Professor Thomas Schirrmacher übt scharfe Kritik am „Familienpapier“ der EKD

Der evangelische Theologe Prof. Dr. Thomas Schirrmacher hält das umstrittene „Familienpapier“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für parteipolitisch einseitig. Außerdem verharmlose es das DDR-Regime. Das erklärt er in einem wissenschaftlichen Gutachten.  BILD0235

Die Orientierungshilfe der EKD erinnere an ein linkes Parteiprogramm, schreiben Schirrmacher und sein Kollege Titus Vogt in ihrer „soziologischen und theologischen Kritik des Familienpapiers“.

Eine Zusammenfassung ist im Magazin des EAK (Evangelischer Arbeitskreis der CDU) „Evangelische Verantwortung“ erschienen:

Schon die Zusammensetzung der zuständigen Kommission ließe eine bürgerliche Stimme vermissen. Entsprechend fielen auch die Forderungen des Papiers aus. Sie seien „praktisch identisch“ mit dem Parteiprogramm der Grünen, stimmten zum Teil aber auch mit dem der Linkspartei überein.

Nähe zu linken und grünen Positionen

In Fragen der Familienpolitik sei auch eine Nähe zur SPD gegeben, „auch wenn man dort in Bezug auf die völlige Entthronung der Ehe viel zurückhaltender formuliert“, schreiben die Autoren. Als Beispiele führen sie die Ablehnung des Betreuungsgeldes und des traditionellen Ehegattensplittings an sowie die Befürwortung einer Ganztagskinderbetreuung und die rechtliche Angleichung von Ehe und Lebenspartnerschaft.

Das Familienpapier mit dem Titel „Zwischen Autonomie und Verantwortung“ war im vergangenen Sommer erschienen und hatte große Kritik nach sich gezogen. Die „Orientierungshilfe“ spricht sich darin u.a. für die Öffnung der Kirche gegenüber homosexuellen Paaren aus.  IMG_1468 (2)

Wie Schirrmacher und Vogt im Vorwort erwähnen, haben sie ihre Kritik bereits nach dem Erscheinen der Orientierungshilfe an die EKD herangetragen. Da die Kirche die Stoßrichtung des Familienpapiers mehrmals bekräftigt habe, hätten sie sich nun dazu entschieden, das Gutachten zu veröffentlichen.

Verharmlosung der „DDR“-Diktatur

Denn sie strebe nicht weniger an als eine neue, normative Ethik zu verkünden, gehe dabei aber beispielsweise undifferenziert mit der deutschen Vergangenheit um: „Die DDR erscheint als Ort der Gleichberechtigung durch zwei in Vollzeit erwerbstätige Eltern mit früh einsetzender ganztägiger Kinderbetreuung.“

Nicht thematisiert werde, „dass die Familienpolitik der DDR das vermutlich erfolgreichste Werkzeug gegen die Kirchen war und zur Entfremdung ganzer Generationen von Gott und Kirche geführt hat“.

Auch ein mangelndes Bemühen um die Ökumene werfen Schirrmacher und Vogt den Autoren vor. Andere Kirchen als die EKD und die Katholiken kämen schlicht nicht vor.

„Gibt es von Christen außerhalb der EKD und von andersdenkenden Christen innerhalb der EKD gar nichts mehr zu lernen?“, fragen sie und kritisieren „antikatholische Formulierungen“, etwa das Lob der Option zum gemeinsamen Abendmahl konfessionsübergreifender Familien in protestantischen Kirchen: „Das ist eine Einladung an Katholiken, die Lehre ihrer Kirche bewusst zu missachten.“

Quelle und vollständiger Beitrag in diesem evangelischen Webmagazin: http://www.pro-medienmagazin.de/

HIER sehen Sie das Buch zur Ansicht


1. Bild: Evita Gründler  – 2. Foto: KOMM-MIT-Verlag


Ehe und Familie: Ist die Bibel keine „Orientierungshilfe“ mehr für die EKD?

Scharfe Kritik an der „Orientierungshilfe“ des Rates der EKD zu Ehe und Familie übt die evangelische Michaelsgemeinde in Bensheim (Südhessen).120505184_B_July und Mike draussen

Das Papier rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und schließt auch eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften ein.

In einer Stellungnahme schreibt der Kirchenvorstand, das EKD-Papier schaffe ein schwerwiegendes theologisches Problem: „Sie gibt die grundlegende reformatorische Ansicht auf, dass die biblische Botschaft Maßstab kirchlichen Handelns ist.“

Das Gremium unter Leitung von Pfarrer Christoph Bergner sieht ferner „ein logisches Problem“: Für die EKD sei entscheidend, dass die Lebensgemeinschaften verlässlich, fürsorglich und respektvoll seien. Aber dann könnte die Kirche auch Beziehungen mit mehreren Partnern oder in einer Familie gutheißen.

Nach Ansicht des Kirchenvorstands sind Verlässlichkeit und Treue keine ausreichenden Kategorien für ethische Wertungen: „Auch bei der Mafia herrschen Treue und Verlässlichkeit. Dennoch wird auch die EKD weder sämtliche sexuelle Beziehungen noch mafiöse Vereinigungen unterstützen wollen.“

Zudem habe sich die christliche Verkündigung immer schon an der gesellschaftlichen Wirklichkeit gerieben: „Die Christenheit hat diese Spannung als höchst produktiv und hilfreich erlebt.“ 

Quelle: http://www.idea.de


Evgl. Landeskirche Anhalt: Kirchenpräsident verteidigt klassische Ehe und Familie

In der Debatte um die umstrittene EKD-„Orientierungshilfe“ zur Familie hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, das traditionelle Bild von Ehe und Familie verteidigt. SDC12139

Wie er am 15. November vor der in Zerbst tagenden Synode sagte, ist es „weder ein Zeichen von Intoleranz noch von beschränktem Traditionalismus, die dauerhafte Ehe zwischen Mann und Frau für das Gemeinschaftsmodell zu halten, an dessen Tragweite, Bedeutung und Kraft alle anderen Beziehungsformen zu messen sind“.

Angesichts der grundsätzlichen Fragen einer alternden Gesellschaft merkte Liebig an: „Denkbar wäre auch, dass in nicht allzu ferner Zukunft gegenseitige Fürsorge in viel größerem Umfang an die Familie zurückfällt, als wir es uns im Augenblick vorzustellen vermögen.“

An der im Juni vorgestellten „Orientierungshilfe“ des Rates der EKD zu Ehe und Familie hatten sich heftige Diskussionen in der Öffentlichkeit entzündet. Das Papier rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild, das etwa auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und sogenannte „Flickenteppich-Familien“ einschließt.

Die Landessynode der anhaltischen Landeskirche besteht aus 33 von den Ältesten der Kirchenkreise gewählten und sechs von der Kirchenleitung berufenen Synodalen. Zwei Drittel der Synodalen sind Nichttheologen, ein Drittel Theologen. Die anhaltische Landeskirche hat derzeit rund 40.300 Mitglieder.

