Die IMMACULATA – von GOTTES GNADEN

Von Felizitas Küble

Die makellose Empfängnis der Gottesmutter, der seligen Jungfrau aus Nazareth, ist ein besonderer Gnadenakt des Schöpfers im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, unseres Erlösers. Der Sohn Gottes ist also zugleich auch der Retter Mariens. Auch die Madonna gehört zur erlösungsbedürftigen Menschheit, bekannte sie doch selbst im Magnificat: ‪„Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“  Marienkapelle in Adenau-019

Doch das Heil, das Gott ihr durch die Bewahrung vor der Erbsünde schenkte, ist einzigartig, denn es war eine Heilung von Anfang an, ein Heilsein durch des Himmels Huld. Christi Opfertod am Kreuz wurde für seine Mutter schon im voraus wirksam, weshalb sie die Ersterlöste und Vollerlöste des Neuen Bundes ist, die ‪„neue Eva“, noch herrlicher als die Stamm-Mutter im Paradiese vor dem Sündenfall. Maria ist das wunderbarste Werk Gottes, seine vollkommenste Schöpfung.

Die Immaculata (makellos Empfangene) war sich darüber im klaren, daß ihre Begnadigung, ihre Gottesmutterschaft, all ihre Vorzüge ‪„von Gottes Gnaden“ waren und sind. Dieses Bewußtsein, diese dankbare Begeisterung für den Ewigen, wird vor allem in ihrem Magnificat sichtbar. Der im Lukas-Evangelium bezeugte Lobgesang Mariens ist ein die Zeiten überdauerndes Dankgebet an den Schöpfer, ein erhabener Jubel über die großen Heilstaten Gottes in der Geschichte.

Das beGEISTerte, vom Heiligen Geist inspirierte Dankgebet der Madonna klingt auch heute fort in der Liturgie, im Stundengebet und in vielen Liedern der Kirche. Der Ausdruck „Magnificat“ ergibt sich aus dem ersten Wort dieses Lobgesangs: „Magnificat anima mea Dominum“ – und das heißt: Hochpreist meine Seele den Herrn. – Maria ist die Mutter des Erlösers und zugleich die „Mutter des Glaubens“.

ABRAHAM: Vater des Glaubens – MARIA: Urbild des Glaubens

So wie der Patriarch Abraham als „Vater des Glaubens“ gewürdigt wird, so ist die Gottesmutter ein Leitbild ersten Ranges für uns alle. Als Mutter Christi und aufgrund ihrer Gnadenvorzüge steht sie dem Allmächtigen näher als Abraham. Das Magnificat Mariens endet mit einer Erinnerung an den Erzvater Israels („Abraham und seinen Nachkommen auf ewig“). Marias Rückblick auf Gottes große Heilstaten in der Geschichte ihres Volkes umfaßt also auch den Anfang des Bundes zwischen Gott und den Hebräern durch Abraham.

Orientalische Ikone Maria führt den Glaubensgehorsam Abrahams fort im vollendeten Vertrauen auf Gott in allen Lebenslagen; sie pocht nicht auf „Selbstverwirklichung“, sondern tritt hinter ihrer erhabenen Sendung zurück und bezeichnet sich bescheiden als „Magd des Herrn“ (Lk 1,38), bereit zur ungeteilten Hingabe an den Willen des Höchsten und zur starkmütigen Treue gegenüber seinen Verheißungen: „Mir geschehe nach Deinem Wort“ (Lk 1,39)

Diese Glaubenshaltung Mariens erinnert uns an Christi Wort auf dem Ölberg vor seinem Leiden: „Vater, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

Dieses „Ja, Vater“ ist die entscheidende Aufgabe für jeden Gläubigen – dieses Wort ist ein Programm für unser ganzes Leben. Maria hat ihr Leben aus Gottes Hand angenommen auch in schwerster Zeit, als sich bewahrheitete, was der greise Simeon im Tempel ankündigte: „Auch Deine Seele wird ein Schwert durchbohren.“ (Lk 2,35). So stand die Madonna treu unter dem Kreuz, als ihr göttlicher Sohn sich opferte für das Heil der Welt.

Zurück zum Magnificat, dem Lobpreis Mariens, der kühne und großartige Gedanken über Gottes Wirken in der Heilsgeschichte enthält. Die auserwählte Magd des Herrn weiß: Gott ist und bleibt der HERR der Geschichte, selbst wenn wir die Wege des Höchsten nicht immer begreifen können. Auch die Gottesmutter ist nicht allwissend, aber fest überzeugt von Gottes Macht und Barmherzigkeit.

