Neuerscheinung würdigt Leben und Wirken von Erzbischof Johannes Dyba

Rezension des Buches “Der Löwe von Fulda”

Dank und Anerkennung dem KOMM-MIT-Verlag in Münster für diese treffliche Anthologie. Es gelang der Herausgeberin Felizitas Küble, bedeutende Persönlichkeiten aus dem Wirk- und Lebenskreis des vor 15 Jahren verstorbenen Erzbischofs als Autoren zu gewinnen.  Fürs CF verwenden

Schon das exzellente Grußwort der Gräfin Johanna von Westphalen  – seit 17 Jahren Bundes- bzw. Ehrenvorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben) – erweist sich als meisterliche Würdigung dieses Kirchenmannes.

Es kann hier nicht der Ort sein, die kenntnisreichen Aspekte der zahlreichen Verfasser einzeln zu schildern. Die Wiedergabe der Erlebnisse und Eindrücke einiger Zeitgefährten, die den Tenor des Ganzen treffen, mag bereits erhellend sein. Aus der Lektüre und Rekapitulation aller Beiträge formt sich ein geistiger Kristall, dessen durch das Leben geschliffene Facetten in den zahlreichen Beiträgen immer neu aufleuchten:

Pastor Dr. Joachim Cochlovius aus der bayerischen evangelischen Landeskirche stimmt mit dem “Löwen von Fulda” überein beim kompromißlosen Einsatz für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder.

Reinhard Dörner, Dipl.-Theologe und Germanist, betrachtet Erzbischof Dyba und Kardinal von Galen als “aus gleichem Holz geschnitzt”. Er zitiert einen aus der deutschen Bischofskonferenz kommenden Tadel an Dyba: “Johannes, seitdem Du hier bist, gibt es Streit.”

Besonders wertvoll ist der Beitrag seiner Schwester Barbara Dyba-Roth; sie kennt ja ihren Bruder Johannes von klein auf und setzt ihn gegenwärtig in seinem fröhlichen Naturell, seinem unbeugsamen Glauben, seinem steten Blick auf das Wesentliche. Von Schmerz getroffen, muss sie erfahren, dass seine Prophezeiungen sich bewahrheitet haben (z.B. zunehmende Abtreibungen und ihre Bagatellisierung, wachsende Tendenzen zur Euthanasie).

Gabriele Kuby, bedeutende Soziologin und Konvertitin, schreibt: “Erzbischof Dyba wollte das Antlitz der Kirche wieder zum Leuchten bringen…, sie vom Schmutz reinigen. Er wußte, dass er dafür eine  “kritische Masse” von vielen kleinen Heiligen braucht, die den Weg der Umkehr tatsächlich gehen.”

Die Lektüre dieses Buches kann gerade auch in unseren Tagen einen Anstoß zur Umkehr bewirken.

Buch-Daten: Der Löwe von Fulda: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten.  –  Herausgeber: Felizitas Küble, KOMM-MIT-Verlag in Münster, 208  Seiten, Umschlag: Hardcover, vierfarbig, zahlreiche Fotos, ISBN: 978-3-921090-98-5

Bestellungen bitte an KOMM-MIT-Verlag (48041 Münster, Postfach 7680), per Tel. 0251 – 616768, Fax 0251-614020 oder E-Mail: felizitas.kueble@web.de
Einzelpreis je 14,80 €  –   Mengenrabatte: ab 4 Expl. je 13,80 €  –   ab 10 Expl. je 11,80 €

Weitere INFOS über diesen Gedenkband hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/08/loewe-von-fulda-dyba-gedenkband-erinnert-an-einen-grossartigen-hirten/

Der Autor dieser Besprechung ist Gymnasiallehrer im Ruhestand und unserer Redaktion persönlich bekannt.


Regensburg: Die “Pentlinger Predigten” von Papst Benedikt sind erschienen

2015 sind in Regensburg die Predigten erschienen, die Kardinal Ratzinger in den 1980er und 1990er Jahren in der Kirche St. Johannes in Pentling, seinem Wohnort vor den Toren Regensburgs, gehalten hat.

