Syrien: Wurde wieder ein Pater des Klosters Mar Elian von Islamisten verschleppt?

Der Prior des Klosters Mar Elian, Pater Jacques Murad, wurde Mitte Mai von zwei bewaffneten Männern aus dem Kloster verschleppt.  BILD0191

Pater Jacques soll von den Entführern gezwungen worden sein, sich an das Steuer seines Autos zu setzen, um dann zu einem noch unbekannten Ziel zu fahren. Bei den Entführern könnte es sich um Salafisten handeln, die in der Region aktiv sind.

Unterdessen wurde die Nachricht heute von der syrisch-katholischen Erzdiözese Homs bestätigt, die um das Gebet für die Freilassung bittet. Zusammen mit Pater Jacques könnte auch der Diakon Boutros Hanna entführt worden sein. Dies wurde jedoch von der Erzdiözese Homs nicht bestätigt.

Pater Jacques Murad betreut als Seelsorger auch die Gemeinde Qaryatayn, rund 60 Kilometer südlich von Homs. Das Kloster Mar Elian befindet sich am Stadtrand von Quaryatayn und ist eine Zweigstelle des von dem italienischen Jesuitenpater Paolo Dall’Oglio gegründeten Klosters Deir Mar Musa.

Pater Dall’Oglio wurde am 29. Juli 2013 in das seit mehreren Jahren vom Islamischen Staat gehaltenen Rakka verschleppt.

Seit Ausbruch des Konflikts wurde Qaryatayn mehrmals von syrischen Rebellen erobert und von der syrischen Armee bombardiert. Pater Jacques war zusammen mit einem sunnitischen Anwalt als Mittler tätig geworden und konnte durch Verhandlungen erreichen, dass die Stadt mit ihren 35.000 Einwohnern lange von Gefechten verschont blieb.

Im Kloster Mar Elian sind hunderte Flüchtlinge untergebracht, darunter auch viele Kinder. Pater Jacques versuchte auch mit Hilfe muslimischer Wohltäter, das Überleben der Flüchtlinge zu sichern.

Quelle: Fidesdienst / Gemälde: Evita Gründler


SYRIEN: Stadt Idlib von islamistischen Rebellen erobert – Priester entführt

Die syrische Provinzhauptstadt Idlib wurde am Samstag, den 28. März 2015, von islamistischen Rebellen eingenommen; es werden nun erste Nachrichten über Gewalt und Diskriminierung gegen die Einwohner bekannt.    RTEmagicC__christenverfolgung_01.jpg

Wie einheimische Medien berichten, verschleppten die Milizen den 57-jährigen griechisch-orthodoxen Priester Ibrahim Farah, der die Stadt angesichts der Übergriffe der Rebellen nicht verlassen wollte und in seiner Pfarrei blieb.

Der Priester soll von einem islamischen Gericht vorgeladen worden sein, welche die Dschihadisten in den von ihnen kontrollierten Gebieten eingeführt haben. Außer dem Geistlichen sollen auch andere Christen aus der Pfarrei entführt worden sein. Bei den Tätern soll es sich um Mitglieder der al-Nusra-Front handeln.  

In der Stadt Idlib lebten vor dem Bürgerkrieg über tausend Christen. Die meisten mussten vor der Offensive der Rebellen fliehen und suchten Zuflucht in Mhardeh, Ariha und Banyas.

Idlib befindet sich in einer strategisch wichtigen Position im Nordwesten Syriens, etwa 25 km von der türkischen Grenze entfernt; sie ist nach Raqqa die zweite Provinzhauptstadt, die von den Dschihadisten eingenommen wurde. Im Kampf um Idlib nimmt die syrische Armee die Stadt derzeit mit Raketen unter Beschuss, um die Islamisten zu vertreiben.

Quelle: Fidesdienst


Syrien: Unionsfraktion beklagt die weiterhin dramatische Situation der Christen

Syrisch-kath. Erzbischof im Gespräch mit CDU-Politiker Jung

Bei seinem Besuch im Katholischen Büro zeichnete der syrisch-katholische Erzbischof, Yohanna Petros Mouche, zur Lage der durch den IS verfolgten Christen im nordirakischen Mossul ein dramatisches Bild. Kreuzkuppel

Dazu erklärte der kirchen- und religionspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Franz Josef Jung :

“Trotz der ersten Erfolge, die sich im Kampf gegen den IS im Nordirak zeigen, befinden sich vor allem die Christen weiterhin in größter Not. Nach der Eroberung Mossuls durch die Terroristen des IS zwangen diese die christlichen Einwohner, die Stadt entweder zu verlassen, zum Islam zu konvertieren oder drohten  mit Hinrichtung.

Rund 40.000 Christen haben daraufhin in Panik ihre angestammte Heimat in und um Mossul verlassen und Schutz in der weiter nördlich gelegenen kurdisch kontrollierten Region  gesucht. Die meisten Menschen haben nur noch das, was sie am Leibe tragen.

