Botschafts-Szenerie um die „Warnung“ widerspricht sich betr. Papst Franziskus

Es ist immer wieder erheiternd und aufschlußreich zugleich, wie sich das Seher-Lager gegenseitig widerspricht  – und das sogar in jenem Spektrum, das sonst bei der angeblich wichtigsten Sache einig ist, nämlich der sog. „Warnung“, die uns allen für die kommende Zeit noch blüht, wobei jeder Erdenbürger eine „Seelenschau“ erleben wird, für die meisten – so wird gesagt – ein fürchterliches, teils tödliches Widerfahrnis.  

Nun steht der Unsinn von der „Warnung“ weder in der Heiligen Schrift noch kennt die Lehre der Kirche ein solches Endzeit-Ereignis, doch in der Seher-Szene gelten schon seit jeher ganz eigene Vorstellungen jenseits der (theo)logischen Vernunft.

Interessant ist es freilich, daß sich die Warnungs-Visionäre nicht einmal untereinander einig sind:

So behauptete eine der wichtigsten „Begnadeten“, die den ganzen Warnungs-Rummel Anfang dieses Jahrzehnts forciert hat, nämlich die sog. irische „Endzeitprophetin“, bei Papst Franziskus handle es sich nicht um einen rechtmäßigen Papst, sondern um den „Falschen Propheten“ aus der biblischen Apokalypse, der den Antichristen begleitet.

Hingegen verkündet der selbsternannte Seher Enoch aus Kolumbien  – er propagiert ebenfalls die „Warnung“ – das glatte Gegenteil, indem er dazu auffordert, nebst anderen Anliegen „für Papst Franziskus und die Kirche“ zu beten. Gewiß ein löbliches Unterfangen, doch benötigen wir hierfür keinen himmlisch inspirierten Visionär.

Unser Leser „GSJC“ hat den Widerspruch des Sehers Enoch und der irischen Seherin näher dokumentiert – siehe hier seine Recherche:

„13. Mai 2013, 9.45 Uhr
RUF DER FRAU ALLER VÖLKER AN DIE KATHOLISCHE WELT

Liebe Kinder meines Herzens, der Friede Gottes sei mit euch allen!
Die Verkündigung meines fünften Dogmas wird der Anfang eurer Freiheit sein. Mein fünftes Dogma ist die Niederlage meines Feindes. Deshalb, meine Kinder, hat mein Feind soviele Hindernisse und Barrieren gegen diesen meinen Titel der Frau aller Völker aufgerichtet, da er weiß, daß er dadurch besiegt werden wird. Ich bitte euch, liebe Kinder, daß ihr von nun an in all eure Rosenkränze diese großen Anliegen einschließt:

1. Für die Verkündigung meines Fünften Marianischen Dogmas (Maria Mittlerin, Miterlöserin und Fürsprecherin, Frau aller Völker).
2. Für die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz.
3. Für Papst Franziskus und die Kirche
4. Für den Frieden der Welt
5. Für den Triumph meines Unbefleckten Herzens“

Nicht nur daran lässt sich erkennen, wie „gaga“ diese Szene ist. Auf der einen Seite wird aggressiv Werbung für den irischen Blödsinn betrieben, wonach Papst Franziskus der „Falsche Prophet“ ist und vermieden, ihn als Papst zu bezeichnen.

Auf der anderen Seite verbreiten sie diesen anonymen „Enoch-Käse“, der in seinen Botschaften genau das Gegenteil von dem behauptet, was die gescheiterte „Warnungstante“ aus Irland von sich gegeben hat, indem dort ein „Ruf der Frau aller Völker an die katholische Welt“ ergeht, genau für diesen Papst zu beten.

Doch das Sahnehäubchen setzt der Phantast „Enoc“ dem unsinnigen Theater mit nachfolgender „Botschaft“ auf, die von keinem Geringeren – wie in der Szene üblich – als dem „Herrn“ persönlich stammen soll:

DIE KRAFT VON GEBETSKETTEN BRINGT FESTUNGEN ZUM EINSTURZ UND KANN PROPHEZEIUNGEN ÄNDERN.
18. April 2013, 8.50 Uhr
RUF VON JESUS VON NAZARETH AN DIE KATHOLISCHE WELT
[…] Aufgrund eurer Gebete, Fasten, Fürbitte und Buße sandte Ich euch einen Papst, der den Willen Gottes erfüllen wird, vorausgesetzt, daß die katholische Welt ihn im Gebet nicht verläßt. Wenn ihr für Papst Franziskus betet, wird er den Willen Meines Vaters tun, aber wenn ihr das Gebet für ihn vernachlässigt, werden Mein Feind und seine Werkzeuge, die den Stuhl Petri unterwandert haben, ihn dazu bringen, Irrtümer gegen den Glauben, das Evangelium und die Lehre Meiner Kirche einzuführen. Meine Kinder, Ich sage euch dies alles, damit ihr geistig erwacht und beginnt das Gebet zu eurer höchsten Priorität zu machen.

