Der ISLAM als Schicksalsfrage für Europa

Von Dr. Udo Hildenbrand

Wahrscheinlich machen sich sehr viele Menschen Gedanken über die Zukunft Europas. Sorgenvoll beobachten sie dabei die Vorgänge im Zusammenhang mit der Migrationswelle aus insbesondere islamischen Ländern.

Dazu kommen die vielfältigen Probleme und Schwierigkeiten, die sich aus den religiösen und kulturellen Verschiedenheiten und Gegensätzen mit der Religion Mohammeds ergeben.

Auch die Informationen über die weltweite Christenverfolgung gerade auch in islamisch dominierten Ländern bereiten Sorgen. Dazu kommt das insbesondere in Europa schwächelnde Christentum mit seinen spezifischen Problemen.

In Verantwortung auch für ihre Kinder und Kindeskinder, für die künftigen Generationen fragen sich nicht nur besorgte Eltern hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung: „Wie wird Deutschland, wie wird Europa in dreißig/vierzig Jahren aussehen? Werden die Muslime in Europa aufgrund der muslimischen Immigration und des Geburtenüberschusses zur wahlentscheidenden Minderheit, oder gar zur Bevölkerungsmehrheit auf dem europäischen Kontinent? Wird der Islam künftig tatsächlich das Schicksal Europas bestimmen“?

Westlicher Kunstbegriff „Islamismus“

Welche islamischen Gelehrten mit Rang und Namen, welche einfachen an Koranschulen in einem islamischen Land differenzieren zwischen Islam  und Islamismus?

Mit dem westlichen Kunstbegriff Islamismus als fundamentalistische, radikale Variante zum Islam will man hierzulande jene Problemzonen und dunklen Fakten des Islams verharmlosen oder verschleiern, die mit westlichen Wertvorstellungen inkompatibel sind.

Oder kurz formuliert: Alles, was am Islam fanatisch, aggressiv und terroristisch ist, wird als Islamismus deklariert. Der Unterschied zwischen Islam und Islamismus ist jedoch nur gradueller, keineswegs prinzipieller Art.

Bei Unsicherheit  frag doch einfach auch mal Erdogan. Er gibt dir die erhellende Antwort: „Es gibt keinen moderaten und nicht-moderaten Islam. Islam ist Islam. Und damit hat es sich.“ – Basta! Übrigens: Haben nicht alle Muslime gemeinsam mit den sogenannten „Islamisten“ ein und denselben Koran?

So stellt Johannes Röser, ehem. Chefredakteur der Zeitschrift Christ in der Gegenwart, zu dieser Problematik fest:

Die bloß beschwichtigende Wortakrobatik, die meint, mit dem Kunstbegriff ´islamistisch´ die düsteren Fakten aussondern zu können, ist nichts als Kosmetik, die reale Problemzonen übertüncht. Einzig an den Muslimen liegt es, Verantwortung zu übernehmen für jene innerislamischen Traditionen und Interpretationen, mit denen sich die Dschihadisten in Treue zum Ur-Islam sehen.“

Gehört d e r Islam zu Deutschland?

Ein ehemaliger Bundespräsident, eine noch amtierende Bundeskanzlerin, zahlreiche Politiker, sogar Kirchenleute bejahen diese Frage, vertreten aber eine eindeutige Minderheitenmeinung. Nur 22% der in einer Umfrage Befragten teilen diese ominöse These von der Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland.

Die Verteidiger erkennen bei sich offensichtlich keinen Widerspruch, wenn sie die These „DER Islam gehört zu Deutschland“ mit großem Nachdruck vortragen und nahezu im gleichen Atemzug voller Überzeugung, jedoch bar jeglicher Logik betonen: „DEN Islam gibt es nicht“.

Dazu kommt: Natürlich gibt es DEN Islam, genauso wie es DAS Christentum, DEN Buddhismus, DEN Hinduismus, DEN Kommunismus, DEN Atheismus usw. gibt. Alle Religionen und Weltanschauungen unterteilen sich in Konfessionen und in verschiedene Strömungen.

Jene, die immer noch unbeirrt an dieser umstrittenen These festhalten, sind vor allem auch zu fragen: Haben sie sich jemals kundig gemacht, welche Lehren in den Moscheen und Koranschulen der sehr divergierenden islamischen Glaubens- und Rechtsschulen auch hier in Deutschland vertreten und vermittelt werden?

