Südafrika: Erzbischof beklagt den Ahnenkult

Der Erzbischof Buti Tlhagale von Johannesburg äußerte sich in einer Ansprache an eine Gruppe neuer Missionare u.a. kritisch über den Einfluß von magischen Ahnenkulten.

Der katholische Oberhirte erinnerte daran, dass diese Ahnenverehrung oft ein Hindernis für eine Evangelisierung sei, da viele Menschen im Land immer noch an die allgegenwärtige Präsenz der Ahnen glauben.

Erzbischof Tlhagale wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass alte magische Volkspraktiken auch von Katholiken nicht selten mit dem christlichen Glauben vermischt würden.

So gäbe es Fälle, in denen Menschen am selben Tag zu zwei Beerdigungen derselben verstorbenen Person gingen, weil es eine Andacht für die Vorfahren und eine Messe in der Kirche gebe. Dies verstünden diese Menschen dann als eine Art doppelte „Versicherung“ für das Jenseits.

Quelle: vatikanischer Fidesdienst


8 Kommentare on “Südafrika: Erzbischof beklagt den Ahnenkult”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Die Ahnen, zu denen man eine spirituelle Verbindung hat gibt es tatsächlich auch.
    Aber: Nicht alle Ahnen sind lichtvoll. Da können auch dunklere Gestalten drunter sein.

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  2. Monika Medel sagt:

    Die Diskussion hier hat verschiedene Ebenen. Zum einen ist es so, dass überkommene religiöse Riten und Vorstellungen zählebig sind. Über deren Sinn oder Unsinn, ihren Nutzen oder Schaden sagt das noch lange nichts aus. Für religiösen Gebräuche ist es charakteristisch, dass die Gläubigen jahrhundertealte Rituale gewissenhaft vollziehen, auch wenn diese den Sinn längst verloren haben. So opferten im alten Griechenland – in Böotien am Kopais-See – die Menschen in einem komplizierten Ritual den Göttern Aale, wussten aber nicht mehr warum. Begründung: „Die Bräuche der Vorfahren müsse man bewahren.“ Aber wir pflegen heute nicht mehr die Kulte der Steinzeit. Es kam eben immer auch zu Änderungen – bisweilen langsam und unmerklich, manchmal auch dramatisch. Religiöse Reformer konnten den Nerv der Zeit treffen, z.B. Zarathustra. Eine gänzlich neue Religion konnte gewaltsam eingeführt werden, wie der Buddhismus in Teilen Tibets durch Könige, gegenüber der früheren Bon-Religion. Denkt man gar nicht so. Usw. Ich habe jetzt bewusst außerchristliche Beispiele gewählt. Das Thema christliche Mission ist äußerst komplex. Was zieht die Neubekehrten an? Welche Rolle spielt die eigene oder fremde Oberschicht? Was verstehen sie nicht oder falsch? Was an früheren Vorstellungen bzw. Gebräuchen kann man integrieren? Wie weit darf „Inkulturation“ gehen? Der bekannte Ritenstreit ist nur eines von sehr vielen unterschiedlichen Beispielen.

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  3. Onkel Guido sagt:

    es ist halt immer schwierig, wenn man den Leuten das nehmen will was sie seit Generationen kennen, leider missionieren 2 der 3 Abrahamitischen Religionen die älteste ist nobel und tut das nicht nimmt aber Leute in gewisser Form auf, wenn diese sich darum bemühen

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    • Guten Tag,
      es ist doch klar, daß das Judentum nicht aktiv missioniert, weil hier zwischen Volk und Glaube eine Kombination besteht – das ist der Grund und nicht „noble“ Zurückhaltung.
      Mission ist in Ordnung, ja sogar unser Auftrag direkt von Christus (Mt 18), solange sie friedlich und fair erfolgt.
      Vielleicht nehmen Sie – wo Sie doch sonst so gerne gegen Aberglauben innerhalb der Kirche schreiben – einmal zur Kenntnis, daß dieser magische Ahnenglaube nicht so drollig und nett ist, wie er vielleicht auf den ersten Blick erscheint, sondern bei den Menschen zu Angst und falscher Schicksalsergebenheit führen kann – weil zur Ahnenverehrung auch die Angst vor Geistern gehört bzw. die Furcht vor der „Rache der Vorfahren“, wenn man sie nicht besänftigt usw.
      Sie kommen sich wieder einmal oberschlau vor, schreiben aber reichlich oberflächlich daher, immer gerne mit einem ironischen Seitenhieb auf die eigene Religion.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

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      • Onkel Guido sagt:

        Was da drollig und nett ist ist immer eine Frage der Perspektive Fegefeuer und Höllen Betrachtungen sind es jedenfalls nicht und nehmen es locker mit jedem Ahnenkult auf
        Man nimmt jedenfalls keinem Volk seine Religion und Kultur
        Darum wettert man ja zu recht auch gegen Islamisierung
        jedenfalls waren christliche Missionare da oft nicht wirklich besser mithilfe der Kolonial Mächte aber das sind historische Fragen

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      • Guten Tag,
        „man“ wettert nicht gegen Islamisierung, weil dort Mission betrieben wird, sondern weil sie mit GEWALT verbunden ist.
        Schreiben Sie doch nicht ständig am springenden Punkt vorbei, zumal ich ihn bereits angesprochen hatte.
        Statt mit dem Islam früher und heute schreiben Sie lieber gegen christliche MIssionare, obwohl gerade diese sich wegen ihrer friedlichen Einstellung nicht selten gegen die Kolonialmächte richteten (siehe Jesuitenstaat in Paraguay, Bischof La Casas).
        Vom Ahnenkult haben Sie nach wie vor keine Ahnung, auch nicht von der darin enthaltenen Willkür, Magie und irrationaler Geisterfurcht, die mit der klaren, zudem biblisch bezeugten und durchaus logischen Jenseitslehre der Kirche nicht vergleichbar ist.
        Ich drehe mich mit Ihnen hier nicht weiter im Kreise.
        Freundlichen Gruß
        Felizitas Küble

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      • Onkel Guido sagt:

        das habe ich vergessen und man beurteilt nicht die Kultur oder Religion eines Volkes ob diese gut oder schlecht ist aber grade lateinische Katholiken tun das ja gerne sogar in der katholischen Kirche man muss sich nur den Umgang mit den nicht zölibatären Priester der unierten Kirchen anschauen und den jahrhundertelangen Latinisierungs Versuchen
        damit hat Johannes Paul II. kirchenrechtlich Schluss gemacht und Papst Franziskus hat diskriminierende Regelungen aufgehoben

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      • Guten Tag,
        statt sich mit einer wirklich aggressiv-missionarischen Religion wie dem Islam befassen Sie sich lieber mäkelnd mit innerkirchlichen Detailthemen, die mit dem Thema Mission nichts zu tun haben, denn die unierten Ostkirchen sind ja bereits katholisch – im übrigen wurden (und werden) die Unierten vor allem von der vorherrschenden Orthodoxie unterdrückt, vorher noch dazu und noch schlimmer von der kommunistischen Diktatur.
        Aber das ist ja nicht so Ihr Interessensgebiet….
        Freundlichen Gruß
        Felizitas Küble

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