Quittung der Bürger: Tritt gegen Altparteien Leere Wahlkampfparolen von SPD und CDU

Von Peter Helmes

Knapp 2,5 Millionen Berliner konnten heute bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus ihre Stimme abgeben. „Müller, Berlin“, so warb der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) für sich und seine Stadt, die weltoffen bleiben soll.  – „Stark und sicher“ hieß das Gegenstück auf den Wahlplakaten der CDU mit ihrem Spitzenkandidaten, Innensenator Frank Henkel. peter-helmes-227x300

SPD und CDU haben verloren. Die CDU nimmt Kurs auf Zwergenniveau – in der Größenordnung von Grünen und Linke.

Wahlkampfthemen:

* Fehlender Wohnraum

Wichtige Themen waren vor allem: Wohnungsnot, Mieten, Verdrängung aus dem Kiez – Berlin wächst jährlich um 40.000 Einwohner –, der Zustand der öffentlichen Verwaltung und die innere Sicherheit. Themen, die den Kampf um das Berliner Abgeordnetenhaus dominiert haben.

* Chaos in den Ämtern

Nach 10 Jahren Rot-Rot und fünf Jahren Rot-Schwarz herrscht das nackte Chaos in den Bürgerämtern: Es gibt eine weitgehend unsanierte Infrastruktur, die Stadt wächst schnell, auf dem Wohnungsmarkt wird es bedrohlich enger, und auch bei moderner Mobilität hat Berlin einiges nachzuholen. Das ist alles liegengeblieben in den letzten Jahren.

* Armut, Bildungsarmut, Kriminalität, Arbeitslosigkeit…image

Während Berlin für Flüchtlinge als die reichste und beste Stadt der Welt gilt, wo sie am liebsten leben würden, leiden viele Einwohner der Stadt unter Armut, mangelhafter Bildung, hoher Kriminalitätsrate und hoher Arbeitslosigkeit – und seit einem Jahr unter einer sehr großen Zahl von Migranten.

* Marode Schulen, der Skandalflughafen BER, „Lageso“ (Landesamt für Gesundheit und Soziales) – eine Behörde, die zum bundesweiten Symbol für Verwaltungsversagen in der Flüchtlingspolitik, aber auch in der Gesamtpolitik des Senats geworden ist) usw. Die Liste der Fehler, Versäumnisse und mithin Ärgernisse ist lang…

* Der rot-schwarze Senat bekommt schlechte Noten – nur einer von drei Wählern ist mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden.

Das sind die größten Probleme, die sich sicherlich auf das Ergebnis der heutigen Wahl für das Abgeordnetenhaus ausgewirkt haben

Müller und Henkel: politisch am Krückstock

Sie konnten und können nicht miteinander, der „Regierende“ von der SPD (Müller) und sein Stellvertreter von der CDU (Henkel). Und sie können „es“ nicht: Regieren war in der abgelaufenen Periode nicht ihre Stärke. Miteinander reden auch nicht. Beide gehen, politisch gesehen, am Krückstock.

Die Gemeinsamkeiten zwischen CDU und SPD waren schon längst aufgebraucht. Müller hatte keine Lust mehr auf die CDU, Innensenator Henkel habe seinen Job nicht ordentlich gemacht. Außerdem ärgert sich Müller über den law-and-order-Kurs der Christdemokraten im Wahlkampf. 038_35

„Alles an ihm ist unauffällig – Brille, Figur, Anzug, nicht zuletzt der Name. Müller, Berlin – so steht es auf den Wahlplakaten – ist mittelalt, mittelgroß und ein mittelmäßiger Redner. Von Kritikern wird er als Büroklammer mit Ordnungsfimmel verspottet“ (DLF). Er bleibt blaß, farblos, konturlos und dünnhäutig. Gerade ´mal rd. 40 Prozent der Berliner würden ihm bei einer Direktwahl ihre Stimme geben – „ein Zwerg an der Macht“ nennt ihn Claus Peymann.

Müller hatte sich in den letzten Wochen deutlich von der CDU distanziert und immer wieder gegen das von CDU-Henkel geforderte Burka-Verbot Stellung bezogen.