Die Mutter des HERRN betrachtet das Schicksal ihres Volkes im Lichte des Glaubens: „Maria bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ (Lk 2,19) – Die Madonna verhielt sich so, wie der Psalmist es empfiehlt: „Ich erwäge alle Deine Werke und will nachsinnen über Deine Taten.“ (Ps 77,13)

Frömmigkeit aus dem Geist Israels

Aus dieser Frömmigkeit der Psalmen Israels lebt Maria; aus diesem „Stoff“ ist auch ihr Magnificat erfüllt. Ihr herrlicher Lobpreis ist nicht nur ein Dankgebet für ihre persönliche Begnadigung, sondern vor allem eine grandiose Gesamtschau über das Heilswirken Gottes mit seinem Volk und der Welt.Marienmonat Mai

Jubelnde Dankgebete von Frauen sind im Alten Bund keine Seltenheit. Die Namensvorgängerin der Gottesmutter, die alttestamentliche Miriam (= Maria), die Halbschwester des Moses und Schwester des Hohenpriesters Aaron, dankte Gott mit Pauke und Gesang, als die Israeliten das Rote Meer trockenen Fußes überschritten hatten und ihren Verfolgern entkommen waren.

So heißt es in Ex 15,19 ff: „Miriam, die Prophetin, Aarons Schwester, nahm eine Pauke und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen. Miriam sang ihnen vor:   Singt dem Herrn ein Lied, denn ER hat sich hoch und erhaben gezeigt, Roß und Reiter warf er ins Meer.“

Das Lukas-Evangelium berichtet uns von der Begegnung der Gottesmutter mit ihrer Verwandten Elisabeth. Diese wurde vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: „Gesegnet bist Du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht Deines Leibes!“ (Lk 1,42) Maria greift diesen Segensspruch Elisabeths in ihrem Magnificat auf: „Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter!“ – und das bedeutet: alle kommenden Generationen durch die Jahrtausende hindurch.

Doch Maria bleibt nicht beim Jubel über Ihre Erwählung stehen, sondern lenkt sogleich ihren Blick auf den Ewigen selbst: „…denn der Allmächtige hat Großes an mir getan – und Sein Name ist heilig!“

Evangelischer Propst Asmussen: Preisen auch wir sie selig?

Diese biblische Ankündigung der Seligpreisung Mariens hat auch manche protestantische Theologen nachdenklich gemacht, darunter Hans Asmussen, der mit seinem Buch „Maria, die Mutter Gottes“ einst für Aufsehen in der evangelischen Christenheit sorgte. Propst Asmussen schreibt darin:

„Wenn Maria im Magnificat singt, alle Menschengeschlechter würden sie selig-preisen, dann bedeutet dies für die evangelischen Kirchen eine ernste und bleibende Frage: Preisen auch wir sie selig? Oder hatte Maria uns Evangelische nicht im Auge, als sie das Magnificat sang?“

Die Würdigung der Madonna schmälert ja keineswegs die Ehre des Allerhöchsten, im Gegenteil: in der Verehrung Mariens loben und preisen wir das Werk Seiner Hände, das edelste Geschöpf Gottes.

FORTSETZUNG des Artikels in der katholischen Nachrichtenagentur ZENIT hier: https://de.zenit.org/articles/%e2%80%aavon-gottes-gnaden/


MARIA ist unser großes VORBILD für Glaube, Hoffnung und Liebe!

POSTER des Ecclesia-Plakatdienstes (KOMM-MIT-Verlag in Münster):

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Vor 333 Jahren: Die Rettung Europas vor den Türken – und das Fest Maria Namen

„Unsere liebe Frau vom Sieg“ beschützte das Abendland

Vor genau 333 Jahren wurde Wien und damit das christliche Abendland vom Islam bzw. osmanischen Truppen bedroht. Zwei Monate lang, von Mitte Juli bis zum 12. September 1683 wurde die Hauptstadt Österreichs von Mohammedanern belagert.

Die Situation war für Europa lebensgefährlich, doch die existentielle Bedrohung konnte bei der Entscheidungsschlacht am Kahlenberg abgewandt werden – sowohl mit militärischer Kraft wie auch durch einen Gebetssturm, an dem sich das gläubige Volk ebenso wie der Papst, der Kaiser und einige Könige beteiligten. tochterzion

Viele Menschen nahmen ihre Zuflucht zu Gott und nicht zuletzt zum Rosenkranzgebet; sie baten die himmlische Madonna um ihre wirksame Fürsprache für die Rettung der Christenheit.

