Tagung über christliche Existenz unter Hammer und Sichel in Südosteuropa

Von Stefan P. Teppert

Zum dritten Mal widmete sich in diesem Jahr eine Tagung des St. Gerhardswerks in Stuttgart der Geschichte der katholischen Kirche in Südosteuropa.

Während die beiden Vorgänger-Tagungen sich auf die Zwischenkriegszeit konzentriert und Aufbruchsbewegungen sowie Antworten auf den Fortschritt und gesellschaftliche Herausforderungen thematisiert hatten, wurde diesmal die Situation der Kirche in Ungarn, Jugoslawien und Rumänien von 1944/45 bis ca. 1950, also unter kommunistischen Diktaturen vergleichend untersucht.

Wie in den Jahren zuvor leitete Prof. Dr. Dr. Rainer Bendel (siehe Foto) auch die Vorträge und Diskussionen am 17. Juli 2021 im „Weltzentrum der Donauschwaben“ in Sindelfingen.

Als Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft katholischer Vertriebenenorganisationen (AKVO), Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte an der Universität Hohenheim und Vorsitzender des Instituts für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa, hatte er das Programm wieder konzipiert und als Kooperationsveranstaltung des St. Gerhardswerks mit dem Verein Haus der Donauschwaben ermöglicht.

Einleitend plädierte Bendel dafür, das Thema so offen wie möglich zu halten, ohne weltanschauliche Prämissen wie die metaphysische Einordnung und Kategorisierung nach Wesensmerkmalen bis in die 70-er Jahre.

Heute stelle sich die Frage, ob auch andere Ebenen der erschließenden Betrachtung Erkenntnisgewinn versprechen, etwa mit Blick auf die Alltagssituation der Menschen, auf lokale Bereiche, Einzelschicksale und allmähliche Entwicklungen.

Es gehe lediglich um Sonden in das weite Themenfeld, nicht um eine erschöpfende Behandlung.

Eine erste Schneise schlug aus der Perspektive der katholischen Kirche im jugoslawischen Sozialismus der 1966 geborene Prof. Dr. Aleksandar Jakir (siehe Foto), der seit 2007 Zeitgeschichte lehrt an der Abteilung für Geschichte der Philosophischen Fakultät der Universität Split (Kroatien).

Bei der Machteroberung der jugoslawischen Kommunisten habe in einem hasserfüllten Abrechnungsfuror die exzessive Gewalt mit ca. 80.000 Todesopfern bei Kriegsende ein exorbitantes Ausmaß erreicht, wobei der Terror als Revolution zur Überwindung der bürgerlichen Klassengesellschaft legitimiert wurde.

Wie in anderen kommunistischen Staaten führte auch in Jugoslawien ein Polizei- und Geheimdienst nach sowjetischem Vorbild im Dienst der Partei Listen derjenigen, die es zu liquidieren galt, vor allem Vertreter der Intelligenz, Bourgeoisie, Industriellen, reichen Landbesitzer und Kulaken, aber auch der Kirchen.

Religion wurde als falsches Bewusstsein und ideologische Waffe der Ausbeuter begriffen und zur Privatsache des Einzelnen degradiert. In der katholischen Kirche sah das neue Regime unter Marschall Tito einen der stärksten Pfeiler der reaktionären Kräfte, von Anfang an war das Verhältnis zu ihr durch offene Feindseligkeit geprägt, obwohl sich gegen die Gewaltpolitik des Ustaša-Regimes kirchlicher Protest erhoben hatte und Widerstand auch aus den Reihen der Kleriker unterstützt worden war.

Dennoch entzog der Staat der Kirche zentrale Instrumente ihres sozialen Einflusses, verbot Kirchenpresse und katholische Organisationen, schloss Schulen und Lehranstalten, konfiszierte einen Großteil kirchlichen Bodens und andere Besitztümer, besteuerte Priester übermäßig und behinderte sogar karitativ-humanitäre Institutionen. Zahlreiche Priester waren schon während des Krieges interniert und getötet worden, nicht wenige aber auch im Terror der Nachkriegszeit, insgesamt wurden über 180 Geistliche ermordet. Verhaftungen katholischer Kleriker fanden in den 50-er Jahren unausgesetzt statt.