Die SPD schwimmt – dank Gabriel

Wenn man die Sozis in ihrem Tun und (vor allem) ihrem Lassen beobachtet, wird man das Gefühl nicht los, daß diese Partei irgendwie ständig auf gepackten Koffern hockt. Bloß weg aus dieser Koalition! Im Bund und in Berlin. Die seit langem anhaltenden miesen Umfragewerte quälen SPD wie CDU gleichermaßen. Und dann auch noch die AfD im Nacken. „Erst Schwerin, nun Berlin?“ So fragen sich die Funktionäre besorgt, die wohl eher um ihre Pfründen denn um das Wohl der Stadt und des Landes bangen.

Sigmar Gabriel provoziert und polarisiert. Und genau das aber beschreibt das Problem seiner Partei: Mit Merkels sozialdemokratischer Politik wird die SPD kleinregiert. Aber die scheinbar ewige Koalitionstreue der SPD hat sich in Luft aufgelöst, in Morgenluft, wie sie jetzt die SPD wittert – vielleicht ihre letzte Chance: Rot-Rot-Grün (zunächst) in der Hauptstadt, dann im Bund, könnte den Weg weisen.

Und doch lästern Gabriels Genossen. Er sei zwar „treibende Kraft“ bei der Integration, und die Union sei zerstritten und blockiert. Aber kann das den Vormarsch der AfD noch stoppen? Die Antwort hat der Wähler heute gegeben – und wird sie bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr erneut geben.

CDU – mit Henkel, aber ohne festen Boden

Die Christdemokraten hatten es in diesem Wahlkampf am schwersten – eingeklemmt zwischen der AfD auf der einen und einem rot-rot-grünen Block auf der anderen Seite. Hinzu kommt, daß CDU-Vormann Henkel nicht gerade mit politischer Fortune gesegnet war. Er ist zwar kein Ja-Sager, aber wohl eher ein Ver-Sager. 031_28A

Sein Hauptthema war die Innere Sicherheit. Er forderte und fordert, aber das, was er fordert, kommt nicht – obwohl er verantwortlicher Innensenator ist. Er kritisiert den Doppelpaß, will die Polizei mit Elektroschockern ausstatten und fordert ein Burka-Verbot…

Henkel bilanziert (!) gerne seine Erfolge als Innensenator – doch seine Bilanz aus Soll und Haben ist dünn: 1000 neue Stellen bei der Polizei, 200 bei der Feuerwehr, den Verfassungsschutz um 25 Prozent aufgestockt. „Weiter so und keine Experimente“ – das ist sein Motto. Eine etwas magere „Bilanz“ für einen Herausforderer aufs Amt des Regierenden Bürgermeisters!

„AfD stoppen und Rot-Rot-Grün verhindern“ gibt Frank Henkel als weitere Wahlziele aus. Leeres Gebell aus dem finsteren Walde. Denn mit wem will die CDU koalieren? AfD und Linke scheiden aus, die Grünen haben den Christdemokraten bereits nein gesagt, und die SPD will lieber Rot-Grün als Rot-Schwarz.

Schon beiden letzten Umfragen hatten SPD und Grüne – eine Koalition, die Müller favorisiert – sowie auch CDU und Linke im Vergleich zur letzten Wahl einige Prozentpunkte verloren. Das hat sich heute im Wahlergebnis bestätigt. Es ist ein weiterer Koalitionspartner notwendig. Viele Beobachter gehen von einer Dreierkoalition mit der Linken aus. Deren Spitzenkandidat Klaus Lederer hat immer wieder betont, für ein Bündnis zur Verfügung zu stehen.

