Konrad Adenauer und David Ben Gurion: ihre erste historische Begegnung vor 60 Jahren

Am 14. März 1960 begegneten sich in New York der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und der israelische Ministerpräsident David Ben Gurion erstmals persönlich.

Bei diesem historischen Aufeinandertreffen der beiden Staatsmänner, die sich zur Aufgabe machten, eine zunächst pragmatische Annäherung zwischen Deutschland und Israel nach der Zäsur der Shoah einzuleiten, hatte sich noch nicht absehen lassen können, ob und wann es auch diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern würde geben können.

Wenn auch die Zeit für volle diplomatische Beziehungen noch nicht reif war, wurde bei dem sog. „Waldorf-Astoria-Gespräch“ über wirtschaftliche Hilfe für Israel sowie Unterstützung auf dem Gebiet der Sicherheit gesprochen.

Tatsächlich jedoch entwickelte sich eine Verbundenheit zwischen Ben Gurion und Adenauer, die das Fundament für die deutsch-israelischen Beziehungen wurde.

Die letzte persönliche Begegnung fand 1966 statt, als beide keine Regierungschefs mehr waren. Adenauer besuchte David Ben Gurion im Rahmen seiner Israelreise im Kibbutz Sde Boker (siehe auch Bilanz einer Reise).

In den ersten Jahren der Annäherung wurde wegen der außergewöhnlichen Persönlichkeiten von Adenauer und Ben Gurion Erstaunliches erreicht. Es besteht bis heute ein gemeinsamer Imperativ, diese Erfolge herauszustellen und an der Stärkung dieses einzigartigen Bundes zu arbeiten.

Anlässlich des 60. Jubiläums dieser Begegnung und dem 55. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel hat Dr. Michael Borchardt (Konrad-Adenauer-Stiftung) ein Buch im Herder-Verlag verfasst, das gesammelte unterschiedliche Perspektiven, Einblicke und Anekdoten aus dem Umfeld der beiden Regierungschefs unter dem Titel „Eine unmögliche Freundschaft“ zusammenstellt.

Quelle: http://www.botschaftisrael.de/2020/03/16/adenauer-und-ben-gurion-eine-historische-begegnung-vor-60-jahren/

BESTELLUNG beim Herder-Verlag: https://www.herder.de/geschichte-politik-shop/eine-unmoegliche-freundschaft-gebundene-ausgabe/c-34/p-15558/

 


Interview-Buch mit Kardinal Burke erstmals in deutscher Sprache erhältlich

Der Renovamen-Verlag veröffentlicht erstmals eine deutsche Publikation Kardinal Burkes in autorisierter Übersetzung. Es handelt sich um ein sehr persönliches Glaubenszeugnis des Kardinalpatrons des Malteserordens und ehem. Kardinalpräfekten der Apostolischen Signatur des Vatikan.

Kardinal Burke liefert weiterhin eine sachliche und breit angelegte Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist und der Kirchenkrise auf Grundlage der katholischen Lehre

Raymond Leo Kardinal Burke – Wer ist dieser Kardinal? Und wie denkt er wirklich? Wem diese Fragen schon einmal durch den Kopf gegangen sind, als er seinen Namen hörte – immerhin einer der vier „Dubia-Kardinäle“ – der bekommt jetzt eine umfassende und zugleich tiefgründige Antwort, und zwar von ihm selbst.

Hoffnung der Welt entstand aus einem Gespräch zwischen dem Kardinal und Guillaume d’Alançon, dem bischöflichen Beauftragten für Familie und Leben in der Diözese Bayonne.

Das Interview gliedert sich in sechs Teile, von denen der erste Teil die verschiedenen Lebensstationen des amerikanischen Kardinals irischer Herkunft beschreibt. Indem er aus seinem Leben erzählt, entsteht eine kleine biographische Skizze, anhand derer mehrfach deutlich wird, dass am Wegesrand seiner Kindheit und Jugend verschiedene Vorbilder und eindrucksvolle Priestergestalten standen, die sowohl der Familie als auch dem späteren Kardinal Richtung und Rat gaben.

