Gospel-Forum in Stuttgart weiter zerstritten

Von Felizitas Küble

Wie die evangelische Nachrichtenagentur aktuell berichtet, hält die seit Monaten bestehende Leitungskrise im charismatischen Gospel-Forum weiter an.

Deren Leiter Peter Wenz – so beklagen führende Mitglieder der Stuttgarter Mega-Gemeinde  –  erweise sich nach wie vor als nicht kritikfähig und selbstherrlich. Statt mit Sachargumenten reagiere er mit Drohungen auf Beschwerden.

Hauptpastor Peter Wenz kommt aus der protestantischen Pfingstbewegung. Unter seiner Regie hat sich die einstmalige „Biblische Glaubens-Gemeinde“ in Gospel-Forum umbenannt und  – rein äußerlich gesehen – erfolgreich fortentwickelt, was auch mit dem emotionalen Stil, seinen anschaulichen Predigten und den rhytmischen Lobpreisliedern in seinen Gottesdiensten zu tun hat, die vor allem junge Leute anziehen. 

Wie im charismatischen Spektrum üblich, stehen Erlebnisse von „Heilung und Befreiung“ im Mittelpunkt der Gemeinde. Dazu kommen die außerordentlichen Charismen, die dem Heiligen Geist und seinem Wirken zugeschrieben werden, darunter z.B. Zungenrede, Ruhen im Geist (Rückwärtskippen in Trance) oder „prophetische Gaben“. Solche erfahrungsorientierten Frömmigkeitsformen sind vor allem für Neulinge im Glauben oft faszinierend, zumal sie die religiöse Neugier ansprechen, aber moralisch nicht viel abverlangen.

Manche suchen auch eine „unfehlbare“ geistliche Führung, die ihnen dort geboten wird. Gerhard Wissmann gehörte einst zum Kreis um Pastor Wenz. In „BGG-Notizen eines Leiters 1993“ erwähnt Wissmann folgende Aussage aus dessen Predigt: „Was von mir gesagt wird, kommt direkt vom Heiligen Geist und ist deshalb nicht angreifbar bzw. darf keiner weiteren Prüfung unterzogen werden; etwaige Kritik ist Rebellion gegen Gott.“

Das Pfingstlertum ist von weiteren „Kinderkrankheiten“ geprägt, die ihr gleichsam in die Wiege gelegt wurden und die  immer stärker ausufern. Dazu gehört die Erwartungshaltung, als „vollmächtiger“ Christ  die außergewöhnlichen „Geistesgaben“ zu erhalten, das Sprachengebet zu pflegen, Heilungen zu bewirken usw. Durch die Sehnsucht bis hin zur Sucht nach „Zeichen und Wundern“ entsteht ein starker seelischer Druck, im Falle des Nicht-Gelingens auch Ängste und Glaubenszweifel.

Dies gilt erst recht für die in diesen Kreisen häufig anzutreffende Dämonen-Fixiertheit und vorschnelle „Diagnose“ von Besessenheit oder „okkulter Belastung“ bei Gemeindemitgliedern, die skeptisch sind oder früher in die Esoterik verstrickt waren.

Weitere Infos zum Gospel-Forum hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/11/26/stuttgart-charismatisches-gospel-forum-aktuell/

 


MEHR-Gründer Dr. Johannes Hartl wirbt für den Extrem-Pfingstler Mike Bickle

Von Felizitas Küble

Seit vielen Jahren befassen wir uns im CHRISTLICHEN FORUM mit den Aktivitäten des charismatischen „Gebetshauses Augsburg“ und der jährlichen MEHR-Konferenz, die im letzten Januar über zehntausend Besucher zählte. (Siehe unsere 14 bisherigen Beiträge HIER)

Gründer der Initiative sowie des MEHR-Kongresses ist der katholische Theologe und Familienvater Dr. Johannes Hartl (siehe Foto).

Normalerweise hätte die MEHR wieder  – wie sonst immer  – Anfang Januar stattgefunden, aber diesmal fiel sie aus, weil Hartl die allgemeine Losung ausgab, mehr in die geistliche Tiefe gehen zu wollen, statt in die Breite zu wirken, was immer das wohl konkret heißen mag…

Mit ähnlicher „Begründung“ verkündet er überdies, daß er von jetzt bis Mai auf öffentliche Auftritte verzichten werde. 

Bei Charismatikern geht es  bekanntlich mit Vorliebe „feurig“ zu. Während der protestantisch-schwarmgeistige Star-Prediger Reinhard Bonnke gerne seine spektakulären „FEUER-Konferenzen“ abhielt, trägt eines der Hartl-Bücher den Titel: „In meinem Herzen FEUER“.