Gleichwohl harren einige von ihnen immer noch unter lebensbedrohlichen Bedingungen in der Stadt aus. Der Erzbischof drängte auf eine schnellere Befreiung, sonst wären noch mehr Menschen zur Flucht gezwungen. 

Neben den menschlichen Schicksalen ist es auch die Zerstörungswut der Terroristen, die erschüttert. Nach Berichten sprengten IS-Terroristen in Mossul eine der größten und ältesten chaldäisch-katholischen Kirchen des Iraks.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird sich weiter für unsere internationale Verantwortung, Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verhindern, einsetzen. Diese Verantwortung erfüllt Deutschland mit einem vernetzten Ansatz, der vor allem auch konkrete humanitäre Hilfe vorsieht.”

Foto: Petrusbruderschaft


Erzbischof Hindo: Verhandlungen der USA mit Präsident Assad sind „zwingend notwendig“

“Es gibt keine gemäßigten Aufständischen in Syrien”

Die Bereitschaft der US-amerikanischen Regierung zu Verhandlungen mit dem syrischen Regime unter Bashar al-Assad sei eine “Option, die bereits vor langer Zeit hätte gewählt werden sollen”, denn sie sei “zwingend notwendig”, wenn man “sich wirklich um einen Ausweg aus dieser vor vier Jahren begonnenen Tragödie bemühen will”, erklärte der syrische Erzbischof Jacques Hindo zu den jüngsten Aussagen des amerikanischen Außenministers John Kerry.  bildma1

Nach Ansicht des katholischen Oberhirten hängen die Ergebnisse solcher Verhandlungen jedoch von der Perspektive der USA und anderer geopolitischer Akteure im Hinblick auf die Gespräche ab:

“Vor allem muss ein konkreter Verhandlungsvorschlag innerhalb kurzer Zeit auf den Tisch gelegt werden. Ansonsten bedeutet dies, dass man nur Zeit gewinnen will, um eine weitere Schwächung der syrischen Armee abzuwarten, die in Wirklichkeit jedoch an verschiedenen Fronten Terrain gewinnt”.

Eventuelle Verhandlungen seien nur dann möglich, “wenn man auf sinnlose und provokatorische Bedingenen an den Gesprächspartner“ verzichte, so der Erzbischof weiter: 

“Wer das Wohl des syrischen und des irakischen Volkes will, darf nicht von Krisen profitieren, um die eigenen geopolitischen Interessen durchzusetzen. Und es darf auch nicht länger an die Existenz angeblicher gemäßigter Rebellen geglaubt werden, denn im Laufe der Zeit haben sich alle bewaffneten Gruppen, die gegen Assad kämpfen, einer dschihadistischen Ideologie angeschlossen”.

Quelle: Vatikanischer Nachrichtendienst FIDES


Katholischer Erzbischof Hindo kritisiert die „unheilvolle“ Syrien-Politik des Westens

Zwischen 120 und 140 Christen befinden sich in den Händen des Islamischen Staates, nachdem die Dschihadisten in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar zahlreiche christliche Dörfer entlang des Flusses Khabur angegriffen haben.

Dies bestätigt der syrisch-katholische Bischof von Hassaké-Nisibi, Jacques Behnan Hindo. Die Geiseln stammen aus den Dörfern Tel Jazira, Tel Shamiram und Tel Gouram.  4077304320

“Die Dschihadisten”, so der Erzbischof, “haben die Dörfer am Westufer des Flusses Khabur erobert, während am Nachmittag des gestrigen 24. Februar alle Einwohner der insgesamt 22 Dörfer am linken Ufer des Flusses evakuiert wurden und über tausend christliche Familien nach Hassakè, Qamishli, Dirbesiye und Ras al-Ayn flohen. Bis gestern Abend kamen allein in Hassakè insgesamt 950 weitere Familien auf der Flucht an”.

Westliche Politik hat die Eskalation des IS begünstigt

Nach Ansicht des Erzbischofs brachten die IS-Terroristen die Offensive in der Region Khabur auf den Weg, um die Niederlagen und Verluste in Kobane und in der Hochburg Raqqa zu kompensieren.

Erzbischof Hindo ist auch der Meinung, dass die angekündigten Schritte einiger Länder nach den jüngsten militärischen Strategien des Islamischen Staates auch die Verantwortlichkeit des Westens in dem Konflikt aufzeigen, die heute den Nahen Osten erschüttern.

“Mit ihrer unheilvollen Politik”, sagte der Erzbischof, “haben vor allem Franzosen und Amerikaner und ihre regionalen Verbündeten die Eskalation der Aktionen des Islamischen Staates begünstigt. Und sie halten an ihrem Irrtum fest, indem sie groteske Strategien planen, wie die von den Medien angekündigte ‚Früjahrs-Kampagne’ zur Befreiung von Mossul.

Dabei fixieren sie sich auf irrelevante Operationen, wohingegen sie sich vielmehr eingestehen sollten, dass sie mit der Unterstützung dschihadistischer Gruppen zu diesem Chaos beigetragen haben, dass Syrien verwüstet und uns um 200 Jahre zurückgeworfen hat ”.


