Katholische Debatte um das „Ruhen im Geist“ und seine psychisch-spirituellen Folgen

Von Felizitas Küble

Der erscheinungsbewegte Blog „Zeugen der Wahrheit“ (ZdW) bringt gerne die neuesten Botschaften selbsternannter Seher und „Propheten“, aber immerhin finden sich in den Leserspalten bisweilen auch kritische oder zumindest nachdenkliche Kommentare.

In einem der Foren wurde z.B. über das „Ruhen im Geist“ diskutiert: http://kath-zdw.ch/forum/index.php?topic=283.8

Angeregt wurde die Debatte durch einen kritischen Artikel von mir über dieses umstrittene Phänomen, bei dem die „Gesegneten“ plötzlich wie in Trance rückwärts auf den Boden fallen, weshalb ich hier schlicht von einem „Hammersegen“ spreche.

Für einen frommen Katholiken namens „Winfried“ ist dieser Vorgang „immer noch nicht geklärt“. Er schreibt:

„Wie viele andere gläubige Katholiken auch habe ich an solchen Veranstaltungen teilgenommen, wobei diese Phänomene wirklich auftraten. Einige, die dabei bewusstlos umfielen, berichteten von „positiven“ Erfahrungen, andere konnten sich an nichts mehr erinnern, wieder andere glaubten, von einer dämonischen Macht besessen zu sein.“

Zunächst hat „Winfried“ mit dieser Beobachtung durchaus recht; sie stimmt mit dem überein, was auch ich von zahlreichen Betroffenen gehört habe:

Es scheint, als seien manche dabei ganz euphorisch auf der Wolke, sie hören „himmlische“ Musik, erleben tolle Gefühle, es durchströmt sie eine Art Energie wie elektrischer Strom usw.

Andere wiederum hatten weder schöne noch schreckliche Empfindungen erlebt, sondern zunächst gar nichts, fühlten sich aber hinterher „wie beschwipst“: „Ich war wie neben mir“ (so sagte mir wörtlich eine Aussteigerin, die damit nichts mehr zu tun haben möchte).

Wieder andere – einige davon kenne ich persönlich – erfuhren diese angebliche „Taufe im Heiligen Geist“ genau gegenteilig, nämlich als okkulte Belastung mit der Vorstellung, sie seien jetzt besessen oder zumindest umsessen etc.

Diese Berichte erinnert fast an einen Drogen-Trip, der ja auch durchaus als „wolkig“ und „himmlisch“ erlebt werden kann – oder genau umgekehrt als angsteinflößende Panikstimmung.

So paradox es klingen mag: Langfristig ist der Negativ-Trip dann das kleinere Übel, wenn er wenigstens von dieser irrgeistigen Erfahrung abschreckt – ähnlich, wie wenn jemand nach einem Panik-Trip seinen Rauschmitteln für immer entsagt.

Aber lassen wir den nachdenklichen Leser „Winfried“ weiter zu Wort kommen:

„Was die Ursachen dieses Umfallens („Ruhen im – Heiligen – Geist“) betrifft, so schwanken die Vermutungen zwischen Hypnose, einer wirklichen Einwirkung des Heiligen Geistes und dämonischen Einflüssen. Bei alldem muss man allerdings darauf hinweisen, dass für einen getauften Katholiken in erster Linie das Sakrament der Firmung (Stärkung durch den Hl. Geist) ausschlaggebend ist, wenn es um das Handeln des Heiligen Geistes geht, welcher bekanntermaßen weht, wann, wo und wie ER will (vgl. Joh 3,8).

Tatsächlich gibt es theoretisch drei Erklärungsmodelle:
Das Phänomen stammt entweder von innen (Selbst-Suggestion, Erwartungshaltung, Fremdsuggestion = Hypnose, Erlebnishunger etc…) – oder von oben (Geistwirkung, Gotteserfahrung) – oder von unten, also durch Finsternismächte bewirkt.

Aus meiner Sicht – sowohl theologisch betrachtet wie aufgrund jahrzehntelanger Kontakte mit Hammersegen-Betroffenen – entfällt die Erklärung „von oben“ (was hier bereits in x-Artikeln näher begründet wurde) – und die häufigste Ursache dürfte jene „von innen“ sein, wobei solche psychologischen Vorgänge irrgeistiger Art keineswegs als harmlos anzusehen sind.

