Kath. Kirche in den USA: Junge Priester im Spannungsfeld von Gewissen und „Gehorsam“

Von Dr. Edith Breburda

Es gibt viele Pfarrer in den USA, darunter vor allem jüngere Geistliche, die theologisch konservativ denken oder sogar besonders der kirchlichen Tradition verbunden sind, etwa durch die Zelebration der überlieferten Messe.

Doch gerade dies ist es, was einige progressive Bischöfe erzürnt, vor allem, wenn diese Priester sich kritisch mit der Gender- und Abtreibungspolitik der Biden-Administration befassen oder skeptisch über die staatlich-kirchlichen Restriktionen im Gottesdienst äußern.

Solche engagierten Priester sind den zeitgeistlichen Oberhirten ein Dorn im Auge – und so bekommen diese meist jüngeren, unangepaßten Pfarrer womöglich einen Anruf von ihrem Oberhirten, der ihnen kurzerhand mitteilt, dass sie ihre Koffer packen sollen. Es bleiben ihnen nur wenige Tage, um ihr Pfarrhaus zu räumen. Was haben diese so rigide bestraften Diener Gottes verbrochen, fragt man sich...

Ein Paradebeispiel dafür ist Pfr. James Altman (siehe Foto). Er hatte bis zum 8. Juli 2021 seine Gemeinde im idyllischen La Crosse (US-Bundesstaat Wisconsin) zu verlassen – dort, wo Präsident Biden vor ein paar Tagen weilte, um sich unweit von Altmans Pfarrei eine Eiscreme zu kaufen. Was soll man auch anders in Milchland der USA konsumieren?

Der Präsident war bestimmt nicht gekommen, um den Wallfahrtsort von „Our Lady of Guadalupe“ aufzusuchen, den Kardinal Burke in der Stadt am Mississippi errichtet hatte, als er selbst noch Oberhirte der Diözese von La Crosse war, die dem Hl. Josef geweiht ist.

Ein berühmter Sohn des Bistums ist der von Papst Franziskus am 18. November 2017 selig gesprochene Kapuzinerpater Solanus Casey. Er widmte sein Leben den Gläubigen und wurde geliebt, weil es immer ein Ohr für sie hatte. Er verstand sie und teilte vollen Herzens ihre Sorgen, egal, zu welcher Zeit die Menschen bei ihm anklopften.

Der selige Pater Solanus demonstrierte, dass ein gewöhnlicher Mann aus dem Glauben heraus katholische Werte von Generation zu Generation weitergeben kann.

Dies ist ein Anliegen, welches gerade junge Priester in den USA inspiriert. Deshalb ist es für sie unverständlich, dass ihre Oberhirten sie fallen lassen, wenn sie versuchen, die Lehre der katholischen Kirche entschlossen zu verkündigen, sei es gelegen oder ungelegen.

Dabei hat Kardinal Leo Burke den wunderschönen Wallfahrtsort, „Our Lady of Guadalupe“ auch deshalb errichtet, um hierdurch der Ungeborenen zu gedenken. (Siehe das hier abgebildete Denkmal der Mutter mit den kleinen Säuglingen auf ihrem Arm im Park der Pilgerstätte.)

Und rufen nicht auch die Evangelikalen seit langem dazu auf, den Kindermord an den Ungeborenen zu beenden?! Sie sind es vor allem, die von einer lauen, schläfrigen Kirche sprechen, die es nicht wagt, gegen die heutigen verhängnisvollen Praktiken anzugehen.

Vehement prangern gläubige Christen an, dass ein Präsident, der nichts für das Lebensrecht der Ungeborenen tut, sondern dieses weiter unterhöhlt, ein Skandal auf zwei Beinen ist. Sie fordern, dass die Kirchenmänner tapfer auftreten und das Lebenrecht ohne Angstanfälle verteidigen.

Mutter Theresa sah bereits 1979 in ihrer Friedensnovelpreis-Rede die Abtreibung als den größten Zerstörer des Friedens an.

Es ist nicht verwunderlich, dass junge Geistliche dem Stillschweigen der liberalen Oberhirten Einhält gebieten und von der Kanzel aus das verurteilen, was viele ihre Mitbrüder um des lieben bzw. faulen Friedens willen tolerieren. Diese Priester, die nicht mit den Wölfen heulen, riskieren jedoch, durch ihre klaren Predigten von heute auf morgen von ihrem Priesteramt suspendiert zu werden.

Ein Anruf des Bischofs und Pfarrer Altman erging es wie so vielen seiner mutigen Mitbrüder, denen vorgehalten wird, sie würden mit ihrer klaren Linie „ihre Gemeinde spalten“. Dieser Vorwurf ist leicht bei der Hand, zumal wenn sich ein Priester in einer Predigt deutlich ausdrückt und dabei nicht jedes Wort vorher genau abwägt.

