Mali: Ordensfrau Gloria seit über vier Jahren in Geiselhaft von Islamisten

Es sind bereit vier Jahre und fünf Monate vergangen, seitdem die kolumbianische Ordensschwester Gloria Cecilia Narváez, von Dschihadisten in Mali entführt wurde.

Die „Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime“, ein in Mali aktiver Ableger von Al-Qaida, bekannte sich am 1. Juli 2017 zu der Entführung und veröffentlichte im Internet ein Video, das die in der Wüste im Norden Malis inhaftierte Ordensfrau zeigt.

Im September 2017 hatten die kolumbianischen Behörden auf den prekären Gesundheitszustand von Schwester Gloria hingewiesen. „Sie lebt, aber sie hat Probleme mit einem Bein und ihren Nieren“, so General Fernando Murillo, Kommandant der kolumbianischen Polizei, der für die Ermittlungen wegen der Entführung zuständig ist.
Die französische Geisel Sophie Pétronin, die zusammen mit Schwester Gloria gefangen war und inzwischen freigelassen wurde, hat den Ernst von deren Gesundheitszustand bestätigt.

Quelle: Fidesdienst


Niger: Islamisten-Angriff auf christl. Dörfer

Erneut haben Dschihadisten zugeschlagen – diesmal griffen sie zwei Dörfer in der südlichen Region von Tillabéri in Niger an. Sie ermordeten männliche Einwohner und setzten eine Kirche in Brand.

Über die Doppel-Attacke auf die Dörfer Fantio und Dolbel im Grenzgebiet zu Burkina Faso berichtet das Hilfswerk „Kirche in Not“, die sich auf Aussagen von Überlebenden stützt.

Demnach griffen die Terroristen die beiden Ortschaften zweimal an. Sie ermordeten die Männer und setzten in Fantio die Kirche in Brand.

In der Kirche warfen die Angreifer hl. Hostien und eine Marienstatue zu Boden und verbrannten liturgische Bücher und Musikinstrumente, bevor sie die Gebetsstätte anzündeten, wie Überlebende berichteten.

Die Frauen seien mit Kindern und Säuglingen in umliegende Gebiete geflohen – in Richtung der Hauptstadt Niamey und nach Burkina Faso.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-07/niger-angriff-dschihadisten-fantio-dolbel-acn-sahel-terror.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Indien: Pater Swamy engagierte sich für Ureinwohner, wurde inhaftiert und starb jetzt

Pater Stan Swamy starb am Montag im Alter von 84 Jahren, wie das katholische Krankenhaus in Mumbai mitteilte, wo er zuletzt behandelt wurde.

Der Jesuit hat am Sonntag einen Herzinfarkt erlitten und seitdem das Bewusstsein nicht mehr erlangt.

Der Ende Mai mit dem Coronavirus infizierte und an Parkinson erkrankte Geistliche hatte sich vier Jahrzehnte lang für die verfassungsmäßigen Rechte der armen Stammesangehörigen im indischen Bundesstaat Jharkhand eingesetzt.

“Lieber Stan, du bist zweifellos ein Märtyrer für Gerechtigkeit und Frieden”, schrieb der Jesuit und Menschenrechtler Cedric Prakash in einem Nachruf: “Dein Tod wird nicht umsonst sein. Es wird sehr viele Stans geben, die sich jetzt erheben.“

Swamy war Gefangener des Monats Dezember 2020: https://akademicapro.religionsfreiheit-igfm.info/2020/12/06/indien-jesuitenpater-mit-83-inhaftiert/

Quelle: https://akademicapro.religionsfreiheit-igfm.info/2021/07/06/indien-pater-stan-swamy-gestorben/


Stephanus-Preisverleihung an die HMK

Von Felizitas Küble

Am heutigen Samstag, den 3. Juli 2021, erhielt die evangelikal orientierte „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (HMK) im hessischen Wetzlar den Sonderpreis der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“, die von Michaela Koller geleitet wird; sie ist beruflich als Referentin der IGFM (Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte) für Religionsfreiheit und als Publizistin tätig.

Die Katholikin ist zugleich als Bloggerin (Vaticanista) aktiv und seit Jahren auch Gastautorin in unserem CHRISTLICHEN FORUM.

Die mit dem Preis verbundene Spendensumme von 1000 Euro erhält die überkonfessionelle HMK für ihre Hilfsprojekte in der Türkei, wo christliche Flüchtlinge aus Irak und Syrien sich vielfach in Not und Elend befinden.

Über diese und andere Aktivitäten informierte ein kurzer, aber eindringlicher Dokumentationsfilm unter der Regie von Michaeala Koller – er schilderte zugleich die Entstehung der HMK.

