Gläubige haben Rechte gegenüber den Hirten

Von Dr. Gero P. Weishaupt

Wenn die Akzeptanz eines päpstlichen Gesetzes, das nicht auf göttlicher Offenbarung oder auf dem Naturrecht fußt, fraglich ist, weil vorauszusehen ist, dass es sich für das Wohl der Kirche als höchst schädlich erweisen wird, haben Bischöfe das Recht, beim Gesetzgeber eine Gegenvorstellung vorzulegen mit der Bitte um Aussetzung des schädlichen Gesetzes, um dessen Änderung oder gänzliche Abschaffung (sog. Remonstrationsrecht).

Auch Gläubige haben ein Recht auf Meinungsäußerung gegenüber den Hirten. So können auch sie ihre Bedenken zu einem Gesetz dem Papst vortragen und ihm ihre Sorgen bekunden in der Überzeugung, dass die Umsetzung eines Gesetzes für das Wohl der Kirche nachteilig ist (vgl. can. 212 §§  2 und 3  CIC/1983).

In der Überzeugung, dass das jüngste Motu Proprio „Traditionis Custodes“ enormen Schaden für die Kirche mit sich bringt, dass es nicht die vom Papst bezweckte Versöhnung herbeiführen und nicht der Einheit der Kirche förderlich sein wird, können Gläubige im Wissen um ihre eigene Verantwortung „im christlichen Gehorsam“ von ihrem Recht auf Petition und Meinungsäußerung in der Kirche (vgl. can. 212/CIC 1983) Gebrauch machen, indem sie den Papst um Änderung oder vollständige Aufhebung des Motu Proprio „Traditionis Custodes“ ersuchen.

FORTSETZUNG des Beitrags von Dr. Weishaupt (kath. Priester und Kirchenrechtler) mit einem Modell-Brief für interessierte Gläubige hier: https://www.kathnews.de/bitte-an-den-papst-um-aufhebung-von-traditionis-custodes


16 Kommentare on “Gläubige haben Rechte gegenüber den Hirten”

  1. juetz sagt:

    Fürs Herz und Ohr:
    Veni, Veni, Emmanuel – with lyrics
    Hayley Westenra

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  2. juetz sagt:

    Interessant und wie immer, wie ich finde, kompetent, wobei mir noch schwer fällt, in so manchem zu folgen… bin halt noch zu neu .. 😉

    Mein Senf zu Traditionis custodes | Magstrauss

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  3. Tridentinische Messe:
    Papst Pius V. erließ die Bulle „Quo primum“ am 14. Juli 1570.
    In dieser setzte er die heute so genannte Tridentinische Messe „für immer“ ein und untersagte, sie je zu modifizieren oder abzuschaffen: „… noch kann das vorliegende Schreiben [Quo primum] irgendwann je widerrufen oder modifiziert werden, sondern es bleibt für immer im vollen Umfang rechtskräftig bestehen.“
    Kraft seiner Apostolischen Vollmacht ordnete Papst Pius V. darin unter der Strafandrohung der Exkommunikation „latae sententiae“ an, dass in diesem Missale nichts hinzugefügt, entfernt oder verändert werden dürfe.

    Luthers Kirche ist tot

    http://www.geolitico.de/2017/01/18/luthers-kirche-ist-tot/

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  4. Marienzweig sagt:

    Guten Abend, @Onkel Guido!
    ich war bis zu Ihrem heutigen Kommentar (29.7., 14.53 Uhr) tatsächlich der Ansicht, dass Sie vollkommen hinter der brüsken Entscheidung von Franziskus stehen, sie sogar gutheißen. Und das genau konnte ich nicht nachvollziehen.
    Ihr Hinweis auf den Jurisdiktionsprimat zeigt, dass dem nicht so ist.

    Ich persönlich besuche gerne und regelmäßig die „Alte Messe“, aber auch gelegentlich die Eucharistiefeier in unsererer Dorfkirche und zwar dann, wenn sie von unserem Kaplan gefeiert wird.

    Noch etwas@Onkel Guido – es ist nicht nötig, dass Sie mich so superhöflich anreden. Wenn Sie „Liebe gnädige Frau“ durch „Marienzweig“ ersetzen, ist das für mich vollkommen in Ordnung.
    pace e bene
    Marienzweig

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  5. Monika Medel sagt:

