40. Gelöbniswallfahrt der katholischen Donauschwaben nach Bad Niedernau

Von Stefan P. Teppert

Zum 40. Mal trafen sich die Donauschwaben in Bad Niedernau, um das Gelöbnis einzulösen, das 75 Jahre zuvor Pater Wendelin Gruber den deutschen Internierten der kommunistischen Todeslager Gakowa und Rudolfsgnad in Jugoslawien bei Eucharistiefeiern abgenommen hatte, nämlich jährlich zu wallfahren, wenn sie die Todesnot überleben würden.

Diesmal allerdings fand die Pilgerfahrt nicht wie sonst an Christi Himmelfahrt statt. Im vorigen Jahr war sie wegen der Coronakrise ganz ausgefallen und in diesem Jahr verschoben worden auf den 12. September, den Gedenktag des Namens Maria.

Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch, der Vorsitzende des St.-Gerhardswerks, zelebrierte bei schönem Wetter unter freiem Himmel und vor zahlreichen Pilgern die Eucharistie zusammen mit Diakon Ulrich Letzgus, Prof. Dr. Josef Sayer und Pfarrer Paul Kollar.

In seiner Predigt verdeutlichte Zollitsch die zentrale Rolle der Gottesmutter Maria in der donauschwäbischen Frömmigkeit. Unter dem Zeichen der Madonna und unter ihrem Schutz seien schon „unsere Vorfahren“ mit der Ulmer Schachtel nach Pannonien aufgebrochen.

In Passau nahmen sie ein Marienbild von Lukas Cranach mit auf die Reise und begründeten damit den Wallfahrtsort Doroslo in der Batschka. Unter Mariens Zeichen sei 1683 Wien von den Osmanen befreit worden.

Und noch in den Todeslagern Titos hätten die Verlassenen auf ihre Hilfe gehofft. Auch Pater Wendelin Gruber habe in größter Not am 24. Mai 1946, dem Vorabend von Mariä Geburt, seine Landsleute im Hungerlager Gakowa eingeladen, sich an die selige Jungfrau zu wenden mit dem Gelöbnis, ihr eine Kirche zu bauen und Jahr für Jahr zu ihr zu pilgern, so wie es bis heute tatsächlich geschieht.

Nach dem Gelöbnis sei damals zwar kein sichtbares Wunder geschehen, aber das Gebet habe einen belebenden Trost und staunenswerten Mut im Kampf ums Dasein erzeugt.

Aus dieser Tradition heraus gaben die Schulschwestern der aus der Kirche in Filipowa geretteten Madonna den Titel „Mutter des Trostes“.

Auch die Gedächtniskapelle in Bad Niedernau sei ein Zeichen des Dankes für die vielfältig erfahrene Hilfe und die Fürsprache Mariens. So sei Bad Niedernau für uns Donauschwaben und darüber hinaus zum Gedenk- und Wallfahrtsort geworden, zu einem Ort mit Geschichte und Botschaft, die weiterzutragen uns Vermächtnis und Auftrag ist.

Stelenpark durch Erzbischof Zollitsch eingeweiht

„Mit der heutigen Gelöbniswallfahrt“, sagte Zollitsch weiter, „verbinden wir die Einweihung des Stelenparks.“

15 Stelen gruppieren sich um die Gedächtniskapelle und „bilden die Ouvertüre und die einladende Hinführung zum entstehenden Dokumentationszentrum zur Erinnerung an die früheren Ordensschwestern und die Region, aus der sie stammten – mit dem Schwerpunkt des Ortes Filipowa“.

Stelenpark und Dokumentationszentrum sollen für eine doppelte Heimat stehen: die der Herkunft an der Donau und die neu gewonnene am Neckar.

Die Stelen machen den Betrachter mit markanten und prägenden Persönlichkeiten und ihrer Geschichte aus Bad Niedernau und Filipowa bekannt und laden ein, sich tiefer auf die Geschichte der Donauschwaben und dieses Ortes mit seinen Schulschwestern einzulassen.

„Sie wollen“, so Zollitsch, „unser Vermächtnis weitergeben und in die Öffentlichkeit tragen.“ Denn Erinnerung sei keine private Angelegenheit, sondern ein die Öffentlichkeit angehendes Zeugnis und der Weg, der uns mit Gott und den Menschen verbindet.

