Die Kardinäle Sarah und Müller kommen am 21. November in die Abtei Weltenburg

Der Fe-Medienverlag lädt ein zur Buchvorstellung mit den Kardinälen Robert Sarah und Gerhard Müller ins Weltenburger Kloster St. Georg im Bistum Regensburg.

Am Donnerstag, dem 21. November 2019, gibt es um 18 Uhr ein Pontifikalamt mit Kardinal Müller in der  – idyllisch an der Donau gelegenen  –  Abteikirche.
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Um 19.30 Uhr wird Kardinal Müller (siehe Foto) gemeinsam mit Kardinal Sarah dessen neues Werk vorstellen  – es ist bereits der dritte Gesprächsband –  und im Gartensaal des Klosters eine Laudatio halten.
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Es geht um die Neuerscheinung: „Herr, bleibe bei uns. Denn es will Abend werden“ (Fe-Verlag, Kißlegg).
Im Anschluss daran stellt sich Kardinal Sarah den Fragen der Journalisten und er wird Bücher signieren.

Zu dieser Buchpräsentation ist jedermann herzlich eingeladen. Nützen Sie die Gelegenheit, diese beiden profilierten Würdenträger der katholischen Weltkirche direkt zu erleben und mehr über ihre theologische und persönliche Sicht auf Glaube und Kirche zu erfahren.

Das Kloster Weltenburg liegt am Eingang des Donaubruchs etwa 30 km von Regensburg entfernt (Kloster Weltenburg, Asamstr. 32 in 93309 Kelheim).

Weitere Infos zum Gesprächsband von Kardinal Sarah mit Nicolas Diat: Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden:

Unsere Welt befindet sich am Rande des Abgrunds: Glaubenskrise, Untergang des Abendlandes, moralischer Relativismus und entfesselter Kapitalismus. Im Bewusstsein der Tragweite der aktuellen Krise zeigt Kardinal Robert Sarah auf, dass es möglich ist, einer höllischen Welt ohne Hoffnung zu entrinnen.

Im Gespräch mit Nicolas Diat widmet er sich den Krisen unserer heutigen Zeit und lehrt uns, dass der Mensch auf seinem Lebensweg eine Erhebung der Seele erfahren muss, um besser aus dieser Welt zu scheiden, als er sie betreten hat.

Hierzu erklärt der afrikanische Kurienkardinal Sarah:

„Dem Untergang des Abendlands liegt eine kulturelle Krise und eine Identitätskrise zugrunde. Der Westen hat vergessen, wer er ist, weil er nicht mehr weiß, wer ihn so geformt und begründet hat, wie er war und wie er ist.

Diese Selbstvergessenheit führt zweifellos zu einer Dekadenz, welche neuen, barbarischen Zivilisationen die Türen öffnet.“ 

HIER zur Buchbestellung beim Fe-Verlag: https://www.fe-medien.de/herr-bleibe-bei-uns


Wenn Mohammed auf die Couch kommt…

Besprechung von Felizitas Küble

Im wissenschaftlichen Verlag Basilisken-Presse erschien voriges Jahr dieses Buch des Medizinhistorikers Armin Geus unter dem nicht sonderlich publikumswirksamen, weil etwas sperrigen Titel „Potenz und Zeugungsfähigkeit im Leben des Propheten“.

Es geht um Mohammed, wie der Untertitel zu verstehen gibt: „Blicke auf das Verhältnis von Islam und Sexualität“.

Prof. Dr. Armin Geus hat Dutzende von fachwissenschaftlen Büchern und Publikationen verfaßt, wobei sich darin Aspekte der Medizin, Biologie und Psychiatrie bisweilen überschneiden.

Bekannt wurde er sowohl in konservativ-islamkritischen wie auch in agnostisch-humanistischen Kreisen vor allem durch sein Werk „Die Krankheit des Propheten“ aus dem Jahre 2011.

Das neuere Buch des Autors ist mit 98 Seiten deutlich schmaler und befaßt sich in erster Linie mit dem ausschweifenden, sexuell rastlosen Lebenswandel Mohammeds einschließlich seiner pädosexuellen Neigungen (Geschlechtsverkehr mit Aischa, als diese neun Jahre alt war).

Geregelter benahm er sich lediglich in seiner ersten „Ehe“ mit einer weitaus älteren Kaufmannsfrau, der er in jeder Hinsicht unterlegen war. Nach ihrem Tod kannte sein geradezu exzessives Triebleben samt Harem  – in dem Neid, Eifersucht und Intrigen nicht fehlten – praktisch keine Grenzen mehr.

Der Medizinhistoriker geht der Frage nach, wie es kommt, daß der „Prophet“ in seiner ersten Ehe (genauer: einer eheähnlichen Beziehung) sechs Kinder zeugte (wobei vier Mädchen überlebten, aber zwei Jungen starben), jedoch in seinen zahlreichen späteren „Ehen“, Liebschaften und dem ständigen Harems-Sex kein einziger Abkömmling zu verzeichnen war. 

Folglich war Mohammed zwar gewiß nicht impotent, im Gegenteil: sein Lebensstil wirkt geradezu hyperpotent bzw. sexbesessen. Doch etwa ab dem Jahr 620 n. Chr. war er offensichtlich dauerhaft zeugungsunfähig.

Der Verfasser geht davon aus, daß es sich dabei um die Auswirkung einer Geschlechtskrankheit (Tripper) handelte, die medizinisch unbehandelt blieb, weil sie nicht als solche erkannt wurde (zumal damals therapeutisch ohnehin nicht viel möglich war).

Ein weiterer Themenkreis in dem Buch von Professor Geus sind die „Offenbarungen“ Mohammeds, die im Koran ihren Niederschlag fanden.

Aus Sicht des Autors handelt es sich bei seinen Suren teils um erfundene Lügen (zur Selbstrechtfertigung seiner eigenen Lebensführung – vor allem in sexueller Hinsicht) und ansonsten um Halluzinationen eines Schizophrenen bzw. Psychopathen. Dabei wird die Krankheitsentstehung mit dem frühen Verlust seiner Eltern und weiteren Konfliktsituationen in Verbindung gebracht.

Die schon bald nach Mohammeds Tod von kritischer Seite geäußerte Vermutung, er sei Epileptiker gewesen, hält Geus für nicht stichhaltig, zumal diesbezügliche Anfälle nur kurz anhalten und nicht ausreichen für langanhaltende Visionen und übernatürliche „Botschaften“, angeblich übermittelt durch den Engel Gabriel. Bei paranoiden Psychosen sei dies hingegen anders.