Vielmehr spielt der „Kellergeist“ auf vielen (allzu)menschlichen Klavieren, gerade wenn Wundersucht und fragwürdiger Erlebnishunger (Gott gleichsam „genießen“ wollen) damit verquickt sind.

Es kann also – eher indirekt – auch zu einem Einfluß „von unten“ kommen. Allerdings sollte diesbezüglich jedwede Panikmache vermieden werden, weil eine solche immer ungesund ist und nicht zu nüchternen Erkentnissen führt.

Zudem hat Leser Winfried recht, wenn er auf das Sakrament der Firmung verweist: HIER werden die Sieben Gaben des Heiligen Geistes vermittelt, die übrigens sehr vernunftbetont beginnen: „Geist der Weisheit, des VERSTANDES, des Rates, der Stärke, der WISSENSCHAFT, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.“ – Somit können die echten Geistesgaben kein Phänomen jenseits der klaren Erkenntnis (und geistigen Wachheit) oder gar gegen den Verstand gerichtet sein.

Die Debatte auf dem ZdW-Forum geht weiter. Der Kommentar einer Userin mit Nicknamen „Kleine Seele“ lautet: „Ich stehe dem skeptisch gegenüber, es kommt mir eigenartig/unheimlich vor. Ich war aber noch nie persönlich dabei, habe es nur auf Video gesehen.

Leser „CSPB“ schreibt folgendes von seinen Besuchen auf charismatischen Veranstaltungen:

„Bei diesem Segen dürfen ca. 3/4 aller Menschen im Geist ruhen (=in Ohnmacht fallen). Wenn jemand (so wie ich bis jetzt immer) nicht umfällt, ist das nicht deswegen, weil man weniger vom Heiligen Geist empfangen hat, sondern weil einen Gott nicht dazu zwingt, die Kontrolle des des menschlichen Geistes für ein paar Sekunden vollständig dem Heiligen Geist zu überlassen, der dann die Gedanken ordnet und in die richtigen Bahnen bringt….

Nicht umzufallen heißt aber nicht, dass man gar nichts fühlt. Die Beine werden weich, man beginnt das Gleichgewicht zu verlieren und es kribbelt im Kopf, ein durch und durch angenehmes Gefühl.“

Tatsächlich weiß ich von mehreren Betroffenen, daß sie sich in charismatischen Segensfeiern nur mit Mühe aufrecht halten konnten und schon weiche Beine bekamen.

Ein Priester schilderte mir, wie er sich in Medjugorje mit letzter Willenskraft an der Kirchenbank festhalten mußte, um nicht rückwärts zu fallen, als dort Pater Zovko seinen Hammersegen verteilte. Eine Familienmutter war in einer charismatischen Veranstaltung bereits am Schwanken, konnte aber ein Rückwärtskippen verhindern, weil sie an ihre Kinder dachte, die sie noch in voller Kraft benötigen, weshalb sie ihren Verstand ganz wachhalten müsse usw…

Einige schildern auch das „durch und durch angenehme Gefühl“ beim Rückwärtsfallen, als ob sie wie mit elektrischem Strom durchgekitzelt und „überschwemmt“ würden, sozusagen sehr energiegeladene Gefühle erleben. Dies wird auch in zahlreichen charismatischen Büchern geschildert und als großartig angepriesen

Eine Userin namens „Kleines Licht“ schreibt sodann halbkritisch bis eher wohlwollend Folgendes:

„Was die Menschen, die ich beobachten konnte während ihrer „Abwesenheit“ erlebt haben, weiß ich leider nicht. Doch ich hatte den Eindruck, dass sie sich des Fallens nicht bewusst waren. Eine Frau beispielsweise, die neben mir am Boden lag und wieder zu Bewusstsein kam, stellte ihrem Helfer als erstes die Frage: „Was ist passiert?“ Den Eindruck dieser „Unwissenheit“ oder „Unbekümmertheit“ hatte ich bei den meisten der umgefallenen Menschen.“

Genau dies wurde mir ebenfalls bestätigt – eben von jenen, die sich hinter „wie beschwipst“ vorkamen und nicht so recht wußten, wie ihnen geschah. Hätten sie dies vorausgeahnt, wären sie nicht zu diesen vielgepriesenen Sondersegnungen gekommen.

Im Grunde handelt es sich hier vielfach um (un)geistliche Übergriffe, letztlich um seelsorglichen Missbrauch. Um die dadurch Geschädigten kümmert sich hinterher kein Heilungsprediger, kein „Seher“, keine charismatische Gruppe, aber bei mir melden sie sich seit Jahrzehnten, manche stehen direkt vor meiner Haustür, um ihr Herz auszuschütten.

