Das habe ich in charismatischen Kreisen erlebt

Die folgende Schilderung von Erfahrungen in schwärmerisch-katholischen Gruppen stammt von einer Familienmutter und Leserin aus dem Münsterland, die unserer Redaktion seit langem persönlich bekannt ist:

Meine Erfahrungen, die ich in einigen „neuen geistlichen Gemeinschaften“ machte, haben mich dazu veranlasst, diese Bewegungen wieder zu verlassen. Das Lesen kritischer Bücher und dieses CHRISTLICHE FORUM hat mich dann in dieser Entscheidung weiter bestärkt.

Was mich sehr stark gestört hat, war vor allem die fehlende Bereitschaft, vernünftig mit Einwänden und skeptischen Fragen umzugehen. Man wird in dieser Szene, wenn man etwas kritisch hinterfragt – z.B. Medjugorje und die „Marienerscheinungen“ dort – oft schon beim ersten Gespräch mit dem Teufel in Verbindung gebracht.

Kritik wird als ein Angriff des Satans ausgelegt, der es darauf abgesehen hat – so heißt es – den Skeptiker zu Fall zu bringen. Manche haben mir, als ich mich allmählich von Medjugorje abwandte, vorgeworfen, ich würde die „Gottesmutter verraten“ . Man wird aufgefordert, dieser Versuchung aus der Hölle auf keinen Fall nachzugeben.

Wenn ich Schriften zur Aufklärung angeboten habe, wurde das rundweg abgelehnt. Selber hinterfragen diese Erscheinungssüchtigen nur wenig. Das ist klar, sie wollen ja nicht dem „Teufel“ auf den Leim gehen.

EIne weitere nervige Erfahrung ist das unentwegte Leistungsbeten mit lautem Lobpreis und endloser Nachtanbetung besonders auf Fahrten und Seminaren von Charismatikern.

Morgens früh geht es bei Pilgerreisen schon los mit lautem Trommel-Lobpreis. Mein Sohn hat das selber auf einer Fahrt nach Medjugorje erlebt und ist bis heute abgeschreckt davon. Er sagte mir: „Wir bekamen keine Ruhezeiten, immer wieder Lobpreis, Rosenkranzbeten, Trommeln bis in die Nacht.“ – Das war in den 90er Jahren bei einer Medju-Fahrt mit „Totus tuus“.

Von Medjugorje bin ich nicht zuletzt durch das Buch „Der Medjugorje-Betrug“ aus dem Verax-Verlag abgekommen. Die vielen Beweise gegen die Echtheit dieser Erscheinungen haben mir die Augen geöffnet.

Bei der charismatischen „Gemeinschaft der Seligpreisungen“, die ebenfalls für Medjugorje wirbt, erlebte ich außerdem den Versuch, die Gläubigen sozusagen auszuhorchen – natürlich unter einem frommen Vorwand.

Oftmals standen die Mitglieder der Gemeinschaft bei ihren Anbetungsandachten mit bis zu drei Personen um einen herum und wollten fürbittend für die Anliegen beten, die man denen erzählen konnte.

Verpackt wurde dieses „Aushorchen“ als Seelsorge und Fürbitt-Gebet im Kirchenraum. Das war nicht weit entfernt von einer Art „Laienbeichte“ (allerdings ohne Beichtgeheimnis-Verpflichtung).

Zudem hat diese Kummerkasten-Methode manche Besucher von dem Gang zur Beichte abgehalten, denn sie hatten ja schon ihre „Seelsorge“ erfahren.

Unmöglich übergriffig wurde es dann in einer charismarischen Gruppenfahrt bei einem indischen Priester, der mich während der Beichte ständig am Arm streichelte.

Meine Freundin hat sich vor Jahren von dem „Heilungsprediger“ Alan Ames trotz meiner Warnung per Handauflegung segnen lassen. Seitdem ist sie oft erschöpft und längst nicht mehr so leistungsfähig, wie ich sie vorher kannte.

Man kann vor diesen Handauflegungen durch Charismatiker nur warnen. Viele bekommen hinterher echte psychische und physische Beschwerden. Ich bin solchen Betroffenen mehrmals begegnet, auch bei Seminaren und Freizeiten in Klöstern.

Ich bin damals, als ich noch in dieser Szene zugange war, spontan zur „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ nach Warstein gefahren. Ich stand dort abends an der Tür, die von ein paar Mitgliedern der Gemeinschaft geöffnet wurde. Das übliche Programm war diesmal ausgefallen. Ich bat um Aufnahme für eine Nacht und darum, in der Kirche still beten zu können, um die Fahrt zu denen nicht vergeblich gemacht zu haben.

Sie sagten mir, sie müssen erst ihren Diakon Karl fragen und ihm meinen Namen nennen. Er könne durch seine besonderen Gnadengaben erkennen, ob Gott wolle, dass ich dort bleiben könne. 10 Minuten später bekam ich den Eintritt, weil Diakon Karl mitteilen ließ: Ja, diese Dame darf herein.

Ähnliches erlebte ich auf einer Wallfahrt nach Wigratzbad, das damals noch sehr charismatisch geprägt war (später änderte sich das erfreulicherweise durch den neuen Direktor Meier).

Auch wurde erst eine Art „Seherin“ befragt, die angeblich mit den Schutzengeln in Kontakt steht, ob ich mitfahren darf. Ich musste ein paar Tage warten, bis die Engelsdame ihr o.k gab. Ich war dann richtig glücklich. Inzwischen sehe ich es als psychisches Spielchen an, das die Leute zum Aberglauben (ver)führt.

Dann fragte ich die Engelsdame auf der Pilgerfahrt neugierig nach dem Schutzengel-Namen meines Patenkindes. Sie sagte mir einen Namen. Später fragte ich noch einmal nach, dann nannte sie mir aber einen anderen Namen des Schutzengels.

Als ich stutzig wurde, weil zwei verschiedene Namen im Raum standen, erwiderte die „begnadete“ Frau: „Manche Menschen haben mehrere Schutzengel.“ Somit war ich erst einmal zufrieden gestellt. Jedenfalls meine ich, dass solche Damen nicht leicht zu entlarven sind, wenn sie so geschickt daherreden.

Wenn man richtig „drin“ ist, fällt es schwer, aus der Charismatik wieder herauszukommen, weil man tatsächliche „Wunder“ erlebt, wie es scheint. Ich bin froh, ausgestiegen zu sein. Auch dafür einen herzlichen Dank an dieses CHRISTLICHE FORUM und Frau Küble, die mich durch viele Informationen auf einen guten und nüchteren Glaubensweg geführt hat.

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Warum eine charismatische Spiritualität den geistlichen Mißbrauch begünstigt

Von Felizitas Küble

Ein Thema, das jahrzehntelang auf katholischer Seite „verschlafen“ wurde, drängt allmählich in die innerkirchliche und gesamtgesellschaftliche Diskussion: Das Problem des geistlichen Mißbrauchs.

Das evangelikale Spektrum hat diese Gefährdung früher erkannt und in Büchern und sonstigen Veröffentlichungen kritisch analysiert, was schlicht auch damit zu tun hat, daß die pentekostale – also pfingstlerische  –  Bewegung dort schon viel länger existiert, nämlich seit Beginn des 20. Jahrhunderts, wogegen die Charismatik in der katholischen Kirche erst ab 1967 in den USA begann und sich bei uns eher schrittweise stärker ausbreitete.

Zunächst war diese Strömung in Deutschland noch vergleichsweise intellektuell ausgerichtet und in eher bildungsbürgerlichen Kreisen präsent, wodurch gewisse emotionale Ausuferungen in Grenzen gehalten wurden, was wohl auch mit der Leitung der halbamtlichen CE (Charismatischen Erneuerung) durch den Paderborner Priester und Theologen Dr. Heribert Mühlen zusammenhing.

Der am 25. Mai 2006 verstorbene Dogmatikprofessor gehörte zu den Konzilstheologen, war exegetisch und liturgisch eher liberal ausgerichtet (wenngleich er beileibe kein progressiver Rebell war). Infolgedessen hielt er als Intellektueller die CE mit Glaubenskursen und Segnungsandachten auf einem halbwegs gemäßigten Kurs. Gleichzeitig konnte er das konservative „Lager“ in der katholischen Kirche kaum für seine Bewegung gewinnen, zumal die Marienverehrung damals in der CE nur eine geringe Rolle spielte und auch sonstige typisch traditionelle Elemente fehlten.

Prof. Mühlen war Mitbegründer des „Katholischen Evangelisationszentrums Maihingen“, dessen pentekostale Ausrichtung in den 90er immer deutlicher wurde.

Von Teilnehmern dortiger „Segnungsgottesdienste“ erfuhr ich, dass sie damals bereits mit Befremden das sog. „Ruhen im Geist“ beobachten konnten, ein in dieser Szene weitverbreitetes Phänomen, das in der englischsprachigen Welt passender als „Slain in the Spirit“ (Erschlagenwerden im Geist) bezeichnet wird.

Die Betreffenden fallen gleichsam wie in Trance nach rückwärts oder sinken quasi ohnmächtig in sich zusammen, was von schwarmgeistiger Seite als „Taufe im Heiligen Geist“ (protestantisch-pfingstlerisch) oder zumindest als „Geistausgießung“ oder „Geisterfahrung“ (katholisch-charismatisch) angesehen wird. Diese Manifestation hat sich durch die „wilde“ Charismatik, die in den letzten beiden Jahrzehnten um sich greifen konnte, noch mehr gesteigert.