Quelle: http://www.idea.de


Evang. Landesbischof Jochen Bohl verteidigt die herkömmliche Ehe gegenüber dem EKD-„Familienpapier“

Das Zusammenleben von Mann und Frau befindet sich in der Krise. Zwar ist die Ehe mit 72 Prozent die meist gelebte Familienform in Deutschland. bohl_jochen_606_pr12_03_4ccfdabd87

Jedoch nähmen Ehescheidungen und Bindungsunfähigkeit deutlich zu. Darauf hat der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl (siehe Foto), auf der Synode seiner Kirche hingewiesen. Diese findet vom 15. bis 18. November in Dresden statt.

Der sächsische Landesbischof beschäftigte sich in seinem Bericht mit der umstrittenen EKD-„Orientierungshilfe“ zu Ehe und Familie. Diese hat eine heftige Debatte ausgelöst, weil sie von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm abrückt und ein erweitertes Familienbild vertritt, das etwa auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und sog.„Flickenteppich-Familien“ (Patchwork) einschließt.

Jochen Bohl zufolge hat der Text durch die „Dürre der theologischen Ausführungen“ Verstörung ausgelöst. Er lasse zudem an dem Willen zweifeln lassen, „über lange Zeiten hinweg als gut und sinnvoll Erkanntes zu verteidigen“.

Bohl ist stellv. Vorsitzender des EKD-Rates, der die Herausgabe der Orientierungshilfe verantwortete.

Kindermangel führt zur Krise

Nach den Worten Bohls kommt es derzeit zu einem fundamentalen Wandel der Familie. So würden in Sachsen 62 Prozent der Kinder nichtehelich geboren. Fast ein Drittel der 13 Millionen Kinder unter 18 Jahren in Deutschland hätten einen Migrationshintergrund.  1504

Die Zahl der Kinder in alleinerziehenden Familien steige seit Jahren an. 2010 seien bereits ein Fünftel aller Familien alleinerziehend gewesen, in den neuen Bundesländern deutlich mehr.

Zudem setze sich der Trend zur Ein-Kind- oder Zwei-Kinder-Familie fort; nur jedes fünfte Kind lebe mit zwei Geschwistern und lediglich 8 Prozent der Minderjährigen hätten drei oder mehr Geschwister. Es gebe viel zu wenig Kinder.

Dies führe die Gesellschaft unausweichlich in eine demographische Krise. Aufgabe der Christen sei es, für das Leben mit Kindern zu werben.

Viele trauen sich nicht zur Trauung

Der Landesbischof wies darauf hin, dass sich die Situation in den Lebensberatungsstellen der Diakonie verschärft habe. Die Zahl der Menschen nehme zu, denen in Konfliktsituationen eine andere Möglichkeit als die Trennung nicht in den Sinn komme. Schon leichte Störungen führten zur Trennung.

Bohl: „Inzwischen schließen nicht wenige die Ehe schon deswegen nicht, weil man sich gar nicht vorstellen kann, dass sie Bestand haben könnte.“

Leidtragende von Trennungen seien vor allem die Kinder. Diese bräuchten für eine gesunde seelische Entwicklung einen verlässlichen Rahmen, in dem sie sich angstfrei bewegen können.

Bohl: „Es ist ja offenkundig, dass ein besorgniserregend hoher Teil der Kinder und Jugendlichen erhebliche persönliche Schwierigkeiten hat  –  Angststörungen, Konzentrationsschwächen und Lernstörungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen.“

Angesichts der Zerbrechlichkeit der Beziehungen habe aber auch die Sehnsucht nach einer lebenslangen Gemeinschaft von Mann und Frau mit Kindern zugenommen. Die allermeisten Jugendlichen hofften darauf, eine Familie zu gründen und in dieser dauerhaft zusammenzuleben.

Die biblischen Berichte bezeugten, dass auf der Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau ein besonderer Segen liegt und sie als Ausdruck der Nähe Gottes zu den Menschen gelten könne. Aus der Heiligen Schrift ließen sich grundlegende Orientierungen mit normativem Anspruch für die Gegenwart ableiten. 120505471_B_Brautwalzer

Mit Blick auf die Ehe zählten dazu etwa folgende Aussagen: 1. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei… Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen und sie werden ein Fleisch sein“ (Gen 2, 18ff.). 2. „Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden“ (Mk 10,9). 3. „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (Gal 6,2).

Keine Ehe für Homosexuelle

Der Landesbischof ging auch auf die Frage ein, ob die Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften geöffnet werden solle. Der Gesetzgeber habe mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft eine Institution geschaffen, die Homosexuellen einen geschützten Raum eröffnet. Die Verbindung von Mann und Frau unterscheide sich davon jedoch gravierend, weil sie die Möglichkeit zur Fortpflanzung habe.

Bohl hierzu: „Die Bibel lässt an dieser fundamentalen Gegebenheit keinen Zweifel und denkt die Ehe immer im Zusammenhang mit der Weitergabe des Lebens“.

Diese fundamentale Differenz rechtfertige eine unterschiedliche Gestaltung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft. Bohl wies darauf hin, dass die Zahl der Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufwachsen, mit etwa 13.000 Kindern verschwindend gering sei. Nahezu alle diese Kinder seien zuvor in eine Vater-Mutter-Konstellation hineingeboren worden.

Quelle: http://www.idea.de


Rüstzentrum Krelingen: Evangelikale üben scharfe Kritik am EKD-(Anti-)Familien-Papier

Vernichtende Kritik an der umstrittenen „Orientierungshilfe“ der EKD zu Ehe und Familie üben Leitungspersonen des Geistlichen Rüstzentrums Krelingen bei Walsrode.

Das im Juni veröffentlichte Papier rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein Familienbild, das auch andere dauerhafte Lebensgemeinschaften, etwa homosexuelle Partnerschaften oder sog. Patchwork- bzw. „Flickenteppich-Familien“ einschließt. IMG_1468 (2)

„Was eine Orientierungshilfe sein sollte, sorgt bei vielen für Verwirrung“, schreibt der Leiter dieser größten pietistischen Einrichtung Norddeutschlands, der evangelische Pastor Martin Westerheide, im Informationsblatt „Krelinger Briefe“. Anpassung an die Lebenswirklichkeit sei für eine Kirche keine angemessene Reaktion.

Pfr. Westerheide hierzu: „Christen erwarten von ihrer Kirchenleitung, dass sie theologisch begründet Position bezieht.“

Christus bestätigt Ehe als Stiftung Gottes

Gerade in dieser Hinsicht ist das EKD-Papier aus Sicht des Leiters des Krelinger Studienzentrums, Pastor Manfred Dreytza, so irreführend, dass er rät, das Werk einzustampfen.

Als ein Beispiel aus dem theologischen Abschnitt des Papiers führt er die Aussage an, dass „ein normatives Verständnis der Ehe als ‚göttliche Stiftung’ und eine Herleitung traditioneller Geschlechterrollen aus der Schöpfungsordnung“ nicht „der Breite des biblischen Zeugnisses“ entspreche.

Pfr. Dreytza hält dem die Aussage des biblischen Schöpfungsberichtes entgegen, dass Gott den Menschen in der Polarität von Mann und Frau und die Ehe als ihre Verbindung erschaffen habe. Diese „Norm“ bestätige auch Christus: „Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau“ (Matthäus 19,4). Beim Apostel Paulus sei derselbe Ton zu hören, so Dreytza.