James Altman ist ein ausgebildeter Jurist, der 12 Jahre in seiner Kanzlei tätig war und danach Kirchenrecht studierte. Dank seiner Vorbildung weiß er vermutlich, wie er sich kirchenrechtlich verteidigen kann. Dem Vernehmen nach hat er Rekurs (Beschwerde) gegen seine Amtsenthebung in Rom eingelegt.

BILD: Die Kirche von La Crosse, der Pfarrgemeinde von Pfr. Altman

Nun kann er aber zusehen, was mit seinen 90-jährigen Eltern geschieht, die bei ihm im Pfarrhaus gewohnt haben. – Neben seiner riesengroßen Dogge müssen sie nun alle die Pfarrgemeinde verlassen.

Bischof William Patrick Callahan hat Pfarrer Altman mit der Amtsenthebng zugleich die Ausübung einiger priesterlichen Vollmachten entzogen. Er darf die Hl. Messe nur noch alleine (bzw. lediglich im Beisein der Eltern) feiern und erhielt ein Predigtverbot. Er darf keine Sakramente spenden und muss sich einer 30-tägigen Einkehr unterziehen, damit er sozusagen mit sich selbst ins reine kommt.

Er muss innerhalb der Diözese wohnhaft bleiben und sich regelmäßig mit dem Generalvikar treffen. Wenn der Priester den Auflagen nicht nachkommt, wird der Bischof weitere Sanktionen erteilen. (1)

Doch viele Gälubige im mittleren Westen der USA stehen auf und stellen sich hinter ihre gemaßregelten Priester. „Jemand, der Abtreibung duldet, kann keine Kommunion erhalten. Er gibt ein Ärgernis“, sagt Liz Yore zur Debatte um Biden; sie ist die Human Rights Anwältin, Aktivistin und Gründerin von „Yore Children.

„Katholiken haben genug von Regierungen, welche die Religionsfreiheit massiv beeinträchtigen. Genug ist genug, wir lassen uns das nicht mehr gefallen“, berichtet eine sichtlich erregte Dame in dem Video des Blogs Choosing-Him vom 7.7. 2021 (2)

Der amerikanische Bischof Joseph Strickland hat Pfarrer Altman inzwischen grundsätzlich verteidigt, seinen Kampf gegen Abtreibung gewürdigt, ihn aber zugleich aufgefordert, dem Bischof gegenüber gehorsam zu sein, weil das nun einmal die Pflicht eines Priesters sei. (3)

Quellenhinweise:

  1. https://www.complicitclergy.com/2021/07/08/breaking-bishop-callahan-cancels-fr-altman/
  2. https://choosing-him.blogspot.com/2021/07/brave-young-cadre-of-priests-fighting.html?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+choosing-him+%28……..Choosing-Him%29
  3. https://m.youtube.com/watch?v=yjk7AVuk0EA

14 Kommentare on “Kath. Kirche in den USA: Junge Priester im Spannungsfeld von Gewissen und „Gehorsam“”

  1. juetz sagt:

    Achso, vergessen:

    Diese „Kirche“ ist brandgefährlich, grade weil sie so harmlos auftritt, so verständlich in ihren Anliegen.
    Interessanterweise aber brauchen sie Rituale und sind den katholischen Ritualen zB, der Messe, spinnefeind und so überhaupt nicht tolerant und verurteilen aufs Schärfste die angebliche Vorherrschaft.
    Nanu?
    Ich dachte, Freiheit über alles?

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  2. juetz sagt:

    USA:
    https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/hail-satan–amerika-und-seine-satanisten-100.html

    „2019 wurde diese Vereinigung der Satanisten – The Satanic Church – als offizielle Religion anerkannt und kann nun Subventionen beantragen und ist von der Steuer befreit.

    Religionsfreiheit war vielleicht doch keine so gute Idee.

    Umso froher bin ich über diese jungen Priester.
    Und hoffentlich wird der Mißbrauch endlich lückenlos aufgeklärt und die Täter auch ihrer irdischen Strafe zugeführt. Und nicht wieder Täterschutz vor Opferschutz betrieben.
    Heisst: das verschärfte Kirchenrecht anwenden.

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  3. Kardinal Sarah: Diese Reform ist irreversibel

    https://gloria.tv/post/yJZgy8zSG8ce3hospRjY4jzg7

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  4. juetz sagt:

    Hoffentlich schwappt dann auch dieses rüber nach Deutschland, dass die Gläubigen hier aufstehen und sich hinter die Gott gehorsamen Priester stellen …
    Beten wir für die jungen Leute vor allem, die diesen schweren Weg eines Priester wählen und auch für uns, die wir Gott mehr gehorchen wollen als den Menschen und für Papst Franziskus… dass er richtig handelt ..
    Beten wir, dass wir so leben, dass man uns Liebe und Freude im Gehorsam abspürt und dass wir viel zu lachen haben … sozusagen, weil wir in IHM geborgen sind … Man kann nur herzhaft lachen, wenn man die Angst überwindet. Und ER sagt: Seid getrost, in der Welt habt ihr Angst, aber ich habe die Welt überwunden.

