„Jesuskind“-Visionen in Sievernich fordern zu Sühnegebeten am 11. Juni 2021 auf

Von Felizitas Küble

Der katholische Publizist und Historiker Michael Hesemann betätigt sich seit Jahrzehnten als Sprachrohr angeblicher Erscheinungen und wundersamer Mirakel – ob es dabei um die kirchlich abgelehnten, einstigen Phänomene von Heroldsbach geht oder um etwas ungewöhnliche Wolkenbildungen, die flugs als Madonnenfigur gedeutet werden usw.

Nun hat der Autor am heutigen Tage (9. Juni) auf dem charismatisch bewegten Portal „Kath.net“ ein besonders dringliches Anliegen vermeldet, denn es geht ihm in seinem Artikel um einen Gebetsaufruf der „Seherin“ Manuela Strack aus Sievernich, die seit über 20 Jahren übernatürlicher Gnaden gewürdigt wird (glaubt man ihrer Fangemeinde).

Dazu heißt es im Hesemann-Bericht, die „Christuserscheinungen“ in der Voreifel-Gemeinde „dauern an“.

Es wird zwar erwähnt, daß Christus der Visionärin „in Gestalt des Prager Jesuskindes“ erscheint, allerdings wird wohlweislich nicht dazugeschrieben, daß Manuela das Christkind in einer Hostie schaut. Wie bereits früher hier im CF klargestellt, handelt es sich dabei von vornherein um ein – gelinde gesagt – merkwürdiges Phänomen:

Warum sollte denn unser Erlöser ausgerechnet im Sakrament des Altares, in dem ER als das „Lamm Gottes“ gegenwärtig ist – somit als der Geopferte und verklärte Auferstandene, so wie ER heute im Himmel lebt – in Form eines kleinen Kindes erscheinen? – Der theologische Unsinn einer solchen Schau ist offenkundig für jeden, der katholisch noch bis drei zählen kann.

BILD: Eines der Bücher über die Phänomene von Sievernich: „Alle Nationen rufe ich zu mir!“

Nun zurück zu dem besonderen Sühneanliegen für den 11. Juni 2021. Die Seherin hatte – so Hesemann – am 13. Mai „während der Eucharistischen Anbetung eine erneute Christuserscheinung“.

Später habe sie „die Worte des Herrn“ notiert, darunter folgende: „Liebt das Gebet der Wiedergutmachung; denn in diesen Tagen wurde gegen den Vater im Himmel gesündigt.“ – Dabei soll es um jene Homopaar-Segnungen gehen, die einige Tage zuvor in etlichen Kirchen abgehalten wurden.

Wir wissen auch ohne Jesuskind-Visionen allein schon aufgrund der Heiligen Schrift und der kirchlichen Lehre, daß derlei Praktiken abzulehnen sind. Aber wer vom Glauben zum Aberglauben“ fortschreitet“, braucht hierfür vielleicht auch noch eine himmlische „Botschaft“ aus Sievernich.

Es stellt sich ohnehin die Frage, warum denn nur „in diesen Tagen“ gegen Gott „gesündigt“ worden sein soll. Dies ist in Wirklichkeit seit Adam und Eva der Fall und wird sich aufgrund der Erbsünde und ihren Folgen auch nicht ändern.

Nach dem in derlei Visionen üblichen Lamentos (z.B. „Wie wird Mir Meine Liebe vergolten?“) wünscht sich der Erscheinungs-„Jesus“ für den 11. Juni ein weiteres „Gebet der Wiedergutmachung“: „Seht, mit eurem Beten und Opfern erreicht ihr das Erbarmen des Ewigen Vaters.“

Es sind wieder einmal die speziellen „Sühneseelen“, die den Himmel besänftigen – obwohl Katholiken wissen müßten, daß bei aller Wichtigkeit persönlicher Gebete der Gläubigen vor allem die heilige Messe ein besonders wirksames Heilsmittel der Kirche ist.

Weiter heißt es: „Betet und leistet Sühne! Dass Ich zu euch spreche, ist ein Akt Meiner Barmherzigkeit; denn Ich will euch nicht verloren sehen, sondern erretten.“

Hat Christus etwa nicht seit 2000 Jahren durch Bibel und apostolische Tradition zu uns „gesprochen“? – Weiß der Verfasser nicht, daß die Offenbarung Gottes – laut amtlicher kirchlicher Lehre – mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist?!