Am 17. Dezember 1952 brach Jugoslawien sogar seine Beziehungen zum Heiligen Stuhl ab, nachdem Papst Pius XII. den Zagreber Erzbischof Alojzije Stepinac in den Kardinalsrang erhoben hatte. Mit der Verurteilung von Stepinac, der eine konsequent antikommunistische Haltung einnahm, zu 15 Jahren Haft wollte die KP ein Exempel statuieren.

Ohne Gewalt, Terror und Unterdrückung, die sie als legitime Mittel der Politik begriff, hätte die KP weder die Macht erobert noch sie bewahren können. Erst ab Mitte der 50-er Jahre, als Jugoslawien mit dem Stalinismus bereits gebrochen hatte und sich dem Westen annäherte, endete die Zeit der akuten Verfolgung und nahm langsam die Konzessionsbereitschaft gegenüber der Kirche zu. Nach der „Konfrontation“ begann eine Phase der „Koexistenz“, wie Jakir den Titel seines Referats formuliert hatte.

Robert Pech M.A. (siehe Foto) aus Leipzig verdeutlichte „Seelsorge unter kommunistisch-revolutionären Bedingungen“ am Fallbeispiel des 1914 in Filipowa in der Batschka geborenen Jesuitenpaters Wendelin Gruber, der nach seiner Priesterweihe in Rom am erzbischöflichen humanistischen Gymnasium in Zagreb Sprachen lehrte, bevor er Anfang 1946 illegal in verschiedene Internierungslager der Woiwodina ging, wo seine deutschen Landsleute massenhaft an Hunger und Krankheiten starben. Er betreute sie pastoral, organisierte Arznei- und Lebensmittel und verhalf ihnen zur Flucht, ständig in Gefahr, verhaftet zu werden.

Tatsächlich wurde Gruber 1948 zu 14 Jahren Zuchthaus und Zwangsarbeit verurteilt. Sein Lagertagebuch wurde dabei konfisziert. Auf Betreiben Konrad Adenauers wurde er Ende 1955 begnadigt und nach Deutschland abgeschoben. Pech stellte einen kurzen Lebenslauf Grubers an den Beginn seines Vortrags und ordnete den Quellenwert des Buches „In den Fängen des roten Drachen“, das Gruber nachträglich in Deutschland aus der Erinnerung und mit Hilfe von Fachliteratur und Zeitungen über seine Aufenthalte in den Vernichtungslagern, seinen Prozess und seine Gefangenschaft schrieb, als „Mischung aus Erlebtem und Fiktion“ ein.

Die Ursprungsversion mit breitem Akzent auf dem Autobiografischen und dem Verfall christlicher Werte bei der heranwachsenden Jugend sei aber durch Streichungen im gedruckten Text von 1986 auf die Darstellung der Leiden der Jugoslawiendeutschen reduziert worden.

Nach einer Darstellung der politischen Rahmenbedingungen während des revolutionären Terrors der jugoslawischen Kommunisten ging Pech auf Grubers selbstlosen Einsatz in den Lagern ein und kam zu dem Resümee, dass Grubers Erinnerungen eine Anklageschrift gegen den Umgang des jugoslawischen Staats mit der deutschen Minderheit seien. Gruber habe sich zusammen mit seinen Landsleuten als Opfer einer gottlosen, gewalttätigen Diktatur gefühlt, seine Erlebnisse in den Lagern ließen ihn das Schicksal der deutschen Minderheiten im Südosten vor allem als religiösen Konflikt deuten.

Die Diktion des Antikommunismus präge sein antipodisches Denken und seine Sprache zwischen christlichem Abendland und kommunistischem Ostblock, die auf historische und psychologische Einordnungen verzichte und daher für den Historiker in dieser Ausschließlichkeit nicht haltbar sei.