Unter der halbwegs gemäßigten Mühlen-Phase der CE bis Anfang der 90er Jahre war dieser „Hammersegen“ (wie ich ihn kritisch nenne) hierzulande noch kein Massenvorgang. Dort konzentrierte man sich eher auf das Zungenreden als Zeichen angeblicher „Geisterfüllung“.

Die seitdem erkennbare Ausbreitung des schwärmerischen Milieus weit über die kirchlich anerkannte CE hinaus ist vor allem auf zwei Ursachen zurückzuführen, nämlich auf Medjugorje und das  – damit durchaus verbundene  – Auftreten zahlreicher indischer „Heilungspriester“ sowie charismatischer Ordensfrauen, die meist aus dem südindischen, christlich geprägten Bezirk Kerala stammen, der schon seit Jahrzehnten durch protestantisch-pfingstlerische Einflüsse aus den Vereinigten Staaten geprägt ist, die dort allmählich auch in die katholische Kirche einsickerten, vor allem in neuere Ordensgemeinschaften und Kongregationen.

Viele dieser „Heilungsprediger“ oder Nonnen arbeiten eng mit Medjugorje-Gruppen zusammen, man spielt sich gegenseitig die Bälle zu und unterstützt sich jeweils mit Referenten und Tagungen.

Dabei war das kirchlich als Erscheinungsstätte nicht anerkannte, sondern lediglich pastoral geduldete Medjugorje von vornherein charismatisch geprägt – also bereits ab Sommer 1981 in der Frühphase der „Erscheinungen“, nicht zuletzt durch die dort ansässigen Franziskanerpatres, was sich für die meisten Wallfahrer aber erst in den 90er Jahren deutlicher herauskristallisierte.

Infolge des regen Pilgerbetriebs zu dieser weltweit bekanntgewordenen Pfarrgemeinde in Bosnien-Herzegowina entstanden zahlreiche charismatische Gebetsgruppen auch in deutschsprachigen Ländern, darunter fest organisierte neue „geistliche Gemeinschaften“, die oft vor allem aus jungen Katholiken bestanden.

Hierzu gehört die „Jugend 2000“, die sich allerdings   – je nach örtlicher bzw. priesterlicher Leitung und Begleitung – teilweise noch einigermaßen nüchtern-besonnen präsentiert, z.B. im Bistum Köln. Die charismatische „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ ist zwar älter als das Medjugorje-Phänomen, wird aber stark von diesem geprägt und ist eng damit verknüpft.

Betont charismatisch ausgerichtet ist sodann die durch Medjugorje-Pilgerfahrten entstandene Jugendvereinigung „Totus tuus“, die sich selbst als marianisch, charismatisch und eucharistisch versteht. Der Vereinsname lautet übersetzt „Ganz dein“ und orientiert sich an einer „Ganzhingabe an Maria“ im Sinne von Johannes Paul II. und der damit verbundenen Grignionschen Weiheformel.

Durch diese marianischen und eifrig das Rosenkranzgebet praktizierenden Jugendgruppen erhielt die charismatische Szene einen immer stärkeren Zulauf aus dem konservativen und teils sogar traditionellen Spektrum. Offenbar genügte vielen Gläubigen das Qualitätssiegel „marianisch“, um sich insgesamt der Spiritualität dieser neuen Strömungen anzuvertrauen.

Dies wurde verstärkt durch die Tatsache, dass sich die aus Medjugorje entstandenen Gruppierungen von A bis Z (von Abtreibung bis Zölibat) auch moraltheologisch konservativ positionierten. Was sollte also dagegen sprechen, sich dieser neuen, offenbar doch so frommen Bewegung anzuschließen?

Das Bedürfnis nach solch einer „Fluchtburg“ war umso größer, als es der akademisch-abstrakten Theologie ebenso wie den oft progressiven Zuständen in den Pfarreien nicht gelingen konnte, die spirituelle Sehnsucht heimatlos gewordener Katholiken zu stillen. In dieses Vakuum stieß nun die Medjugorje-Faszination und der Charismatismus, um sich als geeignete Alternative zu präsentieren.

Von amtskirchlicher Seite wurden die „neuen geistlichen Gemeinschaften“ meist mehr oder weniger schnell anerkannt, selbst wenn manche Hierarchen wohl mit derem konservativem „Outfit“ gefremdelt haben mögen. Immerhin glaubte man aber, dadurch diese gläubige Jugend unter die eigenen Fittiche zu bekommen und damit auch eine gewisse Kontrolle ausüben und den Gang der Dinge im eigenen Interesse etwas „kanalisieren“ zu können.

Dabei unterschätzen die vatikanischen und bischöflichen Amtsstuben aber das eigendynamische Potential, das solchen Strömungen ihrer Natur nach innewohnt. Wie sollten sie hierüber auch Bescheid wissen, da sie zum einen vor einem relativ neuen Phänomen standen, zum anderen wegen ihrer eher liberalen bis hin zur progressiven Grundhaltung das konservative Spektrum nicht von innen her kennen – und damit auch nicht die Spezifika, geschweige spirituellen Gefährdungen beurteilen können. Somit sind sie in jeder Hinsicht  – sowohl theologisch wie psychologisch –  gegenüber pentekostalen Tendenzen überfordert und stehen hier ratlos wie der Ochs vorm Berg.

Das zeigt aktuell auch die Causa „Totus tuus“: 1994 gegründet, wurde die Jugendvereinigung zehn Jahre später vom Bistum Münster bischöflich approbiert.

Aber nicht nur dies – die Gruppe durfte sich im Sankt-Paulus-Dom (siehe Foto) jährlich mit einem stundenlangen öffentlichen Gebets-Festival präsentieren, an dem sogar der Bischof regelmäßig teilnahm (damals Reinhard Lettmann).

Diese enorme Aufwertung ist dem Ordinariat später gleichsam auf die Füße gefallen, als sich vor vier Jahren erste Ex-Mitglieder meldeten und über geistlichen Mißbrauch beklagten. Das Bistum Münster ergriff die Flucht nach vorne und startete im Jahr 2017 eine Visitation, die immer noch anhält. Die Zeitschrift „Herder-Korrespondenz“ bot den Aussteigern mehrfach ein Forum und kritisierte die von ihnen geschilderten pastoralen Übergriffe. Die konservative Seite überläßt diese Aufklärungsarbeit gerne den „Skeptikern“, schließlich fühlt man sich diesen „marianischen“ Gruppen mehr oder weniger verbunden und will nicht in die eigene Suppe spucken.

Daß die in manchen charismatischen Gruppen geleistete „Seelenführung“ religiös ungesund strukturiert ist und bis hin zur Verzweiflung oder gar Selbstmord führen kann, ahnt kaum jemand, es sei denn, er hat wie ich seit langem Kontakte zu Betroffenen. Der geringste Vorwurf ist noch jener einer unausgewogenen Leistungsfrömmigkeit (auf Pilgerreisen dauernde Gebete und „Lobpreis“ von früh bis spät) und asketischen Überforderung (Fasten bei Wasser und Brot am Mittwoch und Freitag gemäß Medjugorje-Botschaften).

Schlimmer sind freilich Machtmißbrauch, selbsternanntes Prophetentum, Personenkult um den/die Gruppengründer/in und massiver psychischer Druck auf die Mitglieder, verbunden mit Dämonisierung der Gläubigen, sobald kritische Rückfragen gestellt oder Zweifel am Vereinsgebaren geäußert werden.

Wie hilflos und schmalspurig eine vom Ordinariats-Personal durchgeführte Visitation sein kann, zeigt sich gerade im Fall „Totus tuus“. Der Deutschlandfunk strahlte am 19.9.2019 eine Sendung unter dem Titel „Totale Hingae als Prinzip“ aus, in welcher eine Aussteigerin erklärte, man habe sie und andere Betroffene lediglich „wie Informanten“ behandelt. Seitens des Bistums habe es keine Hilfsangebote gegeben, „auch nicht, was den Glauben anbelangt“. Andere Ex-Mitglieder äußerten sich ähnlich enttäuscht.

Glaubensweitergabe setzt aber erst einmal den Glauben voraus, was man nicht ohne weiteres von allen „Würdenträgern“ erwarten kann. Wie sollen theologisch „moderne“ Priester oder Laienmitarbeiter angemessen auf Katholiken reagieren, die sich in charismatischen Gefilden verlaufen haben und nun eine bodenständige, authentische kirchliche Spiritualität suchen? Es werden ihnen Steine statt Brot gereicht, wenn sie nur informativ für die Visitation abgefragt werden, ohne zugleich eine gediegene theologische und geistliche Wegweisung zu erhalten.

Hier könnte die traditionelle Seite hilfreich zur Seite stehen: Gerade die überlieferte hl. Messe ist mit ihrer Andacht, Feierlichkeit, Sakralität und Nüchternheit geeignet, die allzu emotionale Frömmigkeit aus der Charismatikerzeit in besonnene Bahnen zu lenken und ihr die nötige Tiefe zu verleihen.