Welcher nüchtern denkende Christ glaubt denn ernsthaft, daß solche schwarmgeistigen Vorgänge vom Geiste Gottes bewirkt werden, daß sie gar eine „Geisttaufe“ oder eine „besondere Gotteserfahrung“ darstellen?!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Gemälde: Evita Gründler


Rot-China: Psychoterror gegen Tibeter

Der tibetische Mönch Tenzin Nyima starb am 19. Januar 2021 an den Folgen der durch die chinesische Polizei zugefügten Folter.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, haben die kommunistischen Behörden in China zu weiteren Maßnahmen gegriffen, um die Tibeter in der Region Dza Wonpo einzuschüchtern.

Als Mittel dient u. a. eine tägliche Parade von Polizeikommandos, ein „Fünf-Punkte-Dokument“ und eine „Säuberungsaktion“, um die Bilder des Dalai Lama zu beschlagnahmen.

Im Vorfeld der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) am 23. Juli und dem siebzigsten Jahr der chinesischen Besetzung Tibets ergreifen die Behörden in Tibet präventive Maßnahmen, um einen aus Sicht der Kommunistischen Partei „harmonischen“ Ablauf der Hundertjahrfeier zu gewährleisten.

Wie die IGFM weiter berichtet, wurden bereits Ende 2020 und im Frühjahr 2021 potenzielle Kritiker festgenommen. Zu den verhafteten prominenten Tibetern zählen der Philosoph Gangkye Drubpa Kyab und der Umweltschützer Sey Nam. Beide wurden am 23. März 2021 verhaftet.

Der Tod des am 7. November 2019 willkürlich festgenommen politischen Gefangenen Tenzin Nyima („Tamey“) hat in Tibet zu einem weiteren Aufschrei geführt. Nymia erlag im Januar 2021 den Verletzungen, die er in der Haft durch Misshandlung und Folter erlitt. Um kritische Stimmen kleinzuhalten wurden Tibeter, die Solidaritäts- und Beileidsbekundungen über Nyimas Tod auf ihren WeChat Konten posteten, von bewaffneten Polizisten mehrere Tage lang festgehalten und verhört.

Mit der Strategie „durch Bedrohungen Totenstille herbeizuführen“ konfrontieren die chinesischen Behörden pauschal die gesamte tibetische Bevölkerung in Dza Wonpo, so die IGFM.

Als Mittel zur Einschüchterung dient zum Beispiel ein täglicher Marsch. Erstmals am 5. März 2021 zogen die Kommandos mit lauten Schlachtrufen durch die Straßen der Stadt. Wie örtliche Behörden am 17. März 2021 bekanntgaben, würde nun das Ausstellen und der Besitz von Fotos des Dalai Lama von nun an strafrechtlich verfolgt.

Die ansässigen Tibeter mussten diesbezüglich das „Fünf-Punkte-Dokument“ unterschreiben, in dem sie sich verpflichteten, keine Bilder des Dalai Lama aufzubewahren oder zu verbreiten, jeder illegalen Aktivität entgegenzutreten und der Partei Folge zu leisten. Bei Nichteinhaltung könnten Leistungen und Gelder, die von der Regierung an Bürger gezahlt worden sind, ausbleiben oder zurückgefordert werden.

Teil des „Fünf-Punkte-Dokuments“ ist auch die „Säuberungsaktion“. Beamte durchsuchten die Häuser der Tibeter, beschlagnahmten die verbotenen Bilder und hängten in einigen Fällen Abbildungen von chinesischen Führern an den Wänden auf.

„Die Politik der Volksrepublik China zielt darauf ab, die Bedeutung der tibetischen Religion, Sprache und Kultur herabzusetzen.Gleichzeitig treten ständig neue Verordnungen in Kraft, die als weitere Instrumente zur Kontrolle, Überwachung und Einschränkung der Religionsfreiheit von Tibetern genutzt werden “, so die IGFM.

Zur Lage der Menschenrechte in China


USA: Biden erlaubt Forschung mit dem Gewebe von abgetriebenen Kindern

Zukünftig darf in den USA wieder – wie einst unter Präsident Obama – das Gewebe abgetriebener Kinder für die „wissenschaftliche Forschung“ verwendet werden, wie die Tagespost berichtet.