Zu den Heeren, welche das Abendland vor dem Islam retteten, gehörten neben Polen, Bayern und südwestdeutschen Truppen auch protestantische Christen (vor allem aus Kursachsen); mit Rücksichtnahme auf diese evangelischen Kämpfer hieß der Schlachtruf nicht „Maria hilf!“, sondern „Jesus und Maria!“.  Allerdings schickte der preußische König leider keine Truppen zur Verstärkung nach Wien.

Der „allerchristlichste“ König von Frankreich (man bezeichnete dort die eigene Nation gern als „älteste Tochter der Kirche) weigerte sich noch strikter; auch er sandte keine Soldaten zu Hilfe  – aber man war schon froh, daß er sich (wohl auch aufgrund päpstlicher Bemühungen) wenigstens neutral verhielt.

Bewußt hat die Kirche das Fest „Maria Namen“   – bisweilen wurde es auch als  „Gedenktag unserer lieben Frau vom Sieg“ bezeichnet  –  auf den 12. September verlegt, wobei der Name Mariens ursprünglich in der aramäischen Volkssprache Mariam lautete  – und auf hebräisch Miriam. Auch die Schwester des Moses hieß Mirjam.

Über die ursprüngliche Bedeutung des Namens diskutieren die Experten noch immer. Am wahrscheinlichsten ist die Herleitung aus dem Ägyptischen mit der Übersetzung „Die von Gott Geliebte“. Aber auch die hebräische Variante „Die von Gott Geschenkte“ kann gut möglich sein  – und sie wäre auch theologisch sehr passend für Maria. SCHÖNBORN Foto von Josef Failer

Am Sonntag (11.9.) erinnerte Kardinal Christoph Schönborn (siehe Foto) bei der Fest-Maria-Namen-Feier in Wien an den geschichtlichen Hintergrund dieser kirchlichen Feier, die als Dank für die Befreiung Wiens vor den Türken eingeführt wurde.

Dabei äußerte sich der Erzbischof, sonst eher als ein Mann von sanften Tönen bekannt, überraschend deutlich: „Wird es eine islamische Eroberung Europas geben? Viele Muslime wünschen das und sagen: Europa ist am Ende.“

Der Kardinal verwies darauf, daß „Europa drauf und dran ist, sein christliches Erbe zu verspielen“.   (Quelle: https://www.erzdioezese-wien.at/site/home/nachrichten/article/52118.html)

Das Schicksalsjahr 1683 – Die Schlacht am Kahlenberg:

1683 war das islamische Türkenheer nach Wien vorgestoßen. Nach dem Fall Wiens sollte das übrige Deutschland erobert und auch der Kirchenstaat besetzt werden. Den Petersdom wollte man in einen Pferdestall umwandeln. Kreuzkuppel

Zweihunderttausend Infanteristen und Kavalleristen bildeten das Heer der Osmanen, das 300 Geschütze mitführte und durch Tataren sowie Walachen noch verstärkt wurde. Den Oberbefehl führte Großwesir Kara Mustafa (1676 – 1683), der bereits 1677 bis 1681 einen Feldzug gegen Rußland unternommen hatte.

Die vereinte Streitmacht erreichte Wien am 14. Juli. Ihr gegenüber standen unter dem Oberbefehl des Generals Ernst Rüdiger Graf von Starhemberg 11.000 Mann vom kaiserlichen Heer mit 370 Geschützen, dazu 20 Kompanien Bürgerschaft sowie drei Kompanien Studenten, insgesamt etwa 20.000 Mann.

Kaiser Leopold I. pilgerte angesichts der Gefahr nach Passau zum Gnadenbild Marias, der Helferin der Christen. Auch Papst Innozenz XI. beteiligte sich am Kampf um Wien. Er versorgte Österreich mit Geld zur Kriegsführung und rief die gesamte Christenheit zu einem vierzigstündigen Gebet für die Abwendung der Gefahr auf; zudem setzte er sich diplomatisch für die Eintracht unter den gekrönten Häuptern des Abendlandes ein.

Der dem deutsch-österreichischen Kaiserreich überaus mißgünstig gesonnene, französische König, Ludwig XIV. (1643 – 1715), konnte sich immerhin zur Neutralität entschließen.