Heimat an Neckar und Donau“

Aus diesem Grund konnte Zollitsch den Anwesenden eine Denkschrift mit dem Titel „Heimat an Neckar und Donau“ ans Herz legen, die druckfrisch zur Einweihung des Stelenparks erschienen war.

Dort werden neben dem Stelenpark und den Schulschwestern in geraffter Form die Geschichte der Donauschwaben dargestellt und viele bedeutende Persönlichkeiten aus Filipowa porträtiert. Der Bischof empfahl die opulente, ansprechend gestaltete Denkschrift, denn sie halte viele Erinnerungen wach und manche Überraschung für den Leser bereit.

Alphornbläser vom Schwabenland beim Wallfahrtsfest

„Ich kann nur sagen: Es lohnt sich, sich darauf einzulassen!“ (Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 340 Seiten, zahlr. Abb., 25 €. Erhältlich bei der Stiftung der Armen Schulschwestern, Werner Gauss, Badstr. 67 in 72108 Rottenburg-Bad Niedernau, E-Mail: gauss@stiftung-arme-schulschwestern-bad-niedernau.de)

Zollitschs versöhnliches Fazit lautete:

„Wenn wir an dieser Gedächtniskapelle und an diesem Gedenkort an eine segensreiche, aber in einer furchtbaren Katastrophe endende Geschichte erinnern, geht es uns nicht um Trauer und erst recht nicht um Klagen, sondern um Dankbarkeit für das, was unsere Vorfahren erarbeitet und uns als Vermächtnis hinterlassen haben.“

Der Bischof ging anschließend durch den Park und besprengte segnend die Stelen. Adam Kupferschmidt rekapitulierte kurz die Entstehung der Stelen und bedankte sich bei den Mitarbeitern Frank Lang für Idee und Konzept, Raimund Docmac und Boris Pius Müller für die gestalterische Umsetzung sowie bei der Firma Stahlwerk Roland Hück für die technischen Lösungen.

Stephan Neher, der Oberbürgermeister von Rottenburg, sprach allen, die bei der Entstehung des Stelenparks mitgewirkt hatten, seinen Dank aus, namentlich Agnes und Adam Kupferschmidt.

Die Veranstaltung wurde musikalisch begleitet von der Musikkapelle aus Bittelbronn und den „Alphornbläsern vom Schwabenland“.

Fotos: Stefan P. Teppert


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Brauchtum: Kräuterbüscheltag am 15. August

Von Pfarrer Dr. Udo Hildenbrand

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August wird hier in Gengenbach im schönen Schwarzwald volkstümlich „Kräuterbüscheltag“ genannt.

Nach alter Tradition brachten am Ort vor „Coronazeiten“ Gengenbacher Gemeindemitglieder kleinere und größere, bis zu 1 m Durchmesser große Kräuterbüschel zum Gottesdienst, manche so groß wie Wagenräder. Viele Jahre lang durfte ich diesen höchsten Marienfeiertag im Jahr mit der Gemeinde feiern, an dem immer auch eine große Schar auswärtiger Christen teilnahm.

Der große Kirchenraum mit seiner bunten Ausmalung war erfüllt mit den Düften der vielen im Chorraum aufgestellten Kräuterbüschel sowie auch mit zahlreichen Körben, gefüllt mit Kräutern und Blumen. Dazu vermischten sich noch die Weihrauchdüfte bei der Kräuterweihe und während der Festgottesdienstfeier.

Der Vorabendgottesdienst zum Fest wurde in meinen letzten Jahren als Pfarrer der Gemeinde eine zeitlang im ansprechend gestalteten Gengenbacher Kräutergarten neben der Stadt- und ehem. Benediktinerabtei-Kirche St. Marien, später beim Prälatenturm gefeiert. Jagdhorn-und Alphornbläser gestalteten abwechselnd die Festgottesdienste in und neben dem Gotteshaus.

Die schönsten Kräuterbüschel wurden jeweils nach dem Festgottesdienst vor dem schmucken Rathaus, dem „weltgrößten Adventskalender“, prämiert.