EKD-Familienpapier zündet „Nebelkerzen“

Ferner ist in der Orientierungshilfe zu lesen, dass die Ehe zwar „eine gute Gabe Gottes“ sei, aber  –  wie das Neue Testament angeblich zeige  –  „nicht als einzige Lebensform gelten kann“. An dieser Stelle zünde das Papier „Nebelkerzen“.

Pfr. Dreytza: „Denn mit der Begründung, Familie sei überall dort, wo Gemeinschaft in Fürsorge und Liebe gelebt wird, plädiert man für die Trauung oder Segnung auch homosexueller Partnerschaften.“   –  Dem könnten Christen in Bindung an Gottes Wort nicht zustimmen: „Wir können nicht segnen, was Gott nicht gesegnet hat.“

Eine Kirche, die das tue, werde an dieser Stelle „zum falschen Propheten“. Freilich stehe außer Frage, dass man homosexuell empfindenden Menschen vorurteilsfrei und offen begegne.

Quelle: http://www.idea.de


125 Persönlichkeiten aus Kirche und Politik fordern: EKD-Papier zurücknehmen!

Wachsenden Zulauf findet eine Initiative um den badischen Pfarrer Hans-Gerd Krabbe, die eine Rücknahme des sog. „Familienpapiers“ der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) fordert, weil diese (Des-)“Orientierungshilfe“ sich mehr am Zeitgeist als an der Heiligen Schrift orientiert.

Nach ihren Angaben haben sich in der Zeit vom 15. bis 31. August dieses Jahres 125 Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in ganz Deutschland hinter den „Offenen Brief: Zehn Fragen an den Rat der EKD“ gestellt. 1529 - Kopie (2)

Darin äußern sie die Erwartung, dass die EKD die „Orientierungshilfe“ mittelfristig durch eine neue Erklärung ersetzt. Sie solle „die Kontinuität mit der biblisch-reformatorischen Theologie“ wahren und „vom unaufgebbaren Leitbild von Ehe und Familie im herkömmlichen Sinne wertschätzend“ ausgehen.

Zu den Unterzeichnern gehören Albrecht Fürst zu Castell-Castell, Christian Fürst zu Bentheim und Steinfurt, der ehem. Präsident der Württembergischen Landessynode, Horst Neugart, Altbischof Prof. Ulrich Wilckens, der frühere ZDF-Produktionsdirektor Prof. Albrecht Ziemer, der Wirtschaftsmathematiker Prof. Frederik Herzberg sowie die Theologieprofessoren Ulrich Eibach und Rainer Riesner.

Noch bis zum 15. September können sich weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an der Protestaktion beteiligen. Infos vom Initiator Pfr. Krabbe hier: http://ekiachern.de/gemeinde/zur-diskussion/

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA


Streit um die Ehe: Muß die EKD ihr „Familienpapier“ nachbessern?

Die Forderungen, das umstrittene EKD-Familienpapier zurückzuziehen oder zumindest nachzubessern, nehmen zu. Auch in der Leitung der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) mehren sich kritische Stimmen. Das Gremium befaßt sich am 6. und 7. September mit dem Thema.

Die EKD-„Orientierungshilfe“ rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild, das etwa auch homosexuelle Partnerschaften und sog. „Flickenteppich-Familien“ (Patchwork) einschließt. 120505416_B_Judy und Mike in der Kirche

Bisher haben vier Ratsmitglieder öffentlich Kritik geübt – zuletzt Klaus Winterhoff (Bielefeld) – Juristischer Vizepräsident des westfälischen Landeskirchenamtes. Nach seinen Worten hat sich die Kommission, die das Papier erarbeitet hat, von ihrem ursprünglichen Auftrag entfernt, Ehe und Familie zu stärken. Der Rat müsse „aufarbeiten, was wir da unterschätzt haben“, sagte Winterhoff der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Zuvor hatte sich der stellv. EKD-Ratsvorsitzende, der sächsische Landesbischof Jochen Bohl, für eine Nachbesserung ausgesprochen. In einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung sagte er: „Ich räume selbstkritisch ein, dass die unverändert große Bedeutung der Ehe in dem Papier zu kurz kommt.“  – Er könne sich vorstellen, dass die theologische Klärung, was Ehe ist, noch einmal gründlicher vorgenommen werde: „Das können wir besser, als es in der Orientierungshilfe gelungen ist.“

Zwei weitere Ratsmitglieder  –  die Vertreterin der schwäbischen Pietisten, Tabea Dölker, und der badische Landesbischof Ulrich Fischer  – hatten nach eigenen Angaben bereits vor der Veröffentlichung im Gremium widersprochen.

Theologische Schwächen in dem Papier beklagten u.a. der Bischofsrat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit Landesbischof Ralf Meister, der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Markus Dröge, und die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, Kirsten Fehrs.

Auf Ablehnung stieß das Papier bei theologisch konservativen Gruppen in der evangelischen Kirche, aber auch bei hochrangigen Vertretern der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche.

Der EKD-Ratsvorsitzende, Nikolaus Schneider stellte angesichts der Kritik eine Ergänzung der „Orientierungshilfe“ in Aussicht. Er könne sich vorstellen, „dass wir in einer weiteren Auflage noch erläuternde oder ergänzende Texte dazuschreiben“.

Quelle: http://www.idea.de


„Was ist die Ehe wert?“ – Evangelikale Antwort auf das EKD-„Familienpapier“

Programmatische Stellungnahme des Gemeindehilfsbundes:

Die im Juni 2013 erschienene Familienschrift der EKD fordert dazu auf, „Familie neu zu denken und die neue Vielfalt von privaten Lebensformen unvoreingenommen anzuerkennen und zu unterstützen“. Diese Aufforderung wird von der Verfasser-Kommission „als eine normative Orientierung“ verstanden, d.h. als neue Norm und Aufgabe evangelischer Ethik.

Zur Begründung heißt es „Die traditionellen Leitbilder halten den neuen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft sowie den vielfältigen Erwartungen an Familien nicht mehr stand“.  – Die Ehe ist also nach Meinung der Verfasser den Anforderungen der modernen Gesellschaft letztlich nicht mehr gewachsen. Demzufolge wird am christlichen Ehebild massive Kritik geübt. 120505518_B_July und Mike mit Rahmen

1. Die in der Bibel bezeugte Einsetzung der Ehe durch Gott wird bestritten. „Ein normatives Verständnis der Ehe als ‚göttliche Stiftung‘ und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Schöpfungsordnung“ wird wegen „der historischen Bedingtheit des familiären Zusammenlebens“ in den biblischen Erzählungen abgelehnt. (1)

2. Die biblische Zuordnung von Mann und Frau in der Ehe wird als zeitbedingt und überholt zurückgewiesen. Das Hilfesein der Frau und das Hauptsein des Mannes werden problematisiert. Den biblischen Texten wird unterstellt, dass sie eine „Geschlechter-Hierarchie“ und eine „Dominanz des Mannes“ in Kirche und Theologie etabliert hätten. (2)

