Frankreich: Kath. Bischöfe protestieren gegen lebensfeindliches Bioethikgesetz

Gesetz erlaubt Forschung an Mensch-Tier-Embryonen

Erschrocken und bestürzt reagiert die katholische Kirche Frankreichs auf das Bioethik-Gesetz, das das Pariser Parlament beschlossen hat. „Das ist der Triumph einer Ideologie“, reagiert Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort auf das Votum.

„Da wird die Würde jeder menschlichen Person ausradiert“, erklärt der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz weiter. Nach zweijähriger Debatte in der Öffentlichkeit hat die „Assemblée Nationale“ das Gesetzeswerk mit deutlicher Mehrheit – 326 JA-Stimmen, 115 NEIN-Stimmen, 42 Enthaltungen – verabschiedet.

Immer wieder hatten die Bischöfe in den letzten Monaten und Jahren Bedenken gegen die von Präsident Macron vorangetriebene Reform vorgebracht. Sie kritisieren vor allem die Ausweitung der künstlichen Befruchtung. War sie bislang heterosexuellen Paaren vorbehalten, kann sie nun auch von lesbischen Paaren oder von alleinstehenden Frauen durchgeführt werden.

Zu den weiteren Kritikpunkten der Kirche zählt die Tatsache, dass künftig „Chimären-Embryonen“ erlaubt sind, also die Injektion menschlicher Zellen in tierische Zellen zu Forschungszwecken. Auch die Liberalisierung der Embryonenforschung und das Eingreifen in die embryonale Keimbahn per Genschere stoßen auf die Kritik der Bischöfe.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-06/frankreich-bioethik-gesetz-embryo-kirche-bischoefe-lebensschutz.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Das kulturelle Versagen in der Coronakrise und die deutsche Neigung zur Anpassung

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin lehrt an der Universität München. Zusammen mit Nathalie Weidenfeld verfasste er das Buch „Die Realität des Risikos“, in dem die Autoren warnen, dass der Verfall der politischen Kultur Deutschlands die Fähigkeit des Landes zur Bewältigung von Krisen schwäche. Dies sei im Verlauf der Corona-Krise deutlich sichtbar geworden.

Die Ansätze und Strategien südostasiatischer Staaten wie Taiwan und Südkorea seien auch deshalb erfolgreicher gewesen als die Deutschlands, weil deren politische Kultur krisentauglicher sei und deshalb bessere Lösungen, die mit weniger Kollateralschäden verbunden gewesen seien, habe finden können.1 Deutschland müsse man hingegen ein „umfassendes Staatsversagen“ bescheinigen.

Dieses Versagen habe vorwiegend kulturelle Ursachen, welche die gesamte Gesellschaft beträfen. Während der Krise sei in Deutschland allgemein „keine differenzierte und rationale Auseinandersetzung“ mit Risiken möglich gewesen. Es sei deutlich geworden, das in Deutschland eine „Unkultur“ vorherrsche, in der viele Teilnehmer der öffentlichen Diskussion „sämtliche Maßnahmen der Regierung bedingungslos befürworteten“ und Kritiker grundsätzlich als „Spinner, Verschwörungstheoretiker und Fake-News-Fans“ abzutun versucht hätten...

Nur „mit einer entwickelten politischen Urteilskraft können Länder die großen Herausforderungen in Krisenzeiten bestehen“. Urteilskraft „setzt aber voraus, dass wir uns unsere Fähigkeit zur Kritik und zur eigenständigen Stellungnahme jenseits von Konformismus auch in Zeiten der Angst nicht nehmen lassen.“

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://renovatio.org/2021/06/julian-nida-ruemelin-deutschlands-politische-kultur-ist-nicht-krisentauglich/


IGFM fordert: Christlichen Ex-Muslim wg. Lebensgefahr nicht in den Iran abschieben

Am 1. Juli entscheidet das Verwaltungsgericht Frankfurt über das Schicksal eines christlichen Ex-Muslim aus dem Iran: Hossein Ahmadi. Den 33-jährigen Konvertiten würde im Iran lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe erwarten.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) unterstützt Ahmadi, da er zum Opfer schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen im Iran zu werden droht, falls seine Abschiebung vollzogen wird.