Zum Abschluss des Marien-Festtages lud in den vergangenen Jahren die Pfarrgemeinde zum immer sehr gut besuchten „Orgelkonzert am Kräuterbüscheltag“ in die mit den Kräuterbüscheln geschmückte Stadtkirche ein, jeweils bravorös gespielt vom hiesigen Bezirkskantor Matthias Degott.

In diesen Coronazeiten ist natürlich alles etwas anders. Bleibt nur zu hoffen, dass „nach Corona“ auch diese schöne religiöse Brauchtumsform, die auch an vielen anderen Orten am Festtag der Aufnahme Mariens in den Himmel gepflegt wird, weiterhin lebendig erhalten bleibt.

Unser Autor, Pfarrer Dr. Udo Hildenbrand, war von 1971 – 1973 Kaplan in Gengenbach und von 1989-2010 Pfarrer der Gemeinde, später Leiter der Seelsorgeeinheit Vorderes Kinzigtal. Heute wohnt er als Pensionär in Gengenbach.


Werner Bergengruen: ANGELUS DOMINI – Gedicht über das Ave-Läuten der Kirche

In der Lyrik-Sammlung „Herbstlicher Aufbruch“ des Dichters Werner Bergengruen finden wir auf S. 31 das Gedicht „Angelus Domini“ – bezogen auf den „Angelus“, das traditonelle Gebet „Der Engel des HERRN“, der Maria die Botschaft brachte von der Menschwerdung Christi, dem Eintritt des Ewigen in unsere Welt.

Der Höhepunkt des Angelus besteht aus einem zentralen Bibelwort des Johannesprologs: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“

In dem erwähnten Buch heißt es erklärend unter Bergengruens Versen: „Nach der Schlacht von Lepanto 1571, dem Sieg der Christenheit über die Türken, wurde das dreimalige tägliche Angelus-Läuten in der katholischen Kirche eingeführt.“ Tatsächlich entstand im Volksmund das Wort „Türkenläuten“. Ein Zusammenhang besteht, doch der Brauch ist noch älter (siehe HIER)

HIer folgt nun im vollen Wortlaut jenes leider weitgehend noch unbekannte Gedicht, das dem katholischen Ave-Läuten und dem Angelus gewidmet ist:

ANGELUS DOMINI

Dreifach, so ist es beschlossen,
ehegestern und heut
kommt von den Türmen geflossen
das triumphale Geläut.
Jenem Siege vor allem,
der die Bedrohung zerbrach,
klang es zuerst und nun hallen
es die Jahrhunderte nach
.

Ach, alle Siege der Erde,
sind sie denn wert des Geläuts?
Unser ist Angst und Beschwerde,
Abgrund und Sterbekreuz.
Sei uns der Friede verliehen,
den die Welt nicht erdacht:
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Dreifach – und so soll es dauern,
gestern, morgen und heut
rinnt über Dächer und Mauern
zärtliches Trostgeläut.
Herzen haben geschrien
bis ans Verbleichen der Nacht:
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Hob über heißem Gewühle
sich das Licht zum Zenit,
wehen Schweigen und Kühle
dunkel im Glockenlied.
Atme. Die Schwüle wird fliehen,
die dich so bange gemacht.
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Ist die Helle geschieden,
ruft es vom Turmgemacht:
sinne, Seele, dem Frieden
heiliger Geheimnisse nach.
Uralte Sternbilder ziehen
heute wie je auf die Wacht.
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

So in die irdischen Stunden
schaut das Ewige ein.
Immer aufs neue gefunden
leuchtet der Glorienschein,
von des Geläutes Magien
immer aufs neue entfacht.
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Werner Bergengruen

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Altötting: Oberschlesier-Wallfahrt am 24./25.7.