3. Die Ehe ist in der Familienschrift nur noch eine Lebensform unter vielen anderen, ein zwischenmenschlicher, jederzeit auflösbarer Vertrag, durch den man sich gegenseitige Hilfe zusichert. „Die evangelische Kirche würdigt die Ehe als besondere Stütze und Hilfe, die sich auf Verlässlichkeit, wechselseitige Anerkennung und Liebe gründet“. Das Versprechen lebenslanger Treue wird dabei als Zumutung empfunden. (3)

Angesichts dieser eheabwertenden Auffassungen entsteht die Frage, was eigentlich die Ehe gegenüber anderen Lebensformen von Mann und Frau auszeichnet und worin ihr spezifischer Wert liegt. Diese Broschüre „Was ist die Ehe wert?“ gibt Antwort:

1.) Die Ehe  –  eine göttliche Stiftung und Wohltat

Als Gott am Anfang Mann und Frau erschuf und einander zuführte, hat er die Ehe als lebenslange Gemeinschaft von Mann und Frau eingesetzt (1 Mose 2,4b-25). Indem er beide mit Fruchtbarkeit segnete, gab er ihnen die Fähigkeit, Nachkommen zu zeugen und zu erziehen (1 Mose 1,28).

Jesus hat die göttliche Stiftung der Ehe bestätigt. In einem Streitgespräch mit den Pharisäern stellte er fest „Der am Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau“ (Mt 19,4).

Auch der Epheserbrief bekräftigt die göttliche Stiftung der Ehe. In Eph 5,31 wird 1 Mose 2,24 zitiert, wo die eheliche Verbindung von Mann und Frau auf Gottes Willen zurückgeführt wird. Nach Eph 5,32 ist am ehelichen Einssein von Mann und Frau die geistliche Einheit von Christus mit seiner Gemeinde ablesbar. Es gibt also keinen Zweifel, dass die Bibel Alten und Neuen Testaments ein „normatives Verständnis der Ehe als göttliche Stiftung“ hat. Wer das nicht sieht, ist blind vor der Realität.

Im Großen Katechismus rühmt Luther den Ehestand als den „allgemeinsten, edelsten Stand, der durch den ganzen Christenstand, ja durch alle Welt geht und reicht“. Gott hat ihn „als einen göttlichen, seligen Stand“ eingesetzt und „vor allen Ständen aufs reichlichste gesegnet“.

„Darum habe ich immerdar gelehrt, dass man diesen Stand nicht verachte noch gering schätze, wie die blinde Welt und unsere falschen Geistlichen tun, sondern ihn nach Gottes Wort ansehe, mit dem er geschmückt und geheiligt ist, so dass er nicht nur anderen Ständen gleichgesetzt ist, sondern vor und über sie alle geht, es seien Kaiser, Fürsten, Bischöfe und wer sie wollen.“ (4)

Wenn wir nach der Wohltat der Ehe fragen, müssen wir die Grundbedürfnisse der menschlichen Seele kennen. Jeder Mensch braucht Grunderfahrungen von Heimat, Treue und Geborgenheit, denn er lebt in einer Welt, die ihm keine dauerhafte Heimat, keine absolute Treue und keine letzte Geborgenheit in den Nöten seines Lebens bietet.

Um ihm diese Erfahrungen zu geben, hat Gott in seiner Fürsorge und Weisheit zwei Gemeinschaftsformen gestiftet, die Ehe und die christliche Gemeinde. Durch die Ehe segnet er die ganze Menschheit, den Segen der Gemeinde erfahren diejenigen, die kraft Taufe und Glauben zu Christus gehören. kt2012-p1110153

Natürlich können Ehe und Gemeinde keine vollkommene Heimat, Treue und Geborgenheit vermitteln, denn sie werden von fehlbaren Menschen gestaltet, aber sie können trotzdem einen Vorgeschmack auf die himmlische Herrlichkeit geben, wo die Erlösten die vollkommene Treue und Geborgenheit Gottes empfangen. Deswegen kann man Ehe und Gemeinde als göttliche Stiftungen nicht hoch genug schätzen.

Dabei sollte klar sein, dass nur die öffentlich auf Lebenszeit geschlossene Ehe von Mann und Frau diese Grunderfahrungen vermitteln kann. Nur wenn sich beide verbindlich und d.h. öffentlich die lebenslange Treue zusprechen und ihr Versprechen mit Gottes Hilfe einlösen, wird die Ehe zur Wohltat und schenkt Heimat und Geborgenheit. Ebenso sollte klar sein, dass der Segen Gottes für die Ehe eben nur der Ehe von Mann und Frau gilt und nicht den immer üblicher werdenden anderen sexuellen Lebensformen, zu denen sich Menschen zusammenschließen.

Es gehört zu den grundlegenden theologischen Fehlern der EKD-Familienschrift, dass sie „die neue Vielfalt von privaten Lebensformen“ der Ehe gleichstellt, sie kirchlich legitimiert und dadurch den Eindruck vermittelt, dass auch sie in gleicher Weise unter Gottes Segen stehen. (5)

Es wird nicht mehr unterschieden zwischen Lebensformen, die Gott eingesetzt hat und die damit unter seinem Segen stehen, und solchen, zu denen sich Menschen eigenmächtig zusammenschließen. Ulrich Eibach stellt dazu fest, dass es nach dieser „Legitimationsethik“ überhaupt keine Lebensform mehr gibt, „die man als Missachtung des Gebots Gottes, als Sünde bezeichnen kann und darf. Ethik wird so immer mehr zur Legitimation des faktisch gelebten Lebens, zur Bestätigung menschlicher Wünsche“ (6.)

Die Folge dieser kirchlichen Gleichstellung aller Lebensformen hat Gerhard Müller gezeigt: „Wir kehren zurück in die hellenistische, vorchristliche Zeit. Auch damals lebten die Menschen vielfältig. Es war die jüdisch-christliche Lehre, die den Hedonismus zurückdrängte, den Wunsch, sich das Leben so angenehm wie möglich zu machen.“ (7)

Wir können festhalten: Die Ehe ist von Gott gestiftet und steht unter seinem Segen. Andere Formen des sexuellen Umgangs und Zusammenlebens werden in der Bibel zurückgewiesen bzw. unter Strafe gestellt (1 Kor 6,9; Gal 5,21; Kol 3,5f.).

2.) Die Zuordnung von Mann und Frau: ein geniales Konzept Gottes

Mit großer Anmaßung („Heute wissen wir…“) zieht die EKD-Familienschrift gegen die von Gott verfügte unterschiedliche Bestimmung von Mann und Frau zu Felde. In den biblischen Schöpfungsberichten spiegele sich eine „Geschlechter-Hierarchie“, in einigen biblischen Texten würde sich „die Dominanz des Mannes“ abbilden, das „Schöpfungsgeschehen“ sei „vom Mann her gedacht“, die Frau werde „als ‚Gefährtin‘ des Mannes“ verstanden, die biblischen Erzählungen würden u.a. von „einem überholten Rollenverständnis“ zeugen. (8) 

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Diese Klischee-Urteile sind sämtlich falsch. Was sagen die biblischen Texte wirklich zur göttlichen Bestimmung von Mann und Frau?

