„Was ist die Ehe wert?“ – Evangelikale Antwort auf das EKD-„Familienpapier“

Programmatische Stellungnahme des Gemeindehilfsbundes:

Die im Juni 2013 erschienene Familienschrift der EKD fordert dazu auf, „Familie neu zu denken und die neue Vielfalt von privaten Lebensformen unvoreingenommen anzuerkennen und zu unterstützen“. Diese Aufforderung wird von der Verfasser-Kommission „als eine normative Orientierung“ verstanden, d.h. als neue Norm und Aufgabe evangelischer Ethik.

Zur Begründung heißt es „Die traditionellen Leitbilder halten den neuen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft sowie den vielfältigen Erwartungen an Familien nicht mehr stand“.  – Die Ehe ist also nach Meinung der Verfasser den Anforderungen der modernen Gesellschaft letztlich nicht mehr gewachsen. Demzufolge wird am christlichen Ehebild massive Kritik geübt. 120505518_B_July und Mike mit Rahmen

1. Die in der Bibel bezeugte Einsetzung der Ehe durch Gott wird bestritten. „Ein normatives Verständnis der Ehe als ‚göttliche Stiftung‘ und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Schöpfungsordnung“ wird wegen „der historischen Bedingtheit des familiären Zusammenlebens“ in den biblischen Erzählungen abgelehnt. (1)

2. Die biblische Zuordnung von Mann und Frau in der Ehe wird als zeitbedingt und überholt zurückgewiesen. Das Hilfesein der Frau und das Hauptsein des Mannes werden problematisiert. Den biblischen Texten wird unterstellt, dass sie eine „Geschlechter-Hierarchie“ und eine „Dominanz des Mannes“ in Kirche und Theologie etabliert hätten. (2)

3. Die Ehe ist in der Familienschrift nur noch eine Lebensform unter vielen anderen, ein zwischenmenschlicher, jederzeit auflösbarer Vertrag, durch den man sich gegenseitige Hilfe zusichert. „Die evangelische Kirche würdigt die Ehe als besondere Stütze und Hilfe, die sich auf Verlässlichkeit, wechselseitige Anerkennung und Liebe gründet“. Das Versprechen lebenslanger Treue wird dabei als Zumutung empfunden. (3)

Angesichts dieser eheabwertenden Auffassungen entsteht die Frage, was eigentlich die Ehe gegenüber anderen Lebensformen von Mann und Frau auszeichnet und worin ihr spezifischer Wert liegt. Diese Broschüre „Was ist die Ehe wert?“ gibt Antwort:

1.) Die Ehe  –  eine göttliche Stiftung und Wohltat

Als Gott am Anfang Mann und Frau erschuf und einander zuführte, hat er die Ehe als lebenslange Gemeinschaft von Mann und Frau eingesetzt (1 Mose 2,4b-25). Indem er beide mit Fruchtbarkeit segnete, gab er ihnen die Fähigkeit, Nachkommen zu zeugen und zu erziehen (1 Mose 1,28).

Jesus hat die göttliche Stiftung der Ehe bestätigt. In einem Streitgespräch mit den Pharisäern stellte er fest „Der am Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau“ (Mt 19,4).

Auch der Epheserbrief bekräftigt die göttliche Stiftung der Ehe. In Eph 5,31 wird 1 Mose 2,24 zitiert, wo die eheliche Verbindung von Mann und Frau auf Gottes Willen zurückgeführt wird. Nach Eph 5,32 ist am ehelichen Einssein von Mann und Frau die geistliche Einheit von Christus mit seiner Gemeinde ablesbar. Es gibt also keinen Zweifel, dass die Bibel Alten und Neuen Testaments ein „normatives Verständnis der Ehe als göttliche Stiftung“ hat. Wer das nicht sieht, ist blind vor der Realität.

Im Großen Katechismus rühmt Luther den Ehestand als den „allgemeinsten, edelsten Stand, der durch den ganzen Christenstand, ja durch alle Welt geht und reicht“. Gott hat ihn „als einen göttlichen, seligen Stand“ eingesetzt und „vor allen Ständen aufs reichlichste gesegnet“.

„Darum habe ich immerdar gelehrt, dass man diesen Stand nicht verachte noch gering schätze, wie die blinde Welt und unsere falschen Geistlichen tun, sondern ihn nach Gottes Wort ansehe, mit dem er geschmückt und geheiligt ist, so dass er nicht nur anderen Ständen gleichgesetzt ist, sondern vor und über sie alle geht, es seien Kaiser, Fürsten, Bischöfe und wer sie wollen.“ (4)

Wenn wir nach der Wohltat der Ehe fragen, müssen wir die Grundbedürfnisse der menschlichen Seele kennen. Jeder Mensch braucht Grunderfahrungen von Heimat, Treue und Geborgenheit, denn er lebt in einer Welt, die ihm keine dauerhafte Heimat, keine absolute Treue und keine letzte Geborgenheit in den Nöten seines Lebens bietet.

Um ihm diese Erfahrungen zu geben, hat Gott in seiner Fürsorge und Weisheit zwei Gemeinschaftsformen gestiftet, die Ehe und die christliche Gemeinde. Durch die Ehe segnet er die ganze Menschheit, den Segen der Gemeinde erfahren diejenigen, die kraft Taufe und Glauben zu Christus gehören. kt2012-p1110153

Natürlich können Ehe und Gemeinde keine vollkommene Heimat, Treue und Geborgenheit vermitteln, denn sie werden von fehlbaren Menschen gestaltet, aber sie können trotzdem einen Vorgeschmack auf die himmlische Herrlichkeit geben, wo die Erlösten die vollkommene Treue und Geborgenheit Gottes empfangen. Deswegen kann man Ehe und Gemeinde als göttliche Stiftungen nicht hoch genug schätzen.

Dabei sollte klar sein, dass nur die öffentlich auf Lebenszeit geschlossene Ehe von Mann und Frau diese Grunderfahrungen vermitteln kann. Nur wenn sich beide verbindlich und d.h. öffentlich die lebenslange Treue zusprechen und ihr Versprechen mit Gottes Hilfe einlösen, wird die Ehe zur Wohltat und schenkt Heimat und Geborgenheit. Ebenso sollte klar sein, dass der Segen Gottes für die Ehe eben nur der Ehe von Mann und Frau gilt und nicht den immer üblicher werdenden anderen sexuellen Lebensformen, zu denen sich Menschen zusammenschließen.

