Anmerkungen zu einer Ansprache von Sr. Margaritha Valappila („Haus Raphael“)

Das Anprangern heimlicher Sünden anderer Menschen stammt nicht aus Gottes Geist

Im hessischen Bad Soden-Salmünster befindet sich das „Evangelisationszentrum“ der aus Indien stammenden Nonne Sr. Margaritha Valappila.

Im dortigen Haus Raphael  – das sich laut bischöflicher Verfügung nicht „katholisch“ nennen darf  –  finden seit vielen Jahren charismatische Gebetstage und Exerzitien statt.

Die  –  eigenen Angaben zufolge  – „geistgeführte“ Ordensfrau hält dort regelmäßige Ansprachen am Predigtpult neben dem Altar, vor allem im Rahmen sogenannter Gebetstage, die oft gut besucht sind, zumal auch katholische Kreise zunehmend von einer „charismatischen Welle“ erfüllt sind, wie man dies früher vor allem aus pfingstlerisch-protestantischen Konfessionen kennt.

Im Internet sind einige Vorträge von Sr. Valappila verfügbar, darunter ihre Ansprache vom 12.5.2008 in Bad Soden-Salmünster; diese Rede enthält einige typisch schwarmgeistige Merkmale, weshalb es sinnvoll sein mag, sie beispielhaft aufzugreifen und zu analysieren:

Die Ansprache der teilweise durchaus charmant wirkenden, mitunter recht salopp daherredenden und ständig schmunzelnden Nonne steht unter dem bezeichnenden Motto „Sende aus Deinen Geist“.

Rückwärtskippen und „Zungenrede“

Dabei spricht sie mehrfach von einer „Geistaussendung“, meint aber damit nicht etwa das Sakrament der Firmung, sondern vielmehr spezifisch charismatische Phänomene wie das von ihr ausdrücklich erwähnte „Ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in einer Art Trance) oder das Zungenreden.

So fragt sie auch in diesem Vortrag ihre Zuhörer direkt, wer von ihnen denn diese „Geistesgabe“ des Zungenredens besitze, worauf sich etwa ein dutzend Personen melden, denen sie zusagt, hier sei der Heilige Geist wirksam.

Es geht dieser Ordensfrau also ersichtlich nicht um die  – in der Firmung sakramental geschenkten  –  Sieben Gaben des Heiligen Geistes, die  bereits der Prophet Jesaja als Eigenschaften des Messias erwähnt   –  und die da lauten:   PAX

Geist der Weisheit,
des Verstandes,
des Rates,
der Stärke,
der Erkenntnis (Wissenschaft),
der Frömmigkeit
und der Gottesfurcht.

Von diesen doch recht verstandesbetonten, „vernunftfreundlichen“ Gaben ist in Sr. Valappilas Vortrag kein einziges Mal die Rede.

Im Gegenteil:

Sr. Valappila  weist ihre Zuhörer mehrfach eindringlich darauf hin, daß man diese „Geistesgaben“ (also charismatische Phänomene) nur empfangen könne, wenn  man  –  so wörtlich  – „die Intelligenz abschaltet“.

Das sei Voraussetzung für eine echte „Offenheit“ gegenüber den Gaben von oben. Es sei  daher für „studierte Leute“ schwerer, so die Nonne, die Gaben des Hl. Geistes zu erhalten.

Damit widerspricht sie de facto der kirchlichen Lehre über den Heiligen Geist und seine Gaben, die den Verstand bzw. die Intelligenz nicht aus- oder abschalten, sondern vielmehr erleuchten und stärken (siehe die Auflistung der Sieben Gaben des Hl. Geistes).

Schwester Valappila selber sieht sich als geistgeführte Prophetin und sagt wörtlich von sich (auch in dieser Ansprache):Der Heilige Geist lehrt mich!“  – und zwar tags und nachts, wie sie ausdrücklich versichert. 

Wozu bedarf diese Ordensfrau dann eigentlich noch der Lehre der Kirche? Wird sie doch direkt von „oben“ belehrt und geleitet!

Sr. Valappila pflegt zudem eine recht eigenwillige Bibelauslegung, wobei schnell deutlich wird, daß sie die Heilige Schrift ganz durch ihre charismatische Brille betrachtet.

