Frankreich: Protestwelle gegen Impf-Pflicht

Die Proteste in Frankreich lassen nicht nach, sie fanden jetzt das vierte Wochenende in Folge statt. Mehr als 230.000 Menschen gingen am gestrigen Samstag gegen Impfpflicht und Corona-Pass auf die Straße. Besonders stark war die Mobilisierung im Süden des Landes.

Nach Informationen des Radiosenders France Info nahmen in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur bis zu 37.000 Menschen an Kundgebungen teil. Es gab Demonstrationen in Paris und an über 150 anderen Orten.

Ein Impfzwang gilt für Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Protestiert wurde auch gegen geplante strengere Corona-Regeln.

Die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich. Zu Spannungen mit Sicherheitskräften kam es in Paris und in Lyon, der drittgrößten Stadt des Landes. Dort setzte die Polizei massiv Tränengas ein.

Die Vorlage des digitalen Gesundheitspasses wird in Frankreich bereits im Kino oder bei Großveranstaltungen verlangt. Von Montag an ist er auch zum Besuch von Restaurants und bei Reisen per Flugzeug oder Fernzug erforderlich. Verstöße werden mit bis zu einem Jahr Haft geahndet.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.extremnews.com/berichte/weltgeschehen/e36a1843bdd39f2


Stammt der Rosenkranz vom hl. Dominikus?

Von Felizitas Küble

Am heutigen Sonntag, dem 8. August, feiert die katholische Kirche das Fest des hl. Dominikus, der im Hochmittelalter den nach ihm benannten Predigerorden der Dominikaner gründete. Wir gratulieren daher allen Lesern mit Namen Dominik und Dominika zu ihrem Namenstag.

Wenn in Predigten oder Ansprachen von diesem Heiligen oder vom Rosenkranz die Rede ist, wird manchmal erwähnt (teils als Tatsachenbericht, teils als „Legende“), Dominikus habe bei einer Erscheinung von der Madonna eine Rosenkranz-Gebetsschnur erhalten mit der Aufforderung, dieses Gebet zu verbreiten.

So sei diese besondere Andachtsform entstanden, heißt es weiter, die auch dazu gedient habe, die Irrlehren der Katharer zu überwinden und die Anhänger dieser Häresie zu bekehren.

Viele Katholiken kennen jene sodann jene Gemälde in Kirchen und Kapellen, die den hl. Dominikus zeigen, wie er durch eine Marienvision feierlich den Rosenkranz überreicht bekommt, so daß sie annehmen, das Gebet sei „himmlisch geoffenbart“.

Diese Geschichte hat nur den Nachteil, daß sie nicht einmal eine „Legende“ ist, weil dann wenigstens ein historischer Kern stimmen müßte.

In Wirklichkeit war schon in „vorkonziliaren“ Zeiten bekannt, daß der Rosenkranz nicht im 12. Jahrhundert zur Zeit des hl. Dominikus das Licht der Welt erblickte, sondern dreihundert Jahre später – allerdings damals im Zuge einer allmählichen Entwicklung in Klerus und Kirchenvolk.

Im 16. Jahrhundert war er dann schon allgemein verbreitet. Als das christliche Abendland 1571 durch den Islam bzw. die Osmanen bedroht war, forderte Papst Pius V. die Gläubigen zum Rosenkranzgebet auf. Tatsächlich wurde die türkische Flotte in der Seeschlacht von Lepanto trotz ihrer militärischen Überlegenheit besiegt. Damit war Europa gerettet!

Der heilige Dominikus lebte aber nicht in dieser beginnenden Neuzeit, sondern im Hochmittelalter (1170 – 1221)

Die ersten Zeugnisse für Grundformen des klassischen Rosenkranzes stammen aus dem 15. Jahrhundert. (Gebetsschnüre für Vater-Unser und Ave-Maria-Gebete gab es freilich schon früher). Näheres über Einzelheiten der Entstehung kann man anschaulich im Kölner Rosenkranz-Museum erfahren – oder man informiert sich in theologisch-kirchengeschichtlicher Literatur.

Im Brevier  – dem Pflichtgebet der katholischen Priester – findet sich am Rosenkranzfest inzwischen der frühere Hinweis auf jene Marienvision des hl. Dominikus nicht mehr, weil sie nicht nur legendär, sondern schlicht unzutreffend ist.

In Wirklichkeit ist dieses biblisch geprägte Gebet mit der Perlenkette, das sich in die Heilsgeheimnisse Christi vertieft, auf dem gediegenen Wege der kirchlichen Frömmigkeit entstanden.

Das ist letztlich auch eindrucksvoller, zeigt dies doch, wie sich Katholiken jener Zeit in ihren Gebeten auf die zentralen Glaubenswahrheiten konzentrieren wollten – und wie dies gleichsam an der Hand Mariens geschehen sollte. 

Zunächst wurde an einer geknoteten Schnur das Vaterunser gebetet, später wurden die Gebetsreihen durch das Ave Maria (Gegrüßet seist Du, Maria) ergänzt, also durch den biblisch bezeugten Gruß des Engels Gabriel an die begnadete Jungfrau.

Der Trierer Kartäusermönch Adolf von Essen führte Anfang des 15. Jahrhunderts eine Vorform des Rosenkranzes unter dem Namen „Rosarium“ ein. Dabei wurde 50 x ein Ave Maria gesprochen und über das Leben Jesu meditiert.