(Quelle: http://www.mensajesdelbuenpastorenoc.org/deutsche.html)

Es ist somit klar, dass ein mögliches Totalversagen von Papst Franziskus auf das Versagen der „Restarmee“ und irgendwelcher klappriger Rädchen zurückzuführen ist.

Die Schuldigen sind somit gefunden, da dieser private Verein als „Restarmee“ für sich in Anspruch nimmt, die wahre Kirche zu vertreten.

Die Szene hat sich mit diesen „Botschaften“ wieder einmal ein Eigentor geschossen! Ab in die Tonne damit!

Wie viele Millionen Mitglieder hat die „Restarmee“ inzwischen oder sind es, wie vom „Botschaftshimmel“ der irischen Schwätzliesel versprochen, bereits MILLIARDEN (überbelichtete Gestalten)?

Kleine Gegenüberstellung zur besseren Verdeutlichung dieses Unsinns:

„MDM“ aus Irland am Donnerstag, dem 12. April 2012:

399. Der nächste Papst mag von Mitgliedern innerhalb der katholischen Kirche gewählt sein, aber er wird der Falsche Prophet sein.[…]Mein geliebter Papst Benedikt XVI. ist der letzte wahre Papst auf dieser Erde.

http://www.dasbuchderwahrheit.de/botschaften/2012/0399.htm

„Enoc“aus Irgendwo am Montag, dem 8. April 2013:

Aufgrund eurer Gebete, Fasten, Fürbitte und Buße sandte Ich euch einen Papst, der den Willen Gottes erfüllen wird, vorausgesetzt, daß die katholische Welt ihn im Gebet nicht verläßt.

 


Seher Enoch aus Kolumbien verbreitet Panik und kündigt endzeitliche „Warnung“ an

Von Felizitas Küble

Der selbsternannte Prophet „Enoch“ –  ein nicht näher bekannter, angeblicher „Katechet“ aus Kolumbien – erhält seit über 20 Jahren „Offenbarungen“ des Himmels, die sich reihenweise in ihrer typischen Endzeit-Panik ähneln und ständig im Kreise drehen. 

Seine Fangemeinde ficht es nicht an, dass sich der Seher mit seinen düsteren Ankündigungen schon mehrfach geirrt hat, so etwa im Jahre 2015, als er am 29. Juli wieder einmal einen „dringender Aufruf von Gott Vater an Sein treues Volk“ erhielt, wie hier nachzulesen ist:

„Es fehlt wenig bis der Mond sich wieder mit Blut färbt (28. September 2015) und die Sonne mit Dunkelheit (13. September 2015*); damit erfüllt sich in ihrer Totalität die Prophezeiung des Joel (Joel 3,4). Nachdem dies geschehen ist, wird Finsternis über die Erde hereinbrechen und die kommenden Ereignisse entfesseln sich eines nach dem anderen.“

Auf diese weltweite Finsternis warten wir noch heute, doch derlei Irrungen und Wirrungen sind in dieser pseudo-katholischen Szene ohnehin an der Tagesordnung.

Natürlich propagiert auch Enoch die in Seherkreisen allseits beliebte „Warnung“, eine Endzeit-Theorie, die vor allem auf Garabandal (eine kirchlich abgelehnte Erscheinungsstätte) und auf eine längst aufgeflogene, irische Visionärin sowie auf weitere Endzeitprediger wie z.B. Lungenschmid zurückgeht.

Demnach wird es schon vor der endgültigen Wiederkunft Christi zum Jüngsten Gericht bereits ein für die ganze Menschheit sichtbares Kommen Jesu in den Wolken des Himmels geben, verbunden mit einer „Seelenschau“, die für die „gottlosen“ Menschen fürchterlich ausfällt – und als endzeitliche „Warnung“ zu verstehen ist.

Einmal abgesehen davon, daß Bibel und Kirche keine zweifache Wiederkunft Christi kennen, geht es hier um eine sensationslüsterne Angstmacherei, die mit einem gottesfürchtigen Aufruf zu Buße und Umkehr nichts zu tun hat.