Es gehört zu den grundlegenden theologischen Fehlern der EKD-Familienschrift, dass sie „die neue Vielfalt von privaten Lebensformen“ der Ehe gleichstellt, sie kirchlich legitimiert und dadurch den Eindruck vermittelt, dass auch sie in gleicher Weise unter Gottes Segen stehen. (5)

Es wird nicht mehr unterschieden zwischen Lebensformen, die Gott eingesetzt hat und die damit unter seinem Segen stehen, und solchen, zu denen sich Menschen eigenmächtig zusammenschließen. Ulrich Eibach stellt dazu fest, dass es nach dieser „Legitimationsethik“ überhaupt keine Lebensform mehr gibt, „die man als Missachtung des Gebots Gottes, als Sünde bezeichnen kann und darf. Ethik wird so immer mehr zur Legitimation des faktisch gelebten Lebens, zur Bestätigung menschlicher Wünsche“ (6.)

Die Folge dieser kirchlichen Gleichstellung aller Lebensformen hat Gerhard Müller gezeigt: „Wir kehren zurück in die hellenistische, vorchristliche Zeit. Auch damals lebten die Menschen vielfältig. Es war die jüdisch-christliche Lehre, die den Hedonismus zurückdrängte, den Wunsch, sich das Leben so angenehm wie möglich zu machen.“ (7)

Wir können festhalten: Die Ehe ist von Gott gestiftet und steht unter seinem Segen. Andere Formen des sexuellen Umgangs und Zusammenlebens werden in der Bibel zurückgewiesen bzw. unter Strafe gestellt (1 Kor 6,9; Gal 5,21; Kol 3,5f.).

2.) Die Zuordnung von Mann und Frau: ein geniales Konzept Gottes

Mit großer Anmaßung („Heute wissen wir…“) zieht die EKD-Familienschrift gegen die von Gott verfügte unterschiedliche Bestimmung von Mann und Frau zu Felde. In den biblischen Schöpfungsberichten spiegele sich eine „Geschlechter-Hierarchie“, in einigen biblischen Texten würde sich „die Dominanz des Mannes“ abbilden, das „Schöpfungsgeschehen“ sei „vom Mann her gedacht“, die Frau werde „als ‚Gefährtin‘ des Mannes“ verstanden, die biblischen Erzählungen würden u.a. von „einem überholten Rollenverständnis“ zeugen. (8) 

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Diese Klischee-Urteile sind sämtlich falsch. Was sagen die biblischen Texte wirklich zur göttlichen Bestimmung von Mann und Frau?

Dem Ehemann wird die Aufgabe übertragen, für seine Frau Verantwortung, Schutz und Fürsorge zu übernehmen. Die Bibel verwendet dafür den Begriff „Haupt“. Was er bedeutet, wird aus 1 Kor 11,3 deutlich, wo vom Hauptsein Gottes für Christus die Rede ist. Als Haupt Christi gibt Gott alles, was er ist und hat, seinem geliebten Sohn. Was das heißt, steht sehr schön und anschaulich in Hebr 1,1-5.

Gott überträgt ihm sein ganzes Erbe, er erschafft durch ihn die ganze Welt, er gibt ihm vollen Anteil an seinem göttlichen Charakter, er verleiht ihm die Kraft, den gesamten Kosmos in der Existenz zu halten, er reinigt durch ihn die Menschheit von den Sünden, und er bestätigt seinem Sohn seine Vaterschaft immer wieder aufs Neue. Das ist also das göttliche Hauptsein. Keine Spur von Dirigismus, von Beherrschen und bestimmender Dominanz. Vielmehr sehen wir bedingungslose Liebe, die alles für den anderen gibt.

An diesem liebevollen Hauptsein Gottes für Christus soll der Mann Maß nehmen und sein eigenes Haupt-sein ausrichten. Dabei wird er (und seine Frau!) allerdings bald merken, dass er damit restlos überfordert ist, weswegen ihm Eph 5,25 den Rat gibt, bei Christus hingebungsvolle Liebe zu lernen. Der liebende und verantwortungsfähige Mann ist eine Wohltat für seine Frau und Familie.

Wir merken: Gott hat sein Ehekonzept auf Christus hin entworfen, denn nur durch Christus kann der Mann sein Hauptsein in Liebe verwirklichen. Ohne die Liebe Christi verfällt er schnell der Versuchung, seine Frau und Kinder beherrschen zu wollen.

Der Ehefrau wird die Aufgabe übertragen, ihrem Mann zur Seite zu stehen (wie sie ja auch aus seiner „Seite“ entnommen ist, 1 Mose 2,21f.). Sie soll ihm durch Ermutigung und Ermahnung helfen, ein verantwortungsfähiger Mann zu werden. Aufgrund ihrer Berufung zur Schwangerschaft verfügt sie – selbst wenn sie niemals Mutter wird – über eine besondere soziale Kompetenz, die sie dazu in die Lage versetzt. Die Bibel verwendet an dieser Stelle den herausgehobenen und sonst fast nur auf Gott bezogenen Begriff der Hilfe bzw. des Helfers (1 Mose 2,18).

Wenn wir das Hilfe-sein der Ehefrau ernstnehmen, ergibt sich daraus logischerweise die Hilfsbedürftigkeit des Mannes. Manche Männer hören das nicht gern. Aber wenn man sich vergegenwärtigt, dass Gott die Frau aus dem Mann heraus geformt hat (was übrigens im Zeitalter der Molekularbiologie keineswegs eine absurde Vorstellung ist) und dass ihm nun ein Stück seines Wesens fehlt, dann versteht man das Angewiesensein des Mannes auf die Frau besser.

Das Hilfesein der Ehefrau ist keine Degradierung für sie, sondern eine unerhörte Aufwertung. Sie besitzt damit den Schlüssel zur Seele und zum Charakter ihres Mannes, sie ist in der Lage, ihm zu helfen, ein wirklicher Mann nach dem Bild Gottes zu werden. Viele Frauen haben leider ihre entsprechenden Bemühungen resigniert aufgegeben. Sie haben vergessen, Gott um Weisheit zu bitten (vgl. Jak 1,5).