Charismatischer Mißbrauch von „Joel 3“

So zitiert sie  –  typisch für die Schwärmerszene  –  mehrfach „Joel 3“ aus dem Alten Testament,  seit langem  d i e  TOP-Bibelstelle protestantischer Charismatiker  – doch seit ca 20 Jahren erfreut sich „Joel 3“ auch in der katholischen Euphoriker-Bewegung wachsender Beliebtheit.
D
ie erwähnte biblische Aussage lautet wie folgt:

“Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden weissagen,  eure Greise werden Träume haben, eure jungen Männer werden Visionen sehen   –  und selbst über Knechte und Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen” (Joel 3,1 f.)

Sr. Valappila bezieht diese AT-Prophetie ausdrücklich auf die heutige Zeit mit ihren weitverbreiteten charismatischen Vorgängen.

Derartige Phänomene sind aber keineswegs eine Erfüllung von Joel 3, denn diese biblische Ankündigung wurde durch Pfingsten bereits im wesentlichen erfüllt. Der hl. Apostel Petrus selber verweist auf diese AT-Verheißung (Apg. 1,16 f) zur Erklärung der damaligen Geistausgießung in Jerusalem.

An den Pranger stellen anderer Menschen

Sodann plaudert Sr. Valappila während ihres Vortrags mehrfach auf dem Nähkästchen ihrer Erfahrungen. Dabei stößt es unangenehm auf, daß sie bestimmte Personen –  wenngleich ohne Namensnennung  –  gleichsam an den Pranger stellt und sich über sie lustig macht, wobei viele Zuhörer mitlachen bzw. hörbar kichern.

So berichtet sie beispielsweise von einem jungen Mann, dem sie in einer Gebetsgruppe aufgrund einer  – wie sie meint – Eingebung des Heiligen Geistes direkt zugesagt habe, daß er sich einmal in einen Hindu-Tempel begeben habe. Der Betroffene habe die Ohren zugehalten und ausgerufen, woher Gott das denn wissen könne…?!   –  Worauf die Nonne nun in ihrer Ansprache bekräftigt: „Gott weiß alles! – Halleluja!“  –  was  sodann von vielen Zuhörern dreimal laut wiederholt wird.

Freilich stellt sich hier  –  bei Licht betrachtet  –  die Frage: Warum sollte ausgerechnet der „Geist Gottes“ solch unnötige Anprangerungen vor versammelter Mannschaft bewirken?

Derartige hellseherische bzw. ähnlich irrgeistige Phänomene gab es immer schon in sektiererischen und schwarmgeistigen Bewegungen, etwa bei den sog. „Inspirierten“ im 18. Jahrhundert  –  oder in der Pfingstbewegung und ihren Ausläufern.

Die kath. Kirche praktizierte aus gutem theologischen Gründen und aus pastoraler Feinfühligkeit niemals eine „öffentliche Beichte“   – es gab sie auch nicht in den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte (sondern lediglich eine öffentliche Exkommunikation bzw. Buße bei besonders schweren Vergehen wie Mord, Glaubensabfall oder Ehebruch).

Erst recht ist es respektlos und lieblos, sich über persönliche Fehler anderer Menschen und ihre beschämte Reaktion bei deren „hellseherischer“ Aufdeckung  öffentlich zu belustigen und derlei Vorgänge zwecks eigener Selbstdarstellung zu präsentieren. Mag diese (Un-)Art der Anprangerung auch in eher salopper Form geschehen, so finde ich dies gleichwohl unfair bis unverfroren.

Unangemessen erscheint mir zudem in Sr. Valappilas Ansprache das flapsige Sprücheklopfen und die Tendenz zum Dauergrinsen bei ernsten Themen wie Hölle, Tod und Teufel.

Daß dieser charismatische Vortrag abschließend mit der unvermeidlichen „Lobpreismusik“ endet, versteht sich am Rande  – wobei sich viele Teilnehmer klatschend und tänzelnd um den Altar versammeln. 

