Der britische Philosoph Sir Karl Popper zur Frage der bestmöglichen Staatsform

“Es gibt eigentlich nur zwei Staatsformen: solche, in denen es möglich ist, die Regierung ohne Blutvergießen durch eine Abstimmung loszuwerden, und solche, in denen das nicht möglich ist.

Darauf kommt es an, nicht aber darauf, wie man diese Staatsform nennt. Gewöhnlich nennt man die erste Form ‘Demokratie’ und die zweite Form ‘Diktatur’ oder ‘Tyrannei’. Das Entscheidende ist allein die Absetzbarkeit der Regierung ohne Blutvergießen.

Für diese Absetzbarkeit gibt es verschiedene Methoden. Die beste Methode ist die einer Abstimmung: Eine Neuwahl oder ein Votum in einem gewählten Parlament kann die Regierung stürzen. Darauf kommt es an.

Es ist eher falsch, wenn man die Betonung auf die Frage legt (wie es von Platon bis Marx und auch später immer wieder getan wurde): ‘Wer soll regieren? Das Volk (der Pöbel) oder die wenigen Besten? Die (guten) Arbeiter oder die (bösen) Kapitalisten? Die Mehrheit oder die Minderheit? Die Partei von links oder die Partei von rechts oder die Partei der Mitte?’

All diese Fragen sind falsch gestellt. Denn es kommt nicht darauf an, wer regiert, solange man die Regierung ohne Blutvergießen loswerden kann. Jede Regierung, die man wieder loswerden kann, hat einen starken Anreiz, sich so zu verhalten, dass man mit ihr zufrieden ist. Und dieser Anreiz fällt weg, wenn die Regierung weiß, dass man sie nicht so leicht loswerden kann.

Quelle: https://sciencefiles.org/2020/06/08/zeitalter-der-dummen-herrschaft-des-strasenmobs/


2 Kommentare on “Der britische Philosoph Sir Karl Popper zur Frage der bestmöglichen Staatsform”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Zeit-Fragen Magazin aus der Schweiz zu direkter Demokratie und starkem Föderalismus

    http://www.zeit-fragen.ch

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  2. Anonymous sagt:

    Das heißt also, dass man in einer Diktatur lebt, wenn die Regierung (und ihre Unterstützer, so wie hier in der gegenwärtigen BDR) vor allem mit Gehirnwäsche, üblen Tricks (keinen Vizepräsidenten der größten Oppositionspartei) und Propaganda alles tut, um die (echte) Opposition auszuschalten, Kritiker mundtot zu machen oder/und gesellschaftlich zu ruinieren, ,,Querdenker“ kriminalisiert und unter Beobachtung stellt. Sir Karl Popper kennt anscheinend nicht die BRD, mit all den Möglichkeiten, eine Scheindemokratie vorzugaukeln, und dabei knallhart seine Macht zu verteidigen. Dafür müßte er durch die Schulung der FDJ gegangen sein oder in den 60ziger Jahren in FfM studiert haben.

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