In einem ähnlichen Sinne schrieb der US-amerikanische Extrem-Pfingstler sein Buch „Passion for Jesus“ (siehe Foto), das in deutsch unter dem Titel „Leidenschaft für Jesus“ erschien. 

Beide – sowohl der katholische Hartl wie der evangelische Bickle  – praktizieren eine überschwängliche „Frömmigkeit“ und propagieren ausdrücklich ein „Verliebtsein“ (!) in Jesus. Aber das wäre noch egal und vielleicht lediglich etwas schrullig-emotional.

Allerdings gehen die Gemeinsamkeiten dieser zwei bekannten Größen innerhalb der Charismatik weit darüber hinaus:

Das hat Dr. Hartl mit seinem Tweet vom 30.12.2018 eindringlich unter Beweis gestellt, nachdem er in Kansas City (USA) seinen vorläufig „letzten öffentlichen Vortrag“ hielt, nämlich bei der Onething-Konferenz von IHOP, einer Gebets-Vereinigung, die von Mike Bickle gegründet wurde. 

Hartls Tweet vom 30.12.2018 war auf englisch abgefaßt und lautet in deutscher Übersetzung:

„Was Mike Bickle und IHOP-KC seit vielen Jahren als Pionierleistung vollbrachten, das hat mein eigenes Leben und das Leben von Millionen Menschen auf die wirkungsvollste Art und Weise verändert. Es ist ein Vorrecht, an der Onething-2018 teilhaben zu können und dem die Ehre zu geben, dem Ehre gebührt.“  (Quelle: https://twitter.com/DrJohannesHartl)

Nun kann Hartl seine Mitstreiter öffentlich ehren und würdigen, wie er lustig ist – allerdings dürfen Kritiker der Schwärmerszene genauso nachfragen, was es mit den Aktivitäten des vielgerühmten Mike Bickle auf sich hat. 

Andrew Strom informiert darüber in seinem englisch-sprachigen Buch „Kundalini-Warning“ (siehe Foto). – Hier ist es als PDF auf deutsch lesbar:
https://verfuehrungderbraut.files.wordpress.com/2015/09/kundalini-warnung-update9d-2015-deutsch.pdf

Der Verfasser ist Charismatiker aus Neuseeland und gehörte 11 Jahre lang zu Bickles Connection, nämlich den sog. Kansas-City-Propheten, bisweilen auch schlicht Propheten-Bewegung genannt. Dies ist ein amerikanischer Zweig innerhalb der Charismatik, der aber weltweite Ableger ausstreute.

Ein führender Vertreter dieser Strömung ist der von Dr. Hartl bewunderte Pastor Mike Bickle, der  – so heißt es im Tweet –  „mein eigenes Leben….auf die wirkungsvollste Art und Weise verändert hat“.

Der erwähnte Buchautor Strom hat sich (noch?) nicht komplett vom Charismatismus verabschiedet, aber immerhin von den selbsternannten Cansas-City-Propheten um Bickle und Co. Der Kritiker ist sozusagen vom extremen Flügel zum gemäßigten Lager übergelaufen.

Hinsichtlich der „Propheten-Bewegung“ schreibt er, sie sei von „einem Geist der Wahrsagerei und Hellseherei“ beherrscht, die mit der biblischen Gabe der Prophetie nichts zu tun habe, sondern ein Zerrbild hiervon sei. Diese Szene sei von einem „totalen Mangel an Unterscheidungsvermögen“ geprägt.

BILD: Buchtitel von Mike Bickle: „Growing in der Prophetic“ (Wachstum im Prophetischen) – typisch in Text und Gestaltung

Schon im Jahre 2004 war Strom von befremdlichen Phänomenen, die er reihenweise erlebte, derart irritiert, daß er sich davon distanzierte. Er bemängelte „verdrehte Lehren, gefallene Propheten und bizarre Manifestationen“.

Die Cansas-City-Bewegung leide „unter einer ernsthaften Verführung“ und es sei gefährlich, sich mit ihr einzulassen. Man müsse, so Strom, dringend die Auswüchse dieser irrgeistigen Schwärmerei beschneiden. (Näheres dazu hier im Kundalini-Beitrag: http://www.bifo.de/viewtopic.php?t=1058#p15943)

Indessen schreiben wir das Jahr 2018 –  und Dr. Hartl findet Bickles IHOP-Aktivitäten ganz großartig und beehrt dessen Kongreß mit seinem Vortrag und Tweet.

Der evangelikale Autor Alexander Seibel, selbst einstmals ein langjähriger Pfingstler, schreibt in Büchern freimütig über seine früheren Irrtümer. Er hat sich völlig von der Charismatischen Bewegung, der er einst angehörte, losgesagt.