„Als Konvertit und Regimekritiker gerät Hossein Ahmadi im Falle einer Abschiebung in den Iran in Lebensgefahr. Nach iranischem Recht gilt das Verlassen des Islams als todeswürdiges Verbrechen. Gleiches gilt für öffentliche Kritik an der islamistischen Führung“, erklärt Martin Lessenthin
(siehe Foto), Vorstandssprecher der IGFM.

Hossein Ahmadi floh 2017 nach Deutschland. Der Musiker besucht als gläubiger Christ seit 2018 die Gemeinde „Vaterhaus“ in Frankfurt am Main. Dort ließ er sich im Juni 2019 taufen und konvertierte vom Islam zum Christentum. Die Abkehr vom Islam gilt im Iran als eine der schlimmsten Straftaten. Bereits 2019 berichtete die IGFM von der verschärften Verfolgung von Konvertiten. 

Am 20. November 2019 nahm Ahmadi an einer Demonstration vor dem iranischen Konsulat in Frankfurt am Main teil. Er wollte sich mit seinen Landsleuten solidarisieren, da Proteste im Iran unter Inkaufnahme großer Opferzahlen blutig beendet wurden.

Etwa zehn Tage nach der Demonstration machten Unbekannte im Iran das Elternhaus Ahmadis ausfindig, um seine Eltern einzuschüchtern. Durch Filmaufnahmen der Demonstration hatte man Hossein Ahmadi erkannt.

Weitere Infos zu Menschenrechten in aller Welt: http://www.igfm.de


Viele US-Bundesstaaten bieten Impf-Lotterie

Der deutschsprachige Blog 1600 Penn, der sich auf Infos und Anaylsen zur amerikanischen Politik spezialisiert hat, informiert derzeit darüber, daß sich in den USA allmählich verstärkt eine Impfskeptische Haltung ausbreitet. Teils führt der Autor dies auf die sinkenden Infiziertenzahlen zurück, teils auf wachsende Bedenken von Bürgern hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen oder gesundheitliche Abwägungen.

Außerdem berichtet der Verfasser, um die eigene Bevölkerung zum Impfen zu motivieren, seien viele Bundesstaten „erfinderisch“ geworden und hätten eine Art Impf-Lotterie gestartet:

Jede Person, die sich impfen lässt, hat somit Chancen auf einen zumeist attraktiven Gewinn. In der Verlosung sind Geldgewinne (Hauptgewinn z.B. $1 Million), ein Jahr kostenlose Lebensmittel, Angellizenzen, Waffen, Autos oder auch Stipendien für das College.

Nach Einführung einer solchen Lotterie stieg in Ohio im Mai die Impfbereitschaft um 45 Prozent, insbesondere junge US-Amerikaner ließen sich immunisieren. Kalifornien gibt derweil den höchsten Wert an Prämien aus: Preise im Gesamtwert von $165,5 Millionen werden ausgeschüttet.“

Quelle für die Zitate: https://blog1600penn.com/2021/06/29/die-grenzen-der-pandemiebekaempfung/

Info-Hinweis: Grüne und FDP-Liberale schlagen auch bereits Anreize durch Belohnungsmethoden vor, um der zunehmenden Impf-Müdigkeit entgegenzuwirken: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/125165/Absage-von-Impfterminen-FDP-und-Gruene-sehen-Handlungsbedarf


Evangelikaler ABC kritisiert Beihilfe zur Selbsttötung: Kirche soll Klarheit schaffen

Der bayerische Diakoniepräsident Michael Bammessel hat dafür geworben, das christliche Verständnis der Würde des Menschen auch in die Debatte um Beihilfe zur Selbsttötung einzubringen.

Maßgeblich sei für ihn das so genannte „Kronenkreuz“ der Diakonie, also die Verbindung von Kreuz und Krone: Auch in Menschen, die schweres Leid tragen, leuchte durch Christus der Glanz Gottes.

Kein Leben sei daher wertlos: „Deshalb können wir als Diakonie auch nicht Herr über Leben und Tod spielen“, betonte Bammessel (siehe Foto) bei einer Veranstaltung des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern (ABC) im mittelfränkischen Gunzenhausen.