Das Entsatzheer, das sich nordwestlich von Wien sammelte, bestand aus den Truppen des polnischen Königs Johann III. Sobieski (1674 – 1696) und denen mehrerer deutscher Fürsten, vor allem Österreicher, Bayern, Kursachsen und Soldaten aus dem Südwesten Deutschlands dem Heer an.foto-dcubillas-www_freimages_com_

Sobieski erkannte deutlich die drohende Gefahr. Zwar stand er dem Kaiser nicht freundlich gegenüber, doch war ihm klar, was dem gesamten Abendland einschließlich Polens drohte: Die Muslime wollten von Wien über Köln nach Danzig marschieren. 

Die osmanischen Truppen waren bereits siegreich durch Ungarn gezogen und vereinigten sich am 24. Juni bei Stuhlweißenburg mit dem Tatarenheer. Mitte Juli begann die Belagerung Wiens.

Heldenhaft wurde das Stift Klosterneuburg verteidigt, um die Mohammedaner aufzuhalten und Zeit zu gewinnen. Im Verlaufe des Augusts aber fielen bereits die äußeren Verteidigungsanlagen der Haupttadt. Die Vororte wurden erobert, und islamische Sklavenhändler kauften die Gefangenen auf.

Im Laufe der ersten Septembertage verschärfte sich die Lage im belagerten Wien noch durch Hunger und ausbrechende Krankheiten. 48.000 Mann von den türkischen Hilfstruppen setzten sich bereits vom Hauptheer ab, wohl um die Umgegend auszuplündern. Am 11. September gelang es den Osmanen, einen Teil der Stadtmauer zu sprengen.

Der Sturmangriff stand unmittelbar bevor. Gleichzeitig ging den Verteidigern die Munition aus.

Das christliche Entsatzheer bestand aus etwa 80.000 Mann und führte 152 Geschütze mit. Es näherte sich Wien von Westen, da im Osten der Stadt türkische Hilfstruppen operierten.Von Julia Kesenheimer geschickt

Am 11. September erreichten die europäischen Truppen den Wienerwald. Am Morgen des 12. September zelebrierte der sel. Marco d’Aviano auf dem Kahlenberg vor Wien in der niedergebrannten Klosterkirche die hl. Messe, bevor die Truppen zum Kampf ausrücken. Der polnische König Jan Sobieski ministrierte ihm. Im Heer der Christen diente auch der junge Prinz Eugen von Savoyen, der in der Schlacht am Kahlenberge seine sog. Feuertaufe erhielt.

Etwa 30.000 Türken setzten die Belagerung Wiens fort, die übrigen osmanischen Soldaten stellten sich dem Entsatzheer entgegen. Am Morgen des 12. September begann die Schlacht.

Von den ca. 13.000 polnischen Reitern gehörten dreitausenddreihundert zur Hussaria. Dabei handelte es sich um eine auf schnelle Attacken spezialisierte Truppe, die mit ihren langen Lanzen die gegenerischen Reihen aufbrachen. Die Hussaria eröffnete die Schlacht mit einem Angriff auf dem rechten Flügel und im Zentrum. Sie griff in einer zweiten Welle erneut an, und dabei folgte ihr die gesamte Kavallerie des Entsatzheeres.

Nach hartem Ringen wurde Kara Mustafas Lager auf dem rechten Flügel erobert, während die kaiserliche sowie die übrige deutsche Infanterie auf dem linken Flügel vorrückte. Gegen 18 Uhr befand sich das Heer der Mohammedaner in Auflösung. – Auf Seiten der christlichen Sieger waren nur etwa 3000 Soldaten gefallen.

Die Muslime berichteten, sie seien geflohen, als sie in der Schlacht einen riesigen Mönch mit einem hocherhobenen Kreuz erblickten. Dieser schien immer größer zu werden, bis er an den Himmel reichte. Da seien sie in Panik geraten und hätten sich zur Flucht gewandt. Der selige Pater Marco war allerdings von kleiner Gestalt, er ging gebückt und hinkte.Radio Vatikan

Anläßlich des Sieges schrieb Papst Innozenz XI. noch im Jahre 1683 der Kirche das Fest Maria Namen vor. In Süddeutschland und Österreich entstanden nach dem Sieg zahlreiche Mariahilf-Kirchen und gleichnamige Bruderschaften.