Seibel berichtet in einem Internet-Artikel von einer Versammlung, an der Mike Bickle führend teilnahm, unter anderem folgendes:

„Phil Elsten von den „Cansas City Propheten“ forderte beim Seminar zum Thema „Der prophetische Dienst“ beim Gemeindekongreß 1993 in Nürnberg das anwesende Publikum auf, man möge ihm die Handflächen zeigen. Gott würde dadurch besondere Einsichten geben.

Nun meinte ich, es sei auch dem vernebelsten Schwärmer klar geworden, daß dies Wahrsagerei und nicht biblische Prophetie ist…

Auch der Leiter dieser Propheten, Mike Bickle, war anwesend. Er berichtete, wie er ein Brennen in der Magengegend und ein Heißwerden seiner Hände spürte. Dies war für ihn das Zeichen, daß das „Feuer Gottes“ unter den Seminarteilnehmern wirken werde…

John Paul Jackson, ebenfalls auf diesem Seminar und „bewährter“ Prophet, erklärte der Los Angeles Times, ohne mit der Wimper zu zucken, wie er die Fähigkeit habe, Gott zu riechen. „Gott duftet nach Rosen“…

Wer sollte da noch zweifeln, welche Mächte hier wirklich im Spiel sind? – Fehlanzeige: Diese Hellsehereien waren für die Kongreßteilnehmer natürlich göttliche Charismen. Mike Bickle steht hoch im Kurs…“

Wie man sieht, steht Pastor Bickle mit seinen „prophetischen“ Aktivitäten bei Dr. Hartl sogar nach einem Vierteljahrhundert noch „hoch im Kurs“, hat dieser doch sein Leben so „wirkungsvoll“ verändert.

Kein Wunder, daß beide Charismatiker – der evangelische Bickle ebenso wie der katholische Hartl – gerne beim Gospel-Forum in Stuttgart auftreten, das von dem   – sogar in den eigenen  Reihen umstrittenen –  Pastor Peter Wenz geleitet wird (das Foto zeigt ihn mit Bickle): https://blog.gospel-forum.de/2013/03/23/was-ist-gottes-wille-fur-unsere-welt/Vor drei Jahren gab sich Dr. Hartl auf einer Heilungskonferenz bei Wenz ein Stelldichein: https://blog.gospel-forum.de/2015/10/02/hunderte-heilungen/

So kommt auch in diesen Kreisen zusammen, was zusammengehört.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag in Münster und das Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Aktuelles zum charismatischen Gospelforum

Von Felizitas Küble

Das evangelische Gospel Forum in Stuttgart hieß früher Biblische Glaubensgemeinde und wurde 1953 von Paula Gassner ins Leben gerufen, die schon zuvor als charismatische Predigerin im Süddeutschen aktiv war.
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Seit 1984 von Peter Wenz geführt, ist diese pfingstlerische Mega-Gemeinde ständig weiter gewachsen. Zu den euphorischen Gottesdiensten kommen am Wochenende mehrere tausend Menschen, vor allem junge Leute. Dabei kommt es auch vielfach zum Rückwärtskippen in Trance („Ruhen im Geist“), wobei die Teilnehmer wie ohnmächtig auf den Rücken fallen.
Wie in diesen Kreisen üblich, ist die „Frömmigkeit“ stark auf Zeichen und Wunder, Heilung und „Befreiung“ fixiert   – das sind gleichsam die vier Zauberworte der Charismatik.
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Wie so oft, hält sich auch hier der oberste Leiter für besonders geistbegabt und gottgesandt, ja sogar für einen „Gesalbten des HERRN“. Die unter ihm wirkenden Pastoren in den Hauskreisen haben das offenbar zu verinnerlichen und nicht von den Vorgaben ihres geistbegnadeten Chefs abzuweichen.
Darüber hat auch IDEA berichtet: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/steckt-das-gospel-forum-stuttgart-in-einer-leitungskrise-107358.html
Ebenso ein weiterer evang. Pressedienst: https://www.epd.de/landesdienst/landesdienst-s%C3%BCdwest/schwere-krise-stuttgarter-mega-gemeinde-eklat-bei-mitgliederversam
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Zu diesem Problemfeld gibt es sodann von Betroffenen und Aussteigern einige Hinweise  – auch betreff „geistlicher Mißbrauch“: http://www.cleansed.de/bgg_stuttgart_a.php
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Derartige Phänome sind freilich nicht neu, sondern weitgehend üblich im pfingstlerischen Spektrum  – das Problem liegt im Wesen der Sache, es ist gleichsam system-immanent:
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Wer sich für besonders „geistbegnadet“ hält und mit charismatischen Gaben ausgerüstet glaubt, immunisiert sich damit grundsätzlich gegen Kritik – und wer sich dennoch skeptisch äußert, der vergreift sich damit an einem „Propheten Gottes“ – oder begeht gar die „Sünde wider den Heiligen Geist“.
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Auch mir wird genau dieser Vorwurf seit Jahrzehnten x-mal vorgehalten, auch öffentlich (z.B. von Usern auf Gloria-TV oder kath.net), wenn ich gewisse „charismatische“ Phänomene kritisch unter die Lupe nehme.
In diesen enthusiastisch-fanatischen Kreisen kennt man oft nur schwarz oder weiß  – man selber befindet sich natürlich in der lichtreichen Zone, Andersdenkende sind hingegen von Finsternismächten umgeben oder bestenfalls verblendet.
Weitere aktuelle Infos zum Gospelforum hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/12/gospel-forum-in-stuttgart-weiter-zerstritten/
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Der katholische Charismatiker Dr. Johannes Hartl vom „Gebetshaus Augsburg“ arbeitet aktiv mit Pfingstlerpastor Wenz zusammen und ist z.B. vor drei Jahren bei seiner „Heilungskonferenz“ aufgetreten: https://blog.gospel-forum.de/2015/10/02/hunderte-heilungen/
Mit den Aktivitäten von Dr. Hartl haben wir uns seit Jahren befaßt und seine MEHR-Konferenzen kritisiert: https://charismatismus.wordpress.com/2018/01/04/die-mehr-konferenz-und-weitere-aktivitaeten-des-gebetshauses-augsburg/
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Dr. Johannes Hartl spricht mit pfingstlerischen Starpredigern auf der Presence-Konferenz