Statt einer Achterbahn der Gefühle würde damit eine Glaubenshaltung vermittelt, die nicht auf dem Flugsand subjektiver „Erlebnisse“ beruht, sondern auf den Fundamenten der Kirche: Heilige Schrift, apostolische Tradition, Lehramt und Sakramente. Hierfür reicht aber die klassische Liturgie alleine nicht aus, so hilfreich sie ist  – es bedarf auch der katechetischen und apologetischen Begleitung und Glaubensvertiefung.

Aus meinen jahrzehntelangen Kontakt mit Aussteigern läßt sich resümieren, daß vor allem das neokonservative Spektrum anfällig für Charismatik, Wundersucht und Erscheinungsfixiertheit ist, aber auch ein erheblicher Teil des „halb-traditionellen“ Milieus, zumal jene Besucher der „alten Messe“, die ihr eher aus nostalgischen als aus theologischen Gründen zugetan sind oder sie lediglich aufsuchen, um den liturgischen Experimenten zu entfliehen, die in den meisten Pfarreien an der Tagesordnung sind.

Als emotionalen Ausgleich für die „nüchterne“ Meßform im alten Ritus suchen sie dann auf charismatischen Veranstaltungen das „prickelnde“ Erlebnis einer vermeintlichen „Gotteserfahrung“.

Noch vor wenigen Wochen beklagte sich eine solch altrituell orientierte Dame mittleren Alters bei mir ernsthaft darüber, sie habe noch nie bei einem der von ihr besuchten Heilungsseminare das „Ruhen im Geist“ erlebt.

Foto: Pattayablatt

Auf meinen Hinweis, sie möge Gott auf den Knien danken, daß ihr das erspart geblieben sei, es sich keineswegs um eine Geist-Erfahrung (sondern wohl eher eine Geister-Führung) handelt, mir zudem genügend Psycho-Geschädigte dieses Phänomens bekannt seien, schien sie erst einmal einsichtig. Doch einige Zeit später brach sie jeden Kontakt ab und erzählte anderweitig, sie lasse sich von mir ihren innigen Wunsch nach diesem besonderen Trance-Erlebnis nicht nehmen.

Bereits vor 15 Jahren führte ich ein längeres Gespräch mit einer Büroleiterin von „Totus tuus“ und versuchte, sie hinsichtlich solcher Privatoffenbarungen wie Medjugorje auf ein nüchternes Gleis zu bringen, was ebenso vergeblich war wie mein Bemühen, ihr den irrgeistigen „Hammersegen“ auszureden.

Die Dame verteidigte geradezu euphorisch das „Ruhen im Geist“ als göttlich bewirkte Gnadengabe. Ich verwies z.B. darauf, daß auch der Verstand zu den Sieben Gaben des Heiligen Geistes zähle, der Hl. Geist daher nicht gegen die Vernunft wirke, daß die Gnade auf der Natur aufbaue und unser Frömmigkeitsleben auf den Sakramenten der Kirche beruhe, nicht auf außergewöhnlichen Manifestationen, die zudem ursprünglich aus dem protestantischen Pfingstlertum stammen und in der katholischen Tradition unbekannt sind.

Sämtliche Argumente waren in den Wind geredet, wobei zu bedenken ist, daß der Hinweis auf die „Tradition“ in diesen Kreisen selten zum Nachdenken führt, das gilt auch in liturgischer Hinsicht.

Die Gruppe „Totus tuus“ hat mit der überlieferten Messe schlicht nichts am Hute, was wenig erstaunt, denn ihre euphorischen Schwärmer-Praktiken lassen sich in diesem geregelten Ritus nicht „unterbringen“, was auch für den verstiegenen „Lobpreis“ gilt, der musikalisch in etwa zwischen Gospel, Pop und Rock angesiedelt ist.

Sinn und Zweck dieses enthusiastischen Gesanges ist es letztlich, den „Durchbruch“ zu erleben, eine besonderes „Gotteserfahrung“ zu erhalten, sei es durch den Hammersegen, das Zungenreden, eine „erleuchtete“ Prophetie, das „Wort der Erkenntnis“ (spontane Eingebungen von „oben“), angebliche Herzensschau oder Empfang des Heilungs-Charismas. Diese Lobpreismusik ist also vom kirchlichen Psalmengesang oder gar Gregorianischen Choral so weit entfernt wie der Nordpol vom Südpol.

Es liegt auf der Hand, daß die gefühlsfixierte und erlebnissüchtige Frömmigkeit in pentekostalen Bewegungen den geistlichen Mißbrauch strukturell begünstigt. Das Problem ist geradezu system-immanent und besteht keineswegs nur aus einer Ansammlung von Einzelfällen.

Vielmehr sind einige Faktoren im Wesen dieser Strömung begründet, die  seelsorglichen Übergriffen und Irreführungen Tür und Tor öffnen, darunter z.B. folgende Aspekte:

  1. Wenn die Gründer bzw. Leiter der jeweiligen Gemeinschaft den Heiligen Geist gleichsam gepachtet haben, vom Himmel direkt geführt und inspiriert werden, dann sind diese Personen von einem gleichsam unantastbaren Nimbus umgeben, der sie außerhalb jeder Kritik stellt. Visionär begabte und „begnadete“ Persönlichkeiten stehen quasi unter Denkmalschutz und üben gewissermaßen ein Prophetenamt aus. Es geziemt sich folglich für die Gruppenmitglieder, ihnen den schuldigen Gehorsam zu erweisen, weil alles andere den Heiligen Geist „betrüben“ könnte.
  2. Die nüchterne Vernunft wird durch eine ständige Suche bis Sucht nach „Tabor-Erlebnissen“ allmählich verdrängt. Das Bedürfnis, seelisch auf der „Wolke“ zu sitzen, eine vermeintlich unmittelbare „Gotteserfahrung“ zu erhalten, begünstigt das Ausschalten des kritischen Verstandes. Skepsis wird in diesem Kreisen ohnehin gerne dämonisiert: Den Gläubigen wird eingeredet, es handle sich um teuflische Versuchungen, zumindest aber um „okkulte Belastungen“ oder gar Umsessenheit. Womöglich wird zur „Heilung“ dann ein Quasi-Exorzismus vollzogen, nämlich das sogenannte „Befreiungsgebet“, auf daß die „Finsternismächte“ gebannt werden. Wenn dann besonders erleuchtete Personen mit Visionen in einer Gebetsgruppe mittels Sonderoffenbarung verkünden, welches Mitglied dringend eine „Befreiungsaktion“ benötigt, ist der geistliche Mißbrauch komplett und der/die Betroffene nicht selten für Jahre seelisch „neben sich“. (Ich weiß von etlichen tragischen Schicksalen, manche Geschädigte enden zuletzt in der Psychiatrie.)
  3. Die für charismatische Kreise typische Sehnsucht nach „Heilung und Befreiung“ kann dazu führen, daß die Gruppenmitglieder von einem „Heilungsprediger“ zum anderen laufen, von einem Seminar zum nächsten, von einem Propheten zum noch stärker begnadeten Visionär etc. Es dreht sich alles im Kreise und die Betroffenen kommen kaum noch zur ruhigen Besinnung und zur Distanz. Auch dies erleichtert geistlichen Mißbrauch und bewirkt keine Seelsorge, sondern Seelenverwirrung.

Aus einer klassisch-konservativen und traditionell katholischen Sicht ist die Einsicht entscheidend, daß der Schwarmgeist eine innere Gefährdung des eigenen Spektrums darstellt, was zu entsprechender Vorsicht und Nüchternheit veranlaßt.

Nicht der Skeptizismus ist die typische Versuchung der Frommen, sondern die Verstiegenheit, nicht die Wunderflucht, sondern die Wundersucht, nicht der Unglaube, sondern der Aberglaube, nicht der Rationalismus, sondern der Irrationalismus. Achten wir also darauf, weder links noch rechts vom Pferd zu fallen – auch „rechts“ lauern ernsthafte Gefahren, wie die Kirchengeschichte seit jeher angesichts sektiererischer Bewegungen in Hülle und Fülle belegt.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags von Felizitas Küble in der traditionell-theologischen Zeitschrift UNA VOCE (Nr. 4/2020)


Vatikan verbietet erscheinungsmarianisch-charismatische „Apostolische Bewegung“

Von Felizitas Küble

Anscheinend setzt sich im Vatikan zunehmend die Einsicht durch, daß man der Kirche und den Gläubigen keinen Gefallen damit erwiesen hat, in den vergangenen Jahrzehnten fast alle (un)möglichen sogenannten „geistlichen Gemeinschaften“ ohne viel Federlesens anzuerkennen.

Oft lief das leichtgläubig nach der Devise: Fromm ist doch immer gut…

Dabei steht schon in der Heiligen Schrift, daß nicht alles, was den „Schein der Frömmigkeit“ vorzeigt, auch die wirkliche „Kraft des Glaubens“ enthält (vgl. 2 Tim 3,5) – samt der sittlichen Lebenshaltung, die mit einer echten Frömmigkeit verknüpft ist.

Die neueren Gruppierungen aus dem spirituellen Bereich sind meist entweder charismatisch oder erscheinungsbewegt – oder vielfach beides.

Mit einer für nachkonziliare Verhältnisse ungewöhnlichen Strenge hat jetzt der Vatikan eine entschlossene Notbremse gezogen und die aus dem italienischen Calabrien stammende Movimento Apostolico (Apostolische Bewegung) aufgelöst bzw. per Dekret vom 10. Juni 2021 kurzerhand verboten.

