Warum einige angepriesene „Wundermittel“ gegen Corona nicht hilfreich sind

Von Dr. med. Edith Breburda

Oregano, Eisentabletten, Zitronen, rote Zwiebeln, Löwenzahn – das sind nur einige der Empfehlungen, um sich vor einer Covid-19-Erkrankung zu schützen, glaubt man einigen Hinweisen im Internet. Einer wissenschaftlichen Grundlage entbehren aber diese kuriosen Therapievorschlage. Dennoch reisst dieNachfrage danach nicht ab.

Ein Instagram-Eintrag vom 9. Juni 2021 schwört auf die heilsamen Kräfte der ätherischen Öle, welche in Fichten- und Kiefernadeln stecken. „Die Wirkstoffe der heimischen Nadelbäume als hausgemachte Medizin“ sei ein „besonderes Mittel der Natur, das es in sich hat“, heißt es dort.  

Sicher kennen wir ein Bad mit der Zugabe von Baumnadeln und dessen Wirkung gegen Durchblutungsstörungen, Rheuma, Gicht und alle anderen Arten von Erkältungskrankheiten.

Das Inhalieren der ätherischen Öle und ihre lindernde Wirkung soll auch gar nicht in Frage gestellt werden, besonders wenn man den Badezusatz mit harzigen Zapfen bestückt und damit den Anteil der Terpentinöle erhöht. Als Tinktur wie Franzbranntwein benutzte man es früher in jedem Krankenhaus, um die Durchblutung der Patienten zu fördern.

Aber einen Tee aus den Inhaltsstoffen der Fichten und Kiefernadeln als Schutz vor Covid einzunehmen, ohne überhaupt etwas Genaueres über den Wirkungsmechanismus von Suramin und Shikimic zu wissen, das scheint eine waghalsige Therapie zu sein.

Suramin ist Bestandteil eines Medikamentes, welches die Pharmaunternehmen Bayer und Schering seit 2003 kostenlos zur Verfügung stellen, um die sogenannte Armutskrankheit, die man auch Afrikanische Schlafkrankheit nennt, zu bekämpfen.

Einige Wissenschaftler unterstützen zwar die These, dass Suramin das Potential hat, Covid-19-Infektionen zu bekämpfen, doch die Substanz wird nicht aus Tannenadeln gewonnen. Im Gegenteil: Shikimisäure und Suramin aus Nadelbäumen kann sogar mehr Schaden als Nutzen hervorbringen. Nachweislich soll es Krebserkrankungen usw. hervorrufen können.

Das klingt ganz anders, als uns ein Instagram-Autor vom 9. Juni 2021 weismachen will. Er deutet auf die heilende Wirkung von Tannennadel-Tee gegen Covid-Infektionen hin. „Die chemischen Elemente Suramin und Shikimic helfen gegen die Nebenwirkungen, die bei mRNA-Impfstoffen auftreten“, behauptet er, was aber nicht zutrifft. Zudem ist es auch unwissenschaftlich zu behaupten, alternative suspekte Kräuter wie Tannennadeltee – und was sonst noch kursiert – würde ungeimpfte Personen davor bewahren, sich an Geimpften anzustecken.

Nur an Covid Erkrankte, welche das Virus in sich tragen, sind in der Lage, das Virus an ihre Mitmenschen weiterzugeben. Gerade deshalb wurde uns auferlegt, Masken zu tragen und Abstand zu halten, um eine Weitergabe von SARS-CoV-2 einzudämmen.

Suramin aus Tannenadeln ist sicher ein falscher Weg, um einer Covid-Erkrankung vorzubeugen. Suramin, welches 1904 von Bayer als Therapeutikum benutzt wurde, wird aus dem Farbstoff Trypanblau hergestellt. Histologische Labors benutzen es u.a. für die Zellfärbung.

BILD: GENTOPIA – eines der fünf bioethischen Sachbücher von Dr. Breburda

Der Infektiologe Dr. Laurens warnt vor schweren Nebenwirkungen, die Suramin hervorrufen können. Er redet von Nieren- und Lebertoxizität, Augenreaktionen, Nebennierninsuffizienz und allergischen Reaktionen, die zu Entzündungen und Anämie führen, um nur einige zu nennen.

Der weitere Inhaltsoff der Kierfernnadel-Shikimisäure ist zwar ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung des Grippemedikamentes Tamiflu und kann aus den Nadeln gewonnen werden. Alleine ist der Wirkstoff aber nicht geeignet, um irgend eine Krankheit zu lindern. Dr. Laurens ist der Meinung, dass pflanzliche Heilmittel keine Wirksamkeit aufzeigen, um COVID-19 abzumildern. Vor allem Shikimisäure ist ein potentiell krebserregendes Mittel.

Hier geht es zu Edith Breburdas Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/


2 Kommentare on “Warum einige angepriesene „Wundermittel“ gegen Corona nicht hilfreich sind”

  1. juetz sagt:

    Naja, Sex scheint immer ein Mittel zu sein gegen alles Mögliche und in Zeiten von Corona auch kein Problem
    https://www.gmx.net/magazine/sport/olympia/sommer/olympia-news-anti-sex-betten-olympia-irischer-turner-test-35987568

    Es gibt wohl einen wirksamen Tee, was Malaria betrifft und auch SARS…
    Artemisia…. Google fragen

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  2. Cornelia Vogt sagt:

    Die Natur bietet viele Heilmittel.
    Doch kann sie lange nicht an jeden gegeben werden.
    Auch hier gilt Risiko und Nutzen auszuwerten.
    Immunkraft bekommt man durch bewußt Ernährung.
    Zitrusfrüchte verträgt ebenso nicht Jeder.
    Ärger,Stress,alles nicht förderlich .
    Gelassen bleiben trotz ALLEM.

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