Halleluja-Christentum ohne Kreuz

Die vielgerühmten charismatischen Lobpreislieder sind inhaltlich oft sehr dünn, mitunter bestehen sie aus einer bl0ßen Aneinanderreihung von ca 50 Wiederholungen eines Halleluja-Rufens  –  siehe zB. hier den letzten Song beim Auftritt dieser Lobpreisgruppe Rexband im „Haus Raphael“: http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=0Y0KhXYM0Oo

Außerdem ist die Lobpreiswelle theologisch einseitig, denn sie orientiert sich oberflächlich an einem euphorischen Halleluja-Christentum ohne Kreuz: vom Leiden, vom Opfer Christi ist selten die Rede, die triumphalistisch-gefühlsseligen Lieder berauschen sich lieber an den „Herrlichkeiten“ des Glaubens, die sicher auch ihre Berechtigung haben – aber nicht ohne das Kreuz, denn dort auf Golgotha geschah der wahre Sieg unseres Erlösers über Hölle, Tod und Teufel!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Link zum zitierten Vortrags-Video:  http://de.gloria.tv/?media=142816

 


Apostolat im Supermarkt: „Schmuddelware – nein, danke!“

Unsere Leserin, die Familienmutter Cordula Mohr, schickte uns folgenden interessanten Erlebnisbericht, der hoffentlich viele Christen dazu anregt, auch selber für die Ideale von Glaube und Sittlichkeit einzutreten:

„Kürzlich betrat ich unseren Lebensmittel-Supermarkt. Bereits im letzten Jahr beschwerte ich mich dort über Sexkalender, die schamlos nackte Frauen darstellten.  –  und sich noch dazu genau in Augenhöhe der Kinder befanden. Der Geschäftsführer stimmte meiner Kritik zu und versprach, derartiges in Zukunft zu unterlassen.

Nun wurden in diesem Jahr tatsächlich keine „nackten“ Kalender mehr angeboten, allerdings Adventskalender mit ganz knapp bekleideten Damen und Herren, die bei den üblichen Kinder-Adventskalendern lagen.  Ich beschwerte mich erneut beim Geschäftsführer.

Doch er fand es nicht so schlimm, da die abgebildeten Leute ja etwas anhatten  –  gerade mal eine Mütze und einen Streifen in roten Plüsch über Brüste und Unterleiber.  Immerhin versicherte er mir: „Wir werden diese Kalender nach hinten verlagern.“

Danach fragte er mich, ob ich gläubig sei, was ich bejahte. Er fragte weiter: „Katholisch gläubig?“   – Auch hier stimmte ich zu. Nun wollte er es noch genauer wissen: „Streng katholisch?“ –  Dieses beantwortete ich mit „Richtig katholisch!“

Er erzählte mir sodann, daß er nicht gefirmt sei und deshalb aus der Kirche ausgeschlossen. Ich erwiderte ihm, er sei nicht ausgeschlossen, da er ja getauft sei. Nun erkundigte er sich nach dem Sinn der Firmung. Ich erklärte ihm kurz etwas über die Gaben und Früchte des Heiligen Geistes.

So kamen wir in ein intensives Glaubensgespräch. Zwischendurch wurde der Dauerbrenner „Mißbrauch“ diskutiert. Ich wies ihn darauf hin, daß in den Medien vieles, was die Kirche betrifft, aufgebauscht wird.  Ich hätte die Zeit lieber genutzt, um ihm noch einiges über Glaubenslehre und Sakramente nahezubringen.

Als ich den Laden verließ, dachte ich bei mir: „Bring ihm doch den Katechismus. Dort kann er alles Wichtige über die Sakramente lesen.“

Als ich ihm mittlerweile das Büchlein brachte, nahm er es gerne an. Es handelte sich um den kleinen Katechismus von Pater Martin Ramm (Petrusbruderschaft). Nun meinte er aber, man müsse die Kinder selber entscheiden lassen, ob sie die Sakramente empfangen wollen  – er hatte selber zwei Kinder im Schulalter.

Ich konterte, daß man doch nur über etwas entscheiden kann, was man kennt. Dieses notwendige Wissen sollen die Eltern ihren Kindern weitergeben.  Wenn dies unterlassen wird, können Sekten die Unwissenheit der jungen Leute für ihre Zwecke ausnutzen.  Ich hatte den Eindruck, daß er nachdenklich und ernsthaft zuhörte.

Es war sicherlich eine etwas außergewöhnliche Begegnung.

Ich meine, daß wir Christen die Kaufhäuser kritisch auf Schmuddelware aufmerksam machen müssen, erst recht, wenn Kinder sie sehen können. Gerade zur Adventszeit kommt viel seichter Mist in die Regale. Mich hat diese Begegnung ermutigt, weiterhin die Geschäftsführer anzusprechen, wenn es nötig ist.“


Bischof Peric über die wirkliche Gottesmutter und die „Erscheinungen“ von Medjugorje

Firm-Predigt von Bischof Ratko Peric am  1.7.2000 in Medjugorje

Liebe Firmlinge
und alle anderen frommen Gläubigen!