Gegründet wurde das in Uhldingen am Bodensee beheimatete Hilfswerk von dem judenchristlichen, evangelischen Pastor Richard Wurmbrand aus Rumänien, der unter der kommunistischen Diktatur wegen seines Glaubens 13 Jahre lang im Gefängnis saß und danach – als er im Westen lebte – über die leidende Gemeinde Jesu hinter dem Eisernen Vorhang zahlreiche Bücher veröffentlichte, darunter sein aufrüttelnder Erlebnisband „Gefoltert für Christus“.

Aus seinem Verein wurde im Laufe der Jahrzehnte ein weltweit aktives Hilfswerk mit einer aktuellen Monatszeitschrift „Stimme der Märtyrer“ und einem hervorragenden Jahreskalender „Länder der Märtyrer“.

Der evangelische Theologe und IDEA-Vorstandschef Helmut Matthies – er leitete jahrzehntelang die Zeitschrift IDEA-Spektrum – erinnerte an das mutige Wirken Wurmbrands und auch an das Versagen in westlichen Ländern, in denen das Unrecht im Ostblock vielfach ignoriert worden sei, was auch für kirchliche Kreiseinsbesondere in der EKD – gelte.

Die Auszeichnung wurde vom HMK-Vorsitzenden Stefan Weber entgegengenommen. Auch HMK-Missionsleiter Manfred Müller hielt eine eindringliche Ansprache, ebenso die pakistanische Bürgerrechtlerin und Menschenrechtsanwältin Aneequa Anthony (siehe 2. Foto: mit Michaela Koller) in Form eines per Zoom zugeschalteten Grußworts.

Auch der frühere geschäftsführender IGFM-Vorsitzende Karl Hafen würdigte die Arbeit der HMK in seiner Laudatio und informierte über die gegenseitigen Kontakte zwischen seiner Organisation und der HMK.

Der ebenfalls in IGFM einst aktive Dr. Wolfgang Link (siehe Foto) erläuterte als Gründer der Stephanus-Stiftung die Motive für seine Initiative und begleitete die Veranstaltung mehrfach musikalisch.

Die Moderation der Preisverleihung übernahm Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, Vize-Vorsitzender der Stephanus-Stiftung (siehe 1. Foto ganz rechts).

Zum Ausklang gab es Gebete und Segensworte des in Ägypten seelsorglich tätigen, katholischen Monsignore Joachim Schroedel (siehe Foto) und des evangelischen Pastors Manfred Müller, des Missionsleiter der HMK.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das CHRISTOFERUSWERK in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreut und das seit Jahrzehnten sowohl mit der HMK wie auch der IGFM zusammenarbeitet.

Erstes Foto: Stephanus-Stiftung, B. Özcan – Weitere Bilder: IGFM, Felizitas Küble


Stephanus-Sonderpreis für die HMK am 3. Juli

Teilnahme ab 10,30 Uhr per Zoom möglich

Der Verein „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (HMK) mit Sitz in Uhldingen erhält am 3. Juli um 11 Uhr in Wetzlar den diesjährigen „Stephanus-Sonderpreis für verfolgte Christen“.

Coronabedingt wird die einstündige Übergabe im kleinen Kreis stattfinden und kann per Zoom im Internet mitverfolgt werden.

Interessierte mögen sich anmelden unter stephanuspreisverleihung@googlemail.com , um dann kurz vor Beginn den Zugangslink zu erhalten. Rückfragen sind telefonisch unter 0176 – 31553517 möglich.

Die Hilfsaktion Märtyrerkirche ist mit 170 Projekten in rund 50 Ländern dort tätig, wo die christlichen Gemeinden in Bedrängnis leben. Das überkonfessionelle Hilfswerk agiert unabhängig und seine Aktivitäten werden durch Spenden getragen.

Die HMK wurde 1969 von dem rumänischen lutherischen Pastor Richard Wurmbrand gegründet. Er wurde 1909 in Bukarest in eine deutsch-jüdische Familien hineingeboren, war aber in jungen Jahren Atheist, bevor er im Alter von 28 Jahren zum christlichen Glauben fand.

Später versteckte er Juden vor der Verfolgung. Im Jahr 1948 geriet er in die Mühlen des kommunistischen Regimes, das ihn verhaftete, folterte und insgesamt 14 Jahre einsperrte. Von diesen Erfahrungen berichtete er in seinem ersten Buch „Gefoltert für Christus“.