Wir merken also auch im Blick auf die Frau, dass Gott seine Zuordnung der beiden Geschlechter auf Christus hin entworfen hat. Nur mit Christi Hilfe kann Gottes Konzept vom Mannsein und Frausein verwirklicht werden. Ohne Christus verfällt die Frau schnell in Resignation, oder sie versucht, ihren Mann zu dominieren, oder sie geht eigene Wege, um sich zu „verwirklichen“.

Gottes Konzept findet in unserer Zeit nicht viele offene Ohren. Darüber sollte sich niemand wundern. Wer den postmodernen Traum der Autonomie des Individuums träumt, fühlt sich durch diese Zuordnung der Geschlechter schnell fremdbestimmt.

Dietrich Bonhoeffer hat das vorhergesehen: „Es sind ungesunde Zeiten und Verhältnisse, in denen die Frau ihren Ehrgeiz darin sucht, zu sein wie der Mann, und der Mann in der Frau nur das Spielzeug seiner Herrschsucht und Freiheit erblickt. Es ist der Beginn der Auflösung und des Zerfalls aller menschlichen Lebensordnungen, wenn das Dienen der Frau als Zurücksetzung, ja als Kränkung ihrer Ehre, und die ausschließliche Liebe des Mannes zu seiner Frau als Schwäche oder gar als Dummheit angesehen wird.“ (9)

Wer hingegen das Hauptsein des Mannes und das Hilfesein der Frau als göttliche Verheißung und als lohnende Lernaufgabe begreift, der hat den Schlüssel zu einem gelassenen und frohmachenden Miteinander der Geschlechter gefunden.

3.) Ein Leben lang – mit Gottes Hilfe

Nach Auffassung der EKD-Familienschrift gründet sich die Ehe „auf Verlässlichkeit, wechselseitige Anerkennung und Liebe“ (10). Ähnlich heißt es schon im Pfarrdienstgesetz der EKD von 2010, dass kirchliche Amtsträger „in ihrer Lebensführung im familiären Zusammenleben und in ihrer Ehe“ an „Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und gegenseitige Verantwortung“ gebunden sind. (11)

Wir haben hier eine rein anthropologische Ehebegründung vor uns. Menschen „suchen nach verlässlichen Partnerinnen und Partnern“, Menschen sollen „einander zu verlässlichen Bündnispartnern und zum Segen werden“, der Mensch ist derjenige, durch den die Ehe „gestaltet werden muss.“ media-358103-2

Aber: welch eine Verkennung der menschlichen Kräfte und Möglichkeiten! Welch eine Verkennung der Macht der Sünde! Als ob der Mensch aus eigener Kraft ein Leben lang eheliche Treue und Liebe aufbringen könnte! Bei solch einem Ansatz sind Enttäuschung und Verzweiflung schon vorprogrammiert.

Mit Wolfhart Pannenberg muss man einer solchen Begründung der Ehe „auf die Liebesgemeinschaft der Partner“ deutlich widersprechen:

„Im christlichen Verständnis ist die Ehe gerade nicht auf die gegenseitige Zuwendung der Partner und auf ihr Gefühl der Zusammengehörigkeit gebaut, obwohl der Entschluss zur Ehe davon ausgehen mag. Die Dauerhaftigkeit der christlichen Ehe gründet darin, dass sie vor Gott geschlossen wird. In ihr erneuert sich darum die liebende Zuwendung der Partner immer wieder aus der vergebenden Liebe Christi. Dadurch wird es möglich, der Unvollkommenheit des Partners ebenso wie dem Bewusstsein der eigenen Unvollkommenheit standzuhalten und aus der Erfahrung gegenseitigen Verstehens und gegenseitiger Vergebung ein vertieftes Bewusstsein der Verbundenheit zu gewinnen.“ (12)

Es gibt in einer der schönsten Ehegeschichten der Bibel, wie Isaak seine Frau Rebekka bekam, eine kurze Bemerkung, die diese Einsicht auf den Punkt bringt: „…sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb“ (1 Mose 24,67). Nicht die Liebe trägt die Ehe, sondern die Ehe die Liebe. Nicht wir sind es, die eine eheliche Verbindung „verlässlich“ machen, sondern Gott.

Wie äußert sich die EKD-Familienschrift zum notvollen Thema Ehescheidung?  –  Anstatt Ehepaaren in einer Ehekrise seelsorgerlich Mut zu ihrer Überwindung zu machen und einen Neuanfang der Ehe durch Beichte und Vergebung zu eröffnen, spricht sie unter merkwürdiger Bezugnahme auf Gal 3,26-28 von der „Freiheit, die Schicksalhaftigkeit familiärer und sozialer Bindungen aufzulösen, den eigenen Lebensentwurf zu gestalten, der eigenen Berufung zu folgen und sich aus eigener Entscheidung in neue Bindungen zu stellen.“ (13)

Die reformatorische „Freiheit eines Christenmenschen“ wird hier zur Freiheit, den eigenen Lebensentwurf notfalls auf Kosten anderer durchzusetzen. Wenn man meint, die eigene Ehe könnte der persönlichen Lebensplanung im Weg stehen, dann kann man sie nach dieser Definition von Freiheit durchaus wieder verlassen. Krasser kann man christliche Freiheit nicht verkennen.

Die Bibel geht an das Thema Scheidung ganz anders heran. Sehen wir uns einmal die Bemühungen Gottes an, mit denen er versucht, die Ehe ein Leben lang zu schützen und zu gewährleisten.

In 1 Mose 2,24 heißt es wörtlich, dass Gott Mann und Frau in der Ehe aneinander „anklebt“. Er kennt die zentrifugalen Kräfte, die an der Ehe rütteln, nur zu gut. Aber weil er in seiner Weisheit und Liebe den Eheleuten ihr ganzes Leben lang Heimat, Treue und Geborgenheit vermitteln möchte, fügt er sie ganz fest zusammen, körperlich, seelisch, geistlich.

Mit dem Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“ stellt er sich schützend vor die Ehe, wehrt Angreifer ab und bedroht sie mit dem Ausschluss aus dem Reich Gottes (1 Kor 6,9).

Jesus sagt klipp und klar, dass die Ehe eine lebenslange Stiftung und Wohltat Gottes ist und nicht geschieden werden soll: „Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden“ (Mt 19,6).  (14)

Paulus verbietet den Christen genauso eindeutig die Scheidung ihrer Ehe (1 Kor 7,10f).