Wer kurze, aber treffende Skizzen der kirchlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte, verbunden mit tragfähigen Antworten, die von tiefer Liebe zur Kirche und zum Heil der Seelen durchdrungen sind, sucht, greift mit Hoffnung der Welt zu einem Buch, das seine Erwartungen vollauf erfüllen wird. So führen die biographischen Eckdaten nicht nur einen Zeitzeugen vor Augen, der die jüngste Entwicklung in Gesellschaft und Kirche miterlebte, sondern auch einen kompetenten Theologen, tiefgläubigen Bischof und nüchternen Kanonisten, dessen Aussagen überzeugen, weil sie von echter Katholizität geprägt sind.

Wenn Kardinal Burke auch über Positionen spricht, die selbst unter Theologen und Bischöfen umstritten sind, so zeigt er stets eine ruhige Ausgeglichenheit, die einerseits frei ist von jeder Art Polemik, andererseits aber seine Überzeugung deutlich erkennbar macht.

Die bleibende Aktualität des Interviews zeigt sich in der Themenwahl, die nicht nur ausgebreitet, sondern auch von der exzellenten Kenntnis der Situation von Kirche und Gesellschaft zeugt. Daher kann das Buch allen ans Herz gelegt werden, die die heutige Mentalität und die aktuellen Probleme in Bezug auf Glaube und Kirche tiefer begreifen wollen und zugleich profilierte und geistdurchdrungene Antworten suchen.

Buch-Daten: Raymond Leo Kardinal Burke, Hoffnung der Welt: Ein Gespräch mit Guillaume d’Alançon. – Bad Schmiedeberg 2020, 1. Auflage, Klappenbroschur, fadengeheftet, 180 Seiten, ca. 240 Gramm,
ISBN 978-3-95621-140-9, Ladenpreis 14 Euro,
Aus dem Französischen übersetzt von Christa Nitsch. Mit einem Geleitwort des H.H. Paolo D’Angona.

Über den Autor:
Raymond Leo Burke ist am 30. Juni 1948 in Richland Center, in den Vereinigten Staaten geboren. 1994 wird er von Johannes-Paul II. zum Bischof geweiht und 2010 von Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Im gleichen Jahr wird er nach Rom berufen, um Präfekt des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur zu werden. 2014 ernennt ihn Papst Franziskus zum Kardinalpatron des Malteserordens.

Renovamen-Verlag, Inh. Philipp Liehs, Scholiser Weinberge 4 in 06905 Bad Schmiedeberg
Tel. 0341 392 985 58  – Fax: 0341 392 807 07
info@renovamen-verlag.de
www.renovamen-verlag.de

Porträt-Foto: Dr. Edith Breburda


Eindrucksvolles Buch über die Heldenfrau Nina Gräfin von Stauffenberg

Besprechung von Cordula Mohr

Als mir dieses Porträt-Buch geschenkt wurde, freute ich mich sehr, mehr über die Frau des berühmten Volkshelden und Widerstandskämpfers Claus von Stauffenberg zu erfahren. Es stellte sich heraus, daß auch seine Ehefrau Nina ein tapferes Herz und einen starken Charakter besaß. 

Die bewegende Biographie mit dem Titel „Nina Schenk von Stauffenberg“ stammt aus der Feder ihrer Tochter Konstanze von Schulthess.

Es muss eine einzigartige Begegnung zwischen Claus von Stauffenberg und Nina Freiin von Lerchenfeld gewesen sein, denn Nina war erst 17 Jahre und Claus 22 Jahre alt. Besonders die tiefen Gespräche verband sie miteinander.

Anfangs dachte man, Claus habe den Kontakt zur Familie Lerchenfeld wegen der gemeinsamen Pferde-Begeisterung und Reitliebhaberei des Vaters Lerchenfeld gesucht. Dann stellte sich heraus: Claus und Nina trafen sich häufig und es ging bald schon um eine Verlobung.

Ninas Vater war grundsätzlich einverstanden, wollte jedoch wegen des jungen Alters seiner Tochter  zuwarten, damit sie sich noch anders entscheiden könnte, falls doch Zweifel in ihr aufkommen. Dies war jedoch nicht der Fall. Trotzdem warteten die Verlobten bis zum 21. Lebensjahr Ninas. Vorher durfte nicht geheiratet werden, wobei auch die damaligen Vorschriften des Militärs eine Rolle spielten.

