Schauspieler-Kampagne #allesdichtmachen

In einer groß angelegten Internet-Aktion unter dem Titel #allesdichtmachen kritisieren rund 50 deutsche Film- und Fernsehschauspieler in jeweils unterschiedlichen Video-Ansagen einige Corona-Maßnahmen der Bundesregierung.

Die ironisch-sarkastisch formulierten Beiträge loben ­– rein dem Wortlaut nach – die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung.

Die bereits gestern Abend u.a. auf YouTube und Instagram zeitgleich gestarteten Videos wurden innerhalb kürzester Zeit massenhaft aufgerufen, teilweise über 500.000 Mal.

Die Kampagnen-Website „allesdichtmachen.de“ konnte heute nicht mehr aufgerufen werden.

Einige der beteiligten Schauspieler/innen sind derart unter linken Druck geraten (vor allem durch Fernseh-Polemiken), daß sie sich von ihrem eigenen Filmbeitrag öffentlich distanzierten, sich selbst anklagten oder gar „um Verzeihung“ baten.

Näheres dazu schreibt der liberale Blogger und Künstler Gerd Buurmann aus Köln: https://tapferimnirgendwo.com/2021/04/23/distanziert-euch-nicht/ und hier: https://tapferimnirgendwo.com/2021/04/25/dreht-den-spiess-um/) Auch der ehem. Chefredakteur des „Spiegel“, der Publizist Stefan Aust, hat die Meinungsfreiheit der Künstler entschieden verteidigt.

Prof. Dr. Jörg Meuthen (siehe Foto), Bundessprecher der AfD, erklärt zu der „umstrittenen“ Aktion:

„Namhafte deutsche Film- und Fernsehschauspieler, die einem großen Publikum vor allem durch ARD- und ZDF-Sendungen bekannt sind, wenden sich in sarkastisch formulierten Statements gegen die Politik der Bundesregierung – so etwas hat es in dieser originellen, künstlerischen Form noch nie gegeben.

Dass dies jetzt wegen Merkels Corona-Politik passiert, zeigt, wie schwerwiegend und belastend die Lockdown-Maßnahmen der Endloskanzlerin offenbar sind. Denn diese Schauspieler riskieren mit ihrer Aktion ihre berufliche Zukunft, zumindest im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

ARD-Rundfunkratsmitglied Garrelt Duin (SPD) hat bereits gefordert, die Zusammenarbeit mit diesen Schauspielern einzustellen. Dies ist in einer freiheitlichen Demokratie ein völlig inakzeptabler Vorgang.

Protest, der sich der sich des Stilmittels der Ironie bedient, ist oft Ausdruck real existierender Machtverhältnisse: Wo direkte Kritik das Risiko massiver persönlicher Nachteile beinhaltet, verlegt man sich auf Ironie und Sarkasmus. Schon die Hofnarren im Mittelalter verfuhren nach diesem Prinzip.

Dass im Deutschland des Jahres 2021 prominente Schauspieler wie Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur, Meret Becker und viele andere es ihnen jetzt bei ihrer Kritik an der Corona-Politik gleichtun, macht überdeutlich, wie es um die Meinungsfreiheit in Deutschland mittlerweile steht.

Bleibt zu hoffen, dass Heike Makatsch und Richy Müller, die sich heute bereits öffentlich von der Aktion distanziert haben, ein Einzelfall bleiben. Denn der Protest der Schauspieler gegen die Lockdown-Maßnahmen von Kanzlerin Merkel ist mehr als berechtigt.“