Vor 40 Jahren hatte die zuständige Erzdiözese Cantanzaro die von Maria Marino gegründete Gruppe aus Priestern und Laien – die sich auf Marienerscheinungen stützte – noch als „private Vereinigung von Gläubigen“ anerkannt.

Die Gemeinschaft war sehr aktiv, gründete zudem ein Säkularinstitut, betrieb Katechesen (Glaubensunterweisungen) in den Gemeinden, führte christliche Musicals, Chöre und liturgische Tänze durch etc.

Das vatikanische Verbots-Dekret wurde – was ungewöhnlich ist – von den Präfekten dreier Kongregationen zugleich unterzeichnet: Von der besonders hochrangigen Glaubenskongregation, der Kongregation für den Klerus und vom Dikasterium für die Laien. Das Dekret wurde zudem vom Papst ausdrücklich genehmigt und ist damit unanfechtbar bzw. endgültig.

In dem Dokument wird bekräftigt, daß es sich bei den angeblichen Marienerscheinungen der Gründerin um Phänomene handelt, die erwiesenermaßen „nicht übernatürlichen Ursprungs“ (constat de non supernaturalitate) seien.

Die Gottesmutter wird in dieser Bewegung aufgrund von Privatoffenbarungen als „Maria, Mutter der Erlösung“ verehrt.

Diese vatikanische Entscheidung ist die Folge einer Visitation der Vereinigung, die am 13. Oktober 2020 begonnen hatte. Alt-Erzbischof Ignazio Sanna von Oristano wurde zum Apostolischen Visitator ernannt.

Neben den vermeintlich himmlischen „Botschaften“ der Seherin Maria Marino prüften die beauftragten Gesandten aus Rom auch die „lehrmäßigen“ Grundlagen sowie „Probleme disziplinarischer Natur“.

Kritisiert wurde ein elitäres bis sektiererisches Bewußtsein in der Gruppe und eine starke Fixierung auf die „mystische“ Person der Gründerin, wie dies in derartigen Gemeinschaften oftmals der Fall ist.

Auch die Frage der Mittelbeschaffung bzw. wie die Bewegung an bestimmte Vermögenswerte gelangt sein soll, wurde anscheinend untersucht. Die angehäuften Gelder der Gruppe wurden nun – in einer Übereinkunft zwischen Vatikan und dem zuständigen Erzbischof – für caritative Zwecke verwendet und gespendet.

Die Glaubenskongregation ist der pseudomystischen Gemeinschaft freilich schon länger auf den Fersen. Bereits 2014 wollte dieses römische Dikasterium eine nähere Untersuchung ihre „Umtriebe“ vornehmen, wurde aber vom Oberhirten der betreffenden Diözese zurückgehalten: Erzbischof Vincenzo Bertolone von Catanzaro wollte vermutlich auf die „pastorale Unterstützung“ durch diese Bewegung ungern verzichten.


Kritische Anmerkungen zum Charismatismus

Von Pater Dr. Martin Lugmayr

Im Hinblick auf das diesjährige Pfingstfestival in Salzburg sagte Georg Mayr-Melnhof, der Gründer der Loretto-Gemeinschaft, dass die eingeladenen 470 Leiter zur Vorbereitung das Buch „Wahre Geschichten und Wunder der Azusa Street“ lesen sollten.

Gegen Ende des Interviews betont er, „dass sich viele danach sehnen, dass Gott das, was er bei Azusa tat, jetzt wieder tut“ (DT vom 20. Mai 2021, S.15).

Was geschah damals im Jahre 1906?

Der Prediger William J. Seymour wollte in Los Angeles in kleinen Treffen, die in der Azusa-Street stattfanden, ganz neu sich dem Wirken des Geistes öffnen. Auf diesen Weg brachte ihn sein Lehrer Charles Fox Parham, der in der amerikanischen Heiligungsbewegung tätig war.

Folgende Ereignisse werden aus der Azusa-Street berichtet:

Menschen beteten laut chaotisch und ungeordnet, sprangen im Raum herum, fingen krampfhaft zu weinen oder zu lachen an, riefen unverständliche Laute aus, fielen wie ohnmächtig zu Boden.

Heute würde wohl niemand mehr davon berichten, wenn nicht Seymour am 14. April 1906 ein Zorngericht Gottes angekündigte hätte, das die Erde erbeben lassen würde. Tatsächlich erschütterte vier Tage später ein starkes Erdbeben die in der Nähe gelegene Stadt San Francisco: über 3000 Menschen starben, mehr als die Hälfte der Einwohner (etwa 225.000 von 400.000) wurden obdachlos.

Wegen dieses Zusammentreffens strömten jetzt viele Menschen in die Azusa-Street, ließen sich ganz auf die dortigen Vorgänge ein, die sie als vom Heiligen Geist bewirkt ansahen.

Im selben Jahr wurde eine Zeitschrift namens „Apostolic Faith“ (Apostolischer Glaube) mit einer Erstauflage von 5000 Exemplaren gegründet, ein halbes Jahr später waren es bereits 40.000, die in den USA und weltweit verbreitet wurden.

Die erste Nummer, die im September 1906 erschien, hatte den Titel: „Pentecost Has Come!“ (Pfingsten ist gekommen!). Als die Praktiken von Azusa 1907 auch nach Deutschland importiert wurden, führte dies zu großen Spannungen innerhalb der pietistischen „Gemeinschaftsbewegung“.

Zur Berliner Erklärung von 1909

Zur Spaltung kam es am 15. September 1909 mit der „Berliner Erklärung“, in der sich 56 Leiter von der neuen Bewegung distanzierten:

„Die sogenannte Pfingstbewegung ist nicht von oben, sondern von unten; sie hat viele Erscheinun­gen mit dem Spiritismus gemein. (…) Der Geist in dieser Bewegung bringt geistige und körperliche Machtwirkungen hervor; dennoch ist es ein falscher Geist. Er hat sich als ein solcher entlarvt.

Die hässlichen Erscheinungen, wie Hinstür­zen, Gesichtszuckungen, Zittern, Schreien, widerliches, lautes Lachen usw. treten auch diesmal in Versammlungen auf. Wir lassen dahingestellt, wie viel davon dämonisch, wieviel hysterisch oder seelisch ist – gottgewirkt sind solche Erscheinungen nicht. (…)

Wir glauben, dass es nur ein Pfingsten gegeben hat, Apostelgeschichte 2. Wir glauben an den Heili­gen Geist, welcher in der Gemeinde Jesu bleiben wird in Ewigkeit, vgl. Joh. 14, 16. Wir sind dar­über klar, dass die Gemeinde Gottes immer wieder erneute Gnadenheimsuchungen des Heiligen Geistes erhalten hat und bedarf. Jedem einzelnen Gläubigen gilt die Mahnung des Apostels: „Wer­det voll Geistes!“ (Epheser 5,18).

Der Weg dazu ist und bleibt völlige Gemeinschaft mit dem gekreu­zigten, auferstandenen und erhöhten Herrn. In Ihm wohnt die Fülle der Gottheit leibhaftig, aus der wir nehmen Gnade um Gnade. Wir erwarten nicht ein neues Pfingsten; wir warten auf den wieder­kommenden Herrn“.

Dieser Text, nur drei Jahre nach den Ereignissen von Los Angeles verfasst, hat nichts an Aktualität verloren.

Übrigens kam es auch in der Azusa-Street selbst bald zu Auseinandersetzungen und Spaltungen. Es entstanden unzählige Gemeinschaften, die weder theologisch noch in der Praxis eins sind.

Zu den Phänomenen von Toronto

In den 1990iger Jahren begannen in Toronto ähnliche Phänomene, die in Form des „Toron­to-Segens“ in die Welt hinausgetragen wurden. Zu den Vorfällen der Azusa-Street kamen noch hinzu das Ausstoßen tieri­scher Laute wie Brüllen, Knurren und Wolfsgeheul, krampfartiges Zucken und Zittern am ganzen Leib, schnelles Hin- und Herbewegen des Kopfes, Umfallen (gedeutet als „Ruhen im Geist“) und ein der Trunkenheit ähnlicher, tranceartiger Bewusstseinszustand.

Auch diese Vorkommnisse wurden unmittelbar mit dem Heiligen Geist in Verbindung gebracht und als Vorboten von großen Wundern gedeutet, in deren Folge viele Men­schen zum Glauben kommen würden.

Noch ein weiteres Zeichen des Pentekostalismus soll erwähnt werden, das ebenfalls direkt dem Wirken des Heiligen Geistes zugeschrieben wird, nämlich Wohlstand innerhalb einer Vision des Sieges bereits im Diesseits.

Solche Gruppierungen heißen z.B. „Victory Bible Church‟, „Jesus Breakthrough Assembly‟ oder „Tri­umphant Christian Centre‟. In den Versammlungen werden Themen behandelt wie „Ein Leben im Über­fluss‟ oder „Der Schritt zur Größe‟.

In Nigeria wurde von David Oyedepo im Jahre 1983 die „Winner’s Chapel“ gegründet. 2013 hatte diese bereits  6.000 Ableger in Nigeria, 700 in anderen afrikanischen Län­dern und 30 in Europa. Die Mutterkirche am Stadtrand von Lagos hat über 54.000 Sitzplätze. David Oyedepo soll ein Vermögen von über 150 Millionen US-Dollar besitzen.