Der Band beim Verlag Schnell & Steiner umfasst 80 Seiten und enthält zehn Predigten. Der kath. Theologe Prof. Dr. Josef Kreiml nimmt sie in den Blick:151228_Pentlinger_Predigten_BuVo_01

In seinem Vorwort betont Benedikt XVI., dass das Lesen der Tonbandnachschriften für ihn „zu einer Wanderschaft des Herzens in schöne vergangene Tage hinein“ geworden ist. Dabei sei vor ihm „das Glauben, Beten und Singen der Menschen, bei denen ich mich zuhause wusste“, wieder aufgestiegen. Der emeritierte Papst verbindet mit dem Buch die Hoffnung, dass es den Lesern helfe, das Evangelium „zu verstehen und zu leben“.

BILD: Bei der Präsentation des Papst-Buches in Pentling – der Band, der die Predigten enthält, trägt das grüne Cover.

Die erste Predigt „Das rechte Stehen vor Gott ist aller Mühe wert“ hat der Kardinal am 21. Sonntag im Jahreskreis 1986 anlässlich der Segnung des Missionskreuzes gehalten (S. 9-15). Er verweist dabei auf die russische Exilantin Tatjana Goritschewa, die lebendig und dramatisch geschildert hat, dass viele Menschen in Russland, die die ganze atheistische Erziehung durchschritten haben, „plötzlich neu das Gesicht Jesu Christi entdecken“.

Der zweite Text gibt die Homilie wieder, die Kardinal Ratzinger am 31. Mai 1987 anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Pentling an ihn gehalten hat: Er erinnert daran, dass wir in den grundlegenden Dingen immer wieder neu beginnen müssen; „Es versteht sich nicht von selbst, dass die nächste Generation wieder Kirche ist“. 75743_14122011

Wir können nicht alles selbst machen, sondern müssen wieder glauben lernen, dass es den HERRN wirklich gibt und dass er wirklich handelt in dieser Welt. Damit Kirche werde, „ist Versammlung um den eucharistischen Herrn notwendig“. Das „kann Opfer kosten“, denn oft möchte man seinen eigenen Dingen nachgehen. 

Die dritte Predigt (S. 25-29) hat der Kardinal am 21. Sonntag im Jahreskreis 1989 gehalten. An Jesus wird die Frage gerichtet: „HERR, sind es nur wenige, die gerettet werden?“ Kardinal Ratzinger zeigt, dass hinter dieser Frage oft Selbstgerechtigkeit, Unsicherheit und Kalkül stecken. Wenn wir uns unter die Augen Gottes und unter das Maß seines Wortes stellen, werden wir sehen, „dass es Bemühung braucht“. (…)

Die letzte Predigt der vorliegenden Textsammlung (S. 75-80) hat der Kardinal am 21. Sonntag im Jahreskreis 1999 zum Thema „Die Schlüssel des Himmelreiches“ gehalten: Die Kirche ist „kein Selbstbedienungsladen“, in dem sich jeder heraussucht, was er für heute noch als passend ansieht. Jesus gibt Petrus und mit ihm der Kirche die Vollmacht, zu lehren und zu leiten, d. h. zu sagen, was der HERR von uns will. Schlüsselgewalt bedeutet „zuerst Lehrvollmacht, Auftrag und Vollmacht, aufzuschließen, was der HERR uns an Erkenntnis gibt“.

Diese Homilien zeigen, dass der große Theologe Joseph Ratzinger auch ein begnadeter Prediger war und ist. Den Verantwortlichen des Institutes Papst Benedikt XVI. in Regensburg ist zu danken, dass sie diese zehn Texte  –  mit neun farbigen Bildmotiven sehr ansprechend illustriert  –  der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit das Gesamtwerk Joseph Ratzingers um eine wertvolle Facette erweitert haben. Die Publikation beweist, dass „Dogma und Verkündigung“  –  ein Buchtitel des papa emerito  –  in der Person des Predigers eine großartige Synthese gefunden haben.