Dem Ehemann wird die Aufgabe übertragen, für seine Frau Verantwortung, Schutz und Fürsorge zu übernehmen. Die Bibel verwendet dafür den Begriff „Haupt“. Was er bedeutet, wird aus 1 Kor 11,3 deutlich, wo vom Hauptsein Gottes für Christus die Rede ist. Als Haupt Christi gibt Gott alles, was er ist und hat, seinem geliebten Sohn. Was das heißt, steht sehr schön und anschaulich in Hebr 1,1-5.

Gott überträgt ihm sein ganzes Erbe, er erschafft durch ihn die ganze Welt, er gibt ihm vollen Anteil an seinem göttlichen Charakter, er verleiht ihm die Kraft, den gesamten Kosmos in der Existenz zu halten, er reinigt durch ihn die Menschheit von den Sünden, und er bestätigt seinem Sohn seine Vaterschaft immer wieder aufs Neue. Das ist also das göttliche Hauptsein. Keine Spur von Dirigismus, von Beherrschen und bestimmender Dominanz. Vielmehr sehen wir bedingungslose Liebe, die alles für den anderen gibt.

An diesem liebevollen Hauptsein Gottes für Christus soll der Mann Maß nehmen und sein eigenes Haupt-sein ausrichten. Dabei wird er (und seine Frau!) allerdings bald merken, dass er damit restlos überfordert ist, weswegen ihm Eph 5,25 den Rat gibt, bei Christus hingebungsvolle Liebe zu lernen. Der liebende und verantwortungsfähige Mann ist eine Wohltat für seine Frau und Familie.

Wir merken: Gott hat sein Ehekonzept auf Christus hin entworfen, denn nur durch Christus kann der Mann sein Hauptsein in Liebe verwirklichen. Ohne die Liebe Christi verfällt er schnell der Versuchung, seine Frau und Kinder beherrschen zu wollen.

Der Ehefrau wird die Aufgabe übertragen, ihrem Mann zur Seite zu stehen (wie sie ja auch aus seiner „Seite“ entnommen ist, 1 Mose 2,21f.). Sie soll ihm durch Ermutigung und Ermahnung helfen, ein verantwortungsfähiger Mann zu werden. Aufgrund ihrer Berufung zur Schwangerschaft verfügt sie – selbst wenn sie niemals Mutter wird – über eine besondere soziale Kompetenz, die sie dazu in die Lage versetzt. Die Bibel verwendet an dieser Stelle den herausgehobenen und sonst fast nur auf Gott bezogenen Begriff der Hilfe bzw. des Helfers (1 Mose 2,18).

Wenn wir das Hilfe-sein der Ehefrau ernstnehmen, ergibt sich daraus logischerweise die Hilfsbedürftigkeit des Mannes. Manche Männer hören das nicht gern. Aber wenn man sich vergegenwärtigt, dass Gott die Frau aus dem Mann heraus geformt hat (was übrigens im Zeitalter der Molekularbiologie keineswegs eine absurde Vorstellung ist) und dass ihm nun ein Stück seines Wesens fehlt, dann versteht man das Angewiesensein des Mannes auf die Frau besser.

Das Hilfesein der Ehefrau ist keine Degradierung für sie, sondern eine unerhörte Aufwertung. Sie besitzt damit den Schlüssel zur Seele und zum Charakter ihres Mannes, sie ist in der Lage, ihm zu helfen, ein wirklicher Mann nach dem Bild Gottes zu werden. Viele Frauen haben leider ihre entsprechenden Bemühungen resigniert aufgegeben. Sie haben vergessen, Gott um Weisheit zu bitten (vgl. Jak 1,5).

Wir merken also auch im Blick auf die Frau, dass Gott seine Zuordnung der beiden Geschlechter auf Christus hin entworfen hat. Nur mit Christi Hilfe kann Gottes Konzept vom Mannsein und Frausein verwirklicht werden. Ohne Christus verfällt die Frau schnell in Resignation, oder sie versucht, ihren Mann zu dominieren, oder sie geht eigene Wege, um sich zu „verwirklichen“.

Gottes Konzept findet in unserer Zeit nicht viele offene Ohren. Darüber sollte sich niemand wundern. Wer den postmodernen Traum der Autonomie des Individuums träumt, fühlt sich durch diese Zuordnung der Geschlechter schnell fremdbestimmt.

Dietrich Bonhoeffer hat das vorhergesehen: „Es sind ungesunde Zeiten und Verhältnisse, in denen die Frau ihren Ehrgeiz darin sucht, zu sein wie der Mann, und der Mann in der Frau nur das Spielzeug seiner Herrschsucht und Freiheit erblickt. Es ist der Beginn der Auflösung und des Zerfalls aller menschlichen Lebensordnungen, wenn das Dienen der Frau als Zurücksetzung, ja als Kränkung ihrer Ehre, und die ausschließliche Liebe des Mannes zu seiner Frau als Schwäche oder gar als Dummheit angesehen wird.“ (9)

Wer hingegen das Hauptsein des Mannes und das Hilfesein der Frau als göttliche Verheißung und als lohnende Lernaufgabe begreift, der hat den Schlüssel zu einem gelassenen und frohmachenden Miteinander der Geschlechter gefunden.

3.) Ein Leben lang – mit Gottes Hilfe

Nach Auffassung der EKD-Familienschrift gründet sich die Ehe „auf Verlässlichkeit, wechselseitige Anerkennung und Liebe“ (10). Ähnlich heißt es schon im Pfarrdienstgesetz der EKD von 2010, dass kirchliche Amtsträger „in ihrer Lebensführung im familiären Zusammenleben und in ihrer Ehe“ an „Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung“ gebunden sind. (11)

Wir haben hier eine rein anthropologische Ehebegründung vor uns. Menschen „suchen nach verlässlichen Partnerinnen und Partnern“, Menschen sollen „einander zu verlässlichen Bündnispartnern und zum Segen werden“, der Mensch ist derjenige, durch den die Ehe „gestaltet werden muss.“ media-358103-2

Aber: welch eine Verkennung der menschlichen Kräfte und Möglichkeiten! Welch eine Verkennung der Macht der Sünde! Als ob der Mensch aus eigener Kraft ein Leben lang eheliche Treue und Liebe aufbringen könnte! Bei solch einem Ansatz sind Enttäuschung und Verzweiflung schon vorprogrammiert.

Mit Wolfhart Pannenberg muss man einer solchen Begründung der Ehe „auf die Liebesgemeinschaft der Partner“ deutlich widersprechen:

„Im christlichen Verständnis ist die Ehe gerade nicht auf die gegenseitige Zuwendung der Partner und auf ihr Gefühl der Zusammengehörigkeit gebaut, obwohl der Entschluss zur Ehe davon ausgehen mag. Die Dauerhaftigkeit der christlichen Ehe gründet darin, dass sie vor Gott geschlossen wird. In ihr erneuert sich darum die liebende Zuwendung der Partner immer wieder aus der vergebenden Liebe Christi. Dadurch wird es möglich, der Unvollkommenheit des Partners ebenso wie dem Bewusstsein der eigenen Unvollkommenheit standzuhalten und aus der Erfahrung gegenseitigen Verstehens und gegenseitiger Vergebung ein vertieftes Bewusstsein der Verbundenheit zu gewinnen.“ (12)

Es gibt in einer der schönsten Ehegeschichten der Bibel, wie Isaak seine Frau Rebekka bekam, eine kurze Bemerkung, die diese Einsicht auf den Punkt bringt: „…sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb“ (1 Mose 24,67). Nicht die Liebe trägt die Ehe, sondern die Ehe die Liebe. Nicht wir sind es, die eine eheliche Verbindung „verlässlich“ machen, sondern Gott.

