Glaubensstarkes Buch mit Kardinal Müller über die Wahrheit als DNA der Kirche

Von Dr. Michael Th. Sprenger-Menzel

Gleich zu Anfang darf festgestellt werden, dass es sich nicht um eine der vielen Biographien eines Journalisten mit „flotter Schreibe“ handelt, der eine berühmte Persönlichkeit der Welt- und Kirchengeschichte interviewt, sondern um das einfühlsam geführte Zwiegespräch zweier Glaubender, die aus dem Glauben leben.

Der eine ein breit gebildeter und wissenschaftlich interessierter Familienvater und Publizist, der andere ein Theologieprofessor, Kardinal der römischen Kirche und emeritierter Präfekt der Glaubenskongregation.

Martin Lohmann ist es in seinem Band gelungen, in der leicht verdaulichen Form eines lockeren, oft aber tiefsinnigen Gesprächs unter gläubigen Katholiken gleichzeitig eine (I) Lebensbeschreibung Gerhard Ludwig Kardinal Müllers, eine (II) Wiederauffrischung und Vertiefung wichtiger Glaubenswahrheiten und (III) einen Überblick zu wichtigen Ereignissen und Epochen der Kirchengeschichte samt einem Wegweiser zur Unterscheidung der Geister in Kirche und Welt turbulenter Zeiten vorzulegen.

  1. Lebensbeschreibung

Wie nebenbei erfährt der Leser viel Biographisches über Gerhard Ludwig Müller, der am Silvestertag 1947 in der 3.000-Seelen-Gemeinde Finthen (heute der westlichste Ortsbezirk der Stadt Mainz) als Sohn eines Wagners (bei Opel) und Nebenerwerbslandwirtes „doppelt arbeitete“ (S. 7), um seine sechsköpfige Familie zu ernähren, geboren wurde.

Er wuchs in einem frommen Umfeld auf, in dem gleich nach dem Aufstehen „Kontakt mit Gott aufnahm“; verließ man das Haus, wurde der Schutzengel „als treuer Begleiter herzugebeten“ (14).

Schon als Kind eine Berufung spürend und unter Geistlichen wie Laien aufwachsend, „die ihren Glauben ernst nahmen“ (27), hatte er das Glück, einen vorbildlichen, sich ganz in der Sorge um das ewige Heil der Menschen aufreibenden Pfarrer kennenzulernen, der weder Freizeit noch Urlaub vom Priestertum kannte und welchem Krankenbesuche und Versehgänge immer allem vorgingen.

Ebenso erlebte er einen frommen Religionslehrer, der intellektuell auf der Höhe seiner Zeit war und sich in der Theologie gut auskannte, so dass dem Heranwachsenden die Wahrheit der Evangelien und des Glaubens „immer klar und einleuchtend“ (27) waren.

Den stud.theol. (Mainz, Freiburg und München), der Seelsorger in einer Pfarrgemeinde werden wollte, interessierte vor allem die Kirchengeschichte und die Dogmatik, welche er „immer schon“ als „heilsgeschichtliche Disziplin“ (50) betrachtete.

Er bewunderte den oberschlesischen Dogmatiker und Mariologen Leo Scheffczyk (Gf) (1920 bis 2005; Kardinal ab 2001) wegen seines klaren, systematischen Verstandes und seiner außerordentlichen dogmengeschichtlichen Kenntnis, mit der Scheffczyk auch die Gott-ist-tot-Theologie „systematisch zerlegt“ (55) hatte.

1977 wurde er unter Karl Lehmann (1936 – 2018) zum Dr. theol. promoviert, erhielt im selben Jahre die Weihe zum Diakon und 1978 in seiner Heimatpfarrei die Priesterweihe. Neben seiner Tätigkeit in der Pfarrseelsorge weiter wissenschaftlich arbeitend (Habilitation über die Gemeinschaft und Verehrung der Heiligen ebenfalls bei Professor Lehmann in Freiburg) wurde er 1986 zum Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte in München berufen.