Rot-Rot-Grün könnten Bündnis eingehen

Die Zahlen ergeben klar, daß sich die Große Koalition aus SPD und CDU, die Berlin fünf Jahre lang regiert hat, nicht halten kann – und das auch nicht will. CDU-Spitzenkandidat und Innensenator Frank Henkel warnte vorsorglich vor einem Bündnis mit Grünen und Linken. Er sagte auf der CDU-Abschlußkundgebung:

„Wir dürfen es nie wieder zulassen, daß Rot-Rot oder sogar Rot-Rot-Grün in unserer Stadt regieren. Die zehn Jahre waren schlimm genug. Und ich sage, ein zweites Mal wird Berlin das nicht verkraften.“

Gut gebrüllt! Aber die Realität sieht anders aus: nämlich rot-rot-grün – die derzeit wahrscheinlichste Koalition. Die Grünen wollen unbedingt an die Macht, SPD und Linke kennen sich bereits aus zehn Jahren gemeinsamer Regierung, die Schnittmengen sind groß, Hindernisse überwindbar.

Kanzlerin Merkel nicht mehr „alternativlos“

„Merkel muß weg!“ schallt es der CDU-Chefin allüberall entgegen, mit der CSU sogar aus den eigenen Reihen. Erstmals gilt die Kanzlerin vielen Deutschen nicht mehr als alternativlos. Niemand spricht zwar von einer Alternative zur „Alternativlosen“, aber ein Gefühl ist da: Merkel muß weg. – Deren Flüchtlingspolitik hat das Land gespalten, auch Berlin.42252-3x2-teaser190x127

Der Wahlkampf allgemein war beherrscht vom großen Zittern vor der AfD. Zu deutlich die vor allem von SPD und CDU zur Schau getragene „Arroganz der Macht“. Die „Kartellparteien“, wie sie von der AfD spöttisch genannt werden, wackeln immer mehr. 

Eine (erwartete) große Rolle im Wahlkampf spielte die AfD, die in Berlin mit einem zweistelligen Ergebnis abschloß, weil es ihr wieder gelungen ist, Nichtwähler wieder an die Urne zu kriegen (47 %). (Grüne und Linke, aber auch die beiden Regierungsparteien, hatten sich im Wahlkampf klar gegen die AfD positioniert.)  Das deckt sich auch mit den Erfahrungen, die bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt gemacht wurden, wo durch die AfD ein großer Teil der Nichtwähler mobilisieren werden konnte.

Kulturpolitik

Keine Stadt in Deutschland hat eine solch breite Kulturszene wie Berlin. Trotzdem spielt das Thema Kultur nur eine Nebenrolle, nicht nur im Wahlkampf, sondern auch in der politischen Tagespraxis. Das war unter Müllers Vorgänger Wowereit entschieden anders.

Es ist nicht nur Intransparenz, die Bürgermeister Michael Müller besonders in Bezug auf die Postenvergabe in Berliner Kulturhäusern vorgeworfen wird. Auch fehlende Kommunikation wird kritisiert.

Hauptfigur des Anstoßes ist Kulturstaatssekretär Tim Renner. „Die größte Fehlbesetzung des Jahrzehnts, ein Mann ohne Visionen.“ – Claus Peymanns Meinung über Renner klingt wenig schmeichelhaft. Aber auch Michael Müller, Regierender Bürgermeister und Kultursenator in Personalunion, bekommt sein Fett weg. „Ein Zwerg an der Macht“, der „gemeinsam mit seinem Staatssekretär einen kulturpolitischen Trümmerhaufen angerichtet“ habe, ätzt der scheidende Intendant des Berliner Ensembles.

Während Müllers Vorgänger Wowereit mit offenem Visier für seine kulturellen Interessen stritt, macht es Müller lieber im Geheimen. Die Vergabe von wichtigen Posten verhandelte er in intransparenten Verfahren, monieren Oppositionspolitiker wie Lederer (im DLF):

„Es ist ein allgemeines Problem, dass der Stil von Politik in dieser Stadt sehr von Ansagen, sehr von Basta geprägt ist. Es wird nicht mit Leuten kommuniziert, es wird nicht nach Lösungen gesucht, sondern in der Regel wird hinter verschlossenen Türen entschieden und dann werden die Ergebnisse auf den Tisch gepackt und dann habe sie Ja und Amen dazu zu sagen.“