P. Marco aber forderte zu einem unverzüglichen, weiteren Vorgehen gegen die Türken auf. So marschierte das kaiserliche Heer am 18. September ab nach Ungarn. Der Papst befahl Pater Marco, die Truppen zu begleiten. 1684 wurden bereits mehrere ungarische Städte zurückerobert; 1686 konnte Budapest nach  145 Jahren von der osmanischen Herrschaft befreit werden.

1687 siegten die kaiserlichen Truppen bei Mohács, im Jahr darauf wurde Belgrad zurückerobert. – Pater Marco beklagte sich beim Kaiser, daß das Heer danach nicht weiterziehen mochte, um die Donauländer insgesamt zu befreien. Man hörte nicht auf die Mahnung des Geistlichen. Die Gunst der Stunde verstrich.

Unter Mustafa II. (1695 – 1703) erfolgte dann jedoch die türkische Gegenoffensive. Sein Heer rückte auf Belgrad vor. Papst Innozenz XII. (1691 – 1700) unterstützte den Kaiser jedoch nicht. Die Not nahm immer weiter zu, bis Prinz Eugen 1697 bei Zenta endlich über die Osmanen siegte. Zwei Jahre darauf wurde der Friede von Karlowitz zwischen dem Kaiser und der Hohen Pforte geschlossen, in dem die Türken auf Ungarn und Siebenbürgen verzichteten.

Die Phase der militärischen Expansion des Osmanischen Reiches in Europa war endgültig vorüber. Am 13. August desselben Jahres starb der selige Priester Marco d’Aviano. – Mustafa II. aber wurde 1703 von seiner eigenen Janitscharentruppe gestürzt und vergiftet.

Eine noch ausführlichere Fassung der damaligen Geschehnisse finden Sie hier: http://fsspx.de/de/news-events/news/fest-mari%C3%A4-namen-17686

Siehe hierzu auch ein Artikel des kath. Philosophen Dr. David Berger: https://philosophia-perennis.com/2016/09/11/tuerkenabwehr-wien/


8. September: FEST der Geburt Mariens

Von der „Goldenen Pforte“ und anderen Legenden

Der heutige Festtag erinnert an die Geburt der Gottesmutter, aus derem Leib später unser Erlöser, das Heil der Welt, die menschliche Natur angenommen hat, empfangen vom Heiligen Geist. Dieses Glaubensgeheimnis bezeichnet die Kirche als „jungfräuliche Empfängnis Christi“ –  oder kürzer auch Jungfrauengeburt genannt. mutter-anna

Wie sich aus Gesprächen selbst mit glaubensfesten Katholiken, die seit Jahrzehnten treue Kirchgänger sind, immer wieder zeigt, wird nicht nur die „Unbefleckte Empfängnis“ oft mit der jungfräulichen Empfängnis Christi verwechselt.

Manche Gläubige meinen sogar, das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis der Madonna beinhalte die Lehre, daß Maria nicht auf natürlichem Wege gezeugt worden sei, sondern  – ebenso wie Christus  – jungfräulich empfangen.

Noch vor wenigen Tagen sagte mir dies eine marienfromme Frau, wobei sie sich gleichzeitig selber etwas darüber wunderte, denn die Ehe sei doch heilig und eine natürliche Befruchtung von daher ja „eigentlich“ kein Problem.

Sie berief sich aber auf die Geschichte von der „Goldenen Pforte“. Ich erklärte ihr, daß es sich hierbei lediglich um eine Sage handelt, die in der Heiligen Schrift nicht überliefert ist, sondern aus apokryphen (nicht-kanonischen, kirchlich nicht anerkannten) „Evangelien“ stammt.

Dabei sollen sich Joachim und Anna  – die Eltern Mariens  –  unter der Goldenen Pforte in Jerusalem begegnet sein, was aber nicht bedeuten muß, daß sie dort eine wunderbare Empfängnis erlebt haben. Vielmehr hätten sie wohl, so will es jene Geschichte verdeutlichen, über eine Engelsbotschaft gesprochen, welche ihnen die Empfängnis Marias ankündigte.

Selbst die Namen Joachim und Anna sind biblisch nicht erwähnt, sondern entstammen Legenden aus frühchristlicher Zeit. Es spricht aber nichts dagegen, daß diese Information zutrifft, zumal sie immerhin dem 2. Jahrhundert entspringt. 011_7A

Eine Verehrung der Mutter Anna bzw. der Eltern Mariens ist erst im Laufe der späteren Kirchengeschichte entstanden, vor allem im Spätmittelalter hinsichtlich eines speziellen Anna-Kultes. Diese Verehrung hat sich zumal in Schlesien stark ausgebreitet, wobei vor allem der Wallfahrtsort auf dem Annaberg große Bedeutung erlangte. 