Prof. Dr. Josef Kreiml

Buch-Daten: Joseph Ratzinger, Pentlinger Predigten, 80 Seiten, Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2015, ISBN 978-3-7954-3017-7, 12,95 Euro.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.bistum-regensburg.de/news/menschen-bei-denen-ich-mich-zuhause-wusste-2015-in-regensburg-veroeffentlicht-die-pentlinger-predigten-kardinal-ratzingers-4298/


Erzbischof Johannes Dybas vorbildlicher Einsatz für eine “Kultur des Lebens”

Die katholische Zeitung “Die Tagespost” veröffentlichte am 29. Dezember 2015 einen Leserbrief von Pfarrer Karl-Hans Köhle aus Siegen, in dem der Geistliche sich zum Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe in Rom äußert. Papst Franziskus hatte die angereisten Oberhirten in seiner Ansprache zur Mission und zum verstärkten Einsatz für den Lebensschutz aufgerufen. Der Autor schreibt weiter:

“Die Kirche dürfe nie müde werden, Anwältin des Lebens zu sein und keine Abstriche darin machen, dass das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod uneingeschränkt zu schützen sei, so der Papst. Zahlreich sind seine Appelle, für die ungeborenen Kinder und für die Menschen in den letzten und kritischen PhasenFürs CF verwenden ihres Lebens einzutreten.

Das mag an den früheren, vor 15 Jahren verstorbenen Bischof von Fulda, Johannes Dyba, erinnern. Zum Jahresende ist der Leiterin des Münsteraner KOMM-MIT-Verlages, Felizitas Küble, ein großer Wurf gelungen: 

Sie konnte 33 namhafte Autoren aus Kirche, Kultur, Kunst, Theologie, Wissenschaft und Publizistik für ein neues Werk über Johannes Dyba gewinnen. In teils sehr persönlich gehaltenen Beitragen drücken sie ihre Wertschätzung gegenüber dem zu früh verstorbenen Bischof aus.

Das Buch mit dem programmatischen Titel „Der Löwe von Fulda“ hat dazu noch einen ökumenischen Charakter, denn auch Vertreter der evangelischen Kirche würdigen Johannes Dyba. Zu seinen Lebzeiten hat er Glaubende wie Nicht-Glaubende durch seine an der katholischen (Sozial-)Lehre orientierte Standfestigkeit beeindruckt, immer gepaart mit einem Schuss Humor.

Dabei war ihm der Lebensschutz von der Zeugung bis zum natürlichen Tod immer ein besonderes Anliegen, und das verbindet ihn posthum mit unserem heutigen Lebensschützer-Papst.”

Buch-Daten: Der Löwe von Fulda: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten.  –  Herausgeber: Felizitas Küble, KOMM-MIT-Verlag in Münster, 208  Seiten, Umschlag: Hardcover, vierfarbig, zahlreiche Fotos, ISBN: 978-3-921090-98-5

Bestellungen bitte an KOMM-MIT-Verlag (48041 Münster, Postfach 7680), per Tel. 0251 – 616768, Fax 0251-614020 oder E-Mail: felizitas.kueble@web.de
Einzelpreis je 14,80 €  –   Mengenrabatte: ab 4 Expl. je 13,80 €  –   ab 10 Expl. je 11,80 €

Weitere INFOS über diesen Gedenkband hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/08/loewe-von-fulda-dyba-gedenkband-erinnert-an-einen-grossartigen-hirten/