Wie sehr Enoch darauf abzielt, die Menschen in Panik zu versetzen, zeigt z.B. seine Marien-Botschaft vom 21. Februar 2017, in der es u.a. heißt:

„Seid sehr vorsichtig, kleine Kinder, denn auf eurer Erde hat es bereits viele durch Dämonen besessene Seelen; beachtet dass ihr unter keinen Umständen in Klagen und Streitigkeiten mit euren besessenen Geschwistern eintreten dürft…

Die bösen Geister wandern bereits in den späten Stunden der Nacht herum, sie suchen Körper deren Seelen von Gott entfernt sind, um in sie einzuschleichen. Haltet euch während den späten Stunden der Nacht nicht auf der Straße auf, damit ihr nicht unangenehme Überraschungen erleben werdet.

Vor einem Jahr veröffentlichte Enoch einen Aufruf der „Maria Rosa Mystica an das Volk Gottes“ vom 2. Januar (Die Erscheinungen der „Rosa Mystica“ von Montichiari sind ebenfalls kirchlich abgelehnt). Darin heißt es zum Dauerbrenner der „Warnung“:
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„Kleine Kinder, der Zusammenprall von zwei Asteroiden wird das Glorreiche Kreuz Meines Sohnes bilden. Das wird das große Signal sein, welches euch das Kommen der Warnung ankündigt!
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Dieses Jahr wird der Beginn eurer Reinigung sein. Die Menschheit wird große Ereignisse am Himmel und auf der Erde erleben; die Zeichen des Himmels werden zunehmen; noch von keinem Auge gesehene himmlische Phänomene werden euch ankündigen, dass ihr bereit und vorbereitet sein müsst für eure Begegnung mit Gott in der Ewigkeit.
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Die Erschütterung des Universums wird euch himmlische Phänomene sehen lassen, welche die Menschheit nie gesehen hat. Viele werden in Panik geraten, aber es gibt keinen Grund euch zu ängstigen; diese Manifestationen sind Ankündigungen des Himmels damit ihr geistig auf das Kommen der Warnung vorbereitet seid und eure Prüfungen beginnen.“ (Quelle: http://www.kommherrjesus.de/aktuelles/enoch/botschaften/botschaften2018#neu)
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Vielleicht haben wir alle etwas verpaßt, da sich im vergangenen Jahr keine erkennbaren „himmlischen Phänomene“ ereignet haben, geschweige sind zwei Asteroiden zusammengeprallt; auch erschien kein glorioses Kreuz am Himmel und-so-weiter…


Auch der reisende Visionär Lungenschmid bietet „Warnungs“-Botschaften

Von Felizitas Küble

Kürzlich war der selbsternannte Nahtod-Visionär Helmut Lungenschmid wieder mit einer Vortragstour durch Westfalen zugange, teils tagt er mit weit über hundert Teilnehmern wie am 3. Juli in Hembergen.

Offenbar sind der Naivität mancher Gläubigen keine Grenzen gesetzt. Immerhin zeigt schon ein kurzer Blick in den 1. Band über Lungenschmids Jenseitsoffenbarungen („Mein Sterbeerlebnis“), daß er sich theologisch voll neben der Spur befindet.

Aber das ficht seine Fangemeinde offenbar nicht an – selbst wenn der Autor sogar die Ewigkeit der Gottheit Christi leugnet und weitere Absurditäten bietet. (Näheres dazu  HIER.)

Dabei versteht sich am Rande, daß auch dieser (Hell-)“Seher“ genaue Auskunft über Zukünftiges zu bieten vermag, immerhin macht genau dies den Reiz solcher Bücher und Tagungen aus.

Will nicht jeder Mensch gerne wissen: Was kommt auf mich zu? Was geschieht zukünftig mit der Welt? Was habe ich nach dem Tod zu erwarten?

Panikmache ist in Deutschland immer schon auf fruchtbaren Boden gefallen, sei es der ökologische (Kernkraft-)GAU bzw. Umwelt-Niedergang („Saurer Regen“ und „Waldsterben“ etc. sorgten schon in den 70er Jahren für diffuse Ängste), sei es eine immer wieder aufkeimende Weltuntergangsstimmung in religiöser Hinsicht.

In diese weitverbreitete Zukunftsangst, die freilich auch von tatsächlichen Problemen genährt wird, passen die Botschaften von der „Warnung“ wie der Deckel auf den Topf.

Gemeint ist damit eine angebliche Zwischen-Wiederkunft Christi  v o r  seinem endgültigen Erscheinen in Herrlichkeit.

