Epochenwechsel: Abschied vom Bewährten

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Wir erleben jetzt einen Epochenwechsel. Es ist der Abschied von gewohnten Ansichten:

  • In der Politik seitens der „Volksparteien“. Eine Partei, die kaum 25% der Wähler hinter sich scharen kann, verdient diesen Namen nicht. Wenn zwei Wochen vor der Bundestagswahl rund 40% der Wähler nicht wissen, wem sie ihre Stimme geben, zeigt das die Profillosigkeit der Parteien. Das Wahlergebnis wird Konsequenzen haben für die Bildung der Regierung und danach für klare, weitreichende Entscheidungen.
  • Die Gesamtgesellschaft ändert sich rasant. Die demographische Situation mit ihrer Kinderarmut ist das Ergebnis einer fehlenden Wertschätzung der Ehe und unzureichender staatlicher Unterstützung kinderreicher Familien. Die Massenabtreibung verschärft die Entwicklung. Die Auswirkungen auf Schule und Arbeitswelt sind nicht mehr zu übersehen. Versuche, die gesetzwidrige, aber straffreie Abtreibung aus dem Strafgesetzbuch zu streichen und ein „Recht auf Abtreibung“ als gesellschaftliche „Erungenschaft“ zu installieren, werden das ohnehin schwache Bewusstsein des „Rechts auf Leben“ eliminieren. Da die einheimische Bevölkerung die eigene Geschichte und Kultur kaum wertschätzt, können die von außen Hinzugekommenen nicht integriert werden, was jahrhundertelang im Römischen Reich gelungen ist. Ob dennoch die für unsere Gesamtgesellschaft verbindliche Verfassung gesichert werden kann, ist daher fraglich.
  • Wir nehmen Abschied von der „Volkskirche“. Es ist eine Tatsache, dass kaum mehr 5% der „Gläubigen“ am Sonntag den Weg zur Kirche finden, der sakramentale Mitvollzug darniederliegt und jedes Jahr Hunderttausende ihren Austritt aus der Kirche erklären. Bedeutsamer ist jedoch die Bewusstseinsänderung, dass Kirche und Glaube mit dem realen Leben nichts zu tun haben. Trotz der nominellen Kirchenzugehörigkeit wird das neue Bewusstsein immer deutlicher. Die Versuche mit dem „Synodalen Weg“ und mit mehr Anpassung an die Erwartungen der „Welt“ zeigen, dass das „Machertum“ auch in der Kirche Einzug gehalten hat.

Das „Machertum“, ausgedrückt im bekannten Satz „Wir schaffen das“ hat überall abgewirtschaftet. Angesichts der Corona-Pandemie wird es auch nicht mehr ernsthaft geglaubt. Was sich ausbreitet, sind Ratlosigkeit, Verwirrung und Mutlosigkeit.

Was können wir ändern und wie können wir die Neuheiden mit der Botschaft Jesu erreichen?

Joseph Ratzinger äußerte bereits 1958 (!): „Nur wenn die Kirche anfängt, sich selbst wieder als das darzustellen, was sie ist, wird sie das Ohr der neuen Heiden mit ihrer Botschaft zu erreichen vermögen“. – Es ist das, was die Heiden in den ersten Jahrhunderten mit Erstaunen feststellten: „Seht, wie sie einander lieben“!

Offensichtlich hatten sie ein Gespür und eine Sehnsucht, wie das menschliche Verhalten eigentlich sein sollte. Auch säkulare Menschen, die von Gott nichts halten, bewundern z.B. Mutter Teresa von Kalkutta wegen ihrer aufopfernden Fürsorge für Arme und Entrechtete. Sie fragen aber nicht, woher sie ihre Kraft für ihren Einsatz bezog. So versperren sie sich den Weg zu Gott.

Benedikt XVI. hat den weiterführenden Hinweis in seiner ersten Enzyklika „Gott ist Liebe“ gegeben. Er schreibt darin: „Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluss oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit eine entscheidende Richtung gibt“. – Wir können diesen Hinweis aufgreifen und so Suchenden eine Perspektive geben.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und die Monatszeitschrift DER FELS


2 Kommentare on “Epochenwechsel: Abschied vom Bewährten”

  1. Onkel Guido sagt:

    Ja es ändert sich vieles was davon als gut oder schlecht wahrgenommen wird liegt am Standpunkt des Betrachters

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  2. Cornelia Vogt sagt:

    GOTT IST LIEBE , STIMMT.
    ABER AUCH GERECHTIGKEIT IN PERSONA.
    DIE MENSCHHEIT SOLL SICH BEKEHREN ZU IHREM SCHÖPFER HIN.
    UMKEHREN HEIßT ES SO SCHÖN.
    DIE WAHRHEIT WIRD ANS LICHT BEFÖRDERT.
    DIE SOGENANNTEN HEIDEN SIND LEICHTER ZUR UMKEHR ZU BRINGEN, ALS KATHOLIKEN, WELCHE STARR DARAUF POCHEN, MIT JESU TOD SEI ALLES VERGEBEN AUF EWIGLICH.
    DAS DEM NICHT SO SEIN KANN,BESAGT DAS VATER UNSER IN DESSEN WORTLAUT ALLEIN SCHON.
    TAUSEND UND ABERTAUSEND MALE GESPROCHEN UND DEN INHALT NIE RICHTIG ERFASST,DA ERLERNTES ZUM REDESCHWALL HERUNTERGESTUFT WARD.
    VATER UNSER
    DER DU BIST IM HIMMEL
    GEHEILIGT WERDE DEIN NAME….
    WER HEILIGT GOTT DEN VATER DENN!
    GUTE MENSCHEN WURDEN HEILIG GESPROCHEN.
    UND WER IST ES, DER DEREN WUNDERTATEN
    VOLLBRACHT HAT!!!!
    HINTER ALLEM STAND IMMER GOTT, DER VATER.
    HABT IHR UNRECHT HEUT GETAN, SIEH ES,LIEBER GOTT NICHT A N.
    HEIßT VERGEBUNG ERBITTEN BEI GOTT.
    DOCH DEN SPLITTER ZU ENTFERNEN , SCHAFFT KEINER.
    ES SEI DENN BEI SEINEM NÄCHSTEN.
    DORT WIRD ER AUSGETRETEN AKTUELL.
    DEUTSCHLAND STEHT IN GOTTES HEILSPLAN GANZ OBEN IN DIESER VERWERFLICHEN EPOCHE.

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