Das Modell „Mutter als Beruf“ bleibt eine Herausforderung für Politik und Gesellschaft

Von Christa Meves 

Das hat sich in den jungen Familien unserer Republik wie ein dunkler Schatten festgemacht: Die Vorstellung, dass es geradezu verpflichtend ist, als junge Eltern ihr Baby im  Alter von einem Jahr in die Krippe zu geben; denn erstens bekämen sie dort rechtzeitig die richtige Bildung (um später Abitur machen zu können), zweitens würde man sonst als Außenseiter dastehen, und drittens könnte man dann als Mutter – als wieder Mitverdienende – zurück an den Arbeitsplatz gehen.

Das wäre auch mehr als fair, da sonst der Ehemann allein den Familienkarren zu schieben hätte.

Das zur Verfügung stehende Geld geriete ohnehin immer häufiger an den Rand der roten Zahlen. Es sei deshalb doch begrüßenswert, dass der Staat durch die Früherziehung so aktiv an den Belangen der Familie teilnähme.

Wie gern würde ich dieser Argumentation zustimmen, enthalten solche Begründungen doch eine greifbare Berechtigung. Aber als Fachfrau ist man dennoch genötigt, eine Reihe von nicht durchgedrungenen Informationen nachzuholen:

In meiner praktischen Arbeit ließ sich lange schon erkennen, dass die frühe Trennung der Kinder von ihren Müttern negative Auswirkungen im späteren Schicksal des Menschen hat. Mittlerweile ist diese Erfahrung auch bereits international durch Hirn – und Hormonforschung bestätigt worden (1).

Aber Konzepte, die das berücksichtigen, wurden von unseren Regierungen nicht vorgenommen.

Mit meinem Freundeskreis entwarf ich zwar in den 80er Jahren ein gesünderes  Modell und schickte das mit mehr als tausend Unterschriften der Regierung zu. Aber dieses Programm fand keinerlei Beachtung.

Heute leugnen seriöse Fachleute nicht mehr die unermesslich große Bedeutung der frühen Kindheit für die Persönlichkeitsentwicklung. Heute ist es absolut sicher, dass bis zum Alter von drei Jahren lebensentscheidende Prägungen im kindlichen Gehirn vollzogen werden, die später seelische Stabilität oder bei unangemessener Pflege seelische Schwächen und Krankheiten zur Folge haben (2).

Und hinzugefügt wird nun auch bereits die Erfahrungsbilanz, dass positive Ergebnisse (bis in die schulische Leistungsfähigkeit hinein) davon abhängen, ob entscheidende Zukunftsbedingungen der Spezies Mensch in dieser Zeit erfüllt werden oder nicht. Einer positiven Tendenz in der Familienpolitik sind in Europa allein Ungarn, Polen und Tschechien gefolgt (3). Damit wurde in Polen jetzt sogar ein fulminanter Wahlsieg erreicht.

Worauf kommt es also entscheidend an?

Die kontinuierliche, natürliche Nähe zur Mutter, samt der Möglichkeit einer ebenfalls natürlichen Lebensweise, am besten mit Stillen mindestens im ersten Lebensjahr. Mit Recht werden darauf viele Eltern und Großeltern antworten: „Aber das ist dennoch unrealistisch!“

Das ist es hierzulande auch und wird deswegen nur noch in wenigen Familien, die sich im Clan gegenseitiger opferbereiter Hilfe befleißigen, überhaupt noch durchgeführt. Es ist kaum zu fassen: Bereits 34,3 Prozent aller Kleinkinder unter drei Jahren werden hierzulande in Krippen betreut (4).

In der Regierung scheint man nicht sehen zu wollen, dass sich jetzt bereits eine schwache, kranke Gesellschaft manifestiert, weil die unnatürlichen Gepflogenheiten im Kleinkindalter massenhaft bedenklich negative Folgen haben.

Aber unser Staat scheint das nicht zur Kenntnis zu nehmen und drängt stattdessen die Familien unverdrossen in die Gegenrichtung. Muss das Anlass zur Resignation sein? Keineswegs.