Gestern wurde der Tag des Heiligsten Herzens Jesu an mehreren Orten in unseren Diözesen festlich gefeiert.  Heute feiert die Kirche den Gedenktag des Unbefleckten Herzens Mariens.

Früher war dieser Gedenktag am 22. August (ich erinnere mich mit Dankbarkeitsgefühl Gott gegenüber daran, dass ich 1969 gerade diesen Mariengedenktag für meine Primiz ausgewählt habe)  –  und seit mehreren Jahren wird er am Tag nach dem Feiertag des Herzens Jesu gefeiert  – nebeneinander: und es ist auch recht so. Der heutige Gedenktag regt uns an, über die Heilige Jungfrau Maria, die vom Heiligen Geist erfüllt war, insbesondere über ihr mütterliches Herz, einige Worte zu sagen.

In der Heiligen Schrift wird zweimal das mütterliche Herz Mariens erwähnt:

1)   Nach allem, was sich um die Geburt Jesu abspielte, schreibt der hl. Lukas: „Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen“ (Lk 2, 19).

2)  Nach der Begegnung im Tempel, als Jesus 12 Jahre alt war, schreibt wieder der hl. Lukas: „Seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen“ (Lk 2,51)

Es ist eine einfache, mütterliche, menschliche Geste und Ausdrucksweise: sie bewahrte mit Dankbarkeit und erwog mit Liebe alle diese Worte  bzw. alle Erinnerungen in ihrem mütterlichen Herzen.

Sowohl in einem wie im anderen Fall wird nicht nur über die Worte geredet, die die Heilige Jungfrau gehört hat, denn in der ursprünglichen griechischen Sprache rhemata heißt Worte: Nachrichten, Lehre, Ereignisse, Erinnerungen.

Die Heilige Jungfrau erwägt es in ihrem Herzen, wie wenn man an den Perlen des Rosenkranzes die freudenreichen Geheimnisse erwägt, bewahrt es wie einen großen Schatz, bedankt sich bei Gott und bittet ihn, all das in ihrem Kopf und Herzen sinnig einzubinden.

Maria erzählte alles höchstwahrscheinlich dem HERRN, nachdem er erwachsen war; von IHM konnte sie den Sinn dessen hören und während seiner und ihrer Lebenszeit den vollen und verwirklichten Sinn all dieser Erinnerungen und Ereignisse erleben.

In den Evangelien erfahren wir einige Male, dass Maria etwas sagte, Fragen stellte, Gebete sprach. In den Evangelien nach Matthäus und  Markus gibt es keine direkte Rede Mariens. In den Evangelien des hl. Lukas und hl. Johannes gibt es einige direkte Äußerungen von ihr:

1)  In Nazareth fragte sie den Engel der Verkündigung: „Wie wird dies geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ (Lk 1, 34). Und nachdem der Engel es auf eigene Art und Weise erklärt hatte

2) nahm sie es an und sagte: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ (Lk 1,38).

Diese Aussage Mariens wiederholen wir Katholiken täglich wenigstens einmal, wenn nicht dreimal, im Angelus-Gebet (Engel des Herrn).

3) Gottverherrlichend ist ihr Danklied aus zehn Zeilen, das Magnificat, ähnlich dem Gebet der alttestamentlichen Mutter Hannah:

„Hochpreiset meine Seele den Herrn –  und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heiland…Seine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht über denen, die ihn fürchten…“ (Lk 1, 46-56).

Diesen Lobgesang beten oder singen wir Priester und Ordensleute jeden Abend aus unserem offiziellen Brevier als Pflichtgebet.

Danach zwei Worte, die Maria zu Christus sprach:

4)  Als er 12 Jahre alt war, damals im Tempel, als man ihn fand, sagte sie: „Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich suchten dich mit Schmerzen“ (Lk 2, 48), was heute im Evangelium gelesen wurde.