Sein Rezept zum Erfolg: Die Abführung des Zehnten und Ga­ben an Gott (letztendlich an seinen Vertreter Oyedepo). Und so wie er Erfolg hat, werden auch seine Anhänger erfolgreich sein. Seine Aussprüche gelten als „prophetische und göttli­che Aussprü­che“.

Was geschah an Pfingsten wirklich?

Führen sich alle diese Bewegungen zu Recht auf Pfingsten zurück? Was geschah eigentlich zu Pfingsten? Welche Gaben (Charismen) sind in der Heiligen Schrift bezeugt? Wie werden sie beurteilt?

In der Apostelgeschichte lesen wir:

„Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“ (Apg 2,4). Das Zeichen waren eben nicht unverständliche Laute, Geschrei u.ä., sondern echte Sprachen. Daher sagten auch die Menschen: „Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören“ (Apg 2,8) und der Inhalt waren die Großtaten Gottes, sein Heilswirken (Apg 2,11). Kurz: verständliche Sprachen, verständlicher Inhalt.

Nun erwähnt der hl. Paulus im 1.Korintherbrief das davon völlig verschiedene „Zungenreden“. Von einem Menschen, der dieses ausübt, sagt Paulus: „Keiner versteht ihn“ (1 Kor 14,2) – also ganz anders als zu Pfingsten! Paulus vergleicht das „Zungenreden“ mit dem Spielen unklarer Töne, um dann die Korinther direkt anzusprechen: „So ist es auch mit euch, wenn ihr in Zungen redet, aber kein verständliches Wort hervorbringt. Wer soll dann das Gesprochene verstehen? Ihr redet nur in den Wind“ (1 Kor 14,9).

„Wenn also die ganze Gemeinde sich versammelt und alle in Zungen reden und es kommen Unkundige oder Ungläubige herein, werden sie dann nicht sagen: Ihr seid verrückt?“ (1 Kor 14,23).

Aus diesem Grund erlaubt Paulus bei Zusammenkünften nur das Zungenreden mit Übersetzung – und es dürfen nur zwei Personen sein, höchstens drei (vgl. 1 Kor 14,27). Paulus greift also mit Autorität ein, ebenso bei den prophetisch Begabten (vgl. 1 Kor 14,29).

Er erwartet, dass diese Menschen sich an seine Anweisungen halten, also nicht sich vor anderen hervortun und sagen: „Ich bin prophetisch begabt, also lasst mich reden“. Das weist Paulus ausdrücklich mit der Begründung zurück: „Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens“ (1 Kor 14,33).

Ganz eindeutig darf in den Versammlungen der Christen nicht etwas Unverständliches wie das „Zungenreden“ sich verselbständigen, das übrigens von Paulus in 1 Kor 12 wie auch in Röm 12 als letzte der Gaben genannt wird (zusammen mit dem Übersetzen). In allen anderen Briefen wird es überhaupt nicht erwähnt.

Jedenfalls ist in der Heiligen Schrift „im Zusammenhang mit dem Heiligen Geist nirgends die Rede von massenweisem Umfallen, tierischen Lauten, Schreien, Gelächter und Verlust der Selbstkontrolle“ (Andrea Strübind).

Vom Geist der Besonnenheit

Der letzte Punkt ist sehr wichtig. Die Heilige Schrift bezeugt in 2 Tim 1,7, dass der von Gott geschenkte Geist ein „Geist der Besonnenheit und Selbstbeherrschung“ ist. Von daher fällt auf, dass Paulus mehrere Gaben erwähnt, die mit dem Verstand in Beziehung stehen, nämlich die Gaben „Weisheit mitzuteilen“, „Erkenntnis zu vermitteln“, „die Geister zu unterscheiden“ (1 Kor 12).

Und es gilt von diesen wie anderen Gaben (wie der Krankenheilung, der Glaubenskraft): Jedem wir sie „geschenkt, damit sie anderen nützt“ (1 Kor 12,7). Alles soll dem Aufbau der Kirche dienen, die der Leib Christi ist (vgl. Röm 12,4-8).

Und Paulus will den Gläubigen noch einen Weg über alle Gaben hinaus zeigen:

„Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts“ (1 Kor 13,1-3).

Für jeden ist letztlich entscheidend, ob er die Liebe hat. Von dieser gilt:

„Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand“ (1 Kor 13, 4-7).

Die Liebe ist das Entscheidende, weil der Heilige Geist selbst die Liebe in Person ist, die in der Trinität den Vater und den Sohn verbindet.

In der Kirche, dem Leib Christi, schenkt der Heilige Geist grundlegende Gaben, damit jeder sich mit der Heilswirken Christi verbinden und je mehr eine Antwort der Liebe geben kann:

Das Leben der Gnade, welches vom hl.Thomas von Aquin als „Gegenwart des Heiligen Geistes“ bezeichnet wird; Glaube, Hoffnung, Liebe; vertrauensvolles Gebet; Christusbegegnung in den Sakramenten; die Ämter der Kirche, welche die Einheit im Glauben, in den Sakramenten und in der kirchlichen Gemeinschaft sicherstellen.

Der Heilige Geist führt nie zu einer Geist-Kirche, sondern er führt zu Christus und seiner Kirche, die auf dem Fundament der Apostel, besonders auf dem Fundament des Petrus ruht (vgl. Mt 16,18; 18,18). Und diese Kirche wurde zu Pfingsten den Menschen offenbar.


Wenn Pfingsten charismatisch verzweckt wird

Von Felizitas Küble

Das Kölner Domradio – ein kirchlicher Sender des kath. Erzbistums – hat am heutigen Pfingstsonntag (23.5.) online ein Interview mit dem evangelischen Pfarrer Fabian Maysenhölder veröffentlicht, der auch als Podcaster und Blogger (TheoPop) aktiv ist.

Es geht um alte und neue Sekten, Sondergemeinschaften und sogenannte „neureligiöse“ Gruppen, die sich häufig darauf berufen, ihre Gründergestalte verfüge über einen heißen Draht nach oben.

Die katholische Kirche spricht in solchen Fällen von „Privatoffenbarungen“, im Protestantismus wird eher der Ausdruck „Neuoffenbarungen“ verwendet.

Irrgeistige Visionen und „Botschaften“ gibt es nicht allein in Sekten und esoterischen Zirkeln, sondern leider auch innerhalb christlicher Kreise und Gebetsgruppen.

Nicht zuletzt Prediger und „Heiler“ aus pfingstlerischen und charismatischen Bewegungen berufen sich gerne auf besondere Geistesgaben und reklamieren gleichsam ein Nahverhältnis zum Heiligen Geist. Bisweilen spricht man dort von einem „neuen Pfingsten“, das nun mit großen Erweckungen und „Salbungen“ in der Welt anbreche.

Diese Strömungen gibt es evangelischerseits bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts, katholischerseits begann die Charismatische Erneuerung im Jahre 1967 in den USA.

Das DOMRADIO stellt dem evangelischen Pastor, der sich seit längerem mit diesem Themenspektrum beschäftigt, auch die Frage, inwieweit einige neue religiöse Bewegungen die Pfingstgeschichte für sich nutzen.

Er antwortet:

„Das ist das, was man häufig in solchen religiösen Gemeinschaften, Sondergemeinschaften oder neuen religiösen Bewegungen findet, dass nämlich dieser Heilige Geist für sich beansprucht wird.

Oft steht am Anfang einer solchen Bewegung auch eine charismatische Gründerfigur, die für sich beansprucht, dass sie ein individuelles Pfingsterlebnis hatte, eine Offenbarung oder Berufung durch den Heiligen Geist.

Damit geht einher, dass man einen gewissen Autoritätsanspruch und Exklusivitätsanspruch hat: „Wir haben den Heiligen Geist. Wir haben die Wahrheit. Wir haben die wahre göttliche Sache offenbart bekommen.“

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Fotos: Dr. Bernd F. Pelz


Zwischen Panikmache und Verstiegenheit: Blut-Jesu-„Heilungsgebet“ unter der Lupe

Von Felizitas Küble

Auf den Leser-Foren von Gloria-TV tummelt sich viel Frommes und Oberfrommes, viel Gläubiges und Abergläubiges, gleichsam ein buntes Allerlei kreuz und quer durch die – dort etwas simpel gestrickte – katholische Welt.

Dabei treibt die „Volksfrömmigkeit“ bisweilen seltsame Blüten bis Sumpfblüten im erscheinungsbewegtem Gewande.

Das gilt auch für ein dort empfohlenes sogenanntes „Heilungsgebet durch das Kostbare Blut Jesu“: https://gloria.tv/post/C79d7uGJH1De1GTdiLkF14ajB

Hier seien die wichtigsten Abschnitte nacheinander zitiert:

Unendlich guter Vater, gieße nun in deiner großen Zärtlichkeit das kostbare Blut deines Sohnes Jesus über mich dein Kind X…. aus, um alle Bindungen zu lösen, die Du bei deinem Kind siehst und die es in Ängsten und Krankheit, so wie den Schmerz, in Sünden, in Zweifel, in Qualen, in der Besessenheit, in Unsicherheit und in Schuldgefühl gefangen halten.“

Warum sollte jemand sich in einem Gebet z.B. zur „Besessenheit“ bekennen, obwohl diese gerade bei Gläubigen äußerst selten vorkommt? – Hier wird also unnötige und unangemessen Panik geschürt.