Sein Mitbruder Dominikus von Preußen ergänzte das Gebet dann weiter. Die erwähnte Erscheinungsgeschichte entstand in jener Zeit, vermutlich weil man damals den Ordensgründer Dominikus mit jenem gleichnamigen Kartäuserbruder verwechselte.

Im Jahre 1508 wurde dem Ave Maria schließlich der zweite Teil „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder…“ angefügt. Später wurde es durch Dominikanerpatres weiter strukturiert und im Kirchenvolk verbreitet. Papst Pius V. legte dann 1569 im wesentlichen die Gebetsweise fest, wie wir sie heute kennen.

Den dreifachen Rosenkranz (freudenreichen, schmerzhaften, gloreichen) mit seinen ingesamt 150 Ave-Gebeten nennt man nicht ohne Grund den „Psalter“, denn auch die Psalmen des Alten Testaments (Psalterium genannt) umfassen genau 150 Gebete. Der Rosenkranz wurde somit das „Psalterium“ der Laien, da sie damals im Unterschied zu Mönchen und Nonnen meist nicht imstande waren, die Psalmen zu lesen.

Es war hingegen nicht schwierig, den Rosenkranz auswendig zu lernen, dazu gehörte nur ein bißchen Gebetsübung. Zudem gab es zahlreiche Rosenkranzbruderschaften, denen die Gläubigen scharenweise zuströmten. Dieses Gebet entstand also aus der Mitte und aus dem Herzen der Kirche. Es wurde nicht von oben „verordnet“, weder durch eine Erscheinung noch durch einen Papst, sondern erwuchs aus einer lebendigen Volksfrömmigkeit.

Der bekannte Jesuitenpater Karl J. Klinkhammer hat schon in vorkonziliarer Zeit korrekt über die Entstehung des Rosenkranzes berichtet und zuvor gründliche Quellenforschung betrieben. Später veröffentlichte er das Buch „Adolf von Essen und seine Werke“ (1972), aus welchem der Ursprung des Rosenkranzes durch jenen spätmittelalterlichen Kartäusermönch im Detail hervorgeht.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Die kath. ZENTRUM-Chefin Helene Wessel gehörte zu den „Müttern des Grundgesetzes“

Von Felizitas Küble

Wie die aktuelle Print-Ausgabe der „WELT am Sonntag“ vom 8. August 2021 berichtet, wird Helene Wessel jetzt „monumental“ gewürdigt, denn ihre Heimatstadt Dortmund will ein Denkmal für die katholische Politikerin gut plaziert in der Nähe des Rathauses aufstellen und hat dazu einen Wettbewerb ausgelobt: „Die Skultur soll symbolhaft Wessels Leben und Wirken darstellen“, heißt es in der Zeitung weiter.

Helene Wessel, die in einer gläubigen, kirchlich engagierten Familie aufgewachsen war, ist die erste Frau, die jemals eine Partei in Deutschland geleitet hat, denn sie war Vorsitzende des ZENTRUMs von 1949 bis 1952.

Die katholisch geprägte Partei war nach dem Krieg neu erstanden und sowohl im Deutschen Bundestag wie in mehreren Landesparlamenten vertreten.

BILD: Buch über „Die Frauen und der politische Katholizismus“, das auch ein Lebensbild von Helene Wessels enthält

Die Zentrumspolitikerin gehörte – ebenso wie Helene Weber, Frieda Nadig und Elisabeth Selbert – zu den sogenannten „Müttern des Grundgesetzes“ in Ergänzung zu den vielgenannten „Vätern“.

Gemeinsam setzten sich diese Frauen, die in den Parlamentarischen Rat gewählt wurden, dafür ein, daß das Grundgesetz die Gleichberechtigung von Mann und Frau deklariert, was in Art. 3 dann auch umgesetzt wurde.

Helene Wessel war als ZENTRUM-Bundestagsabgeordnete aus Münster zugleich Schriftführerin im Parlamentarischen Rat, der 1949 das Grundgesetz erarbeitet hat. Zudem war sie Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, wobei sich ihre Partei damals mit der Bayernpartei vereinigte.

Somit war Wessel nicht nur die erste Parteivorsitrzende, sondern auch die erste Fraktionschefin Deutschlands.

Nach programmatischen Kontroversen mit dem Zentrum etwa in der Friedens- und Sozialpolitik wurde sie Mitglied von Gustav Heinemanns Gesamtdeutscher Volkspartei; nach Auflösung derselben trat Frau Wessel in die SPD ein. Danach wurde sie 1967 erneut in den Bundestag gewählt. Sie starb am 13.10.1969 in Bonn, wo auch eine Straße nach ihr benannt worden ist, ebenso in Köln, Dortmund und anderen Städten.

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Ich suchte GOTT und er hat mich erhört

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 34 (33),2-3.4-5.6-7.8-9.

Ich will den HERRN allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des HERRN;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den Ewigen,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den HERRN und ER hat mich erhört,
ER hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief und der HERR erhörte ihn.
ER half ihm aus all seinen Nöten.

Der Engel des HERRN umschirmt alle,
die ihn fürchten und ehren,
und ER befreit sie.
Kostet und seht, wie gütig der HERR ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!

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