Syrien: IS-Terroristen attackieren erneut christliche Dörfer und zünden Kirchen an

In den frühen Morgenstunden des gestrigen 23. Februar griffen rund 40 Fahrzeuge des Islamischen Staates (IS) mehrere christliche Dörfer entlang des Flusses Khabur in der Provinz Dschadzira im Nordosten Syriens an. Nachrichten_Kopfbalken_1 - Kopie

Dutzende christliche Dorfbewohner wurden von den Dschihadisten in Geiselhaft genommen und mehrere Kirchen in Brand gesteckt oder beschädigt.

Dies bestätigt der syrisch-katholische Bischof von Hassaké-Nisibi, Jacques Behnan Hindo: “Die Terroristen”, so der Erzbischof, “drangen zuerst in das Dorf Tel Tamar und fuhren dann nach Tel Shamiran weiter und von dort in andere kleinere Dörfer bis nach Tel Hermuz, wo sie alles in Brand steckten.

Sowohl in Tel Hormuz als auch in Tel Shamiran wurden dutzende Personen in Geiselhaft genommen, für die wahrscheinlich für Lösegeldforderungen oder die Forderung nach der Freilassung von Kriegsgefangenen erhoben werden sollen.

Gestern Abend gegen 21,30 Uhr teilten die kurdischen Milizen mit, dass sie Tel Hormuz mit Hilfe christlicher Truppen zurückerobern konnten. Dies wurde jedoch noch nicht offiziell bestätigt.”

Kath. Erzbischof: Will man uns dem IS ausliefern?!

“Ich möchte jedoch unmissverständlich darauf hinweisen”, so der Erzbischof weiter, “dass wir den Eindruck haben, als ob man uns dem Islamischen Staat ausliefern will. Kundgebung Irak-Syrien in Frankfurt 2014

Amerikanische Kampfflugzeuge flogen gestern mehrmals über das Gebiet, ohne einzugreifen. Hundert assyrische Familien fanden Zuflucht in Hassakè, wo sie jedoch keine Hilfe vom Roten Halbmond oder anderen syrischen Hilfswerken erhielten, vielleicht, weil es sich um Christen handelt? Auch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen leistet keine Hilfe”.

“In dieser Gegend”, so Erzbischof Hindo in einem früheren Interview mit dem Fidesdienst, “gab es einmal 30 christliche Dörfern, die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden sind und hauptsächlich von assyrischen und chaldäischen Christen aus dem Norden des Irak bewohnt wurden, die hier Zuflucht vor der Verfolgung durch die irakische Armee suchten.

Es waren blühende Dörfer mit jeweils mehreren tausend Einwohnern mit sehr engagierten Gläubigen, die auch Schulen und Sozialeinrichtungen betrieben. Doch seit Anfang des Krieges sind diese Dörfer fast leer und sehen oft aus wie Geisterstädte. In einem Dorf lebt nur noch ein einziger Christ. In den anderen sind es vielleicht noch ein paar Dutzend.

In Tel Hormuz lebte bisher die größte assyrische Gemeinde, doch auch hier gibt es heute nicht mehr als 300 Christen, während es früher einmal über 4000 waren”.

Quelle: Fidesdienst


Syrien: Kurdische Miliz verhaftet orthodoxen Priester und zahlreiche Christen

Die mit der PYD (Kurdische Partei Demokratischer Union, der syrische Ableger des PKK) verbundenen kurdischen Streitkräfte haben seit vergangenem Montag den syrisch-orthodoxen Priester Gabriel Daoud sowie andere christliche Führungspersonen in der Gegend von Hassakè in ihrer Gewalt. RTEmagicC__christenverfolgung_01.jpg

Dies berichten Lokalquellen auf der irakischen Informationsseite ankawa.com.

Mehr als ein Dutzend Personen wurden festgenommen, weil sie sich ohne Genehmigung in den Gebieten unter kurdischer Kontrolle aufgehalten haben.

Die Quellen fügen hinzu, daß Pater Gabriel Daoud kürzlich von einer Fahrt nach Damaskus zurückkam und das Angebot, als Einziger freigelassen zu werden, während die anderen in Haft bleiben sollten, abgelehnt hat.

Im Januar 2014 machten syrische Kurden einen Schritt in Richtung Autonomie im Nordosten des Landes und kündigten die Bildung einer selbständigen Regierung mit 20 Ministern an. In diese selbsternannte Regierung waren auch drei christliche Minister aufgenommen worden.

Schon davor warnte der syrisch-katholische Erzbischof Behnam Hindo davor, die Autonomie-Anwandlungen militanter Kurden als Ausdruck der überwiegenden Volksmeinung zu werten; er sagte:

„Die einzigen, die eine autonome Region unter kurdischer Führung im Nordosten Syriens schaffen wollen, sind die Anhänger der PKK Abdullah Ocalans. Aber dieser Plan stößt nicht auf Konsens, nicht einmal bei den anderen Kurden, und noch weniger bei den muslimischen Stämmen und bei uns Christen.”

Quelle: Fidesdienst


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