Doch angesichts des nach wie vor eingeschränkten Zugangs zu den Akten des Belgrader Innenministeriums müssten die Aussagen der Historiker über Pläne, Ziele und Maßnahmen der jugoslawisch-kommunistischen Bevölkerungs- und Nationalitätenpolitik unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch vorläufig bleiben.

Dr. Gábor Bánkuti war über Videokonferenz aus Pécs/Fünfkirchen zugeschaltet, wo er an der Fakultät für Neuere Geschichte Universitätsdozent ist. Er arbeitete in seinem Vortrag die Ähnlichkeiten und Unterschiede heraus, die in „Programm und Wirkung der kommunistischen Kirchenpolitik in Ungarn und in Rumänien zwischen 1945 und 1950“ bestanden.

BILD: Dr. Gábor Bánkuti (rechts oben)Dr. Andor Lénár (links oben) – Prof. Dr. Rainer Bendel (unten)

Zunächst zeigte er an Hand von Schaubildern den Anteil der Nationalitäten wie auch der Konfessionen während der Zwischenkriegszeit nicht nur in Ungarn und Rumänien, sondern auch die besondere Situation in den ehemals ungarischen, durch Gebietsabtretungen (Trianon) an Rumänien verlorenen Gebieten (Nationalitäten in Ungarn:

89,6 % Ungarn, 6,9 % Deutsche, Konfessionen: 64 % röm.-kath., 21 % calv., 6,2 % ev.; Nat. in Rumänien: 71 % Rumänen, 4.1 % Deutsche, Konf.: 72,6 % griech.-orth., 7,9 % griech.-kath., 6,8 % röm.-kath.; Nat. in den ehem. ung. Gebieten in Rumänien: 58,3 % Rumänen, 29,7 % Ungarn, 9,8 % Deutsche, Konf.: 35 % griech.-orth., 25 % griech.-kath., 17 % röm.-kath.)

Hl. Gerhard

Bánkuti machte dann die staatlichen Maßnahmen des kommunistischen Regimes in Ungarn namhaft, beginnend im März 1945 mit der Enteignung kirchlichen Grundbesitzes ohne Entschädigung über die Auflösung des kirchlichen Schulwesens sowie der katholischen Vereine, dann 1948/49 die Verhaftung Kardinal Mindszentys mit nachfolgendem Schauprozess bis Mai 1952 mit der Einrichtung des Staatlichen Amtes für Kirchliche Angelegenheiten sowie dem forcierten Amtseid der Bischöfe auf die neue Verfassung der Volksrepublik.

Ebenso nannte Bánkuti die Reihe der Maßnahmen gegen die Kirche in Rumänien von 1948 bis 1950, zu denen die Verstaatlichung aller privaten und kirchlichen Schulen sowie die Aussiedlung und Zwangsumsiedlung aller Ordensmitglieder in Klöstern gehörte.

BILD: Der hl. Gerhard ist Namensträger des St.-Gerhardswerks

Die Konfessionen konnten ihre Tätigkeit nur noch mit staatlicher Erlaubnis ausüben. Die griechisch-katholische Kirche wurde im Oktober 1948 aufgelöst, am 1. August 1949 wurden 15 von damals 25 katholischen Orden verboten. Nur noch je zwei Diözesen lateinischen und griechischen Rituals waren erlaubt.

Dr. Andor Lénár, der seine Dissertation an der Eötvös-Loránd-Universität Budapest über den Vacer Bischof Árpád Hanauer geschrieben hat, war aus der ungarischen Hauptstadt zugeschaltet. Sein Thema war die Tätigkeit von József Pétery (1890 – 1967), des Bischofs von Vác (Waitzen), im Schatten der kommunistischen Diktatur. In der Zeit der kurzen Koalitionsphase (1945 – 1948) lösten die von der Sowjetunion beeinflussten Kommunisten die ungarischen demokratischen Institutionen Schritt für Schritt auf.