Warum ich das Buch über Erzbischof Dyba ein zweites Mal lesen werde

Besprechung von Christel Koppehele

Dieser Gedenkband über den Fuldaer Bischof Johannes Dyba ist ein ausgezeichnetes Buch, das ich sofort bis weit nach Mitternacht gelesen habe. Schon damals war dieser Erzbischof, der ja auch menschlich so sympathisch war, eine tragisch singuläre Gestalt in der Kirche Deutschlands. Fürs CF verwenden
 .
Er fürchtete weder den Geist der Welt bzw. der Zeit, noch die wilde Arena der sog. Medien  –   aber wenn er von den Bischofskonferenzen seiner Mitbrüder im Amt kam, dann war er oft am Zittern, wie ich nachdenklich und erschrocken in diesem Erinnerungsband gelesen habe…
 .
Dieses Buch ist eine Hommage für Erzbischof Johannes Dyba, das gut gelungen ist mit den vielen ausgesuchten Autoren, die ich z.T. kenne; dazu die guten Fotos und Bilder.  –   Das “Licht”, das dadurch auf Erzbischof Dyba fällt, läßt uns Katholiken so manchen “Schatten” klarer erkennen, mit dem wir es heute in der Kirche zutun haben.
 .
In diesem “Schatten” knirschen sicher jetzt manche Leute mit den Zähnen und “ballen die Faust in der klerikalen Tasche”, handelt es sich doch um ein ausführliches Lob für einen “Fundamentalisten von gestern” – den man auch heute so nicht mehr dulden würde bei all dem “Fortschritt nach vorne” in der Kirche  – wobei ich das Bonmot sehr treffend finde: “Wenn man am Abgrund steht, ist jeder Rückschritt ein Fortschritt!”  –  Und dies ist nur eine der zitierfähigen Stellen in dem Buch, weshalb ich es ein zweites Mal lesen werde.

Buch-Daten: Der Löwe von Fulda: Ökumenische Würdigung eines guten Hirten.  –  Herausgeber: Felizitas Küble, KOMM-MIT-Verlag in Münster, 208  Seiten, Umschlag: Hardcover, vierfarbig, zahlreiche Fotos, ISBN: 978-3-921090-98-5

Bestellungen bitte an KOMM-MIT-Verlag (48041 Münster, Postfach 7680), per Tel. 0251 – 616768, Fax 0251-614020 oder E-Mail: felizitas.kueble@web.de
Einzelpreis je 14,80 €  –   Mengenrabatte: ab 4 Expl. je 13,80 €  –   ab 10 Expl. je 11,80 €

Weitere INFOS über diesen Gedenkband siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/08/loewe-von-fulda-dyba-gedenkband-erinnert-an-einen-grossartigen-hirten/


Evangelische Selbstkritik: “Liebenzeller Mission” beleuchtet eigene Rolle in der NS-Zeit

“Erschreckende Erkenntnisse” nun in Buchform

„Wir glauben, dass das unter dem Fluch des Messiasmordes stehende Volk für die anderen Völker der Erde ein Fluch ist.“  – Diesen Satz aus einer Stellungnahme des Aktionskomitees der Liebenzeller Mission (LM) datiert Helmuth Egelkraut in das Jahr 1934 und qualifiziert ihn als offizielle Linie des Liebenzeller Werkes dieser Zeit. rs_book_white_01

Die Forschungsarbeit des ehemaligen Liebenzeller Missionars, die 2015 unter dem Titel „Die Liebenzeller Mission und der Nationalsozialismus“ im LIT-Verlag erschienen ist, enthält noch weitere schockierende Enthüllungen.

So hatte die damalige Leitung der Organisation, die ursprünglich als deutscher Zweig der britischen China-Inland-Mission gegründet worden war, ihre Mitarbeiter angewiesen, keine jüdischen Ärzte mehr aufzusuchen. Wenigstens zwei Christen jüdischer Herkunft, der Prediger Samuel Ostrer und die Ärztin Vilma Lasser, wurden abgeschoben. Anderen Ärzten jüdischer Abstammung wurde in China die Mitarbeit aus biologisch-rassistischen Gründen verweigert. Ein Missionar zeigte die LM gar bei der Gestapo an, weil sogenannte „Nichtarier“ angestellt waren.