Wurmbrand ging es stets darum, weniger über diese Leiden als solche zu berichten, sondern davon zu erzählen, wie die Nöte im Aufblick auf das Kreuz Christi überwunden werden können. Die „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ würdigt mit der Auszeichnung die große Treue dieser Initiative zu ihrem Gründer sowie ihr Selbstverständnis als „Stimme der Märtyrer“.

Die „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ sieht die verfolgten Christen nicht als Bittsteller an, sondern verweist auf die Segen bringenden, mutigen Glaubenszeugnisse der bedrängten Gemeinde. Christen, die in Freiheit leben können, werden so aufgefordert, eindeutiger in der Nachfolge Jesu zu leben. Die „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ widmet den mit 1.000 Euro dotierten Preis der Arbeit in der Türkei.

Viele Flüchtlinge fristen dort ohne Arbeitserlaubnis ihr Dasein in großer Not. HMK aber hilft durch einen Partner mit Schulausstattung, Lebensmittelpaketen, Heizmaterial, Medizin, Hygieneartikeln und Kleidung. Der Preis wird am Samstag, den 3. Juli 2021 um 11 Uhr, am Standort des HMK-Außenbüros in Wetzlar überreicht.

Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Bedingungen wird diese Übergabe im kleinen Kreis stattfinden und per Zoom im Internet mitzuverfolgen sein.

Interessierte möchten sich bitte unter stephanuspreisverleihung@googlemail.com anmelden, um kurz zuvor den Zugangslink zu erhalten. Sie können auch telefonisch unter 0176 – 31553517 Rückfragen stellen.

Die „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ ist nach dem Diakon der christlichen Urgemeinde benannt, der als erster Märtyrer wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus gesteinigt wurde.

Die Stiftung verleiht alljährlich ihren Stiftungspreis oder Sonderpreis. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die syrisch-orthodoxe Schwester Hatune Dogan, die auch „moderne Mutter Teresa“ genannt wird, der Patriarch von Babylon, Kardinal Louis Raphael I. Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, der am 7. April 2014 im syrischen Homs ermordete Jesuitenpater Frans van der Lugt, die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony und der frühere Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, wegen seiner Beharrlichkeit im jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte in China.

BILD: Michaela Koller und Aneeqa Anthony

Gründer der „Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen“ in Frankfurt ist Wolfgang Link aus Gengenbach im Schwarzwald, Oberstudienrat i.R.

Die Vorstandsvorsitzende Michaela Koller ist Referentin der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt.

PROGAMM-Ablauf der Preisverleihung am Samstag (3. Juli)

Einlass in die Zoom-Cloud                                                                10.30 Uhr

Erste Begrüßung der Teilnehmer                                                       10.55 Uhr

Beginn der Hybrid-Veranstaltung und Einführung mit Musik          11 Uhr                                                                                                                                                                                    
Veeh-Harfe: Dr. Wolfgang Link, Gründer der Stephanus-Stiftung

Moderation: Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, Vize-Vorsitzender der Stephanus-Stiftung

Grußworte: Michaela Koller, Vorstandsvorsitzende, Stephanus-Stiftung

Helmut Matthies, ehem. Redaktionsleiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea

Aneeqa Anthony, Menschenrechtsanwältin aus Pakistan

Laudatio von Karl Hafen, ehem. Geschäftsführender Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

Ansprache von Stefan Weber, Vorstandsvorsitzender der Hilfsaktion Märtyrerkirche

Segensworte zum Ausklang von Monsignore Joachim Schroedel

und Kirchenrat Dr. Rolf Sauerzapf

Ende des Online-Festakts                                                                          12 Uhr

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IGFM fordert: Christlichen Ex-Muslim wg. Lebensgefahr nicht in den Iran abschieben

Am 1. Juli entscheidet das Verwaltungsgericht Frankfurt über das Schicksal eines christlichen Ex-Muslim aus dem Iran: Hossein Ahmadi. Den 33-jährigen Konvertiten würde im Iran lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe erwarten.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) unterstützt Ahmadi, da er zum Opfer schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen im Iran zu werden droht, falls seine Abschiebung vollzogen wird.

„Als Konvertit und Regimekritiker gerät Hossein Ahmadi im Falle einer Abschiebung in den Iran in Lebensgefahr. Nach iranischem Recht gilt das Verlassen des Islams als todeswürdiges Verbrechen. Gleiches gilt für öffentliche Kritik an der islamistischen Führung“, erklärt Martin Lessenthin
(siehe Foto), Vorstandssprecher der IGFM.

Hossein Ahmadi floh 2017 nach Deutschland. Der Musiker besucht als gläubiger Christ seit 2018 die Gemeinde „Vaterhaus“ in Frankfurt am Main. Dort ließ er sich im Juni 2019 taufen und konvertierte vom Islam zum Christentum. Die Abkehr vom Islam gilt im Iran als eine der schlimmsten Straftaten. Bereits 2019 berichtete die IGFM von der verschärften Verfolgung von Konvertiten. 