Demnach soll es in Bälde eine weltweite „Seelenschau“ geben, die Christus durch ein überall sichtbares „Kreuz am Himmel“ startet. Jeder Mensch sehe dann den (mehr oder weniger) schrecklichen Zustand seiner Seele im Lichte Gottes – und manche fallen vor Entsetzen gleich tot um.

Dieses Szenario – das sich weder mit der biblischen Endzeitprophetie noch mit der kirchlichen Lehre vereinbaren läßt  – ist nicht ganz neu, tritt aber abwechselnd in jeweils anderem Gewande zum Vorschein, propagiert von neuen Visionären und diversen „Opferseelen“.

Wir haben unlängst über einige Warnungs-Botschafter/innen berichtet, z.B. Luz de Maria oder eine anonyme Dame namens „Maria von der Vorbereitung der Herzen“…

Zu dieser erlauchten bzw. erleuchteten Schar gesellt sich auch unser Nahtod-Erfahrener Lungenschmid, wie die Webseite mit dem vielsagenden Titel „Kreuz am Himmel“ zu berichten weiß: https://www.kreuzamhimmel.li/index.php?site=lungenschmid

Am Schluß seiner visionären Einsichten heißt es: „Man bilde sich seine eigene Meinung“. Dieser Aufforderung gerne nachkommend, sei folgendes angemerkt:

Lungenschmid will die universale Seelenschau schon vorweg selber erlebt haben, gewissermaßen als Vorposten dessen, was uns allen noch blüht:

Jesus Christus sagte mir während dieser Seelenschau, dass Sein Vater möchte, dass sich alle Menschen auf ein bevorstehendes Ereignis vorbereiten. Dieses Geschehen wird in Bälde stattfinden.“

Daß dieses Phänomen „bald“ vonstatten geht, wurde schon bei den  – kirchlich nicht anerkannten –  Marienerscheinungen im spanischen Bergdorf Garabandal Anfang der 60er Jahre behauptet. Lungenschmid plappert es nach und weiß zu berichten, daß Gott-Vater alle Menschen darauf „vorbereiten“ möchte.

Bloß merkwürdig: Sollte der Allwissende es „versäumt“ haben, dieses aufregende Mega-Ereignis in der Heiligen Schrift zu erwähnen? Weder in den alt- noch in der neutestamentlichen Büchern findet sich ein Sterbens(!)-Wörtchen über dieses schaurige Endzeitspektakel.

Aber nun hat es der Ewige  – nach dem Glauben erscheinungsbewegter Gemüter  – für gut befunden, einige Mädels in Garabandal über seine zuvor geheimgehaltenen Pläne zu informieren, dasselbe sodann einige Jahrzehnte später einer anonymen „irischen Seherin“ zu offenbaren (die inzwischen freilich als Schwindlerin entlarvt ist) –  oder eben auch den schreiblustigen Lungenschmid  – soeben erschien der zweite dicke Band seiner Privatoffenbarungen – ins Bild zu setzen, auf daß diese Begnadeten alle Welt aufscheuchen aufklären.

Was ein echter Prophet ist, der weiß auch, was nach solch einer Schreck-WARNUNG abgeht:

„Es wurde mir auch gezeigt, dass sich Millionen und Abermillionen Menschen über die ganze Welt verstreut bekehrt hatten. Aber bei weitem nicht alle Menschen wurden von dieser Seelenschau anhaltend tief berührt.“

Was sind schon „Millionen und Abermillionen“? Warum nicht einige Milliarden? Wozu sonst das ganze Spektakel?

Lungenschmid beklagt sich bereits jetzt: „Manche blieben ihrem atheistischen Glauben treu, weil sie derart verstockte Herzen hatten, dass nicht einmal dieses grosse Wunder an ihnen Wirkung zeigte. Andere wurden bekehrt, sind aber dann nach einer bestimmten Zeit wieder in den alten Unglauben zurückgefallen.“

Tja, da fragt sich nicht nur meine Wenigkeit, welchen Sinn wir dieser universalen „Seelenschau“ abgewinnen dürfen, wenn hinterher im Grunde sowieso alles beim alten bleibt…?!

 


Argentinien: Seherin Luz de Maria bietet Stigmatisationen und Visionen der Endzeit

Von Felizitas Küble

Im Getümmel von Wundersucht und „frommer“ Sensationslust fehlt es auch in Lateinamerika nicht an passenden Sehern und Botschaften des Himmels.