Der überaus breit interessierte und publizierende Theologe lehrte auch als Gastprofessor spanischer, indischer, römischer und südamerikanischer Universitäten – bis er 2002 zum Bischof von Regensburg ernannt wurde.

REGENSBURG (Bild: E. Gründler)

Der neue Bischof ordnete das kirchliche Schulwesen mittels Gründung einer Schulstiftung, stärkte die katholische Jugendfürsorge, förderte das katholische Glaubensleben samt dessen Vollzug in Andachten und Prozessionen (an denen er selbst teilnahm), regte Volksmissionen an und ließ eine neue Domorgel anfertigen. Auch dadurch wollte er den Dom wieder „zum Herzen der Diözese machen“ (85).

Neben vielen überdiözesanen Aufgaben in Deutschland übernahm Bischof Müller ab 2007 zunehmend weltkirchliche Aufgaben, wurde Mitglied mehrerer römischer Kongregationen, 2012 zum Erzbischof ad personam erhoben und zum Präfekten der Glaubenskongregation ernannt. 2013 bestätigte ihn Papst Franziskus in diesem Amt und erhob ihn 2014 zum Kardinaldiakon (Titelkirche Sant’Agnese in Agone an der Piazza Navona).

Zur Überraschung vieler, auch des Kardinals selbst, wurde die erste, Mitte 2017 auslaufende, Amtszeit des als „bewahrend“ geltenden Präfekten der Glaubenskongregation von Papst Franziskus ohne Angabe von Gründen nicht verlängert.

II Kirchengeschichtlicher Überblick und Katechese

Die sich in den 1968er-Zeiten aufbauende und verstärkende Kategorisierung in „konservativ“ oder „progressiv“ sieht Kardinal Müller als „Beleidigung des menschlichen Verstandes“, und als nicht weiterführende und irreführende „Begriffe der Politik“ (55), weil er die Diffamierung anderer als konservativ und die Selbsterhöhung als progressiv als ein sicheres Zeichen dafür sieht, „dass Theologie durch Ideologie ersetzt wurde“ (55).

Schon auf den ersten Buchseiten wird klar, wie wichtig dem Kardinal die Authentizität der Evangelien ist, als er betont, dass schon Kinder sehr wohl zwischen Märchen und biblischer Geschichte bzw. zwischen „utopischen Traumwelten“ und der in den Evangelien „geoffenbarten Wahrheit und Wirklichkeit im Blick auf die Transzendenz“ unterscheiden könnten (22).

Anders als bei Glorifizierungen in Pharaonengeschichten oder Aufzeichnungen über römische Kaiser zeige sich die Glaubwürdigkeit der Evangelien schon daran, dass die Schwächen der Jünger und die Verleugnung des Petrus nicht verschwiegen wurden (84).

Im weiteren Verlauf bietet der Kardinal, ausgehend von den Irrtümern der Reformation, einen Generalüberblick über wichtige Stationen der neueren Kirchen- und Dogmengeschichte.

Interessant geraten die Ausführungen über die „unaufgeklärte Aufklärung“ und die „Fehlsichtigkeiten“ Gläubiger wie Theologen, welche historische Abläufe durch die Brille des Marxismus beurteilen möchten (77) und teils unter einem „katholischen Minderwertigkeitskomplex“ leiden, und solche Bischöfe, die als „Lehrer der Wahrheit und Diener des Wortes“ (89) nicht immer den Mut zum Bekenntnis und zum Zeugnis vor der Welt hätten.

Immer wieder erweist sich die Lektüre des Buches als Fundgrube und Kurzdarstellung wichtiger Wahrheiten, etwa, wenn er (wie Kardinal Ratzinger bzw. Papst Benedikt XVI.) die Diktatur des Relativismus als „System der affirmativen Negation der Affirmation“, als eine Diktatur der Vernunft kritisiert, die Ihren konstituierenden Akt im aktuellen Erkennen nicht akzeptiert und leugnet, dass es eine Wahrheit (überhaupt) gebe, „vor allem jene, die er als nicht existent behauptet“ (102 – 103) und deshalb die Tragik des Skeptizismus darin besteht, „dass er alles leugnet, was wirklich ist“ (103).