5)  Am Anfang des öffentlichen Wirkens Jesu bei der Hochzeit zu Kana in Galiläa: „Sie haben keinen Wein mehr“ (Joh, 2,3). Und gleich danach

6) sagte sie zu den Dienern: „Alles, was ER euch sagt, das tut“ (Joh 2,5). Möglicherweise ähnlich bei noch weiteren Gelegenheiten.

Über diese Bibelstellen, in denen Maria direkt und ausdrücklich etwas fragt, sagt, betet, und über andere Stellen, wo sie zuhört, wo sie als Jungfrau und Mutter beschrieben und dargestellt wird, wurden tonnenweise theologische Bücher geschrieben, unzählige marianische Tagungen und Abhandlungen abgehalten, ernsthafte mariologische Magister- und Doktorprüfungen abgelegt.

Aus diesen biblischen Worten sprießt auch unser Glaube, unsere Beziehung zu Maria als Mutter Jesu und Leitbild im Glauben; hier ist sie uns Vorbild und Hilfe.

Besonders lieben wir das Wort Mariens, dass die Barmherzigkeit Gottes über denen währet, die ihn fürchten, denen, die in sich die Gabe der Ehrfurcht vor Gott und vor seinen Geboten haben.

Firmlinge, betet heute und immer besonders um die Geistesgabe der Ehrfurcht!

Wenn man das berücksichtigt, wenn man durch die Heilige Schrift Maria als fromme und schweigsame Jungfrau, als sorgsame und besonnene Mutter kennenlernt, die alles in ihrem Herzen erwägt und sehr wenig darüber erzählt, dann kann ein Gläubiger über die Geschichte nur staunen, dass sie hier in Međugorje schon seit fast zwanzig Jahren  –  ein Jahr weniger  –  von Tag zu Tag angeblich „erscheine“ und jeweils fünf, zehn oder fünfzehn Minuten lang den sogenannten „Sehern“ etwas übertrage: entweder in Form von sogenannten „Botschaften“ oder in Form von „zehn Geheimnissen“ (…)

Bedeutet dies, dass diese “Erscheinung, die bis vor kurzem etwa 6.940 Male geschah bzw.19 Jahre mal 365/6 Tage? Und dass sie ständig alltäglich erzählt und sich nur einmal im Monat mit einer öffentlichen “Botschaft” meldet, sich bei den angeblichen “Sehern” bedankend, ihrem Ruf gefolgt zu sein? Und dies zwanzig Jahre lang, und es würde so weiterhin in den nächsten zehn-zwanzig Jahren  –  oder wie lange auch immer  –  fortgesetzt.

Die offizielle Kirche, von den lokalen Bischöfen bis zur Bischofskonferenz, hat in diesem Fall nie eine „Erscheinung“ als authentisch (echt) anerkannt.

Es wurde klar und deutlich erklärt, dass es nicht möglich ist, festzustellen, dass es sich überhaupt um übernatürliche Erscheinungen handelt.

Deswegen habe ich seelenruhig, entschlossen und deutlich am 14. Februar 1998 an den lokalen Pfarrer geschrieben: „Für die angeblichen sogenannten phantasiereichen und von der Katholischen Kirche weder anerkannten noch akzeptierten ‘Erscheinungen’ sollen den ‘Sehern’ für deren „Privatgebrauch’ keine offiziellen kirchliche Räumlichkeiten im Eigentum des Pfarramtes zur Verfügung gestellt werden”.

Der Pfarrer hat dies bereitwillig und gehorsam angenommen. Deswegen gebe ich hier die eindeutige Erklärung ab  –  und zwar als zuständiger Ordinarius bzw. Bischof, dass mich keine sogenannte “Erscheinung”, keine sogenannte „Botschaft“ davon überzeugt, dass es sich um eine übernatürliche Erscheinung handelt.

Die Botschaften über Frieden und Gnade, über Fasten und Gebet, über Liebe und Buße sind ohnehin sowohl auf der biblischen als auch auf der Ebene der Kirchenlehre auf offizielle Weise ausgedrückt.

Und was ist mit den berühmten “Geistesgaben”?

Liebe Gläubige,

immer, indem ihr eine Kirche betretet und gläubig zu Gott betet, eure Sünden aufrichtig bekennt und bereut sowie mit Andacht die hl. Kommunion empfangt, könnt ihr diese Geistesgaben empfangen.