Doch das allerstärkste Bollwerk gegen jegliche Eheresignation hat Jesus in seinen Ich-bin-Worten aufgerichtet. „Ich bin der Weg“ (Joh 14,6)  –  dieses Wort fegt alle Enttäuschung, Resignation und Verzweiflung hinweg. Wenn Jesus Christus der Weg ist, dann hat er auch einen Weg aus jeder Ehekrise. Der Weg mag verschüttet sein, Geröll aus vielen Jahren mag darauf liegen. Aber der Weg ist vorhanden.

Es gilt dann, die Geröllmassen wegzuräumen, allein, zu zweit, durch Vergebung, mit Hilfe eines Seelsorgers. „Gott ruft dem, was nicht ist, dass es sei“ (Röm 4,17). Wo keine Liebe, keine Hoffnung, kein Glaube mehr da ist, dort kann Neues entstehen, denn Gott ist ein schöpferischer Gott.

Fazit

Die Ehe ist eine gute Schöpfungsordnung Gottes. Gott hat sie gestiftet als großartigen Lebens- und Kommunikationsraum für das Miteinander der beiden Geschlechter. Er hat sie beschenkt mit der Weitergabe des menschlichen Lebens.

Mann und Frau haben unterschiedliche Stärken und Schwächen und können sich hervorragend ergänzen. Aber Gottes Vorgaben für den Ehemann und die Ehefrau können aus eigener Kraft nicht erfüllt werden. Geduld, Barmherzigkeit, Hoffnung, Weisheit, Vergebungskraft, die Liebe Gottes, das hat niemand in ausreichendem Maß in sich. Insofern treibt die Ehe ins Gebet und zu Christus. Er ist der Weg, er kennt für jede Ehe gangbare Wege.

Mit Gottes Hilfe wird die Ehe haltbar. Ehescheidungen müssen nicht sein. Kranke Beziehungen können heil werden. Die Freude aneinander kann wiederkehren.

Die Ehe hat alle bisherigen Angriffe überstanden. Sie wird Bestand haben, bis Jesus wiederkommt. Wir Christen sollten den Dreieinigen Gott immer wieder loben und ihm danken für die Wohltat der Ehe. Und wir sollten unsere Stimme erheben gegen alle Versuche, sie zu verändern und zu zerstören. (15)

Pastor Dr. Joachim Cochlovius, Leiter des Gemeindehilfswerks

Anmerkungen:

(1) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken. Eine Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Gütersloh 2013, S. 54 und 58.
(2) a.a.O. S. 56 und 58.
(3) a.a.O. S. 143 und 56. Dass die Ehe nur ein Vertrag sei, wurde erst durch Immanuel Kant („Metaphysik der Sitten“) zur allgemeinen Auffassung.
(4) Die Bekenntnisschriften der evang.-luth. Kirche, 2. Aufl. Göttingen 1955, S. 612f. Wenn Luther in seinem Traubüchlein von 1529 die Hochzeit und den Ehestand ein „weltlich Geschäft“ nennt, will er sagen, daß Gott die Ehe für alle Menschen, Christen und Nichtchristen, gestiftet hat und demzufolge die Trauungszeremonien und Ehegesetze Sache des Staates sind. Dass nach Luther die Ehe von Gott eingesetzt ist, geht auch aus dem folgenden Zitat aus seinem Genesiskommentar von 1536 hervor: „Eine legitime Verbindung von Mann und Frau beruht nämlich auf göttlicher Anordnung und ist eine göttliche Institution“ (WA Bd. 45,100).
(5) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 141 und 143.
(6) U. Eibach, Ethische Normativität des Faktischen? Kritische Stellungnahme zur Orientierungshilfe der EKD; http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=9733
(7) G. Müller, Postmoderner Rat. Der breite Weg der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=9796
(8) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 56-59.
(9) D. Bonhoeffer, Traupredigt aus der Zelle (1943); http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=9736
(10) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 143; 65; 7; 63.
(11) PfDG.EKD § 39.
(12) W. Pannenberg, Anthropologie in theologischer Perspektive, Göttingen 1983, S. 430f.
(13) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 61
(14) Die Ausnahmeklausel in Mt 5,32 und 19,9 bezieht sich wahrscheinlich auf die im A.T. strikt verbotene Ehe unter Blutsverwandten, wie sie z.B. König Herodes Antipas z.Zt. Jesu führte.
(15) Zum Gesamtthema Ehe vgl. auch Joachim Cochlovius, Lieben und Helfen. Ein Eheseminar. 6. Aufl. 2010; Der Bund fürs Leben, 10-teiliges Ehe-Seminar auf 3 DVD mit J. Cochlovius. Beides erhältlich in der Geschäftsstelle des Gemeindehilfsbundes.

Zustimmende Verbände, Vereine und Gemeinden:

Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC)
Christus Bewegung Baden
CVJM Winterlingen
Die Apis-Evang. Gemeinschaft Rutesheim
Evang. Gemeinschaftsverband Herborn
Evang. Gemeinschaftsverband Siegerland-Wittgenstein e.V.
Evang.-Luth. Gebetsgemeinschaft
Evang.-Luth. Elia-Kirchengemeinde Langenhagen
Evang.-Luth. Kirchengemeinde Berg/Oberfranken
Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Jakobi Itzehoe
Evang.-Luth. Kirchengemeinde zum Guten Hirten Elmshorn
Evang. St. Martini-Gemeinde Bremen
Evange. Vereinigung für Bibel und Bekenntnis in Hessen und Nassau
Gemeinschafts-Diakonissenmutterhaus Hensoltshöhe
Kirchl. Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern
Kirchl. Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Evang.-Luth. Kirche in Norddeutschland
Mecklenburger Gemeinschaftsverband
Netzwerk bekennender Christen Pfalz (NbC)
Pregizer-Gemeinschaft Baden-Württemberg
Sächsische Bekenntnis-Initiative

Die Broschüre “Was ist die Ehe wert?” kann hier heruntergeladen oder in der Geschäftsstelle des Gemeindehilfsbundes, Mühlenstr. 42, 29664 Walsrode (info@gemeindehilfsbund.de) bestellt werden.  – Kosten: bis 20 Exemplare kostenlos, darüber gegen Spende.