Maßstab seines Glaubenslebens ist Christus selbst, die „Wahrheit, die von Gott kommt“ und welche Jesus Christus selbst „mit seiner Person in seinem Weg bis zum Tode am Kreuz bezeugt hat“. Dabei gehe es gar nicht um ein „Haben“ („Besitzen“) oder ein „Nicht-Haben“ der Wahrheit, sondern „um das Sein“ (104) und einen Wahrheitsanspruch „für immer und ewig“, weil der Wahrheitsanspruch „mit dem Sein Gottes koexistent ist“ (105).

Die Kirche sei auf einem starken Fundament aufgebaut, nämlich Jesus Christus selbst, und „dieses Fundament heißt Wahrheit“ (109). Erste Aufgabe der Bischöfe sei es, „Zeugnis für die Wahrheit abzulegen“ (110).

Der Kardinal erweist sich als profunder Verteidiger des (Priester-)Zölibates, dessen (Versuch der) Abschaffung er als Verstoß wider die „Natur des Priestertums und eine Missachtung der gesamten katholischen Tradition“ (134) betrachtet, und er bekräftigt den hohen Wert des Zölibates auch im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal.

Alles ohne Angst vor einem „Anecken“ („Ein guter Bischof darf bei den falschen Leuten anecken und redet ihnen nicht nach dem Mund.“ (250)), und zwar auch mit einer klaren und an der überlieferten Lehre der Kirche und am Evangelium selbst orientierten Haltung zur Homosexualität).

Die Verteidigung des Zölibates (151) erfolgt nicht in theologisch fein ziselierter Weise, sondern im Duktus und auch mit der geballten Überzeugungskraft eines abgeklärten Gemeindepfarrers mit jahrzehntelanger Beichterfahrung. Klar und deutlich kritisiert Müller den Missbrauchsskandal, wehrt sich aber entschieden dagegen, ihn als wohlfeile Begründung für Forderungen nach Aufhebung des Zölibates, Einführung der Diakonen- und Priesterweihe für Frauen oder Lockerungen der Sexualmoral zu akzeptieren.

Ebenso klar fallen die Äußerungen für jene aus, die bei ihrer Standeswahl nicht das freiwillige Zölibatsversprechen, sondern das freiwillige Eheversprechen anstreben. Der Wille des Schöpfers selbst spreche gegen eine „Ehe für alle“ oder „Segnungen“ gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Eheleuten muss die Offenheit für das Leben, das Gott den Eheleuten schenkt bzw. der Schutz dieses Lebens von der Zeugung bis zum irdischen Tode eine Selbstverständlichkeit sein.

Der Kardinal hebt auch die klare Haltung des dafür angefeindeten Papstes Benedikt XVI. zu diesen Fragen hervor, von der er sagt, dass Benedikt XVI. recht behalten habe. Überhaupt ist Kardinal Müller kein Freund des Leisetretens oder des Verschweigens bewiesener Tatsachen, z.B. des Genozids an den Armeniern.

III Bollwerk der Wahrheit und Wegweiser zur Unterscheidung der Geister

Es gibt fast keine Problemfrage der letzten Jahrzehnte in Kirche und Welt, auf welche in dem von Lohmann sensibel und empathisch geführten Gespräch nicht eingegangen würde und wo Seine Eminenz in klarer und schnörkelloser Sprache Stellung bezieht, wie z.B. zum sogenannten synodalen Weg des kirchlichen Establishments in Deutschland.

In dieser „synodalen Sackgasse“ (141) gehe es um eine „Umwandlung des Weihesakramentes in ein professionelles System von gut bezahlten Funktionären“ und die Verlagerung der politisch verstandenen „‘Macht‘ von den Bischöfen und Priestern auf eine Führungsriege von ‚Laien“ mit der Klausel, dass bei gleicher Qualifikation die Frauen bevorzugt würden“ (141); und: die als „leibfeindlich“ abqualifizierte gewollte Abschaffung der christlichen Moral, des Zölibates und auch der evangelischen Räte (der Armut, des Gehorsams und der Keuschheit.