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  5. Marienzweig sagt:

    Es ist zutiefst schockierend, was Pfarrer Altman widerfährt und mit ihm auch anderen Priestern.
    Was ist an einem konservativem Pfarrer so schlimm, dass von Seiten eines Bischofs solche Geschütze aufgefahren werden?
    Und noch eine Frage:
    Was ist den Kirchenoberen wichtiger:
    Ihre angepasste, wenn nicht gar positive Haltung Präsident Biden und seiner pro-Abtreibungspolitik gegenüber –
    oder aber engagierte Priester, die Jesus Christus in ihrem Herzen tragen? Und ist dem zuständigen Bischof auch gleichgültig, wie verschreckt und verunsichert sich vermutlich Pfarrer Altmans sehr betagte Eltern fühlen müssen?

    Falls es stimmt, dass er Beschwerde gegen seine Amtsenthebung in Rom eingelegt hat, so hoffe ich, dass dies nicht erfolglos sein wird.
    Ausserdem wäre es ermutigend für Pfarrer Altman und die anderen konservativen Priester, könnten sie die Erfahrung machen, dass die Zahl der Gläubigen immer mehr zunimmt, die hinter ihnen stehen und dies auch offen kundtun.

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    • Bernhard sagt:

      Natürlich muss auch die andere Seite gehört werden. Es hat Fälle gegeben, wo solche aufrechte Priester doch bewusst provoziert haben bzw bewusst spalterisch aufgetreten sind.

      Wenn dieser Artikel Objektiv ist, dann ist dieser Vorgang in der Tat eine Schweinerei. Ein Wegducken vor dem Zeitgeist in dieser Hinsicht kann es bei gläubigen Katholiken nicht geben. Das hat auch der Papst klargestellt.

      Und ja, es ist aus meiner Sicht wirklich die Zeit gekommen, das wir Katholiken mehr aufstehen müssen. Bisher hatte ich noch eine Haltung von „die Leute wissen ja genau, was die Kirche lehrt, sie wollen es nur nicht hören“. Nun aber merke ich, dass sie es einerseits teilweise nicht wissen, andererseits der christlichen Lehre offen feindselig gegenüberstehen und aktiv versuchen, das christliche aus der Öffentlichkeit (und am besten auch aus den Herzen der Menschen) aggressiv zu eliminieren oder umzubiegen. Stichwort „cancel culture“. Und dagegen müssen wir uns wehren.

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      • Marienzweig sagt:

        Natürlich muss jede Seite gehört werden, also auch der Bischof.
        Trotzdem, solch ein Umgang mit einem Priester scheint mir nicht besonders christlich.

        Auf dem Kirchplatz unseres Dorfes weht seit dem 27. Juni die Regenbogen-Fahne und soll dort auch bis zu den Sommerferien, Anfang August, hängen bleiben.
        Sie soll „uns mahnen und erfreuen“, so die Erklärung der katholischen Kirchengemeinde.
        Und weiter:
        „Künftig wollen wir die Fahne zu besonderen Anlässen immer wieder zeigen, das wird z.B. in den ersten beiden Schulwochen nach den Sommerferien der Fall sein.
        Gerade in denSchulen brauchen wir Solidarität und Nächstenliebe und keine Ausgrenzung.“

        Beabsichtigte Beeinflussung der Kinder in der hiesigen Grundschule ist also in Ordnung und birgt für den Ortspfarrer keinerlei Risiko.
        Konservativ oder gar traditionell eingestellte Priester hingegen müssen mit Sanktionen rechnen, siehe obiger Bericht.

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  6. In der Tat will der gegenwärtige US-Präsident Joe Biden allen Ernstes auch rationale Kritik an der Gender-Ideologie zensieren und Kritiker mundtot machen und verbieten lassen. Leider sind falsche Ideen wie etwa die aufdringliche und irrationale Gender Ideologie sehr verbeitet und manipulieren die Menschen, siehe auch Judith Reisman und den Anthropologen James DeMeo aus den USA und das internationale Schiller-Institut. Leider war auch US-Präsident Donal Trump ein Anhänger der Kapitalismus Ideologin Ayn Rand mit ihrem sogenannten „Objektivismus“ als Neoliberalismus und neoliberaler Ordoliberalismus . Die hielt sogar den „Umweltschutz“ total für überflüssig. Siehe auch die gesamte irrationale sophistische und rabulistische Postmoderne.

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