Quelle: gemeindenetzwerk.org


Martin Lohmann über das „süße Gift des Relativismus“

Heutiger Wochenkommentar Lohmanns in „Radio Horeb“ 

Liebe Hörerinnen und Hörer,

heute hätte ich Ihnen eigentlich gleich mehrere Wochenkommentare anzubieten. Denn: Die Themenlage ich so bunt. Über die Qual der Wahl für überzeugte Christen in genau vier Wochen könnten wir reden  –  und feststellen, dass es recht schwierig geworden ist, hier richtig zu entscheiden. 

M. Lohmann

M. Lohmann

Das „C“ im Parteinamen garantiert längst nicht mehr ein christliches Profil. Aber ich wette, zu diesem Thema haben wir noch viele Gelegenheiten. Klar, ich könnte auch noch einmal deutlich hinweisen auf den Marsch für das Leben, zu dem wir uns genau heute in vier Wochen in Berlin treffen werden, also einen Tag vor der Bundestagswahl, um ein beeindruckendes Zeugnis aller Generationen für das Leben zu geben.

Ich freue mich schon, möglichst viele von Ihnen mittags vor dem Kanzleramt begrüßen zu können. Am 21. September!

Aufgreifen will ich aber etwas anderes, wozu mich das Vatican-Magazin gebracht hat. Dort bin ich in einem Beitrag der Frage nachgegangen, wie sehr uns die Diktatur des Relativismus allenthalben schon im Griff haben will. Wer aufmerksam ist, wird deren Spuren überall entdecken können.

Ich lade Sie also ein, mit mir auf eine konkrete Spurensuche zu gehen. Unter dem Titel: Feigheit fressen Freiheit auf.

Das süße Gift des Relativismus ist tiefer eingedrungen als vermutet. Wer genau hinschaut, muss erkennen: Es herrschen perfide Wahrheitsphobie und Intoleranz im Namen einer entleerten Aufklärung und einer missbrauchten Gleichberechtigung.

Auch Christen sind vom mentalen Anti-Immun-Virus infiziert. Und im Ergebnis haben wir eine perfide moderne Christenverfolgung und die Zerstörung des christlichen Menschenbildes.

„Diktatur: Angst vor der Wahrheit“

Ach ja: Woran erkennt man eine Diktatur? Da gibt es viele Hinweise. Und eigentlich ist es ziemlich einfach. Denn in Diktaturen herrschen Angst vor der Wahrheit, Angst vor der Freiheit, Angst vor Toleranz, Angst vor Respekt, Angst vor der Menschenwürde, Angst vor Ehrlichkeit, Angst vor Diskussionen, Angst vor Meinungs- und Redefreiheit.

Weil Unfreiheit, Unsicherheit, Komplexbeladenheit und tief sitzende Selbstzweifel subcutan vorherrschen, müssen sie geradezu zwanghaft verborgen und geleugnet werden. Der Schutz für diese Neurose, die letztlich eine Phobie vor dem Menschen und seiner Berufung zu Freiheit und Verantwortung ist, besteht in der Aggression gegen alles, was eben mit Freiheit, Verantwortung und  –  sprechen wir es mutig und gelassen aus  –  mit Schöpfungsordnung zu tun hat. Diktaturen sind also letztlich angstbesessene Angstmacher.

Ob Benedikt XVI. genau das gemeint hat, als er vor und während seines Pontifikats von der Diktatur des Relativismus sprach und vor ihren Auswirkungen warnte? Ob er bereits ahnte, dass selbst die Ökumene zwischen Katholiken und Evangelischen schon bald Opfer dieser Diktatur werden könne?

„Die Ökumene scheint schwieriger zu werden“

Denn sicher ist: Die Sache mit der Ökumene scheint schwieriger zu werden. Während sich manche auf das Gedenken der Spaltung vorbereiten, einige gar davon träumen, daraus ein Jubiläum zu machen, werden wichtige Wegstrecken dorthin offenbar sehenden Auges kräftig verbaut.  Die so genannte Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche zu Fragen der Ehe  –  oder sollte man sagen: das Desorientierungspapier  –  ist ein betrüblicher Beweis für einen höchst bedenklichen Zustand bestimmter Teilchristentümer in der Mitte Europas.

Was da als neues Familienbild verkündet wurde, ist der Abschied von der Schöpfungsordnung, von Jesus Christus, von der Schrift und letztlich von einer ernstzunehmenden Ökumene, in der sich verschiedene Konfessionen eigentlich darum zu bemühen haben, in Treue zur Wahrheit des Gottessohnes diesem immer näher zu kommen – und somit einander.

Die im „Familienpapier“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vollzogene Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der richtigen Ehe von einem Mann mit einer Frau ist eine skandalöse Verbeugung vor einer kleinen, aber offenbar angsteinflößenden Gruppe von Menschen, die eine bestimmte sexuelle Neigung zum Alleindeutungsmerkmal ihrer selbst intolerant und unter Zerstörung klarer Denkstrukturen einfordern. Und die jeden diskriminierend der Intoleranz oder Diskriminierung bezichtigen, der sich noch wagt, hier Kritik zu üben.

Schöpfungsplan: Ehe zwischen Mann und Frau

Eine Verbeugung vor dem Gottessohn Jesus Christus, der eindeutig und konsequent auf den Schöpfungsplan des Vaters hinwies, als er die unauflösliche Ehe zwischen Mann und Frau verbindlich erklärte, ist das „Familienpapier“ der EKD wahrlich nicht. Eher schon ein despektierlicher Fußtritt. 120505209_B_July und Mike

Es gibt  –  leider bis in die Kirchen hinein  –  inzwischen viel Verleugnung, Verleumdung, Aggression, Einschüchterung gegen Toleranz, Anstand, Freiheit und Achtung. Und all das hat auch mit der Psychologie des antireligiösen Affektes zu tun, der gleichsam das Schmieröl für die Diktatur des Relativismus ist. Und mit einem gekränkten Narzissmus des modernen Menschen und seinem allzu brüchigen Selbstwertgefühl der Gottlosigkeit.

Offenbar fühlen sich solche Menschen regelrecht bedroht von Menschen, die sich darum bemühen, aus ihrem Glauben heraus zu leben und andere zu tolerieren.

Also Vorsicht, liebe Hörerinnen und Hörer: Sie und ich sind für manche im Grunde genommen schwache und ängstliche Menschen eine Bedrohung, weil wir an Gott glauben und versuchen, uns nach ihm auszurichten, Seine Wahrheit in die Welt zu tragen.