Der in seinen Antworten ganz und gar nicht „professoral“, sondern sprachlich auf der Höhe der Zeit und in moderner Weise, ja teilweise „flott“ argumentierende Kirchenfürst, der als „engagierter Teilnehmer“ zum Glauben kam, spricht immer wieder tiefe Wahrheiten aus und dies mit der größten Selbstverständlichkeit eines wirklich „Durchglaubenden“, wie es wohl Erzbischof Johannes Dyba (1929-2000) formuliert hätte.

In dem Gespräch erläutert der offenkundig felsenfest konzilstreue Kardinal, den niemand, auch er selbst nicht, als starrsinnig-konservativen „Traditionalisten“ einstufen würde, und welcher nicht die geringsten Berührungsängste zu protestantischen wie katholischen Theologen und Philosophen des XX. Jahrhunderts zu haben scheint, sine ira et studio auch Fehlentwicklungen in Kirche und Gesellschaft. Kritisch spricht er über die „synodale Sackgasse“ (141) und lässt es aber auch nicht, wo es geboten erscheint, an „Lob für Franziskus“ (196-200) fehlen.

Das handliche gebundene Buch gehört nicht nur auf den Nachttisch zum Dienst in der Kirche berufener und geweihter Bischöfe, Priester und Ordensleute, sondern auf die Nachttische der Studenten und aller Katholiken als gut zu lesende, leicht verdauliche Auffrischung des Glaubens und zur Wiederfindung der Freude am Glauben.

Es weist nur einen Mangel auf, den man in einer zweiten Auflage beheben könnte: Gerade angesichts der Fülle der Themen aus Kirche und Welt, der Breite und Tiefe der Betrachtungen, bei denen es u.a. auch um die Schönheit des Glaubens und dessen Vollzug in der Liturgie und eine gelebte Ökumene geht, würde sich ein Stichwortverzeichnis empfehlen, damit Leser dieses Werk künftig als übersichtliches, mit zehn Kapiteln klar strukturiertes Brevier zur Glaubens- und Sittenlehre nutzen kann, aber auch zu aktuellen Fragen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein Instrument zur Unterscheidung der Geister finde.

Buch-Daten: Lohmann, Martin / Kardinal Müller, Gerhard: Wahrheit. Die DNA der Kirche. Ein Gespräch. Fe-Medienverlag (Kissleg), 2020, 344 Seiten, fest gebunden, 19,80 Euro,ISBN: 978-3863572778

Unser Gastautor Dr. Michael Thomas P. Sprenger-Menzel ist Hochschul-Dozent und Publizist; diese Besprechung wurde in einer gekürzter Form zuerst in der CV-Zeitschrift „Academia“ (Nr. 5/2021) veröffentlicht.

HIER geht es zur Bestellung beim Fe-Verlag: https://www.fe-medien.de/Wahrheit-Die-DNA-der-Kirche


Buch-Tip zur Debatte um das „Bild der Frau“, die Madonna und das Frauenpriestertum

Buch-Daten: Dr. Gabriele Waste: Immaculata und Bild der Frau. 2. Auflage, Hardcover. 128 Seiten. Verlagsbuchhandlung Sabat. ISBN 978-3-943506-83-9. Preis 14,95

Die österreichische Philosophin und Autorin Dr. Gabriele Waste, die eine Reihe theologischer und kirchenpolitischer Werke verfaßt hat, beschäftigt sich in diesem Buch mit der besonderen Sendung Mariens im Heilswerk Gottes.

Dabei wird vor allem die Heilige Schrift und die kirchliche Überlieferung ins Auge gefaßt, um die Würde der Gottesmutter zu erläutern, vor allem im Hinblick auf ihre makellose Empfängnis (Immaculata), also ihre Bewahrung vor der Erbsünde durch einen Gnadenakt Gottes im Hinblick auf die Verdienste unseres Erlösers Jesus Christus (so erklärt es das kirchliche Immaculata-Dogma).