Am 20. November 2019 nahm Ahmadi an einer Demonstration vor dem iranischen Konsulat in Frankfurt am Main teil. Er wollte sich mit seinen Landsleuten solidarisieren, da Proteste im Iran unter Inkaufnahme großer Opferzahlen blutig beendet wurden.

Etwa zehn Tage nach der Demonstration machten Unbekannte im Iran das Elternhaus Ahmadis ausfindig, um seine Eltern einzuschüchtern. Durch Filmaufnahmen der Demonstration hatte man Hossein Ahmadi erkannt.

Weitere Infos zu Menschenrechten in aller Welt: http://www.igfm.de


Pakistan: Asia Bibis Anwalt mit Tod bedroht

Saif-ul-Malook, Rechtsanwalt der bekannten pakistanischen Christin Asia Bibi, wird in dem zweitgrössten muslimischen Land der Welt erneut mit dem Tode bedroht.

«Ich habe jetzt mehr Angst als zu der Zeit, als Asia Bibi freigesprochen wurde. Damals waren die Mordaufrufe in den Sozialen Medien für meine Ermordung noch nicht so vehement», wandte sich der Anwalt jetzt via Twitter an die Öffentlichkeit.

Über Jahre hatte der Menschenrechtsanwalt dafür vor Gericht gekämpft, dass die Todesstrafe gegen die christliche Familienmutter Asia Bibi aufgehoben wurde. Ihr war «Verunglimpfung Allahs» vorgeworfen worden, weil sie aus demselben Becher getrunken hatte wie eine islamische Arbeitskollegin.

Bis heute steht der Anwalt unter Personenschutz – mit dem Wissen, dass der christliche pakistanische Minister Shahbaz Bhatti im Zusammenhang mit dem Fall Asia Bibi von seinem Leibwächter ermordet worden ist. Bibi selbst lebt mit ihrer Familie seit 2019 in Kanada.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.jesus.ch/magazin/international/asien/392410-asia_bibis_anwalt_erneut_mit_dem_tode_bedroht.html


Gewalt gegen Christen in Indien nimmt zu

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2021 kam es in Indien trotz Coronakrise zu 127 Gewalttaten gegen Christen. Dies berichtet das „United Christian Forum“ (UCF).

Unter den Beschwerden gibt es Massenangriffe oder Drohungen und Einschüchterungen verschiedener Art. „Außerdem besteht die Tendenz, die offizielle Anzeige bei der Polizei nicht einzureichen, denn nur in 15 von 127 Gewaltfällen war dies der Fall“, so der Katholik A.C. Michael, ein führendes Mitglied der UCF.

Wie aus den Daten hervorgeht, führt der Bundesstaat Chhattisgarh in Zentralindien die meisten Vorfälle an (19), während sich in Karnataka und Jharkhand 17 Fälle ereigneten. Religiöse Gewalt wurde möglicherwise durch die durch die Pandemie verursachten Bedingungen der Armut und des Elends im gesamten Staatsgebiet verschärft.

Insgesamt 555 Frauen, 120 Dalits und 189 Stammesangehörige wurden Opfer dieser Vorfälle – und Fälle religiöser Gewalt „sind so häufig geworden, dass niemand mehr das Bedürfnis verspürt, sie zu verurteilen. Das gilt auch für politische, zivilgesellschaftliche und religiöse Führungskräfte“, sagt Michael und signalisiert damit die Gefahr der Gleichgültigkeit.

Laut der Volkszählung von 2011 leben in Indien 966 Millionen Hindus, 80 % der 1,3 Milliarden indischen Bevölkerung. Muslimische Bürger sind 172 Millionen (14%), während Christen 29 Millionen (2,3%) sind.

Quelle: Fidesdienst


Pakistan: Über 30 Islamkritiker in Todeszellen

Angeklagtes Ehepaar freigesprochen

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) begrüßt den Freispruch des pakistanischen Ehepaars Shafqat Emmanuel und Shagufta Kausar durch den Supreme Court, den Obersten Gerichtshof in Lahore, der am Donnerstag bekannt wurde.

Das Gericht ordnete zudem die Freilassung der beiden Christen an, die bislang noch nicht erfolgt ist. Die Eheleute saßen sieben Jahre in Erwartung der Todesstrafe hinter Gittern:

Ein Richter in der Stadt Toba Tek Singh (Provinz Punjab) hatte am 4. April 2014 wegen des Vorwurfs der Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed und der Verunglimpfung des Koran die Todesstrafe verhängt.