Claus war schon früh dem George-Kreis beigetreten; um den romantisch-idealistischen Dichter Stefan George bildete sich eine Schar von Verehrern und geistig suchenden Menschen.

Die Autorin stellt in dem Buch klar, dass ihr Vater Claus von Stauffenberg nie ein begeisterter Anhänger der Nationalsozialisten gewesen ist. Als Angehöriger der Reichswehr (später der Wehrmacht) war er jedoch staatstreu eingestellt und von daher dem NS-Regime zunächst loyal gegenübergestanden. Diese besondere Situation im Spannungsfeld von „Pflicht“ und Neigung wird von gewissen Büchern über den militärischen Widerstand gegen Hitler oft ignoriert.

Stauffenberg war ein sehr disziplinierter Mann, der Herz und Verstand dem Militär zur Verfügung gestellt hat. Häufig trug er seine Uniform, zumal er immer auf Abruf bereit sein musste.

Nina war durch Briefe, die sie aus Vorsicht bzw. Angst vor Repressalien wieder verbrannte, in das Vorhaben ihres Mannes und der anderen Widerständler (Attentatspläne) eingeweiht. Alle Beteiligten werden in dem Buch namentlich aufgezählt.

Am 21. Juli 1944 musste Nina von Stauffenberg ihren Kindern sagen, dass ihr Vater hingerichtet worden ist, nachdem die „Operation Walküre“ tragisch gescheitert war. Es ist ihr umso schwerer gefallen, als sie damals in „anderen Umständen“ war.

In der eindrucksvollen Biografie wird deutlich beschrieben, was Nina und Claus besprochen haben, wenn dieser verhängnisvolle Fall eintritt: sie solle bei Verhören sagen, sie habe von nichts gewusst – und dabei stark bleiben.

Sie wurde von der Gestapo abgeholt, weil es schon zu spät war, um zu fliehen. Die Nachricht vom gescheiterten Attentat erreichte sie zu spät. Sie wurde in das Frauengefängnis Ravensbrück gebracht. Ihre Kinder kamen in ein Heim. Sie hatte ihren Kinden vorsichtshalber noch mitteilen können, dass ihr Vater sich „geirrt“ habe  –  und das sollen sie auch den anderen Leuten so sagen.
 
In den Verhören beteuerte sie, von den Plänen des Mannes nichts gewusst zu haben; sie kam in Einzelhaft.

Die Verwandschaft kam vielfach in Sippenhaft und wurde auf verschiedene Gefängnisse verteilt. Nahe Verwandte wussten nicht, wie ihnen geschah, als sie festgenommen wurden.
Nur die Kinder der Attentäter durften zusammenbleiben, bekamen aber im Heim neue Nachnamen, ohne ihre eigentlichen Namen zu vergessen. Später erfuhren sie, dass sie teils Verwandte waren, als z.B. das älteste der Kinder nachts fragte: Wie ist euer richtiger Name?

Nina hatte noch etwas Glück, denn ihre Schwägerin Litta konnte Briefe und Essen ins Gefängnis bringen. Ohne diese beherzte Frau  –  sie war von Beruf Testpilotin   –  wäre Ninas Haft und die der anderen Familienmitglieder weitaus schwieriger verlaufen. 

Nina von Stauffenberg war von einem starken Gottvertrauen beseelt. In der Einzelhaft betete sie und versprach dem Himmel, wenn sie alle ihre Kinder wiedersehen dürfe, werde sie zur Ehre Gottes eine Wallfahrt unternehmen. Das Versprechen erfüllte sie als evangelische Christin  – ihr verstorbener Mann Claus war katholisch  –  nach dem Krieg gemeinsam mit den Kindern.
 
Nina von Stauffenberg brachte Tochter Konstanze in einem Hospital zur Welt, wo sie sich länger aufhalten durfte. Die Einzelhaft wurde unterbrochen. Sie konnte sich in diesem Krankenhaus etwas erholen, da das Personal ihr freundlich gesonnen war.

Schon bald ging es dem Kriegsende zu und Nina wurde mit ihrem kleinen Kind von einem Gestapo-Mann durch ganz Deutschland gefahren. Es ging ständig durch neue Städte, der Säugling wurde kränklich. Sie berichtet von ihrer endgültigen Erklärung an ihren unfreiwilligen Begleiter, zu keiner Weiterreise bereit und fähig zu sein.  