Die Madonna als Erst-Erlöste und Voll-Erlöste des Neuen Bundes nimmt eine einzigartige Stellung in Gottes Heilsplan ein, was die Verfasserin auch mit der Mariologie (Marienlehre) der hl. Edith Stein begründet, jener jüdischen Frau aus Schlesien, die zur katholischen Kirche fand und als Ordensfrau in den Karmel eintrat, bevor sie ihrer Herkunft wegen im KZ Auschwitz ermordet wurde.

Im zweiten Teil befaßt sich die Autorin mit dem „Wesen des Priesteramts“ und leitet daraus ab, daß das Frauenpriestertum damit nicht vereinbar ist, denn der Priester handelt „in persona Christi“ (an Christi Statt) bei der Sakramentenspendung: Eucharistie, Absolution und Krankensalbung.

ER ist als Sohn Gottes unser Lehrer, König und Hohenpriester zugleich. Die Verfasserin zeigt auf, daß die Forderung nach der Frauenpriesterweihe angesichts des christlichen Trinitätsglaubens und der Selbstoffenbarung Gottes „dogmatisch unmöglich“ ist und einen Rückfall in eine „mythologische Denkweise“ darstellen würde.

Das gehaltvolle Buch der Philosophin ist tiefschürfend, geistig anspruchsvoll und vor allem für Studenten und Theologen geeignet.

Weitere Bücher von Dr. Waste und Bestellmöglichkeit hier: https://www.vb-sabat.de/autoren-von-a-z/waste-gabriele/#cc-m-product-19224740925


Buch-Tip: Lebensroman über Pfarrer Kneipp

„Der Pfarrer mit der Gießkanne“

Eugen Ortners erfolgreicher Roman über Sebastian Kneipp neu aufgelegt

Es ist ihm manchmal eine Last, dass ständig Menschen kommen und von ihm Hilfe in ihren Leiden erwarten. Doch Sebastian Kneipp drängen  Nächstenliebe und Mitleid, sein Bestes zu geben und allen Widerständen zum Trotz seine Heiltätigkeit nicht aufzugeben. Dabei ist er eigentlich als Priester für das Heil der Seelen und nicht für die Heilung des Leibes zuständig.

Zu seiner außergewöhnlichen Berufung als „Wasserdoktor“ ist Kneipp aus Zufall gekommen. Unter größter Mühe hat er erreicht, dass er trotz seines Alters von 21 Jahren das Gymnasium besuchen und anschließend Theologie studieren darf. Doch kurz vor der Priesterweihe droht das Lungenleiden, das er sich am väterlichen Webstuhl zugezogen hat, alles zunichte zu machen. Denn nur wer gesund ist, wird zum Priester geweiht.

Da fällt Kneipp ein Buch über die Heilkraft des Wassers in die Hände. Mit Hilfe des Buchs und einer Gießkanne erlangt er die Gesundheit wieder und wird zum Apostel der Wasserheilkunde und einer gesunden Lebensweise.

Der Titel des 1938 erstmals erschienenen Romans wurde von „Ein Mann kuriert Europa“ in „Der Pfarrer mit der Gießkanne“ geändert; der Text an mancher Stelle sprachlich leicht modernisiert oder gekürzt. Daneben wurden Fußnoten eingefügt mit Worterklärungen oder theologischen bzw. historischen Erläuterungen. Das Ergebnis ist ein Roman, der auch für heutige Leser noch spannend und fesselnd ist, ihnen Gestalt und Werk Sebastian Kneipps nahe bringt.

Zum Autor: Eugen Ortner, geboren 1890 in Glaishammer studierte Neuphilologie und Sprachwissenschaft in München, Leipzig, Grenoble und Paris. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er als Lehrer, später als Journalist und Bühnenschriftsteller. Seine Schauspiele waren beeinflusst vom sozialen Drama Gerhart Hauptmanns und Frank Wedekinds. Der Autor starb 1947 in Traunstein.