Wie äußert sich die EKD-Familienschrift zum notvollen Thema Ehescheidung?  –  Anstatt Ehepaaren in einer Ehekrise seelsorgerlich Mut zu ihrer Überwindung zu machen und einen Neuanfang der Ehe durch Beichte und Vergebung zu eröffnen, spricht sie unter merkwürdiger Bezugnahme auf Gal 3,26-28 von der „Freiheit, die Schicksalhaftigkeit familiärer und sozialer Bindungen aufzulösen, den eigenen Lebensentwurf zu gestalten, der eigenen Berufung zu folgen und sich aus eigener Entscheidung in neue Bindungen zu stellen.“ (13)

Die reformatorische „Freiheit eines Christenmenschen“ wird hier zur Freiheit, den eigenen Lebensentwurf notfalls auf Kosten anderer durchzusetzen. Wenn man meint, die eigene Ehe könnte der persönlichen Lebensplanung im Weg stehen, dann kann man sie nach dieser Definition von Freiheit durchaus wieder verlassen. Krasser kann man christliche Freiheit nicht verkennen.

Die Bibel geht an das Thema Scheidung ganz anders heran. Sehen wir uns einmal die Bemühungen Gottes an, mit denen er versucht, die Ehe ein Leben lang zu schützen und zu gewährleisten.

In 1 Mose 2,24 heißt es wörtlich, dass Gott Mann und Frau in der Ehe aneinander „anklebt“. Er kennt die zentrifugalen Kräfte, die an der Ehe rütteln, nur zu gut. Aber weil er in seiner Weisheit und Liebe den Eheleuten ihr ganzes Leben lang Heimat, Treue und Geborgenheit vermitteln möchte, fügt er sie ganz fest zusammen, körperlich, seelisch, geistlich.

Mit dem Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“ stellt er sich schützend vor die Ehe, wehrt Angreifer ab und bedroht sie mit dem Ausschluss aus dem Reich Gottes (1 Kor 6,9).

Jesus sagt klipp und klar, dass die Ehe eine lebenslange Stiftung und Wohltat Gottes ist und nicht geschieden werden soll: „Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden“ (Mt 19,6).  (14)

Paulus verbietet den Christen genauso eindeutig die Scheidung ihrer Ehe (1 Kor 7,10f).

Doch das allerstärkste Bollwerk gegen jegliche Eheresignation hat Jesus in seinen Ich-bin-Worten aufgerichtet. „Ich bin der Weg“ (Joh 14,6)  –  dieses Wort fegt alle Enttäuschung, Resignation und Verzweiflung hinweg. Wenn Jesus Christus der Weg ist, dann hat er auch einen Weg aus jeder Ehekrise. Der Weg mag verschüttet sein, Geröll aus vielen Jahren mag darauf liegen. Aber der Weg ist vorhanden.

Es gilt dann, die Geröllmassen wegzuräumen, allein, zu zweit, durch Vergebung, mit Hilfe eines Seelsorgers. „Gott ruft dem, was nicht ist, dass es sei“ (Röm 4,17). Wo keine Liebe, keine Hoffnung, kein Glaube mehr da ist, dort kann Neues entstehen, denn Gott ist ein schöpferischer Gott.

Fazit

Die Ehe ist eine gute Schöpfungsordnung Gottes. Gott hat sie gestiftet als großartigen Lebens- und Kommunikationsraum für das Miteinander der beiden Geschlechter. Er hat sie beschenkt mit der Weitergabe des menschlichen Lebens.

Mann und Frau haben unterschiedliche Stärken und Schwächen und können sich hervorragend ergänzen. Aber Gottes Vorgaben für den Ehemann und die Ehefrau können aus eigener Kraft nicht erfüllt werden. Geduld, Barmherzigkeit, Hoffnung, Weisheit, Vergebungskraft, die Liebe Gottes, das hat niemand in ausreichendem Maß in sich. Insofern treibt die Ehe ins Gebet und zu Christus. Er ist der Weg, er kennt für jede Ehe gangbare Wege.

Mit Gottes Hilfe wird die Ehe haltbar. Ehescheidungen müssen nicht sein. Kranke Beziehungen können heil werden. Die Freude aneinander kann wiederkehren.

Die Ehe hat alle bisherigen Angriffe überstanden. Sie wird Bestand haben, bis Jesus wiederkommt. Wir Christen sollten den Dreieinigen Gott immer wieder loben und ihm danken für die Wohltat der Ehe. Und wir sollten unsere Stimme erheben gegen alle Versuche, sie zu verändern und zu zerstören. (15)

Pastor Dr. Joachim Cochlovius, Leiter des Gemeindehilfswerks

Anmerkungen:

(1) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken. Eine Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Gütersloh 2013, S. 54 und 58.
(2) a.a.O. S. 56 und 58.
(3) a.a.O. S. 143 und 56. Dass die Ehe nur ein Vertrag sei, wurde erst durch Immanuel Kant („Metaphysik der Sitten“) zur allgemeinen Auffassung.
(4) Die Bekenntnisschriften der evang.-luth. Kirche, 2. Aufl. Göttingen 1955, S. 612f. Wenn Luther in seinem Traubüchlein von 1529 die Hochzeit und den Ehestand ein „weltlich Geschäft“ nennt, will er sagen, daß Gott die Ehe für alle Menschen, Christen und Nichtchristen, gestiftet hat und demzufolge die Trauungszeremonien und Ehegesetze Sache des Staates sind. Dass nach Luther die Ehe von Gott eingesetzt ist, geht auch aus dem folgenden Zitat aus seinem Genesiskommentar von 1536 hervor: „Eine legitime Verbindung von Mann und Frau beruht nämlich auf göttlicher Anordnung und ist eine göttliche Institution“ (WA Bd. 45,100).
(5) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 141 und 143.
(6) U. Eibach, Ethische Normativität des Faktischen? Kritische Stellungnahme zur Orientierungshilfe der EKD; http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=9733
(7) G. Müller, Postmoderner Rat. Der breite Weg der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=9796
(8) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 56-59.
(9) D. Bonhoeffer, Traupredigt aus der Zelle (1943); http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=9736
(10) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 143; 65; 7; 63.
(11) PfDG.EKD § 39.
(12) W. Pannenberg, Anthropologie in theologischer Perspektive, Göttingen 1983, S. 430f.
(13) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 61
(14) Die Ausnahmeklausel in Mt 5,32 und 19,9 bezieht sich wahrscheinlich auf die im A.T. strikt verbotene Ehe unter Blutsverwandten, wie sie z.B. König Herodes Antipas z.Zt. Jesu führte.
(15) Zum Gesamtthema Ehe vgl. auch Joachim Cochlovius, Lieben und Helfen. Ein Eheseminar. 6. Aufl. 2010; Der Bund fürs Leben, 10-teiliges Ehe-Seminar auf 3 DVD mit J. Cochlovius. Beides erhältlich in der Geschäftsstelle des Gemeindehilfsbundes.

