Syrien: IS-Terroristen vernichten das antike, frühchristliche Kloster Mar Elian

Fresken in Mor Elian: Vernichtet duch den IS Foto: Wikimedia / Zozo2kx

Chef-Archäologe Khaled al-Asaad enthauptet

Der Islamische Staat hat offenbar das Kloster Mar Elian in Syrien vernichtet. Im Internet veröffentlichte Bilder zeigen, wie die Terrormiliz das Sakralgebäude mit Planierraupen einebnet, berichtet dpa.

BILD: Antike Fresken in Mar Elian (Foto: Wikimedia / Zozo2kx)

Auch die christlich-assyrische Nachrichtenagentur Aina bestätigte die Zerstörung. Anfang des Monats hatten IS-Kämpfer den Ort Karjatain bei Homs eingenommen.

Mar Elian wurde 423 n. Chr. in Erinnerung an den Märtyrer Elian gegründet. Die Fresken des Klosters aus dem 6. Jahrhundert, die Szenen aus dem Leben Jesu und seiner Jünger zeigen, zählen zu den künstlerisch wichtigsten Zeugnissen christlicher Kultur in Syrien.

In dem Ort lebten bis vor kurzem rund 2000 Christen, über deren Schicksal derzeit nichts Genaues bekannt ist.

Erst vor wenigen Tagen wurde die Ermordung des Chef-Archäologen von Palmyra, Khaled al-Asaad, gemeldet. Der anerkannte Wissenschaftler hatte sich geweigert, das UNESCO-Weltkulturerbe vor der heranrückenden Miliz zu verlassen. Ein Foto zeigt die an den Armen aufgehängte, enthauptete Leiche des 82 Jahre alten Mannes, den Kopf zwischen die Beine gelegt.

Quelle: http://www.jungefreiheit.de


Syrien: Kinder bemalen Hauswände in der kriegsgeschädigten Stadt Homs

Bunte Farben im Grau der Zerstörung: Kinder und Jugendliche bemalen Hauswände in einer der Straßen in der vom Krieg heimgesuchten Altstadt von Homs. „So sollen nach den heftigen Kämpfen wieder Hoffnung und Freude in unserer Stadt einkehren“, erklärt der syrisch-orthodoxe Pfarrer Lukas Awad. 

Zerstörte Häuser in der Altstadt von Homs.„Jugendliche unserer Pfarrei hatten die Idee, eine ,Straße der Hoffnung‘ zu gestalten. Sie haben dazu Kinder aus ganz Homs eingeladen. Sie wollten den Kleinen eine Freude machen und die Eltern ermutigen, wieder in die Altstadt zurückzukehren.“

FOTO: Zerstörte Häuser in der Altstadt von Homs

Homs hatte vor dem Ausbruch des syrischen Krieges eine große christliche Gemeinde. Besonders in der Altstadt mit ihren Kirchen lebten viele Christen. Bis ins erste Jahrhundert reicht die christliche Präsenz zurück. Die Kirche der Jungfrau Maria soll sogar schon im Jahr 50 nach Christus errichtet worden sein.

Doch im Februar 2012 erreichte der immer brutaler werdende syrische Krieg auch das strategisch wichtig gelegene Homs. Die Christen flohen aus der Altstadt. Nur einige wenige blieben, nachdem Rebellengruppen das Gebiet erobert hatten.

Die Mehrheit suchte Zuflucht in anderen Teilen der Stadt oder verließ die Gegend ganz. Mitte 2014 brachten Regierungstruppen die Altstadt wieder unter ihre Kontrolle. Doch die Zerstörungen sind noch immer unBunte Bilder verzieren die zerstörten Hauswände in der Straße der Hoffnung in Homs.übersehbar.

„Absicht der Jugendlichen war es, die Christen zu ermutigen, trotz der Zerstörungen wieder in ihre Häuser in der Altstadt zurückzukehren. Und sie haben Erfolg: Nach diesem Projekt der ,Straße der Hoffnung‘ kamen viele zurück, besonders in die bemalte Straße“, erklärt Pfarrer Lukas.

Dutzende Familien hätten sich seither von der Initiative inspirieren lassen, berichtet der Priester weiter. Manche Familien hätten Bilder des Projekts im Fernsehen gesehen und sich danach für die Rückkehr in ihre alte Heimat entschieden.

„Das Gebiet ist schließlich sicher“, gibt Pfarrer Lukas zu bedenken:

„Auch die Infrastruktur funktioniert einigermaßen. Drei Stunden haben wir Strom, dann wieder keinen. Das Hauptproblem sind die großen Zerstörungen der Häuser und der Mangel an Arbeit. Außerdem ist alles furchtbar teuer, auch Baumaterial. Wir als Kirche tun aber, was wir können. Besonders der Wiederaufbau der Wohnungen hat für uns Priorität.

Trotz der Fortschritte: Zu Ende sind der Krieg und seine Gefahren nicht. Daran wurden die Menschen in Homs erinnert, zum Beispiel als die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ die 120 Kilometer entfernte Stadt Palmyra eroberte oder als der katholische Priester Jacques Mourad Ende Mai entführt wurde.