Unklar ist auch, was mit „Bindungen“ genau gemeint ist – der Text erinnert an gewisse charismatische Heilungsgebete mit ihren ständigen Beschwörungsformeln vom „Binden“ und Lösen“, für die es weder in der Bibel noch in der kirchlichen Tradition eine Basis gibt. (Die Stelle bei Mt. 16,18 steht in einem ganz anderen Kontext.)

Diese kritische Deutung wird durch die weiteren Anrufungen bestätigt:

Unendlich guter Vater, löse im kostbaren Blute Deines Sohnes Jesus alle Bindungen, alle diese Verfluchungen, die meinem Glück und meiner völligen Gesundheit entgegenstehen.“

Erneut wird dem Beter unsinnige Angst eingejagt, indem erstens von „Verfluchungen“ die Rede ist, zweitens der irrige Eindruck erweckt wird, als seien diese die eigentliche Ursache von Krankheiten und mangelndem Glückauch dies ist eine bekanne Vorstellung aus dem schwärmerischen Spektrum, das sich gerne in ein Karussell dramatischer Gedanken und Gefühle hineinsteigert.

Dem folgt nun ein Flehruf an Maria, der diese angstbesetzte Pseudo-Frömmigkeit munter weiterführt:

Du aber gütige Mutter Jesu, durchtrenne durch Deinen Gnadendienst alle diese Bindungen, die der Vater im kostbaren Blute seines Sohnes gelöst hat. Heilige Maria, Mutter unseres Retters, treibe das Böse aus den verletzten Bereichen meines Wesens aus und nimm alle Spuren der Mächte des Bösen, die umherschleichen, weg von mir.“

Erstens widersrpicht sich der Text schon im ersten Satz, denn wenn Gott-Vater die vermeintlich fatalen Bindungen bereits „gelöst“ hat, dann gäbe es keine Notwendigkeit zur zusätzlichen „Durchtrennung“ durch die Madonna – einmal abgesehen davon, daß sie nicht von sich aus direkt wirken, sondern lediglich durch ihre Fürsprache bei Christus helfen kann.

Sodann ist die danach folgende Formel („Treibe das Böse aus den verletzten Bereichen…..“) verstiegen und theologisch irreführend, denn wir werden unser Leben lang mit den Wirkungen der Erbsünde zu kämpfen haben – und genau darin besteht unsere Herausforderung (und nicht etwa in einer ständigen Nabelschau – hierbei über unsere „Verletzungen“ meditierend).

Gott hilft uns nicht am Leiden vorbei (das gilt auch für Versuchungen), aber er hilft uns hindurch. Man könnte auch sagen: ER nimmt uns nicht immer die Last hinweg, aber er stärkt unsere Schultern, damit wir sie besser tragen können.

Abschließend wird im typischen Stil charismatischer „Proklamationen“ , welche Gott gleichsam auf eine Gebetserhörung festlegt, Folgendes verkündet:

Vater ich preise Dich für die Wunder, die derzeit durch die Macht des kostbaren Blutes Deines Sohnes Jesus im ganzen Wesen deines Kindes geschehen. Ich bin so sicher, dass Du handelst, dass Du Dein Kind befreist, dass ich Dir jetzt schon für die Wundertaten danke, die durch dieses Gebet geschehen werden.“

Natürlich sollen wir GOTT loben und preisen für alle Hilfen, Gnaden und Wegweisungen, ihm danken für seine Fügungen, für Trost und Beistand. Aber stets sollte dabei der Wunsch aus dem Vaterunser-Gebet im Vordergrund stehen: „Dein Wille geschehe!“

GOTT ist ein persönliches Wesen und keine esoterische „Kraft“ oder Energie, die wir beliebig für unsere Interessen und Zwecke einspannen können, denn seine Gnade und seine Gaben sind unverfübar.

Nicht der Ewige hat uns und unseren Wünschen zu dienen, sondern wir sollen uns ihm als Diener zur Verfügung stellen – so wie Maria es einst bei der Verkündigung durch den Engel so treffend gesagt hat: „Siehe, ich bin die Magd des HERRN – mir geschehe nach Deinem Wort!“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Fotos: Evita Gründler, Dr. Bernd F. Pelz, Archiv


Katholische Debatte um das „Ruhen im Geist“ und seine psychisch-spirituellen Folgen

Von Felizitas Küble

Der erscheinungsbewegte Blog „Zeugen der Wahrheit“ (ZdW) bringt gerne die neuesten Botschaften selbsternannter Seher und „Propheten“, aber immerhin finden sich in den Leserspalten bisweilen auch kritische oder zumindest nachdenkliche Kommentare.

In einem der Foren wurde z.B. über das „Ruhen im Geist“ diskutiert: http://kath-zdw.ch/forum/index.php?topic=283.8

Angeregt wurde die Debatte durch einen kritischen Artikel von mir über dieses umstrittene Phänomen, bei dem die „Gesegneten“ plötzlich wie in Trance rückwärts auf den Boden fallen, weshalb ich hier schlicht von einem „Hammersegen“ spreche.

Für einen frommen Katholiken namens „Winfried“ ist dieser Vorgang „immer noch nicht geklärt“. Er schreibt:

„Wie viele andere gläubige Katholiken auch habe ich an solchen Veranstaltungen teilgenommen, wobei diese Phänomene wirklich auftraten. Einige, die dabei bewusstlos umfielen, berichteten von „positiven“ Erfahrungen, andere konnten sich an nichts mehr erinnern, wieder andere glaubten, von einer dämonischen Macht besessen zu sein.“

Zunächst hat „Winfried“ mit dieser Beobachtung durchaus recht; sie stimmt mit dem überein, was auch ich von zahlreichen Betroffenen gehört habe:

Es scheint, als seien manche dabei ganz euphorisch auf der Wolke, sie hören „himmlische“ Musik, erleben tolle Gefühle, es durchströmt sie eine Art Energie wie elektrischer Strom usw.

Andere wiederum hatten weder schöne noch schreckliche Empfindungen erlebt, sondern zunächst gar nichts, fühlten sich aber hinterher „wie beschwipst“: „Ich war wie neben mir“ (so sagte mir wörtlich eine Aussteigerin, die damit nichts mehr zu tun haben möchte).

Wieder andere – einige davon kenne ich persönlich – erfuhren diese angebliche „Taufe im Heiligen Geist“ genau gegenteilig, nämlich als okkulte Belastung mit der Vorstellung, sie seien jetzt besessen oder zumindest umsessen etc.

Diese Berichte erinnert fast an einen Drogen-Trip, der ja auch durchaus als „wolkig“ und „himmlisch“ erlebt werden kann – oder genau umgekehrt als angsteinflößende Panikstimmung.

So paradox es klingen mag: Langfristig ist der Negativ-Trip dann das kleinere Übel, wenn er wenigstens von dieser irrgeistigen Erfahrung abschreckt – ähnlich, wie wenn jemand nach einem Panik-Trip seinen Rauschmitteln für immer entsagt.

Aber lassen wir den nachdenklichen Leser „Winfried“ weiter zu Wort kommen:

„Was die Ursachen dieses Umfallens („Ruhen im – Heiligen – Geist“) betrifft, so schwanken die Vermutungen zwischen Hypnose, einer wirklichen Einwirkung des Heiligen Geistes und dämonischen Einflüssen. Bei alldem muss man allerdings darauf hinweisen, dass für einen getauften Katholiken in erster Linie das Sakrament der Firmung (Stärkung durch den Hl. Geist) ausschlaggebend ist, wenn es um das Handeln des Heiligen Geistes geht, welcher bekanntermaßen weht, wann, wo und wie ER will (vgl. Joh 3,8).

Tatsächlich gibt es theoretisch drei Erklärungsmodelle:
Das Phänomen stammt entweder von innen (Selbst-Suggestion, Erwartungshaltung, Fremdsuggestion = Hypnose, Erlebnishunger etc…) – oder von oben (Geistwirkung, Gotteserfahrung) – oder von unten, also durch Finsternismächte bewirkt.

Aus meiner Sicht – sowohl theologisch betrachtet wie aufgrund jahrzehntelanger Kontakte mit Hammersegen-Betroffenen – entfällt die Erklärung „von oben“ (was hier bereits in x-Artikeln näher begründet wurde) – und die häufigste Ursache dürfte jene „von innen“ sein, wobei solche psychologischen Vorgänge irrgeistiger Art keineswegs als harmlos anzusehen sind.

Vielmehr spielt der „Kellergeist“ auf vielen (allzu)menschlichen Klavieren, gerade wenn Wundersucht und fragwürdiger Erlebnishunger (Gott gleichsam „genießen“ wollen) damit verquickt sind.

Es kann also – eher indirekt – auch zu einem Einfluß „von unten“ kommen. Allerdings sollte diesbezüglich jedwede Panikmache vermieden werden, weil eine solche immer ungesund ist und nicht zu nüchternen Erkentnissen führt.

