Ökumenische Nachhilfe durch evang. Christen

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der Apostel Paulus schreibt in seinem Römerbrief: „Gleicht euch nicht dieser Welt an“ (1 Röm. 12,8). Warum? – Weil angepasste Christen nicht mehr „Licht auf dem Berg“ und „Salz der Erde“ sein können, wozu uns der HERR verpflichtet.

Mit dieser Aufforderung ist nicht gemeint, sich aus der Welt zurückzuziehen. Nikolaus von der Flüe war für die Kantone in der Schweiz nie bedeutsamer als zur Zeit seiner Abgeschiedenheit in der Klause der Ranft. Dort konnte er seine Mitbürger versöhnen. Der befürchtete Bürgerkrieg fand nie statt.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN

Die Katholiken der deutschen Ortskirche und die protestantische Kirche haben z. Zt. Probleme mit der Anpassung an die Trends dieser Gesellschaft mit der Konsequenz, dass sie jeden Tag unbedeutender werden, selbst wenn sie in Ethikräten, Presseräten etc. noch Vertreter entsenden können – sie stören dort kaum.

Die deutsche Ortskirche steht z. Zt. auf dem „Synodalen Weg“ vor der Versuchung, die „Fortschritte“ der Protestanten einzuholen. Davor warnen engagierte und gläubige protestantische Christen, z.B. Peter Hahne und Alexander Garth.

Garth ist evangelischer Pfarrer an der Kirche St. Marien in Wittenberg. Er warnt eindringlich vor einer Protestantisierung der katholischen Kirche und sagt den „Reformern“:

„1. Schauen Sie auf die evangelische Kirche in Deutschland. Dort ist all das, wofür Sie kämpfen, Realität: Frauen als Priester, Synodalverfassung, verheiratete Pfarrer, Feminismus. Der geistliche und physische Zustand der evangelischen Kirche ist indes noch schlimmer und die Auswirkungen der Säkularisierung noch verheerender als in der katholischen Kirche.

2. Wenn Sie unbedingt diese andere Kirche wollen, werden Sie doch evangelisch. Dort ist alles umgesetzt, was Sie anstreben.

3. Ich als Protestant mit katholischem Herzen und Pfarrer auf der Kanzel Martin Luthers würde die Protestantisierung der katholischen Kirche für ein großes Unglück halten, denn diese Welt braucht das katholische Profil der katholischen Spiritualität mit Papsttreue, Marienverehrung und dem Beispiel der Heiligen der Kirche“.(Vatican-Magazin 5/2021,S.13)

Diese Worte eines Lutheraners sind ein bemerkenswertes Beispiel einer ökumenischen Nachhilfe, das verdient, verbreitet zu werden. Ob die erfahrungsresistenten Synodalen diesen Ruf noch hören, bleibt abzuwarten.

Fotos: Dr. Bernd F. Pelz, Prof. Gindert


16 Kommentare on “Ökumenische Nachhilfe durch evang. Christen”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Hallo, auf dieser Seite https://www.unifr.ch/bkv/awerk.htm können Sie sämtliche Werke der Kirchenväter lesen.
    .

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  2. Holger Jahndel sagt:

    Wie sogar Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi von der freimaurerisch geprägten Paneuropa-Union richtig bermerkte: Europas Seele ist christlich. Siehe auch das internationale Schiller-Institut.

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  3. Juetz sagt:

    Die evangelische Kirche kennt die Bibel gar nicht mehr.
    Zeitgeistkirche.

    https://www.idea.de/artikel/pastor-marcus-piehl-muss-seine-gemeinde-verlassen

    “ Künftig solle wieder „die vielfältige Gemeindearbeit“ im Vordergrund stehen. Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Johannis hat rund 2.500 Mitglieder. Der Sonntagsgottesdienst zählte vor der Corona-Pandemie rund 50 Besucher.“

    Kein Pastor Latzel und keine Kirchengemeinde hinter ihm.

    Ich bin auf eine neue Bibel im evangelischen Sinne gespannt, die zeitgeistliche Übersetzung ist wahrscheinlich schon in Arbeit.
    Und der arme Paulus konnte ja nicht wissen, wie sich die Gleichgeschlechtligkeit entwickelt.
    Und das Gesetz für Leihmutterschaft und Ware Kind, damit ganz besonders die Gleichgeschlechtlichen ihren Familienwunsch erfüllen können, ist schon in Arbeit.

    Man verzeihe mir meinen ironischen Unterton.

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    • Anonymous sagt:

      „Die evangelische Kirche kennt die Bibel gar nicht mehr.“

      Das ist in der Tat erschütternd. So wird das reformatorische Erbe verraten:

      „Das Wort sie sollen lassen stahn
      und kein’ Dank dazu haben;
      er ist bei uns wohl auf dem Plan[
      mit seinem Geist und Gaben.“

      Absatz aus „Ein feste Burg ist unser Gott“.

      Aber sie sind ungläubig und die Bibel bedeutet ihnen nichts mehr.