Abschließend schreibt Hesemann, in der „größten Krise“ unserer Kirche in Deutschland „seit der Reformation“ bekämen diese Botschaften eine „ganz eigene Brisanz“, denn nichts könne sie mehr retten „als Gottes Barmherzigkeit“.

Von daher sei es auf jeden Fall „notwendig“ (!), auch dem himmlischen Aufruf zum Wiedergutmachungs-Gebet am 11. Juni „Beachtung zu schenken„, denn – so der Autor – „nichts befreit und heilt uns alle mehr als das Gebet.“

Welcher gläubige Leser mag solch einem frommen Ansinnen widersprechen?!

Allerdings sollte noch bedacht werden, daß unser Beten durchaus frei gewählt werden kann und nicht auf Zuruf einer (noch dazu kirchlich nicht anerkannten) „Erscheinung“ auf ein bestimmtes Datum hin erfolgen muß.

Zudem ist es mit dem Gebet allein nicht getan, das gilt auch für „Sühnegebete“. Zum echten Glauben gehören auch gute Werke, Nächstenliebe, die Einhaltung der göttlichen Gebote und ein Leben aus den Sakramenten der Kirche.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


23 Kommentare on “„Jesuskind“-Visionen in Sievernich fordern zu Sühnegebeten am 11. Juni 2021 auf”

  1. Ursula Kempe sagt:

    Der Fürst dieser Welt, will genau dieses, ich meine Unruhe stiften….
    Die Zeit könnte man auch für das Gebet benützen und es wäre „Hilfeicher“

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  2. Dagmar Schnettke sagt:

    Herr Hesemann hat allerdings auch Verdienste mit seinen Beiträgen zur Ehrenrettung Pius‘ XII und dann allgemein zu Themen wie dem Fall Galilei. Das darf man nicht vergessen.

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  3. dorrotee sagt:

    Diesen Aufrufen zum Gebet am 11. Juni dient nur der weiteren Bekanntmachung von Sievenich.
    So etwas könnte dahinter stecken.

    Betet allezeit.
    Besonders die Hl. Messe ist kraftvoll.

    Es bedarf keiner extra Sievenich-Botschaft. Immer dasselbe aus diesen nicht anerkannten Pilgerstätten.

    Vielen Dank für den aufklärenden Artikel.

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  4. "GsJC" sagt:

    Wer an Garabandal glaubt, der muss von der Existenz Außerirdischer überzeugt sein. Unglaube führt in dieser Szene sehr schnell zum Ausschluss. Entweder man nimmt jeden Unsinn bedingungslos an und lässt sich verschaukeln – oder man ist draußen.

    „THERE EXIST INTELLIGENT BEINGS
    ELSEWHERE THAN ON THE EARTH“ . . .

    Days after, Conchita, again in ecstasy, was heard asking her Vision if these mysterious beings are like us, sinners? – „They are like men, tainted alike by sin, but also redeemed by Christ just like men,“ was the new astonishing answer!

    http://whatisgarabandal.blogspot.com/2010/09/thursday-december-20-1962-continued.html

    Übersetzung Google:

    Tage später hörte man Conchita, wieder in Ekstase, ihre Vision fragen, ob diese mysteriösen Wesen wie wir Sünder sind? – „Sie sind wie Menschen, gleich von Sünde befleckt, aber auch von Christus erlöst wie die Menschen“, lautete die neue erstaunliche Antwort!

    Der „Experte“ Glenn Hudson (Anhänger des Hammersegens, seit 1993 bestens mit Conchita bekannt) bestätigt die Nachfrage nach den Außerirdischen in dem von ihm moderierten Forum im Juli 2019 ebenfalls:

    https://motheofgod.com/threads/garabandal-info-answers.11105/page-106#post-252404

    „Sievernich“ ist eine billige Kopie des unterirdischen Unsinns aus Medjugorje.

    MfG

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    • "GsJC" sagt:

      „Garabandal und die außerirdischen Unterirdischen!“

      sollte es in Zukunft zu einem Kontakt mit den erlösten Außerirdischen kommen, wäre es interessant zu wissen, ob sie die Geschichte vom Klapperstorch, der die kleinen Kinder bringt, auch kennen.
      Interessanter ist die Frage, ob sich die Erscheinungsszene dort ebenso entwickelt hat, mit einem Garabandal und einer „Conchita“ vom Planeten X.