    Meine Meinung habe ich ja schon mehrfach begründet kundgetan. Ich halte dieses m.E. aufgeregte Vorgehen mit aggressiven Untertönen für nicht zielführend. Die Entscheidung liegt nun bei den Bischöfen, was uralter Tradition entspricht. Bischof Gebhard Fürst hat ja bereits erklärt, dass es im Bistum Rottenburg-Stuttgart weiterhin „Alte Messen“ geben wird. Leider wissen wir nicht, was die befragten Bischöfe als Grund für ihre Vorbehalte angegeben haben. Ich hielte es für besser, im Fall eines ablehnenden Bischofs mit ihm das Gespräch zu suchen, seinen Ausführungen ruhig zuzuhören, sie zu überdenken. Vielleicht kommt man dann so zu einer Einigung. Ist ein Bischof freilich grundsätzlich der Meinung, es solle in seinem Bistum um der Einheit willen keine Parallelriten geben, so ist wohl nichts zu machen, aber auch das entspricht uralter Tradition. Und keinem Gläubigen entgehen durch eine „Neue Messe“ irgendwelche Gnaden. Wobei es durchaus möglich ist, dass ein ablehnender Bischof sehr konservativ eingestellt ist, während ein eher liberaler Bischof ein Befürworter von liturgischer Vielfalt sein kann. Nicht ganz uninteressant, wie jetzt von Anhängern der „Alten Messe“ Argumente vorgebracht werden, die nach Ablehnung von Vatikanum I, insbesondere des Jurisdiktionsprimats, klingen. Sozusagen Kryptoaltkatholiken? Mit scharfen Reaktionen schürt man eher den Verdacht, es ginge generell um die Ablehnung von Vatikanum II, und das können Papst und Bischöfe nun einmal nicht dulden. Und es wäre zudem ganz wichtig zu wissen, was die Bischöfe bei der Befragung denn nun so angegeben haben.

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  6. Thomas May sagt:

    Tatsächlich ist es wenig wahrscheinlich, „dass Bergoglio aus dieser Nummer wieder herauskommt“ (siehe „klimaleugner“).
    Trotzdem sollten mündige Gläubige sich nicht die Möglichkeit nehmen lassen, dem Papst ihre Sorgen und Bedenken in schriftlicher Form mitzuteilen.
    Der unter o. g. Quelle angegebene „Modellbrief“ ist dafür eine geeignete Vorlage, die sich individuell abwandeln und mit persönlichen Erfahrungen bzgl. „alter Messe“ bzw. Missbrauch des NOM ergänzen lässt.
    Dabei ist es zweckmäßig, auch Namen von Orten, Pfarreien und/oder betroffenen Personen anzugeben.
    Auch wenn der Papst natürlich nicht alle Briefe persönlich lesen kann, werden ihm seine Mitarbeiter ein entsprechendes Feedback geben und Einzelfälle liturgischen Missbrauchs gegebenenfalls an die zuständigen Stellen in den Kongregationen weitermelden.

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  7. Cornelia Vogt sagt:

    Das ist doch KUNGELEI und kein Glauben mehr.
    Die Lehre JESU IST MAßGEBLICH und sonst nichts.

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  8. klimaleugner sagt:

    Ich glaube nicht, daß Bergoglio aus dieser Nummer wieder herauskommt. Dazu hat er sich zu sehr festgelegt und auch zu deutlich im Ton vergriffen.

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  9. Onkel Guido sagt:

    Ich denke nicht, dass irgendjemand Gläubigen verwehrt wird diese Vorstellungen und Forderungen Papst und Bischöfe vorzulegen, aber nichts und niemand kann den Papst zwingen dem Gewünschten zu entsprechen

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    • Marienzweig sagt:

      Hallo, @Onkel Guido!
      Ist es im allgemeinen nicht so, dass, wenn etwas beschlossen wird, in der Regel der Stichtag angegeben wird, an dem die Neuregelung in Kraft tritt?
      Jedoch: Kein Übergang, keine Abwägung – nichts dergleichen!

      @Onkel Guido, fällt es Ihnen denn so schwer einzuräumen, dass diese „von-jetzt-auf-sofort-Entscheidung“ unüberlegt war und ein zwiespältiges Licht auf Franziskus wirft, die Einschnürung der „Alten Messe“ im Hau-ruck-Verfahren durchgedrückt zu haben?
      Man kann einen Papst sehr mögen und schätzen, dennoch ist es nicht verboten, einzelne seiner Entscheidungen zu hinterfragen.
      Soviel innere Freiheit sollte man sich und anderen schon zugestehen.

      Wenn die katholische Kirche -Gott sei Dank- auch keine Demokratie im üblichen Sinne ist, so spräche trotzdem nichts dagegen, solch einer einschneidenden Anordnung, die tief ins praktizierte Glaubensleben so vieler Menschen eingreift, mehr Zeit zu lassen -oder noch besser- sie gar nicht erst wirksam werden zu lassen.
      Gottes Segen für Sie!

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      • Onkel Guido sagt:

        Liebe gnädige Frau
        der Hl. Vater ist durch den Jurisdiktionsprimat ist absolut an nichts gebunden
        so hat er eben beschlossen, dass, die Regelung sofort in Kraft tritt
        Meine unbedeutende Privatmeinung ist, dass die Liturgiereform als solche in sich schlecht ist ebenso, dass II Vatikanum und nur schärfster Widerstand dagegen möglich ist wie es Mgr Lefebvre getan hat oder auch die Sedisvakantisten, immer Vorausgesetzt man will katholisch sein, wie es bis 1958 war. Ich persönlich denke, dass der Jurisdiktionsprimat und die päpstliche Unfehlbarkeit als solches problematisch ist
        es ist wie ein Computer Virus jetzt spürt man die Wirkung der infizierten Software von 1870
        Jeder Papst kann schalten und walten wie er will niemand kann innerhalb der Kirche sein Tun aufhalten oder korrigieren
        Aber das alles ist meine unbedeutende Privatmeinung

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