USA: Jüdischer Philosoph Daniel Pipes warnt vor Islamisierung durch weitere Migration

Von Felizitas Küble

Der in den USA als Publizist tätige Dr. Daniel Pipes (siehe Foto) ist der Sohn von Holocaust-Überlebenden; ein großer Teil seiner Verwandtschaft wurde von Nazi-Schergen ermordet. Der 1949 geborene Philosoph lehnt den Linksextremismus ebenso ab wie jeden Antisemitismus.

Er bekämpfte bereits als Student die totalitären Ideologien der „Neuen Linken“ bzw. 68er Rebellion. Der klassisch-liberale und konservative jüdische Autor gründete dann als Nahost-Experte das Middle-East-Forum und fungierte als Ratgeber von fünf US-Präsidenten. 

Wir haben bislang in unserem CHRISTLICHEN FORUM drei Artikel von ihm veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/?s=pipes

Weil sich Pipes eindeutig sowohl gegen den Islam wie gegen die rotgrüne Dominanz in Medien und Politik positioniert und zudem die migrationsorientierte Stiftung „Open Society“ von George Soros kritisch beleuchtet, ist er der linken Szene – vor allem  in Deutschland und Österreich – ein Dorn im Auge. (Näheres hierzu berichtete er in der Washington Times: http://de.danielpipes.org/18523/erbost-durch-deutsche-und-oesterreichische-medien)

Am 15. Dezember 2018 gab der jüdische Publizist der italienischen „Controverso Quaotdiano“ ein aufschlußreiches Interview, das von H. Eiteneier übersetzt wurde. Darin ruft Dr. Pipes die europäischen Nationen auf, endlich aus ihrer Traumseligkeit zu erwachen und die Bedrohung durch den Islam zu erkennen, die durch Millionen muslimische Einwanderer weiter angewachsen ist.

Dr. Pipes gibt auch diverse Einwände der Redaktion eindeutige Antworten – so etwa auf die Rückfrage, warum er denn „rechtspopulistische“ Parteien wie etwa die AfD oder die FPÖ in Europa als „zivilisationistisch“ bezeichne. Seine Antwort lautet, dieser Ausdruck beschreibe diese Parteien genauer als die üblichen Begriffe, denn diese Parteien „konzentrieren sich darauf, die westliche Zivilisation zu bewahren, was zivilisationistisch zum exaktesten Begriff macht.“

Stiftung von George Soros gegen westliche Zivilisation

Kritisch äußert sich der jüdische Politologe zur Stiftung von George Soros, der sich bekanntlich einflußreich für weitere Migrantenströme nach Europa einsetzt. Der in Ungarn geborene Milliardär aus den USA schiebt islamkritische Standpunkte in typisch linker Mainstream-Manier gern in die „islamophobe“ Schublade.

Aus Sicht von Pipes ist das Soros-Ziel einer „grenzenlosen Gesellschaft“ in Wirklichkeit ein „perfektes Vehikel für die Vernichtung der westlichen Zivilisation“.

Sodann zitiert die Redaktion aus dem Buch „Der Selbstmord Europas“ von Douglas Murray folgende Aussage:

„Menschen aus aller Welt strömen gerade zu einer Zeit nach Europa, in der es selbst nicht mehr weiß, was es sein soll. Und während die Einwanderung von Millionen Menschen aus anderen Kulturen in eine starke und durchsetzungsfähige Kultur hätte funktionieren können, kann die Einwanderung in eine von Schuld zermarterte, abgestumpfte, sterbende Kultur nicht gut gehen.“

Dr. Piper erklärt dazu: „Dem stimme ich entschieden zu. Ich bin derselben Perspektive in einem Blogeintrag nachgegangen, den ich 2005 anfing: „British Culture – Worth Saving?“ 

Auf die Frage, wie man die sogenannte „politische Korrektheit“ bekämpfen sollte, reagiert Piper kurz und erhellend: „Indem wir mehr Konservative dazu ermutigen, Intellektuelle zu werden.“