Gerade auch im größten Leid gehe es darum, die Würde des Menschen zum Leuchten zu bringen. Vor diesem Hintergrund sei es für ihn undenkbar, dass diakonische Einrichtungen Beihilfe zur Selbsttötung anböten.

Eine Debatte dazu hatten mehrere evangelische Theologien, darunter der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, angestoßen. Bammessel äußerte Verständnis für die aufgeworfenen Fragen, da in diakonischen Einrichtungen auch Menschen mit Einstellungen betreut würden, die er selbst nicht teile: „Auch sie verdienen unseren Respekt und unsere Begleitung.“

Er könne sich beispielsweise nicht vorstellen, einem Suizid-Willigen ein Gebet zu verweigern. Es wäre auch fatal, so Bammessel, wenn Menschen den Eindruck gewönnen, man könne über das Thema Sterben nicht mit Kirchenvertretern reden, weil sie kein Verständnis für die Angst vor einem womöglich qualvollen Sterben hätten.

Auch Professor Ralf Frisch (siehe Foto) von der Evangelischen Hochschule Nürnberg warnte vor einer Art Besserwisserei, die den Gesprächsfaden zu schnell abreißen lasse. Damit sei aber nicht der Verzicht auf eine dezidiert christliche Position gemeint, so Frisch, der den Selbstbestimmungsbegriff des Sterbehilfe-Urteils des Bundesverfassungsgerichts einer deutlichen Kritik unterzog:

„Christen können nicht für eine Selbstbestimmung stehen, die den Menschen nicht vor seiner Selbstzerstörung schützt. Christen stehen vielmehr für einen ‚Paternalismus‘ im besten Sinn des Wortes. Unsere Selbstbestimmung steht letztlich nicht in unseren Händen, sondern in den Händen Gottes, des Vaters. Wenn Gott in den Raum des Sterben-Wollens und des Um-das-Leben-Ringens eintritt, dann verändert sich etwas, vielleicht sogar alles.“

Evangelische Ethik und Seelsorge sollten gerade beim Thema des assistierten Suizids den Mut haben, Gott zur Sprache zu bringen. Beim Gedanken, dass der assistierte Suizid – wie von einzelnen Theologen vorgeschlagen – zu einer Art Kasualie (kirchlichem Ritual) werde, grusele ihn hingegen.

Uwe Heimowski (siehe Foto), der Politik-Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz, erinnerte an die Ernsthaftigkeit der Debatte im Bundestag, als dieser 2015 gewerbsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung unter Strafe stellte.

Er hoffe, dass in der kommenden Legislaturperiode genauso intensiv über eine Neuregelung diskutiert werde, nachdem das Bundesverfassungsgericht das Gesetz im Februar 2020 unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht für verfassungswidrig erklärt hatte: Das Recht auf selbstbestimmtes Leben beinhalte, so die Karlsruher Richter, auch das Recht auf Sterbehilfe.

Diese Entscheidung sei ein klarer Bruch mit der bisherigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, kritisierte ABC-Sprecher Hans-Joachim Vieweger (siehe Foto).

Karlsruhe habe eine Art Grundrecht zum Suizid postuliert, das nicht einmal auf schwere oder unheilbare Krankheitszustände oder bestimmte Lebens- und Krankheitsphasen beschränkt sei. Hier werde Autonomie zum Maßstab aller Dinge gemacht: „Da dürfen wir als Kirche nicht mal den kleinen Finger reichen“, so Vieweger.

Auch der ABC-Vorsitzende Till Roth riet zu Klarheit. Man könne nicht aus Sorge, wie kirchliches Handeln in einer säkularen Gesellschaft ankomme, auf biblische Wahrheit verzichten. Sowohl das Evangelium als auch die Gebote Gottes seien zu predigen – und damit auch die göttlichen Maßstäbe für ein gutes und gottgefälliges Leben.

Text und Fotos: Pressemitteilung des ABC


Mädchen in Wien vergewaltigt und ermordet – zwei junge Afghanen festgenommen

Die Polizei in Wien hat zwei Afghanen festgenommen, die eine 13jährige getötet haben sollen. Die beiden 16 und 18 Jahre alten Asylbewerber sind bereits polizeibekannt, teilte die Polizei mit.