  • 67. ST. ANNA–WALLFAHRT der OBERSCHLESIER nach ALTÖTTING am 24. und 25. Juli 2021
    Programm/Ablauf:
  • Samstag, 24. Juli 2021:
    19 Uhr Vorabendmesse in der Basilika. Zelebrant ist Pfarrer Raimund Schrott, Nördlingen.
  • Sonntag, 25. Juli 2021:
    10 Uhr Festgottesdienst in der St. Anna Basilika. Hauptzelebrant ist Weihbischof Dr. Reinhard Hauke, Erfurt, Beauftragter für Vertriebenen– und Aussiedlerseelsorge – in Konzelebration mit heimatlichen Priestern.
    14 Uhr Andacht zu Ehren der heiligen Mutter Anna in der Stiftspfarrkirche mit Pfarrer Raimund Schrott, Nördlingen. Anschließend Verabschiedung der Pilger vor der Gnadenkapelle durch Br. Norbert Schlenker und dem Landesvorsitzenden der Landsmannschaft der Oberschlesier, Damian Schwider.
    Die musikalische Begleitung am Sonntag erfolgt durch die Altöttinger Hofmusik.
  • Veranstalter: Landsmannschaft der Oberschlesier, Landesgruppe Bayern e.V. Organisation: Norbert Gröner, Vilsstraße 4a, 84562 Mettenheim, Tel. 08631-351 98 42
  • .

So habe ich Fronleichnam in Haus Assen erlebt

Von Dominik Terhorst

Nachdem im letzten Jahr in meiner Gemeinde keine Fronleichnamsprozession angeboten worden war, hatte ich doch wenigstens in diesem Jahr wegen sinkender Coronazahlen darauf gehofft.

Doch beim Durchblättern unserer Kirchenzeitung, die zumindest noch einen Überblick über die angebotenen Gottesdienste in der Umgebung gibt, wurde ich leider eines Besseren belehrt.

Weit und breit keine Fronleichnamsprozession vorgesehen.

Manche Gemeinden veranstalteten noch nicht einmal (OpenAir)-Gottesdienste als Ersatz, sondern „verlegten“ die Feier auf das darauffolgende Wochenende, wo eh schon Eucharistiefeiern stattfinden.

Eine Nachbargemeinde ersetzte aus Angst vor Schlechtwetter einen Tag vorher den OpenAir-Gottesdienst gegen einen Gottesdienst in der Kirche, wo die Gläubigen nicht singen durften.

Wo ist denn da das Gottvertrauen?

In meiner Gemeinde wurde die Fronleichnamsprozession gegen sogenannte Sternmärsche ersetzt, d.h. die Gläubigen trafen sich an verschiedenen Stellen im Ort und zogen von dort zum OpenAir-Gottesdienst.

Sicherlich ein nettes Beisammensein, aber wo waren dabei die Priester, die das Allerheiligste ehrfurchtsvolldurch den Ort tragen?

Man schien fast vergessen zu haben, weswegen man eigentlich Fronleichnam feiert.

Weil in den letzten Jahren in meiner Gemeinde nur modernere Lieder gesungen wurden, gegen die ich grundsätzlich nichts habe, die aber nicht die Fronleichnamsklassiker „Kommt her ihr Kreaturen all'“ und „Deinem Heiland, deinem Lehrer“ verdrängen dürfen, habe ich mich zusammen mit meiner Mutter nach Haus Assen bei Lippetal begeben.

Von dieser Feier bin ich nicht enttäuscht worden.

Nach der feierlichen Messe im alten Ritus folgte die Prozession, selbstverständlich mit dem Allerheiligsten, und mit vier Stationsaltären, die feierlich mit Blumenteppichen geschmückt waren. Blumenmädchen verschönerten zudem den Weg mit den Blüten der vielfältigsten Pflanzen.

BILD: Blumengeschmückter Stationsaltar an Haus Assen (Foto: D. Terhorst)

Bei dieser Prozession waren sehr viele junge Menschen dabei, wie der Priester auch am Ende betont hat. Es besteht also noch Hoffnung, dass es junge Menschen gibt, die der wahren Lehre der katholischen Kirche weiterhin folgen und das nicht den Älteren oder Alten überlassen.

U.a. sang ein Chor, bestehend aus jungen Damen aus dem Kreis der Gläubigen, das Lied „Wo in feierlicher Stille“, das meine Mutter das letzte Mal vor über 60 Jahren bei ihrer Erstkommunion gehört hat.

Kleine Kinder, die verhältnismäßig still waren, Jugendliche und junge Erwachsene, die sich ehrfurchtsvoll verhalten haben, kein Geklatsche nach den Dankesworten durch den Priester etc., habe ich als früher Dreißiger noch nie so erlebt.

Es war sehr empfehlenswert und ich plane zukünftig häufiger an Gottesdiensten des Hauses Assens teilzunehmen.