Wir haben in jüngster Zeit hier in Mitteleuropa die bereits erwähnten Testmodelle, die uns mit erstaunlicher Schlagkraft beweisen, dass die Rückkehr zu kraftvoller seelischer Gesundheit mit höchst einfacher staatlicher Hilfe zu bewältigen ist.

So hat z. B. Ungarn seit vielen Jahren in der Familienpolitik die Mütter mit ihren Neugeborenen in deren folgenden Lebensjahren so gefördert, dass sie echte Wahlfreiheit bekommen, über das erste Lebensjahr hinaus bei ihrem Kind bleiben zu können. Mit einem umfänglichen Kredit und mit subventionierten Steuererleichterungen wird die Familie mit Lebenserleichterung und vor allem auch dadurch mit viel mehr gesellschaftlicher Anerkennung bedacht.

Das hat bereits bewirkt, dass in den letzten Jahren die Zahl der Eheschließungen stieg, dass die Zahl der Ehescheidungen und Abtreibungen sich verringerte (3).

Das ist durchaus in einer wunderbaren Weise folgerichtig; denn dadurch kann die Möglichkeit entstehen, dass junge Mädchen vor ihrer Berufswahl ihre mütterliche Begabung, die viele von ihnen besitzen, entdecken und die dann den Beruf der Familienmutter als Möglichkeit ins Auge fassen können. Auch der Ehemann kann aufatmen und braucht dann keine Angst mehr vor untragbarer Überbürdung zu haben.

“Mutter als Beruf“ habe ich aufgrund meines Sanierungsprogramms mit den gleichen Hoffnungen mein bereits erwähntes Modell von 1985 genannt. Das habe ich damals sogar in allen Einzelheiten ausgearbeitet.

Was sollten wir also jetzt – gestärkt von all den Bestätigungen durch die neuen Erfahrungs- und Forschungsergebnisse – tun?

Nun, uns zusammenschließen, Informationen vermitteln über die Grundbedingungen einer erfolgreichen persönlichen Kleinkindpflege, öffentlich trommeln, den Regierenden ständig in den Ohren liegen (5) und jene Partei wählen oder gründen, die in dieser Hinsicht konstruktive Vorschläge enthält.

Denn was nützt allein ein gesünderes Außenklima, wenn es nicht mehr genug junge arbeitsfähige Menschen gibt, die es einatmen? Wir haben seit 40 Jahren bereits einen zukunftsgefährdenden Geburtenschwund. Die Hauptgründe für das viele Krankwerden der Bürger in westlichen Gesellschaften liegt auf dem Tisch. Jetzt lassen sich die Folgen beobachten und erfassen.

Es geht um unser aller Zukunft! Wir müssen zur Kenntnis nehmen: Eine Gesellschaft, die die Mutter abschafft, schafft sich selbst ab!
Ich habe einen Slogan entwickelt:

Neun Monate im Leib,
neun Monate am Leib,
neun Monate an der Hand,
neun Monate in den Fußstapfen,
neun Monate im Blick.

Dann ist das Kind drei Jahre alt und kann bereits mit seinem eigenen Willen bekunden, ob es Freude an Kiga und Kita hat.

Anmerkungen:
(1) Spreng, M.: Frühkindliche Schädigung durch Gender- und Krippenpolitik?, Olten, 2012, Zukunft CH
(2) Strüber, N.: Die erste Bindung, Stuttgart, 5. Aufl., 2018
(3) Stephan Baier: Ungarn will seine christliche Identität verteidigen, DT, 12.10., S. 7
(4)
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Kindertagesbetreuung/_inhalt.html
(5) Liminski, J.: Klima, Kinder und Familie, DT, 17.10.19, S. 26

 


AfD in Münster stimmte gegen neue Kitas

Von Felizitas Küble

Daß die Regionalpresse in Münster der AfD nicht gerade freundlich gesonnen ist, verwundert kaum. Da kommt es wie gerufen, daß die Vertreter der konservativen Partei kürzlich bei einer Ratssitzung gegen die Errichtung von fünf neuen Kitas in Münster stimmten  – oh, wie zeitgeistwidrig aber auch!