      Vielleicht sind die erlösten Bewohner des Planeten X auch zweihundert Jahre weiter, kennen die 10 Geheimnisse aus Medjugorje, haben die „WARNUNG“ und das „WUNDER“ bereits hinter sich und leben in einem Friedensreich unter Papst Friedolin II.

      Das würde eine zukünftige Kontaktaufnahme problematisch gestalten, da den außerirdischen Besuchern die Geheimnisse bereits bekannt wären, auf deren Enthüllung die hiesige Szene noch angespannt wartet. Da gibt es im Vorfeld der Kontaktaufnahme einiges zu regeln, bevor die Außerirdischen unbedacht das Datum des „WUNDERS“ ausplaudern, welches bei ihnen bereits stattgefunden hat.

      MfG

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  5. nahkampfhase sagt:

    Ich halte es sowieso für unlogisch, das Jesus heute noch in Kindsgestalt erscheint.

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  6. mk sagt:

    Eigentlich braucht es die „Erscheinungen“ in Sievernich doch gar nicht. Ich habe auch Erscheinungsorte besucht; war 1 Mal in Lourdes und öfters, da nicht allzu weit entfernt, in Banneux. Maria zugeschriebene Worte an Bernadette: Buße, Buße, Buße. Beten Sie zu Gott für die Sünder. Und in Banneux sagte sie 3 mal zu Mariette Beco: Betet viel! Damit ist doch eigentlich alles gesagt. Einfach und schlicht, ohne großes Tohuwabohu drumherum.

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  7. Onkel Guido sagt:

    Ach der Ufologe Hesemann es ist beängstigend das so jemand als Apologet in konservativ katholischen Kreisen tätig ist

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    • Guten Tag,
      man muß Hesemann aber fairneßhalber zugutehalten, daß er sich von seinen früheren UFO-Aktivitäten abgewandt hat.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

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      • Holger Jahndel sagt:

        Zur Ufo-Thematik siehe auch David Hatcher Childress und den Anthropologen James DeMeo nach dem Psychologen Wilhelm Reich.

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      • Astrid Frings-Jever sagt:

        Dr. Hesemann hatte aber ganz gut daran verdient, könnte man meinen.
        Seine Logik, seine scheinbar wissenschaftlichen Konstrukte – diese ganze obstruse Denkweise hat er aber ins katholische Lager übernommen.
        Die Ufologie ist bei ihm keine Jugendsünde aus der Studienzeit, das hat er ziemlich lange betrieben.
        Diesmal ist es wieder offensichtlicher Unsinn, was er zusammenträgt und was jetzt katholisch ummäntelt wird.

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      • Onkel Guido sagt:

        hat er das irgenwo in einem Buch oder so getan?
        das wäre mir entgangen, ich konnte nur festellen, daß seine Ergüsse jetzt andere Themen und Fans haben

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      • Guten Tag,
        er hat sich jedenfalls hier in Leserkommentaren von seinen früheren UFO-Ansichten distanziert.
        Auf welchem Wege sonst noch, das weiß ich nicht.
        Bei mir entsteht aber auch der Eindruck, als habe er seine Sehnsucht nach dem Phantastischen nicht aufgegeben, sondern gleichsam von den UFOS auf Erscheinungen „verlagert“, also die Fixierung auf das Außergewöhnliche ist geblieben, aber jetzt „auf katholisch“ gestrickt…
        Freundlichen Gruß
        Felizitas Küble

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      • Holger Jahndel sagt:

        Heute 17h: Öffentlicher Online-Vortrag über UFOs/UAPs an der Universität Würzburg

        UFOs, Forschung & Wissenschaft, Veranstaltungen & Termine

        Würzburg (Deutschland) – Schon seit Jahren arbeitet Prof. Hakan Kayal vom Lehrstuhl für Informatik VIII an der Universität Würzburg im Rahmen seiner Forschungsschwerpunkte auch zu UFOs bzw. deren Neubezeichnung UAPs. Am heutigen Donnerstag hält Professor Kayal aus aktuellem Anlass einen öffentlichen Online-Vortrag zum Thema „Unidentified Aerial Phenomena (UAP) – Bedeutung und aktuelle Lage“. weiterlesen…

        https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/heute-17h-online-vortrag-ueber-ufos-uaps-an-der-universitaet-wuerzburg20210610/

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