Diese Variante der Islamkritik stammt somit aus einer medizinisch-psychiatrischen Sichtweise; die Thematik als solche ist nicht neu, sondern unter Wissenschaftlern bereits mehrfach erörtert (wie auch die Literaturangaben in der Geus-Publikation aufzeigen).

Doch das neue Buch des emeritierten Professors hat den Vorteil, daß es auch für Laien verständlich verfaßt ist und sich nicht in allzu viele Einzelaspekte verfängt, sondern übersichtlich und zielstrebig argumentiert.

Natürlich kann man ein weltgeschichtliches Phänomen wie den Islam nicht allein mit einer psychopathologisch-medizinischen Deutung her erklären.

Es geht dabei ebenso um kulturelle, ethnologisch-volkskundliche und theologiegeschichtliche Fragestellungen. Das weiß auch der Verfasser und er behauptet keineswegs, seine Sichtweise sei umfassend und erkläre Koran und Islam gleichsam „aus einem Guß“. 

Immerhin wirft diese Veröffentlichung angesichts einer weitverbreiteten Naivität und „politisch  korrekten“ Beflissenheit gegenüber dem Islam skeptische Fragen auf und nennt quellenbasierte Fakten, die argumentativ ernst zu nehmen sind.

Leider ist das insgesamt lesenswerte Buch satztechnisch nicht ganz gelungen: der Abstand vom Außensteg zum Text ist unnötig groß, der zum Bundsteg (innen Richtung Buchrücken) jedoch zu knapp.

Das Buch kostet 16,80 Euro und kann auf Amazon oder direkt beim Verlag bestellt werden: http://www.naturundtext.de/verlag/basilisken-presse/

 


Buchtip: Kardinal Newman, ein Wegbereiter der Erneuerung in der Kirche

Zur Neuerscheinung von Charles S. Dessain im Media Maria Verlag:

John Henry Newman (1801-1890) war anglikanischer Theologe und Professor am Oriel College in Oxford. Er gehörte zu den Protagonisten der Oxford-Bewegung, die das geistliche Leben in der Staatskirche Englands erneuern wollten.

Nach Jahren intensiven Ringens und Betens konvertierte er 1845 zum katholischen Glauben.

Newmans Leben nach der Konversion war von Anfeindungen auf anglikanischer und Misstrauen auf katholischer Seite geprägt.

Er wurde 1879 von Papst Leo XIII. zum Kardinal ernannt.

John Henry Newman hat die geistesgeschichtliche Entwicklung seiner Zeit durch sein akademisches und literarisches Wirken beeinflusst und wesentliche Voraussetzungen für die Theologie unserer Tage geschaffen.

Er gehört zu den bedeutendsten Theologen und Glaubensgestalten der Neuzeit und wird von vielen auch als „Kirchenvater der Neuzeit“ bezeichnet.

Das gebundene Buch von Pater Charles Stephen Dessain umfaßt 352 Seiten.

Weitere Infos und Bestellung hier: https://www.media-maria.de/buecher/heilige-selige/6990/john-henry-newman-erscheint-10.09.2019?number=5819

Über den Autor: Charles Stephen Dessain (1907-1976) war lange Zeit für das Newman-Archiv im Oratorium in Birmingham verantwortlich. Er kannte nicht nur den gesamten Nachlass Newmans, sondern auch den geschichtlichen Hintergrund der Oxford-Bewegung. Während seiner Tätigkeit im Archiv gab er Newmans Predigten, Briefe und Tagebücher heraus.
Pater Charles Stephen Dessain gilt als einer der besten Kenner von John Henry Kardinal Newmans Leben und Werk.


Cromwells Herrschaft: Historischer Roman spielt im England des 17. Jahrhunderts

Die Neuerscheinung „Tanz mit mir, Aurelia“ von Bestseller-Autor Titus Müller umfaßt 178 Seiten: Es spielt vor einem historischem Hintergrund und ist soeben im adeoVerlag für 12 Euro erschienen (nähere Buchdaten hier: https://www.adeo-verlag.de/index.php?id=details&sku=835239

Kann es „heidnisch“ oder gar „unbiblisch“ sein, Weihnachten zu feiern?
Und kann eine junge Liebe religiöse Spaltungen überwinden?

Diese Frage durchzieht die neue romantische Weihnachtserzählung. Sie spielt im London des 17. Jahrhundert, der Blütezeit des strengen protestantischen Puritanismus. Dessen Anführer, der diktatorische Herrscher Oliver Cromwell, lässt das Christfest verbieten.

Als die lebensfrohe Aurelia sich dem Verbot widersetzt, steht für das zarte Band der Liebe zum Puritaner John eine Zerreißprobe an. 

Titus Müller verbindet seine Erzählung gekonnt mit dem Zeitgeschehen aus dem Jahr 1647.

Zum Inhalt: John ist davon überzeugt, dass ein gottgefälliges Leben aus Entsagung und Disziplin besteht. Sein eigener Vater starb an Trunksucht und so folgt er den puritanischen Idealen seines Ziehvaters ohne Zögern.

Doch dann begegnet er der lebenslustigen Aurelia Fox, die ihm zeigt, dass Gott auch in Schönheit, Freude und Musik zu finden ist. Und Aurelia begreift durch John, dass die fromme Strenge der Puritaner eine wichtige Facette Gottes lebendig werden lässt.

Doch ihrer jungen Liebe droht Gefahr: Aurelias Familie bereitet heimlich einen Weihnachtsgottesdienst vor, obwohl darauf hohe Strafen stehen. Und dann bekommt Johns strenger Ziehvater Wind davon…

 


Wie Naturwissenschaft, Philosophie und Glaube zur Gotteserkenntnis führen können

Von Christa Meves

Diesmal möchte ich Sie über ein beachtliches Hoffnungszeichen informieren; denn bei der heutigen Verführung der Bevölkerung in unserer Republik ist es nicht mehr so wie 1933-1945, dass die überwiegende Mehrheit wie Schafe auf dem gleichen Ton blökt.

Die digitale Welt macht es möglich, dass sich Widerstand hervorwagt und verantwortungsbewusste Menschen sich durch den Austausch kritischer Informationen miteinander verbinden. Das ist eine starke Schwächung unserer Scheindemokratie.