Mit Bonnke – Fitzgerald – Johnson – Baker – Wenz

Dr. Johannes Hartl, Leiter und Gründer des charismatisch-ökumenischen Gebetshauses Augsburg, hat gestern in einem Tweet auf englisch darauf hingewiesen, daß er auf der „Presence-Conference“ in Genf auftreten wird.

Die pfingstlerische Großveranstaltung in der Schweiz beginnt am heutigen 20. Mai und endet am 1. Juni.

Mit dem katholischen Theologen Dr. Hartl treten weitere bekannte Redner auf, meist seit Jahrzehnten international bekannte „Stars“ der  protestantisch-charismatischen Szene, darunter folgende:

Reinhard Bonnke (per Skype): Das schwarmgeistige Urgestein ist Gründer von „Christus für alle Nationen“ (CfaN): https://charismatismus.wordpress.com/?s=reinhard+bonnke

Bill Johnson: Pastor der kuriosen US-amerikanischen Bethel-Gemeinde: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Bill+Johnson

Heidi Baker, ultra-enthusiastische Charismatikerin: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Heidi+Baker

Ben Fitzgerald, pfingstlerischer Star-Prediger: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Ben+Fitzgerald

Markus Wenz (Stuttgart), bis vor kurzem Leiter des charismatischen Gospelforums (einer Mega-Gemeinde): https://charismatismus.wordpress.com/?s=Peter+Wenz

 


CDL wählte in Mainz einen neuen Vorstand: Mechthild Löhr einstimmig wiedergewählt

Bundesversammlung mit Prof. Dr. Paul Cullen

Zu ihrer Bundesversammlung kamen am Wochenende die Christdemokraten für das Leben (CDL) in Mainz zusammen. Auf der Tagesordnung standen u.a. die Wahlen des Bundesvorstandes. 
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Bundesvorsitzende Mechthild Löhr (siehe Foto) erfährt größte Wertschätzung und Unterstützung, was sich in der einstimmigen Wiederwahl ausdrückte. Die Versammlung sprach auch ihren drei Stellvertretern Hubert Hüppe, Odila Carbanje und Sophia Kuby  das Vertrauen aus.
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Neu im geschäftsführenden Vorstand ist als Schriftführerin die Juristin Dr. Friederike Hoffmann-Klein. Für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist nach wie vor Susanne Wenzel zuständig, während die Finanzen in den bewährten Händen des Rechtsanwalts Jürgen Boyxen liegen.
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Der Bundesvorstand wird künftig neben vielen jüngeren Gesichtern auch durch die aus Funk und Fernsehen bekannte Publizistin Birgit Kelle (siehe Foto) verstärkt.

Zentraler Punkt im Rechenschaftsbericht der Bundesvorsitzenden Mechthild Löhr war die aktuelle Auseinandersetzung um das Werbeverbot für Abtreibungen.

„Durch die Diskussion um den §219 ist die Abtreibung wieder im politischen Diskurs angekommen“, begrüßte sie die derzeitige Diskussion:

„Diese Sensibilität für das Lebensrecht wünschen wir uns auch für andere Themen, denn das Lebensrecht gehört in die Mitte nicht nur der politischen Auseinandersetzung, sondern in die Mitte unserer Gesellschaft.“

Löhr würdigte die Geschlossenheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Beibehaltung des Werbeverbotes und betonte, dass hier grundlegende Unterschiede zu anderen Parteien deutlich würden.