Bildungspolitik – erstickt an Multikulti

Besonders die Bildungspolitik ist ein absoluter Ausfall in der „Bilanz“ der rot-schwarzen Koalition: Berlin landet bei bundesweiten Schulvergleichen regelmäßig auf den hinteren Rängen. Der aktuelle Bildungsmonitor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln hat festgestellt: In der Hauptstadt wirkt sich die soziale Herkunft besonders stark auf das Bildungsergebnis aus. Die Berliner Schul- und Bildungspolitik erstickt teils an „Multikulti“ und teils an Libertinage. picture-45

Eigentlich unfaßbar. Da reitet die SPD seit nunmehr zehn Jahren den Traum vom neuen „Weltflughafen“ in Schutt und Asche, doch niemand spricht darüber. Die größte Blamage einer Hauptstadt spielte im Wahlkampf keine Rolle! Bei den Grünen nicht, bei der Linken nicht und bei CDU wie SPD schon gar nicht.

Das alleine spiegelt schon das ganze politische Phlegma, das über dieser Stadt und seinen Politikern liegt. Jahrzehntelang vom Bund gepeppelt und gepampert – das prägt die Mentalität und tötet jeden Sinn für eigenständiges Handeln. Und egal, wie die Koalitionsverhandlungen jetzt ausgehen werden: Es wird so bleiben, fürchte ich.

Auch das Abschneiden der FPD überrascht. Die Liberalen sind bei der letzten Abgeordnetenhauswahl mit 1,8 Prozent aus dem Parlament geflogen. Jetzt stehen sie wieder bei gut sechs Prozent, aber niemand fragt nach ihnen.

Nach der heutigen Wahl dürften die Piraten Geschichte sein – zumindest fürs Erste, obwohl sie zumindest in Ansätzen gute Oppositionsarbeit geleistet und viele Anfragen gestellt haben: Netzpolitik, Digitalisierung, Transparenz – heute fester Bestandteil aller Parteiprogramme. Minister, Abgeordnete, Regierungssprecher twittern und sind für alle Bürger ansprechbar, auch dank der Piraten.

Aufgefallen allerdings sind die Piraten am meisten durch öffentliche Schlammschlachten, die jede Professionalisierung unterlaufen haben. Aus ihren Reihen kamen zwar einige sehr talentierte Politiker, viele davon in der Berliner Landtagsfraktion – Weisband, Lauer, Delius und Co., doch die haben die Piratenpartei längst entnervt verlassen. Die Wähler auch: Ganze 1,7 Prozent wollten sie noch im Parlament sehen.

Wahlen in den Bezirken – die große Chance der AfD

Bleibt noch auf ein Ergebnis hinzuweisen, das aber heute noch nicht vorliegt: In den Bezirken wird sich wohl politisch viel verändern; denn heute war auch Kommunalwahl. Da die hauptamtlichen Stadtratsposten in den 12 Berliner Bezirken nach Proporz vergeben werden, wird dort die AfD vermutlich bundesweit zum ersten Mal politische Verantwortung übernehmen. untitled

Die zwölf Berliner Bezirke sind jeder für sich genommen eine kleine Großstadt – mit jeweils etwa 300.000 Einwohnern. Ein hauptamtlicher Stadtrat verwaltet da schon mal einen Millionenhaushalt und ist Chef von mehreren hundert Mitarbeitern. Sollte die AfD auf etwa 13 Prozent kommen, ist ihr ein hauptamtlicher Stadtratsposten sicher.

Die AfD ist stark in den Randbezirken der Hauptstadt, besonders im Osten. Hier finden sich viele Wahlverweigerer, aber auch viele Protestwähler – beides eine „Stamm-Klientel“ der AfD. Um es „denen da oben“ zu zeigen, könnten viele bisherige Linksparteiwähler diesmal ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben.

Müßte das Wahlergebnis der Alt-Parteien von Berlin in einem Wort zusammengefaßt werden, hieße es: Kanzlerdämmerung! Die Kanzlerin, die nur „Merkel“ kennt, hat Berlin rot (und grün) gemacht – und demnächst auch ganz Deutschland.