„GERECHTIGKEIT für die UNGEBORENEN“

Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Dienstag erklärte Bidens Sprecherin Jen Psaki, es sei wichtig, „in die Wissenschaft zu investieren“, um Krankheiten zu heilen, etwa bei der Herstellung von Medikamenten gegen Aids, Corona, Krebs, Diabetes etc.

Joe Biden hatte im Wahlkampf versprochen, er werde die Embryonenschutzverordnungen der Regierung Trump abschaffen und die Nutzung embryonalen Gewebes von Ungeborenen wieder erlauben.

Christliche Verbände, konservative Gruppen sowie die US-Bischofskonferenz haben die Lockerung kritisiert:

„Die Körper von Kindern, die durch eine Abtreibung getötet wurden, verdienen denselben Respekt wie die jeder anderen Person“, äußerte der zuständige Erzbischof Joseph Naumann in einer Stellungnahme. Die Regierung habe kein Recht, unschuldige Opfer von Abtreibungen als „Rohstoff“ zu behandeln, deren Körperteile für die wissenschaftliche Forschung geplündert werden dürften. 

Von unserer Autorin Dr. med. Edith Breburda gibt es kompetente Bücher und Artikel zu diesen und anderen bioethischen Themen: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Edith+Breburda


Sachbuch über religiösen Machtmissbrauch

Neuerscheinung: Religiösen Machtmissbrauch verhindern, Dr. Martina Kessler, 256 Seiten, Paperback, 13,8 x 20,8 cm. – ISBN: 978-3-7655-2117-1 – Preis 18 €, Brunnen-Verlag

Wer leitet, hat Macht – und wer etwas bewegen möchte, braucht Macht. Doch Macht wird dann missbraucht:
– wenn Menschen zu etwas gedrängt werden, was sie von sich aus nicht tun würden.
– wenn die drängende Person davon einen Vorteil hat.
– wenn persönliche Grenzen dabei übertreten werden.

Besonders schlimm wird es, wenn dieser Missbrauch im Namen Gottes geschieht und religiös begründet wird – und wenn er kontinuierlich passiert, also in der Struktur von Gruppen, Gemeinden oder Organisationen verankert ist.

Die Autoren dieses Buchs stehen in leitender Verantwortung in christlichen Gemeinden und Werken, die zum Netzwerk der Evangelischen Allianz gehören. Sie sind daher selbst auf verschiedene Art „Betroffene“. Dieses Buch hilft, Machtmissbrauch zu entlarven, aber mehr noch: ihm vorzubeugen.

Mit einem Vorwort von Ekkehard Vetter, einem Geleitwort von Prof. Dr. Thomas Schirrmacher und Beiträgen von Tobias Faix, Rolf Gersdorf, Ansgar Härsting, Martina und Volker Kessler, Andreas Klotz, Florian Köppke, Angelika Marsch, Heinrich Christian Rust und Hans-Günter Schmidts.

Bestellung des Buches hier: https://brunnen-verlag.de/religiosen-machtmissbrauch-verhindern.html#


Normenkontrolle zur „Bundesnotbremse“?

Parlamentarier der FDP und der AFD halten das neue Infektionsschutzgesetz für verfassungswidrig, weshalb beide Fraktionen und auch die Abgeordneten der Linkspartei geschlossen mit Nein gestimmt hatten.

Nachdem neben vielen Bürgern auch AfD- und FDP-Abgeordnete eine Verfassungsbeschwerde eingereicht haben, erklärt Stephan Brandner, Justiziar der AfD-Fraktion und ehem. Rechtsausschuss-Vorsitzender, eine Verfassungsbeschwerde könne von jedem Bürger eingelegt werden – wie bereits geschehen.

Ob die Karlsruher Richter diese Beschwerden überhaupt zur Entscheidung annehmen, sei allerdings offen.

Daher halte seine Fraktion das „juristisch scharfe Schwert der abstrakten Normenkontrolle“ für erforderlich:

„Nur dieses Verfahren ist das von unserer Verfassung vorgesehene, um die inhaltliche Vereinbarkeit eines Gesetzes mit dem Grundgesetz auf Antrag von Bundestagsabgeordneten vollumfänglich prüfen zu lassen.“

Das sei allerdings nur möglich, wenn dies mindestens 25 Prozent der Bundestagsabgeordneten – zur Zeit also 178 Parlamentarier – eine Normenkontrollklage unterstützen. Daher werde seine Partei bei der FDP und der Linkspartei für ein solches Vorgehen werben und es in der nächsten Woche im Bundestag zum Thema machen.