Wohlgemerkt: Es geht nicht um Kindergärten, sondern um Krippen für Kinder unter drei Jahren.

Die „Westfälischen Nachrichten“ meldeten, die Entscheidungen für neue Kitas seien „fast einstimmig“ gefaßt worden – und fügten etwas ironisch hinzu: „Nur die beiden Vertreter der AfD stimmten wieder gegen alle neuen Einrichtungen“.

Ja sicher – und das ist auch gut so, dient es doch dem Kindeswohl, das bei einer Betreuung zuhause oder wenigstens bei einer Tagesmutter weitaus besser gewährleistet ist als in einer Krippe.

Gerade die ersten drei Jahre sind für die Erziehung der Kleinen besonders wichtig. Danach ist ein Kindergarten in der Regel eine gute Ergänzung.

Einer der beiden AfD-Ratsherren ist Parteisprecher Martin Schiller (siehe Foto), der zugleich Vize-Sprecher im NRW-Landesvorstand ist. Sein Nein zu weiteren Kitas begründete er damit, daß staatliche Fremdbetreuung für Kleinkinder schädlich sei – womit er zweifellos recht hat.

Hierzu einige Info-Hinweise, wobei alle drei Artikel von Familienmüttern stammen, die zugleich für dieses Thema kompetent sind:

https://charismatismus.wordpress.com/2019/05/11/kita-kollaps-in-berlin-offenbart-die-probleme-der-krippenerziehung/
https://charismatismus.wordpress.com/2019/03/27/kita-frei-ist-die-zukunft-der-familie/https://charismatismus.wordpress.com/2018/12/20/kritik-von-sachverstaendigen-das-gute-kita-gesetz-widerspricht-dem-elternrecht/
https://charismatismus.wordpress.com/2018/12/20/kritik-von-sachverstaendigen-das-gute-kita-gesetz-widerspricht-dem-elternrecht/

Web-Präsenz der AfD in Münster: https://afd-muenster.de/

 


Kita-Kollaps in Berlin offenbart die Probleme der Krippenerziehung

Von Birgit Kelle

Im Januar hat eine Kita in Berlin wegen Personalmangel ihre Türe geschlossen und hundert Eltern samt Kindern waren plötzlich ohne Betreuungsplatz. Für die berufstätigen Eltern ein Schock, Angst, den Job zu verlieren, Organisationschaos. 

Man könnte aber auch sagen: Richtig so aus Sicht der Kita. Wenn nicht genug Personal da ist, um sich vernünftig um die Kinder kümmern zu können, dann ist es nur konsequent, dass man es nicht verantworten kann, es dennoch zu machen.

BILD: Unsere Autorin Birgit Kelle bei einer Ansprache vor Lebensrechtlern in Berlin

Wenn man bedenkt, dass der Personalschlüssel in etwa 90 Prozent aller Kitas nicht so ist, wie er aus Sicht von Experten sein sollte, müssten theoretisch deutlich mehr Kitas wegen nicht kindgerechter Betreuung zu machen. 

Die Wochenzeitung DIE ZEIT hat die Eltern ein paar Monate später befragt, wie und ob sie Lösungen gefunden haben. Den Beitrag finden Sie hier unter diesem Link.

Man kann die Elternseite verstehen, die Existenzängste, die Angst vor Jobverlust. Es gibt auch die Stimmen, die sich ärgern, Jobangebote nicht angenommen haben zu können, Urlaube mussten abgesagt werden.