„Als Palmyra erobert wurde, flohen alle Christen von dort. Nach der Entführung von Pater Jacques sind Christen aus Qaryatayn, wo er zu Hause war, weggegangen. Sie alle haben Angst vor dem IS. Auch die Menschen hier in Homs werden von dieser Angst erfasst. Sie fürchten, dass der Krieg zurückkehrt.“

Die Menschen würden viel beten, berichtet Pfarrer Lukas. Dass Bischöfe, Priester und Ordensleute auch in den schlimmsten Zeiten nie von der Seite ihrer Gemeinden gewichen seien, habe das Vertrauen in die Kirche gestärkt. „Wir als Kirche tun alles, was wir können, um unsere Gläubigen geistlich, aber auch materiell zu stärken.“

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://www.kirche-in-not.de/aktuelle-meldungen/2015/07-22-syrien-mit-frohen-farben-gegen-krieg-und-zerstoerung-oliver-maksan


Syrien: IS-Jihadisten hinterlassen verwüstete Kirchen und geplünderte Häuser

Die Milizen des Islamischen Staates (IS) haben sich aus den Dörfern entlag des Khabur-Ufers im Nordosten des Landes zurückgezogen, die sie am vergangenen 23. Feburar erobert hatten, worauf es zu einer Massenflucht der größtenteils assyrischen Christen kam. Junge Christin bei Gottesdienst für den Frieden in Syrien

Die intensiven Luftangriffe der USA-geleiteten Allianz gegen die IS-Stellungen sowie der Vormarsch kurdischer Bodentruppen sollen nun zu einem Rückzug des IS aus den belagerten Dörfern geführt haben.

Wie kurdische und assyrische Soldaten berichten, haben die IS-Kämpfer dort verwüstete Kirchen und geplünderte Wohnungen hinterlassen. Christliche Kreuze wurden zerstört und anti-christliche Schriften auf Mauern geschrieben.

Wie die Nachrichtenagentur Ara News berichtet, sollen erste Familien, die in Hassakè untergekommen waren, in das Dorf Tel Tamar zurückgekehrt sein, wo die Kirchenglocken zum ersten Gottesdienst nach der erzwungenen Flucht läuteten. Unterdessen ist weiterhin nichts über das Schicksal der rund 230 Christen bekannt, die der IS im Rahmen der Offensive im Khabur-Tal entführt hatten.

Quelle: Fidesdienst – Foto: Bistum Regensburg


Syrien: Wurde wieder ein Pater des Klosters Mar Elian von Islamisten verschleppt?

Der Prior des Klosters Mar Elian, Pater Jacques Murad, wurde Mitte Mai von zwei bewaffneten Männern aus dem Kloster verschleppt.  BILD0191

Pater Jacques soll von den Entführern gezwungen worden sein, sich an das Steuer seines Autos zu setzen, um dann zu einem noch unbekannten Ziel zu fahren. Bei den Entführern könnte es sich um Salafisten handeln, die in der Region aktiv sind.

Unterdessen wurde die Nachricht heute von der syrisch-katholischen Erzdiözese Homs bestätigt, die um das Gebet für die Freilassung bittet. Zusammen mit Pater Jacques könnte auch der Diakon Boutros Hanna entführt worden sein. Dies wurde jedoch von der Erzdiözese Homs nicht bestätigt.

Pater Jacques Murad betreut als Seelsorger auch die Gemeinde Qaryatayn, rund 60 Kilometer südlich von Homs. Das Kloster Mar Elian befindet sich am Stadtrand von Quaryatayn und ist eine Zweigstelle des von dem italienischen Jesuitenpater Paolo Dall’Oglio gegründeten Klosters Deir Mar Musa.

Pater Dall’Oglio wurde am 29. Juli 2013 in das seit mehreren Jahren vom Islamischen Staat gehaltenen Rakka verschleppt.

Seit Ausbruch des Konflikts wurde Qaryatayn mehrmals von syrischen Rebellen erobert und von der syrischen Armee bombardiert. Pater Jacques war zusammen mit einem sunnitischen Anwalt als Mittler tätig geworden und konnte durch Verhandlungen erreichen, dass die Stadt mit ihren 35.000 Einwohnern lange von Gefechten verschont blieb.

Im Kloster Mar Elian sind hunderte Flüchtlinge untergebracht, darunter auch viele Kinder. Pater Jacques versuchte auch mit Hilfe muslimischer Wohltäter, das Überleben der Flüchtlinge zu sichern.

Quelle: Fidesdienst / Gemälde: Evita Gründler


SYRIEN: Stadt Idlib von islamistischen Rebellen erobert – Priester entführt

Die syrische Provinzhauptstadt Idlib wurde am Samstag, den 28. März 2015, von islamistischen Rebellen eingenommen; es werden nun erste Nachrichten über Gewalt und Diskriminierung gegen die Einwohner bekannt.    RTEmagicC__christenverfolgung_01.jpg

Wie einheimische Medien berichten, verschleppten die Milizen den 57-jährigen griechisch-orthodoxen Priester Ibrahim Farah, der die Stadt angesichts der Übergriffe der Rebellen nicht verlassen wollte und in seiner Pfarrei blieb.