Hitler als „Lichtgestalt“ verklärt

Bereits im Jahre 1904 hatten Missionare aus nationalen Gründen für eine Trennung von der englischen Mutterorganisation plädiert. Etwa die Hälfte der China-Missionare der LM war später Mitglied der NSDAP. Unkritisch hatte man die Nazi-Ideologie übernommen, sah in den Deutschen das weit überlegene und von Gott auserwählte Volk und die Verbreitung eines deutschen Evangeliums als deutsche Kulturaufgabe in dieser Welt.

Missionsgründer Pfarrer Heinrich Coerper betrachtete Hitler als „Lichtgestalt, die von Gott erwählt war, der Retter, Helfer und Erlöser Deutschlands zu werden“, setzte sich früh öffentlich in Briefen und Flugschriften für ihn ein und erteilte in persönlichen Briefen Hitler Ratschläge, wie er die Stimmen der Frommen gewinnen und an die Macht kommen könnte.

Sein Nachfolger, Pfarrer Ernst Buddeberg, sah im Führer der deutschen Nationalsozialisten „auch noch Ende 1944 und Anfang 1945 den von Gott erwählten und gesandten Retter Deutschlands, eine pseudoreligiöse Heilsfigur“.  – Auf 531 Seiten beleuchtet Egelkraut  die Organisation, der er zeitlebens verbunden ist. 

Quelle und Fortsetzung des Artikels von Johannes Gerloff im evangelischen PRO-Magazin: http://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/die-liebenzeller-mission-und-der-nationalsozialismus-94415/


“Endlich zuhause” – ein bewegender und theologisch informativer Konversionsbericht

Buchbesprechung von Ingo Potthast

Die Schilderungen in dem Buch „Endlich zuhause“ sind zum Teil sehr interessant, vor allem weil sie Einblicke in die Gepflogenheiten von Glaubensgemeinschaften gewähren, die vielen Katholiken unbekannt sein dürften. Erfrischend auch die klaren lehramtstreuen Aussagen von Herrn Jordan, der diese nach seiner Reise durch das „Dickicht der Konfessionen“ in ihrer Klarheit umso mehr zu schätzen weiß. Volker Jordan, Endlich zuhause

Geradezu betroffen macht am Ende sicherlich das Schicksal von Volker Joseph Jordan (1972 – 2013), der nach einer schweren Krebserkrankung schon so früh verstarb. Man fragt sich unwillkürlich: Warum musste dieser junge Mann, der so viele Erfahrungen mit kirchlichen Gemeinschaften/Konfessionen gesammelt hatte und sicher ein treuer Fürsprecher für die katholische Kirche (und hier vor allem für den lehramtstreuen Flügel) hätte werden können, so früh von uns gehen?

Umso erfreulicher ist es, dass uns mit diesem Buch gewissermaßen ein „literarisches Erbe“ von Herrn Jordan geblieben ist. Das Buch könnte durchaus einen wichtigen Einfluss auf die Apologetik im Allgemeinen und auf (angehende) Konvertiten im Speziellen haben. Somit ist „Endlich zuhause“ in jedem Fall ein Gewinn.

Bisweilen ist es jedoch nicht ganz einfach, den Ausführungen von Herrn Jordan zu folgen, weil seine Aussagen oft in komplizierten Satzkonstruktionen verpackt sind – lange Aussagen mit verschachtelten Nebensätzen und Einschüben in Klammern oder Parenthesen… Da muss der eine oder andere Satz erst zweimal gelesen werden, bevor man ihn versteht. In einer möglichen weiteren Auflage wäre es wünschenswert, die langen Mammutsätze in mehrere kürzere Sätze zu unterteilen und einige Passagen etwas „leserfreundlicher“ zu gestalten.