Mir hinterließ noch etwas anderes ein flaues Gespür im Bauch, Aussagen wie diese:

„Dazu kam die Sorge um meinen Sohn, der durch den Kontaktverlust zu seinem Vater und durch das ständig wechselnde Personal in der Kita eh schon unter Trennungsangst litt. Ich hätte ihm den Wechsel in eine neue Kita lieber erspart, und vor allem hätte ich ihn gern selbst dort eingewöhnt. Doch ich musste diese Aufgabe einer Freundin anvertrauen, anders ließ es sich einfach nicht organisieren.“

Oder auch: „Wir haben natürlich gesehen, dass es bei der alten Kita nicht so weitergehen konnte. Wenn ich jetzt daran denke, wie ich den Kleinen manchmal nachmittags angetroffen habe: mit voller Windel, aus der alles rauslief. Übel!“

Oder auch diese Stimme: „Für meine beiden Töchter, deren Verträge gekündigt wurden, habe ich zwar eine neue Kita. Aber noch sind sie nicht eingewöhnt, und sie hatten es auch bei der alten Kita schon nicht leicht mit den ständig wechselnden Bezugspersonen. Nicht jedes Kind steckt das einfach so weg. Gerade meine Ältere tut sich schwer in großen Gruppen und mit Fremden.“

Es ist die harte Realität, wie wir sie Kindern in Deutschland genaugenommen täglich zumuten: Unsichere Bindung, wechselnde Bezugspersonen, zu wenig Personal, zu wenig Zeit.

Und all das deswegen, weil unser Staat schlicht die bessere Alterative nicht und schon gar nicht finanziell fördern will: Die Erziehung zu Hause durch die Eltern – und sei es wenigstens in den ersten drei Lebensjahren des Kindes.


KITA-FREI ist die Zukunft der Familie

Von Christa Meves

Ein neues Blümchen wagt sich neuerdings in Deutschland aus der Verbannung: Es gibt hierzulande eine Pflanzenart, die sich mit einem kräftigen Stängelchen und neuen Knospen hervorwagt: „Kitafrei“ heißt das Pflänzchen, und es hat folgende Aufgabe: Junge Mütter schließen sich zusammen und wollen ihre Babys und Kleinkinder in eigener Regie erziehen – eben kitafrei.

Sie nehmen die lange Latte der wissenschaftlichen Ergebnisse ernst, durch die längst herausgefunden wurde, dass die meisten Ursachen seelischer oder auch psychosomatischer Krankheit im Erwachsenenalter in der frühen Kindheit liegen. Erfahrene Kindertherapeuten zogen daraus den Schluss: Das Unaufgebbarste, das Allernotwendigste für ein neugeborenes Kind ist eine langjährige Phase der Nähe zu seiner leiblichen Mutter.

Ich rief deshalb bereits seit 1970 die Gefahr der frühen Trennung zwischen Mutter und Kind in die Öffentlichkeit hinein; denn das ließ sich erkennen, nachdem es ähnlich wie im Osten auch im Westen immer mehr zur Gepflogenheit wurde, dass die jungen Mütter rasch wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten.

Aber das Unruhigwerden der Kinder, die Gegebenheit, dass sie heute nun in immer größerer Quantität seelische Störungen entwickeln, ließ sich in der Praxis schon bald konstatieren, führte aber in der Öffentlichkeit zu nichts weiter als dazu, dass die Psychologie auf der Universität zu einem überlaufenen Massenfach wurde und die Bürgermeister nur Geld bekamen, wenn sie Kitas einrichteten.

Und viele, viele andere Maßnahmen, die diese berechtigte natürliche Vorstellung der jungen Mütter, ihre Babys und Kleinkinder selbst zu betreuen, immer mehr untergruben, öffneten einem unglücklich machenden Trend Tür und Tor.

Dabei hatten wir in unserem Freundeskreis, der seit 1981 regelmäßig Tagungen, meist auf der Burg Rothenfels, durchführte und ab 1996 zum Verein Verantwortung für die Familie aufgestockt worden war – sogar bereits unter dem Titel „Mutter als Beruf“ eine Resolution zur realistischen Gestaltung einer neuen Familienform im industriellen Zeitalter als ein neues Lebensmodell für junge Familien ausgearbeitet und 1986 ans Bundespräsidialamt nach Bonn und im Jahr 2002 sogar mit fast 10.000 Unterschriften – allerdings abermals gänzlich erfolglos – dem Familienministerium in Berlin übermittelt.