Besonders erfreulich ist es, dass sich selbst gelehrte Fachleute, Persönlichkeiten mit echter Kompetenz, nicht mehr alle in ihre Elfenbeintürme zurückziehen, sondern ihre Gelehrsamkeit zu erstaunlicher Kulturkritik freigeben.

In diesem Sinne machte ich Sie schon aufmerksam auf Gabriele Kuby als Soziologin, Professor Gerdsen als Physiker, Pastor Stückelberger als Theologe.

Heute lässt sich der Fachmann für Regelungstechnik, Professor Wolfgang Leisenberg, mit einem bedeutsamen, brandneuen Buch hinzufügen.

Bereits der Titel beweist eine besonders originelle Nachdenklichkeit; er lautet: „Die verbo(r)gene Wirklichkeit“ mit dem Untertitel: „Was Menschen davon abhält, die naturwissenschaftliche und biblische Wirklichkeit zu erkennen.“

Das gilt es also jetzt neu zu durchschauen: Die in diesem Werk beschriebene Wirklichkeit hat zwei ähnliche, fast auswechselbare Attribute. Sie ist verborgen und gleichzeitig verbogen. Es macht neugierig, was der Autor dann also unter Wirklichkeit versteht.

Die Antwort befindet sich im Schlusskapitel: „Wohin und wie weit wir blicken mögen, zwischen Religion und Naturwissenschaft finden wir nirgends einen Widerspruch, wohl aber gerade in den entscheidenden Punkten Übereinstimmung.“

Und daraus ergibt sich ein Schlussappell: Wir haben seit Adam und Eva die Wahl, unsere eigentliche Wirklichkeit anzunehmen oder – wie leider viele Menschen heute – unseren eigenen Lebensweg ohne Gott zu gehen.

Und der Autor drängt: „Diese Entscheidung muss (von jedermann) getroffen werden!“

Dieses Bekenntnis wird auf den 292 Seiten dieses Buches Stück für Stück mit der Logik und mit dem philosophischen Niveau der gesamten Geistesgeschichte im Zentrum Europas dargelegt als ein mühsames Ringen hin zur Einheit dieser Wirklichkeit.

Das geschieht mithilfe einer in mehrere Einzelheiten aufgefächerten Aufteilung einzelner Kapitel und schließt ein daraus hervorgehendes Resümee an. Der Verfasser dringt bis an die bisherige scheinbare Unauffindbarkeit der Einheit des geistigen Untergrundes unserer Wirklichkeit vor.

Damit wir Leser das genau verstehen, schließt der Autor seinem Werk in sieben Kapiteln Glossare an, in denen er in je zuständigen Einzelheiten diese Wahrheit unterstreicht.

Viele Größen der Geistesgeschichte werden in diesem reich gefächerten Werk zu Hilfe genommen, die den steilen Weg zur letztgültigen Einsicht in die Einheit der Grundstruktur von Gottes Werk, des gesamten Kosmos, erforschten. Natürlich unter vielen anderen vorab Einstein, besonders dann Blaise Pascal, Karl Heim und der Atomphysiker Bernhard Philbert.

Deshalb endet das 7. Glossar mit einer Gottesbegegnung dieses Gelehrten nach einem bedeutsamen Schritt physikalischer Erkenntnis.

Auf der Suche nach der Entschleierung des Geheimnisses unseres Lebenssinns mithilfe von Philosophie und Naturwissenschaft ist nun endlich beschrieben worden, dass sich letztlich auch der Glaube als unsere sogar denkerisch erfassbare Wirklichkeit ergibt, und zwar sowohl als mystisches Erleben einzelner Wissenschaftler wie auch deren logischer Nachweis.

Diese Schrift taugt allerdings nur für Menschen, die wirklich bereit sind, zu Ende zu denken und damit atheistische Systeme als Ideologien zu entlarven. Damit aber erfüllt dieses Werk das Hauptmerkmal höchster geistiger Qualität, aus der die vielen Bemühungen in der Geschichte des Denkens im Zentrum Europas bestanden und bestehen.

Leisenberg reiht sich hier – immer wieder genau nachfragend – in die Reihe der genialen, hartnäckigen Forscher ein, überschreitet dabei aber kühn jede methodische Eingeengtheit. Er führt uns mit einer Unterscheidung der Geister zur Basis, zur endgültigen Wahrheit.

Das ist in der Tat ein Fortschritt in all unseren derzeitigen Verbiegungen jeglicher Wirklichkeit.

BUCH-Daten: Wolfgang Leisenberg: Die verbo(r)gene Wirklichkeit, Freimund-Verlag, Neuendettelsau 2019, 292 Seiten, 16,80 €

 


Unser bioethischer Buch-Tip: „GENTOPIA – das gelobte Land“ von Dr. Edith Breburda

Die GENTOPIA-Neuerscheinung der Medizinerin und Bioethikerin Dr. Edith Breburda (siehe 2. Foto) ist eine aufschlussreiche und informative Lektüre, die den Leser aufrütteln will.

Die Autorin hebt in verständlicher und sachkundiger Weise die beunruhigenden Ergebnisse und „unbeabsichtigten“ Folgen einer wissenschaftlichen Elite hervor, die sich verbissen auf ihre eigenen Interessen konzentriert, ohne dabei zukünftige Konsequenzen zu berücksichtigen.

Wer sind diese Forscher mit ihrer „schönen neuen Welt“? Was versprechen sie uns und wie analysieren sie ihre „Entdeckungen“?

Vor allem aber: Was antworten wir denen, die ihre Arbeit blind unterstützen?

Wie sind wir überhaupt dazu gekommen, unseren Planeten derart zu entstellen, dass viele Kritiker vor den schwerwiegenden Wirkungen genetischer Manipulationen warnen? 

Oder beginnen wir bald damit, einen GMO-Menschen zu züchten, dessen Nachkommen im Labor in einer künstlichen Gebärmutter ausgetragen werden? 

Stattdessen sollten wir uns darauf besinnen, eine verantwortungsbewusste Forschung zu betreiben, die mehr auf Umweltgesundheit als auf Profit Wert legt, bevor wir mit unserem „Machbarkeitswahn“ hochtrabende Pläne hegen?

Selbst wenn der Mensch in der Lage wäre, sich selber zu „erschaffen“, muss er dennoch früher oder später einsehen, dass er bereits zum jetzigen Zeitpunkt ein Desaster heraufbeschworen hat. 