Die bürgerlichen Parteien wurden zerschlagen, ihre Leiter entweder verhaftet oder ins Exil gezwungen. Schließlich ergriffen die Kommunisten 1948 völlig die politische Macht. So entstand das Rákosi-System, die ungarische Version der stalinistischen Diktatur.

Begleitet von zahlreichen interessanten Fotos und Dokumenten, auch aus dem Archiv der ehemaligen ungarischen Staatssicherheitsdienste, stellte der Referent Werdegang und Leben Péterys dar, der 25 Jahre lang im Dienst der Priesterausbildung und der Gläubigen in Eger stand, dann 1939 Pfarrer in der Kathedrale von Eger und schließlich 1942 Bischof in Vác/Waitzen wurde. Pétery hatte schon 1919 vor Chaos und Anarchie des Kommunismus gewarnt, den er als das „Rote Gespenst“ bezeichnete.

Seine Bemühungen um eine Reform der theologischen Ausbildung in Ungarn und seine wissenschaftliche Tätigkeit machten ihn landesweit bekannt. Die Protestbriefe, die Pétery ab 1946 an die unterschiedlichen Ministerien richtete, beweisen, so Lénár, „dass er wirklich alles tat, was möglich war, seine unschuldig verhafteten Priester zu befreien“. Er geriet ins Fadenkreuz der Staatssicherheit, wurde verhört und gezwungen, ein konstruiertes Protokoll zu unterschreiben.

Als 1950 die Friedensbewegung der katholischen Priester gegründet wurde, war Pétery der einzige unter den Mitgliedern der ungarischen Bischofskonferenz, der die Teilnahme an der Gründungsversammlung für die Priester seiner Diözese eindeutig verbot. Pétery wurde daraufhin in der Presse als „Agent des Imperialismus“ und „Kriegshetzer“ angeprangert. Sein Widerstand mündete in Hausarrest und Psychoterror, später zusammen mit anderen Geistlichen in die Verbannung nach Hejce, wo er bis zu seinem Tod 1967 interniert blieb.

An József Péterys Schicksal können die wechselvollen Methoden des kommunistischen Terrors untersucht werden, mit denen die stalinistische Parteiführung die katholische Kirche als ihren größten ideologischen Feind zu vernichten suchte. Pétery habe sich durch seine kompromisslose Haltung und Standhaftigkeit in schwerer Zeit und durch seine mit Geduld und tiefer Spiritualität ertragene Internierung als würdig erwiesen, schloss Lénár seinen Vortrag, dass die Nachwelt sein Andenken in Ehren bewahrt.

Kardinal Mindszenty und Bischof Pétery sei die Gnade der „heiligen Heldenhaftigkeit“ gegeben worden, damit sie auf ihre Art tapfer für die christlichen Werte einstanden.

Dr. Katalin Gajdos-Frank (siehe Foto) war aus der ungarischen Hauptstadt angereist. Ihr Forschungsthema ist die deutsche Minderheit in Ost- und Mitteleuropa im 20. Jahrhundert. Seit 2011 leitet sie das Jakob-Bleyer-Heimatmuseum in Budaörs, das unter den besten sechs Museen Ungarns rangiert, ist ungarndeutsche Abgeordnete in der Deutschen Selbstverwaltung, gehört seit 2014 dem Vorstand der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen an und ist seit 2019 Mitglied des Stiftungsrates der Deutschen Schule Budapest.

Ihr Thema war „Die Rolle der katholischen Kirche in Ungarn 1944/45 – 1950 am Beispiel der Ungarndeutschen“.

Die katholische Kirche sei seit der Ansiedlung der Ungarndeutschen die Institution gewesen, die den Rahmen für die gesellschaftlichen Normen vorgab und für die Ungarndeutschen eine ungebrochene Kontinuität sicherte. Der katholische Glaube war ein wichtiges Element der ethnischen Identität und diente zur Aufrechterhaltung des schwäbischen Selbstbewusstseins bis 1944.