Denn jetzt, nach der Wende und der Übernahme der Regierungsverantwortung durch Gerhard Schröder (SPD), zeichnete es sich ab, dass mit der„Lufthoheit über den Kinderbetten“ (Olaf Scholz) eine Kollektivierung der Kinder von der Geburt ab angepeilt wurde. Aber die bereits vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse über die Schwächung der jungen Generation nach kommunistischem Modell hatten in der Sowjetunion doch längst ergeben, dass das ein Untergangsmodell ist.

In dieser Resolution gaben wir aber nicht nur unserer großen Sorge über die neue Gefahr Ausdruck, sondern machten einen Vorschlag, wie auf dem Boden eines gesunderhaltenden Erziehungsmodells der Niedergang aufgehalten und mit einigen gesunden gesellschaftlichen Maßnahmen zum Positiven gewendet werden könnte. Das legten wir in einem 12-Punkte-Programm auf wissenschaftlicher entwicklungspsychologischer Basis dar.

Die wichtigsten fünf Vorschläge der Veränderungen in der Familienpolitik sollen jetzt hier noch einmal aufgeführt werden:

1) Frauen – besonders junge Mädchen und jung Verheiratete – bekommen die Möglichkeit, sich für einen neuen Beruf ausbilden zu lassen, wenn sie schwanger werden. Sie können, sobald ihre Schwangerschaft ärztlich festgestellt worden ist, in eine spezifische Berufsausbildung „Mutter als Beruf“ eintreten, die mit einem Zertifikat abschließt.

2) Nach der Geburt des Kindes erhält die Mutter den Anspruch auf ein Gehalt samt Rentenanspruch, die beide mit der Zahl der Kinder aufgestockt werden.

3) Wird das jüngste Kind 14 Jahre alt, kann sich die Mutter zur Ausbildungsleiterin für junge Mütter und andere entsprechende soziale Tätigkeiten ausbilden lassen. Analog können sie sich als Großmütter betätigen, z. B. als Adoptivgroßmutter in jungen kinderreichen Familien. Auch der Weg zu anderen Ausbildungen kann dann natürlich eingeschlagen werden, ja, bei den Bewerbungen dazu sollte „Mutter als Beruf“ ein Qualitätsmerkmal sein.

4) Zur Entlastung junger Mütter mit mehreren Kindern wird ein „Freiwilliges Familienjahr“ entsprechend dem Freiwilligen Ökologischen oder Sozialen Jahr für junge Mädchen eingeführt. Der Nachweis des freiwilligen Familienjahres kann bei der Ausbildung zur „Mutter als Beruf“ angerechnet werden.

5) Jede Frau kann aus dieser ihrer Berufstätigkeit ausscheiden und eine andere Tätigkeit ihrer Wahl ausüben.

Diese Regelungen werden die Gesellschaft qualitativ vorwärtsbringen, die Bevölkerungsimplosion aufhalten und unser Land aus der Existenzkrise herausholen.

Die Kosten sind langfristig (erst recht kurzfristig) niedriger als die Kosten, die die flächendeckende Errichtung und der Betrieb von Krippen verursachen, und sie können einer weiteren Überlastung des Gesundheitswesens entgegenwirken. Da das Familien-Modell psychisch intakte, handlungs- und demokratiefähige Menschen hervorzubringen verspricht, ist es, wenn man Zukunft des christlichen Abendlandes will, alternativlos und bedeutet eine fundamentale Einsparung.