Der Werdegang von Herrn Jordan ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch nicht ganz leicht nachzuvollziehen. Von daher wäre es wünschenswert, dass in der Abfolge der Fragen und Antworten noch viel strikter eine chronologische Abfolge eingehalten worden wäre. Es ist im Laufe des Buches nicht immer ganz klar, in welchem Stadium seiner Entwicklung (was kam vorher, was kam nachher?) und in welchem Zeitraum (Jahreszahlen) man sich gerade befindet; Zwischenüberschriften würden da vielleicht auch helfen.

Volker JordanBeispielsweise wird zum Einstieg erst über sehr viele Seiten hinweg über verschiedenste Aspekte gesprochen und erst viel später, irgendwann in der Mitte des Buches, geht es um seine religiöse Prägung von zu Hause und seine Odyssee durch die verschiedenen Konfessionen und Gemeinschaften. Darauf müsste schon viel früher im Buch eingegangen werden.

Ein wenig enttäuschend ist der Schluss des Buches in seiner jetzigen Form, d. h. den Hauptteil mit dem Interview. Es gibt auf den letzten Seiten einige sehr interessante Passagen über Tod und Leiden, die nicht zuletzt auch durch die persönliche Situation von Herrn Jordan (siehe Foto) und seiner schweren Erkrankung durchaus zu Herzen gehen. Mit den Gedanken zu diesem Thema hätte der Interviewteil des Buches auch schließen sollen.

Stattdessen werden noch zwei Fragen nachgeschoben, die den Eindruck erwecken, als hätten sie nirgendwo anders dazwischen gepasst und seien deshalb ans Ende bugsiert worden. Der Hauptteil des Buches endet dann ganz unspektakulär mit einer ziemlich langen Aufzählung von Autorennamen – und da ist dann Schluss. Das ist etwas unbefriedigend, vor allem, wenn einem diese ganzen Namen überhaupt nichts sagen. In Anbetracht der beiden zuletzt genannten Kritikpunkte würde das Buch also von einer veränderten Anordnung der Fragen und Antworten mit Sicherheit profitieren.

HIER finden Sie über 20 weitere Beiträge und Besprechungen über dieses Buch: https://charismatismus.wordpress.com/category/konvertit-volker-jordan/


Der LÖWE von FULDA: Dyba-Gedenkband erinnert an einen großartigen Hirten

In den nächsten Tagen erscheint im KOMM-MIT-Jugendverlag Münster ein 208 Seiten starker Sammelband unter dem Titel “Der Löwe von Fulda”.  Das vierfarbige Buch ist stark bebildert, bietet einen festen Umschlag (Hardcover)  –  und enthält ca 40 Artikel, die das Leben und Wirken von Erzbischof Johannes Dyba würdigen. 
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Dieser glaubensstarke Hirte der Kirche wurde schon zu Lebzeiten von gläubigen Katholiken oft und gerne als “Löwe von Fulda” bezeichnet, weil seine Bekennerfreude an den großen Kardinal von Galen erinnert, den “Löwen von Münster”, der sich durch seine weltbekannten Predigten gegen die NS-Euthanasie wandte.

Ähnlich tapfer, wie sich der Bischof von Münster einst für Kranke und Behinderte einsetzte, hat sich dieser unbeugsame Bischof von Fulda, der am 23. Juli 2000 völlig unerwartet verstorben ist, für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder stark gemacht und für sie zum Beispiel das Glockenläuten am 28. Dezember (dem Tag der Unschuldigen Kinder) in seinem Bistum eingeführt.