Wahrhaft eine Oase des Glaubens, wo man einmal erfreulicherweise nichts von den kirchenkritischen und sakrilegen Themen, die in letzter Zeit die Medien und Predigten vieler Gemeindepfarrer bestimmen, gehört hat.

Hinweis der Redaktion: Haus Assen ist ein imposantes Wasserschloß in Lippetal, das in der Trägerschaft des SJM-Ordens (Diener/Servi Jesu und Mariens) steht. Näheres hier: https://www.haus-assen.de/home.html     


Fronleichnam im Freien mit Blumenteppichen und kleinen Prozessionen

Von Felizitas Küble

Leider sind diesmal am Hochfest Fronleichnam die meisten Prozessionen in den katholischen Gemeinden ausgefallen – wie es scheint, hat sich der Trend vom Vorjahr damit noch verstärkt.

Interessanterweise läuft es in den USA genau anders herum: Dort nehmen die Prozessionen an „Corpus Christi“ (der dortige Fest-Name) zu. Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2021/06/03/fronleichnams-prozessionen-in-deutschland-ade-aber-in-den-usa-fangt-es-richtig-an/

Vielfach gab es hierzulande nicht einmal eine Festmesse unter freiem Himmel, obwohl das gerade in Coronazeiten weitaus sinnvoller wäre als in einem geschlossenen Kirchengebäude.

Noch verwunderlicher ist die vielfache Verringerung der hl. Messen ausgerechnet an diesem Feiertag.

Freilich haben wir auch von erfreulichen Ausnahmen erfahren.

So wurden z.B. in Hanau in der Pfarrei St. Elisabeth drei Festgottesdienste zelebriert.

Zudem gab es wenigstens eine Mini-Prozession mit Priester und Meßdiener durch einige Straßen der Gemeinde, wie unser Gast-Autor, der kath. Familienvater Hans-Michael Müller berichtet, der auch diese beiden Fotos beisteuerte.

Das erste Bild zeigt den erwähnten Umgang, das zweite die hl. Messe im Freien mit einem schönen Blumenteppich vor dem Altar.

In einer Vorort-Landgemeinde in Münster feierte der Priester das Fronleichnamsfest mit seiner Gemeinde im eigenen großen Pfarrgarten auf dem Rasen (siehe Foto).

Immerhin hatten etwa 60 Leute bei gutem Abstandhalten Platz gefunden. Leider fehlte auf dem Altar ein sichtbares Kreuz.

Unsere langjährige Autorin und Familienmutter Cordula Mohr begab sich am Donnerstag wieder nach Haus Assen in Ostwestfalen.

Das imposante Schloß im Lippetal liegt idyllisch in wunderbarer Landschaft und ist zugleich ein Exerzitienzentrum mit vielseitigen Angeboten, das die Geistlichen der SJM (Servi Jesu und Mariens) betreuen.

Hier wird die hl. Messe sowohl im alten wie auch im neuen Ritus jeweils sehr würdig gefeiert – und häufig wie hier auf dem weitläufigen Schloßplatz.

Wer uns von seinen eigenen Fronleichnams-Erfahrungen und Eindrücken berichten möchte, ist herzlich zu Leserkommentaren eingeladen – oder kann sich gerne direkt an mich wenden, vor allem mit Fronleichnams-Fotos: felizitas.kueble@web.de


Fronleichnams-Prozessionen in Deutschland ade? – Aber in den USA fängt es richtig an!

Von Felizitas Küble

Wir haben uns bereits vor Tagen in einem Artikel bitter darüber beschwert, daß fast überall in den deutschen Bistümern die Fronleichnams-Prozession ausgefallen ist, obwohl dazu – gerade coronamäßig betrachtet – nicht der geringste Anlaß bestand, denn im Freien ist die Virusgefahr verschwindend gering, wie Aerosolforscher unlängst noch einmal betont haben.

Dieses Hochfest der katholischen Kirche wäre eine großartige Chance gewesen, als Kirche Präsenz zu zeigen nach der Devise: Es gibt uns noch – und wir tragen den eucharistischen Christus bekenntnisfroh durch die Städte und Dörfer.

Leider war genau das Gegenteil der Fall.