Zu ihnen gehört seit einigen Jahren die auch auf deutschen Webseiten beworbene „Mystikerin“ Luz de Maria. Die in Costa Rica geborene Familienmutter lebt in Argentinien und leitet dort Gebetsgruppen. Nun ist das Land groß, doch auf der Reklame-Seite für die Seherin wird die Stadt oder Gemeinde, in welcher sie wohnt, nicht erwähnt. 

Immerhin tritt sie mit Namen auf, was man nicht von allen“Begnadeten“ behaupten kann, gab es doch beispielsweise jahrelangen Wirbel um eine anonyme „irische Seherin“ mit ihren Warnungs-Botschaften: sie behauptete, schon vor der eigentlichen Wiederkunft Christi in Herrlichkeit sei er weltweit mit einem Kreuz am Himmel sichtbar und bringe die „Warnung“, eine angebliche „Seelenschau“ als Prüf- und Straf-Aktion für alle Erdenbewohner etc.

Es handelt sich hierbei um Ankündigungen, die in ähnlicher Weise auch von jener argentinischen Seherin verkündet werden. Von und über Luz de Maria ist anscheinend  – noch  – kein Buch in Deutsch erschienen; das hier abgebildete Buch in ihrem Heimatland zeigt typischerweise eine Bluttränen-Madonna, angeblich entstanden auf einem Bildnis von Guadalupe. 

Allerlei wundersame „Zeichen“ sind in der Seher-Szene gang und gäbe, gleichsam das Salz in der Suppe.

Auf dieser Webseite  – https://www.revelacionesmarianas.com/de/luzaleman.html  – wird diese Sühneseele näher vorgestellt. Natürlich führt auch sie ein Opferleben, weil sie „Verfolgung“ und „üble Nachrede“ von denen erleidet, die ihre Botschaften „nicht akzeptieren“. 

Aber – so heißt es tröstlich weiter – die Visionärin „nimmt das an, wissend, dass sie als Werkzeug Christi den gleichen Weg, den Christus auf der Erde ging, gehen muss.“

Die Dame „erlebt verschiedene mystische Erfahrungen, in denen Christus sein Leiden am Kreuz mit ihr teilt“.  – Daß der Opfertod des HERRN seit zweitausend Jahren beendet ist, hat sich in diesen Kreisen noch nicht herumgesprochen. 

Merkwürdigerweise heißt es sodann: „Priester mehrerer Länder unterstützen sie, aber wie Christus selbst zu ihr sagt: „Ich bin dein spiritueller Führer“, denn Christus ist es,  der jeden ihrer Schritte und alles, was sie tut, führt.“

Aha, unser HERR ist offenbar nicht ihr Erlöser, sondern lediglich eine Art Guru, nämlich ihr „spiritueller Führer“ – ein Ausdruck, der sich weder in der Bibel noch in kirchlichen Gebetbüchern findet, der vielmehr stark nach esoterischer Literatur riecht.

Apropos „riechen“ – auch hier hat Luz de Maria einiges zu bieten: Wenn sie in  Ekstase fällt und angeblich die Wundmale Christi empfängt, weint sie manchmal „Tränen aus Blut, die sehr intensiv duften, so sehr, dass der Duft den ganzen Raum erfüllt.“

Von einem Duftphänomen der Wunden Christi am Kreuz liest man allerdings nichts in der Heiligen Schrift  – zugleich kennt man diese Begleiterscheinung längst aus der Esoterik und falschmystischen Visionen.

Am 16.2.2010 sagte der Erscheinungs-Christus der angeblich stigmatisierten Dame folgendes:

„Meine Mutter hat Euch im Laufe der Jahrhunderte auf der ganzen Welt vor dem gewarnt, was nun TATSÄCHLICH unmittelbar bevorsteht…. Eine WARNUNG wird in das Innere der  Menschen vordringen und sie werden nur auf meiner Seite sein.“

Diese Ankündigung, wonach die Zwischen-Ankunft Christi mit dem Warnungs-Ereignis „unmittelbar“ bevorstehe, ist nun auch schon über acht Jahre alt.

Weiter heißt es über diesen Vorgang: „Das Licht wird einen Moment lang zu allen kommen, um sie von der Sünde zu befreien, aber mit meinem Schmerze und dem meiner Mutter, werden sie danach noch stärker in der schwarzen Sünde verbleiben, vom Bösen beseelt, das die schwachen und ungläubigen Gedanken kontrollieren wird.“

Verstehe das, wer will  – vermutlich bedarf es hierfür der speziellen „Logik“ erscheinungsbewegter (Aber-)Gläubiger. 