Danach jedoch haben die gesellschaftlichen und politischen Hindernisse das Leben der Ungarndeutschen völlig verändert, zumal nicht nur die Ungarndeutschen, sondern auch Geistliche entrechtet, enteignet und zu Feinden der neuen kommunistischen Ordnung gemacht wurden. Bei den Maßnahmen zur Sowjetisierung spielte der ungarische Staatssicherheitsdienst eine entscheidende Rolle.

Ab Dezember 1945 wurde das ganze Ungarndeutschtum mit Zwangsarbeit, Deportation in die Sowjetunion, Enteignung und Vertreibung kollektiv bestraft. Für die in Ungarn gebliebenen Schwaben diente der Glaube, die katholische Religion nach 1944 als Überlebensstrategie: die Ungarndeutschen durften ihre Muttersprache nicht benutzen, Deutschsein war nicht mehr positiv, und so blieb die Kirche die einzige Institution, die alle Mitglieder der Gruppe verband.

Der katholische Glaube spendete nach 1944 auch für die verschleppten, internierten und vertriebenen Ungarndeutschen Halt und Zuversicht. Die Referentin betonte die identitätsstiftende, Kirche und Heimat verbindende, Begegnungen schaffende Bedeutung der Wallfahrten, etwa der Gelöbniswallfahrt nach Altötting.

Nach Auflösung ihrer Dorf- und Kirchengemeinschaften blieb für sie Glaube und Kirche „Heimat” – in Ungarn, in Deutschland und auch in der Gefangenschaft. Zusammenfassend sagte Gajdos-Frank, dass die katholische Kirche der deutschen Minderheit in Ungarn in den Jahren ihrer schlimmsten Diskriminierung 1944 bis 1950 nach Kräften half und besonders in der Nachkriegszeit ein stabilisierender Faktor war.

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Der religiöse Faktor als Schlüssel zur Deutung der Vorgänge in Afghanistan

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Was in Afghanistan geschieht, ist ein Desaster“ – so ist das Interview mit dem deutschen Innenminister Horst Seehofer überschrieben (Augsburger Allgemeine Zeitung, 16.8.2021, S. 4).

Seehofer erklärt weiter:

„Das große Ziel war es, die Lebensbedingungen für die Menschen zu verbessern und Stabilität ins Land zu bringen. Heute muss man leider festhalten: Das ist gescheitert. …

Die Motivation für den Einsatz in Afghanistan war berechtigt… aber im Ergebnis ist der langfristige Einsatz nach 20 Jahren relativer Stabilität gescheitert. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass man sich damals anders hätte entscheiden müssen…

Ich war immer kritisch, was den Einsatz betrifft. Aber mir wurde gesagt, dass deutliche Verbesserungen für die Frauen, für die Bildung, für die Schule erreicht würden. Das habe ich akzeptiert.“

Auf die Frage, ob der Westen zu naiv sei, denn die afghanische Gesellschaft sei grundlegend anders, antwortet Seehofer:

„Es ist eine völlig andere Kultur. Trotzdem sollte man immer wieder versuchen, die Grundwerte, die uns prägen und die uns auch hier in Europa stabile Demokratien beschert haben, in anderen Ländern zu etablieren.“

Wie auch sonst im Leben wird die eigene Motivation, auch wenn sie noch so gut gemeint ist, von Anderen nicht akzeptiert. Die Verbesserungen für Frauen, Bildung und Schulen werden sicher von einem bestimmten Teil der afghanischen Bevölkerung befürwortet – von wie vielen wissen wir nicht.

Wenn Seehofer und viele Europäer und US-Amerikaner meinen, „man sollte versuchen, die Grundwerte, die uns prägen und die auch hier in Europa stabile Demokratien beschert haben, in anderen Ländern zu etablieren“, so ist fraglich, wenn das von außen geschieht und mit militärischem Einsatz erzwungen wird.

Seehofer hat mit der Feststellung recht: „Es ist eine völlig andere Kultur“.