13 Kommentare on “Schauspieler-Kampagne #allesdichtmachen”

  1. Adolf Breitmeier sagt:

    Aber das ist doch Sozialismus PUR. Wer einen ,,Fehltritt“ begeht, der hat sich zu entschuldigen (wie unsere geliebte Kanzlerin letzte Woche es vorgemacht hat – und alle Verantwortung für die ,,Ruhetage“ auf sich genommen hat. Aber ihre Rache ist furchtbar, jetzt darf nachts keiner mehr raus, Ätsch, hättet ihr nur die ,,Ruhetage“ genossen, jetzt bekommt ihr es in sozialistischer grüner Manier heimgezahlt).
    Also die Künstler sollen sich in Selbstverachtung, Demut und Unterwürfigkeit ,,suhlen“, damit man sie eventuell wieder huldvoll (aber in der letzten Reihe) aufnimmt. Jetzt lernen sie, dass man sich unterzuordnen hat – oder man verhungert u. U. sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Aber keine Bange, es kann nur schlechter werden. Sollten die Grüninnen gewinnen, dann haben nur noch Duckmäuser eine Chance, gut zu leben.

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    • klimaleugner sagt:

      Bei Merkel reicht das Bedauern, daß sie uns nicht unverzüglich internieren konnte, als Entschuldigung natürlich völlig aus. Von ihren Kritikern wird aber mehr als öffentliche Buße verlangt, die müssten mit ihrer wirtschaftlichen Existenz büßen.
      Einer aus dem WDR-Rundfunkrat hat das irrtümlicherweise öffentlich gefordert und mußte dann zurückrudern. Andere sind da subtiler, aber das Ergebnis ist dasselbe.

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  2. killema sagt:

    Mein lieber Herr J.J. Liefers. Den Aufschrei hätten Sie vorher hören müssen. Ich habe mir Ihren Tatort gerne angesehen. Aber ein Mensch, der eine dicke Backe macht und nach den Pfiff, den er von sich gegeben hat, vor gewissen Kreisen in die Knie geht, kann ich nicht mehr für voll nehmen. Das, was die da von sich gegeben haben, mussten Sie erwartet haben. In meinen Augen sind Sie tief gesunken und lassen sie es sein, soziale Werbung zu betreiben.

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    • Onkel Guido sagt:

      Warum sollte sich jemand nicht von den Querdenkern und derAfD distanzieren und trotzdem gegen die Covid Maßnamen sein

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      • Marienzweig sagt:

        Wenn ich politische Entscheidungen kritisiere, die das Privatleben der Bürger auf so eklatante Weise tangieren, dann stehe ich auch dazu.
        Ganz unabhängig davon, wer diese meine Kritikpunkte ebenso teilt.
        Soviel innere innere Unabhängigkeit sollte man schon erwarten dürfen, auch von Schauspielern.

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      • Onkel Guido sagt:

        ist es nicht legitim zu sagen:
        „Aber alle anderen Positionen einiger, die das noch kritisieren, lehne ich ab und will mit denen nichts aber auch gar nichts zu tun haben“ ?
        Man hat ja gesehen, wie sofort AfDnahe Blogs das ganze instrumentalisiert haben

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  3. dorrotee sagt:

    Jetzt diese Distanzierung von einigen Schauspielern. Wussten die nicht vorher, dass so etwas zu so was führen kann? Nämlich keine Verträge und Sendungen mehr in den Öffentliche-Rechtlichen. Sind die Schauspieler so blind?

    Dass es Zuspruch von „rechts“ und „Querdenkern“ gibt. ist doch auch klar gewesen. Die AfD hat es doch von Anfang an gesagt, die Massnahmen sind unverhältnismäßig und man kann nicht alles dicht machen.

    Es ist tatsächlich ein Aufgeben der eigenen Identität von den Schauspielern, welche sich so schnell wieder distanzieren und sogar eigene Schuld empfinden.

    Die Schauspieler sollten mal Mut beweisen und sich zumindest nicht distanzieren von diesem #allesdichtmachen.

    Nur überlegen, ob man weiter mitmacht wegen der Repressialien, die angekündigt wurden.
    EInige werden so was nicht aushalten können.
    Auf gar keinen Fall klein beigeben zum Aktuellen Thema.