Bisherige Obduktionsergebnisse deuteten darauf hin, daß das Opfer unter Drogen gesetzt wurde, um es sexuell gefügig zu machen. Das Mädchen sei mißbraucht und erstickt worden, sagte Polizeipräsident Gerhard Pürstl. Ob es weitere Tatverdächtige gebe, werde derzeit noch geprüft.

Die Leiche des Mädchens war am frühen Samstag morgen auf einem Grünstreifen in der österreichischen Hauptstadt gefunden worden. Das Opfer habe die mutmaßlichen Täter gekannt.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kündigte an, sollte es sich bei den beiden Asylbewerbern um die Täter handeln, würden sie nach Afghanistan abgeschoben. Der ältere der beiden mutmaßlichen Mörder habe wegen Vorstrafen bereits seinen Schutzstatus verloren. Jedoch laufe derzeit noch ein Verfahren, da er dagegen geklagt habe.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2021/wien-afghanen-mordverdachts/


Benedikt XVI. ist seit 70 Jahren Priester – Papst Franziskus gratuliert und dankt ihm

Vor genau siebzig Jahren wurde Joseph Ratzinger zum Priester geweiht – ein Grund zum Feiern für den emeritierten Papst Benedikt XVI.

Zu den Gratulanten gehörte am heutigen Dienstag auch Papst Franziskus.

„Heute feiern wir ein Jubiläum, das uns allen ans Herz rührt“, sagte er nach seinem Angelusgebet am Petersplatz.

BILD: Pfarrer Bernhard Schweiger (rechts) wurde gemeinsam mit Joseph Ratzinger zum Priester geweiht – hier überreicht er ihm ein bioethisches Buch seiner Verwandten, unserer Autorin Dr. Edith Breburda

Beifall kam auf, als Papst Franziskus an die Priesterweihe für seinen Vorgänger erinnerte:

Dir, Benedikt, lieber Vater und Bruder, gilt unsere Zuneigung, unsere Dankbarkeit und unsere Nähe. Er lebt im Kloster – einem Ort, der für die Präsenz von kontemplativen Gemeinschaften hier im Vatikan eingerichtet wurde, damit sie für die Kirche beten.

Jetzt ist er der Kontemplative des Vatikans – er verbringt sein Leben damit, für die Kirche und das Bistum Rom, dessen emeritierter Bischof er ist, zu beten.“

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2021-06/papst-benedikt-xvi-franziskus-jubilaeum-70-jahre-priester.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Kritische Anmerkungen zum Charismatismus

Von Pater Dr. Martin Lugmayr

Im Hinblick auf das diesjährige Pfingstfestival in Salzburg sagte Georg Mayr-Melnhof, der Gründer der Loretto-Gemeinschaft, dass die eingeladenen 470 Leiter zur Vorbereitung das Buch „Wahre Geschichten und Wunder der Azusa Street“ lesen sollten.

Gegen Ende des Interviews betont er, „dass sich viele danach sehnen, dass Gott das, was er bei Azusa tat, jetzt wieder tut“ (DT vom 20. Mai 2021, S.15).

Was geschah damals im Jahre 1906?

Der Prediger William J. Seymour wollte in Los Angeles in kleinen Treffen, die in der Azusa-Street stattfanden, ganz neu sich dem Wirken des Geistes öffnen. Auf diesen Weg brachte ihn sein Lehrer Charles Fox Parham, der in der amerikanischen Heiligungsbewegung tätig war.

Folgende Ereignisse werden aus der Azusa-Street berichtet:

Menschen beteten laut chaotisch und ungeordnet, sprangen im Raum herum, fingen krampfhaft zu weinen oder zu lachen an, riefen unverständliche Laute aus, fielen wie ohnmächtig zu Boden.

Heute würde wohl niemand mehr davon berichten, wenn nicht Seymour am 14. April 1906 ein Zorngericht Gottes angekündigte hätte, das die Erde erbeben lassen würde. Tatsächlich erschütterte vier Tage später ein starkes Erdbeben die in der Nähe gelegene Stadt San Francisco: über 3000 Menschen starben, mehr als die Hälfte der Einwohner (etwa 225.000 von 400.000) wurden obdachlos.

Wegen dieses Zusammentreffens strömten jetzt viele Menschen in die Azusa-Street, ließen sich ganz auf die dortigen Vorgänge ein, die sie als vom Heiligen Geist bewirkt ansahen.

