hin und sündige nicht mehr!“ – Nach seiner Rettung der Frau vor einer Steinigung hat er ihr nicht etwa „großzügig“ angeboten, ihre sündhafte Beziehung zu segnen oder auch nur zu tolerieren.

Der Speyerer Generalvikar Andreas Sturm läuft jetzt Sturm gegen die aktuelle Weisung aus dem Vatikan, wonach eine Segnung von homosexuellen Partnerschaften nicht möglich ist, weil die Kirche dazu von Gott keine Vollmacht erhielt, denn ein Segen würde Billigung oder gar Gutheißung bedeuten und auch so verstanden werden.

Die „rechte Hand“ des Bischofs von Speyer erklärte, er werde „auch zukünftig“ Homosexuelle segnen:

„Ich habe Wohnungen, Autos, Fahrstühle, unzählige Rosenkränze usw. gesegnet und soll zwei Menschen nicht segnen können, die sich lieben? Das kann nicht Gottes Wille sein.“

Er kann zwei Menschen sehr wohl segnen, aber als einzelne Gläubige, nicht jedoch ihre Verpartnerung. So einfach ist das!

Und natürlich kennt der Herr Generalvikar diesen Unterschied, also stellt er sich wohl naiv, um seine „reformerischen“ Sonderanliegen leichter rechtfertigen zu können, zumal er sich mit solchen Sprüchen des Beifalls der Medien sicher sein kann allerdings nicht der Zustimmung von „oben“, denn was Gottes Wille ist, stellt nicht er fest, sondern hat uns bereits die Heilige Schrift und vor allem Christus und seine Apostel im Klartext und verbindlich für alle Zeiten mitgeteilt.


10 Kommentare on “Kath. Kirche segnet sehr wohl Homosexuelle – aber nicht ihre „Partnerschaft“”

  1. Holger Jahndel sagt:

    John Gray: Das Scheitern des Liberalismus
    27. September 2018 Politik und Gesellschaft Kommentare deaktiviert

    https://renovatio.org/2018/09/john-gray-das-ende-des-liberalismus/ ..

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Postmoderne Ideologen zerstören die Universität – und bald die gesamte Gesellschaft | Cathwalk

    In einem Gespräch mit Dennis Prager spricht Jordan B. Peterson, Professor an der University of Toronto, über den…

    https://www.thecathwalk.de/2019/12/22/postmoderne-ideologen-zerstoren-die-universitat-und-bald-die-gesamte-gesellschaft/#comment-8980

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  3. Holger Jahndel sagt:

    Siehe auch den „Bund Katholischer Ärzte“ (BKA) Deutschland zur Thematik und Klagemauer.TV aus der SChweiz und den Weblog „Philosophia Perennis“ des Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger und den Catwalk-Weblog und den Kirchfahrter Archangelus und Gloria.TV und die „Zeugen der Wahrheit“ (ZDW) Website und Kath.Net und das Kreuzgang-Forum. Siehe auch Prof. Bernd Senf aus Berlin nach dem Psychologen Wilhelm Reich usw.

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  4. Anonymous sagt:

    19.03.2021

    Segnung homosexueller Paare :

    Aachener Diözesanrat ruft zum Widerstand gegen Vatikan auf

    https://www.aachener-zeitung.de/nrw-region/bistum-glaube/aachener-dioezesanrat-ruft-zum-widerstand-gegen-vatikan-auf_aid-56892883

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  5. Holger Jahndel sagt:

    Vatikan stellt klar: Segnung homosexueller Paare ist nicht „erlaubt“
    17. März 2021
    Vatikan stellt klar: Segnung homosexueller Paare ist nicht „erlaubt“KULTUR & GESELLSCHAFT1
    Rom. Eine ebenso erfreuliche wie unerwartete Klarstellung: der Vatikan hat jetzt erklärt, daß homosexuelle Paar keinen Segen der katholischen Kirche erhalten können. Dies sei aber keine ungerechte Diskriminierung und „kein Urteil über die Person“, geht aus der diesbezüglichen Stellungnahme der vatikanischen Glaubenskongregation vom Montag hervor.

    https://zuerst.de/2021/03/17/vatikan-stellt-klar-segnung-homosexueller-paare-ist-nicht-erlaubt/

    https://zuerst.de

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  6. dorrotee sagt:

    Besser kann man es nicht schreiben! Vielen Dank, Frau Küble. Mögen viele Menschen diese Richtigstellung lesen.

    Ein sehr ansprechendes Bild von der Autorin, das in dem Artikel verwendet wurde.

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  7. Holger Jahndel sagt:

    John Gray: Das Scheitern des Liberalismus
    27. September 2018 Politik und Gesellschaft Kommentare deaktiviert

    https://renovatio.org/2018/09/john-gray-das-ende-des-liberalismus/ .

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  8. Holger Jahndel sagt:

    Siehe auch Judith Reisman und James DeMeo aus den USA und Eva Hermann und Christa Meves und das internationale Schiller-Institut.

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  9. Holger Jahndel sagt:

    The Catwalk-Weblog

    https://www.thecathwalk.de/

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  10. dp sagt:

    Hervorragender Text! Dem ist nichts hinzuzufügen.

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