 Es gibt tatsächlich viel irrationale Aggression gegen Religion und vor allem Menschen, die anderen, schwachen Gestalten offenbar schon ein Dorn im Auge sind, wenn sie aus ihrem Glauben heraus eine gewisse Verlässlichkeit und Stabilität wie auch ein verankertes Selbstwertgefühl zu zeigen in der Lage sind.

Neid auf religiös gefestigte Menschen? Geradezu pubertierende Eifersucht auf jene, die zu zeigen bereit sind, dass ein Leben aus dem Glauben möglich ist? Dass Vertrauen auf und in Gott wirklich lebbar ist?

„Es gibt die Kains auch heute noch“

Kain hat genau deshalb Abel erschlagen. Die Wirklichkeit, die wir erleben, ist uralt und seit Urzeiten wahr. Und es gibt diese Kains auch heute noch. Und sie finden Mitläufer. Überall. Auch in den Kirchen. Leider.

Entstanden ist ein System der Angst – vor Klarheit und Wahrheit in dem vorpubertärem Empfinden, auf jeden Fall politisch korrekt sein zu müssen  –  was immer das auch sei. Wer sich mutig kritisch äußert, läuft sofort Gefahr, in der Diktatur der Verwirrung und geistigen Entwurzelung in eine Ecke gedrängt zu werden.

Diskriminierung, Intoleranz, Rufmord. Das sind die Mittel dieser wie jeder echten Diktatur. Dazu gehört auch die tatsächliche Zerstörung der Ehe als Ehe  –  durch Entwertung, weil man nicht Vergleichbares vergleicht und somit einzigartig Kostbares beschädigt.

Da ist es dann nur noch folgerichtig, dass alles, aber auch wirklich alles dieser altneuen Ideologie und Diktatur geopfert wird und sich selbst Kirchenleute nicht mehr trauen, etwa in der Frage des Adoptionsrechtes gleichgeschlechtlicher Paare einmal nach dem Kindeswohl zu fragen. Denn dieses braucht, das wissen wir nicht erst seit den leider allzu berechtigten Warnungen von Christa Meves, Vater und Mutter. Am besten Originalvater und Originalmutter in einer Original- und Erstfamilie!  

Und die Kritiker? Sie werden kräftig verleumdet, man nimmt ihnen Lehraufträge unter dem Hinweis auf angebliche Empörungsdebatten, die man freilich selbst inszeniert unter Studenten, unterstellt ihnen Homophobie, die dann auch jeder vorsichtshalber einmal glaubt, um nicht selbst ins Kreuzfeuer zu geraten.

Die Klarheit der Offenbarung Gottes

Also noch einmal: Es passiert all das, was eine Diktatur beherrscht: Rufmord, Verleumdung, Unterstellungen, Fälschungen und Hass. Diejenigen, die selbst als Wahrheitsphobe eine geradezu panische Angst vor allem haben, das mit Gott und der von ihm geoffenbarten Klarheit zu hat, können nicht anders, als mit Lug und Trug zu hantieren. Sämtliche Instrumente, die der Satan da bereithält, scheinen willkommen.

Da hilft dann wenn überhaupt nur mittelfristig die christliche Erkenntnis, dass der Diabolos auch aus tausend Lügen keine Wahrheit zimmern kann. Was, wenn allzu viele von den Mitläufern und Angsthasen der Diktatur des Relativismus  bereitwillig rückgradlos glauben, was ihnen da geschickt und angstmachend diktiert wird!?

Aber: Aus der Geschichte wissen wir, dass Diktaturen irgendwann zusammenbrechen. Angst ist niemals stabil. Der Geist will letztlich Freiheit und sehnt sich nach Wahrheit.

„Christen sind Apostel der Wahrheit“

Christen sind berufen, freiheitsliebende Apostel der Wahrheit zu sein. Unterschiede zu erkennen und zu benennen, ist keine Diskriminierung. Aber gelebte Toleranz! Angstfrei. In Respekt. Die Diktatur des Relativismus, der manche dünnen „Familienpapiere“ ergebendst dienen, ist nichts Christliches. Die mutige Liebe zu Christus und seiner Botschaft und dem in Freiheit verankerten christlichen Menschenbild hingegen sehr wohl.

Denn christlich ist nicht, Freiheit von der Feigheit auffressen zu lassen. Christlich ist: Freiheit frisst Feigheit. Komplett. Es gilt, was schon früher galt: Et si omnes, ego non. Und wenn es alle machen – ich nicht!

Gut, dass es Radio Horeb und das katholische Fernsehen K-TV gibt! Wir helfen gerne bei der Orientierung, auf die Diktatur nicht hereinzufallen und stark zu werden gegen Lug und Trug.

In diesem Sinne: Eine gesegnete, eine starke Zeit!          


Die Ehe ist eine Stiftung des Ewigen

„Gilt die Bibel nicht mehr in der evangelischen Kirche?“  – Diese besorgte Frage stellt der Osnabrücker Theologieprofessor Horst Georg Pöhlmann in einer Stellungnahme zum umstrittenen „Familienpapier“ der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland). 120505416_B_Judy und Mike in der Kirche

Pöhlmann zufolge ist die Ehe  –  entgegen der Darstellung in der Orientierungshilfe des Rates der EKD  –  eine „göttliche Stiftung“. Das werde mehrfach in der Bibel bezeugt. Pöhlmann gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA: „Jesus sagt ausdrücklich von der Ehe, Gott hat die beiden Ehepartner zusammengefügt“ (Mt 19,6).

Nach Meinung des Stuttgarter Theologieprofessors Rainer Mayer zeigt das Papier, dass offenbar „eine zielstrebig agierende Lobby-Gruppe das Schiff der EKD geentert“ habe und nun endgültig für sich kapern wolle.

Der EKD-Protestantismus in seinen oberen Vertretern spreche nicht mehr für die evangelischen Gemeinden, schreibt er im Informationsbrief der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“. 