Die Bioethik kann schon lange nicht mehr mit unserer Biotechnologie mithalten – und so ist uns eine kontrollierende Instanz abhanden gekommen. Ja, selbst einen allwissenden Schöpfer, der die Fäden in der Hand hält, haben wir früh genug mental „ausgeschaltet“. 

Zumindest leiten wir damit das Ende der einzigartigen Sonderstellung des Menschen bzw. der humanen Exklusivität ein. 

Das Anliegen dieses fundierten und faktenstarken Buches ist es, Laien einen Überblick über die derzeit am meisten diskutierten gentechnologischen „Errungenschaften“ zu vermitteln. 

In einer lockeren Art und doch mit dem nötigen Fachwissen greift die Autorin auch in ihrem vierten bioethischen Buch umstrittene Themen auf, die sie uns lebendig und anschaulich nahe bringt.

Die Verfasserin verwandelt ein eher trocken wirkendes Thema in ein spannendes Lese-Ereignis, das einen klaren Einblick in viele wissenschaftliche und bioethische Kontroversen aufzeigt.

Dieses E-Buch am Sa/So kostenlos lesen:

Ihr Buch GENTOPIA gibt es auch als E-Book – und es kann vom Samstag, den 31. August bis Sonntag, den 1. September 2019 zwei Tage lang k o s t e n l o s  heruntergeladen werden – siehe hier:
https://www.amazon.com/Gentopia-gelobte-Land-Biotechnologie-German-ebook/dp/B07WF1BRZ8/ref=sr_1_1?keywords=Gentopia%2C+das+gelobte+Land&qid=1566935101&s=digital-text&sr=1-1
Falls noch ewas unklar ist, Näheres dazu hier: https://scivias-publisher.blogspot.com/
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GENTOPIA kann auch bei uns bestellt werden – mit portofreier Lieferung: Tel. 0251-616768  – Mail: felizitas.kueble@web.de
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Buch-Daten:

Gentopia, das gelobte Land, Paperback-Buch: 345 Seiten, 19,26 EUR, Verlag: Scivias; erschienen am 16. August 2019


Fairer Umgang mit „rechtem Christentum“

Besprechung von Thomas May

Buch-Daten: Felix Dirsch, Volker Münz, Thomas Wawerka (Hrsg.): Rechtes Christentum? Der Glaube im Spannungsfeld von nationaler Identität, Populismus und Humanitätsgedanken. – Ares Verlag, Graz 2018, 256 Seiten, gebunden, ISBN: 978-3-99081-004-0. – 19,90 €

Der Sammelband mit 11 Einzelbeiträgen von­ Theologen, Philosophen, Politikwissenschaftlern, Historikern und Publizisten unternimmt den Versuch, das Spektrum der politischen Rechten unter dem Aspekt der Christlichkeit zu erfassen und Legitimität, ja Folgerichtigkeit einer reflektierten Verbindung beider darzulegen.

Die Hauptkonfliktlinie verläuft dabei zwischen dem als „böse“ stigmatisierten „rechten“ Christentum bzw. Rechtskatholizismus (diffamierend auch mit „rechtsradikal“ oder „rechtsextrem[istisch]“ etikettiert) im Gegensatz zum „guten“ linken säkularisiert-universalisierten Humanitarismus, der im Zuge der Merkelschen „Flüchtlingspolitik“ für alternativlos erklärt wurde.

In der kontroversen Gemengelage ist es einigen Autoren ein unverzichtbares Anliegen, die weitgehend obsolet gewordenen, sperrigen Konzepte der (deutschen) Nation und des Vaterlandes christlich authentisch und kompatibel einzubringen.

Typologie des Rechtskatholizismus

Der katholische Theologe und Politologe Felix Dirsch entwirft in seinem Beitrag (S. 17–51) in Gegenüberstellung zu „links“ eine Typologie des „Rechten“ im Sinne des Rechtskonservativen und ermittelt anschließend die ihm innewohnenden katholischen Grundsätze und Modi.

Als erste Kategorie firmiert das Realitäts- und Erhaltungsprinzip (versus progressives Lust- und Gütervermehrungsprinzip), das vor allem im naturrechtlichen Denken sowie anknüpfend an Thomas von Aquin in der solidaristischen Doktrin der katholischen Soziallehre seinen Niederschlag findet. Die Gewährleistung des Gemeinwohls ist heute allerdings im Gefolge der Migrations- und Asylkrise durch staatlichen Kontrollverlust und soziale Distension gefährdet.

Bei dem als Zweites genannten Ordnungsprinzip (versus Auflösung) lassen sich die katholischen Linien bis Augustinus und den Aquinaten, der das Verhältnis von Gott und Mensch in einem lebendigen Bezugsrahmen darstellt, zurückverfolgen.

Die biblisch grundgelegte, dogmatisch zentrale Schöpfungsordnung erweist sich als Bastion gegenüber dem postmodern entgrenzten Linksliberalismus, der die binäre Geschlechterordnung aufsprengt und den Menschen über seine biologischen Vorgaben hinaus zum Schöpfer des eigenen Geschlechts ermächtigen will.

Offenkundig ist schließlich auch die Verbindung zwischen tendenziell pessimistischem Menschenbild (versus utopistisch-optimistisches, „gutmenschliches“) und der katholischen Lehre vom „peccatum originale“ (Ur-Sündenlehre), der wegen der geschwächten, dem Irrtum und dem Bösen zugeneigten Menschennatur ein hohes Maß an Realismus zu bescheinigen ist.

Die „rechten“ Prinzipien der ontologischen Ungleichheit (versus Gleichheit), die etwa der hierarchische Aufbau der katholischen Kirche abbildet, und der relativen Homogenität (versus individualistische Freiheitsüberhöhung) führt Dirsch nicht näher aus. 

Im Folgenden skizziert der Autor geschichtliche Ausgestaltungen des Rechtskatholizismus von der Französischen Revolution (Joseph de Maistre) bis ins 20. Jahrhundert (Carl Schmitt, Othmar Spann).

Unter veränderten Bedingungen kommt ihm in der Gegenwart durch die Vielfalt der Auflösung von staatlichen, gesellschaftlichen, sozialen, familiären und kirchlichen Ordnungen zuerst eine stabilisierende Funktion zu, etwa gegenüber dem von Linksintellektuellen propagierten individuellen Hedonismus und egalitären Menschheitskult, der die Willensträgerschaft des Volkes untergräbt.