Zudem hat Leser Winfried recht, wenn er auf das Sakrament der Firmung verweist: HIER werden die Sieben Gaben des Heiligen Geistes vermittelt, die übrigens sehr vernunftbetont beginnen: „Geist der Weisheit, des VERSTANDES, des Rates, der Stärke, der WISSENSCHAFT, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.“ – Somit können die echten Geistesgaben kein Phänomen jenseits der klaren Erkenntnis (und geistigen Wachheit) oder gar gegen den Verstand gerichtet sein.

Die Debatte auf dem ZdW-Forum geht weiter. Der Kommentar einer Userin mit Nicknamen „Kleine Seele“ lautet: „Ich stehe dem skeptisch gegenüber, es kommt mir eigenartig/unheimlich vor. Ich war aber noch nie persönlich dabei, habe es nur auf Video gesehen.

Leser „CSPB“ schreibt folgendes von seinen Besuchen auf charismatischen Veranstaltungen:

„Bei diesem Segen dürfen ca. 3/4 aller Menschen im Geist ruhen (=in Ohnmacht fallen). Wenn jemand (so wie ich bis jetzt immer) nicht umfällt, ist das nicht deswegen, weil man weniger vom Heiligen Geist empfangen hat, sondern weil einen Gott nicht dazu zwingt, die Kontrolle des des menschlichen Geistes für ein paar Sekunden vollständig dem Heiligen Geist zu überlassen, der dann die Gedanken ordnet und in die richtigen Bahnen bringt….

Nicht umzufallen heißt aber nicht, dass man gar nichts fühlt. Die Beine werden weich, man beginnt das Gleichgewicht zu verlieren und es kribbelt im Kopf, ein durch und durch angenehmes Gefühl.“

Tatsächlich weiß ich von mehreren Betroffenen, daß sie sich in charismatischen Segensfeiern nur mit Mühe aufrecht halten konnten und schon weiche Beine bekamen.

Ein Priester schilderte mir, wie er sich in Medjugorje mit letzter Willenskraft an der Kirchenbank festhalten mußte, um nicht rückwärts zu fallen, als dort Pater Zovko seinen Hammersegen verteilte. Eine Familienmutter war in einer charismatischen Veranstaltung bereits am Schwanken, konnte aber ein Rückwärtskippen verhindern, weil sie an ihre Kinder dachte, die sie noch in voller Kraft benötigen, weshalb sie ihren Verstand ganz wachhalten müsse usw…

Einige schildern auch das „durch und durch angenehme Gefühl“ beim Rückwärtsfallen, als ob sie wie mit elektrischem Strom durchgekitzelt und „überschwemmt“ würden, sozusagen sehr energiegeladene Gefühle erleben. Dies wird auch in zahlreichen charismatischen Büchern geschildert und als großartig angepriesen

Eine Userin namens „Kleines Licht“ schreibt sodann halbkritisch bis eher wohlwollend Folgendes:

„Was die Menschen, die ich beobachten konnte während ihrer „Abwesenheit“ erlebt haben, weiß ich leider nicht. Doch ich hatte den Eindruck, dass sie sich des Fallens nicht bewusst waren. Eine Frau beispielsweise, die neben mir am Boden lag und wieder zu Bewusstsein kam, stellte ihrem Helfer als erstes die Frage: „Was ist passiert?“ Den Eindruck dieser „Unwissenheit“ oder „Unbekümmertheit“ hatte ich bei den meisten der umgefallenen Menschen.“

Genau dies wurde mir ebenfalls bestätigt – eben von jenen, die sich hinter „wie beschwipst“ vorkamen und nicht so recht wußten, wie ihnen geschah. Hätten sie dies vorausgeahnt, wären sie nicht zu diesen vielgepriesenen Sondersegnungen gekommen.

Im Grunde handelt es sich hier vielfach um (un)geistliche Übergriffe, letztlich um seelsorglichen Missbrauch. Um die dadurch Geschädigten kümmert sich hinterher kein Heilungsprediger, kein „Seher“, keine charismatische Gruppe, aber bei mir melden sie sich seit Jahrzehnten, manche stehen direkt vor meiner Haustür, um ihr Herz auszuschütten.

Welcher nüchtern denkende Christ glaubt denn ernsthaft, daß solche schwarmgeistigen Vorgänge vom Geiste Gottes bewirkt werden, daß sie gar eine „Geisttaufe“ oder eine „besondere Gotteserfahrung“ darstellen?!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Gemälde: Evita Gründler


Teuflischer Kreislauf und (un)geistlicher Missbrauch durch „Heilung und Befreiung“

Von Felizitas Küble

Es ist schon einige Zeit her, als ich mit einer jungen Frau, die durch Exerzitien im charismatischen „Haus Raphael“ in Hessen (Bad Soden-S.) psychisch und gesundheitlich erheblich geschädigt wurde, ein längeres Gespräch führte.

Die gläubige Katholikin war wegen dieser schlechten Erfahrungen mit einem Fuß aus der charismatischen Szene ausgestiegen – und mit dem anderen Fuß stand sie beharrlich weiter mittendrin. Man könnte auch sagen: sie hinkte auf beiden Beinen.

Obwohl sie nach dem sog. „Ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance), das in schwarmgeistigen Kreisen weit verbreitet ist, seelisch schwer zu leiden hatte und sich gar dämonisch attackiert fühlte, wandte sie sich zwar gegen diesen „Hammersegen“ (wie ich ihn nenne), verteidigte aber ansonsten nach wie vor die charismatischen Seminare, weil dort ja „nicht alles schlecht“ sei.

Nun ist wohl klar, daß es auf dem weiten Erdenrund selten etwas gibt, das 100% negativ wäre – meist handelt es sich um eine Mischung aus gut und schlecht. Allerdings kommt es darauf an, so erklärte ich der Geschädigten, wie die Wurzel beschaffen ist.

Sie erzählte mir dazu ihre Geschichte:

Ihre Mutter besuchte das charismatische Evangelisationszentrum Maihingen im Schwarzwald, das seit Jahrzehnten in den entsprechenden Kreisen sehr bekannt ist. Von dort wurde sie und auch die Tochter – meine Gesprächspartnerin also – weitergeschickt nach Bad Soden-Salmünster zu den dortigen „Heilungs“-Seminaren in Haus Raphael (das freilich kirchlich nicht anerkannt ist).

Soweit – so ungut, denn was dort geschah, kann aus meiner Sicht nur als geistlicher Missbrauch bezeichnet werden.

Nun argumentierte die Betroffene folgendermaßen:

Es sei zwar schlimm, daß in Maihingen auch viele Leute „umkippen“, aber gut sei es doch, daß indische Heiler die „Belasteten“ durch einen Exorzismus wieder befreien.

Ich widersprach: Das sei ein teuflischer Kreislauf, sie habe es doch selbst erlebt: Mit dem vermeintlichen „Ruhen im Geist“, das dort als Glaubenserlebnis gepriesen wird, hätte sie äußerst bedrückende Erfahrungen gemacht, die sie dann mit einem pseudo-exorzistischen „Befreiungsgebet“ wieder loswerden wolle.

Also werde doch unter einem Dach ein buchstäblicher „Teufelskreis“ praktiziert und die Ratsuchenden in eine Achterbahn der Gefühle geworfen: Erst sollen sie in Zimmer 1 gleichsam auf der Wolke schweben (im „Geiste“ ruhen), hinterher – wenn ihnen „das“ nicht bekommt – sollen sie in Zimmer 2 von „Dämonen“ exorziert werden.

Damit werde zuerst ein Problem geschaffen, um es dann vermeintlich zu „lösen“, in Wirklichkeit werden Gläubige gleich mehrfach in irrgeistiger Weise verwirrt und auf spirituelle Abwege gebracht, die mit einer bodenständigen und besonnenen Frömmigkeit nichts mehr zu tun haben.

Hier sei die Wurzel schon hochproblematisch, somit das Weitere auch entsprechend abzulehnen.

Die junge Frau brachte den Einwand: Es kann keineswegs die ganze Wurzel schlecht sein: „Der Teufel würde doch nicht wünschen, daß Dämonen ausgetrieben werden, der ist doch nicht saublöd!“

Ich entgegnete: „Der Kellergeist ist nicht nur keineswegs saublöd, er ist sogar sauschlau!“

Sie: „Das sage ich doch!“

Ich: „Aber durch solche Schein-Erfolge wie eine vermeintliche Dämonenaustreibung verführt er die Gläubigen noch tiefer hinein in diesen Teufelskreis einer angeblichen „Heilung“ durch den Hammersegen – und wenn das nicht klappt, sondern zur Belastung wird, dann schreitet man zur exorzistischen „Befreiung“ – was das Problem aber nicht löst, sondern verschärft.“

Sie meinte, ich könne solche schlechten Erfahrungen, wie sie diese selber erlebt habe, nicht verallgemeinern.

Ich erklärte, das wolle ich auch gar nicht: „Auch ein charismatisches Huhn findet mal ein Korn“ – aber es komme auf den Ansatz, auf die Grundlage an – und die sei grundsätzlich problematisch, selbst wenn es vereinzelt zu Erfahrungen käme, die von den Betreffenden als positiv empfunden werden.

Immerhin könne Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreiben, was aber nichts an der Krummheit der Zeilen ändere, sondern auf Gottes Barmherzigkeit und Langmut zurückzuführen sei.