Die Kirche geht also von einer normalen ehelichen Empfängnis und Geburt Mariens aus. Auch die Erzählungen, wonach Maria im kindlichen Alter als Tempeljungfrau nach Jerusalem gebracht worden sei, sind nicht nur legendär, sondern schlicht unsinnig. Es gab im Judentum grundsätzlich keine Tempeljungfrauen oder kleine Mädchen, die im Tempel „erzogen“ wurden. Daran ändern auch allerlei „Privatoffenbarungen“ und diverse Visionen nichts.

IMMACULATA: Maria als Erst-ERLÖSTE des Neuen Bundes

Das Dogma von der „Unbefleckten Empfängnis“ (Maria Immaculata) hat nichts mit einer jungfräulichen Empfängnis Mariens im Leib ihrer Mutter Anna zu tun, zumal die Madonna auf natürlichem Wege das Licht der Welt erblickte.

Die Immaculata-Lehre besagt vielmehr, daß Maria durch eine besondere Gnadengabe Gottes bei ihrer Empfängnis von jedem Makel der Erbsünde bewahrt worden ist – und zwar (so heißt es im Dogma wörtlich) „im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers“.

Maria ist also eine Voraus-Erlöste, Erst-Erlöste und Voll-Erlöste durch Christus und für Christus.

Diese gleichsam „vollendete“ Erlösung und göttliche Begnadigung ermöglichte es ihr, als auserwähltes Geschöpf und „Magd des HERRN“ am Heilswerk Christi mitzuwirken. Die Mithilfe der Madonna „von Gottes Gnaden“ ändert freilich nichts daran, daß Christus unser alleiniger und vollkommener Erlöser und daß ER unser einziger Mittler zum Vater ist.

Die Geburt Mariens wird am 8. September gefeiert, das Immaculata-Hochfest genau drei Monate später, am 8. Dezember. Davon ebenfalls zu unterscheiden ist die jungfräuliche Empfängnis Christi, an welche die Kirche am Fest der Verkündigung des HERRN erinnert  – also am 25. März.


Was die „Frauendreißiger“-Tage bedeuten

Viele Katholiken, darunter sogar Geistliche und marianisch gesinnte Gläubige, haben noch nie etwas von den „Frauendreißigern“ gehört oder wissen zumindest nicht, was dieser Ausdruck bedeutet. Deshalb wollen wir darüber kurz informieren: Wetzlar-DSC_0640-2 - Kopie

Am 15. August, dem Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel (volkstümlich „Maria Himmelfahrt“ genannt), beginnen jedes Jahr die „Frauendreißiger“, die von vielfachem Brauchtum und Sitten  – vor allem in Bayern und Tirol  –  umgeben sind, wenn man vom 22. August absieht, dem jüngeren Fest „Maria Königin“.

Es handelt sich um einen Monat von dreißig Tagen mit insgesamt fünf Marienfesten  –  das Ende ist der 15. September, Gedächtnis der Schmerzen Mariens.

Vor allem der 15. August ist von glaubensfrohen Traditionen geprägt, zB. der Kräuterweihe in der Kirche, vor allem in ländlichen Gegenden. Dabei werden die Kräuter und Blumen zu Sträußen gebunden und in der Festmesse gesegnet.

Früher nannte man „Maria Himmelfahrt“ auch den „Großen Frauentag“, das Fest der Geburt Mariens am 8. September bezeichnete man als den „Kleinen Frauentag“. 

In die sommerliche Zeit der „Frauendreißiger“ fallen folgende fünf Marien-Feste bzw. -Gedenktage:

  • 15. August: Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel mit Leib und Seele
  • 22. August: Fest Maria Königin
  • 8. September: Fest der Geburt Mariens
  • 12. September: Mariä Namen (Namenstag für Frauen, die nach der Gottesmutter Maria benannt sind)
  • 15. September: Gedächtnis der Schmerzen Mariens

MARIA  –  ein Sproß aus dem Hause Davids

In einem liturgischen Kräuterweihegebet an „Maria Himmelfahrt“ wird der enge Zusammenhang des Alten und des Neuen Bundes schön erläutert, wobei die Madonna persönlich die Brücke zwischen dem israelitischen Gottesvolk und den Christen darstellt, denn in ihr ist der Alte Bund in höchster Gnadenfülle vollendet  – und zugleich ist die selige Jungfrau die erste Christin und die Erst-Erlöste des Neuen Bundes. csm_Immerwaehrende_Hilfe_8d4378bbd2

Hier nun zur kirchlichen Kräutersegnung:

Gott, Du ließest durch Jesaja (11,1) im Alten Bunde ankündigen: Aus dem Baumstumpf Jesse, dem Baumstumpf Isais, des Vaters Davids, wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.

