Hedwigswallfahrt am 20.10. zum Kölner Dom

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Die 71. St.-Hedwigswallfahrt im Hohen Dom zu Köln findet am Sonntag, dem 20. Oktober 2019 um 12 Uhr statt: ein feierliches Pontifikalamt mit Dr. Reinhard Hauke, Weihbischof in Erfurt, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge.
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Im Oktober 1948 startete die 1. Hedwigs-Wallfahrt im Hohen Dom.
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Zu dieser Erzbistums-Wallfahrt lädt der Diözesanbeauftragte für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge, Pfr. R. Hoverath, herzlich alle Interessierten ein.
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Für die musikalische Gestaltung sorgt u. a. das Oberschlesische Blasorchester Ratingen unter der Leitung von Andreas Bartylla.
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Anwesend sein wird sodann die Oberschlesische Bergleutegruppe aus Recklinghausen, Damen und Herren in Tracht sowie Fahnen-Abordnungen.
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Um 15 Uhr wird traditionell gerade im Monat Oktober der Rosenkranz gebetet – und um 15:30 Uhr folgt die St.-Hedwigs-Andacht unter musikalischer Begleitung des Oberschlesischen Blasorchesters aus Ratingen.
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Es wird auch der verstorbenen Geistlichen gedacht, darunter Weihbischof Joseph Ferche, Prälat Oskar Golombek, Gerhard Moschner, Franz Wosnitza, Hubert Thienel, Prälat Winfried König und Kardinal Joachim Meisner.
Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Oberschwaben: Bergatreuter Festmesse bei traditioneller Wallfahrt zu „Maria vom Blut“

Von Alexander Hepp

Das Wallfahrtsfest zu Maria Heimsuchung konnte bei bester Witterung am Dienstag, dem 2. Juli, in der oberschwäbischen Pfarrgemeinde Bergatreute mit 333-jähriger Tradition begangen werden:

An diesem besonderen Tag können sich öffentliche Einrichtungen sowie Schule und Kindergarten einer festtäglichen Verschnaufpause erfreuen. Schon früh um sechs Uhr erklingt das Tagwachspiel der örtlichen Musikkapelle. Spätestens dann wissen die Bewohner, dass im Ort der höchste Feiertag neben den kirchlichen Hochfesten des Jahreskreises anbricht.

Hunderte Besucher und Pilger drängen sich in die barocke Kirche und verfolgen die Festmesse, die auch auf den Kirchplatz übertragenen wird.

Das in der Wallfahrtskirche verehrte Gnadenbild „Maria vom Blut“ kam 1686 aus der böhmischen Stadt Klattau nach Bergatreute und findet seither große Verehrung bis weit über die Grenzen des Landkreises hinaus.

Dekan Peter Müller aus Bad Saulgau, dessen elterliche Wurzeln im Bergatreuter Ortsteil Engenreute liegen, hat sich als Festprediger auf die altehrwürdige und mit rotem Samt geschmückte Schmuzer-Kanzel gewagt:

Im Pluralis Majestatis erinnerte er an die jüngst an die Diözesen und Dekanate verteilten Worte von Papst Franziskus, der zur Neuevangelisierung in den Gemeinden auffordert.

Der Geistliche nahm die zwölf Sterne Marias als Eckpunkte der Neuevangelisierung und wandte sich besonders an die jüngere Generation: Man möge sich nicht vom großen Strom leiten lassen, sondern sich zu seinem Glauben uneingeschränkt bekennen; der Christ solle sich trotz Kirchenkrise und Meinungsmache der Liebe Gottes anvertrauen und darin seine Heimat finden.

Ein gut gelebter Glaube zeichne sich durch Ecken und Kanten und auch durch eine recht verstandene Offenheit aus; eine Offenheit, die aber nicht in alle Richtungen gehen solle.

Den Älteren legte der Prediger die heilbringende Botschaft ans Herz, lieber einmal am Tag die Bibel zur Hand zu nehmen und darin zu lesen, als nur in der morgendlichen Presse die Todesanzeigen zu studieren:

Das helfe, eine andere Sicht auf das Leben zu gewinnen, den eigenen Gottesglauben zu reflektieren und vor allem den Schlüssel zur Himmelstür, zum ewigen Leben zu finden.

In seiner fast halbstündigen spritzigen Predigt wurde es nicht langatmig; vielmehr wurden die Gläubigen von seiner Verkündigung gefesselt und im festen Vertrauen auf die Gottesmutter gestärkt.