Der Gestapomann, der trotz seines „Amtes“ kein fanatischer Nazi war, erkannte das unsägliche Chaos und Elend der letzten Kriegstage und „quittierte“ seinen Dienst selbst. Nina schrieb ihm noch einen Zettel, damit er nicht in den Verdacht geriet, ein „Deserteur“ zu sein.

In bewegender Weise wird beschrieben, wie manche Angehörige und ihre Kinder sich wiedergefunden haben. Einige enge Verwandte haben die Haft nicht überlebt. Besonders traurig machte es Nina, als sie vom Tod ihrer Schwägerin Litta hörte; sie kam bei einem amerikanischen Angriff ums Leben. Die Witwen der Attentäter haben alle nie wieder geheiratet.

Es war für Nina eine traumatische Erfahrung, dass ihr geliebter Claus hingerichtet wurde.

Das Portät dieser bemerkenswerten Frau ist spannend zu lesen und klärt über so manche Fragen um die Familie Stauffenberg auf.

Besonders eindrucksvoll erscheint mir auch, wie die Tochter beim Sterben ihrer Mutter Nina im Jahre 2006 tagelang mitanwesend war. Sie beschreibt das tiefe Gemüt der Mutter; sie habe ohne Bitterkeit von dieser Welt Abschied genommen.

Dieses Buch dient der Aufklärung über unsere deutsche Geschichte. Mir wurde dadurch klar: Der Widerstand gegen Hitler war hierzulande stärker, als man allgemein denkt.

Diese Biographie ist sehr empfehlenswert und aufschlußreich. Das Buch bietet zudem anschauliche Bilder der Familie und passende Beschreibungen dazu.

Vielleicht eignet sich als Abschluß Ninas Gedicht, das sie kurz nach der Verhaftung im Gefängnis Ravensbrück verfaßte. Manchmal findet man diese Verse auch in Todesanzeigen. Somit ist das geistige Vermächtnis dieser tapferen und gläubigen Frau nicht ganz unbekannt:

Du bist bei mir.
Wenn auch Dein Leib verging.
Und immer ist`s, als ob
Dein Arm mich noch umfing.

Dein Auge strahlt mir zu
Im Wachen und im Traum.
Dein Mund neigt sich zu mir,
Dein Flüstern schwingt im Raum.

„Geliebtes Kind, sei stark“,
Sei Erbe mir!
Wo du auch immer bist,
Ich bin bei Dir!

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Fundiertes Buch über den Jesuitenpater und Märtyrer August Benninghaus aus Münster

Von Dr. Lothar Stresius 

Buch-Daten: Rieke-Benninghaus, Hermann: August Benninghaus SJ. Norderstedt – Books on demand (Neubearbeitung) 2019. 100 S., Ill., br., € 4,99. ISBN 978-3-7431-4138-4. – Bestellung hier: https://www.bod.de/buchshop/august-benninghaus-sj-hermann-rieke-benninghaus-9783743141384

Am 20. Juli 1942 ist der Jesuitenpater August Benninghaus im Alter von 62 Jahren im Konzentrationslager Dachau verstorben. Entkräftet und gekennzeichnet durch Mangelkrankheiten hatte er noch vier Tage im Lagerlazarett verbracht.

Am 10.8. erhielt die Friedhofverwaltung seines Heimatortes Ankum (damals Bezirk Osnabrück) ein Paket mit einer Bescheinigung, dass es sich bei der mitgeschickten Blechdose um die Urne mit der Asche von P. Benninghaus handle.

Die Urne wurde auf dem Ankumer Friedhof beigesetzt. Auf seinem Grabmal steht geschrieben: „Märtyrertod Dachau“.

Benninghaus gehörte zu den ca. 700 Geistlichen, die in Dachau ermordet worden sind.

„Pater August Benninghaus ist als Zeuge für Christus gestorben. Er ist ein Märtyrer, das heißt, daß er um des Glaubens willen verfolgt wurde und den gewaltsamen Tod erlitten hat“ (S. 92).

Das sind die letzten Sätze aus dem hier vorgestellten Buch von Hermann Rieke-Benninghaus, einer Biographie des Jesuitenpaters.