Die Firmlinge empfangen die Siebenfache Gabe des Heiligen Geistes  –  nicht weil sie in Međugorje oder in Mostar oder in Rom sind, sondern weil dies Sakrament von einem rechtmäßigen Amtsträger gültig gespendet wird.

Kein Mensch, der vernünftig ist und an Gott glaubt, würde sagen, dass es in den Pfarreien in der Welt, wo heilige Sakramente gültig und dem Kirchenrecht gemäß gespendet werden, keine Geistesgaben gibt.

Wo der Geist Gottes wirkt, dort gibt es auch die Geistesgaben!

Die Katholische Kirche läßt sich in ihrer Lehre und Bewahrung der heilbringenden Wahrheit nicht von der Anzahl  – ob viel oder wenig  –  der Menschen oder Völker leiten. Die Kirche Christi hält sich daran, was Gott verkündete, sowohl über sich selbst als auch über den Menschen und so auch über Maria, von der wir im Glauben festhalten

dass sie makellos empfangen wurde,
dass sie Muttergottes ist, d. h. dass sie nach dem Heilsplan des Vaters durch den Heiligen Geist unseren Erlöser Jesus Christus, den Sohn Gottes, die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit empfing und gebar
dass sie für immer Jungfrau blieb,
dass sie mit Seele und Leib in den Himmel aufgenommen wurde.

Die Kirche hält daran fest und glaubt, dass die hl. Jungfrau Maria erscheinen kann, dass sie im Laufe der Geschichte erschienen ist  –  dass es aber bis heute weder Beweise noch überzeugende Argumente gibt, dass sie in Međugorje jemals übernatürlich erschienen ist.

Wir alle, sowohl ihr Firmlinge als auch wir, beten zur hl. Jungfrau Maria, zur Mutter Jesu und unserer geistlichen Mutter, daß sie mit der Liebe ihres makellosen Herzens bei Gott für uns Fürbitte einlege. Möge sie mit ihrer mütterlichen Fürsorge über uns, über diese Ortschaft, über unser Bistum und die ganze Welt wachen. Amen.

QUELLE:  Internet-Portal des Bistums MOSTAR:

http://www.cbismo.com/index.php?mod=vijest&vijest=429


Die Sieben Gaben des Heiligen Geistes

Der Prophet Jesaja kündigt in einer messianischen Vorschau an, daß Christus auch in seinem Menschsein ganz von den Gaben des Heiligen Geistes erfüllt sein wird. In der Septuaginta  –  der jüdisch-antiken Übersetzung des Alten Testamentes ins  Griechische  –  heißt es in Jesaia 11,2 f.:

„Der Geist des HERRN ruht auf IHM: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.“ big_33825650_0_1000-666

Aus dieser prophetischen Aussage der Heiligen Schrift hat die katholische Kirche ihre Lehre von den „Sieben Gaben des Heiligen Geistes“ entfaltet, die im Sakrament der Firmung vermittelt werden.

Dies geschieht durch Gottes Gnade und den Dienst der Kirche, nicht aus eigener Anstrengung, denn der Mensch kann sich die Gaben des Heiligen Geistes nicht eigenmächtig „aneignen“, geschweige kann er über den Heiligen Geist, „verfügen“, der nicht etwa nur eine „Kraft“ ist, sondern die anbetungswürdige dritte Person des dreieinigen Gottes.

Die katholische Lehre von den Sieben Gaben des Heiligen Geistes ist also keine selbstgebastelte „Zahlensymbolik“, sondern geht auf den Propheten Jesaja zurück.

Zugleich entspricht die Siebenzahl der Geistesgaben auch der Siebenzahl der Sakramente  – und der Siebenzahl der Tugenden.

7 Sakramente  –  7 Tugenden  –  7 Geistesgaben

Die 7 Sakramente lauten: Taufe, Buße (Beichte), Hl. Kommunion, Firmung, Ehe, Priesterweihe und Krankensalbung.

Die 7 Tugenden teilen sich auf in die drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe) und die vier Kardinaltugenden (Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigkeit.)

Zurück zu den Sieben Gaben des Heiligen Geistes, über die leider kaum noch gepredigt oder im Religionsunterricht informiert wird, was zur Folge hat, daß zuweilen nicht einmal die Firmlinge darüber Bescheid wissen.