Sie sollen am 18. Juli 2013 SMS-Mitteilungen, die den Propheten Mohammed und den Koran verunglimpfen, an den muslimischen Geistlichen Mohammed Hussain verschickt haben.

Der inzwischen 50-jährige Shafqat Emmanuel war seit einem Unfall im Jahr 2004 ab der Hüfte gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Der Hausmeister sei kaum des Lesens und Schreibens mächtig, argumentierte sein Verteidiger. Seine Frau Shagufta arbeitete als Putzfrau. Das Paar hat vier Kinder im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren.

Die SMS-Mitteilungen gingen vom Mobiltelefon der Frau aus, das sie einen Monat zuvor verloren hatte. Beobachter hielten es für möglich, dass jemand die in gutem Urdu – der Amtssprache – verfassten Botschaften gesendet hat, um dem Ehepaar zu schaden. Die beiden Verurteilten können aber nicht Urdu schreiben.

Die IGFM benannte die Eheleute zusammen mit der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA im Mai 2014 zu Gefangenen des Monats.

Mehr als 30 Menschen sitzen zurzeit wegen Blasphemie in pakistanischen Todeszellen. Bisher wurde kein wegen Blasphemie Verurteilter vom Staat hingerichtet. Allerdings gehen verschiedene Quellen von über 75 (seit 1987) außergerichtlich Getöteten aus.

Die zitierte EU-Resolution erwähnt den diesbezüglichen Lynchmord an dem muslimischen Studenten Mashal Khan – angeblich ein Ahmadiyya-Moslem – im April 2017. Ahmadiyya-Muslime werden in Pakistan besonders häufig Opfer religiös motivierter Gewalt und der Blasphemie beschuldigt.

Im April dieses Jahres kritisierte das Europäische Parlament in einer Resolution Pakistan wegen seines Umgangs mit religiösen Minderheiten, insbesondere die Instrumentalisierung der drakonischen Blasphemie-Gesetze. Es forderte die sofortige und bedingungslose Aufhebung des skandalösen Urteils gegen Emmanuel und Kausar.

„Der Fall zeigt, dass internationale Appelle ihre Wirkung nicht verfehlen. Wir fühlen uns ermutigt, weiter energisch für die unschuldig wegen Blasphemie Inhaftierten einzutreten“, sagt Michaela Koller (siehe Foto), Referentin für Religionsfreiheit in der IGFM.

Weitere Infos zur Arbeit der IGFM


Proteste gegen staatliche Untätigkeit in Nigeria angesichts islamischer Terrorakte

Am 24. Mai gingen in Abuja hunderte Demonstranten auf die Straße und blockierten eine Autobahn der Bundeshauptstadt Nigerias, um gegen die zunehmenden Fälle von Entführungen zu protestieren, von denen jetzt alle Teile der Gesellschaft betroffen, auch die ärmsten Schichten.

Zu den Opfern der Entführungen zählen auch Priester und Ordensleute, zuletzt der siebzigjährige Pfarrer Joe Keke, der sich immer noch in den Händen der Entführer befindet.

Pfarrer Keke wurde am 20. Mai bei dem nächtlichen Angriff auf die Pfarrei St. Vincent Ferrer in Malunfashi zusammen mit Pater Alphonsus Bello gefangen genommen, dessen Leiche am nächsten Morgen gefunden wurde.

Mehrere führende Vertreter der katholischen Kirche bitten um mehr Sicherheit für die Bürger des Landes, während die Vereinigung katholischer Juristen die Regierung um einen Sicherheitsgipfel bitten, um das Problem der weit verbreiteten Unsicherheit anzugehen.

„Die Bürger verlieren das Vertrauen in die Regierung, weil sie ihrer verfassungsmäßigen Pflicht, das Leben und das Eigentum ihrer Bürger zu schützen, nicht nachkommt“, beklagt Bischof Stephen Dami Mamza.
Der Sprecher der Diözese Makurdi, Pfarrer Moses Iorapuu, kritisierte die „massive Verfolgungswelle“ im Land, insbesondere im Bundesstaat Benue, die zur Vertreibung christlicher Gemeinschaften führte.

Die Unfähigkeit der Behörden, radikale Muslime einzudämmen, während diese weiterhin töten, vergewaltigen, Häuser zerstören, Felder belagern und Menschen entführen, ist ein Beweis für die Mitschuld der Bundesbehörden. Unter den Tausenden, die von bewaffneten Nomaden ermordet wurden, befanden sich auch katholische Priester und Katecheten“, sagte der Pfarrer weiter.

Quelle: Fidesdienst