Wir haben nicht mehr viel Zeit. Die Zahl der Eltern, die sich gegen den Trend wehren, beginnt unter dem Druck der Öffentlichkeit zu klein zu werden, obgleich es doch noch heute eine ganze Anzahl tapferer Eltern gibt. Sie bringen oft große Opfer, um ihre Kinder allein und mithilfe der Familie großzuziehen. Und das hat sich natürlich fast regelmäßig mit allerbesten Ergebnissen im Erwachsenenalter ausgezahlt. (Einmal wieder befanden sich in meiner Weihnachtspost eine Vielzahl von Berichten darüber – mit Fotos von Müttern und Vätern, die ihr Glück mit diesen erwachsenen Söhnen und Töchtern ausstrahlten.)

Für die Mitglieder der neuen Bewegung „Kitafrei“ werden sich ebenfalls solche Prognosen erstellen lassen.

Zwar sind den Familien – durch die Politik der Regierung – in den vergangenen 20 Jahren immer mehr erschwerende Knüppel zwischen die Beine geworfen worden, und doch ist der neu zusammengeschlossene Widerstand heute – trotz später Stunde – eine neue Hoffnung. Denn grundsätzlich hat die Wahrheit, die in der Schöpfung unseres Gottes ruht, einmal mehr den längeren Atem vor der Lüge mit all ihren so bitter traurigen Resultaten gezeigt.

Die Bestseller-Autorin Christa Meves leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

 


„Krippe? – Nein, danke!“ – Mütter und Wissenschaftler gegen Fremdbetreuung

Von Johannes Moravitz

Immer mehr Mütter entscheiden sich gegen die Krippe. Forscher geben ihnen recht. Einem interessanten Bericht aus Deutschland zufolge entscheiden sich mehr und mehr Mütter gegen die Fremdbetreuung ihrer Kinder in sog. „Kitas“ (Kindertagesstätten – die „Krippe“ in Österreich). 

Als Gründe dafür geben diese Mütter ihr Verantwortungsgefühl und die größere Freiheit der Kinder an. Für diese sei es besser, von der eigenen Mutter in größerer Freiheit erzogen zu werden. Sie nennen sich „kitafrei“ und vernetzen sich über verschiedene Foren, wo sie Gleichgesinnte treffen und befreunden können.

Der neue Trend schlägt sich auch in der vermehrten Anfrage an Finanzexperten wieder. Durch die bewusste Entscheidung, zuhause zu bleiben und die Kinder selbst zu hüten, treten natürlich Fragen der Altersvorsorge auf, die geklärt werden müssen. Aber trotz der vermeintlichen finanziellen Nachteile stellen auch diese fest, dass es gerade bei jüngeren Frauen eine steigende Sehnsucht nach der traditionellen Mutterrolle gäbe.

Die Intuition dieser Frauen, dass Kinder – vor allem in den ersten Jahren – ihre eigenen Eltern und ganz besonders ihre eigene Mutter brauchen, deckt sich mit den Forschungsergebnissen vieler Experten, darunter des österreichischen Kinderforschers Michael Hüter, der von sich anbahnenden menschlichen Katastrophe spricht, weil die westliche Moderne Kinder zu sehr vernachlässige:

„Wenn wir so weitermachen wie in den letzten 15 Jahren, wird es den Menschen auch ohne Klimakatastrophe und Atomkrieg in 200 Jahren nicht mehr geben”, meint er und fordert: „Wir müssen dringend etwas ändern an der Art, wie wir zusammen leben und wie wir mit unseren Kindern umgehen.”

Die Weichen unseres Lebens werden in den ersten Jahren gestellt, besonders im Bereich der sozialen und emotionalen Entwicklung. Was sich vor allem ändern müsse, sei der Wert der Familie sowie die Betreuung von Kindern ab dem Kleinkindalter.

Denn: „In Europa hat inzwischen jedes zweite Kind eine chronische Krankheit. Das gab es in der gesamten Geschichte der Menschheit noch nicht. Bei größtmöglichem medizinischen Fortschritt waren unsere Kinder noch nie so auffallend krank wie heute”, so Hüter. Hauptgrund dafür sei: „Kinder können sich heute nicht mehr altersgemäß entwickeln, weil ihnen ein kindgerechtes Aufwachsen verwehrt wird.“

Zu viele Kinder werden zu früh fremdbetreut und so aus ihren Familienverhältnissen gerissen. Er appelliert daher an die Politik, weniger Geld in den Ausbau von Krippen zu stecken und stattdessen gezielt Familien zu fördern.