Eine Auflistung der namhaften 33 Autoren dieses ansprechenden und gehaltvollen Buches finden Sie hier (ebenso die Bestell-Daten etc): https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/07/neuerscheinung-gedenkband-fuer-erzbischof-johannes-dyba-mit-33-autoren/

Nun folgt für näher Interessierte das Vorwort der Herausgeberin und Verlagsleiterin Felizitas Küble (siehe Foto), wobei sie einiges zu diesem Gedenkband erläutert: 

VORWORT von Felizitas Küble:

“Ein Mann trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes” (Joh 1,6). – Wenn ich diese Worte aus dem Prolog des Johannes-Evangeliums lese oder höre, kommt mir nicht allein Johannes der Täufer in den Sinn (um den es dabei geht), sondern auch Johannes Dyba, der bis zu seinem Tod vor 15 Jahren als Bischof von Fulda segensreich für Christus und seine Kirche gewirkt hat. Sein Namenspatron aber war Johannes der Täufer. Nur für UMBRUCH (4)

In diesem Gedenkband erinnern 33 Autoren an diesen glaubensstarken Oberhirten, wobei einige Verfasser ebenfalls den Bezug zum hl. Johannes dem Täufer herstellen, der uns durch seinen Bekennermut, sein Lebenszeugnis und sein kraftvolles Ja zu den Geboten des Ewigen voranleuchtet.

Häufig wird Erzbischof Johannes Dyba in den facettenreichen Beiträgen dieses Buches mit dem hl. Bonifatius, seiner “eichenfällenden” Tapferkeit und seinem apostolischen Eifer verglichen. Manche erinnern an den hl. Thomas Morus, den Lordkanzler von England, der für sein Ja zur Heiligkeit und Unauflöslichkeit der Ehe sowie für seine Liebe zur Einheit der Kirche den Märtyrertod starb.

Zu den Bekennern unseres Glaubens gehört auch der heldenhafte Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen. Dieser freimütige Kardinal, der sich vor allem für die in der NS-Diktatur vom Massenmord bedrohten Behinderten einsetzte, ist weithin bekannt als “Löwe von Münster”.

Im Anklang an diesen unbeugsamen Kardinal wurde der glaubensfrohe Erzbischof Dyba bereits zu Lebzeiten im katholischen Kirchenvolk als “Löwe von Fulda” geschätzt, geliebt und gewürdigt, so daß der Titel dieses Gedenkbandes nicht etwa am grünen Tisch entstand, sondern gleichsam aus der Mitte des gläubigen Volkes erwuchs. Wir freuen uns besonders über das gehaltvolle Grußwort der Großnichte des seligen Kardinals von Galen, Johanna Gräfin von Westphalen. Johannes_in_Lourdes

Der couragierte Kirchenmann Dyba bleibt auch 15 Jahre nach seinem plötzlichen Tod, der Millionen Katholiken – und auch viele bibelorientierte Protestanten – erschütterte und mit Trauer erfüllte, unvergessen. Selbst frühere Kritiker haben den schlagfertigen und humorvollen Bischof oftmals nicht nur respektiert, sondern nach seinem Tod aufrichtig vermißt.

Wunsch nach Seligsprechung von Erzbischof Dyba

Doch zu der Wehmut, diesen mutigen Bischof nicht mehr irdisch unter uns zu wissen, gesellt sich bei immer mehr Christgläubigen die Hoffnung, ja die freudige Zuversicht, daß der “Löwe von Fulda” durch seine Fürsprache im Himmel weiterhin am Throne dessen wirkt, den die Hl. Schrift als den “Löwen von Juda” (Offb 5,5) bezeichnet, nämlich Christus, unseren Erlöser, zugleich das “geopferte Lamm” (Offb 5,12), das die Sünden der Welt hinwegnimmt.

Der Wunsch nach einer Seligsprechung Johannes Dybas wird von recht vielen Autoren in diesem Sammelband geäußert, sogar von einem evangelischen Verfasser (Konrad Badenheuer). Das überrascht nur auf den ersten Blick; seit Jahren erleben wir bei unseren Unterschriftsaktionen pro Dyba-Seligsprechung, daß auch theologisch konservative Evangelische mitunterzeichnen; vor allem jene, die sich in der Lebensrechtsbewegung engagieren und Dybas unermüdlichen Einsatz für die ungeborenen Kinder in bester Erinnerung behalten.