Viele Deutsche sehen Grüne als Verbotspartei

43 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass die Politik der Grünen zu sehr auf Verbote setzt anstatt auf Selbstverantwortung. Dagegen teilen 28 Prozent diese Auffassung nicht; 20 Prozent wissen nicht, wie sie dies einschätzen sollen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Erfurter INSA.Instituts, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde.

Die Ansicht, dass die Grünen zu sehr auf Verbote anstatt auf Selbstverantwortung setzen, teilen die jüngsten Befragten am seltensten (35 Prozent) und die ältesten am häufigsten (48 Prozent).

Von den katholischen Befragten sind 47 Prozent der Ansicht, die Politik der Grünen setze zu sehr auf Verbote anstatt auf Selbstverantwortung. Bei 26 Prozent in dieser Gruppe ist dies nicht der Fall. Unter Protestanten ist das Verhältnis in etwa vergleichbar (43 zu 32 Prozent).

Bei Union-Wählern überwiegt absolut-mehrheitlich die Ansicht, dass die Politik der Grünen zu sehr auf Verbote anstatt auf Selbstverantwortung setzt (54 zu 20 Prozent). Bei AfD- und FDP-Wählern ist dieser Anteil deutlich höher (76 bzw. 77 Prozent).

SPD-Wähler teilen diese Ansicht relativ-mehrheitlich (43 zu 38 Prozent), Linke-Wähler teilen sie relativ-mehrheitlich nicht (36 zu 39 Prozent). Grünen-Wähler selbst sind zu 12 Prozent der Ansicht, dass die Politik der von ihnen präferierten Partei zu sehr auf Verbote setzt anstatt auf Selbstverantwortung.

Webseite der Tagespost: www.die-tagespost.de.


Bischof Bätzing stoppt Homopaar-Segnungen

Mathias von Gersdorff

Es wurde Bischof Georg Bätzing offenbar zu heiß: Immer mehr war von einer Kirchenspaltung, deutschem Schisma und Exkommunikation die Rede. 

Stark zusammengefasst: Bischof Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), hat ein Ende der geplanten Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare angeordnet.

In einer DBK-Pressemeldung heißt es dazu:

„Es gehört zum pastoralen Dienst der Kirche, all diesen Menschen in den jeweils konkreten Situationen auf ihrem Lebensweg gerecht zu werden und sie seelsorglich zu begleiten. In diesem Zusammenhang halte ich aber öffentliche Aktionen, wie die für den 10. Mai geplanten, nicht für ein hilfreiches Zeichen und einen weiterführenden Weg. Segnungsgottesdienste haben ihre eigene theologische Würde und pastorale Bedeutung. Sie sind nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet.“

In den letzten Tagen wuchs in Deutschland, aber vor allem im Ausland das Entsetzen über die vielfach grimmige und garstige Reaktion auf eine Stellungnahme der Glaubenskongregation, die solche „Segnungen“ ausdrücklich verboten hat.

Die Revolte drohte ein Ausmaß zu erreichen, das den Vatikan zum Handeln gezwungen hätte. Ein solches Vorgehen entspricht allerdings nicht der Handlungsweise von Papst Franziskus.

Bischof Bätzing (siehe Foto) hat aber die „Segnungen“ als solche nicht verurteilt. Man solle darüber im sog. „Synodalen Weg“ diskutieren. Das bedeutet: Auch der DBK-Vorsitzende hält nicht viel von der Position der Glaubenskongregation.

Der Konflikt wurde also bestenfalls entschärft, die Revolte des deutschen Progressismus lodert weiter, denn man will ihn nicht in die Schranken des römischen Lehramtes weisen.

Ein wichtiger Teil des deutschen Episkopats spielt weiterhin mit dem Feuer: Es ist nicht garantiert, dass sich die radikal-progressive Basis immer wieder disziplinieren läßt. Eines Tages – möglicherweise schon bald – könnte ein Brand entstehen, der den deutschen Katholizismus weitgehend verzehrt. 

Unsere Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist kath. Publizist und Leiter der Aktion „Kinder in Gefahr“; zudem betreibt er diesen Blog: https://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/


32-Jährige starb an Folgen einer AZ-Impfung

Wie die „Neue Westfälische“ online gestern Abend meldet, verstarb eine 32-jährige Frau im konkreten Zusammenhang einer Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca.