Auch sind angesichts der Massenimmigration mit Bezug auf die katholische Soziallehre die Eintrittspflicht des Staates für das Gemeinwohl und für den Schutz des Eigenen entschieden einzufordern. Den Exponenten des patriotisch verwurzelten Rechtskatholizismus vor allem obliegt es, der Selbstdegradierung der Kirche zu einer globalen NGO mit dem Papst an der Spitze entgegenzutreten und ein organisch gewachsenes Europa kulturell verbundener Staaten zu fördern.

Entwicklung des konservativen Protestantismus nach 1945

Für die protestantische Seite geht der Theologe, Philosoph und Hochschullehrer Harald Seubert konservativen Strömungen ab 1945 nach (S. 52–74). Dem Geist der Bekennenden Kirche verpflichtete Theologen wie Helmut Thielicke und Walter Künneth konnten noch für zwei bis drei Jahrzehnte eine rege Wirksamkeit entfalten, ebenso der in der EKD einflussreiche Pastor und Publizist Alexander Evertz, der die Politisierung des Glaubens und die Nationvergessenheit der Linksprotestanten geißelte. 

Das Epochenjahr 1968 mit dem befreiungstheologischen „Politischen Nachtgebet“ Dorothee Sölles beim Essener Katholikentag markiert eine Zäsur und die Differenz der in der Folgezeit auseinanderdriftenden Allianz neomarxistischer und historisch-kritischer Kräfte einerseits und des theologisch und politisch konservativen evangelisch-lutherischen Lagers anderseits, das dramatisch an Einfluss einbüßte, obwohl es an institutionellen Gegeninitiativen wie der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ (Pfarrer Tegtmeyer), der „Evangelischen Notgemeinschaft in Deutschland“ (Bernt von Heiseler) oder der „Konferenz Bekennender Gemeinschaften“ (Peter Beyerhaus) nicht fehlte.

Als eine der bedeutendsten Stimmen des von der Reformation geprägten Konservatismus wirkte der Philosoph Günter Rohrmoser als Hochschullehrer, Publizist und Politikberater (Franz Joseph Strauß, Hans Filbinger) bis in die 1990er Jahre. Aus seiner Sicht musste die lutherische Zwei-Reiche-Lehre zwar tiefstes Ethos sein, durfte aber niemals direkte politische Rezeptur werden.

Evangelische Kirche in Augsburg

Auch dank der Zeitschrift „ideaSpektrum“ ist heute der Dachverband der stark evangelikal ausgerichteten „Evangelischen Allianz“ der mächtigste Widerpart des in der EKD und an den Universitäten etablierten linken Kulturprotestantismus, der seit den 1970er Jahren seinen Siegeszug über die Kirchentage angetreten hat und seither das Bild der Öffentlichkeit prägt.

Ihn bestimmen ein im Namen allgemeiner moderner Religiosität entwertetes, zum Teil eliminiertes Verständnis der Heiligen Schrift, ein vom „gefallenen“ Menschen abgerücktes, evolutionistisch-optimistisches Menschenbild sowie die Umdeutung der christlichen Liebesbotschaft in eine sozial-emanzipatorische, ökologische, humanitaristische Agenda.

Seubert rundet seinen Essay mit zwei alternativen Zukunftsszenarien ab. Das erste wäre, dass ein der Tradition verbundener, theologisch und geistlich erneuerter, von evangelikalen und klassisch evangelischen Kräften getragener Protestantismus wieder mehr Raum und Einfluss in Theologie und Kirche gewinnt; ihm fiele auch der schwierige Spagat zu, einerseits der Liebe zu Deutschland als Kultur- und Heimatraum (Patriotismus) Daseinsrecht zuzuerkennen, anderseits jenen Teil der Rechten zurückzuweisen, welcher den Glauben funktionalisiert und das „christliche Abendland“ nur als Kampfparole missbraucht.

Für wahrscheinlicher hält es Seubert jedoch, dass die neue politische Theologie des Protestantismus, die den christlichen Glauben auf Moralismus und Gefühl reduziert, die evangelische Kirche verstärkt zu einer rotgrünen Agitationseinrichtung umformen wird.

Populismus und Christentum im Zeichen des Globalismus

Der Journalist und Buchautor Martin Lichtmesz(S. 90–116) begreift den „(Rechts-)Populismus“ als Kampfbegriff der säkularen Polit-Religion des „humanitären Universalismus“ (Rolf Peter Sieferle) oder „Globalismus“, der sich geistesgeschichtlich aus liberaler „Religion“ der Menschenrechte und linkem Kulturmarxismus herleitet, zur Feindbestimmung all derer, die in Rückbesinnung auf urdemokratische Impulse Repräsentation, Partizipation und Bewahrung der Eigenen von der politisch-medialen Machtelite einfordern.  

Populisten, die sich als Demokraten und Europäer sehen, halten an der Basis der Nation fest, deren Volk durch Sprache, Abstammung, Geschichte und Kultur verbunden ist – im Gegensatz zu „Brüssel“, das die einst christdemokratische EU unter Berufung auf „Menschenrechte“ und „liberale Demokratie“ in Richtung Immigration („Migrationspakt“), Multikulturalisierung, Islamisierung und „Diversity“ steuert und die Nationalstaaten entmachtet.

Diese Politik erzwingt nach dem katholischen Theologen Martin Schelkshorn eine ideologische Synthese zwischen Christentum und Globalismus; wer sie ablehnt, verstößt gegen den „Geist der Demokratie“, die „Menschenrechte“, die „christlichen Werte“. Umgekehrt wäre eine ideologische Synthese zwischen Christentum und neorechter Ideologie „eine Pervertierung christlicher Moral“. Schelkshorns Sicht wird im Grundsatz von hohen Repräsentanten beider Kirchen geteilt, die sich dem Druck der Globalisten beugen zu müssen glauben, um gesellschaftlich relevant zu bleiben.

Lichtmesz erweist die Unrichtigkeit der schematischen Zuordnung.

Nicht nur Papst Benedikt XV. verwarf im Motuproprio „Bonum sane“ (1920) die Ideologie der „Einen Welt“, die mit einer „noch nie dagewesenen Schreckensherrschaft verbunden“ sei, auch Johannes Paul II. erinnerte in seinem Rundschreiben „Dilecti Amici“ (1985) die Jugend der Völker an ihre vaterländische Verantwortung, die die Pflicht, Volk, Stamm oder Nation zu erhalten, einschließt.