Der Priester soll von einem islamischen Gericht vorgeladen worden sein, welche die Dschihadisten in den von ihnen kontrollierten Gebieten eingeführt haben. Außer dem Geistlichen sollen auch andere Christen aus der Pfarrei entführt worden sein. Bei den Tätern soll es sich um Mitglieder der al-Nusra-Front handeln.  

In der Stadt Idlib lebten vor dem Bürgerkrieg über tausend Christen. Die meisten mussten vor der Offensive der Rebellen fliehen und suchten Zuflucht in Mhardeh, Ariha und Banyas.

Idlib befindet sich in einer strategisch wichtigen Position im Nordwesten Syriens, etwa 25 km von der türkischen Grenze entfernt; sie ist nach Raqqa die zweite Provinzhauptstadt, die von den Dschihadisten eingenommen wurde. Im Kampf um Idlib nimmt die syrische Armee die Stadt derzeit mit Raketen unter Beschuss, um die Islamisten zu vertreiben.

Quelle: Fidesdienst


Syrien: Unionsfraktion beklagt die weiterhin dramatische Situation der Christen

Syrisch-kath. Erzbischof im Gespräch mit CDU-Politiker Jung

Bei seinem Besuch im Katholischen Büro zeichnete der syrisch-katholische Erzbischof, Yohanna Petros Mouche, zur Lage der durch den IS verfolgten Christen im nordirakischen Mossul ein dramatisches Bild. Kreuzkuppel

Dazu erklärte der kirchen- und religionspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Franz Josef Jung :

“Trotz der ersten Erfolge, die sich im Kampf gegen den IS im Nordirak zeigen, befinden sich vor allem die Christen weiterhin in größter Not. Nach der Eroberung Mossuls durch die Terroristen des IS zwangen diese die christlichen Einwohner, die Stadt entweder zu verlassen, zum Islam zu konvertieren oder drohten  mit Hinrichtung.

Rund 40.000 Christen haben daraufhin in Panik ihre angestammte Heimat in und um Mossul verlassen und Schutz in der weiter nördlich gelegenen kurdisch kontrollierten Region  gesucht. Die meisten Menschen haben nur noch das, was sie am Leibe tragen.

Gleichwohl harren einige von ihnen immer noch unter lebensbedrohlichen Bedingungen in der Stadt aus. Der Erzbischof drängte auf eine schnellere Befreiung, sonst wären noch mehr Menschen zur Flucht gezwungen. 

Neben den menschlichen Schicksalen ist es auch die Zerstörungswut der Terroristen, die erschüttert. Nach Berichten sprengten IS-Terroristen in Mossul eine der größten und ältesten chaldäisch-katholischen Kirchen des Iraks.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird sich weiter für unsere internationale Verantwortung, Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verhindern, einsetzen. Diese Verantwortung erfüllt Deutschland mit einem vernetzten Ansatz, der vor allem auch konkrete humanitäre Hilfe vorsieht.”

Foto: Petrusbruderschaft


Erzbischof Hindo: Verhandlungen der USA mit Präsident Assad sind „zwingend notwendig“

“Es gibt keine gemäßigten Aufständischen in Syrien”

Die Bereitschaft der US-amerikanischen Regierung zu Verhandlungen mit dem syrischen Regime unter Bashar al-Assad sei eine “Option, die bereits vor langer Zeit hätte gewählt werden sollen”, denn sie sei “zwingend notwendig”, wenn man “sich wirklich um einen Ausweg aus dieser vor vier Jahren begonnenen Tragödie bemühen will”, erklärte der syrische Erzbischof Jacques Hindo zu den jüngsten Aussagen des amerikanischen Außenministers John Kerry.  bildma1

Nach Ansicht des katholischen Oberhirten hängen die Ergebnisse solcher Verhandlungen jedoch von der Perspektive der USA und anderer geopolitischer Akteure im Hinblick auf die Gespräche ab:

“Vor allem muss ein konkreter Verhandlungsvorschlag innerhalb kurzer Zeit auf den Tisch gelegt werden. Ansonsten bedeutet dies, dass man nur Zeit gewinnen will, um eine weitere Schwächung der syrischen Armee abzuwarten, die in Wirklichkeit jedoch an verschiedenen Fronten Terrain gewinnt”.

Eventuelle Verhandlungen seien nur dann möglich, “wenn man auf sinnlose und provokatorische Bedingenen an den Gesprächspartner“ verzichte, so der Erzbischof weiter: 

“Wer das Wohl des syrischen und des irakischen Volkes will, darf nicht von Krisen profitieren, um die eigenen geopolitischen Interessen durchzusetzen. Und es darf auch nicht länger an die Existenz angeblicher gemäßigter Rebellen geglaubt werden, denn im Laufe der Zeit haben sich alle bewaffneten Gruppen, die gegen Assad kämpfen, einer dschihadistischen Ideologie angeschlossen”.

Quelle: Vatikanischer Nachrichtendienst FIDES


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