Der Autor beschreibt den Lebensweg des Jesuiten: Kindheit und Jugend in Ankum, Jesuitenausbildung, Priesterweihe 1913, Feldgeistlicher während des 1. Weltkriegs, Betreuung und Seelsorge in Jugendverbänden und Krankenhäusern, Exerzitienmeister und Volksmissionar. Großen Zuspruch fanden die von Benninghaus gehaltenen Exerzitien.

BILD: Im KZ Dachau waren ca 3000 katholische Priester inhaftiert

Den größten Teil seiner Biographie widmet der Autor der Zeit ab 1933: Hier geriet der Jesuit in immer bedrohlichere Konflikte mit den Nationalsozialisten.

Der Autor stellt die Arbeit von P. August in den größeren politischen Zusammenhang  – die Situation der katholischen Kirche nach Abschluss des Reichskonkordats. Er erzählt Begebenheiten aus dem Leben der Familie Benninghaus. Mehrmals kam es zu Strafverfahren gegen den Jesuiten, weil er sich kritisch zur nationalsozialistische Weltanschauung geäußert hatte.

Am 27. Juni 1941 wurde Benninghaus „wegen staatsfeindlicher Äußerungen bei Rekrutenexerzitien in Schutzhaft genommen“ – so die Begründung der Gestapo (S. 60).

Zwar wurde dieses Verfahren wegen Mangel an Beweisen eingestellt, aber im September wurde er als politischer Häftling zuerst in das KZ Sachsenhausen eingewiesen und dann nach Dachau verlegt. Der Verfasser beschreibt ausführlich die Zustände im Lager:

In Dachau waren die katholischen Priester im „Sonderblock 26“ untergebracht. Schikanen der SS-Leute waren an der Tagesordnung. So sollte Benninghaus am Karfreitag, 3. April 1942, vor dem Wachpersonal das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ singen. Seine Weigerung beantworteten die SS-Leute mit Schlägen. „Jedoch stimmte er das Lied nicht an. Wieder wurde er misshandelt und so lange geschlagen, bis er endlich mit schwacher Stimme das Lied sang“ (S. 75). Den Lazarettaufenthalt hat P. August nicht überlebt.

Das Buch von Herman Rieke-Benninghaus verbindet detaillierte Informationen über den Jesuiten (einschl. zeitgenössische Fotos und Dokumente) mit einer Einordnung in den zeitgenössischen kirchlichen Kontext:

„Pater August Benninghaus wurde in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen. Sein Gedenktag ist am 20. Juli“ (S. 91).

Es erinnert an ein Einzelschicksal eines katholischen Priesters während des Nationalsozialismus, steht aber auch beispielhaft für den Widerstand in der katholischen Kirche – ein Widerstand, der bekanntlich mit dieser Konsequenz nicht überall in der Kirche anzutreffen war. 

Diese Buchbesprechung von Dr. Lothar Stresius aus Aachen erschien zuerst in der Zeitschrift „Erbe und Auftrag“ – wir danken dem Autor für die freundliche Abdruckserlaubnis.

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„Glaubenskriegerin“ Zakhira suchte „Allahs“ Anerkennung – und fand zu Christus

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Das Buch „Die Glaubenskriegerin“ von Esther Ahmad und Craig Borlase erzählt, wie die leidenschaftliche Suche nach der Wahrheit die junge Muslima Zakhira zur verfolgten Christin machte.
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Zakhira meldet sich zum „Dschihad“, denn sie glaubt, dadurch die Anerkennung Allahs zu gewinnen.
Doch dann träumt sie von Jesus, der von sich sagt, Weg, Wahrheit und Leben zu sein.
Auf Zakhiras Suche nach der Wahrheit beginnt sie, im Koran und in der Bibel zu lesen.
Daraufhin bekehrt sie sich zum Christentum und nimmt den Namen Esther an.

Esther Ahmad wurde von ihrer Familie und der islamischen Gemeinschaft verstoßen und verfolgt.

Sie floh aus ihrer Heimat Pakistan und lebt nun mit ihrem Mann und ihrer Tochter in den USA.

In dem Buch „Die Glaubenskriegerin“ schildert sie ihre Lebensgeschichte.  Esther Ahmad zeigt nicht nur, wie sich Christus unter Muslimen als Licht und Heiler offenbart. Sie liefert außerdem Argumente, kulturelle Einsicht und erstes Koranwissen für das Gespräch mit Muslimen.