Sie erinnerte an das bekannte Bibelwort: „Der Geist weht, wo er will.“

Ich: „Ja, der Geist weht, wo ER will – denn Gottes Geist ist für uns nicht verfügbar, kann nicht eigenmächtig herbeizitiert und von uns vereinnahmt werden, ER ist eine göttliche Person und keine emotionale Energie oder Kraft.“

Zudem erinnere ich sie daran, daß Christus selbst verkündet hat, keineswegs alle Teufelsaustreiber würden sich gleichsam automatisch im Stande seiner Gnade befinden, nur weil sie mit gerade dieser Aufgabe zugange sind.

Bei seiner Warnung geht es wohlgemerkt um christliche Exorzisten, wie sich aus dem Zusammenhang und Wortlaut („…in deinem Namen…!) eindeutig ergibt:

Mt 7,21 ff:

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der HERR, HERR zu mir sagt, wird in das Himmelreich gelangen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.
Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: HERR, HERR, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunder vollbracht?
Dann werde ich ihnen antworten: Ich habe euch nie gekannt. Hinweg von mir, ihr Übeltäter!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


USA: Pfingstler „prophezeiten“ Trumps Sieg

Von Felizitas Küble

In den USA wimmelt es von Starpredigern aus der charismatischen Szene, die seit Jahren alles Mögliche und Unmögliche voraussagen, wovon meist nichts eintrifft (es sei denn, es handle sich um banale Ankündigungen, die man auch ohne sechsten Sinn kombinieren kann, zB. daß die Gottlosigkeit weiter zunimmt usw….).

Zu den bekanntesten selbsternannten Propeheten gehört seit langem Pat Robertson, der sich ständig im (mißbrauchten) Namen des HERRN äußert, der direkt zu ihm spreche.

In eben diesem Sinne erklärte er im Oktober 2020, Gott habe ihm geoffenbart, daß Trump erneut zum Präsidenten gewählt werde das sei „ohne Frage“ so und nicht anders. (Quelle: https://thehill.com/blogs/blog-briefing-room/news/521993-televangelist-pat-robertson-says-god-told-him-trump-will-win-an)

Auch der prominente Pfingstprediger Kenneth Copeland sagte voraus, Trump werde eine zweite Amtszeit erleben. Zwischendurch erklärte er, der Teufel wolle die Wahl „stehlen“, aber es werde ihm nicht gelingen.

Dieser TV-Evangelist Copeland gehört zu den extrem-charismatischen Vertretern eines sog. „Wohlstandsevangeliums“, wonach Gott die „Seinen“ auch mit irdischen Gütern reichlich segnen wolle; eine Ideologie, die mit calvinistischen Vorstellungen verknüpft sein kann, wonach Wohlstand und Erfolg als Ausweis der göttlichen Erwählung anzusehen seien. (Quelle: https://www.newsweek.com/trump-televangelist-kenneth-copeland-devil-steal-election-kill-babies-1556305)

Ebenso „prophetisch“ über Trumps Wahlsieg äußerten sich auch sonstige namhafte Starprediger aus der schwarmgeistigen Szene, darunter Sid Roth, Eric Metaxas oder Curt Landry und viele weitere leitende Pastoren, angeblich vom Heiligen Geist „Inspirierte“. (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=9Quo_miz04Y&feature=youtu.be

Weitere Infos hier: https://hoffnung-weltweit.info/glaubenspraxis/gottes-willen-erkennen/gott-hat-mir-gesagt.html


Regensburger charismatische CE würdigt Ames

Pfarrvikar Markus Hochheimer ist einer der drei Diözesan-Sprecher der „Charismatischen Erneuerung“ (CE) im bayerischen Bistum Regensburg.

Diese CE ist sozusagen der offiziösere Teil der pentekostalen (pfingstlerischen) Bewegung in der kath. Kirche.

Daneben gibt es eher „wilde“ Triebe und neben den Blüten nicht wenige Sumpfblüten, wobei eine strikte Trennung der beiden „Flügel“ ohnehin nicht möglich ist, denn zwischen der gemäßigt erscheinenden CE-Richtung und den völlig schwärmerischen Gruppen gibt es fließende Übergänge – sowohl personell wie spirituell.

Ein typisches Beispiel hierfür bietet der diesjährige Weihnachtsrundbrief des bereits erwähnten Priesters Hochheimer. Der CE-Sprecher schreibt allerlei Richtiges und Bedenkenswertes zu den Herausforderungen der Corona-Zeit.

Aber er wäre wohl kein Charismatiker, wenn er es dabei belassen hätte. Vielmehr würdigt er mittendrin das ihn „faszinierende“ Zeugnis von Carper Alan Ames, den er als „bekannten katholischer Autor und Sprecher aus Australienvorstellt.

Ames gebe – so Hochheimer – „Antworten auf die Zeit der Prüfung“. Er berichtet:

„Ich durfte Alan und seine Dolmetscherin, Frau Beatrix Zureich, im Jahr 2009 in meiner Geburtsstadt Cham/Opf. persönlich kennenlernen, der 1993 eine starke Begegnung mit Gott hatte, und damit ein neues Leben begann. Er reiste mit dem Segen seines Heimatbischofs durch die ganze Welt, um die Menschen durch sein Glaubenszeugnis und seine Gabe der Heilung zu beschenken.“

Kürzlich habe Ames dem erscheinungsbewegten Portal „Kath.net“ ein Interview über „besondere Begegnungen mit Gott“ gegeben: „Während des Interviews tauchte bei ihm plötzlich ein blutrotes Kreuz! auf seiner Handinnenfläche auf.“

Wenn das kein Omen ist freilich ein schwer deutbares?

Der seit Jahrzehnten durch deutsche Lande reisende „Heilungsprediger“ bekam in mehreren Bistümern Auftrittsverbot in kirchlichen Häusern, darunter seit Jahrzehnten in Münster und seit 2013 auch in der Erzdiözese Freiburg (siehe hier letzte Seite: https://www.yumpu.com/de/document/read/25034503/amtsblatt-nr-35-erzbischofliches-ordinariat-freiburg)

Der charismatische Ames ist zwar kein Priester, aber dafür (eigenen Angaben zufolge) ein Seher und Empfänger von göttlichen Einsprachen und Visionen. Wenn der „begnadete“ Redner die Gläubigen einzeln mit Handauflegung segnet, fallen oft mehr als die Hälfte in Trance nach hinten, darunter auch baumstarke Männer.

„Menschen kippen nach Berührung reihenweise um“ – so heißt es bezeichnenderweise auch im Titel eines Zeitungsberichts (siehe hier: https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/kultur-de-welt/josefskirche-weiden-umstrittener-alan-ames-spricht-vor-800-glaeubigen-menschen-kippen-nach-beruehrung-reihenweise-um-d46117.html)

Diese Quasi-Ohnmachtsanfälle werden von charismatischer Seite als „Ruhen im Geist“ bezeichnet; in den USA spricht man von „Slain in the Spirit“ (Erschlagenwerden vom Geist), was diesen befremdlich wirkenden Vorgang treffender darstelltman könnte auch schlicht vom „Hammersegen“ reden.

BILD: Diese Publikation von Ames würdigt das umstrittene „Ruhen im Geist“

Seit zehn Jahren melden sich bei uns immer mehr Katholiken, die sich durch den angeblich geistgewirkten „Hammersegen“ von Ames geschädigt fühlen. Mehrere dieser Ex-Charismatiker sind seelisch und spirituell dauerhaft schwer belastet, teils auch psychosomatisch, seitdem sie von Alan Ames „gesegnet“ wurden und dabei bewußtlos nach hinten kippten.

Eine dieser Betroffenen sagte uns, sie habe sich nach diesem Geschehnis „wie beschwipst“ gefühlt und sei nicht etwa mit „wunderbaren Geistesgaben“ erfüllt worden, sondern immer depressiver und ängstlicher geworden. Sie vermißt eine kirchliche Warnung vor diesem „Segensmann“, denn immerhin fand sein Auftritt in der diözesanen Gebetsstätte in Heroldsbach im Bistum Bamberg statt. Mit Recht fragt sie: „Woher sollte ich wissen, daß dieser Wanderheiler in anderen Bistümern ein Auftrittsverbot bekam?“

Auch der Lippstädter katholische Priester, Journalist und Autor Winfried Pietrek kennt das seelsorgliche Problem des „Hammersegens“ durch Aussteiger-Kontakte. Er schreibt dazu u.a.:
„Viele, die bei den „Segnungen“ von Ames – oder bei der Handauflegung anderer charismatischer Wunderheiler – auf den Rücken gefallen sind, bleiben oft lange körperlich oder seelisch belastet und erleben nach anfänglichen Hochgefühlen später Depressionen oder andere psychische Störungen, so dass sie Hilfe beim Psychiater oder Exorzisten suchen müssen.

Quelle für die CE-Zitate: https://www.erneuerung.de/regensburg/2020/12/22/unser-ce-weihnachtsrundbrief-2020/
Quelle für das am Schluß erwähnte Pietrek-Zitat: https://gloria.tv/post/jXNr9G2BB9Qz4MHUK6jaomhCr

WEITERE ARTIKEL zu Alan Ames hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/alan-ames-die-charismatische-bewegung/

Bericht über Ames Auftritt in REGENSBURG im Jahr 2005: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/alan-ames-in-regensburg/