Im selben Jahr wurde eine Zeitschrift namens „Apostolic Faith“ (Apostolischer Glaube) mit einer Erstauflage von 5000 Exemplaren gegründet, ein halbes Jahr später waren es bereits 40.000, die in den USA und weltweit verbreitet wurden.

Die erste Nummer, die im September 1906 erschien, hatte den Titel: „Pentecost Has Come!“ (Pfingsten ist gekommen!). Als die Praktiken von Azusa 1907 auch nach Deutschland importiert wurden, führte dies zu großen Spannungen innerhalb der pietistischen „Gemeinschaftsbewegung“.

Zur Berliner Erklärung von 1909

Zur Spaltung kam es am 15. September 1909 mit der „Berliner Erklärung“, in der sich 56 Leiter von der neuen Bewegung distanzierten:

„Die sogenannte Pfingstbewegung ist nicht von oben, sondern von unten; sie hat viele Erscheinun­gen mit dem Spiritismus gemein. (…) Der Geist in dieser Bewegung bringt geistige und körperliche Machtwirkungen hervor; dennoch ist es ein falscher Geist. Er hat sich als ein solcher entlarvt.

Die hässlichen Erscheinungen, wie Hinstür­zen, Gesichtszuckungen, Zittern, Schreien, widerliches, lautes Lachen usw. treten auch diesmal in Versammlungen auf. Wir lassen dahingestellt, wie viel davon dämonisch, wieviel hysterisch oder seelisch ist – gottgewirkt sind solche Erscheinungen nicht. (…)

Wir glauben, dass es nur ein Pfingsten gegeben hat, Apostelgeschichte 2. Wir glauben an den Heili­gen Geist, welcher in der Gemeinde Jesu bleiben wird in Ewigkeit, vgl. Joh. 14, 16. Wir sind dar­über klar, dass die Gemeinde Gottes immer wieder erneute Gnadenheimsuchungen des Heiligen Geistes erhalten hat und bedarf. Jedem einzelnen Gläubigen gilt die Mahnung des Apostels: „Wer­det voll Geistes!“ (Epheser 5,18).

Der Weg dazu ist und bleibt völlige Gemeinschaft mit dem gekreu­zigten, auferstandenen und erhöhten Herrn. In Ihm wohnt die Fülle der Gottheit leibhaftig, aus der wir nehmen Gnade um Gnade. Wir erwarten nicht ein neues Pfingsten; wir warten auf den wieder­kommenden Herrn“.

Dieser Text, nur drei Jahre nach den Ereignissen von Los Angeles verfasst, hat nichts an Aktualität verloren.

Übrigens kam es auch in der Azusa-Street selbst bald zu Auseinandersetzungen und Spaltungen. Es entstanden unzählige Gemeinschaften, die weder theologisch noch in der Praxis eins sind.

Zu den Phänomenen von Toronto

In den 1990iger Jahren begannen in Toronto ähnliche Phänomene, die in Form des „Toron­to-Segens“ in die Welt hinausgetragen wurden. Zu den Vorfällen der Azusa-Street kamen noch hinzu das Ausstoßen tieri­scher Laute wie Brüllen, Knurren und Wolfsgeheul, krampfartiges Zucken und Zittern am ganzen Leib, schnelles Hin- und Herbewegen des Kopfes, Umfallen (gedeutet als „Ruhen im Geist“) und ein der Trunkenheit ähnlicher, tranceartiger Bewusstseinszustand.

Auch diese Vorkommnisse wurden unmittelbar mit dem Heiligen Geist in Verbindung gebracht und als Vorboten von großen Wundern gedeutet, in deren Folge viele Men­schen zum Glauben kommen würden.

Noch ein weiteres Zeichen des Pentekostalismus soll erwähnt werden, das ebenfalls direkt dem Wirken des Heiligen Geistes zugeschrieben wird, nämlich Wohlstand innerhalb einer Vision des Sieges bereits im Diesseits.

Solche Gruppierungen heißen z.B. „Victory Bible Church‟, „Jesus Breakthrough Assembly‟ oder „Tri­umphant Christian Centre‟. In den Versammlungen werden Themen behandelt wie „Ein Leben im Über­fluss‟ oder „Der Schritt zur Größe‟.