Die Festmesse wurde vom Kirchenchor Bergatreute mitgestaltet, so daß sich die Wallfahrer an der von Joseph Haydn komponierten Johannismesse erfreuen konnten.

Seit Mitte der 1970er Jahre wird die Prozession mit dem Bergatreuter Gnadenbild gefeiert. Das vom Hochaltar genommene Bild wird auf einer Sänfte unter einem Baldachin getragen.

Eine lange Schlange von Pilgern zieht zu Gesängen der Lauretanischen Litanei zusammen mit Priestern, Diakonen und Ordensschwestern sowie den Erstkommunionkindern und Vereinen durch den Ort hinaus in die Flur.

Ein festlich geschmückter Altar und liebevoll gestalteter Blumenteppich bilden die Kulisse für eine kurze Andacht. Der sakramentale Segen wurde von Dekan Peter Müller abschließend allen Gläubigen in der Wallfahrtskirche gespendet.

Das Gotteshaus ist geschmückt mit schönsten Blumen  –  gleich dem vom Prediger erwähnten Sternenkranz Marias. Schließlich verleiht die liturgische Schönheit dem Fest den Glanz und das Gepräge der Heimsuchung Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth.

Fotos: Franz-Anton Blank


74. Annaberg-Wallfahrt nach Haltern (Westf.)

Am Sonntag, den 21. Juli, findet in diesem Jahr die 74. Wallfahrt der Oberschlesier zum Annaberg in 45271 Haltern am See statt.

Dieses traditionelle Brauchtum ist der hl. Anna  – der Großmutter Christi bzw. Mutter der Madonna – gewidmet, die von den Schlesiern besonders verehrt wird (siehe den bekannten Annaberg in Oberschlesien).

Dieser heimatverbundene Kulturtag beginnt um 9,30 Uhr mit einer Pilgerprozession, begleitet von Gebet, Gesang und Blasmusik (Treffpunkt ab Krumme Meer 3, Hagebaumarkt)

BILD: Darstellung der heiligen Anna mit Maria und dem Christkind (mit großer Krone links)

Um 11 Uhr zelebriert der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch ein feierliches Pontifikalamt, das musikalisch vom Oberschlesischen Blasorchester in Ratingen umrahmt wird

Danach um 12,45 Uhr Kranzniederlegung und Gedenkstunde an der St. Anna-Stele, um 13,30 Uhr Platzkonzert mit Blasmusik, Vorführungen von Trachtengruppen, Ausstellungen, geselliges Zusammensein auf dem Festplatz mit oberschlesischen Spezialitäten, Fleisch- und Backwaren usw.

Um 15 Uhr folgt die Schlußandacht mit sakramentalem Segen.

Quelle: Landsmannschaft der Oberschlesier

 


Bergatreute in Oberschwaben: 333 Jahre Wallfahrtsort „Maria vom Blut“ am 2. Juli 2019

Von Alexander Hepp

Seit 1686 und somit in diesem Jahr zum 333. Mal begeht die Pfarrgemeinde Bergatreute die Wallfahrt am Fest der Heimsuchung Marias als besonderen Feiertag am kommenden Dienstag, dem 2. Juli 2019.

Ehrengast an diesem Tag ist der Festprediger Dekan Peter Müller aus Bad Saulgau.

Das in der barocken Wallfahrtskirche verehrte Gnadenbild (siehe Foto) kam 1686 aus der böhmischen Stadt Klattau in den oberschwäbischen Ort und findet seither große Verehrung bis weit über die Grenzen des Landkreises hinaus.

Das Bild wurde im 15. Jahrhundert im oberitalienischen Re populär, als es durch einen Frevler geschändet und tags darauf mehrfach Blut geschwitzt hat. Ein gleiches Wunder hat sich an dem Abbild in der böhmischen Stadt 1685 wiederholt.

Durch verwandtschaftliche Beziehung des Bergatreuter Pfarrers Mietinger nach Klattau gelangte schon ein Jahr später eine Bildkopie ins Schwäbische. Seither kommen viele Pilger, besonders am 2. Juli nach Bergatreute.

Den Charakter eines eigenen Feiertages erhielt das Fest schon im frühen 18. Jahrhundert: So sind in Bergatreute an diesem besonderen Tag, ähnlich wie am Blutfreitag in Weingarten, sämtliche öffentliche Einrichtungen und Geschäfte geschlossen.