Wo die Kirche aufhöre, die Ehe in Obhut zu nehmen, „hört sie damit zugleich auch auf, Kirche zu sein“. Mayer rät der EKD, das Papier möglichst schnell einzustampfen, „um die bereits geschehene Blamage noch in Grenzen zu halten“.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA


Zeitgeist oder Gottes Geist ? – Evangelische Klarstellung zum EKD-Familienpapier

Von Jörgen Bauer

Zeitgeist und Heiliger Geist schließen sich nach biblischen Zeugnis gegenseitig aus. Insbesondere im NT wird streng zwischen dem Geist der Welt und dem Geist Gottes geschieden. Nicht alleine Jesus nimmt hier ein scharfe Trennung vor. Unter anderem lesen wir bei Jakobus: “Ihr Abtrünnigen, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt, Feindschaft mit Gott ist?” (Jak 4,4)  slider3-640x360

Die Bibel ist ein sehr realistisches Buch und schildet ungeschminkt menschliches Verhalten –  und auch Gottes Gerichtshandeln. Der Mensch wird als (erlösungsbedürftiger) Rebell gegen Gottbeschrieben, der von Anfang an nicht nach Gott als der Quelle des Lebens fragt, sondern tut, was ihm gefällt, was sich bis zum heutigen Tage stets nachteilig auswirkt.

Patchwork-Familie Abrahams mit negativen Folgen

Die ganz und gar nicht unproblematische “Patchworkfamilie” des Abraham, die im EKD-Papier als positives Beispiel für die angeblich schon immer bestehenden vielfältigen Lebensformen erwähnt wird, ist tatsächlich die Folge des Unglaubens Abrahams, der Gottes Zusage auf einen eigenen Nachkommen “nachhelfen” wollte. DieFolgen sind bis heute in dem Konflikt zwischen den Nachkommen Ismails (Araber) und den Nachkommen Isaaks (Israel) zu spüren (vgl. 1 Mose 16 ff.).

Die Anpassung an den Zeitgeist hat eine lange Tradition. Es begann schon mit dem Götzendienst im Alten Israel, mit dem man sich an die kanaanitische Umwelt anpasste  –  und das setzt sich bis heute fort, in der “Reichskirche” des Dritten Reichs, in der “Kirche im Sozialismus” und jetzt in der “Orientierungshilfe” der EKD, die, wenn man genau hinsieht, ihre “Erkenntnisse”  –   ebenso wie der gängige Zeitgeist  –  aus den verkappten marxistischen Lehren der “Frankfurter Schule” zieht, in der es um die Gleichmacherei in allen Lebensbereichen und um die Nivellierung aller Unterschiede geht.

Die Bibel als Wort Gottes lehrt uns etwas ganz anderes: Es gibt Dinge, die sind richtig  –  und es gibt Dinge, die sind falsch  –  und dazwischen gibt es nichts. Das Wort Gottes wird hier mit einem Felsen verglichen, auf dem man sicher baut. Und dazu gehört die göttliche Schöpfungsordnung, wozu auch die Ehe zwischen Mann und Frau, samt den daraus hervorgehenden Kindern , als ursprüngliche und unverbrüchliche Ordnung gehört  –  und wo es nichts zu relativieren und gleichzuschalten gibt.

Wieder einmal geht man daran, die Welt verbessern und einen neuen Menschtyp schaffen zu wollen. Wie die Erfahrung zeigt, können solche Versuche immer nur in Katastrophen enden. Der Geist Gottes vernebelt hier nicht, sondern schenkt Klarheit und wirkliche Erkenntnis.   
JÖRGEN BAUER, 89520 Heidenheim, Am Jagdschlössle 15


Debatte zum umstrittenen Familienpapier der EDK führt zu einer „Reflexionssitzung“

Die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) rechnet mit einem länger anhaltenden Diskussionsprozess über die umstrittene „Orientierungshilfe“ zu Ehe und Familie, der sich im kommenden Jahr fortsetzen wird. 

Das am 19. Juni vom Rat der EKD veröffentlichte Papier hat heftige Reaktionen in der kirchlichen und weltlichen Öffentlichkeit hervorgerufen. Es rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild, das etwa auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften einschließt.

Die Orientierungshilfe ist selbst in den Reihen der EKD, besonders unter theologisch konservativen Protestanten, sowie in der katholischen Kirche auf meist heftige Kritik gestoßen, während es von der Mehrheit der evangelischen Prof. BeyerhausKirchenleiter verteidigt wird.

Die Ad-hoc-Kommission, die das Papier erarbeitet hat, werde noch einmal zu einer abschließenden „Reflexionssitzung“ zusammenkommen, schreibt Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx im Auftrag des EKD-Ratsvorsitzenden, Nikolaus Schneider, in einer Antwort auf einen Offenen Brief des Missionswissenschaftlers Prof. Peter Beyerhaus (siehe Foto).

Dieser hatte dem Ratsvorsitzenden den Rücktritt nahegelegt und das EKD-Papier als „Desorientierungshilfe“ bezeichnet. Die evangelische Kirche wende sich damit ab von dem „uns in der Bibel gewiesenen Leitbild der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau als Stiftung Gottes, des Schöpfers“ und fördere den sittlichen Verfall.

Frau Coenen-Marx, die der 14-köpfigen Ad-hoc-Kommission unter Vorsitz der früheren Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD) angehört, versichert Beyerhaus, dass auch seine Überlegungen „in den innerkirchlichen Diskurs eingehen werden“. Bei einigen Kritikern zeige sich der starke Wunsch, das Thema Ehe noch einmal verstärkt und differenziert in den Blick zu nehmen. 

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA: http://www.idea.de


Evangelische Kritik am EKD-Familienpapier: „Unredlicher Umgang mit der Bibel“

In der Samstags-Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen“ vom 13. Juli wurde folgende fundierte Leserzuschrift veröffentlicht, die wichtige Gedankengänge klar auf den Punkt bringt  –  und sich gegen die sog. „Orientierungshilfe“ der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) stellt:

Mit Erstaunen nehme ich zur Kenntnis, dass die Ehe zwischen Mann und Frau nun kein heiliger Bund fürs Leben mehr sein soll, sondern nur ein „weltlich Ding“. Jahrhunderte hat auch die evangelische Kirche heiratswilligen Brautleuten etwas ganz anderes erzählt; jetzt will man davon offenbar nichts mehr wissen. Wie praktisch, dann scheidet es sich künftig wohl auch viel leichter. 120505209_B_July und Mike

Beschämend ist auch, wie jetzt seitens der kirchlichen Funktionärselite händeringend nach homophilen Bibelstellen gefahndet wird. Das führt in letzter Konsequenz zu einem unredlichen Umgang mit dem Text der Heiligen Schrift. Davids Worte an seinen brüderlichen Gefährten Jonathan „Deine Liebe war mir köstlicher als Frauenliebe“ (2 Sam 1,26) werden nun in den Dunstkreis der Bisexualität gerückt. König David als zärtlicher Männerfreund  –  was gläubige Juden wohl dazu sagen werden?