Zustimmende Verbände, Vereine und Gemeinden:

Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC)
Christus Bewegung Baden
CVJM Winterlingen
Die Apis-Evang. Gemeinschaft Rutesheim
Evang. Gemeinschaftsverband Herborn
Evang. Gemeinschaftsverband Siegerland-Wittgenstein e.V.
Evang.-Luth. Gebetsgemeinschaft
Evang.-Luth. Elia-Kirchengemeinde Langenhagen
Evang.-Luth. Kirchengemeinde Berg/Oberfranken
Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Jakobi Itzehoe
Evang.-Luth. Kirchengemeinde zum Guten Hirten Elmshorn
Evang. St. Martini-Gemeinde Bremen
Evange. Vereinigung für Bibel und Bekenntnis in Hessen und Nassau
Gemeinschafts-Diakonissenmutterhaus Hensoltshöhe
Kirchl. Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern
Kirchl. Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Evang.-Luth. Kirche in Norddeutschland
Mecklenburger Gemeinschaftsverband
Netzwerk bekennender Christen Pfalz (NbC)
Pregizer-Gemeinschaft Baden-Württemberg
Sächsische Bekenntnis-Initiative

Die Broschüre “Was ist die Ehe wert?” kann hier heruntergeladen oder in der Geschäftsstelle des Gemeindehilfsbundes, Mühlenstr. 42, 29664 Walsrode (info@gemeindehilfsbund.de) bestellt werden.  – Kosten: bis 20 Exemplare kostenlos, darüber gegen Spende.

Quelle: gemeindenetzwerk.org


Martin Lohmann über das „süße Gift des Relativismus“

Heutiger Wochenkommentar Lohmanns in „Radio Horeb“ 

Liebe Hörerinnen und Hörer,

heute hätte ich Ihnen eigentlich gleich mehrere Wochenkommentare anzubieten. Denn: Die Themenlage ich so bunt. Über die Qual der Wahl für überzeugte Christen in genau vier Wochen könnten wir reden  –  und feststellen, dass es recht schwierig geworden ist, hier richtig zu entscheiden. 

M. Lohmann

M. Lohmann

Das „C“ im Parteinamen garantiert längst nicht mehr ein christliches Profil. Aber ich wette, zu diesem Thema haben wir noch viele Gelegenheiten. Klar, ich könnte auch noch einmal deutlich hinweisen auf den Marsch für das Leben, zu dem wir uns genau heute in vier Wochen in Berlin treffen werden, also einen Tag vor der Bundestagswahl, um ein beeindruckendes Zeugnis aller Generationen für das Leben zu geben.

Ich freue mich schon, möglichst viele von Ihnen mittags vor dem Kanzleramt begrüßen zu können. Am 21. September!

Aufgreifen will ich aber etwas anderes, wozu mich das Vatican-Magazin gebracht hat. Dort bin ich in einem Beitrag der Frage nachgegangen, wie sehr uns die Diktatur des Relativismus allenthalben schon im Griff haben will. Wer aufmerksam ist, wird deren Spuren überall entdecken können.

Ich lade Sie also ein, mit mir auf eine konkrete Spurensuche zu gehen. Unter dem Titel: Feigheit fressen Freiheit auf.

Das süße Gift des Relativismus ist tiefer eingedrungen als vermutet. Wer genau hinschaut, muss erkennen: Es herrschen perfide Wahrheitsphobie und Intoleranz im Namen einer entleerten Aufklärung und einer missbrauchten Gleichberechtigung.

Auch Christen sind vom mentalen Anti-Immun-Virus infiziert. Und im Ergebnis haben wir eine perfide moderne Christenverfolgung und die Zerstörung des christlichen Menschenbildes.

„Diktatur: Angst vor der Wahrheit“

Ach ja: Woran erkennt man eine Diktatur? Da gibt es viele Hinweise. Und eigentlich ist es ziemlich einfach. Denn in Diktaturen herrschen Angst vor der Wahrheit, Angst vor der Freiheit, Angst vor Toleranz, Angst vor Respekt, Angst vor der Menschenwürde, Angst vor Ehrlichkeit, Angst vor Diskussionen, Angst vor Meinungs- und Redefreiheit.

Weil Unfreiheit, Unsicherheit, Komplexbeladenheit und tief sitzende Selbstzweifel subcutan vorherrschen, müssen sie geradezu zwanghaft verborgen und geleugnet werden. Der Schutz für diese Neurose, die letztlich eine Phobie vor dem Menschen und seiner Berufung zu Freiheit und Verantwortung ist, besteht in der Aggression gegen alles, was eben mit Freiheit, Verantwortung und  –  sprechen wir es mutig und gelassen aus  –  mit Schöpfungsordnung zu tun hat. Diktaturen sind also letztlich angstbesessene Angstmacher.

Ob Benedikt XVI. genau das gemeint hat, als er vor und während seines Pontifikats von der Diktatur des Relativismus sprach und vor ihren Auswirkungen warnte? Ob er bereits ahnte, dass selbst die Ökumene zwischen Katholiken und Evangelischen schon bald Opfer dieser Diktatur werden könne?

„Die Ökumene scheint schwieriger zu werden“

Denn sicher ist: Die Sache mit der Ökumene scheint schwieriger zu werden. Während sich manche auf das Gedenken der Spaltung vorbereiten, einige gar davon träumen, daraus ein Jubiläum zu machen, werden wichtige Wegstrecken dorthin offenbar sehenden Auges kräftig verbaut.  Die so genannte Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche zu Fragen der Ehe  –  oder sollte man sagen: das Desorientierungspapier  –  ist ein betrüblicher Beweis für einen höchst bedenklichen Zustand bestimmter Teilchristentümer in der Mitte Europas.

Was da als neues Familienbild verkündet wurde, ist der Abschied von der Schöpfungsordnung, von Jesus Christus, von der Schrift und letztlich von einer ernstzunehmenden Ökumene, in der sich verschiedene Konfessionen eigentlich darum zu bemühen haben, in Treue zur Wahrheit des Gottessohnes diesem immer näher zu kommen – und somit einander.

Die im „Familienpapier“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vollzogene Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der richtigen Ehe von einem Mann mit einer Frau ist eine skandalöse Verbeugung vor einer kleinen, aber offenbar angsteinflößenden Gruppe von Menschen, die eine bestimmte sexuelle Neigung zum Alleindeutungsmerkmal ihrer selbst intolerant und unter Zerstörung klarer Denkstrukturen einfordern. Und die jeden diskriminierend der Intoleranz oder Diskriminierung bezichtigen, der sich noch wagt, hier Kritik zu üben.