Die Häuser und Straßen werden besonders geschmückt und herausgeputzt, weil als besonderer Höhepunkt das im Hochaltar der Kirche verehrte Gnadenbild abgenommen und in einer Prozession durch den Ort und die Fluren getragen wird.

Ablauf des Festes am 2. Juli:

Um 9 Uhr beginnt das feierliche Hochamt in der Wallfahrtskirche Bergatreute (siehe 2. Foto). Der Kirchenchor Bergatreute wird die Missa Brevis von Joseph Haydn (Johannismesse) vortragen. Solistin Christine Geray wird das Panis angelicus zusammen mit Streichern und Orgel aufführen.

Festprediger Dekan Peter Müller wird traditionell von der Schmuzer Kanzel (die bis 1761 in der Basilika Weingarten war) predigen. Die hl. Messe wird über Lautsprecher auch auf den Kirchvorplatz übertragen, wo ebenso Sitzgelegenheit geboten ist.

Anschließend findet gegen 11 Uhr die feierliche Prozession statt, bei welcher das Gnadenbild auf einer Sänfte mitgetragen wird.

Am Stationsaltar beim Pfaffenberg ist eine kurze Andacht, ehe die Prozession zur Kirche zurückkehrt.

Nach dem feierlichen Te Deum („Großer Gott, wir loben Dich“) findet im Anschluss im und um das Pfarrgemeindehaus Bergatreute ein Gemeindefest statt, bei dem sich die Pilger mit Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen stärken können.

Nachmittags wird ab 12.30 Uhr das Wallfahrtsmuseum im Chörle der Pfarrkirche geöffnet sein. Es ist wohl das kleinste Museum im Landkreis und birgt dennoch zahlreiche Kunstwerke, die an die reiche Vergangenheit und Blüte der Wallfahrt in Bergatreute erinnern.

Der Festtag endet um 17.25 Uhr in der Wallfahrtskirche mit dem gemeinsamen Rosenkranzgebet und anschließender feierlicher Vesper. Nach dem sakramentalen Schlusssegen wird das Salve Regina („Sei gegrüßt, o Königin“) den Feiertag beschließen.

Unser Autor Alexander Hepp aus Wolfegg hat ein wissenschaftlich fundiertes Werk über die traditionsreiche Wallfahrt zur „Maria vom Blut“ verfaßt. – Näheres dazu in unserer Besprechung:  https://charismatismus.wordpress.com/2013/03/21/die-europaweite-wallfahrt-zum-gnadenbild-maria-vom-blut/

Fotos: Dr. Bernd F. Pelz, Archiv

 


Die hl. Ida und der Hirsch: Friedensstifterin zwischen Franken und Sachsen

Von Felizitas Küble

Etwa 30 Gläubige der altrituellen St.-Aegidii-Gemeinde in Münster pilgerten am vergangenen Samstag (22.6.) nach Herzfeld zur heiligen Ida, die als „Mutter der Armen“ seit 1200 Jahren vom Kirchenvolk verehrt wird. (Näheres über diese Wallfahrt mit Ida-Infos HIER.)

Nun wollen wir hier über den tieferen Sinn einer Legende berichten, die seit eh und je mit Sankt Ida verbunden ist:

Die Herzogin soll einen jungen Hirsch an einer Waldlichtung unter ihrem Mantel geborgen haben, der sich zu ihr flüchtete, als er von Jägern und Hunden verfolgt wurde. Die Jäger sahen Ida mit dem Hirsch und kehrten um.

Das zutrauliche Tier lagerte sich zu Idas Füßen und war so dankbar für seine Rettung, daß es nicht mehr von ihrer Näche wich und dauerhaft bei der Familienmutter – sie hat fünf Kindern das Leben geschenkt – geblieben ist. 

Aber nicht nur das: Der Hirsch soll auf seinem Rücken schwere behauene Steine über die Lippe zum anderen Ufer nach Herzfeld getragen haben – in Begleitung von Herzogin Ida, die dort ein Gotteshaus erbauen ließ und selber bei der Errichtung mithalf: Es handelt sich dabei um die älteste christliche Kirche Westfalens!

Als das karolingische Gotteshaus gebaut war, entstand im Laufe der Zeit ein Dorf um das Kirchlein und den dortigen Friedhof („Gottesacker“).

Herzfeld  – der ursprüngliche Name der Ortschaft lautet „Hirschfelder“ –  ist somit die älteste Pfarrgemeinde im Münsterland, gegründet von einer glaubensstarken Fürstin; sie und ihr Mann waren befreundet mit einem Priester Bertgerus, der als geistlicher Begleiter mit ihnen durchs Land zog und diesen Kirchenbau einsatzfreudig unterstützte

BILD: Die 1. Zeichnung zeigt, wie Ida den Hirsch vor Jägern und Hunden rettet – die 2. Zeichnung zeigt die Herzogin mit ihrem Hirsch im Gefolge auf dem Weg zu ihrem Kirchenbau (gemalt nach der Dachplatte des Ida-Schreins).

Bei der alten Sage vom geretteten Hirsch dürfte es sich um mehr als nur eine Anekdote handeln; vielmehr vor allem um eine tiefsinnige Symbolgeschichte, immerhin findet man den Hirsch sogar im Wappen des heutigen Städtchens Herzfeld:

Es geht bei der Legende letztlich um die Rolle Idas als Friedensstifterin zwischen Franken und Sachsen:

Damals herrschte ein 30jähriger Krieg zwischen den beiden verfeindeten Germanensstämmen. Die meisten Sachsen widersetzten sich hartnäckig der Christianisierung und hielten an ihren heidnischen Vorstellungen und Kulten fest.

Karl der Große versuchte teils auch mit Gewalt, die Sachsen zu bekehren. Zugleich kümmerte er sich aber auch um eine friedliche Missionierung dieses Volkes im östlichen Münsterland. Ida war seine Nichte und als sie ihm ihre Heiratsabsicht mit dem christlichen Sachsen Ekbert mitteilte, war der König (und spätere Kaisere) darüber höchst erfreut.

Allein schon durch die Ehe der fränkischen Grafentochter Ida mit Herzog Ekbert wurde ein Zeichen der Verständigung gesetzt, ein persönliches Signal der Versöhnung zwischen Franken und Sachsen gerade in der Kampfzeit beider Germanenstämme.

BILD: Unterhalb der heutigen Basilika in Herzfeld wurden 1975 Grundmauern der uralten Kirche ausgegraben, die einst von der hl. Ida errichtet wurde.

Ida zog von der Kölner Gegend, in welcher sie das Licht der Welt erblickt hatte, im Jahre 786 nach der Hochzeit zu Ekbert in die Lippe-Gegend auf seine Burg unweit von Osnabrück. Von dort aus beschützte das Ehepaar verfolgte Sachsen, wenngleich es oftmals „Heiden“ waren; sie kümmerten sich um Verwundete und Kranke.

Regelmäßig eilte Ida von ihrem Adelssitz zu den Armen in Herzfeld, ging dort mit ihrer Familie zur heiligen Messe und nahm sich der Bedrängten an.

Als ihr Mann im Jahre 811 starb, wurde er neben der von seiner Frau erbauten Kirche begraben. Ida ließ darüber einen Vorbau errichten und lebte dort als Witwe mit Gebet und guten Werken, sie versorgte Kranke und gab den Armen aus ihrem restlichen Vermögen, über das sie verfügen konnte, zu essen. 

BILD: Rechts die Herzfelder Kirche, ganz links ein hohes Storchennest, dazwischen die Lippe-Aue, an deren Bäumen sich heute ein Kreuzweg befindet. Den „grünen Weg“ ging der Legende nach auch St. Ida mit ihrem Hirsch zum Bau der Kirche.

Der Symbolgehalt der Hirsch-Legende liegt damit auf der Hand:

Der Hirsch versinnbildlicht die bedrängten Sachsen, die von „Jägern“  – den fränkischen Kriegern  – verfolgt wurden. Ida nimmt sie in Schutz – und so wächst ihr Vertrauen zu der katholischen Herzogin. Sie finden zum Christentum und helfen sogar mit, die Kirche in Herzfeld zu erbauen, indem sie über das Wasser „Steine schleppen“ hinüber zum anderen Ufer. 

Das Wasser gilt zugleich seit jeher ein Symbol für innere Reinigung, Taufe und Umkehr.

Über dem Eingang zum Grab der hl. Ida direkt an der von ihr gestifteten Kirche wurde ein Denkmal mit einem geschnitzten Bild errichtet, das die Herzogin mit dem Hirsch zeigt, der sich treuherzig zu ihren Füßen lagert – als wolle er gleichsam auch nach ihrem Tod am 4.9.825 nicht von seiner Beschützerin trennen.  

Tatsächlich ist auch diese Deutung zeichenhaft, denn das gläubig gewordene Sachsenvolk verehrte seine geliebte Herzogin, die heilige Ida, als Vorbild und Fürsprecherin, so daß ihre Grabstätte sich im Frühmittelalter zum ersten Wallfahrtsort Westfalens entwickelte.

Die Kirche würdigte und bestätigte dieses fromme Vertrauen der Gläubigen 155 Jahre später mit der Heiligsprechungs Idas durch Bischof Dodo von Münster am 26. November 980.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Pilgerfahrt von Münster nach Herzfeld zum ältesten Wallfahrtsort Westfalens

Von Felizitas Küble

Herzfeld liegt im östlichen Münsterland und ist der älteste Wallfahrsort Wesfalens. Dort gab es zugleich die älteste Kirche des Bistums Münster, deren Grundmauern z.T. heute noch erhalten sind bzw. im Jahre 1975 unter der St.-Ida-Basilika ausgegraben wurden.

Die älteste Pfarrgemeinde Westfalens und zugleich das erste Gotteshaus weit und breit wurde von einer adeligen Ehefrau und Mutter erbaut, der heiligen Ida von Herzfeld, einem Städtchen, das ursprünglich als sächsisches Dorf „Hirschfelder“ (Hirutfeldun) hieß.

BILD: Idas Steinkirche im ländlichen Lippetal begründete die erste christliche Gemeinde Westfalens

Ida, diese frühmittelalterliche „Mutter der Armen“ – wie sie verehrt wird – war die Nichte von Kaiser Karl dem Großen und zugleich die Ehefrau des Sachsenherzogs Ekbert; er war einer der ersten bekehrten Gläubigen aus dem heidnischen Stamme der Sachsen, die sich lange der Christianisierung widersetzt hatten.

Doch während Kaiser Karl die „Sachsenkriege“ führte, gab es gottlob auch friedliche Wege, die zur allmählichen Evangelisierung dieses hartnäckigen Germanenstammes führten.

BILD: Darstellung der hl. Ida und der von ihr gestifteten Kirche im Altarraum der Herzfelder Basilika

Eine ganz herausragende Rolle spielt dabei die heilige Ida von Herzfeld, denn sie war volksverbunden, tiefgläubig und zugleich von tätiger Nächstenliebe erfüllt.

Dabei war zwar ihr Mann ein Sachse, sie selber jedoch eine fränkische Grafentochter, im Jahre 765 im Raum Köln geboren; sie gehörte als Verwandte von Kaiser Karl zum Stamm der Franken, der als erster den katholischen Glauben angenommen hat. Es gab zwar schon vorher christianisierte Germanen wie die Westgoten oder Vandalen, doch diese waren arianisch geprägt (die Arianer verehrten zwar Christus als höheres Wesen, leugneten jedoch seine Gottheit).

Herzfeld ist der älteste Wallfahrtsort in Westfalen. Bereits seit 825 pilgern Gläubige von nah und fern zum Grab der hl. Ida. Am 15. Oktober 2011 wurde die Pfarrkirche sogar zur päpstlichen Basilika erhoben.

Dieses Gotteshaus ist der dritte Kirchbau an dieser Stelle: erst gab es das frühmittelalterliche Kirchlein, das von der Herzogin Ida gestiftet wurde, danach einen romanischen Bau im Hochmittelalter  – und zuletzt im Jahre 1903 eine neugotische Kirche aus hellem Stein, weshalb sie auch als „weißer Dom an der Lippe“ bezeichnet wird.

Die alt-rituelle Gottesdienstgemeinschaft St. Aegidii in Münster pilgerte am Samstag, den 22. Juni, mit rund 30 Teilnehmern zur hl. Ida von Herzfeld. Pater Dr. Chrysostomus Ripplinger feierte in der Basilika die heilige Messe im überlieferten Ritus (siehe Foto).

Der Benediktiner aus der Abtei Gerleve organisiert seit Jahren Pilgerreisen mit seinen Gläubigen zu altehrwürdigen und bewährten Wallfahrtsstätten im Münsterland.

Nach der hl. Messe erklärte ein freundlicher Ehrenamtlicher aus der Gemeinde der Gruppe aus Münster die Krypta der Kirche, denn unterhalb der Basilika liegen die Gebeine der Herzogin Ida in einem wertvollen Schrein hinter Glas (siehe Foto).

Unter dem Sarkophag befinden sich der Original-Sarg der Heiligen, die am 4. September 825 starb. Die Wallfahrer dürfen den fast 1200 Jahre alten Steinsarg mit der Hand berühren.