Die Weigerung der ungarischen Bischöfe, ihr Land den Angehörigen einer fremden, häretischen Religion zu öffnen, beruht auf dieser jahrhundertealten Tradition. Anhand der neuen, 2012 unter Viktor Orbán in Kraft getretenen ungarischen Verfassung fokussiert Lichtmesz auf die Korrektur der fatalen Fehlentwicklung: An erster Stelle stehen hier die nationale Identität und Besonderheit, über den Menschenrechten und über liberalen Prinzipien; die Rolle des Christentums wird explizit gewürdigt.

So ist einer Überdehnung der Menschenrechte (wie in den „pluralen“ Demokratien Westeuropas) zulasten der autochthonen Bevölkerung ein Riegel vorgeschoben.

Auf der Basis ethnokultureller Homogenität, unter Einbettung ethnischer Minderheiten in die ungarische „Leitkultur“ und in Übereinstimmung mit dem Solidaritätsprinzip der katholischen Soziallehre kann die Lehre von den „Pflichtenkreisen“ greifen, die bei Thomas von Aquin in den Prioritätenfolge Gott – Eltern (Blutsverwandte) – Vaterland (Freunde, Mitbürger) ausformuliert ist: praktische Nächsten-Liebe vor Fernsten-Liebe. Nur von hier aus ist eine Ausweitung moralischer Verantwortung auf die gesamte Menschheit möglich. Dieser globalen Erweiterungsebene trägt auch Ungarns neue Verfassung Rechnung.

Christentum und Rechtskonservatismus aus theologischer Sicht

Der ostdeutsche evangelische Pfarrer a. D. Thomas Wawerka (S. 173–189) betont die Priorität des Glaubens (Christ sein) gegenüber der konkreten politischen Willensbekundung (rechts sein) – Jesus Christus selbst scheidet beide Sphären voneinander (Mk 10,42–45; auch Mk 12,17; Joh 18,36).

Gemäß der „Ethik“ Dietrich Bonhoeffers sei das Politische zwar als ein Zuständigkeitsbereich in der Welt anzuerkennen, es ist aber nicht der einzige oder absolute; vielmehr gelten auch „Schöpfungsordnungen“ oder „Mandate Gottes“, die dem Zugriff des Politischen entzogen sind.

Als Beispiele nennt der Autor die Familie als Verbindung von Mann und Frau sowie das Volk. Demnach hat christliche Ethik die Einführung der „Ehe für alle“ ebenso als Anmaßung des Politischen zurückzuweisen wie den Umbau der gottgewollten Völker zu multikulturellen Gesellschaften.

Im Anschluss an den Soziologen Theodor Geiger (1891–1952) verwirft Wawerka eine wertefixierte Politik, da sie zwangsläufig zum (linken) totalitären Missionieren führt, das die (rechte) Gegenseite als Feind disqualifiziert und ausgrenzt.

An der Verschmelzung des Politischen mit dem Moralischen seien schon Familien, Freundschaften und Arbeitsverhältnisse zerbrochen. Absolute Werte gebe es in der christlichen Ethik jedoch nicht; Werte sind dem Herrn Jesus Christus untergeordnet, in der Vielfalt relational: dem Vaterland verpflichtet und universal, dem Frieden verpflichtet und wehrhaft. Stattdessen ist eine Politik der Interessen und des Interessensausgleichs zu praktizieren.

Wawerka verlangt eine Wende von der wertepolitischen zur ordnungspolitischen Ethik, zur Rekonstruktion der Ordnungen. Da deren Befürworter und Verteidiger eher unter dem Etikett „rechts“ auftreten, ergeben sich hier in der Tat Schnittmengen mit dem Christentum.

Umsetzung und Widerstand: AfD und IB

Volker Münz, kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, referiert die Bedeutung der Vereinigung „Christen in der AfD“ für seine Partei (S. 160–172). Seit deren Gründung (2013) suchen sich hier Christen aller Konfessionen im Gebet gegenseitig zu stärken.

Trotz seiner nur rund 500 Mitglieder ist der Einfluss der ChrAfD in die Partei hinein (ca. 30.000 Mitglieder, davon etwa 60 Prozent Christen) immens und äußert sich vor allem in der Mitgestaltung des Parteiprogramms nach christlich-konservativen Vorstellungen. Sie haben im Bekenntnis zum Schutz des ungeborenen Lebens, zur Bewahrung der traditionellen Ehe und Familie und in der Ablehnung der unchristlichen Genderideologie Eingang gefunden.

Ferner bekennt sich die AfD zur christlich-abendländischen Kultur und zum jüdisch-christlichen Menschenbild. Der Utopie der multikulturellen Gesellschaft begegnet sie mit dem Konzept der europäischen Leitkultur (nach dem Politikwissenschaftler Bassam Tibi), unter deren Fittichen der Nationalstaat des deutschen Volkes erhalten bleiben soll.

Obwohl die AfD mehr als alle anderen Parteien für eine Politik aus christlichem Ethos stehe, erfährt sie scharfe Ablehnung von meist „fortschrittlichen“ Vertretern der Amtskirchen. Während pauschal die Vorwürfe Populismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Hassrede erhoben werden, fehlt eine kirchliche Würdigung der dezidiert christlichen Positionen der Partei, zu denen Grüne und Linke, aber auch Sozial- und Christdemokraten nicht selten in Widerspruch stehen, wie etwa 2017 bei der Einführung der „Ehe für alle“ oder jüngst bei der gesetzlichen Aufweichung des Werbeverbots für Abtreibungen (§ 219a StGB).

Einer unbegrenzten Aufnahme von Flüchtlingen unter Berufung auf ein universalistisch überspanntes Ethos der Nächstenliebe infolge einer sachwidrigen (theologischen) Vermengung von Individual- und Sozialethik stellt die AfD das Postulat eines auf Recht und Gesetz basierenden verantwortungsethischen Handelns entgegen, für das sie sich auf den Aquinaten und die unverkürzte katholische Soziallehre berufen kann. Ob sich Bischöfe manchmal durch „fundamentalistische“ Rechte unangenehm an das Depositum Fidei erinnert fühlen?

Mit Gegenwind hat die AfD auch vor dem Hintergrund ihrer angezweifelten Verfassungsmäßigkeit zu rechnen. Das berührt die Tätigkeit der nach den Landesschulgesetzen zu politischer Neutralität verpflichteten Lehrer. Dieser Thematik widmet sich der Zeithistoriker und Publizist Stefan Winckler (S. 75–89).