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Wie das irrgeistige „Buch der Wahrheit“ seinen Weg in den Beichtstuhl fand…

Im Dunstkreis der gescheiterten irischen Endzeitprophetin treibt die unsinnige „Warnung“ aus Garabandal bei den Anhängern des noch absurderen „Buches der Wahrheit“ weiterhin seltsame Blüten. 

Es handelt sich bei dieser kuriosen Textsammlung nicht erst seit der Enttarnung der irischen „Visionärin“ Mary McGovern um wenig Gehaltvolles aus anspruchsloser Quelle. Nachdem diese „Endzeitprophetin“ überstürzt und panisch ihre Internetpräsenz beenden musste, organisiert sich ein kleiner Rest der verbliebenen Anhänger unter dem Namen „Restarmee“.

Er versucht weiterhin, Werbung für die „Botschaften“ zu betreiben  – ungeachtet der Tatsache, dass sich der zuständige Bischof ablehnend zu diesen falschmystischen „Offenbarungen“ geäußert hat:  https://charismatismus.wordpress.com/2014/04/17/irland-erzbischof-martin-warnt-vor-irrgeistigen-botschaften-die-warnung/

(Weitere Infos u.a. hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/11/05/hintergrunde-der-warnungs-botschaften-es-war-einmal-eine-endzeitprophetin/)

Eine dieser Blüten der „Restarmee“ nennt sich „Andrea“ und stellt sich in der ihr eigenen Bescheidenheit als „demütiges kleines Rädchen im U(h)rwerk Gottes“ vor.

Am 12. Oktober 2014 vernahm „Andrea“ erstmals Worte in ihrem Kopf; diese vemeintlichen Einsprechungen von oben verbreitet sie seit Dezember 2017 nicht nur im Netz, sondern auch in Buchform über einen Onlinehändler. Dort können aktuell vier Bände Privatphantasien unter „Geringstes „Rädchen“ Im „U(H)Rwerk“ Gottes, Andrea“, zu einem Preis von 8 bis 10 Euro erworben werden.

Wozu die albernen „Botschaften“ aus dem „Buch der Wahrheit“ bei dieser Anhängerin geführt haben, stellt „Andrea“ anhand eines öffentlich zur Schau gestellten Beichtgespräches vor. Zu bedauern ist nicht nur der Geistliche, der die Auswirkungen dieses Irrsinns aus Irland eine halbe Stunde über sich ergehen lassen musste.

Das Beichtgespräch, das von “Andrea“ als „heiße Diskussion“ beschrieben und von ihr zum „Zeugnis für den wahren Papst“ erklärt wurde, kann hier gelesen werden: https://herzmariens.ch/Mystik/Andrea/Besinnliche%20Texte/zeugnis2016_06_21.htm

Welche Sonderbotschaften mit viel Geschmuse das „demütige Rädchen“ als „himmlische Interventionen“ weiter im Internet verbreitet, zeigt der Text am Ende einer der Websiten:

„Allen Besuchern meiner Webseite möchte ich den liebevollen Kuss auf die Stirn weitergeben, den unsere Himmelkönigin, die Heilige Gottesmutter Maria, am 12. Sept. 2015 in Walpertskirchen geschenkt hat, welchen ich persönlich am 19. Sept. 2015 weitergegeben bekommen habe.“ (Quelle: https://herzjesuwegzehrungderrestarmee.jimdo.com/)

Die alberne Weitergabe der visioniären Massenschmuserei geht auf einen Auftritt des „Sehers“ Salvatore Caputo in Walpertskirchen zurück. (Siehe in diesem Zusammenhang: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Walpertskirchen)

Erfreulicherweise ist die „Restarmee“ mittlerweile so geschrumpft ist, dass ihre Anhängerschaft in sehr bescheidenen Räumlichkeiten Platz findet: https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Heidelberg-Herzmariens-Sekte-kam-nach-Heidelberg-zum-Kaffeekraenzchen-_arid,249452.html

Der Schrumpfungsprozess dieses Fanclubs wurde mit der Enttarnung der irischen PR-Lady Mary McGovern durch Aufklärungsarbeit der Skeptiker dieses Unsinns eingeleitet. Dem ging eine auch im CHRISTLICHEN FORUM über mehrere Jahre geführte Diskussion mit rekordverdächtigen 1911 (!) Leserkommentaren voraus: https://charismatismus.wordpress.com/2011/10/08/falsche-ankundigung-in-der-pseudo-botschaft-die-warnung/ 

Inzwischen haben sich viele ehemalige Anhänger beruhigt, sind einsichtig geworden und warnen ebenfalls vor der demaskierten Endzeitprophetin und den skurillen Machenschaften der noch verbliebenen Anhänger.  (Siehe z.B. http://www.gottliebtuns.com/mdm.htm / https://charismatismus.wordpress.com/2014/01/10/hiti-hermann-hitthaler-distanziert-sich-von-den-botschaften-die-warnung/)

Zu dieser Erkenntnis haben viele jener Botschaften der „Endzeitprophetin“ beigetragen, die sich als falsch, zude völlig unsinnig und bei etlichen Zahlenspielereien auch als dümmlich erwiesen haben.