Grußworte an die Versammlung richteten neben dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, auch der Bischof von Mainz, Peter Kohlgraf, sowie die Generalsekretärin d er CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer und der soeben gewählte neue Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus.

Inhaltlich bestimmend war der Vortrag des Vorsitzenden der Ärzte für das Leben, Prof. Dr. med. Paul Cullen, der zum Thema „Vom Retortenbaby zum Mischwesen: Verirrungen der modernen Reproduktionsmedizin“ sprach.

Cullen beleuchtete u. a. die Auswüchse der Reproduktionsmedizin, die schließlich in der Züchtung von Kindern mit –  nach Wunschvorstellung der Eltern  – nahezu perfekten Eigenschaften in der Petrischale gipfeln könnten.

Dr. Alexander Giannakis, der neu gewählte Vorsitzende des CDL-Kreisverbandes Düsseldorf, berichtete zum Abschluß von seinen vielfältigen Unternehmungen, das Thema Lebensschutz präsent zu machen.

Die CDL im Internet: www.cdl-online.de


Verfolgter katholischer Priester Lu Danhua aus China ist „Gefangener des Monats“

Zum „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA den katholischen Priester Lu Danhua (siehe Foto) in China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Pfarrer einzusetzen und für ihn zu beten.

Am 29. Dezember 2018 hatten ihn Mitarbeiter des kommunistischen „Büros für religiöse Angelegenheiten“ in der Stadt Lishui (Provinz Zhejiang) aus einem Wohnheim, in dem er lebte, zu einem „kurzen Gespräch“ abgeholt, wie es hieß. Von der Unterredung kehrte er bislang nicht zurück.

Die Behörden teilten später mit, er sei ins nahegelegene Wenzhou gebracht worden, um sich mit neuen Rechtsvorschriften zur Religion auseinanderzusetzen und sich als Seelsorger offiziell registrieren zu lassen.

Die IGFM geht davon aus, dass er gegen seinen Willen festgehalten wird, möglicherweise in einem Umerziehungslager. Er ist der einzige Pfarrer seiner Diözese Lishui. Sie wird von der Diözese Wenzhou mitverwaltet. Dort amtiert der staatlich nicht anerkannte katholische Untergrund-Bischof Peter Shao Zhumin. Er war seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren bereits viermal inhaftiert.

Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu wenden. Er solle Auskunft geben, wo der Geistliche festgehalten wird und sich für dessen Freilassung einsetzen.

In China haben staatliche Stellen den Druck auf Christen in den vergangenen Monaten verstärkt. So wurden in manchen Provinzen auf Anordnung von Behörden Kreuze gewaltsam entfernt, Kirchen geschlossen oder abgerissen. Gemeinden werden gedrängt, sich registrieren zu lassen, um sie unter die Kontrolle des kommunistischen Staates zu bringen.

Trotz Diskriminierung und Verfolgung wächst in China  – das Land hat rund 1,4 Milliarden Einwohner – die Zahl der Christen. Sie liegt nach Schätzungen bei bis zu 130 Millionen. Ein großer Teil trifft sich in staatlich nichtregistrierten Gemeinden. Demnach gäbe es mehr Christen als die Kommunistische Partei Mitglieder zählt: 83 Millionen.

Quelle: IDEA-Bericht


Neue Therapie-Chancen bei Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck höherer Blutgerinnungsfaktor XI

Bluthochdruck zählt zu einer der weltweit häufigsten Volkskrankheiten. Ist der Blutdruck zu hoch, so steigt das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und langfristige Organschäden. Die Spätfolgen von Bluthochdruck lassen sich trotz einer Vielzahl von etablierten Medikamenten oft nur unzureichend verhindern.

Eine Forschergruppe des Zentrums für Kardiologie und des Centrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin Mainz unter der Leitung von Prof. Dr. Philip Wenzel entdeckte jetzt eine bisher unbekannte Interaktion von Faktoren der Blutgerinnung und der Entzündungsreaktion:

BILD: Prof. Philip Wenzel entdeckte gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Jérémy Lagrange, Dr. Sabine Kossmann (v.l.n.r.) einen bislang unbekannten Mechanismus zur Behandlung von Bluthochdruck (Foto: Peter Pulkowski)

Sie konnten nachweisen, dass bei Patienten mit Bluthochdruck der sog. Blutgerinnungsfaktor XI verstärkt aktiviert ist. Hemmt man diesen Blutgerinnungsfaktor, dann lässt sich der Bluthochdruck deutlich senken  – und es treten weniger Entzündungsreaktionen auf.