Hier liegt der Schlüssel für das Verständnis. Jede Kultur gründet auf Religion. Auch unsere Grundwerte, z.B. das Prinzip von der Gleichwertigkeit aller Menschen hat eine christliche Basis – selbst wenn das viele Politiker nicht mehr wissen.

Vielleicht sollten die politisch Verantwortlichen die in Afghanistan geltende Kultur, die im Koran ihre Grundlage hat, studieren. Ein entscheidender Punkt, der das Unverständnis zu den Vorgängen in Afghanistan erklärt, ist die Tatsache, dass in diesen Ländern die Religion – im Gegensatz zu Westeuropa und den USA – nicht nur eine dekorative, sondern eine wirkliche Rolle für das alltägliche Leben und auch für die Politik spielt.

Peter Scholl Latour, ein Kenner der islamisch geprägten Welt, hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Probleme in diesen Ländern nur im Inneren, d.h. unter Berücksichtigung der Kultur, gelöst werden können.

Die Tatsache, dass die Taliban sich durchaus auch auf Zustimmung in der Bevölkerung stützen können, erklärt den geringen Widerstand der Bevölkerung gegen die „Gotteskrieger“. Das neuheidnische Denken der Westeuropäer und US-Amerikaner kann das nicht verstehen.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und die Monatszeitschrift DER FELS


Woelki: Keine Priesterweihe für Frauen, keine Segnung von Homo-Partnerschaften

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki vollendet am kommenden Mittwoch sein 65. Lebensjahr. In einem Interview mit der „Aachener Zeitung“ erteilt der Kardinal einer Priesterweihe von Frauen erneut eine Absage:

„Ich bin sehr dafür, Frauen in der Kirche an Leitung und Entscheidung zu beteiligen. Das tue ich – und das tue ich nicht aus opportunistischen Gründen. Natürlich entwickelt sich der Glaube weiter. Aber dass Frauen zum Priesteramt zugelassen werden, das ist theologisch gesehen einfach nicht realistisch.“

In der Erklärung der Glaubenskongregation zum Verbot von Segnungen homosexueller Beziehungen vertrat der Oberhirte ebenfalls die katholische Position.

Er sehe in der vatikanischen Stellungnahme „eine Stärkung des katholischen Eheverständnisses und möchte das in keiner Weise als Diffamierung homosexueller Menschen verstanden wissen“.

Er erklärte weiter, „dass katholische und auch viele evangelische Christen in der Welt die Heilige Schrift so lesen, dass es nicht möglich ist, eine solche Beziehung zu segnen wie man die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau segnet.“

Deswegen wäre es unwahrhaftig, mit dem Segnen einer homosexuellen Beziehung gleichzeitig ein öffentliches Zeichen gegen die Lehre der Kirche zu setzen.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.kathnews.de/kardinal-woelki-priesterweihe-von-frauen-theologisch-nicht-realistisch

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Peter Hahne spricht am 12.9. im Erzgebirge

Der ehem. ZDF-Moderator Peter Hahne aus Berlin ist in deutschsprachigen Ländern auch als Bestsellerautor und Vortragsredner bekannt.

Der evangelische Theologe hält am Sonntag, den 12. September 2021, um 16 Uhr eine Rede zum Thema „Nur die Wahrheit zählt – Wie wir aus der Krise kommen“.

Die Tagung findet statt im Erzgebirgshof Bethlehemstift in 09465 Sehmatal-Neudorf (Vierenstr. 22).

Veranstalter ist die evangelikale Initiative AG Welt e.V.

Der Eintritt ist frei – für das leibliche Wohl wird gesorgt – Spenden werden erbeten.


Brauchtum: Kräuterbüscheltag am 15. August

Von Pfarrer Dr. Udo Hildenbrand

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August wird hier in Gengenbach im schönen Schwarzwald volkstümlich „Kräuterbüscheltag“ genannt.