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  4. Martin sagt:

    Es ist schon interessant: Für die Medien reicht die Beweislast aus, wenn eine Partei wie „AfD“, eine Bewegung wie die „Querdenker“, eine Person wie Hans-Georg Maaßen, die allesamt der Aktion zustimmen, diese Aktion dann als „unverzeihlich“ gilt und der Shitstorm dann seinen freien Lauf nehmen darf. Eine sachlich-kritische Auseinandersetzung mit der Aktion: Fehlanzeige!

    In diesem Sinne: Wenn, dass was die Bundesregierung tut, aus der „unverzeihlichen“ Ecke kritisiert wird, dann macht sie ja im Prinzip alles richtig!

    Sorry, ihr lieben Demokraten an der Regierung, wenn ihr und eure Helfershelfer in den Medien schon keine sachlich-kritische Auseinandersetzung mit der Corona-Politik erlaubt, dann lasst uns doch wenigstens noch die Ironie!

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    • Thomas May sagt:

      Meine volle Zustimmung!
      Und was lernen wir aus dem Furor um „#allesdichtmachen“?
      1. Es gibt in der deutschen Bevölkerung eine weitverbreitete Ablehnung der einfallslosen, von Merkel als „alternativlos“ erklärten „Notbremsen“-Politik – sogar unter Künstlern, Schauspielern, bei deren gewöhnlich eine eher linke Schlagseite auszumachen ist.
      2. Bringen diese Damen und Herren ihren Frust in Form ironischer Überspitzung, einem in ihrer Branche üblichen Stilmittel, zum Ausdruck, erhebt sich in Medien und sozialen Netzwerken ein Sturm der Entrüstung; „unsensibel“, „empathielos“ usw.
      3. Da Zustimmung AUCH von den von Ihnen genannten „falschen“ Seiten kommt, wird die Kampagne sofort der Unseriosität, der Rechtslastigkeit – inzwischen fast schon ein Synonym für Staatsfeindlichkeit – verdächtigt und als solche stigmatisiert. Die ARD leistet dabei Frontarbeit.
      4. Einige der Künstler/Schauspieler, und das nicht zu knapp, die eigentlich „ein Zeichen setzen“ wollten, merken plötzlich, dass sie aufs falsche Pferd gesetzt haben und bekommen kalte Füße. Wie reuige „Sünder“ vor dem Obersten Sowjet leisten sie Abbitte. War nix mit „Haltung zeigen“.
      5. Jetzt gibt es für den gewöhnlichen Bürger keinen Zweifel mehr, was die gute und was die böse Seite ist. Pfui!
      Fazit: Während nach den Gesetzen der Logik etwas unabänderlich richtig und wahr ist, weil oder wenn es richtig und wahr ist, werden in unserer Mediengesellschaft das Richtige und Wahre in ihr Gegenteil verkehrt, wenn Beifall von der für falsch erklärten Seite kommt. Auf dieser Unterstufe sind wir angelangt.
      Der Fall „#allesdichtmachen“ spiegelt exemplarisch das ganze Elend der vor die Hunde gehenden deutschen Debattenkultur.

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  5. Onkel Guido sagt:

    die Reaktion auf die Aktion sind durchsus passend

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  6. Stefan Kunz sagt:

    Zeigt das Ganze nicht, wie wahr die Aussagen der Kritiker schon vor Monaten waren!

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  7. gerd sagt:

    Wenn jemand sich von seinen Videos distanziert, sollte er oder sie alle Spiegel in der Wohnung abhängen. Der Blick in denselben dürfte wahrlich erbärmlich sein.

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    • bellajosefina sagt:

      So distanziert man sich letztendlich von sich selbst und wird zur gespaltenen Persönlichkeit. Die Spaltung geht nicht mehr nur durchs Volk, durch Freundeskreise und Familien, sondern durch die eigene Identität und Persönlichkeit.

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