An dieser Stelle wird auch klar, warum von der EKD kein echter Bibelwissenschaftler bei der Ausarbeitung dieser Orientierungshilfe hinzugezogen wurde. Der hätte vermutlich nur gestört, wenn von den Zeitgeist-Theologen wohlweislich anderslautende Bibelstellen unterschlagen werden…

Ich meine: Eine Religion, die Glaubenssätze in ein willkürliches Belieben stellt, die situativ mal so und mal anders interpretiert werden können, läuft Gefahr, nicht nur ihren Wahrheitsanspruch, sondern letztlich auch sich selbst aufzugeben. Ich wünsche meiner evangelischen Kirche, dass sich nicht allzu viele nach Alternativen umsehen werden.

Dr. Dietrich von der Oelsnitz, Veltheim


EAK der CDU in Baden-Württemberg kritisiert Kirchenferne der Grünen und das „Familienpapier“ der EKD

Pressemitteilung des EAK (Evangelischer Arbeitskreis):

Der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU Baden-Württemberg hat sich in seiner jüngsten Vorstandssitzung mit dem Verhältnis der Grünen zu den christlichen Kirchen in Deutschland befasst.

Das Fazit der EAK-Landesvorsitzenden und CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz (siehe Foto) lautet: „Die Grünen sind eine Partei, die dem Christentum und den Kirchen zutiefst skeptisch gegenüber steht“.   Kurtz_Portrait_01

Mit Blick auf die sogenannte „Orientierungshilfe“ der EKD (Evangelischen Kirche Deutschland) zur „Familie“ warnte die CDU-Politikerin die Kirchen, sich nicht von innen heraus aushöhlen zu lassen: „Sie sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen“.

Ausdrücklich begrüßte der EAK-Landesvorstand die differenzierte und kritische Kommentierung der EKD-Schrift durch die Evangelische Landeskirche in Württemberg.

Grüne: kirchenkritische bis kirchenfeindliche Agenda

„Die Grünen verfolgen eine kirchenkritische, wenn nicht sogar kirchenfeindliche Agenda“, warnte der EAK-Landesvorstand Baden-Württemberg nach einer ausführlichen Befassung mit dem „Faktencheck zur Bundestagswahl: Die Grünen und ihr Verhältnis zur Kirche“¹.

Besonders kritisierte der Landesvorstand, dass die Grünen bundesweit offensichtlich keine Notwendigkeit sehen, die christlichen Feiertage zu schützen. Andererseits arbeiteten sie darauf hin, christliche Feiertage durch solche aus anderen Religionen zu ersetzen.

Mit Unmut stellte der EAK-Landesvorstand fest, dass die Grünen die Entfernung christlicher Symbole aus der Öffentlichkeit fordern und den prägenden Einfluss, den das Christentum auf unsere Kultur und Gesellschaft genommen hat, missachten. Zum christlichen Religionsunterricht nähmen sie in allen Bundesländern unterschiedliche Positionen ein.

Grüne gegen Religionsunterricht

Tendenziell zielen sie offensichtlich auf die Abschaffung des bekenntnisgebundenen Religionsunterrichts und plädieren für einen neutralen Ethikunterricht. Mit Sorge nahm der EAK-Landesvorstand zur Kenntnis, dass die Grünen in Berlin die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, sich zwischen Ethikund Religionsunterricht zu entscheiden, als „Wahlzwang“ bezeichnet haben.

Auch die Abschaffung der Kirchensteuer stehe auf ihrer Agenda, denn sie betrachten die gültigen und langjährig bewährten Verträge zwischen den Ländern und den Kirchen, als „einseitige Privilegien“. „Für Baden-Württemberg wie für Deutschland lehnen wir diese Vorhaben entschieden ab“, betonte Sabine Kurtz.

EKD-Familienpapier: Inhalt und Titelblatt rot-grün

Mit Besorgnis stellte der EAK-Landesvorstand fest, dass es Anhängern von Grünen und SPD zunehmend gelänge, die EKD von innen heraus zu vereinnahmen. Nicht nur das Titelblatt des sog. Orientierungspapiers „Familie als verlässliche Gemeinschaft“ sei rot-grün gehalten, sondern auch der Inhalt, so erklärte die CDU-Politikerin Kurtz.

Um eine schlüssige und zusammenhängende theologische Argumentation hätten sich die Verfasser nicht bemüht: „Hier wird eine Bestandsanalyse weiter Teile der heutigen Gesellschaft geleistet, ohne über den Ist-Zustand hinauszuweisen“.  – Das Positionspapier verkenne, dass junge Menschen Ehe und Familie weiterhin als Ideal betrachten und bewusst nach lebenslangen Beziehungen streben. „Die klassische Familie zwischen Mann und Frau mit Kindern ist kein Auslaufmodell“, so die EAK-Landesvorsitzende.

Sie verdiene Unterstützung durch die Politik und Ermutigung durch die Kirche. Die EKD forderte die Landespolitikerin auf, den Menschen nicht den Mut zu nehmen, sondern ihnen im Fall des Scheiterns tröstend, verständnisvoll und hilfreich zur Seite stehen.

„Die EKD hat sich ganz offensichtlich von ihren Mitgliedern entfernt und völlig von ihrer Basis abgehoben“, bedauerte Sabine Kurtz MdL. Die Erwartung von Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July nach einem innerkirchlichen Diskussionsprozess unterstützt die CDU-Politikerin: „Ein solches Papier sollte nicht per ordre de Mufti veröffentlicht, sondern ausführlich intern diskutiert werden“, empfahl sie.

¹ „Die Grünen und ihr Verhältnis zur Kirche“, Evangelischer Arbeitskreis der CDU/CSU, 2013: http://www.eakcducsu.de/contentsystem/upload/material/6_5_2013-11_06_21-EAKWahlbroschuere %20web.pdf

Evangelischer Arbeitskreis der CDU/ CSU  –  Landesverband Baden-Württemberg
Pressesprecher: Marc Krüger – Rutesheimer Str. 30/1 – 71229 Leonberg
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