Er bezeichnet das Risiko der Islamisierung Europas als „sehr ernst“: „Sie ist unvermeidlich, es sei denn, die Zivilisationisten schaffen es, die Grenzen zu kontrollieren und Muslime zu integrieren.“

Auf die Nachfrage nach einem „Gegenmittel“ antwortet er: „Die Europäer wachen auf und stimmen dafür, die notwendigen Schritte zu unternehmen.“

Das vollständige Interview mit Dr. Pipes lesen Sie hier: http://de.danielpipes.org/18642/europa-wach-auf


Warum wollte die Hamas den Krieg?

Von Dr. Daniel Pipes

Politiker beginnen Kriege mit Optimismus bezüglich ihrer Aussichten, aus der Schlacht Gewinne zu ziehen, vermerkt Geoffrey Blainey in seiner meisterlichen Studie The Causes of War (Die Ursachen der Kriege); wäre dem nicht so, würden sie das Kämpfen meiden. Screen-Shot-2014-07-08-at-3.54.46-AM-240x160

Warum provozierte dann die Hamas einen Krieg mit Israel?

Aus dem Nichts heraus begann sie, am 11. Juni Raketen zu schießen, womit sie eine Ruhe zerschlug, die seit November 2012 anhielt.

Das Rätsel dieses Ausbruchs veranlasste David Horovitz, den Herausgeber der Times of Israel, zu der Feststellung, dass die derzeitigen Kämpfe „keinen auch nur annähernd glaubwürdigen Grund“ haben stattzufinden.

Und warum reagierte die israelische Führung minimal, versuchte, den Kampf zu vermeiden?

Das, obwohl beide Seiten wissen, dass Israels Streitkräfte denen der Hamas nicht nur zahlenmäßig, sondern in jeder Beziehung überlegen sind –  geheimdienstlich, in Sachen Kommando und Kontrolle, technologisch, an Feuerkraft, in der Luftraumbeherrschung.

Die Lage hat sich geändert:

Der Ausgang auf dem Schlachtfeld arabisch-israelischer Kriege der letzten 40 Jahre war vorhersehbar; jeder weiß, dass die israelischen Truppen siegen werden. Das läuft eher wie bei Räuber und Gendarm als wie Kriegsführung. Ironischerweise lenkt diese Einseitigkeit die Aufmerksam vom Gewinnen und Verlieren ab, hin auf Moral und Politik.

Israels Feinde provozieren es dazu, dass es Zivilisten tötet, deren Tod ihnen großen Nutzen einbringt.

Die vier Konflikte seit 2006 haben den angeschlagenen Ruf der Hamas in Sachen „Widerstand“ wieder hergestellt, Solidarität an der Heimatfront aufgebaut, Uneinigkeit unter den Arabern wie den Juden Israels geschaffen, Palästinenser und andere Muslime angestachelt Selbstmord-Bomber zu werden, nicht islamistische arabische Führer beschämt, UNO-Resolutionen sichergestellt, die auf Israel eindreschen, Europäer inspiriert harschere Sanktionen gegen Israel zu verhängen, den Gifthahn der internationalen Linken gegen den jüdischen Staat geöffnet und zusätzliche Hilfe aus der Islamischen Republik Iran gebracht. Gaza-rocket-hits-factory-640x477

Der Heilige Gral der politischen Kriegsführung besteht darin, das Mitgefühl der globalen Linken zu gewinnen, indem man sich als Underdog und Opfer darstellt.

(Aus dem Blickwinkel des Historikers, lohnt sich herauszustellen, ist das sehr seltsam: Traditionell versuchen Kombattanten, dem Feind Angst einzuflößen, indem sie sich als Furcht erregend und nicht aufzuhalten darstellen.)

Zu den Taktiken dieser neuen Kriegsführung gehört, dass man eine überzeugend emotionale Darstellung vorweisen kann, Unterstützung berühmter Personen anführt, an das Gewissen appelliert und einfache, aber machtvolle politische Karikaturen zeichnet (Israel-Unterstützer tendieren dazu das sehr gut zu machen, sowohl in der Vergangenheit als auch heute).

Die Palästinenser sind darin noch kreativer und entwickeln die doppelt verlogenen Techniken der „Fauxtografie(gestellte, verfälschende und verfälschte Fotos/Bilder) für Fotografien und „Pallywood“ für Videos.

Die Israelis waren im allgemeinen selbstgefällig, was die Notwendigkeit der  –  wie sie es nennen  –  Hasbara angeht, dem Aussenden de Botschaft; doch in den letzten Jahren ist festzustellen, dass sie sich stärker darauf konzentrieren.

Hügelkuppen, Städte und strategische Straßen spielen in den Bürgerkriegen in Syrien und dem Irak eine äußerst wichtige Rolle, aber die arabisch-israelischen Kriege sind dominiert von Moral, Verhältnismäßigkeit und Gerechtigkeit.

So schrieb ich schon während der Konfrontation von Israel und der Hamas 2006, dass Leitartikel Kugeln und die sozialen Medien die Panzer ersetzt haben. davidstern (2)

Weiter gefasst: Das ist Teil der tief gehenden Veränderung der modernen Kriegsführung, wenn westliche und nicht westliche Kräfte sich bekämpfen, wie bei den von den USA angeführten Kriegen in Afghanistan und dem Irak. In Begriffen von Clausewitz: Die öffentliche Meinung ist der neue Schwerpunkt.

Nachdem dies alles gesagt ist, wie geht es der Hamas damit?

Nicht gut. Ihre Verluste auf dem Schlachtfeld seit dem 8. Juli scheinen höher als erwartet und weltweite Verurteilungen Israels lassen auf sich warten. Selbst die arabischen Medien sind relativ still. Wenn das anhält, könnte die Hamas zu dem Schluss kommen, dass Raketen auf israelische Häuser regnen zu lassen doch keine so furchtbar gute Idee ist.

In der Tat muss sie, damit man sie davon abhalten kann, in ein paar Jahren einen weiteren Angriff zu starten, sowohl den militärischen wie den politischen Krieg verlieren  –  und zwar gewaltig verlieren.

Quelle: National Review Online vom 11. Juli 2014:
http://de.danielpipes.org/14587/warum-will-hamas-krieg
Englischer Originaltext: Why Does Hamas Want War?
Übersetzung: H. Eiteneier
Zum Autor: http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Pipes
Fotos (1 und 2): Israelische Botschaft in Berlin, 3. Foto: K. Ruprecht

 


„Islam vs. Geschichte“: die Zerstörung historischer Kunstwerke durch Islamisten

Von Daniel Pipes

Englischer Originaltext: Islam vs. History
Übersetzung: H. Eiteneier
 
Die islamistische Zerstörung, die derzeit in Timbuktu im Gang ist (einschließlich des Grabes von Sidi Mahmoudou, gest. 955, und den Türen der Sidi Yahya-Moschee, ca. aus dem Jahr 1400), wirft eine Frage auf:
Was ist los mit dem Islam, dass er seine Anhänger so oft gegen das eigene Erbe wendet?
Man bedenke einige Beispiele:
Die Türen der Sidi Yahya-Moschee, gebaut ca. 1400, die erst am Ende der Zeit geöffnet werden sollten, wurden von den Islamisten heute kaputt geschlagen.
  • Die Zerstörung von Hindu-Tempeln im mittelalterlichen Indien.
  • Die Mameluken nutzten die Große Sphinx in Äypten für Schießübungen und die Große Pyramide als Steinbruch.
  • Die Zerstörung von Kirchen im nördlichen Zypern durch Türken seit 1974.
  • Die Zerstörung von Antiquitäten durch die Saudis in Mekka seit den 1990er Jahren.
  • Die Plünderung des Josefsgrabs durch Palästinenser im Jahr 2000.
  • Die Zerstörung der Buddhas von Bamiyan durch die Taliban 2001.
  • Der Bombenanschlag der Al-Qaida auf die Ghriba-Synagoge in Tunesien 2002.
  • Die Plünderung der irakischen Museen, Bibliotheken und Archive 2003.
  • Die Zerstörung eines historischen malaysischen Hindu-Tempels 2006.
  • Die Zerstörung des L’Institut d’Égypte 2011.

Zusätzlich könnten einige Absichten, Antiquitäten zu zerstören (Khomeini zog in Betracht Persepolis zu schleifen; ein Großmufti von Ägypten verbot die Ausstellung von Statuen) immer noch umgesetzt werden. (Andererseits erscheint die Story, dass Muslime die antike Bibliothek von Alexandria abbrannten, zweifelhaft.)

Obwohl diese Beispiele sowohl nicht muslimische als auch muslimische Artefakte beinhalten, unterscheiden sich die Motive in zwei Fällen: Die Überbleibsel von Ungläubigen zu beseitigen weist die „Überlegenheit“ des Islam nach, während muslimische zu beseitigen die „Überlegenheit“ des Islamismus beweist.

In beiden Fällen ist das Motiv widerlich und die Ergebnisse sind – historisch gesehen – tragisch.

Islamisten bei der Zerstörung des Jahrhunderte alten Schreins von Timbuktu.

Update: Raymond Ibrahim schreibt heute, dass die „Aufrufe zur Zerstörung der Großen Pyramiden Ägyptens beginnen“.

Der Artikel von Daniel Pipes samt Fotos erschien am 2. Juli 2012 hier: http://de.danielpipes.org/blog/2012/07/islam-vs-geschichte


Paßt die TÜRKEI noch in die NATO ?

Aktueller Artikel von Daniel Pipes
veröffentlicht am 2. September 2011 in:
http://de.danielpipes.org/blog/2011/09/lebewohl-ankara

Einen Botschafter auszuweisen ist das diplomatische Äquivalent einer Ehefrau, die ihren Mann aus dem Schlafzimmer auf das Sofa Wohnzimmer verbannt. Es mag nur vorübergehend sein, aber es schmerzt.

Ankaras heutige Entscheidung, den israelischen Botschafter rauszuwerfen (der ohnehin in ein paar Tagen gegangen wäre), signalisiert wahrscheinlich mehr als eine flüchtige Entfremdung.

Zum einen, weil es auch die Beziehungen um fünf Ebenen der diplomatischen Ränge in der Botschaft herunterfährt, alle Militärabkommen außer Kraft setzt und vielleicht feindselige Schritte bezüglich Wirtschaft, Diplomatie und Sicherheit fördert.

Zum zweiten, weil das in eine tiefgreifende Neuorientierung der türkischen Außenpolitik passt, die derzeit erfolgt und mit der sie sich vom Westen ab- und einer islamistischen Perspektive zuwendet, die dem ähnelt, aber subtiler ist, als das, was aus Riyadh und Teheran kommt.

Obwohl ich enttäuscht und betrübt von der in der Türkei stattfindenden Verschiebung bin  –  erst vor einem Jahrzehnt sah ich sie als Modell der Moderne und der Moderation, der andere Muslime folgen könnten  –  bin ich doch zufrieden zu sehen, dass der israelische Abgesandte seine Koffer packt und Ankara verlässt, denn dieses kleine Drama hilft jedem, der bezüglich des türkischen Präsidenten R.T. Erdoğan und der AKP immer noch kurzsichtig ist, zu verstehen, wie stark sie die Türkei als einen dem Westen feindlich gesinnten Staat repositionieren.

Ich habe früher schon die Auffassung vertreten und wiederhole sie hier: Da sie kein Verbündeter mehr ist, ist es an der Zeit, die türkischen Regierung aus der NATO-Allianz aufzuheben oder zumindest außer Kraft zu setzen.

Daniel Pipes

Englischer Originaltext: Goodbye Ankara
Übersetzung: H. Eiteneier