CDL-Protest: Pränatale Bluttests fahnden nach ungeborenen Kindern mit Down-Syndrom

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Sitzung am 19. August 2021 die Versicherteninformation zu nicht-invasiven pränatalen Bluttests (NIPT) verabschiedet und in die Mutterschaftsrichtlinien aufgenommen. Damit ist die Finanzierung vorgeburtlicher Bluttests zur Entdeckung chromosomaler Abweichungen durch die Krankenkassen endgültig beschlossen.

Die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben e. V. (CDL), Susanne Wenzel (siehe Foto), erklärt hierzu:

„Die nicht-invasiven pränatalen Bluttests haben in erster Linie den Zweck, nach ungeborenen Kindern mit dem Down-Syndrom zu fahnden.

Es handelt sich hier nicht um harmlose medizinische Tests im herkömmlichen Sinne, die therapeutischen Zwecken dienen. Denn für die Trisomien 13, 18 und 21, die mit dem Bluttest festgestellt werden können, gibt es bislang keinerlei Therapiemöglichkeiten. Sie bieten also weder für die Mutter noch für das ungeborene Kind irgendeinen gesundheitlichen Nutzen, sondern dienen lediglich der Selektion.

Zwar sieht die Versicherteninformation vor, dass die Tests nur in „begründeten Einzelfällen“ und bei „Risikoschwangerschaften“ durchgeführt werden sollen. Hierbei wird allerdings außer Acht gelassen, dass z. B. der Hersteller des PraenaTest, LifeCodexx, seinen Test für alle Schwangeren empfiehlt und für vermeintliche „Sicherheit“ und „Wissen“ wirbt, „ohne Risiko für das Kind“.

Aber nach einem kritischen Testergebnis ist meist leider nur sicher, dass die Abtreibung folgt.

Mit der Kassenzulassung des Tests verfolgte der G-BA das Ziel, die Risiken der seit den 70er Jahren üblichen invasiven Untersuchungen, wie etwa der Fruchtwasseruntersuchung, zu vermeiden. Dabei wird aber verschwiegen, dass die medizinischen Leitlinien festlegen, auffällige Testergebnisse „sicherheitshalber“ mit einer invasiven Untersuchung – mit all ihren Risiken – zu prüfen.

Die Entwicklung in anderen Ländern hat gezeigt, dass der Test sehr schnell zur Standarduntersuchung wird. In Dänemark und in Island sind mit Einführung des Tests die Abtreibungszahlen angestiegen und Kinder mit Down-Syndrom werden seither dort kaum mehr geboren.

Mit der Zulassung dieser Tests wird es künftig keinen Schutz mehr für Menschen mit Down Syndrom und anderen Diagnosen geben. Vielmehr wird ihnen mit der heutigen Entscheidung signalisiert, dass Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft nicht erwünscht sind.

Die Fraktionen des Deutschen Bundestages haben es versäumt, hier Zeichen zu setzen. Ungehört verhallte die wiederholte Bitte des G-BA an das Parlament, diese Debatte aufzunehmen.

Durch die breite Verfügbarkeit des pränatalen Bluttests werden Eltern unter Druck gesetzt werden, kein behindertes Kind zu bekommen und vor allem Frauen vermehrt in Schwangerschaftskonflikte getrieben.

Die CDL fordert die Fraktionen im Deutschen Bundestag auf, dieser Entwicklung schnellstens entgegenzuwirken und stattdessen finanzielle Hilfen und Förderungen für Familien mit Kindern zu erarbeiten. Vor allem sollten sich die Mitglieder des Deutschen Bundestages gegen diese tödliche Diskriminierung von ungeborenen Menschen mit möglichen Behinderungen stellen.

Wir brauchen eine Politik, die jeden Menschen als gleichwertig behandelt. Die Rasterfahndung nach Menschen mit einer Behinderung und deren anschließende Eliminierung aus unserer Gesellschaft ist durch nichts zu rechtfertigen und absolut inakzeptabel.“


2 Kommentare on “CDL-Protest: Pränatale Bluttests fahnden nach ungeborenen Kindern mit Down-Syndrom”

  1. Juetz sagt:

    Horror.
    Ja, es ist sicherlich schwer, ein behindertes Kind zu haben und zu begleiten … aber wenn da der Staat finanziell großzügiger wäre .. aber klar, das geht nicht, denn das sind ja unnütze Wesen, die tragen ja nichts bei zum Bruttosozialprodukt, sondern kosten nur … wie ich ja auch grade ..
    Kosten-Nutzen-Denken .. wo sind wir hingekommen …
    Vielleicht waren da die Zeiten, in denen der medizinische Fortschritt noch nicht so weit war, zwar brutaler, aber doch humaner?
    Denn man konnte nicht sehen, wie das Kind sein würde, das auf die Welt kommt und durch fehlende medizinische Therapien nahm dann die Natur ihren Lauf … und wenn das Kind trotz allem geliebt und begleitet wurde …
    Aber viele hat man dann wahrscheinlich umgebracht, oder verhungern lassen und weil man sie nicht pflegen konnte, sich selbst überlassen, bis dann .. heute macht man das einfach eleganter und verlogener.

    Ich „freue“ mich schon, wenn es denn dann für die Regenbogenfraktion Angebote geben wird für ein perfektes Designerkind .. man arbeitet ja schon an einer künstlichen Gebärmutter .. und ich hatte dann eine echte Horrorvorstellung, kurz vorm einschlafen, dass dann all diese Regenbogenmänner daheim so ein Ding stehen haben und ganz verzückt die Entwicklung „ihres“ Kindes mitverfolgen können .. bis es dann geboren wird, und sie auch endlich „Eltern“ sein können …

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  2. kerzlschlucker sagt:

    Unter bestimmten Umständen wird das in Österreich schon immer von der Krankenkasse bezahlt

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