Diese Entdeckung eröffnet neue Therapieoptionen zur Behandlung von Bluthochdruck und Entzündungskrankheiten. Die Ergebnisse wurden gestern in der renommierten Fachzeitschrift ‚Science Translational Medicine‘ veröffentlicht.

In Deutschland leiden etwa 25 Millionen Menschen an Bluthochdruck. Bleibt der Bluthochdruck unerkannt und unbehandelt, steigt das Risiko für Folgeschäden des Herz-Kreislaufsystems und der Niere. Dies kann fatale Folgen für den Patienten haben: Jeder vierte stirbt an den Folgen des Bluthochdruckes.

„Man weiß schon länger, dass Bluthochdruck mit einer Entzündung der Gefäßwände und infolgedessen einer Gefäßschädigung einhergeht. Vollkommen überraschend war für uns aber, dass ein Gerinnungsmechanismus auch an der Entstehung und Entwicklung von Bluthochdruck maßgeblich beteiligt sein kann“, so Prof. Wenzel.

Im Rahmen ihrer Studie verabreichte die Forschergruppe im Tiermodell das blutdrucksteigernde Hormon Angiotensin II. Es zeigte sich, dass Angiotensin II in der Gefäßwand eine Entzündungsreaktion auslöst, die durch Komponenten des Blutgerinnungssystems maßgeblich verstärkt wird. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der Blutgerinnungsfaktor XI für den Anstieg dieser Entzündungsreaktion verantwortlich ist.

Eigentliche Aufgabe des Blutgerinnungsfaktors XI ist es, die Aktivierung der Gerinnung auf der Oberfläche der Blutplättchen anzutreiben. Er wird dabei von Oberflächenrezeptoren der Blutplättchen unterstützt.

„Bei diesem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren und Zellen haben uns die Studienergebnisse erstaunt: Sowohl die Entzündungsreaktion als auch die Entstehung des Bluthochdrucks ließ sich durch eine therapeutische Hemmung des Blutgerinnungsfaktor XI signifikant reduzieren. Die Hemmung dieses Gerinnungsfaktors, der bekanntermaßen nur eine untergeordnete Rolle bei der normalen Blutstillung spielt, konnte sogar eine Nierenschädigung deutlich reduzieren“, erläutert Prof. Wenzel.

Die anschließende Untersuchung von Patientenproben zeigte ebenfalls deutliche Hinweise für eine verstärkte Gerinnungsaktivierung auf den Blutplättchen in Patienten mit erhöhtem Blutdruck. Auch hier war der Blutgerinnungsfaktor XI die treibende Kraft, wie die Wissenschaftler nachweisen konnten. Diese Erkenntnisse legen nah, dass eine medikamentöse Hemmung des Blutgerinnungsfaktor XI Bluthochdruckpatienten helfen könnte.

Quelle: Pressemitteilung der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

 


Uni-Medizin Mainz: Wie Alkoholmißbrauch den Herzmuskel irreparabel schädigt

Ein schwaches Herz ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen.  In Deutschland leiden schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen unter einer Herzschwäche. Bei einem Fünftel der Betroffenen ohne Herzinfarkt in der Vorgeschichte ist Alkoholmißbrauch die Ursache der Herzschwäche.

Foto: HMKEine Forschergruppe des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz konnte zeigen, wie Ethanol die Produktion von Sauerstoffradikalen mit verheerenden Folgen begünstigt, denn Sauerstoffradikale beeinträchtigen die Funktion der Mitochondrien als „Kraftwerke“ der Zellen und Energieversorger für den Herzmuskel.

Es kommt zu einem Absterben der Herzmuskelzellen und einer irreparablen Schädigung des Herzmuskels. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden im September 2016 im angesehenen Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht, das durch die Nature Publishing Group herausgegeben wird.

Dass regelmäßiger Alkoholkonsum zu einer Schädigung des Herzmuskels und schließlich zu einer Herzmuskelschwäche – der alkoholischen Kardiomyopathie – führen kann, ist nicht neu. Obwohl vermutet wurde, dass Stoffwechselprodukte des Trinkalkohols Ethanol eine wichtige Rolle in der Entstehung der alkoholischen Kardiomyopathie spielen, blieb jedoch der genaue Entstehungsmechanismus bis zuletzt ungeklärt.

Wissenschaftlern aus der Arbeitsgruppe des Mainzer Kardiologen Prof. Dr. Philip Wenzel ist es nun gelungen, diesen Mechanismus erstmalig genau zu beschreiben:

Sie wiesen nach, dass in den Herzmuskelzellen Ethanol durch das Abbauprodukt Acetaldehyd – über die Aktivierung eines bestimmten Enzyms (NADPH-Oxidase, NOX2) – zu einer vermehrten Produktion von Sauerstoffradikalen führt. DSC00254

„Wir konnten zeigen, dass diese Sauerstoffradikale wiederum die Funktion der Mitochondrien als „Kraftwerke“ der Zelle stören. Damit können die Mitochondrien ihrer wichtigsten Aufgabe, Energie in den Herzmuskelzellen bereit zu stellen, nicht nachkommen“, erklärt Prof. Wenzel.