So in der asch‘aritischen, maturidischen,mu‘tazilitischen, in der salafitischen, sunnitischen und in der schiitische Glaubensschule, sowie in den hanbalitischen, hanafitischen, malikitischen und schafi‘itischen Rechtsschulen.

Was wird da in den Glaubensschulen gelehrt und in den Moscheen gepredigt, wie wird da in den Rechstschulen geurteilt etwa über Freiheit und Toleranz, über Religions- und Meinungsfreiheit, über Gleichberechtigung von Mann und Frau, über Polygamie, Zwangsverheiratung und Sklaverei, über Parallelrechtsprechung und die herabsetzende Haltung gegenüber den „Ungläubigen“, schließlich auch Lehren über die soziale Ausgrenzung und lebensbedrohenden Zugriffe bis hin zur Todesstrafe für Islam-Abtrünnige?

Was steht da nicht alles unüberbrückbar unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und den Gesetzen unseres Landes gegenüber?

Möglicherweise müssen sich jene Politiker/innen und Interessensvertreter/innen eines Tages einen leichtfertigen Umgang mit unseren demokratischen Werten vorwerfen lassen, die heute die These von der Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland auch aus wahltaktischen oder ideologischen Gründen vertreten.

Mit dem Vorwurf der Fahrlässigkeit und der Verantwortungslosigkeit müssen sie sich dann – wenn es vielleicht schon zu spät ist – konfrontieren  und fragen lassen: „Warum habt Ihr die Erkenntnis einfach ignoriert bzw. zu spät realisiert, dass das islamische Wertesystem mit unserer freiheitlich-demokratischen Werteordnung grundsätzlich nicht kompatibel ist?“

Wer behauptet, der Islam gehöre zu Deutschland und habe auch Europa mitgeprägt, der möge zugleich darlegen, welche konkreten Anregungen und Werte, welche zivilisatorischen, geistig-kulturell und sozial prägenden Leistungen der Islam für das Werden des freiheitlich-demokratischen Europas in der Vergangenheit tatsächlich eingebracht hat und in heutiger Zeit einbringt.

Hat die Religion Mohammeds etwa mit irgendwelchen nennenswerten philosophischen Grundüberlegungen oder technischen und kulturellen Errungenschaften die deutsche Kultur, unsere Gesellschaft-, Staats- und Rechtsordnung mitgeprägt?

Christentum von jüdischer Tradition mitgeprägt

Dagegen ist der christliche Glaube in der Verbindung mit der jüdischen Tradition die einzige identitätsstiftende religiöse Kraft, von der die Kultur Europas und Deutschlands über Jahrhunderte hinweg entscheidend geprägt wurde und heute noch weithin gesprägt ist.

So stellt der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, klar:

„Der Islam gehört zu Deutschland.“ – Mit diesem Satz kann nicht gesagt werden, dass der Islam die deutsche Staatsordnung, Rechtsordnung , Gesellschaftsordnung und Kultur geprägt hat.“

Dennoch: In einer spezifischen Hinsicht gehört auch der Islam zu Deutschland, zu Europa. Inwiefern nun plötzlich doch ?

Weil er in negativer Weise das Überleben des Westens in langen Jahrhunderten hat fraglich werden lassen. Denn die Religion Mohammeds hat bekanntlich den europäischen Kontinentin einem Zeitraum von etwa 1000 Jahren vielfach und immer wieder bedroht, ihm militärische Abwehrschlachten aufgezwungen und gegen ihn – letztlich vergeblich – angekämpft.

Ständig schwebte das Damoklesschwert des Islams über Europa.

So hat der Islam durch die Fülle kriegerischer Auseinandersetzungen faktisch auf die Geschichte Deutschlands und Europas massiven Einfluss genommen und dadurchauch mitgeprägt, allerdings als schwere Last und Bürde. Hätte diese Religion schon im 8. Jahrhundert diesen Kampf gewonnen, wären heute Freiheit und Demokratie höchstwahrscheinlich Fremdwörter für den europäischen Kontinent.