Auch das “Forum Deutscher Katholiken” sammelt auf seiner Webseite Unterschriften für eine Seligsprechung Dybas. In diesem Sammelband erwähnen mehrere Gründungsmitglieder dieses Dachverbandes Dybas wegweisende Hilfe beim Zustandekommen des “Forums Deutscher Katholiken” mit seinen jährlichen Kongressen “Freude am Glauben” (die häufig in Fulda stattfinden).

Jan laechelt von der Mauer des Bischofgartens - KopieÖkumenischer Gedenkband mit evangelikaler Beteiligung

Dieser Gedenkband ist bewußt ökumenisch ausgerichtet – freilich nicht im Sinne eines flachen Ökumenismus, der konfessionelle Unterschiede zu verwischen versucht, sondern auf dem Hintergrund einer christozentrischen Bekenntnis-Ökumene, die sich auf die gemeinsamen Fundamente des Glaubens besinnt. Übereinstimmend bekennen sich evangelikale, bibelorientierte Protestanten und glaubenskonservative Katholiken zur Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift, zur Gottheit Christi und zur zeitlosen Gültigkeit der Zehn Gebote und der Schöpfungsordnung Gottes.

An den Einsatz Dybas für diese Werte des Glaubens und der christlichen Ethik erinnern auch unsere sechs evangelischen Autoren (Konrad Badenheuer, Prof. Dr. Peter Beyerhaus, Pfr. Dr. Joachim Cochlovius, Pfr. Dr. Werner Neuer, Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf, Thomas Zimmermanns).

Wir plazieren die Autoren-Beiträge in diesem Buch in der Reihenfolge der Verfasser-Nachnamen. Bei jedem Autor haben wir die Schreibweise gelassen, die er selber wählte – sei es nun (wie bei mir) die alte oder eben die neue Rechtschreibung.

Drei Bischöfe würdigen Dyba in diesem Buch

Allen Autoren sowie den Fotografen gilt ein herzliches Dankeschön, vor allem den drei beteiligten Bischöfen (Bischof Heinz Josef Algermissen, Erzbischof Ludwig Schick, Weihbischof Andreas Laun), den zahlreichen Priestern sowie den beiden Familienangehörigen von Bischof Dyba: seiner Schwester Barbara Dyba-Roth und seinem Neffen Prof. Dr. Cornelius Roth. Ein besonderer Dank geht auch an die vielen Beter, die für ein gutes Gelingen dieses Buches “die Hände gefaltet” haben. marchavida300x600 - Kopie

Unser Sammelband enthält zudem mehrere Artikel von Konvertiten, unter ihnen der ehem. evangelisch-lutherische Pastor Peter Kemmether (heute katholischer Pfarrer), die Bestseller-Autorinnen Christa Meves und Gabriele Kuby, die Schauspielerin Inge Thürkauf, sodann Dr. Stefan Meetschen und Dr. Michael Schneider-Flagmeyer.

Zum Abschluß dieses Vorwortes richte ich eine freundliche Bitte an Sie:

Dieser Gedenkband kann beileibe nicht alle Beiträge aufnehmen, die wir inzwischen zur Erinnerung an Erzbischof Dyba erhalten haben. Manche weiteren Texte wollen wir gerne im Internetmagazin CHRISTLICHES FORUM oder in weiteren geplanten Publikationen veröffentlichen.

Es wäre also wunderbar, wenn wir aus der Leserschar neue Artikel erhalten, in denen uns Eindrücke und Erlebnisse mit dem “Löwen von Fulda” geschildert werden. Auch an Ideen, Vorschlägen sowie sachkritischen Anmerkungen zu diesem Buch sind wir sehr interessiert. Weitere Hinweise sowie meine persönlichen Erinnerungen an Erzbischof Dyba finden Sie im Nachwort.

Möge der Ewige alle Autoren, Fotografen und Leser dieses Gedenkbandes segnen und behüten!

In dankbarer Verbundenheit grüßt Sie
Felizitas Küble

Dyba-Fotos: Gaby Kaudel

 


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