Erstveröffentlichung des Beitrags von Peter Helmes auf: www.conservo.wordpress.com

WAHL-KOMMENTAR von Dr. David Berger: http://philosophia-perennis.com/2016/09/18/berlinwahl-afd/


Heidenheim: Vortrag am 14.1. über die „Lust des Lästerns“ in der Reformationszeit

Spottblätter, auf denen Bauern ihre Notdurft in die Papst-Tiara verrichten oder Luther in den Schlund der Hölle getrieben wird  –  um solch delikate Abbildungen kreist ein Abendvortrag „Lust des Lästerns: Bildpolemik zur Zeit der Reformation“.  Bistum Eichstätt

Die vom Bistum Eichstätt mitorganisierte Tagung beginnt am Mittwoch, den 14. Januar, um 19.30 Uhr im Kloster Heidenheim.

Referent ist Dr. Klaus Weschenfelder. Als Direktor der Kunstsammlungen der Veste Coburg betreut er einen einmaligen Schatz an Flugblättern und Illustrationen aus der Reformationszeit.

Druckgraphik als das „Internet“ jener Zeit

In seinem Bildervortrag zeigt Weschenfelder das facettenreiche Spektrum einer religiös motivierten Bilderschlacht, in der sich Lutheraner wie auch Katholiken gegenseitig mit beißendem Spott und wüsten Verunglimpfungen überzogen.

Begünstigt wurde dieser Schlagabtausch durch das neue Medium der Druckgraphik  –  das „Internet der Reformationszeit“, das hohe Verbreitungsgeschwindigkeit ebenso gewährleistete wie Anonymität.

Im Anschluß an den Vortrag im Kapellensaal des Klosters laden das Diözesanbildungswerk Eichstätt und der Zweckverband Kloster Heidenheim als gemeinsame Veranstalter zu einem Gespräch mit Neujahrsumtrunk ein.

Quelle: http://www.bistum-eichstaett.de/


Eindringlicher Weckruf für eine „Kultur des Lebens“ jenseits des Genderwahns

Hirtenbrief der slowakischen kath. Bischöfe zum Advent 2013:

Die Adventzeit, in die wir heute eingetreten sind, ist eine Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten. Diese Feiertage erinnern uns an das Kommen des Sohnes Gottes in unsere Welt.

Wie ER selbst sagt, ist er gekommen, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben (vgl. Joh 10,10). Das Wertvollste, was Gott der Welt und dem Menschen schenkte, ist gerade das Leben. ER hat hier dafür Bedingungen geschaffen und Gesetze festgelegt. Wenn wir sie respektieren, wird das Leben erblühen. Wenn sich der Mensch gegen Gottes Gesetze stellt, schafft er die Kultur des Todes.  Gervasius-Protasius-Irsch-DSC_1348-3-3

Ein besonderes Augenmerk wird auf den Menschen gerichtet. Bevor ihn Gott erschaffen hatte, bereitete ER ihm einen wunderbaren und fruchtbaren Boden, damit er zur Quelle seiner körperlichen Kräfte werde. Und für sein Glück schenkte er ihm neben der Natur eine Familie.

Gott will, dass jeder Mensch auf dieser Welt in diese liebevoll geordnete Familiengemeinschaft kommt. Wenn es nicht so ist, geht es entweder um ein Unglück oder um menschliches Versagen. Während des ganzen Lebens soll der Mensch in der Familie viele Formen des menschlichen Glücks erleben. Es beginnt mit dem Glück des Kindes, das sich in den Armen des Vaters und der Mutter sehr sicher und dabei sorgenlos fühlt.

Durch das Wachsen und Reifen verändert es sich in das Glück eines verliebten Ehepartners oder einer Ehepartnerin und später in das Glück der fürsorglichen Vaters und der Mutter. Schließlich ist es das Glück der Großeltern, wenn es ihnen geschenkt ist, freudig auf die gut erzogenen Nachkommen zu schauen, wie sie verantwortungsvoll handeln. Jede Etappe des menschlichen Glücks sichert eine geordnete Familie.