Wir singen in der Weihnachtszeit immer wieder neu: Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, von Jesse, von Isai, dem Vater Davids, kam die Art.

Das Röslein, davon Jesaja sagt, ist Maria, die Reine, (…) die allerseligste Jungfrau und Gottesgebärerin, die Mutter Deines Sohnes und unseres HERRN Jesus Christus, die Du am heutigen Tag in den Himmel erhoben hast, damit Du uns Sterblichen auf ihre Bitten hin und unter ihrem Patronat die Frucht ihres Leibes, Deinen Sohn, vermittelst:

Wir bitten Dich demütig, daß wir kraft der Vollmacht dieses Deines Sohnes und unter dem glorreichen Patronat seiner Mutter die Schutzwirkungen dieser Früchte der Erde für das irdische und ewige Heil zu nützen vermögen.

 


„Kirche in Not“ lädt Kinder weltweit zum Rosenkranzgebet ein: Sonntag um 9 Uhr

Das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ lädt alle Kinder ein, an ihrer Rosenkranz-Initiative teilzunehmen; sie entstand in Caracas im Jahr 2005: „Eine Million Kinder in der ganzen Welt vereinen zum Rosenkranz“  –  diesmal am Sonntag, den 18. Oktober 2015, um 9 Uhr  – und zwar einfach dort, wo die Kinder gerade sind.Million detei

Der Rosenkranz meditiert die wesentlichen Heilsgeheimnisse des Neuen Testaments. Zugleich eignet sich dieses besinnliche Gebet, um zur inneren Ruhe zu kommen; damit ist es gleichsam eine katholische Antwort auf die hektische Zeit.
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Wie das Hilfswerk berichtet, erhielt es im Vorjahr zahlreiche Zeugnisse als Antwort auf das Projekt, wobei sich tausende von Schulklassen und Gruppen weltweit beteiligt haben.
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Quelle und weitere Infos hier: http://www.milliondetei.ru/

MARIA ist im Himmel auch Fürsprecherin für ihre eigenen Landsleute

Von Felizitas Küble

Es gibt in der kirchlichen Tradition den alten lateinischen Spruch: „De Maria nunquam satis“ – Über Maria kann gar nicht genug gesagt werden.

Tatsächlich ist die Mutter des HERRN ein unerschöpfliches Thema für Theologie, Kunst, Dichtung, Exegese, Musik – und erst recht für die Volksfrömmigkeit. Advocata

Was aber im Laufe der Kirchengeschichte zu kurz gekommen ist und selbst in heutiger Zeit allenfalls beiläufig bedacht wird:

Daß Maria, die dem jüdischen Volke entstammt, im Himmel sicherlich besonders für ihre „Landsleute“ betet und bittet, also Fürsprache einlegt, damit das Volk Israel ihren Sohn als Messias der Juden und Heil der Welt erkennt. 

Es liegt nahe, daß die vielfältigen Leiden der Juden durch die Jahrhunderte der Madonna nicht gleichgültig sein können. Wie sehr sie sich mit der Geschichte der Israeliten verbunden fühlt, zeigt zum Beispiel ihr Magnificat, der im Lukasevangelium bezeugte Lobgesang der Gottesmutter.

Dort betont sie besonders das Heilswirken des Ewigen an ihrem Volk, den Israeliten des Alten Bundes:

„ER nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,              

das ER unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“

Maria ist selber in ihrer Person die entscheidende Brücke vom Alten zum Neuen Bund, denn sie gehört beiden „Bündnissen“ zugleich an; ihr Magnificat belegt, wie stark sie von den Gebeten, den Psalmen, überhaupt dem Alten Testament geprägt ist; ihr Danklied atmet die Sprache der Propheten Israels, stimmt ein in ihr begeistertes Lob auf die Größe und Herrlichkeit Gottes.

