Hochkarätige internationale Konferenz über verfolgte Christen in Wien

Christen sind die weltweit am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft. Dies ging aus der Internationalen Konferenz zum Thema „Christen in Bedrängnis“ in Wien hervor, auf der Politiker aus dem Europäischen Parlament und Experten zum Thema referierten.  IGFM_Scharia

Mehr als 100 Millionen Menschen werden wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verfolgt. Jedes Jahr werden zwischen 100.000 bis 150.000 deswegen getötet. Diese Zahlen der Hilfsorganisation „Open Doors“ las der Sonderbeauftragte der Europäischen Kommission für Religionsfreiheit außerhalb der EU, Ján Figeľ, auf der Konferenz „Christen in Bedrängnis“ am Wochenende in Wien vor.

National und international tätige Politiker, Fachleute, Geistliche und Medienvertreter aus Österreich und anderen Ländern informierten über die Verletzung der Religionsfreiheit auf der ganzen Welt. Veranstalter war das „Dokumentationsarchiv der Intoleranz gegen Christen“.

Abgehackte Gipfelkreuze und Schmierereien an Kirchen

Ellen Kryger Fantini vom „Observatory on Intolerance and Discrimination Against Christians in Europe“ teilte mit, dass ihre Organisation 1.800 Fälle von Intoleranz gegen Christen seit 2005 in Europa erfasst habe. Dazu gehörte Vandalismus gegen christliche Gräber oder Kreuze, abgehackte Gipfelkreuze oder Schmierereien an Kirchen. GegKoller-Michaela_kwi_author_listen Kirchen in den Niederlanden, Frankreich und Österreich habe es sogar Brandanschläge gegeben.

José-Luis Bazán, Justitiar des Zusammenschlusses der katholischen Bischofskonferenzen in der EU, verwies auf Belästigungen oder Bedrohungen, denen christliche Flüchtlinge von muslimischen Flüchtlingen in Unterkünften ausgesetzt sein können.

Zu den weiteren Sprechern der Konferenz gehörten Michaela Koller (siehe Foto), Journalistin und Referentin für Religionsfreiheit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt sowie mehrere Experten der christlichen Organisation ADF International. Auf der Webseite der Konferenz können viele Vorträgen im Video angeschaut werden.

Der Veranstalter „Dokumentationsarchiv der Intoleranz gegen Christen“ wurde von seinen Partnerorganisationen „Alliance Defending Freedom” (ADF International), „Christian Solidarity International“, „Open Doors“, „Kirche in Not“, „Plattform Christdemokratie“ und der Landtagsabgeordneten in Wien Gudrun Kugler unterstützt. Die Schirmherrschaft hatte Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien. 

Quelle und vollständiger Bericht hier: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/christen-in-bedraengnis-internationale-konferenz-in-wien-98512/


Kenia: Lynchmord an einer Christin – Freispruch für fünf Verdächtige

Fünf Verdächtige, die im Zusammenhang mit dem Lynchmord an einer Christin unter dem Vorwand der Blasphemie in Kano in Kenia festgenommen worden waren, wurden freigesprochen. 027_24

Am 2. Juni 2016 wurde die 74-jährige Straßenhändlerin Bridget P. Agbahime aus dem nigerianischen Bundestaat Imo von einer aufgebrachten Menschenmenge zu Tode geprügelt, nachdem ein Jugendlicher nach einem Streit mit der Frau behauptet hatte, sie habe den Propheten Mohammed beleidigt.

Diese Anschuldigung dementierten Augenzeugen und Bekannte des Opfers.

Fünf Personen wurden von der Polizei im Zusammenhang mit dem Mord an der Christin festgenommen und am gestrigen 3. November von einem Gericht in Kano freigesprochen.

Bereits am 29. Mai wurde in Pandogari, im nigerianischen Bundesstaat Niger, unter ähnlichen Umständen der 24-jährige Straßenhändler Methodus C. Emmanuel ermordet, ebenfalls im Zusammenhang mit dem Vorwurf der „Blasphemie“ (Islamkritik).

Beide Morde wurden allerdings von einem großen muslimischen Verband in Nigeria, der Jama’atu Nasril Islam, verurteilt. Der Vorsitzende ist Sultan von Sokoto, Muhammadu Sa’ad Abubakar; er erklärte: “Diese schrecklichen Zwischenfälle müssen unbedingt verurteilt werden; denn es handelt sich um Kriminelle, nicht um Muslime“.

Quelle: Fidesdienst


Albanien: Seligsprechung von 38 Märtyrern unter dem Kommunismus

Die albanische katholische Kirche in Scutari hat am 5. November 2016 die Seligsprechung des Erzbischofs von Scutari und Primas von Albanien, Vincenzo Prennushi OFM, und 37 Gefährten gefeiert. Foto: Evita Gründler

Am 26. April 2016 hatte Papst Franziskus die geplante Seligsprechung der zwei Bischöfe, 21 Diözesanpriestern, sieben Minoritenbrüder, drei Jesuiten, vier Laien und eines Seminaristen bestätigt.