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    • Holger Jahndel sagt:

      Siehe als positives Beispiel eines glaubenstreuern Lutheraners auch Horst Koch. Mit seinem Internetauftritt auch gegen Charismatismus und Pfingstler und Schwarmgeistereien und zum Charismatismus und der charismatischen Bewegung.

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  4. abtrünniges Schäfchen sagt:

    Anonymous, Du hast den Sinn der Botschaft nicht verstanden. Die Protestanten sind ein Abkömmling der katholischen Kirche, eine Familie mit unterschiedlichen Ansichten. Da ist es ganz natürlich, wenn man seine Stammreligion davor warnt, nicht den gleichen Weg wie die EKD zu gehen, wo der christliche Glaube für politische Ideologien geopfert wird.
    Es ist auch ganz natürlich, wenn die EKD geistlich so verkommen ist, dass man sich bei der Stammreligion, sofern sie noch nicht gravierende Schäden durch politisch ideologischen Missbrauch erlitten hat, anlehnt. Man kann sagen, man trauert um das einstige christliche Kind, die EKD, die sich hat von Politik, Pöstchenjägern und wirren Pastoren in ihrem christlichen Kern verstümmeln lassen.
    Manche Pfötchen-Aufhalter verstehen es, ohne dafür gewählt zu sein, sich an Geldquellen zu positionieren, mal ohne Parteimandat, mal ohne Legitimation der Gemeinde und des Kirchspiels. Aber lassen wir das einmal.

    Ich habe meiner EKD-Gemeinde den Rücken gekehrt, weil ich mit dieser antichristlichen Entwicklung nicht mehr einverstanden bin. Deshalb verschwinden nicht die Spuren aus meinem Herzen, da unsere Generationen seit Jahrhunderten eine protestantische Familie sind. Stark an Luthers Reformgeist orientiert und Müntzer als Volksprediger, der Gerechtigkeit für das Volk wollte, bewundernd. Das ändert aber nichts daran, dass beide keine Protestanten waren, und die katholische Kirche zu ignorant war, teilweise den Willen der Gläubigen nach Reformen ernst zu nehmen. Früher mussten die Menschen sehr hart arbeiten, sie waren dankbar für das Gottvertrauen in ihrer Verzweiflung und nicht ideologisch verblendet!

    Erinnert sei an Dietrich Bonhoeffer, der seinen protestantischen Verrätern, die sich an die Mächtigen anbiederten, das KZ verdankte. Darum geht es inhaltlich, dass wir unseren christlichen Glauben bewahren und nicht ideologisch zerstören lassen sollten.

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    • Anonymous sagt:

      „Du hast den Sinn der Botschaft nicht verstanden.“

      Seit wann sind wir per Du? Und schön, dass Sie wissen, was ich verstehe bzw. nicht verstehe. :-))))

      Ich habe mich nur darauf bezogen, dass der Herr Pfarrer schreibt:

      „Ich als Protestant mit katholischem Herzen …“

      Also wenn er von Herzen katholisch ist, dann sollte er doch seinem Herz folgen. Finde ich jedenfalls.

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  5. abtrünniges Schäfchen sagt:

    Ich denke, viel Unheil liegt auch darin, das historisches Wissen über Luther und Müntzer nur halbherzig oder gar nicht weitergegeben wird, und ich ahnte es schon 2017, die Reformation für eine politische Neuordnung unter dem Scheinbegriff Reformation zu benutzen und Luther, der sicher kein Heiliger war, zu missbrauchen.

    Martin Luther war Zeit seines Lebens gläubiger Katholik auf der Suche nach Gott und hat für sich die Antwort gefunden, seine geliebte Katharina von Bora zu heiraten, aber auch keine klerikalen hohen Ämter und Priesterämter angestrebt. Ihm war als theologischen Wissenschaftler wichtig, dass Kleriker ihre Ämter als Geistliche nicht missbrauchen und das Volk mit Aberglauben verängstigen, um es zu unterdrücken und aus zu beuten. Luther hat die theologischen Schriften des Christentums nicht verfälscht, sondern diese in der Muttersprache der gläubigen Christen übersetzt, damit sie selbst ihr Gottvertrauen aufbauen können. Von daher sehe ich Ehe und Familie nicht als Frevel, sofern man klar entscheidet entweder, oder hohes Kirchenamt.

    Der EKD-Zirkus zum Dortmunder Kirchentag buhlte abartig nach Vertretern der LSBQT Leute, anstatt diese Menschen, die sexuell anders geprägt sind, das Bewusstsein zu geben, auch sie sind Gottes Geschöpfe und unterstützen damit die totale Entartung der übersexuelisierten Gesellschaft. Mich selbst betrifft es nicht, aber ich schätze auch Menschen, die sexuell andere Lebensformen in Partnerschaften pflegen und auch gläubige Christen sind, jedoch müssen sie sich wie Luther entscheiden für die Liebe gegen ein hohes kirchliches, klerikales Amt, das alle Aufmerksamkeit braucht, das Christentum weiter zu verbreiten. Eine Doppelehe, wo man sich auf Familie und christliche Aufgaben in höheren Ämtern profiliert, geht nicht. Kann ich denn mit Händen und Füßen 4 Maß Bier gleichzeitig trinken, nein.