Ida wurde neben ihrem schon früher verstorbenen Mann Ekbert beigesetzt. Nach seinem Tod wohnte sie in einem Vorbau direkt an der von ihr gestifteten Kirche, kümmerte sich um die Armen und widmete sich dem Gebet und der weiteren Bekehrung des Volkes. Zugleich wirkte sie als Friedensstifterin zwischen Franken und Sachsen.

Das BILD zeigt einige Gläubige aus der Pilgergruppe; sie hören aufmerksam den Worten des Kirchenführers zu

Schon bald nach ihrem Tod setzte ein wachsender Pilgerstrom zu ihrem Grabe ein. Die Verehrung der hl. Ida begann aus der Mitte des Kirchenvolkes, so daß Bischof Dodo von Münster sie im Jahre 980 zur „Ehre der Altäre“ erhob. (Damals wurde eine Heiligsprechung noch nicht vom Papst vorgenommen, sondern vom jeweiligen Oberhirten des Bistums, indem die Gebeine der/des Heiligen in die Kirche  – meist in den Altar  –  übertragen wurden.)

Eindrucksvoll ist auch das uralte Kreuz in der Krypta, von dem überliefert wird, es enthalte einen Splitter vom Kreuz Christi (siehe Reliquien-Kästchen unter der Brust des Kruzifixes).

Nach der Kirchenführung stärkten sich die Pilger aus Münster in einem nahegelegenen Cafe, wo sie gemeinsam ihre Eindrücke austauschen konnten.

Danach wurde in der Lippe-Au unweit der Basilika gemeinsam der Kreuzweg gebetet. Allerdings waren die einzelnen Stationen, die sich als Holzdarstellungen in den Bäumen entlang der Allee befanden, meist derart stark von Efeu umrankt, daß zwei Männer jeweils vorausgingen, um den Kreuzweg mit Handarbeit überhaupt sichtbar zu machen.

BILD: Zwei Teilnehmer beim Freimachen einer Kreuzwegstation – hinter ihnen Pilgerleiter Pater Chrysostomus Ripplinger.  Das weitere Bild zeigt die Grablegung Jesu

Beim gemeinsamen Beten des Kreuzwegs wurde auch die hl. Ida als Fürsprecherin für die Anliegen von heute angerufen.

Sie ist eine zeitlose Heilige, weil sie als Ehefrau, Mutter und Witwe die Gottes- und Nächstenliebe beispielhaft lebte und zugleich mit Mut und Demut der Kirche diente. So hat sie einst diese Region im Zeichen des Kreuzes Christi wesentlich mitgeprägt.

Beim Gang zu den einzelnen Kreuzwegstationen fiel der Pilgerschar auf den umliegenden Wiesen ein großes, hochgelegenes Storchennest auf, in dem sich eine Storchenfamilie (in der Mitte sieht man den Abkömmling) aufhielt.


Israel/Hl. Land: 100-Jahres-Jubiläum der Marienwallfahrt zum Berge Karmel gefeiert

Mehr als fünftausend Christen nahmen an der traditionellen Prozession zu Ehren der Madonna vom Berg Karmel teil, die im Volksmund „Taalat al-Adra“ genannt wird, der „Aufstieg der Jungfrau Maria“.

Den zweieinhalb Kilometer langen Pilgerweg, der von der katholischen Gemeinde Haifa in bis zum Kloster „Stella Maris“ auf dem Berg Karmel führt, gingen Pfadfindergruppen aus dem ganzen Land und zahlreiche Gläubige der verschiedenen Riten.

Der Marienwallfahrt schlossen sich auch Hunderte philippinische, indische und andere afrikanische und asiatische Einwanderer sowie Besucher aus Europa an, während auch jüdische und muslimische Gläubige den Pilgerweg säumten.

Der „Aufstieg der Jungfrau“ ist eine in der Volksfrömmigkeit der Christen des Heiligen Landes tief verwurzelte Tradition.

„Zur Zeit des 1. Weltkrieg“, erklärt Pater Abdo, „hatten die Türken hatten den Karmelitern drei Stunden Zeit gegeben, um das Kloster auf dem Karmel zu verlassen. die Mönche konnten nur wenige Dokumente aus dem Archiv retten und die Madonnenstatue mitnehmen. Nach dem Krieg fand im Jahre 1919 die erste Prozession statt, wobei als Zeichen des Dankes die Statue der Jungfrau Maria in das Kloster zurück gebracht wurde.“

Quelle: Fidesdienst