„Die Familie ist eine göttliche Institution“

Familie ist eine Institution Gottes. Deshalb liegt es nicht in der Macht des Menschen, sie zu vernichten. Die Kirche betet über den Jungvermählten: „Gott, du hast die Frau neben den Mann gestellt und diese Gemeinschaft schon bei der Schöpfung so gesegnet, dass sie weder durch die Erbsünde noch durch eine Sintflut zerstört
werden kann.“

Durch dieses Gebet bekennt die Kirche auch den Glauben an die Familie als eine Institution Gottes, die die Welt überdauert. Sie muss aber nicht in Europa überleben. Auch wenn sie der Mensch nicht vernichten kann, er kann sie verstümmeln und dies geschieht in der heutigen Welt.

Durch die Zerrüttung der Familie wird das menschliche Glück, das in ihr die irdische Vollkommenheit erlangt, entwertet. Es bringt das Leben in Gefahr und stellt die Kultur des Todes her. Die Akteure der Todeskultur nutzen für ihre Durchsetzung ziemlich durchspekulierte Methoden. Sie legen in sehr edle Begriffe einen komplett neuen und entgegengesetzten, also abwertenden Sinn. 1511

Sie sprechen von „Menschenrechten“ und von „Kinderrechten“, aber auch in diese Rechte wollen sie durchsetzen, was den Menschen und Kindern schadet. Unter dem Mantel der Rechte, die sie durchdrücken, verlieren Vater und Mutter die Möglichkeit, ihre Kinder verantwortungsvoll zu erziehen. Dabei hat das Kind ein natürliches, von Gott gegebenes Recht auf Erziehung.

Gender-Ideologie bedroht Ehe und Familie

Vertreter der Todeskultur kommen mit einer neuen „Genderideologie“. In ihrem Namen wollen sie die sog. „Geschlechtergleichstellung“ durchsetzen. Ein Mensch, der diesen Begriff zum ersten Mal hört, meint, es gehe darum, dass Mann und Frau gleiche Rechte und gleiche Würde zuerkannt werden.

Aber diese Gruppen zielen durch die sog. „Geschlechtergleichstellung“ auf etwas ganz Anderes. Sie wollen uns überzeugen, dass keiner von uns von Natur aus als Mann oder als Frau existiert, sie wollen also dem Mann das Recht und die Identität des Mannes nehmen und der Frau das Recht und die Identität der Frau und der Familie das Recht und die Identität der Familie, damit sich Mann nicht mehr als Mann und Frau als Frau fühlen und damit die Ehe nicht mehr die einzige von Gott gesegnete Gemeinschaft von Mann und Frau ist, sondern sie wollen auf die Ebene der Ehe auch die Gemeinschaft zweier Männer oder Frauen stellen.

„Zersetzung der Familie ist Revolte gegen Gott“

So entsteht irgendein sodomitisches Pasquill, der dem Willen Gottes widerspricht und die Strafe Gottes vorbereitet. Durch edel erscheinende Parolen wird in das gemeinschaftliche Leben eine Zersetzung des Familienlebens, das heilig sein sollte, erwirkt.

Es ist eine lästernde Revolte des Menschen gegen Gott. ER hat uns nach seinem Abbild geschaffen. Der Mann bekam vom Schöpfer die Würde des Mannes, die Frau die Würde der Frau und die Familie die Würde der Familie. Davon wird auch die Würde eines Volkes abgeleitet.

Dies wollen die Akteure der Todeskultur und Vertreter der Genderideologie im Namen edler Leitsätze zerstören. Der Begriff Mann, Ehemann, Vater, Ritter, Gentleman ist für sie inakzeptabel. Das gleiche gilt für die Begriffe Frau, Ehefrau, Mutter.

„Gesetzgebung gegen den gesunden Hausverstand“

Das Volk, bei dem ihnen dies gelingt, verliert seine würdevolle Stellung vor Gott und auch vor der Welt. Vertreter vieler Länder schmeicheln aus unerklärlichen Gründen diesen Akteuren der Todeskultur und kommen ihnen durch die Gesetzgebung, die manchmal gegen den gesunden Hausverstand ist, entgegen.

Diese haben keinen moralischen Stolz und bringen ihr Volk nicht nur um seine Würde, sondern geben es durch Gesetze dem Untergang preis. Es ist ein Verlust des wesentlichen Lebenssinnes, ein Verlust des Überlebenssinnes. Die ersten Gefahren werden auch bei uns schon sichtbar.