Anhand einer sachsen-anhaltinischen Schule zeigt er auf, wie Lehrkräfte, die 2017 ein „Zeichen gegen Rassismus und Intoleranz“ setzen wollten, Schüler gegen die AfD als Gesamtpartei zu indoktrinieren versuchten: irregulär, weil diesen – „überwältigt“ – keine Chance gegeben wurde, sich durch Pro-und-kontra-Diskussion ein eigenes Urteil zu bilden. 

Der Beitrag zweier Mädchen auf „journalistenwatch“, nach dem AfD-nahe Mitschüler von Lehrerseite beleidigt und bedroht wurden, wird als weiteres Beispiel unerlaubter Meinungslenkung zitiert. Lehrer wegen AfD-Mitgliedschaft mit Disziplinarmaßnahmen zu belegen, hält Winckler für ungerechtfertigt, sofern sie sich im Unterricht nicht parteiisch oder verfassungsfeindlich äußern. Hingegen sollten sie kriminelle Antifa-Aktionen gegen AfD-Politiker, deren Kundgebungen und Wahlkampfstände erörtern dürfen.

Der in den Medien zum Teil hysterisch angefeindeten Identitären Bewegung (IB) gilt der Beitrag der promovierten Philosophin und Aktivistin Caroline Sommerfeld(S. 190–203).

Die Gruppierung französischen Ursprungs wurde von dem Studenten Martin Sellner und einer kleinen Schar 2012 in Österreich und 2014 in Deutschland gegründet. Der siegreichen Schlacht des christlichen Heeres über die Türken am Kahlenberg vor Wien (1683) eingedenk, vertritt sie die Grundidee, dass Völker ein Recht auf Heimat und ethnokulturelle Identität haben. Infolge des Kampfes gegen Islamisierung und Globalismus ist die IB ins Visier des Verfassungsschutzes geraten.

Über Herkunftsidentität und Kulturchristentum hinaus beharrt die politische Jugendbewegung, die 2017 mit ihrer Aktion „Defend Europe“ zur Beobachtung von Schleusern im Mittelmeer aufhorchen ließ, auf dessen „Gründungsmythos“, auf den historischen Großerzählungen von seiner Abwehr des äußeren Feindes.

Daraus resultiert das Verständnis eines wehrhaften Christentums in der Tradition der milites christiani. Zuinnerst speist sich ihre „Identität“ aus der Heideggerschen „Existierkunst“, durch die der Einzelne in seinen historischen Handlungsauftrag gestellt ist.

Mit Bezug auf Carl Schmitt unterscheidet Sommerfeld zwischen privatem Feind (inimicus) und politischem Feind (hostis).

Der Verzicht auf individuelle Gewalt, wozu sich die IB „metapolitisch“ kämpfend bekennt, widerspricht nicht der Verteidigung Europas gegen den Islam als hostis. Die Widerstandskraft des Christentums sieht die Autorin durch den unterwürfigen nachkonziliaren christlich-muslimischen Dialog mit der dekretierten gemeinsamen Anbetung des „einen Gottes“ (Lumen gentium 16) und die Umdeutung des Liebesbegriffs geschwächt.

Das Ringen mit dem Problem der Wehrhaftigkeit wird für die IB in der Praxis wohl eine Herausforderung bleiben.

Anleihen für einen fairen Diskurs auf Augenhöhe

Ausgehend von den Folgen der „Grenzöffnung“ 2015 sucht der evangelische Pfarrer Lothar Mack (S. 204–229) die Themen „christlicher Glaube“ und „positives Nationalbewusstsein“, deren Gewissheit nach dem Zweiten Weltkrieg fragwürdig geworden war, für die Gegenwart fruchtbar zu machen. Mittels theologisch-politischer Anleihen bei Autoren wie Helmut Thielicke, Hermann Rauschning oder Walter Bargatzky strebt er eine „Horizontverschmelzung“ an, aus der die Heutigen von den tastenden Antworten der Damaligen lernen können.

Deren radikale Offenheit fernab politischer Korrektheit und kirchlichen Moralisierens repräsentiert vorbildlich eine Gesprächskultur auf Augenhöhe mit dem Anderen, von welcher heute Regierende, Kirchenleitungen und ihre gesinnungsethischen Vasallen in den Medien meilenweit entfernt sind. Diese rote „Diskurshoheit“, die sich unreflektiert in eine rotbraune wandelt und das Gegenüber zum Feind verzerrt, bezeichnet Mack als „moralischen Rassismus“.

Das Bemühen, Christsein und Liebe zum Vaterland neu und tragfähig miteinander zu verbinden, ist beispielhaft in dem von dem protestantischen Adeligen Werner von Trott zu Solz herausgegebenen Sammelband „Der Untergang des Vaterlandes“ (1965) dokumentiert.

In der von ihm initiierten „Gesellschaft Imshausen“, „eine politische Gruppe 47“ („Die Zeit“), trafen sich Sozialdemokraten, Christen und Kommunisten zum vorurteilslosen, parteiübergreifenden Meinungsstreit über alle gesellschaftspolitischen Fragen. Das Programm der Gesellschaft bietet gerade heute eine Anleitung zu freiem gemeinschaftlichen Denken und Handeln angesichts existenzieller Krisen.

Zur Zukunft von Christentum und Islam

Der belgische Althistoriker David Engels (S. 145–159) versucht anhand des Vergleichs mit früheren Epochen der römischen, persischen, arabischen, chinesischen und japanischen Geschichte eine Einschätzung der Zukunftsaussichten von Christentum und Islam in Europa.

Er konstatiert eine zweifache Kluft zwischen Islam und Abendland einerseits und zwischen Liberalismus und Konservatismus anderseits, die sich beide auf „europäische Werte“ berufen (humanistisch versus christlich).

Unbestritten ist der „alte“ Kontinent von Ermüdungserscheinungen gezeichnet, wobei die neue politische Formation der EU keine Überwindung, sondern ein Symptom der Schwäche darstellt. Kurioserweise machen sich ausgerechnet linke und grüne Befürworter der Säkularisierung und Entchristianisierung der Gesellschaft zu Förderern der zunehmenden Islamisierung.

Engels prognostiziert für die nächsten 20 Jahre – von Unruhen, wirtschaftlichem Abstieg und staatlichem Kontrollverlust erschüttert – eine wachsende muslimische Prägung Europas, die sich mittelfristig (die nächsten 50 Jahre) durch den Einfluss von Demographie und Konversion hochrangiger Politiker zum Islam (aus Kalkül oder Überzeugung) verschärft und erst langfristig (während der nächsten 100 Jahre) religiösen Ausgleichserscheinungen weichen wird.