Die Priester, Ordensleute und Laien starben unter dem kommunistischen Regime zwischen 1945 und 1974 den Märtyrertod. Die Diktatur Albaniens zeichnete sich durch besondere Härte gegenüber der Kirche und allen Gläubigen aus. 1967 erklärte sich Albanien amtlich zum ersten atheistischen Staat der Welt.

Vor allem Christen wurden mit größter Schärfe verfolgt. Die Körper der Hingerichteten wurden in den Müll geworfen, Hunden vorgeworfen, in Gräben verscharrt und verhöhnt. Die Verfolgungen nahmen erst ein Ende, als der Eiserne Vorhang fiel und das kommunistische System ebenso.

Am 4. November 1990 bezeugten dien Katholiken in Scutari zum ersten Mal öffentlich bei einer hl. Messe ihren Glauben. Die Kirche Albaniens ist seitdem darum bemüht, das Gedächtnis an die Märtyrer und die lange Leidenszeit wachzuhalten.

Quelle und Fortsetzung der Nachricht hier: https://de.zenit.org/articles/seligsprechung-von-erzbischof-vincenzo-prennushi-ofm-und-37-gefaehrten/

Foto: Evita Gründler


IGFM: Türkei soll Gerüchte gegen Patriarchen sowie Christendiskriminierung beenden

Anlässlich des 25-jährigen Amtsjubiläums des Patriarchen von Konstantinopel Bartholomeos I. fordert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt den türkischen Präsidenten Erdoğan auf, sich offiziell von Gerüchten über die vermeintliche Nähe des hohen geistlichen Würdenträgers zu den Putschisten vom 15. Juli zu distanzieren.  IGFM-menschenrechtede-8174_01_dd53c02859

Edgar Lamm, Vorsitzender der IGFM, betont, dass „die Türkei stolz sein sollte, den Sitz des Ökumenischen Patriarchen in ihrem Land zu haben. Stattdessen verweigert sie ihm die offizielle staatliche Anerkennung als Rechtspersönlichkeit und behindert seine Arbeit.

Die IGFM appelliert an Erdogan, die Diskriminierung der christlichen Minderheit zu beenden und das Patriarchat und seine Einrichtungen als Rechtspersönlichkeit, etwa mit der Möglichkeit des Eigentumserwerbs anzuerkennen.

Gerade vor dem Hintergrund der innenpolitischen Auseinandersetzungen und der internationalen Kritik am Vorgehen gegen Minderheiten ist ein Zeichen am Tag des 25-jährigen Amtsjubiläums von Bartolomeos I. eine Geste mit besonderer Symbolkraft. Auch sollte die Türkei den historischen Titel als Ökumenischer Patriarch respektieren, dessen derzeitiger Träger der 270. Nachfolger des Apostels Andreas ist
.
Fortwährend wird die Religionsfreiheit der griechisch-orthodoxen Christen durch die Einschränkung in der Ausbildung des Priesternachwuchses verletzt. Das international bekannte theologische Seminar auf der Prinzeninsel Chalki im Marmarameer ist seit 1971 geschlossen; dessen Wiedereröffnung, bereits mehrfach in Aussicht gestellt, wäre ein Zeichen guten Willens im Umgang mit der schrumpfenden christlichen Minderheit.

Zudem wäre die Rückgabe enteigneter Immobilien, oder zumindest die Entschädigung, eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass das Christentum zur Türkei gehört.


Äthiopien: Teenager und junge Frau wegen christlicher Evangelisation verhaftet

Die äthiopische Polizei hat eine 18-jährige Christin wenige Stunden nach ihrer Freilassung erneut verhaftet. Die junge Frau namens Deborah war zusammen mit drei jüngeren Mädchen seit Ende September 2016 inhaftiert gewesen, weil sie ein christliches Buch weitergegeben hatten.  76aa47d054

Der Vorfall ereignete sich in Babile, einer Stadt 550 Kilometer östlich von der Hauptstadt Addis Abeba. Dort hatten einheimische Christen ein Buch verteilt, das Fragen eines verstorbenen islamischen Gelehrten über den christlichen Glauben beantwortete. Die ortsansässigen Muslime sehen in dem Buch eine Beleidigung des Islam.

Dies führte dazu, dass einige von ihnen am 19. September die protestantische Meserete-Kristos-Kirche angriffen und Fenster und Türen beschädigten. Daraufhin organisierten Vertreter der Stadt ein Treffen zwischen verschiedenen religiösen Leitern und verhafteten im Anschluss Deborah, die 15-jährige Eden samt ihrer Mutter sowie einen Mann namens Bekele.

In einer öffentlichen Veranstaltung am selben Tag kündigten sie weitere Maßnahmen gegen „Aufrührer“ an, die „religiöse Konflikte anzetteln“. Ein Christ verwies darauf, dass in Babile auch islamische Bücher im Umlauf seien, wogegen nichts dergleichen unternommen werde. Er muss sich seitdem regelmäßig bei der Polizei melden und wurde unter Druck gesetzt, sich für seine Aussagen zu entschuldigen, was er jedoch verweigerte.

In der folgenden Nacht wurde eine weitere Kirche demoliert. Gemeindeleiter erhielten Drohungen.