Wir wollen große Wertschätzung und Dank jenen Institutionen und Einzelpersonen aussprechen, die sich dieser nahenden Gefahr bewusst sind und zum Schutz der Familie und der Kultur des Lebens den Marsch für dasLeben in Košice (Kaschau) organisiert haben. Wir wollen  PICT0133Wertschätzung und Dank allen Menschen aussprechen, die diesen Marsch unterstützt und so zum Ausdruck gebracht haben, dass sie darauf Wert legen, die Institution der Familie zu retten.

„Marsch für das Leben ist ermutigend“

Der Marsch für das Leben sollte ein Appell, eine Ermutigung und moralische Unterstützung für unsere Staatsvertreter sein, damit sie sich nicht fürchten, die Würde und Lebensfähigkeit unseres Volkes zu schützen. Wahrlich, sie haben zu diesem Appell ziemlich gleichgültig Stellung genommen, was zeigt, dass sie die Kultur des Todes bereit verinnerlicht haben, da sie ihren Akteuren nach wie vor großen Raum und beachtliche Unterstützung einräumen.

Aktivisten der „Geschlechtergleichstellung“ geben nicht auf, sie warten auf eine passende Gelegenheit, um durch die Gesetzgebung die Erziehung- und Bildungsprozesse zu beherrschen und diese „Sodom-Ideologie“ in die Erziehung in der Vorschule und Schule aufzuzwingen.

Es würde sich um so ein Erziehungsprozess handeln, das dem Kind nicht nur seine Würde rauben würde, sondern es moralisch und psychisch grundlegend zerlegen würde. Es würde dem Kind die Möglichkeit nehmen, in jedem Bereich zu einem reifen Mann und einer reifen Frau zu erwachsen. Für diese schreckliche Devastierung würde man den Beruf der Lehrer missbrauchen. Früher wurde der Lehrer missbraucht, um gegen den Willen der Eltern ihren Kindern Atheismus aufzuzwingen, heute droht ihm noch etwas Schlimmeres.

„Lassen wir uns nicht von Medien betrügen“

Akteure der Todeskultur werden stark auch von den Medien unterstützt, lassen wir uns nicht belügen und auch nicht beeinflussen. SDC12467

Die Kultur des Todes bedroht wirklich die Existenz des Volkes. Bei so einer Bedrohung haben vorige Generationen nicht gezögert für den Schutz des Vaterlandes zu sterben. Von uns wird solch ein großes Opfer noch nicht verlangt, aber es wird gefordert, dass wir uns in Acht nehmen.

Zur Wachsamkeit rufen wir alle Machtträger auf allen Ebenen auf, Eltern, Schulverwaltungen und alle Menschen guten Willens, um die Ausdrücke der Todeskultur schon in ihrem Keim abzulehnen.  

Unsere Stimme bei beliebigen Wahlen kann nur jener Kandidat erhalten, der die Todeskultur ablehnt. Durch eine entgegengesetzte Haltung würden wir unsere Vorfahren verachten, die ihre Leben für das Wohl des Landes gelegt haben.

In dieser Advent- und Weihnachtszeit gibt uns Gott deutlich zu spüren, was in seinen Augen Familie bedeutet. Als sein Sohn zur Welt gesandt wurde, sorgte ER nicht dafür, dass sein Sohn in einem prunken Schloss geboren werde, dass ER ausgewählte Speisen bekäme, sondern ER sorgte dafür, dass sein Sohn auf die Welt komme und in einer geordneten Familie aufwachsen könne.

Der Blick auf die Familie von Nazareth möge uns wachrütteln, damit wir für den Erhalt der Familie alles tun, was in unseren Kräften liegt. So wie die Familie von Nazareth durch die Flucht nach Ägypten das Kind schützte, so sind auch wir verpflichtet, um jeden Preis die gesunde Entwicklung der Kinder vor der gefährlichen „Genderideologie“ zu schützen.

In fester Hoffnung, dass sie zu diesen ernsthaften Fragen des Lebens und der Familie die richtige Stellung nehmen, erteilen wir Ihnen unseren Segen.

Übersetzung: http://stjosef.at/