Und dies, obwohl amtlich feststeht, daß Prozessionen unter einer Inzidenz von 200 erlaubt sind (und somit fast überall hierzulande) das schreibt sogar das bischöfliche Ordinariat in Rottenburg-Stuttgart ausdrücklich in seinem Portal: https://www.drs.de/dossiers/corona.html#c5004

Interessanterweise läuft die Entwicklung in den USA genau umgekehrt, wie unsere Gast-Autorin Dr. Edith Breburda mir heute in einem Infobrief bestätigt hat: In Amerika gibt es zunehmend m e h r Prozessionen an diesem Fest.

Fronleichnam heißt dort „Corpus Christi“ (Leib Christi) und wird am kommenden Sonntag gefeiert.

Der (inzwischen verstorbene) Bischof Robert Morlino von Madison hatte bereits Prozessionen in seinem Bistum eingeführt. Zuvor war dies ein Brauchtum, das vor allem die eingewanderten Spanier und Mexikaner gepflegt haben.

Nun hat auch Bischof Thomas Olmsted (siehe Foto) auf der Webpräsenz seiner Diözese angekündigt, daß er am 6. Juni eine Prozession durch die Straßen der Stadt Phoenix anführen möchte. Er hatte dazu neulich ein Schreiben verfaßt: https://www.catholicsun.org/2021/05/26/eucharistic-procession-of-fathers-families-planned-through-downtown-phoenix/


So wurde das Josefsfest daheim begangen: Benedikt XVI. über seinen Namenstag

In einem Exklusiv-Interview mit der „Tagespost“ hat der emeritierte Papst Benedikt XVI. das von Papst Franziskus ausgerufene Josefsjahr gewürdigt. Der 93-Jährige, dessen Taufpatron der heilige Josef ist, berichtet darin über familiäre Erinnerungen und Eindrücke von seinen Pilgerfahrten ins Heilige Land.

Sehr lebendig beschreibt Benedikt XVI., wie der Josefstag – der 19. März – in seiner Familie begangen wurde. Seine Mutter habe sich meistens ein wichtiges Buch abgespart, erinnert sich Papst Benedikt.

Außerdem sei zur Feier des Tages Bohnenkaffee, den sein Vater sehr geliebt habe, den sich die Familie Ratzinger aber nicht täglich habe leisten können, zum Frühstück getrunken und eine eigene Namenstagstischdecke aufgelegt worden.

Wörtlich beschreibt der emeritierte Papst den festlichen Tagesbeginn:„Schließlich gab es immer eine Primel als Zeichen des Frühlings, den der heilige Josef mit sich bringt. Endlich hat die Mutter eine Torte mit Zuckerguss gebacken, die vollends das Außergewöhnliche des Festes ausdrückte. So war vom Morgen an das Besondere des Joseftags in überzeugender Weise gegenwärtig.“

Darüber hinaus schildert Benedikt XVI. private Eindrücke aus Nazareth, der Heimat seines Namenspatrons, und äußert sich zur Tradition, den heiligen Josef als Fürsprecher für eine gute Sterbestunde anzurufen.


Bayerisches Kulturerbe: Walburga-Verehrung

Das Verehrungs-Brauchtum hinsichtlich der heiligen Ordensfrau Walburga in Eichstätt zählt ab sofort zum bayerischen Kulturerbe. Das Heimatministerium hat sie neu in das Landesverzeichnis „Immaterielles Kulturerbe Bayern“ aufgenommen.

Das Grab der 779 verstorbenen Walburga steht im Zentrum der Walburga-Verehrung. Die frühmittelalterliche Heilige wird von vielen Menschen um Hilfe angerufen, gerade bei körperlichen Leiden, wozu auch die Verwendung von Walburgisöl gehört, das von Ordensfrauen ausgeteilt wird.

Weit verbreitet sind auch Wallfahrten zu ihrem Grab in der Benediktinerinnen-Abtei St. Walburga in Eichstätt.

Die Pflege von bewährten Traditionen genießen in Bayern einen hohen Stellenwert.

Quelle und weitere Infos hier: https://www.br.de/nachrichten/bayern/bayerisches-kulturerbe-verehrung-der-heiligen-walburga,SQbCMtn?UTM_Name=Web-Share&UTM_Source=Link&UTM_Medium=Link