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Buch-Daten: Esther Ahmad | Craig Borlase: Die Glaubenskriegerin
Ich kämpfte um Allahs Aufmerksamkeit und fand Gottes liebevollen Blick
Gebunden, 13,5 x 21,5 cm, ca. 336 S., mit Schutzumschlag
Nr. 395.974, €D 19,99* – ISBN: 978-3-7751-5974-6 | SCM Hänssler
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Über die beiden Autoren:
Esther Ahmad floh aus ihrem Heimatland Pakistan, weil sie vom Islam zum Christentum konvertierte. Sie wurde von ihrer Familie und der islamischen Gemeinschaft mit dem Tod bedroht und verfolgt. Mit ihrem Mann und ihrer Tochter lebte sie acht Jahre lang als Flüchtling in Malaysia und jetzt in den USA.

Craig Borlase (Jg.1972) ist bekannt für seine Publikationen über außergewöhnliche Erlebnisberichte, für die er u.a. in die USA, nach Kuba, Uganda, China und in den Irak reiste. Er lebt mit seiner Familie in England.

Internetpräsent des Verlags: http://www.scm-haenssler.de


Neues „umstrittenes“ Buch von Kardinal Sarah: Aus der Tiefe des Herzens

Robert Kardinal Sarah:
Aus der Tiefe des Herzens
Priestertum, Zölibat und die Krise der katholischen Kirche

Dieses Buch von Kardinal Robert Sarah ist kirchenpolitisch hoch brisant und bedeutsam.

Derzeit ist eine heiße Debatte darüber in den Medien entbrannt, weil auch Papst Benedikt einen unterstützenden Beitrag für das Werk verfaßt hat.

Die Reform-Debatten, die in den letzten Jahren immer vehementer geführt  werden, haben den afrikanischen Kardinal  – er ist Präfekt der römischen Gottesdienstkongregation  – mehrfach dazu bewegt, sich zu Wort zu melden.

Mit diesem neuen Buch wirft Sarah seinen wohl wichtigsten Beitrag zur aktuellen Debatte in den Ring. Er verteidigt das katholische Priestertum und den Zölibat einleuchtend und mit großer Kraft, ohne Angst vor der öffentlichen Debatte.

Papst em. Benedikt XVI, der sich seit seinem Amtsverzicht im Februar 2013 mit öffentlichen Äußerungen eher zurückhält, beschloss ausnahmsweise auf Wunsch von Kardinal Sarah, einen theologischen Beitrag über das vielleicht wichtigste Thema der Kirche zu schreiben: das Priestertum.

Obwohl inzwischen 92 Jahre alt, ist der Artikel Benedikts – wie von ihm gewohnt – von hoher intellektueller, kultureller und theologischer Dichte.

Dieser Titel erscheint am 21. Februar 2020 im Fe- Verlag und kann dort bereits jetzt vorbestellt werden: https://www.fe-medien.de/epages/fe-medien.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/fe-medien/Products/00600 


Gebetshaus Augsburg lobt die brasilianische „Wundertäterin“ Maria de Oliveira

Von Felizitas Küble

Bereits im Februar des letzten Jahres haben wir eine Buch-Empfehlung aus dem Gebetshaus Augsburg   – das die MEHR-Konferenz organisiert – kritisch beleuchtet: https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/21/gebetshaus-augsburg-empfiehlt-eine-autorin-der-geistlichen-kampffuehrung/

Diese merkwürdige Schrift „Bete Gott an und lebe im Sieg“, verfaßt von einer brasilianischen „Wunderheilerin“, gehört zum Bereich der sogenannten „Geistlichen Kriegsführung“, die in gewissen pfingstlerischen Kreisen eine große Rolle spielt.

Deren Vertreter betrachten sich gleichsam als aktive Lobpreis-Akteure im irdischen Kampf zwischen Himmel und Hölle, wobei es letztlich um den Krieg gegen „dämonische Mächte“ geht, die angeblich auch „territorial“ herrschen (z.B. in bestimmten Städten oder Regionen), weshalb man diese  Bezirke gleichsam „freibeten“ müse usw. (Heute wird der ursprüngliche Ausdruck „Kriegsführung“ bisweilen als „Kampfführung“ weichgespült.)