Buch-Daten: Eugen Ortner: Der Pfarrer mit der Gießkanne. Ein Lebensroman über Sebastian Kneipp. Broschiert, 304 Seiten, 14,90 Euro – ISBN 978-3-947890-09-5 – Verlag Petra Kehl

Das Buch kann portofrei bei uns bestellt werden: felizitas.kueble@web.de – Tel. 0251-616768


Aktuelle Buch-Empfehlung: Der Verrat am C

Buch-Daten: Der Verrat am C. Eugen Abler. 320 Seiten. ISBN 978-3-87336-723-4. DIN A 5 Klappenbroschur. Preis: 18,90 Euro – Gerhard-Hess-Verlag

Bundesweit bekannt geworden ist der oberschwäbische Autor durch seine unbeugsamen Bekenntnisse als Lebensrechtler in vielen kritischen Redebeiträgen auf den CDU-Bundesparteitagen. (Wir haben hier im CF darüber berichtet.)

Aus Sicht von Eugen Abler hat die langjährige Bundesvorsitzende Merkel die CDU im Kielwasser des Zeitgeistes nach links geführt und damit das „C“ zum Erlöschen gebracht.

Als Beispiele nennt der Verfasser die Umsetzung der Genderideologie, das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, die Ehe für Alle, die Abtreibungsthematik, die Frühsexualisierung der Kinder und die Einführung eines „dritten Geschlechts“.

Dieser Verrat am „C“ wiegt schwer. Im August 2020 ist der Autor nach 43 Jahren aus der CDU ausgetreten, um beim Blick in den Spiegel kein schlechtes Gewissen zu bekommen.

Eugen Abler, Jahrgang 1952, aufgewachsen und lebend in Bodnegg, Landkreis Ravensburg, Diplom-Kaufmann, im 47. Jahr Gemeinderat in Bodnegg, 15 Jahre Mitglied in der CDU-Fraktion des Kreistages, weitere ehrenamtliche Funktionen in Kirche und Gesellschaft. Umfassendes Engagement in der CDU als langjähriger Vorsitzender des Gemeindeverbandes Bodnegg, als stellv. Kreisvorsitzender, Mitglied im Bezirksvorstand, Delegierter auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene.

Das Buch kann hier bestellt werden: http://www.gerhard-hess-verlag.de/


WANDER-Buch für die Schwäbische Alb

Buch-Daten: Geheimnisvolle Wanderungen auf der Schwäbischen Alb. Was Landschaften erzählen. Felicitas Wehnert. Belser-Verlag. – ISBN: 978-3-7630-2840-5 – 16 Euro.

> Zum Entschleunigen und Kraft tanken im Alltag.

> Mit Tourenvorschlägen, Karten und Tipps für ein nachhaltiges Naturerlebnis.

Beim Wandern die Spuren vergangener Zeiten entdecken – wo wäre das schöner als auf der Schwäbischen Alb!

Vorbei an Felsenriffen eines tropischen Meeres, an Vulkanen und Meteoriteneinschlägen, an den Werkstätten der Eiszeitjäger und hinauf zu Burgruinen in bester Aussichtslage.

Mit diesem Wanderführer lässt sich die Landschaft lesen wie ein Buch und enthüllt mit jedem Schritt überraschende und fesselnde Geschichten.

Diesen und weitere Buchtitel ähnlicher Art (Wandern, Landschaften, Regionales) finden Sie hier: https://www.belser.de/content/regionalia/


Wanderungen Oberschwaben und Bodensee

> Der einzige Wanderführer zu Orten der Einkehr und Stille in der Region Bodensee-Oberschwaben

> Zum Entschleunigen und Kraft tanken im Alltag

> Mit Tourenvorschlägen, Karten und Tipps für ein einmaliges Naturerlebnis

Die Weite der Landschaft spüren, sich von der Stille berühren lassen, die innere Mitte entdecken – die Regionen Oberschwaben und der Bodensee bieten die schönsten Ziele, um beim Wandern zu sich selbst zu kommen.

Jürgen Gerrmann hat die 20 lohnendsten Wanderungen zu Klöstern, Kapellen und Orten der Stille zwischen Donau und Bodensee, Linzgau und Allgäu zusammengestellt, bei denen man die Seele baumeln lassen kann.