In Nigeria wurde von David Oyedepo im Jahre 1983 die „Winner’s Chapel“ gegründet. 2013 hatte diese bereits  6.000 Ableger in Nigeria, 700 in anderen afrikanischen Län­dern und 30 in Europa. Die Mutterkirche am Stadtrand von Lagos hat über 54.000 Sitzplätze. David Oyedepo soll ein Vermögen von über 150 Millionen US-Dollar besitzen.

Sein Rezept zum Erfolg: Die Abführung des Zehnten und Ga­ben an Gott (letztendlich an seinen Vertreter Oyedepo). Und so wie er Erfolg hat, werden auch seine Anhänger erfolgreich sein. Seine Aussprüche gelten als „prophetische und göttli­che Aussprü­che“.

Was geschah an Pfingsten wirklich?

Führen sich alle diese Bewegungen zu Recht auf Pfingsten zurück? Was geschah eigentlich zu Pfingsten? Welche Gaben (Charismen) sind in der Heiligen Schrift bezeugt? Wie werden sie beurteilt?

In der Apostelgeschichte lesen wir:

„Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“ (Apg 2,4). Das Zeichen waren eben nicht unverständliche Laute, Geschrei u.ä., sondern echte Sprachen. Daher sagten auch die Menschen: „Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören“ (Apg 2,8) und der Inhalt waren die Großtaten Gottes, sein Heilswirken (Apg 2,11). Kurz: verständliche Sprachen, verständlicher Inhalt.

Nun erwähnt der hl. Paulus im 1.Korintherbrief das davon völlig verschiedene „Zungenreden“. Von einem Menschen, der dieses ausübt, sagt Paulus: „Keiner versteht ihn“ (1 Kor 14,2) – also ganz anders als zu Pfingsten! Paulus vergleicht das „Zungenreden“ mit dem Spielen unklarer Töne, um dann die Korinther direkt anzusprechen: „So ist es auch mit euch, wenn ihr in Zungen redet, aber kein verständliches Wort hervorbringt. Wer soll dann das Gesprochene verstehen? Ihr redet nur in den Wind“ (1 Kor 14,9).

„Wenn also die ganze Gemeinde sich versammelt und alle in Zungen reden und es kommen Unkundige oder Ungläubige herein, werden sie dann nicht sagen: Ihr seid verrückt?“ (1 Kor 14,23).

Aus diesem Grund erlaubt Paulus bei Zusammenkünften nur das Zungenreden mit Übersetzung – und es dürfen nur zwei Personen sein, höchstens drei (vgl. 1 Kor 14,27). Paulus greift also mit Autorität ein, ebenso bei den prophetisch Begabten (vgl. 1 Kor 14,29).

Er erwartet, dass diese Menschen sich an seine Anweisungen halten, also nicht sich vor anderen hervortun und sagen: „Ich bin prophetisch begabt, also lasst mich reden“. Das weist Paulus ausdrücklich mit der Begründung zurück: „Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens“ (1 Kor 14,33).

Ganz eindeutig darf in den Versammlungen der Christen nicht etwas Unverständliches wie das „Zungenreden“ sich verselbständigen, das übrigens von Paulus in 1 Kor 12 wie auch in Röm 12 als letzte der Gaben genannt wird (zusammen mit dem Übersetzen). In allen anderen Briefen wird es überhaupt nicht erwähnt.

Jedenfalls ist in der Heiligen Schrift „im Zusammenhang mit dem Heiligen Geist nirgends die Rede von massenweisem Umfallen, tierischen Lauten, Schreien, Gelächter und Verlust der Selbstkontrolle“ (Andrea Strübind).

Vom Geist der Besonnenheit

Der letzte Punkt ist sehr wichtig. Die Heilige Schrift bezeugt in 2 Tim 1,7, dass der von Gott geschenkte Geist ein „Geist der Besonnenheit und Selbstbeherrschung“ ist. Von daher fällt auf, dass Paulus mehrere Gaben erwähnt, die mit dem Verstand in Beziehung stehen, nämlich die Gaben „Weisheit mitzuteilen“, „Erkenntnis zu vermitteln“, „die Geister zu unterscheiden“ (1 Kor 12).