Die Frage des Ab- oder gar Aussterbens des Christentums in Europa sieht der Autor offen. Gute Überlebenschancen räumt er einer reformierten Kirche ein, die sich einerseits kulturell und in der Glaubenswelt auf ihre abendländischen Wurzeln besinnt und anderseits durch Zurückdrängen des Laizismus eine Generation offen zu ihren christlichen Überzeugungen stehender Politiker etabliert. Hier kommen (rechts)konservative und junge traditionalistische Kräfte als Schrittmacher ins Spiel.

Christentum zwischen Universalismus und Partikularismus

Der studierte Philosoph, Germanist und Blogger Daniel Zöllner (S. 230–247) hinterfragt die Rechtfertigung der „Grenzöffnung“ 2015 durch Angela Merkel mit dem Argument der „christlichen Vorstellung der Gotteskindschaft jedes Menschen, aus der die unverletzliche Würde jedes Einzelnen resultiert“.

Falsch daran ist – nebenbei bemerkt – jedenfalls der Begriff: „Gotteskindschaft“ kommt definitionsgemäß nur getauften Christen (nicht Muslimen) zu; „Gottebenbildlichkeit“ wäre korrekt. Im Diskurs prallen die Positionen der universalistischen (pro Grenzöffnung), gesinnungsethischen „Kosmopoliten“ und der partikularistischen (kontra Grenzöffnung), verantwortungsethischen „Kommunitaristen“ in einem „clash of morals“ unversöhnlich aufeinander.

Wider den von Bischöfen erweckten Eindruck, als Christ müsse man sich zum Universalismus bekennen und partikulare, nationale Interessen (bis zur Selbstaufgabe) hintanstellen, deckt Zöllner die geschichtliche Unhaltbarkeit der Position auf:

Dem durch den Völkerapostel Paulus gepredigten Universalismus des Glaubens widerstreitet die stets partikularistische politische Macht. Im Einklang mit Luthers Zwei-Reiche-Lehre und Max Webers Essay „Politik als Beruf“ hält der Autor fest, dass Politik nicht religiös und Religion nicht politisch werden sollte; Politiker, die sich nicht „die Hände schmutzig machen“ wollen und weigern, Übel mit Machtmitteln einzuhegen, werden schuldig.  

Genau dies ist aber erforderlich, wenn die Immigration von Muslimen, deren Religion sich als umfassend geltende, alle Bereiche durchdringende Lebensordnung versteht, die pluralistische Gesellschaft bedroht.

Im Weltbild linker Universalisten nimmt der Migrant fatalerweise die Rolle des absolut unschuldigen Opfers ein; durch Identifizierung mit ihm brandmarken sie von der Warte pharisäerhafter Gutmenschen aus jeden Kritiker als „Fremdenfeind“, „Rassisten“ oder „Nazi“.

Infolge der Gefährdung von Rechts-, Sozialstaat und Demokratie sowie der Vergeudung finanzieller Ressourcen wertet Zöllner die „Flüchtlingspolitik“ der Kanzlerin mit dem Rechtsphilosophen Reinhard Merkel als „moralisches Desaster“. Sie krankt an einem entstellten Christentum, seiner zivilreligiösen Schwundform.

Das vorletzte Wort des (rechten) Christen muss – realistisch in Anerkenntnis des kreatürlichen Unvermögens des Menschen, eine vollkommene irdische Welt zu schaffen – dem Partikularismus gehören; sein letztes Wort wird – Gottes Neuschöpfung des himmlischen Jerusalems erwartend, zu dem die Völker unterwegs sind – universalistisch sein.

Gesamtbewertung des Buches

Die durchwegs soliden Beiträge des Sammelbands zeichnen sich durch hohe Informationsdichte und ein geistig ansprechendes, teilweise anspruchsvolles Niveau aus, das sich sprachlich auch in Form von längeren hypotaktischen Sätzen manifestiert.   

Statt eines geschlossenen Konzepts bieten sie dem Leser „Bausteine“ mit thematischen Schwerpunkten zur Bildung und Reflexion einer biblisch fundierten, durch die christliche Tradition gestützten, rechten oder konservativen Position. Deren Unverzichtbarkeit im heutigen Diskurs steht außer Frage.

Die Autoren bewegen sich im verfassungskonformen Rahmen; eine Nähe zu Gedankengut des sogenannten „Flügels“ um den AfD-Politiker Björn Höcke klingt nirgends an. Es gibt eine Grenze gegenüber rechtlich dubiosen oder gesetzeswidrigen Auswüchsen der rechten Szene. Seubert hat sie in seinem Buch „Der Frühling des Missvergnügens“ (2018) noch schärfer gezogen.

Die Auswahl der Autoren hat protestantische Schlagseite, was in der theologischen Argumentation (Zwei-Reiche-Lehre) stark widerhallt. Demgegenüber wäre ein alternativer oder ergänzender Beitrag seitens eines katholischen Sozialethikers wie Professor Wolfgang Ockenfels und der Piusbruderschaft (FSSPX) wünschenswert gewesen, wie schon andernorts zu Recht vermerkt wurde (vgl. „Sezession“ Nr. 87).

Als ein Plus hätte man sicher auch einen Essay des Romanciers Martin Mosebach oder des Journalisten Alexander Kissler verbucht, der das Wagnis einer Verknüpfung von Konservatismus und Moderne unternommen hat.

Anderseits bietet der nur um wenige Zeilen erweiterte (bzw. gekürzte) Auszug aus dem 2011 erschienenen Buch „Das katholische Abenteuer“ von Matthias Matussek (S. 117–144) kaum Erkenntniszuwachs, obschon die Ausgrenzung des einst gefeierten „Spiegel“- und „Welt“-Journalisten die antikatholische Verschiebung in der deutschen Medienlandschaft exemplarisch erhellt, wodurch sein mutiges persönliches Glaubenszeugnis sowie seine Bedeutung für das rechtskonservative Lager noch an Gewicht gewinnen.

Die detaillierten Literaturangaben am Ende der meisten Beiträge regen zur vertiefenden Lektüre an. Ein Personenregister für den raschen gezielten Zugriff fehlt leider.

Unser Autor Thomas May aus Sendenhorst (Münsterland) ist Religionspädagoge und Publizist

Dieser Artikel erschien erstmals in der Zeitschrift „Theologisches“, Nr. 7/8 2019, S. 403–412.