Die Sache mit den  Muslimen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die unser freiheitlich-demokratisches  Grundgesetz und die Gesetze unseres Landes vollumfänglich anerkennen und beachten, steht auf einem anderen Blatt. Sie gehören zu Deutschland.

Dennoch bestehen berechtigte Zweifel: Können überzeugte Muslime, die den Koran ohne Einschränkung ernstnehmen, zugleich auch wirklich überzeugte Demokraten sein ?

Wie soll daszusammengehen, was die Geschäftsordnung des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland (2007) zusammenbringen möchte: „Koran und Sunna des Propheten Mohammed“ und „Bundesrepublik Deutschland“?

Wie soll das übereinstimmen, ohne dass auf einer der Seiten massive, letztlich verfälschende Einschnitte gemacht werden müssten ? Islam und freiheitlich-demokratische Grundordnung: Eine unlösbare Spannung, die letztlich nur Muslime lösen können!

Nicht aber durch die Auflösung unseres freiheitlich-demokratischen Wertesystems, nicht durch die Aufhebung der Trennung von Religion und Staat, die den Prinzipien islamischer Staaten zutiefst wirderspricht. Dies zu verhindern, ist vordringliche Aufgabe aller politischen und gesellschaftlichen Verantwortungsträger in den demokratischen Ländern.

Nach Adonis, der als der bedeutendste arabische Gegenwartsdichter gilt, ist die Trennung von Staat und Religion die unabdingbare Bedingung für eine moderne demokratische Gesellschaft:

„Wenn es keine Trennung von Religion und Staat gibt, wird es keine Demokratie geben, keine Gleichstellung für die Frau. Dann behalten wir ein theokratisches System.

Unser Autor Dr. theol. Udo Hildenbrand aus Bühl in Baden ist katholischer Priester war zuletzt Spiritual eines Klosters im Schwarzwald.

Von ihm stammt u.a. das Buch “Wortmeldungen zum Islam” (siehe Abbildung); es ist für 11,80 € portofrei bei ihm erhältlich  – per Mail: udo.hildenbrand@gmx.de


6 Kommentare on “Der ISLAM als Schicksalsfrage für Europa”

  1. DEUTSCHLAND
    ERZBISCHOF WOELKI
    „Die katholische Kirche ist keine Demokratie“
    Veröffentlicht am 20.08.2011 | Lesedauer: 8 Minuten
    Von G. Facius, M. Kamann, B. Schmiemann

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article13554783/Die-katholische-Kirche-ist-keine-Demokratie.html

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  2. Marce.Bode sagt:

    Der Islam gehört nun mal zu Deutschland!
    Aus der Sicht der Kanzerlin kann man das verstehen. Sie wird das „Kippen“ der Bevölkerungsmehrheit in diesem Lande vielleicht nicht mehr erleben und sie hat auch keine eigenen Kinder, denen sie sich gegenüber verantworten müßte.
    Wer sich gegen den Islam äußert, ist halt einfach generell rassistisch.
    Machen wir es uns einfach.

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  3. JIhad Watch by Robert Spencer, BLOG über den Islam und Islamisten und Islamismus

    http://www.jihadwatch.org Siehe auch den Weblog „Philosophia Perennis“ des Theologen und Journalisten und Philosophen David Berger

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  4. Peter Kiefer sagt:

    Ich bin tief beeindruckt: Da wagt sich jemand, die Expertise von Polit-Größen – hier explizit der Ex (bobby car)-Bundespräsident und die ‚ewige‘ Bundeskanzlerin – in Frage zu stellen! (Anfügen sollte man noch ‚Geschenke-Katrin‘ und andere führende Grüne!)

    Jede Wette, das erste Adjektiv, das dem Autor angehängt wird, ist: „islamophob“! In meiner unendlichen Arroganz rate ich jedem, der den Koran nicht gelesen hat, gar nicht in die Diskussion einzusteigen, es kommt nur Geschwurbel dabei raus. Aus persönlicher Erfahrung muss ich leider sagen, dass solche Leute meistens auch das Grundgesetz nicht kennen.

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    • Siehe auch Jaya Gopal Buch „Gabriels Einflüsterungen“ und von Ibn Warraq „Why I am not a Muslime“. Und siehe auch Gerhoch Reisegger und den Orientalisten Hans-Peter Raddatz „Von Gott zu Allah?“.

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