Schöpfungsplan: Ehe zwischen Mann und Frau

Eine Verbeugung vor dem Gottessohn Jesus Christus, der eindeutig und konsequent auf den Schöpfungsplan des Vaters hinwies, als er die unauflösliche Ehe zwischen Mann und Frau verbindlich erklärte, ist das „Familienpapier“ der EKD wahrlich nicht. Eher schon ein despektierlicher Fußtritt. 120505209_B_July und Mike

Es gibt  –  leider bis in die Kirchen hinein  –  inzwischen viel Verleugnung, Verleumdung, Aggression, Einschüchterung gegen Toleranz, Anstand, Freiheit und Achtung. Und all das hat auch mit der Psychologie des antireligiösen Affektes zu tun, der gleichsam das Schmieröl für die Diktatur des Relativismus ist. Und mit einem gekränkten Narzissmus des modernen Menschen und seinem allzu brüchigen Selbstwertgefühl der Gottlosigkeit.

Offenbar fühlen sich solche Menschen regelrecht bedroht von Menschen, die sich darum bemühen, aus ihrem Glauben heraus zu leben und andere zu tolerieren.

Also Vorsicht, liebe Hörerinnen und Hörer: Sie und ich sind für manche im Grunde genommen schwache und ängstliche Menschen eine Bedrohung, weil wir an Gott glauben und versuchen, uns nach ihm auszurichten, Seine Wahrheit in die Welt zu tragen.

 Es gibt tatsächlich viel irrationale Aggression gegen Religion und vor allem Menschen, die anderen, schwachen Gestalten offenbar schon ein Dorn im Auge sind, wenn sie aus ihrem Glauben heraus eine gewisse Verlässlichkeit und Stabilität wie auch ein verankertes Selbstwertgefühl zu zeigen in der Lage sind.

Neid auf religiös gefestigte Menschen? Geradezu pubertierende Eifersucht auf jene, die zu zeigen bereit sind, dass ein Leben aus dem Glauben möglich ist? Dass Vertrauen auf und in Gott wirklich lebbar ist?

„Es gibt die Kains auch heute noch“

Kain hat genau deshalb Abel erschlagen. Die Wirklichkeit, die wir erleben, ist uralt und seit Urzeiten wahr. Und es gibt diese Kains auch heute noch. Und sie finden Mitläufer. Überall. Auch in den Kirchen. Leider.

Entstanden ist ein System der Angst – vor Klarheit und Wahrheit in dem vorpubertärem Empfinden, auf jeden Fall politisch korrekt sein zu müssen  –  was immer das auch sei. Wer sich mutig kritisch äußert, läuft sofort Gefahr, in der Diktatur der Verwirrung und geistigen Entwurzelung in eine Ecke gedrängt zu werden.

Diskriminierung, Intoleranz, Rufmord. Das sind die Mittel dieser wie jeder echten Diktatur. Dazu gehört auch die tatsächliche Zerstörung der Ehe als Ehe  –  durch Entwertung, weil man nicht Vergleichbares vergleicht und somit einzigartig Kostbares beschädigt.

Da ist es dann nur noch folgerichtig, dass alles, aber auch wirklich alles dieser altneuen Ideologie und Diktatur geopfert wird und sich selbst Kirchenleute nicht mehr trauen, etwa in der Frage des Adoptionsrechtes gleichgeschlechtlicher Paare einmal nach dem Kindeswohl zu fragen. Denn dieses braucht, das wissen wir nicht erst seit den leider allzu berechtigten Warnungen von Christa Meves, Vater und Mutter. Am besten Originalvater und Originalmutter in einer Original- und Erstfamilie!  

Und die Kritiker? Sie werden kräftig verleumdet, man nimmt ihnen Lehraufträge unter dem Hinweis auf angebliche Empörungsdebatten, die man freilich selbst inszeniert unter Studenten, unterstellt ihnen Homophobie, die dann auch jeder vorsichtshalber einmal glaubt, um nicht selbst ins Kreuzfeuer zu geraten.

Die Klarheit der Offenbarung Gottes

Also noch einmal: Es passiert all das, was eine Diktatur beherrscht: Rufmord, Verleumdung, Unterstellungen, Fälschungen und Hass. Diejenigen, die selbst als Wahrheitsphobe eine geradezu panische Angst vor allem haben, das mit Gott und der von ihm geoffenbarten Klarheit zu hat, können nicht anders, als mit Lug und Trug zu hantieren. Sämtliche Instrumente, die der Satan da bereithält, scheinen willkommen.

Da hilft dann wenn überhaupt nur mittelfristig die christliche Erkenntnis, dass der Diabolos auch aus tausend Lügen keine Wahrheit zimmern kann. Was, wenn allzu viele von den Mitläufern und Angsthasen der Diktatur des Relativismus  bereitwillig rückgradlos glauben, was ihnen da geschickt und angstmachend diktiert wird!?

Aber: Aus der Geschichte wissen wir, dass Diktaturen irgendwann zusammenbrechen. Angst ist niemals stabil. Der Geist will letztlich Freiheit und sehnt sich nach Wahrheit.

„Christen sind Apostel der Wahrheit“

Christen sind berufen, freiheitsliebende Apostel der Wahrheit zu sein. Unterschiede zu erkennen und zu benennen, ist keine Diskriminierung. Aber gelebte Toleranz! Angstfrei. In Respekt. Die Diktatur des Relativismus, der manche dünnen „Familienpapiere“ ergebendst dienen, ist nichts Christliches. Die mutige Liebe zu Christus und seiner Botschaft und dem in Freiheit verankerten christlichen Menschenbild hingegen sehr wohl.

Denn christlich ist nicht, Freiheit von der Feigheit auffressen zu lassen. Christlich ist: Freiheit frisst Feigheit. Komplett. Es gilt, was schon früher galt: Et si omnes, ego non. Und wenn es alle machen – ich nicht!

Gut, dass es Radio Horeb und das katholische Fernsehen K-TV gibt! Wir helfen gerne bei der Orientierung, auf die Diktatur nicht hereinzufallen und stark zu werden gegen Lug und Trug.

In diesem Sinne: Eine gesegnete, eine starke Zeit!          


Die Ehe ist eine Stiftung des Ewigen

„Gilt die Bibel nicht mehr in der evangelischen Kirche?“  – Diese besorgte Frage stellt der Osnabrücker Theologieprofessor Horst Georg Pöhlmann in einer Stellungnahme zum umstrittenen „Familienpapier“ der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland). 120505416_B_Judy und Mike in der Kirche

Pöhlmann zufolge ist die Ehe  –  entgegen der Darstellung in der Orientierungshilfe des Rates der EKD  –  eine „göttliche Stiftung“. Das werde mehrfach in der Bibel bezeugt. Pöhlmann gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA: „Jesus sagt ausdrücklich von der Ehe, Gott hat die beiden Ehepartner zusammengefügt“ (Mt 19,6).

Nach Meinung des Stuttgarter Theologieprofessors Rainer Mayer zeigt das Papier, dass offenbar „eine zielstrebig agierende Lobby-Gruppe das Schiff der EKD geentert“ habe und nun endgültig für sich kapern wolle.

Der EKD-Protestantismus in seinen oberen Vertretern spreche nicht mehr für die evangelischen Gemeinden, schreibt er im Informationsbrief der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“. 

Wo die Kirche aufhöre, die Ehe in Obhut zu nehmen, „hört sie damit zugleich auch auf, Kirche zu sein“. Mayer rät der EKD, das Papier möglichst schnell einzustampfen, „um die bereits geschehene Blamage noch in Grenzen zu halten“.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA