Afghanistan: US-General kritisiert Biden

US-Präsident Biden und die Bundesregierung machen fehlenden Kampfwillen der afghanischen Armee für den Erfolg der Taliban verantwortlich.

Im Interview mit dem Onlineformat STRG_F widerspricht der Ex-Kommandeur der US-Streitkräfte in Afghanistan, David Petraeus. „Sie hatten plötzlich keine Rückendeckung mehr“, sagt er mit Blick auf die afghanischen Streitkräfte. „Unsere Luftwaffe war weg“.

Er habe als Kommandeur in Afghanistan selbst erlebt, in welch riesiger Anzahl afghanische Sicherheitskräfte kämpften und starben. Nach dem Abzug der US-Luftwaffe sei aber die wichtige Rückendeckung aus der Luft weggefallen. „Wie kann man von Streitkräften erwarten, dass sie kämpfen, wenn sie wissen, dass keiner mehr zur Unterstützung kommt?“, so Petraeus.

Der US-General widerspricht damit der Darstellung von US-Präsident Biden, der die Schuld für den schnellen Erfolg der Taliban auf die afghanische Armee geschoben hatte. Auch die Bundesregierung hatte sich dieser Darstellung angeschlossen. Die afghanischen Streitkräfte seien nicht bereit gewesen „sich den Taliban entgegenzustellen“, so Außenminister Heiko Maas.

Petraeus kritisierte Bidens Aussagen: „Die Fakten sind, dass 27 Mal so viele afghanische Sicherheitskräfte im Kampf für ihr Land gestorben sind als US-Amerikaner.“ – Tatsächlich starben nach Angaben der Brown University 2442 US-Amerikaner und ca. 66.000 afghanische Sicherheitskräfte in dem 20-jährigen Krieg.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.extremnews.com/nachrichten/weltgeschehen/1a3f1847ead608a


2 Kommentare on “Afghanistan: US-General kritisiert Biden”

  1. Peter Kiefer sagt:

    Aus militärischer Sicht war der Befehl des US-Präsidenten zum abrupten Abzug der amerikanischen Soldaten eine katastrophale Fehlentscheidung, welche strategischen resp. politischen Entscheidungen dazu geführt haben, weiß die Öffentlichkeit bis jetzt jedoch nicht. Mit seiner Kritik an Joe Biden steht General Petraeus nicht allein, ähnlich äußern sich auch deutsche Soldaten, die in Afghanistan im Einsatz waren.

    Während der amerikanische Präsident die Schuld für den schnellen Erfolg der Taliban auf die afghanische Armee schob, zeichnet General Petraeus ein differenzierteres Bild: Mit der Einstellung der Unterstützung durch die amerikanische Luftwaffe wurden die regulären afghanischen Streitkräfte alleine gelassen. Dazu kam der Befehl des afghanischen Präsidenten an ’seine‘ Kommandeure, alle Kampfhandlungen einzustellen. Viele Fragen sind noch offen, denn die Machtübernahme in einem 40 Millionen-Volk kann nicht in wenigen Tagen exekutiert werden, dazu bedarf es einer langen Vorbereitung!

    Unabhängig davon schildert ein deutscher Stabsoffizier, der in einem US-Feldlager bei Masar-e-Scharif als Co-Kommandant eingesetzt war (Junge Freiheit Nr. 34/21), die Situation der afghanischen Armee, die „an jedem Tag etwa 25% Ausfall hatte, weil die Soldaten für einige Tage nach Hause gingen, um dort wichtige Arbeiten zu erledigen“ – Familie hat Vorrang! „Wurde eine Einheit mit Material ausgerüstet, verkauften Kommandeure es einfach.“ „Dazu kommt die schlechte Bezahlung“, denn „um eine vier- bis fünf-köpfige Familie durch den Monat zu bringen, braucht man 450 US$, die Soldaten erhielten aber nur 180.“ So konnte der afghanische Präsident auch mit 164 Millionen ins wohlverdiente Exil fliehen!

    Das hindert natürlich den best-angezogenen Außenminister, den die BRD jemals hatte, nicht, ‚Sleepy Joe‘ zuzustimmen, dass die afghanischen Streitkräfte nicht bereit gewesen seien, „sich den Taliban entgegenzustellen“.

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  2. […] Afghanistan: US-General kritisiert Biden — CHRISTLICHES FORUM […]

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