Durch das Fehlen von chemischer Energie, so eine zentrale Erkenntnis der Studie, wird zunächst die Fähigkeit der Herzmuskelzellen zum Zusammenziehen beeinträchtigt. Im weiteren Verlauf sterben die Zellen ab und werden durch Narbengewebe ersetzt. Es kommt zur irreparablen Schädigung des Herzmuskels und somit zur dauerhaften Herzschwäche.

„Wir hoffen, dass wir durch Aufdeckung dieser Mechanismen der alkoholischen Herzmuskelschädigung die Aufklärung und Therapie von Patienten mit übermäßigem Alkoholkonsum verbessern können“, sagt Dr. Moritz Brandt, der Erstautor der Studie.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie, betont: „Die hervorragenden Bedingungen am Centrum für Translationale Vaskuläre Biologie in Mainz haben diese Studie mit unmittelbarem Bezug zur Patientenversorgung erst möglich gemacht.“

Originalpublikation: „NOX2 amplifies acetaldehydemediated cardiomyocyte mitochondrial dysfunction in alcoholic cardiomyopathy“, Moritz Brandt, Venkata Garlapati, Matthias Oelze, Efthymios Sotiriou, Maike Knorr, Swenja Kröller-Schön, Sabine Kossmann, Tanja Schönfelder Henning Morawietz, Eberhard Schulz, Heinz-Peter Schultheiss, Andreas Daiber, Thomas Münzel & Philip Wenzel. Sci Rep. 2016 Sep 14;6:32554. doi: 10.1038/srep32554.

Quelle: Pressestelle der Universitätsmedizin Mainz

 


Königswinter: Die CDL wählt Mechthild Löhr erneut zur Bundesvorsitzenden

Bundesversammlung der „Christdemokraten für das Leben“

Die Christdemokraten für das Leben e. V. (CDL) trafen sich am Wochenende in Königswinter zu ihrer jährlichen Bundesversammlung. Neben Neuwahlen des Vorstandes standen mehrere Expertenvorträge auf der Tagesordnung. mechthild%20l%C3%B6hr[1]

Eingangs blickte die Bundesvorsitzende, Mechthild Löhr, auf die vergangene Amtsperiode zurück. Einer der Schwerpunkte der Arbeit der vergangenen zwei Jahre war die Debatte um den ärztlich assistierten Suizid, die schließlich in der Verabschiedung des § 217 Strafgesetzbuch (StGB) durch den Bundestag im November 2015 mündete.

Mit dem neuen Paragrafen, der die private Beihilfe zur Selbsttötung generell erlaube, sei das Thema nicht beendet, im Gegenteil. Gerade die stetige Ausweitung der sog. Sterbehilfe in den Niederlanden und Belgien zeige, wie wichtig es sei, weiter für ein Verbot der aktiven Suizidbeihilfe zu arbeiten.

In den Vorstandswahlen wurde Mechthild Löhr (siehe Foto) als Bundesvorsitzende mit überwältigender Mehrheit bestätigt. Ihre Stellvertreter bleiben die Landesvorsitzende der CDL in Nordrhein-Westfalen, Odila Carbanje, der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe und Sophia Kuby.

Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Schriftführerin Hildegard Bosch, Schatzmeister Jürgen Boyxen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Susanne Wenzel. Beisitzer: Anne Baranowski, Dr. Marco Bonacker, Barbara Dyba-Roth, Gertrud Geißelbrecht, Dr. Friederike Hoffmann-Klein, Dr. Hannah Hummel, Daniel Kästner, Dr. Heinz-Georg Ley, Christa Ley, Alexandra Linder, Petra Lorleberg, Erich Lux, Dr. Susanne Lux, Christian W. Mann, Benedikt Oyen, Prof. Dr. Leo Peters, Hildegard Regensburger, Christian Schneider, Karl-Heinz van Lier, Udo-Wolfgang Wenzel.

Dr. Ley: Der Arzt ist Beschützer des Lebens

Die Internistin Dr. Susanne Ley, Gründerin der Liga „Ärzte in Ehrfurcht vor dem Leben“, befasste sich in ihrem Vortrag mit dem § 217 StGB und den daraus resultierenden Folgen. Sie erinnerte daran, dass das Ziel der Beziehung zwischen Arzt und Patient niemals der Tod des Patienten sein dürfe.