Dazu nur ein Beispiel aus dem „Buch der Wahrheit“ vom 27. Juli 2012: „506. Wenn die Zahl von 20 Millionen in Meiner Armee erreicht worden ist, dann werde Ich diese Zahl auf Milliarden vermehren. – Freitag, 27. Juli 2012, 18:30 Uhr!“ (Quelle: http://www.dasbuchderwahrheit.de/botschaften/2012/0506.htm)

So zieht sich dieser Unfug „milliarden- und millionenfach“ an weiteren Stellen durch diese geistig minderbemittelte Schrift, die sich großspurig „Buch der Wahrheit“ nennt, aber bestenfalls den Titel eines „Büchleins nimmer endenden Unsinns“ verdient.

Unser Autor mit dem Pseudonym „GsJC“ ist seit Jahren als Leserkommentator im CHRISTLICHEN FORUM aktiv und unserer Redaktion persönlich bekannt  


Ist die irische „Warnungs“-Botschafterin der Reformation beigetreten?

Von Felizitas Küble

Jene anonym agierende „Seherin“, die sich selbst als „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ glorifiziert, produziert auch viele Monate nach ihrer Entlarvung fleißig weiter angeblich himmlische Botschaften, die seit etlichen Jahren unter dem Titel „Die Warnung“ firmieren.

Es gibt kaum eine dieser zahllosen „Offenbarungen“, die nicht direkten oder indirekt mit theologischen oder sonstigen Irrtümern gespickt wäre. Betrachten wir hierzu als beliebig herausgegriffenes Beispiel die „Botschaft“ vom 10. August 2014: DSC_1185-3

Dort soll „Jesus“ jener irischen Visionärin um 18 Uhr gesagt haben:

„Der Mensch hat keine Macht, nur die, welche in seiner Seele liegt. Der Glaube ist, wenn er rein ist, etwas Machtvolles, und durch den Glauben, und nur durch den Glauben allein, bringe Ich, Jesus Christus, euch Hoffnung, Liebe und Freude.“

Diese Aussage „nur durch den Glauben allein“ entspricht zwar der reformatorischen bzw. protestantischen Lehre, sie widerspricht aber dem katholischen Dogma, wonach der Glaube zwar das Fundament unserer „Rechtfertigung“ ist, doch dieser für sich allein genommen nicht ausreicht, um das ewige Heil zu erreichen.

Bekanntlich antwortete Christus dem reichen Jüngling auf dessen Frage nach dem jenseitigen Heil: „Willst Du zum Leben eingehen, so halte die Gebote.(Mt 19,17)

Daß der Glaube ohne Werke schlichtweg „tot“ ist, das bekräftigt z.B. auch der neutestamentliche Jakobusbrief sehr eindringlich.

Entscheidend für das „Tor zum Himmel“ ist zunächst nicht einmal der menschliche Akt des Glaubens, sondern die Gnade Gottes und das Erlösungswerk Christi. bild-jesus-oben

Doch das göttliche Erbarmen ist kein Ruhekissen und das Heilswerk des Heilands darf nicht für mutwilliges Weitersündigen mißbraucht werden, denn dies wäre vermessentlich und ein zynisches Spiel mit der Gnade. 

Die Antwort des Gläubigen auf das erlösende Kreuz Christi ist ein Leben in der Nachfolge Christi und die Einhaltung der Gebote Gottes, wie uns dies die Heilige Schrift unzählige Male einschärft.

Dies ist die  –  für Katholiken verbindliche  –  Verkündigung des kath. Lehramts  – und zwar auch in Abgrenzung zu den Grundthesen (sola fide / „Allein durch den Glauben“) der protestantischen Reformation.

Daher widerspricht die zitierte Botschaft der irischen „Seherin“ dieser unumstößlichen und fundamentalen Glaubensregel.

Schlicht unsinnig ist zudem die folgende Aussage aus derselben Warnungs-Botschaft vom 10. August: „Die Ewigkeit ist ein Geschenk von Gott, und sie wird jenen gegeben, die darum bitten.“

Die „Ewigkeit“ als solche betrifft aber alle unsterblichen Seelen, also auch die verworfenen; die Hölle ist nämlich ebenso ewig im Sinne von „unendlich“ (ohne Ende) wie der Himmel.