Meditative Wanderungen Oberschwaben und Bodensee – Jürgen Gerrmann – ISBN: 978-3-7630-2850-4 – Belser-Verlag – 16 €

Quelle und Bestellung hier: https://www.belser.de/content/regionalia/


Buch-Tip: Ein Bürgermeister schlägt Alarm

Im Frühjahr dieses Jahres erschien eine „überfällige Streitschrift“ – so nennt sie sich selber – mit dem Titel „Rettet die Demokratie“. Das Buch, das im Hamburger Rowohlt-Verlag herausgekommen ist, hat es bereits zum Bestseller in der „Spiegel“- TOP-Liste gebracht.

Der Autor heißt Dirk Neubauer und ist zum zweiten Mal zum Bürgermeister von Augustusburg in Sachsen gewählt wordenim Vorjahr mit 68,3% der Stimmen.

Mit den Bürgern versteht er sich gut, mit der Parteipolitik weniger, da er sie zu machtbesessen findet. Er zog die Konsequenzen auch für sich selber und trat aus der SPD aus. Er bedauert, daß viele Politiker zu abgehoben agieren und die Menschen zu wenig ernst nehmen. So erreicht unser demokratische System das Volk nicht mehr, das es vertreten soll.

Der Autor plädiert für das Subsidiaritätsprinzip: alles alles möglichst vor Ort entscheiden, mehr direkte Bürgerbeteiligung wagen, statt sich im „Stillstand“ gemütlich einrichten. Raus aus der Krise durch mehr Eigenverantwortung von Politikern und Bürgern.

Bestellung und Leser-Rezensionen hier: https://www.amazon.de/Rettet-die-Demokratie-%C3%BCberf%C3%A4llige-Streitschrift/dp/3499007223


SchUM-Städte Speyer – Worms – Mainz

BUCH über die Kulturstätten des Judentums am Rhein

Dieser Reiseführer von Matthias Preißler lädt ein, die einzigartigen Denkmäler jüdischer Kultur zu erkunden, die sich in den drei Kathedralstädten Speyer, Mainz und Worms vorwiegend aus dem Mittelalter erhalten haben.

Orte wie die Synagoge und Mikwe im Judenhof von Speyer, die Mikwe, die wiedererrichtete Synagoge oder der Heilige Sand – der älteste jüdische Friedhof Europas – in Worms sowie der Mainzer Denkmalfriedhof erzählen noch heute von der großen Vergangenheit der SchUM-Gemeinden, die sich dort etwa seit der ersten Jahrtausendwende nachweisen lassen.

Ein Sinnbild für die Lebendigkeit der jüdischen Kultur in unseren Tagen ist die neue Synagoge in Mainz.

Herausgeber: Generaldirektion Kulturelles Erbe

Weitere Infos und Bestellmöglichkeit beim Verlag Schnell und Steiner: https://www.schnell-und-steiner.de/artikel_7260.ahtml

.


BUCH-Tip: Jüdische Spuren im Sudetenland

Rund 120.000 Juden lebten in den 1920er Jahren in Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien, also im Gebiet der heutigen Tschechischen Republik. Die weitaus meisten waren deutschsprachig und etwa 25.000 von ihnen lebten im deutsch besiedelten Grenzland, das seit etwa dem Jahr 1900 immer öfter „Sudetenland“ genannt wurde.

Genau wie anderswo in der Habsburger-Monarchie und in anderen Ländern Europas haben diese Menschen mit Intelligenz und Kreativität, Geschick und Fleiß enorm viel zu den kulturellen und wirtschaftlichen Erfolgen ihrer Heimat beigetragen.

Seit der rechtlichen Gleichstellung des 19. Jahrhunderts waren sie ein allgemein respektierter und gleichberechtigter Teil der Bevölkerung Böhmens und Mährens, im deutsch-tschechischen Nationalitätenstreit des 19. Jahrhunderts standen sie mit großer Mehrheit auf der deutschen Seite.

Der Zerfall Österreich-Ungarns nach dem Ersten Weltkrieg brachte das erste Zerwürfnis zwischen Deutschen und Juden im Sudetenland, wobei viele Juden sich noch lange nach 1918 als Deutsche verstanden und auch als solche akzeptiert worden sind.