    Thomas Müntzer war ebenfalls gläubiger Katholik, aber er hatte die Illusion, im starken Gottvertrauen auch schon auf Erden für Gerechtigkeit kämpfen zu können, wo er mit dem Bauernaufstand die Leibeigenschaft und Ausbeutung der Menschen durch den Adel und Klerus beenden wollte. Er wollte keinesfalls den Glauben in Frage stellen, dies kam erst später mit dem Aufkommen des Protestantentums.

    Die Adelshäuser hatten schnell erkannt, wenn sie die Christen für ihre Machtinteressen spalten, können sie vom christlichen Missbrauch des Klerus profitieren. Die Sache hat sich aber verselbständigt und der Aufstand der Hussiten war durch soziale Unruhen begründet, der Adel hatte seine Ausbeutung des Volkes zu weit getrieben. Man sollte nicht verwechseln, für Recht kämpfen und Glauben politisch ideologisch missbrauchen sind zwei unterschiedliche Sachen.

    Diese Schwachstelle des Christentums haben spätere Herrscher, Tyrannen und Volks-Zertreter erkannt und kaufen den Klerus für ihre Machtinteressen ein und können somit christliche Wurzeln des Glaubens gezielt zerstören und ihre Gottlosigkeit als Pharisäer den Menschen in das Herz streuen. Daraus resultiert auch das Phänomen, dass Katholiken, die den sich entfernenden Protestanten im christlichen Glauben in ihrer Erneuerung die Stirn bieten durch starkes Gottvertrauen. Beide konkurrieren darum, mal ist der eine stärker, mal der andere, doch jetzt ist das Protestantentum zur politisch ideologischen Sekte verkommen.

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  6. Ex Protestant sagt:

    Ich sehe den zunehmenden Verfall des christlichen Glaubens, wo Borniertheit und Arroganz siegen, an unserer protestantischen Eselsgemeinde.
    Kaum hat die Verfolgung der Christen durch die DDR-Staatsführung, Verfolgung ist etwas zu hart formuliert, Kontrolle, wohl eher aufgehört und die Kirchendiener sind zu Staatsbeamten aufgestiegen, drängeln alle in die Kirche als Karriere-Sprungbrett.
    Meine Mutter sagte einmal, schau mal die SED-Kreis-Leitung ist auch hier und natürlich, die Wendehälse, die uns früher kontrolliert haben und manchen das Abi versauten, durften sich ja nicht zu Kirche bekennen. Während früher die Christen einander angenommen haben, jedem Respekt für seine Lebensgeschichte entgegen gebracht wurde, wo man dessen Glaubensauffassung nicht immer teilen musste, sich unterhielt, um dem anderen neue Gedankenimpulse zu geben, wird man heute erzogen für das richtige Weltbild.
    Spurt man nicht, stellt dich in die Ecke, unterstes Klippschulniveau und man redet nicht mit den Widersachern, auch nicht mit abtrünnigen Schäfchen, nach dem Motto: zur Scheidung gehören immer zwei. Jeder ist der Größte, Schönste und Klügste und wer behindert ist, ist ein Trottel und kein vollwertiger Mensch, dem man das Wasser nicht reichen muss und ihn auch ausgrenzen kann von besonderen Veranstaltungen, die ihm Freude machen könnten.
    Die Elite teilt lieber unter sich, als einen traurigen Menschen zu trösten. Geld und Macht verdirbt den Charakter.
    Da wundern die sich noch über abtrünnige Schäfchen, die ihr Glaubensmotto nicht mehr erkennen?
    Nu bekam ich die Warnung, ich sollte den Namen des Pfarrstellenanwärters noch geheim halten, weil der Kirchspielleiter merkelisiert oder vergrünt, jedenfalls Pfötchen-Aufhalter, wie auch immer trotz hohem Verschleiß an Pfarrern diesen Anwärter noch verhindern könnte.
    Unsere Kirchengemeinden wurden schon längst von Linientreuen Kadern oder Kungelbanden übernommen und die Eselsgemeinde merkt nicht, wie sie geistig manipuliert wird und sich immer mehr vom christlichen Glaubensbild entfernt.
    Es ist, als würden sie den Inhalt der Bibel nicht mehr begreifen und putzen ihren Heiligenschein nur mit Geschichten und fürsorglichem Beratschlagen über andere, auch wenn sie deren Leben erschweren oder zerstören aus Unwissenheit über die Fakten. Tut doch gut, alles besser zu wissen, sogar besser als der liebe Gott.

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  7. Anonymous sagt:

    „Ich als Protestant mit katholischem Herzen …“ Warum konvertiert er dann nicht?

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