Die Sieben Gaben, die das Wirken des Heiligen Geistes im Menschen zum Ausdruck bringen, sind also folgende:

Der Geist der WEISHEIT
und des VERSTANDES (der Einsicht),
der Geist des RATES
und der STÄRKE,
der Geist der WISSENSCHAFT (Erkenntnis),
der FRÖMMIGKEIT
und der GOTTESFURCHT.

Mit WEISHEIT ist keine Ansammlung bloßen Wissens gemeint, sondern die Gabe, Gottes Wort zu erforschen und seinen Willen zu erkennen  – und ins eigene Herz aufzunehmen.

Bei der Gabe des VERSTANDES bzw. der EINSICHT geht es nicht allein um die natürlich-menschliche Vernunft, obwohl diese dazugehört, zumal sie von Gott geschaffen ist: Die Gnade baut auf der Natur auf und vollendet sie!  –  Hier ist vielmehr vor allem jene Einsicht gemeint, die immer tiefer in die Glaubensgeheimnisse eindringt und die fähig ist, Gutes und Böses, Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden (Gabe der Unterscheidung der Geister).

Die Gabe des RATES hilft uns, den Willen Gottes in unserem Alltagsleben und vor wichtigen Entscheidungen zu erkennen. Wichtig ist es, guten Rat sowohl annehmen wie auch geben zu können   –  dazu hilft uns z.B. das Lesen der Heiligen Schrift, eine ernsthafte Gewissensbildung und die Wahl guter Freunde.

Die Gabe der STÄRKE entspricht in etwa der Kardinaltugend der Tapferkeit: hier geht es um die Bereitschaft, für Gott, seinen Gebote und unseren Glauben falls nötig auch Nachteile, Spott und Verfolgung in Kauf zu nehmen, um standhaft und unerschütterlich dem Willen Gottes gemäß zu sprechen und zu handeln.

Die Gabe der WISSENSCHAFT bzw. der ERKENNTNIS schenkt uns die Fähigkeit, menschliche Vernunft und Wissenschaft in den Dienst des Glaubens und eines sittlich guten Lebens  zu stellen und auf diese Weise der eigenen Ethik und dem Gemeinwohl zu dienen.

Die Gabe der FRÖMMIGKEIT meint keine abgehobene, weltfremde Einstellung, sondern die bewußte Gestaltung unseres alltäglichen Lebens aus einer tiefen Verbindung mit Gott  – etwa durch Gebet, Gottvertrauen, Sakramente, Werke der Nächstenliebe, Einsatz für Glaube und Kirche.

Die Gabe der GOTTESFURCHT hat nichts mit panischer Angst oder irdischer Furcht zu tun, sondern mit der nötigen Ehrfurcht vor Gott und seiner vollkommenen Heiligkeit, Erhabenheit und Herrlichkeit   –   wie dies dem Geschöpf gegenüber seinem Schöpfer geziemt. Die Gottesfurcht ist verwandt mit der Demut, der Bescheidenheit vor dem Ewigen im Bewußtsein unserer geschöpflichen Armseligkeit und unserer Anfälligkeit für die Sünde.

Diese Sieben Gaben des Heiligen Geistes sollen unser Christenleben prägen, gestalten und stärken. Wie wir sehen, geht es hier nicht um „Außergewöhnliches“, nicht um enthusiastische Schwärmerei, nicht um weltfremde Verstiegenheiten, sondern um einen besonnenen, vernünftigen und starkmütigen Glauben, der sich im Alltag bewährt und der auch in Leiden und Nöten standhält und treu bleibt.

Um diese Gedanken zusammenfassend auf einen Nenner zu bringen, können wir feststellen: der Heilige Geist ist ein Geist der Besonnenheit und der Nüchternheit, der Erkenntnis und der Selbstbeherrschung.  Der glaubensstarke Völkerapostel Paulus schreibt in diesem Sinne an seinen Schüler bzw Mitarbeiter Timotheus, daß Gott uns „einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit geschenkt“ hat (2 Tim 1,17).

Daher bringt der Heilige Geist keine unnüchternen, schwarmgeistigen Früchte hervor, die seiner Natur widersprechen, zu der eben auch die Besonnenheit gehört. Der heilige Paulus ruft mehrfach dazu auf, auch in seinem Brief an die Römer, worin es heißt, jeder solle „darauf achten, besonnen zu sein“ (Röm 12,3).

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

Foto-Quelle: http://www.klosterstudio.de/pfingst-novene.html