Foto: CDL, M. Löhr„Der Arzt ist Beschützer des Lebens“, erklärte Dr. Ley. „Er darf nicht zur Gefahr für das Leben seiner Patienten werden.“ 

Jeder psychisch oder physisch kranke Mensch benötige fachgerechte medizinische Hilfe und echte menschliche Zuwendung. „Der Patient braucht die Gewissheit, dass der Arzt alles tun wird, um seine Krankheit zu heilen oder, wo dies nicht mehr möglich ist, sein Leiden zu lindern“, mahnte Dr. Ley.

Alles andere widerspreche dem seit 2400 Jahren gültigen ärztlichen Ethos. Deshalb fordert die durch Dr. Ley vertretene Liga, dass die Aussage in der Musterberufsordnung der Bundesärztekammer, wonach Mediziner „keine Hilfe zur Selbsttötung bieten (dürfen)“, in die Berufsordnungen aller 16 Landesärztekammern aufgenommen wird.

Hüppe: Bluttest bei Schwangeren dienen der Selektion

Der Bundestagsabgeordnete und CDL-Mitbegründer Hubert Hüppe (siehe Foto) beleuchtete aktuelle bioethische Kontroversen. Auch er blickte kurz auf die Verabschiedung des § 217 StGB zurück und stellte die große Bedeutung der Suizid-Prävention fest. Hüppe

Schwerpunkt seiner Ausführungen war der Bericht über nicht-invasive Bluttests ( z.B: PraenaTest) bei Schwangeren zur Diagnose von Krankheiten des Kindes. Diese Tests haben, so Hüppe, keinerlei therapeutischen Nutzen für Mutter oder Kind, sondern würden lediglich der Selektion dienen.

Hierdurch verändere sich auch die Bedeutung einer Schwangerschaft. Waren Frauen früher im allgemeinen Sprachgebrauch „guter Hoffnung“, werde die Geburt heute abhängig gemacht von bestimmten Bedingungen. „Eine unbeschwerte Schwangerschaft mit Freude auf das Kind ist so nicht mehr möglich“, so der Bundestagsabgeordnete.

Eine klare Absage erteilte Hubert Hüppe den derzeitigen Überlegungen zur Forschung an nicht-einwilligungsfähigen Menschen. Hierbei handelt es sich um Medikamententests z. B. an Demenzkranken, geistig Behinderten oder Komapatienten, die unter Umständen für die Betroffenen selbst keinen Nutzen mehr erzielen. „Das ist keine Lappalie. Menschen dürfen in Deutschland nie wieder für Medikamententests missbraucht werden“, erklärte Hüppe.

Die Versammlung beschloss einstimmig, die Kandidatur von Hubert Hüppe als Vertreter der CDL für den Bundestag auch bei der Wahl 2017 aktiv zu unterstützen.

Mohr: Gelungene Internetberatung für das Leben

Cordula Mohr (siehe Foto), Mitglied des Landesvorstandes der CDL Nordrhein-Westfalen, berichtete über ihre ehrenamtliche Beratung von Schwangeren im Internet. In anonymisierten Beispielen schilderte sie ihre Arbeit und die Situation der schwangeren Frauen, die vor der Frage stehen, ihr Kind abzutreiben. Durchschnittlich komme CORDULA MOHRes zu 5 bis 10 Kontakten pro Tag.

Die Gründe für einen Schwangerschaftskonflikt seien äußerst unterschiedlich, häufig ginge es aber um den Druck zur Abtreibung aus dem familiären Umfeld der Frau. Die Schwangeren suchten in diesen belastenden Situationen zuerst Ansprechpartner im Schutz der Anonymität des Internets in allgemein zugänglichen Foren.

Meistens haben die Frauen und Mädchen in ihrem eigenen Umfeld keinen Menschen, dem sie sich offen anvertrauen können. Im weiteren Verlauf suchten sich die Schwangeren dann einen festen Ansprechpartner aus. Besonders in dieser Phase, in der die Verzweiflung am größten ist, sei es wichtig, „einfühlsam, in der richtigen Sprache und auf Augenhöhe zu schreiben und Mut zu machen“, so Mohr.

Oft ergebe sich eine Begleitung die gesamte Schwangerschaft hindurch bis zur Entbindung. Häufig erhalte sie die Nachricht, wie glücklich die Frau über ihr JA zum Kind ist, berichtete die dreifache Mutter. „Ich habe es noch nie erlebt, dass eine Frau die Entscheidung für das Kind bereut hat“, so Cordula Mohr. „Aber oft schon habe ich lesen müssen, wie sehr Frauen die Abtreibung später bereuen.“

Die Christdemokraten für das Leben e.V. (CDL) sind eine politische, gemeinnützige Initiative, die sich in Politik und Gesellschaft aktiv für das Menschenrecht auf Leben einsetzt.