Nach alter Tradition brachten am Ort vor „Coronazeiten“ Gengenbacher Gemeindemitglieder kleinere und größere, bis zu 1 m Durchmesser große Kräuterbüschel zum Gottesdienst, manche so groß wie Wagenräder. Viele Jahre lang durfte ich diesen höchsten Marienfeiertag im Jahr mit der Gemeinde feiern, an dem immer auch eine große Schar auswärtiger Christen teilnahm.

Der große Kirchenraum mit seiner bunten Ausmalung war erfüllt mit den Düften der vielen im Chorraum aufgestellten Kräuterbüschel sowie auch mit zahlreichen Körben, gefüllt mit Kräutern und Blumen. Dazu vermischten sich noch die Weihrauchdüfte bei der Kräuterweihe und während der Festgottesdienstfeier.

Der Vorabendgottesdienst zum Fest wurde in meinen letzten Jahren als Pfarrer der Gemeinde eine zeitlang im ansprechend gestalteten Gengenbacher Kräutergarten neben der Stadt- und ehem. Benediktinerabtei-Kirche St. Marien, später beim Prälatenturm gefeiert. Jagdhorn-und Alphornbläser gestalteten abwechselnd die Festgottesdienste in und neben dem Gotteshaus.

Die schönsten Kräuterbüschel wurden jeweils nach dem Festgottesdienst vor dem schmucken Rathaus, dem „weltgrößten Adventskalender“, prämiert.

Zum Abschluss des Marien-Festtages lud in den vergangenen Jahren die Pfarrgemeinde zum immer sehr gut besuchten „Orgelkonzert am Kräuterbüscheltag“ in die mit den Kräuterbüscheln geschmückte Stadtkirche ein, jeweils bravorös gespielt vom hiesigen Bezirkskantor Matthias Degott.

In diesen Coronazeiten ist natürlich alles etwas anders. Bleibt nur zu hoffen, dass „nach Corona“ auch diese schöne religiöse Brauchtumsform, die auch an vielen anderen Orten am Festtag der Aufnahme Mariens in den Himmel gepflegt wird, weiterhin lebendig erhalten bleibt.

Unser Autor, Pfarrer Dr. Udo Hildenbrand, war von 1971 – 1973 Kaplan in Gengenbach und von 1989-2010 Pfarrer der Gemeinde, später Leiter der Seelsorgeeinheit Vorderes Kinzigtal. Heute wohnt er als Pensionär in Gengenbach.


Impfrate deutlich höher als bei RKI-Statistik?

Eine neue Umfrage zu den Corona-Impfungen in Deutschland nährt Zweifel an den offiziellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). 75 Prozent der 18- bis 59-Jährigen erklärten laut „Spiegel“ in einer Infratest-Befragung in Kooperation mit dem DIW Berlin bis zum 13. Juli, sie hätten ihre erste Spritze bereits erhalten.

Dieser Wert war 16 Prozentpunkte höher als in der offiziellen RKI-Statistik. Dort lag die Erstimpfungsquote der Altersgruppe zu diesem Zeitpunkt nur bei 59 Prozent, schreibt das Magazin weiter unter Berufung auf die Auswertung des „Corona Compass“, wie die Infratest-Umfrage heißt.

Damit verdichten sich die Anzeichen, dass das RKI in seinem offiziellen Impfquotenmonitoring die tatsächliche Impfrate unterschätzt. Das Institut selbst hatte am Mittwoch eine Umfrage veröffentlicht, in der 79 Prozent der 18- bis 59-Jährigen angaben, erstgeimpft zu sein. Dies wären 20 Prozentpunkte mehr, als das Impfquotenmonitoring zum selben Zeitpunkt auswies. Die Ergebnisse des „Corona Compass“ kommen denen der RKI-Umfrage auffallend nahe.

„Dies weist darauf hin, dass die tatsächliche Impfquote deutlich höher liegt, als die Statistik ausweist“, sagte der DIW-Forscher Mathias Huebener dem „Spiegel“.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.extremnews.com/nachrichten/gesundheit/da3f1845ef3c320