Wovon Konservative und Kirche immer gesprochen haben, scheint nun wissenschaftlich bestätigt zu sein: Für Kinder ist es gut und wichtig, so lange wie möglich zuhause betreut zu werden.

Der Autor hat uns die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung seines Artikels erteilt – seine Beiträge erscheinen u.a. hier: https://christdemokratie.at/


Der Verband Familienarbeit begeht Jubiläum: 40 Jahre Einsatz für Eltern und Kinder

Am 9. Februar 1979 wurde die „Deutsche Hausfrauen-Gewerkschaft (DHG)“ gegründet, 2001 umbenannt in „Verband der Familienfrauen und -männer“ (vffm) und 2011 in „Verband Familienarbeit“. Anliegen und Ziel war vor allem, die Enteignung der Eltern durch die Rentenreform 1957 und deren Folgen sichtbar zu machen und durch finanzielle Anerkennung der Erziehungsarbeit zu beheben.

Seit der Rentenreform 1957 werden  die Eltern der wirtschaftlichen Rendite ihrer Investitionen in die Kinder beraubt, da die Renten fast ausschließlich an Erwerbsarbeit gekoppelt sind. Die Wertschöpfung der Erziehungsarbeit wird völlig ignoriert und eine angemessene Entschädigung für die Erziehenden verweigert. Das musste zu einer fortschreitenden Verarmung von Eltern und Kindern in einer sonst reicher werdenden Gesellschaft führen.

In der Folge änderten sich alle familienbezogenen Wertvorstellungen. Auch das Rentensystem selbst, das auf leistungsfähige Familien angewiesen ist, wird immer brüchiger. So kommt zur Familienarmut die Altersarmut hinzu.

Die Politik versucht dieser Entwicklung zu begegnen, indem sie die Eltern immer mehr dazu drängt, die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder staatlich finanzierten Einrichtungen zu überlassen, um möglichst durchgängig und in Vollzeit erwerbstätig sein zu können.

Das politisch gewollte Ziel ist die Ganztagsbetreuung ab dem zweiten Lebensjahr. Diese Bevormundung der Eltern schränkt ihre Wahlfreiheit immer mehr ein, über die Erziehung ihrer Kinder selbst zu entscheiden. Die Eltern werden zeitlich und kräftemäßig überfordert, was sich letztlich zum Nachteil der Kinder auswirkt. Immer mehr Eltern – besonders Mütter – werden krank und immer mehr Kinder leiden unter den Folgen mangelnder Bindung an ihre primären Bezugspersonen.  

Obwohl das alles in klarem Gegensatz zu Art. 6 unseres Grundgesetzes steht, der die Familie unter den Schutz der staatlichen Ordnung stellt und den Eltern die Erstverantwortung für die Kindererziehung zuordnet, folgt die gegenwärtige Familienpolitik diesem Irrweg, der schon in der DDR und im übrigen Ostblock gescheitert ist. Er belastet die Gesundheit von Eltern und Kindern und verhindert die Gleichberechtigung der Geschlechter, die nur durch Gleichberechtigung der elterlichen Erziehungsarbeit erreichbar ist. 

Leider wird dem Verband Familienarbeit immer wieder unterstellt, er wende sich grundsätzlich gegen die Fremdbetreuung von Kindern. Im Gegenteil fordert er jedoch eine echte Wahlfreiheit für Eltern statt der einseitigen Krippenförderung mit ca. 1000 €/Monat und Kind.

Gleichzeitig wird selbst betreuenden Eltern nicht einmal 150 € Betreuungsgeld gegönnt. Eltern müssen das Geld für die Betreuung ihrer Kinder, das ihnen aufgrund der Vergesellschaftung der Altersversorgung für die Erziehungsarbeit zusteht, selbst in die Hand bekommen, um dann frei über dessen Verwendung zu entscheiden.