Die Mutter des HERRN sehnt sich leidenschaftlich nach dem Reich Gottes, nach „seiner Gerechtigkeit“, durchaus auch nach einer Umkehr irdischer Verhältnisse durch Gottes wunderbare Taten („ER vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten…“).P1020947

Doch die größte Tat des Höchsten ist die Menschwerdung seines Sohnes in der Jungfrau Maria. In ihrem Magnificat kündigt die Gottesmutter bereits an, daß sie aufgrund ihrer Erwählung durch den Höchsten in Zukunft seliggepriesen wird („…siehe, von nun an werden  mich seligspreisen alle Geschlechter…“).

Maria, das jüdische Mädchen, die Mutter aus Israel, ist eine „Tochter Zion“ – und als solche betet sie vor dem Thron des Höchsten für die Christenheit, für die Kirche, aber nicht zuletzt auch für ihr eigenes jüdisches Volk.

Leider gibt es in der Kirchengeschichte nur wenige Zeugnisse, die sich positiv mit diesem Thema befaßt haben. Ein bemerkenswertes Beispiel aus dem 12. Jahrhundert ist der britische Augustiner-Chorherr Wilhelm von Newburgh aus Yorkshire. In seiner marianischen Auslegung des Hohelieds schreibt er:

„Und wir sollen wissen, daß die Verdienste der barmherzigen Mutter auch dem Volk Israel zum Heil verhelfen. Denn wie eindringlich, glaubst du, bittet sie wohl täglich ihren allmächtigen Sohn für ihr Volk?  131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Denke daran, mein Sohn, spricht sie, daß du das Fleisch, in dem und durch das du das Heil der Welt gewirkt hat, von ihnen genommen hast – und daß sie, deren Fleisches du dich nicht geschämt hast, an deinen geistlichen Gütern teilhaben müssen. Denn sie hätten als erste erlöst werden sollen, weil das Heil aus ihnen kommt.“

(Quelle: Explanatio sacri Epithalamii in Matrem Sponsi, S. 152, hrsg. von J. C. Gormann, Fribourg 1960)

Pater Alanus von Lille, der sog. „Doctor universalis“, der ebenfalls im 12. Jahrhundert wirkte, brachte die Gottesmutter direkt mit der Synagoge in Verbindung, also mit dem jüdischen Gotteshaus. Er bezeichnete die Synagoge als die „Mutter der Jungfrau Maria“, denn sie stamme ebenso wie Christus von der Synagoge bzw. sie sei geistig-geistlich aus dem Glauben Israels hervorgegangen. Auch er lehrte eine marianische Auslegung des alttestamentlichen „Hohelieds der Liebe“.

Marienbild aus den Fäden des AT gewoben

Papst Benedikt schrieb 1977, als er noch Erzbischof von München war, ein Marienbuch mit dem vielsagenden Titel „Die Tochter Zion“. RadioVatikan

Darin  verdeutlicht er zugleich die besondere Sendung der Frau in der Heilsgeschichte: sie ist keine Priesterin, weder im Alten noch im Neuen Bund, doch ihre Bedeutung ist nicht zu unterschätzen. Hierzu heißt es in dem erwähnten Buch:

Die großen Rettergestalten Esther und Judith verkörpern die unzerstörbare seelische Kraft Israels, das nicht nach Art der Weltmächte auftrumpfen kann – und gerade so die Mächtigen zu besiegen weiß. Die Frau als Retterin ist die Verkörperung der Hoffnung Israels. Bezeichnend ist, daß immer schon die Frau zwar nicht als Priesterin, aber als Prophetin und Richterin-Retterin im Denken und Glauben Israels erscheint.“

Zugleich betont der Autor, daß „das Marienbild des Neuen Testaments ganz aus den Fäden des Alten Testaments gewoben ist, um das Geheimnis Marias auszusagen. Wo die Einheit von Altem und Neuem Testament zerfällt, geht der Raum einer gesunden Mariologie verloren.“

 

MAGNIFICAT: Der Lobgesang Marias (Lk 1,46-55)

Meine Seele preist die Größe des HERRN,

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat ER geschaut.

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Allmächtige hat Großes an mir getan,

und sein Name ist heilig.

ER erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht

über alle, die ihn fürchten.

ER vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:

ER zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.

ER stürzt die Mächtigen vom Thron

und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt ER mit seinen Gaben

und lässt die Reichen leer ausgehen.

ER nimmt sich seines Knechtes Israel an

und denkt an sein Erbarmen,              

das ER unseren Vätern verheißen hat,

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.