Erst der Aufstieg des Nationalsozialismus brachte den endgültigen Bruch und dann die Katastrophe für die jüdische Bevölkerung der böhmischen Länder. Fast zwei Drittel wurden im Holocaust ermordet.

Die Überlebenden stießen 1945 auf eine Tschechoslowakei, deren Regierung sich verbal pro-jüdisch gab und 1948 den neugegründeten Staat Israel sogar militärisch unterstützte.

Im eigenen Land sah es anders aus. Die tschechoslowakischen Behörden verschleppten die Rückgabe des vor 1945 „arisierten“ Eigentums und verweigerten sie ab 1948 ganz.

Den Überlebenden wurde bedeutet, dass sie in ihrer Heimat keine Zukunft hätten, die meisten zogen die Konsequenz und emigrierten. Nur noch etwa 3.000 Juden wurden 1980 im Gebiet der heutigen Tschechischen Republik gezählt, ihr materielles und immaterielles Erbe war in der sozialistischen Tschechoslowakei dem Verfall und dem Vergessen preisgegeben.

Dieses Buch geht den jüdischen Spuren im ehemaligen Sudetenland nach, den Friedhöfen und Synagogen, einstigen Privathäusern, aber auch den nichtmateriellen Hinterlassenschaften.

Die acht tschechischen, deutschen und jüdischen Autoren beschreiben für ausgewählte Städte und Bezirke, was nach der Barbarei der Nazizeit und der anschließenden jahrzehntelangen Vernachlässigung übrig geblieben ist von einer Gemeinschaft, die zu den Erfolgen ihrer Heimat einen Beitrag geleistet hat, der ihre zahlenmäßige Größe bei weitem überstieg.

Das Beispiel einzelner Persönlichkeiten und Familien macht eine dramatische Geschichte anschaulich und greifbar.

BUCH-Daten: Wilfried Heller (Hrsg.): „Jüdische Spuren im ehemaligen Sudetenland“ – Mit Beiträgen von Stanislav Děd, Eva Doležalová, Wolf-Dieter Hamperl, Wilfried Heller, Tomáš Kraus, Werner Pöllmann, Sebastian Schott und Blanka Soukupová.

Taschenbuch im Format A 5 (21 x 14,7 cm), 165 Seiten, mit 46 Abbildungen, davon sieben Landkarten und Stadtpläne, ISBN 978-3-945127-261.

Weitere Infos hier.

Quelle und Bestellungen hier: http://verlag-inspiration.de/home.html


Sarrazin stellte seine Neuerscheinung vor

Am gestrigen Mittwoch hat der Ökonom und frühere SPD-Senator Thilo Sarrazin sein neuestes Werk in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt – gemeinsam mit dem Vize-Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz.

Der bekennt in seinen einführenden Worten sehr freimütig, er habe an Entscheidungen mitgewirkt, die der Analytiker Sarrazin in seinem ersten Kapitel – einer „Fallstudie“ der Ära Merkel – kritisiert. Und macht wiederum keinen Hehl daraus, daß er es genau wie Sarrazin für besser gehalten hätte, wenn die Kanzlerin in den vergangenen 16 Jahren an der einen oder anderen entscheidenden „strategischen Weggabelung“ anders abgebogen wäre.

Fast genau ein Jahr nach Erscheinen von „Der Staat an seinen Grenzen“ ist der neue Sarrazin diesmal kein 500-Seiten-Opus geworden, sondern ein auf knapp 180 Seiten beschränkter Essay.

Tatsächlich geht es um die politischen (Fehl-)Entscheidungen der Regierungschefin und deren Langzeitfolgen zentral nur im ersten Kapitel. Weit mehr Raum nehmen jene Betrachtungen ein, in denen Sarrazin kurz und zuweilen anekdotisch darstellt, welchen widersprüchlichen Bezügen und Zwängen Politiker ganz allgemein ausgesetzt sind.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/kultur/literatur/2021/sarrazin-stellt-buch-vor/