Während Krippenbetreuung von der Regierung als „frühkindliche Bildung“ verkauft wird, warnen Psychologen und Ärzte vor den Risiken.


Sind Kindeswohl und Erziehungsrecht der Eltern für die SPD heute belanglos?

Gertrud Martin, die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V., erklärt dazu:

„Die Abschaffung der Kita-Gebühren ist ein Schritt auf dem Weg, den Karl Marx, einer der Vordenker der SPD-Politik, schon im Kommunistischen Manifest vorgegeben hat.

Darin fordert er ‚die öffentliche und unentgeltliche Erziehung aller Kinder‘ und die ‚Vereinigung der Erziehung mit der materiellen Produktion‘. (Manifest der Kommunistischen Partei (1848) II, S. 481, Nr. 10)

Ihm ging es dabei vorrangig um die Überwindung des Kapitalismus. Dieses Ziel hat sich heute ins Gegenteil gewendet, indem gerade die Finanzlobby fordert, die Eltern uneingeschränkt dem Arbeitsmarkt zuzuführen mithilfe öffentlicher Betreuungsangebote, selbst für Kleinstkinder.

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Auch viele Eltern merken nicht, wie ihnen ihr grundgesetzlich festgeschriebenes Erstrecht, ihre Kinder nach eigenen Vorstellungen zu erziehen (GG 6.2), durch die einseitige massive Subventionierung der öffentlichen Kinderbetreuung abgekauft wird.

Den Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen, wurden sogar die 150 € Betreuungsgeld entzogen. Diese familienfeindliche Politik wird inzwischen auch von anderen Parteien vertreten und als Familienförderung verkauft.

Das Kindeswohl der U-3-Kinder, die vorrangig Bindung brauchen, spielt dabei keine Rolle. Solange aber die elterliche Erziehungsarbeit, im Gegensatz zur gleichen Arbeit in einer Betreuungseinrichtung, nicht als lohnwerte Leistung anerkannt und wie die herkömmliche Erwerbsarbeit honoriert wird, wird sich die Aushöhlung der Familie fortsetzen und die Gleichberechtigung von Mann und Frau eine Illusion bleiben.“

Der Neurologe und Psychiater Dr. Johannes Resch, stellv. Vorsitzender im Verband, ergänzt diese Ausführungen folgendermaßen:

„Die SPD muss sich entscheiden, ob sie sich weiter an den 170 Jahre alten Vorstellungen von Karl Marx oder an ihrem heutigen Anspruch, für soziale Gerechtigkeit einzutreten, orientieren will. Marx konnte noch nicht wissen, wie wichtig die Bindung eines Kindes an seine Eltern für dessen spätere Bildungsfähigkeit und soziale Entwicklung ist. Er machte soziale Gerechtigkeit ausschließlich am Verhältnis von Erwerbsarbeit und Kapital fest.

Heute wissen wir dagegen, dass das Missverhältnis der Bewertung von Erwerbs- und häuslicher Erziehungsarbeit in unserer Sozialgesetzgebung eine vergleichbar große Rolle spielt. Die Armut von heute wird weitgehend durch die Missachtung der elterlichen Erziehungsarbeit verursacht (Armut Alleinerziehender, kinderreicher Familien, alter Mütter und Eltern mit geringem Verdienst).

Will sich die SPD an den heutigen Problemen ausrichten oder immer noch an einer im 19. Jahrhundert wurzelnden Erwerbsideologie festhalten?

Die ausschließliche Orientierung an der Erwerbsarbeit wie bei Karl Marx dient heute ohnehin in erster Linie der Profitmaximierung des Kapitals. Deshalb wird die gegenwärtige Krippenpolitik ganz offen mit den ‚Erfordernissen des Arbeitsmarktes‘ begründet. Das Kindeswohl war weder für Marx ein Thema noch ist es das für die heutige Lobby der Kapitalbesitzer.“

Quelle: http://familienarbeit-heute.de/?p=5074