Selbst wenn man nun jene Äußerung großzügig auslegt im Sinne von „Das ewige Leben im Himmel ist ein Geschenk von Gott“, ist der nachfolgende Halbsatz so oder so theologisch falsch, wonach dieses Geschenk nämlichjenen gegeben wird, die darum bitten„.

Der Wunsch allein bzw. die Bitte um den Himmel genügt sicherlich nicht, um tatsächlich in Gottes Reich zu gelangen. Christus hat hierzu eindeutig festgestellt: „Nicht jeder, der „HERR, HERR“ sagt, wird ins Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himel erfüllt.“ (Mt 7,21)

HIER folgt die Original-Quelle für die zitierte „Botschaft“: http://www.dasbuchderwahrheit.de/botschaften/2014/1193.htm

 

 


Panik-Botschaften: „Ich bin so erleichtert, daß ich daran nicht mehr glauben muss…“

Seit Jahren erhält unser Christoferuswerk (das dieses Webmagazin „Christliches Forum“ betreibt) immer wieder Anrufe und Briefe, aber auch persönliche Mitteilungen zB. bei Veranstaltungen und an Infoständen, in denen sich Menschen erleichtert darüber äußern, daß sie an diese oder jene Erscheinung, Panikbotschaft oder „Spezial-Andachten“ (wie zB. die „Birgittengebete“) nicht mehr glauben müssen.

Viele Katholiken wissen zudem immer noch nicht, daß selbst die kirchlich anerkannten Privatoffenbarungen nicht verpflichtend sind, sondern lediglich eine Erlaubnis bedeuten. rosa-mystica6

Auf der kath. Internetseite „Forum: Zeugen der Wahrheit“ wurde eine Stellungnahme von „Judith“ veröffentlicht, die vielfach typisch für gewisse Vorkommnisse im erscheinungsfrommen Lager ist, die aber auch aufzeigt, wie froh und entlastet viele Menschen sind, wenn sie gewisse Zerrbilder des Glaubens hinter sich lassen können.

Hier folgt nun Judiths Erlebnisbericht:

„…ich war immer etwas ängstlich und berunruhigt. Als ich meine Bekehrung vor 16 Jahren hatte, war es ähnlich, eine fromme Frau aus frommen Kreisen erzählte mir und meiner Freundin damals, an dem und dem Tag um 3 Uhr nachts soll die große Warnung stattfinden. Das einzige, was passierte: ich konnte nicht schlafen. So wurde ich direkt mit solchen Sachen „eingeführt“. Man muss so aufpassen!

Ich habe einiges an komischen Sachen hinter mir, gerade diese Botschaften und ein gewisser Mann, der in christlichen katholischen Kreisen
sehr vereehrt wird , dem bin ich hinterher gelaufen; das Ganze hat mich nach und nach in eine tiefe Krise gestürzt, so dass ich zu
zweifeln begann  –  und das ist auch Sinn und Zweck des Ganzen, denn diese Sachen sind nicht von Gott! sievernich

Ich zweifle mittlerweile auch an Garanbandal und Amsterdam, für mich hört sich das mitlerweile sehr kitschig an.

Marpingen scheint auch nicht echt zu sein, obwohl ich zwei Mal anwesend war während einer „Erscheinung“. Und ich bin so erleichtert, dass ich daran nicht glauben muss, denn ich hatte immer das Gefühl wenn ich die BOtschaften ablehne, lehne ich Jesus ab.

Letztes Jahr bin ich auf die „Warnung.net“ gestossen, zuerst hielt ich sie für echt und war ergriffen, aber dann begann ich, immer mehr zu zweifeln; ich schrieb den Betreiber der Seite an, aber der ließ keine Kritik zu und konnte jede Frage irgendwie erklären, auch wenn es noch so komisch war.

Ich beschloss für mich, nicht mehr daran zu glauben, nachdem ich einen Artikel von Felizitas Küble las.

Man muss einfach mal mit Abstand diese Seite lesen, und zwar ganz langsam, dann bekommt man mit, wie irrsinnig das alles ist. Dann die ganzen Leser, sie sind so fanatisch, dass sie noch nicht mal das Wort eines Bischofs in Betracht ziehen. Man muss einfach aufpassen.“

Quelle: Hier der dritte Kommentar: http://kath-zdw.ch/forum/index.php/topic,2184.0.html