Offensichtlich scheut Dr. Hartls Bewegung nicht davor zurück, das reichlich verstiegene Buch „Bete Gott an und lebe im Sieg“ zu bewerben und zu verbreiten – und zwar nach wie vor: https://shop.gebetshaus.org/buecher/buecher/5029/bete-gott-an-und-lebe-im-sieg?c=11

Der Titel ist bereits bezeichnend für die Gefühlslage der Schwärmerbewegung: „…lebe im Sieg“.

Die Damen und Herren in diesem Spektrum leben nämlich – in ihrer eigenen Sichtweise – ständig „im Sieg“, der ihnen natürlich   –  wie könnte es anders sein – direkt von oben geschenkt wird. Man befindet sich in Halleluja-Stimmung und lechzt nach „Tabor“-Erlebnissen….

Die Autorin Maria Emilia Baptista de Oliveira lebt mit Mann und vier Kindern in São Paulo. Die brasilianische Metropole ist nicht nur eine Hochburg des heidnischen Spiritismus, sondern auch ein Eldorado extrem pfingstbewegter Gruppen (wobei die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Bewegungen spirituell gesehen stärker ins Gewicht fallen als die Unterschiede).

Frau de Oliveira ist Gründerin und Präsidentin von MADADE – einer Organisation im Sinne der „Geistlichen Kampfführung“, die für Einsteiger gerne auch als „Dienst der Anbetung“ bezeichnet wird.

Die charismatische „Prophetin“ weiß natürlich genau, wie die Gläubigen an den Heiligen Geist „gelangen“, als ob er eine Art Besitztum wäre, wenn es etwa in ihrem Buch heißt:

„Atme tief ein und sage: „Heiliger Geist, ergreife jetzt Besitz von mir, in Jesu Namen!“ Wiederhole dies in aller Ruhe einige Male und schließe die Augen dazu, bis du die Gegenwart Gottes verspürst.“

Erstens klingt diese Anrufung eher wie eine fromm getarnte Beschwörungsformel, zweitens ist die „Gegenwart Gottes“ keine Angelegenheit, die man unbedingt „verspürt“, keine Sache des Gefühls also. Das „tiefe Einatmen“ ist sodann ebenso unwichtig wie das „Augen schließen“; davon ist in der Heiligen Schrift niemals die Rede, wenn es um den Heiligen Geist und seine Gaben geht.

Der Heilige Geist ist eine ehrfurchtsgebietende göttliche Person und keine übersinnliche Kraft, die sich der Mensch mit einigen „Techniken“ verfügbar und dienstbar machen könnte. Dies wäre letzlich ein magisches Mißverständnis des Glaubens.

Damit nicht genug, behauptet die Verfasserin sogar, ihren verstorbenen Mann mittels schein-religiöser Formeln aus dem Tod ins irdische Leben zurückbefördert zu haben:

„Die Kinder erkannten, dass er sich von uns verabschieden wollte. Sie begannen zu weinen und beteten, dass der Herr ihn nicht zu Sich holen möge, doch ganz plötzlich starb er. … Während ich im Zimmer auf und ab ging, an das dachte, was der Herr mir gesagt hatte, und gleichzeitig betete, sprach der Herr plötzlich zu mir: „Salbe ihn und rufe siebenmal mein Blut an.“

Ich verstand nicht, doch ich gehorchte – und nahm das Salböl. Ich salbte meinem Mann die Stirn, den Mund und das Herz, wie der Herr es angeordnet hatte. Als ich meine Hand auf seine Brust legte, fühlte ich keinen Herzschlag, er war kalt. Dann befahl mir der Heilige Geist: „Rufe das Blut Jesu siebenmal an.“

Ich gehorchte und sagte: „Durch das Blut des Lammes, Leben Jesu, komme in das Leben von Eliton.“… Zur Ehre und Herrlichkeit des Herrn Jesus kam er zum Leben zurück, als ich meinem Mann zum siebten Mal in dieser Weise diente!“    

Zu diesem „Vorgang“ erübrigt sich jeder Kommentar.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Hinweis zur Zitatenquelle (vgl. dort S. 5 und 6): https://www.alexanderseibel.de/buecher/Stellungnahme_zu_Heilt_die_Kranken_von_Willem_Ouweneel.pdf