Und es gilt von diesen wie anderen Gaben (wie der Krankenheilung, der Glaubenskraft): Jedem wir sie „geschenkt, damit sie anderen nützt“ (1 Kor 12,7). Alles soll dem Aufbau der Kirche dienen, die der Leib Christi ist (vgl. Röm 12,4-8).

Und Paulus will den Gläubigen noch einen Weg über alle Gaben hinaus zeigen:

„Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts“ (1 Kor 13,1-3).

Für jeden ist letztlich entscheidend, ob er die Liebe hat. Von dieser gilt:

„Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand“ (1 Kor 13, 4-7).

Die Liebe ist das Entscheidende, weil der Heilige Geist selbst die Liebe in Person ist, die in der Trinität den Vater und den Sohn verbindet.

In der Kirche, dem Leib Christi, schenkt der Heilige Geist grundlegende Gaben, damit jeder sich mit der Heilswirken Christi verbinden und je mehr eine Antwort der Liebe geben kann:

Das Leben der Gnade, welches vom hl.Thomas von Aquin als „Gegenwart des Heiligen Geistes“ bezeichnet wird; Glaube, Hoffnung, Liebe; vertrauensvolles Gebet; Christusbegegnung in den Sakramenten; die Ämter der Kirche, welche die Einheit im Glauben, in den Sakramenten und in der kirchlichen Gemeinschaft sicherstellen.

Der Heilige Geist führt nie zu einer Geist-Kirche, sondern er führt zu Christus und seiner Kirche, die auf dem Fundament der Apostel, besonders auf dem Fundament des Petrus ruht (vgl. Mt 16,18; 18,18). Und diese Kirche wurde zu Pfingsten den Menschen offenbar.


Kuba: Junge Künstler protestieren gegen die kommunistische Diktatur

Durch immer neue Verhaftungen von regimekritischen Künstlern will Kubas Staatsführung jede Kritik aus der Kunstszene ersticken, erklärt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Am 26. Juni 2021 verhaftete die politische Polizei den Künstler Hamlet Lavastida und hielt ihn für 12 Stunden in Einzelhaft fest. Seither sitzt Lavastida in Untersuchungshaft in der „Villa Marista“, dem berüchtigten Geheimdienst-Gefängnis in Havanna.

Sein Vergehen: Der Künstler hatte die Freilassung eines anderen kubanischen Künstlers bei einer Veranstaltung in Berlin gefordert.

Die Inhaftierung von Lavastida folgt einem systematischen Muster der Unterdrückung.

Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM erklärt dazu:

„Die kubanische Führung fürchtet die stetig wachsende Demokratiebewegung. Deswegen sitzen so viele Bürgerrechtler im Gefängnis. Die Zahl der politischen Gefangenen hat sich unter der Führung des neuen Machthabers Miguel Díaz-Canel noch vergrößert.

Díaz-Canel hat aber auch ein Problem mit der immer lauter werdenden Regimekritik durch die kritische Intelligenz. Schriftsteller, Musiker, bildende Künstler und unabhängige Journalisten opponieren gegen die totalitäre Staatsführung“.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Kuba


Linkspartei will Wagenknecht ausschließen

Die Landesschiedskommission der Linkspartei in NRW hat die Ausschlußanträge gegen Sahra Wagenknecht zugelassen.

Mehrere Mitglieder hatten gefordert, Wagenknecht, die als Spitzenkandidatin der NRW-Linken in den Bundestagswahlkampf zieht, aus der Partei auszuschließen.

Hintergrund ist ihr Buch „Die Selbstgerechten“, in dem die Politikerin das linksliberale Milieu kritisiert. Damit habe Wagenknecht der Partei schweren Schaden zugefügt, argumentierten ihre Gegner.

Wagenknecht reagierte gelassen auf das nun anstehende Verfahren und verwies auf die in ihrem Buch thematisierte Cancel Culture.

„Einige scheinen großen Wert darauf zu legen, meine Thesen durch ihr Vorgehen zu bestätigen. Allerdings sind das Einzelne, von weit mehr Linke-Mitgliedern und -Wählern bekomme ich gerade Unterstützung und Solidarität“, sagte sie der Welt.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/linkspartei-parteiausschluss-wagenknecht/