Das bestätige laut Zeitung ein abschließender Bericht des Instituts für Rechtsmedizin Münster, wie das Kreis-Gesundheitshamt mitgeteilt habe. Die Frau verstarb am 9. März zehn Tage nach der Impfung.

Zunächst wurde von der Staatsanwaltschaft Bielefeld eine Obduktion veranlasst, die die Todesursache noch nicht endgültig klären konnte.

Die dann folgenden Untersuchungen des Instituts für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Greifswald führten nun zu dem Ergebnis, dass eine Immunreaktion auf den Impfstoff zum Tod der Frau geführt hat. Todesursache war demnach eine Gerinnungsstörung mit Einblutung ins Gehirn.


Berlin: Polizei befürchtet Randale am 1. Mai

Die Berliner Polizei hat vor Ausschreitungen am 1. Mai gewarnt. „Die zuletzt getroffenen und bevorstehenden juristischen Entscheidungen zu Szeneobjekten oder dem Mietendeckel werden weitere Motivation geben, das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit für Straftaten zu mißbrauchen“, sagte der Sprecher der Berliner „Gewerkschaft der Polizei“, Benjamin Jendro, der Tageszeitung Welt.

Er erinnerte damit an Gewalttaten während vergangener Demonstrationen nach der Räumung von besetzten Häusern der linksextremen Szene.

In sozialen Medien und auf Blogs mobilisieren linksradikale Organisationen ihre Anhänger. Im Aufruf zur sog. revolutionären 1. Mai-Demo in Berlin-Neukölln heißt es: „Laßt uns einen Ausdruck der Solidarität finden, der zum Kämpfen mitreißt.“

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/berliner-polizei-rechnet-mit-ausschreitungen-am-1-mai/


Peter Hahne sieht kath. Kirche auf Titanic-Kurs: Frauenpriestertum ist keine Lösung

Der ehem. ZDF-Moderator und Bestsellerautor Peter Hahne meldet sich in der „Tagespost“ kritisch zum vieldiskutierten Thema Frauenpriestertum zu Wort und beginnt seinen Beitrag mit dem Seufzer: „Dass ich das als Lutheraner nochmal schreiben würde!“

Was die „Mehrheit des Klerus mit ihrem synodalen Holzweg“ unternehme, das sei „nichts anderes als der konzertierte Marsch in die Sackgasse der EKD“ (Evangelischen Kirche in Deutschland): „Die Zeitgeistlichen sind konsequent auf Titanic-Kurs.“ – Bei den immer gleichen modischen Themen werde „eingesammelt, was auf der protestantischen Reste-Rampe noch zu finden ist“.

Zum Frauenpriester-Debatte schreibt Hahne im ironischen Gender-Deutsch: „Die Pastor*in_nen-Zahl der EKD stellt inzwischen jede Quote in den Schatten.“Gleichwohl schwappe die „Austrittswelle wie ein Tsunami über Luthers Lande.“

Der Autor stellt fest: „Die „Männerkirche“ EKD hatte 1950 stolze 41,2 Millionen Mitglieder, heute halbiert auf unter 20. Man mag von Frauen am Altar halten, was man will: ein Heilmittel ist das nicht. Und bekannte Bischöfinnen mußten entweder zurücktreten, sind nicht mehr angetreten oder wurden nicht wieder gewählt. Tolles Rezept also.

Grundsätzlich sieht Hahne den derzeitigen katholischen Kirchentrend sehr kritisch: „Mit ihrer Wackeldackel-Theologie, die zu allem Ja und Amen sagt, ist aus der bibel- und romtreuen Widerstandskirche unter Dyba, Meisner und Co. ein staatshöriger, ideologieanfälliger und willfähriger Kath-Prot(-estantismus) geworden, der im wahrsten Wortsinn zum Davonlaufen ist.

Er fügt hinzu. „Das „Erfolgsmodell“ EKD als Blaupause für das Unternehmen Untergang.“ – Stattdessen solle man „die Lecks des Zeitgeistes mit ewigen Werten“ stopfen, vor allem zurück zu Bibel und Bekenntnis“, denn nur die Wahrheit wirke werbend.

Andernfalls, so Hahne, löse sich der“ deutsche Katholizismus bald nicht nur im rot-grünen Evangelischen auf, sondern wird gleich ganz von der grünen Sekte geschluckt.“

Siehe hierzu auch die Meldung der Tagespost: https://www.die-tagespost.de/gesellschaft/feuilleton/peter-hahne-frauen-am-altar-sind-kein-heilmittel;art310,217759