Während Bekele und Edens Mutter aus dem Gefängnis entlassen wurden, verhaftete die Polizei am 23. September die beiden 14-jährigen Mädchen Gifti und Mihiret. Eine Kontaktperson von World Watch Monitor berichtete von einem Besuch bei den Mädchen, dass sie trotz ihrer schweren Situation an ihrem Glauben an Christus festhalten. Nachdem sie mehrere Male vor Gericht erscheinen mussten, wurden sie schließlich Mitte Oktober gegen eine Kaution von 3.000 Birr (entspricht etwa 125 Euro) freigelassen.

Noch ist nicht klar, warum Deborah erneut verhaftet wurde. Es ist zu vermuten, dass die Ankläger weiter nach Möglichkeiten suchen, auf eine Verurteilung der jungen Christinnen hinzuwirken.

Äthiopien nimmt auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors aktuell Platz 18 unter den Ländern ein, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Offiziell herrscht in Äthiopien Religionsfreiheit, doch tatsächlich erleben viele Christen Diskriminierung und Bedrohung bis hin zu gewaltsamen Übergriffen.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors


Türkei: Repressalien gegen evangelische Pastoren und Gemeinden

Die türkischen Behörden lassen den protestantischen Pastor Andrew Craig Brunson von der “Kirche der Auferstehung” (Izmir Diriliş Kilisesi) in Smirne ausweisen. Der Beschluss gilt auch für seine Ehefrau Lyn Norine. tuerkei-flagge-100_01

Beide Eheleute wurden vom Immigrationsbüro vorgeladen, das ihnen mitteilte, dass sie das Land verlassen müssen, da ihre Aktivitäten “die Staatssicherheit gefährden”. Die Gemeinde soll Gelder aus dem Ausland erhalten haben, um damit die eigene missionarische Tätigkeit zu finanzieren.

Wie die Union der protestantischen Kirchen in der Türkei mitteilt, wurde in der vergangenen Wochen auch die Yaşam Köprüsü-Kirche in Antakya geschlossen, weil dort nicht genehmigte Sprachkurse stattgefunden haben sollen. Außerdem sollen die Anträge ausländischer Protestanten auf eine Einreisegenehmigung oder Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis von den zuständigen Stellen abgelehnt worden sein.

Die von den Behörden auf den Weg gebrachten einschränkenden Maßnahmen geschehen vor dem Hintergrund der Säuberungskampagne und der Massenverhaftungen im Zusammenhang mit dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst


IRAN: Evangelischer Pastor Behnam Irani nach fünf Jahren Haft endlich freigelassen

Behnam Irani, der international prominenteste iranische Konvertiten-Pastor, ist seit dem 17. Oktober frei, wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet.csm_igfm_poster_iran_menschenre_b461ce9219

Der 1992 vom Islam zum Christentum übergetretene evangelische Pastor war seit dem 31. Mai 2011 im berüchtigten Ghezal Hesar Gefängnis in Karadsch in Haft. Seitdem engagierte sich die IGFM für seine Freilassung.

Pastor Behnam Irani (*1960) wurde seit dem 31. Mai 2011 ununterbrochen unschuldig gefangen gehalten. Er war seit 2002 in einem Netzwerk freier Hauskirchen im Iran als Pastor tätig.

Aus diesem Grund verurteilte ihn die erste Kammer des Teheraner Islamischen Revolutionsgerichts zu insgesamt sechs Jahren Haft. Irani wurde wiederholt gefoltert und erlitt dabei sehr schwere Verletzungen. Er ist mit einer armenischen Christin verheiratet, das Paar hat zwei kleine Kinder.

Die IGFM dankt ganz besonders den CDU-Abgeordneten Staatssekretär Thomas Rachel, der CDU-Politikerin Julia Klöckner und dem stellv. Bundesvorsitzende der CDU, Axel Voss sowie dem Abgeordneten Patrick Schnieder, die sich mit großem Einsatz für die Freilassung des Pastors engagierten. Noch am 29. September protestierte Patrick Schnieder gemeinsam mit der IGFM vor der iranischen Botschaft in Berlin für die Freilassung des freikirchlichen Pfarrers. 
 
Martin Lessenthin, Sprecher des IGFM-Vorstands, begrüßt die Haftentlassung des gesundheitlich schwer angeschlagenen Pastors und erklärt: „Das die Freilassung als bloße Geste vor dem geplanten Besuch von Präsident Ruhani dienen soll, liegt nahe.“ Alle politischen Paten kommen aus der Regierungskoalition.

Laut IGFM werden im Iran die Rechte religiöser Minderheiten systematisch missachtet. Insbesondere Konvertiten (Ex-Muslime) werden vom Regime verfolgt und gegängelt.

Die internationale Gemeinschaft müsse erkennen, so die IGFM, dass die Haftentlassung Einzelner nicht ausreicht  –  grundlegender Wandel könne nur durch tatsächliche Umsetzung und Einhaltung internationaler Verpflichtungen erfolgen.

Zur Lage der Menschenrechte im Iran unter: www.igfm.de/iran/