Abtreibungsdebatte: Kardinal Marx und sein fatales Lob für „Donum vitae“

Mathias von Gersdorff

In einem Brief von Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der (katholischen) deutschen Bischofskonferenz, wurde ein neuer Ton im Umgang mit dem Verein Donum Vitae angeschlagen.

Zur Erinnerung: Als die katholische Kirche aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung ausstieg, gründeten Mitglieder des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ im Jahre 1999 den Verein Donum vitae, um Beratungen anzubieten, die nach wie vor den sogenannten „Beratungsschein“ ausstellen.

Problematisch an diesem „Beratungsschein“ ist die Tatsache, dass sein Besitz die staatlich angeordnete Bedingung zur Durchführung einer straffreien Abtreibung bis zum dritten Monat darstellt.

Papst Johannes Paul II. ordnete den Ausstieg an, denn die katholische Kirche könne keine Beratungsscheine auszustellen, die eine Abtreibung ermöglichten. Die katholischen Beratungsstellen boten weiterhin Beratungen für Schwangere an, ohne aber den „Schein“ auszustellen.

Daraufhin gründeten ZDK-Mitglieder Donum vitae, um weiter am staatlichen Beratungssystem teilzunehmen. Sie weigerten sich also, der Weisung von Papst Johannes Paul II. und der Deutschen Bischofskonferenz zu folgen. Im Grunde war es ein Akt der Revolte seitens der katholischen Funktionäre.

Die Bischofskonferenz erklärte damals, Donum Vitae hätte mit der katholischen Kirche nichts zu tun und distanzierte sich deutlich davon.

Diesen Konflikt will nun die Bischofskonferenz durch ihren Vorsitzenden, den Münchner Erzbischof Reinhard Marx (siehe Foto), beenden und findet lobende Töne für Donum vitae:

„Es besteht kein Zweifel, dass das Ziel von Donum Vitae ebenso wie das der bischöflich verantworteten Schwangerenberatung der Schutz des ungeborenen Menschen ist. Ich stelle fest, dass es über die Jahre hinweg auch vielen Beraterinnen von Donum Vitae gelungen ist, zahlreichen Frauen bzw. Eltern Mut zu machen für ein Leben mit dem Kind, und dafür bestmögliche Hilfestellungen zu bieten. Dafür dürfen wir gemeinsam dankbar sein.“

Darüber hinaus sollen ehemalige Angestellte von Donum vitae von nun an in bischöflich anerkannten Schwangerenberatungsstellen beschäftigt werden können.

Diese neue Form des Umgangs mit diesem Beratungsverein ist mehr als bedauerlich – und dies aus verschiedenen Gründen:

ERSTENS: Der sog. Beratungsschein ist nichts anderes als das vom Bundestag erfundene Instrument, in Deutschland die Fristenregelung einzuführen, ohne dabei das Verfassungsrecht zu verletzen. Eine unbeschränkte „Fristenlösung“ wurde von Bundesverfassungsgesetz kassiert  –  die Pflichtberatung war so das Feigenblatt, um die Fristenregelung praktikabel machen zu können.

BILD: Unser Robben-Aufkleber für das Lebensrecht aller!

Die Gründer von Donum vitae (und deren Eintritt in das Beratungssystem) haben sich mit der Liberalisierung zumindest abgefunden. Das Lob von Kardinal Marx wirkt deshalb deplatziert, zumindest geschichtsvergessen.

ZWEITENS: Mit dem Ausstieg aus dem Beratungssystem setzten die katholischen Bischöfe ein starkes Signal in der Öffentlichkeit für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder. Sie sagten damit: An einem staatlich anerkannten System, der letztendlich unschuldiges Leben auslöscht, wollen wir uns nicht beteiligen.

In den neuesten Stellungnahmen wird aber der Eindruck vermittelt, man hätte es „so oder so“ handhaben können, was völlig abwegig ist.

Es gibt nämlich viele Beratungsstellen, die keinen Schein austeilen, eben weil sein Nutzen allein die straffreie Durchführung einer Abtreibung bedeutet. Diese Beratungsstellen haben auf erhebliche finanzielle Zuschüsse des Staates verzichten mussten, weil sie den Schein nicht mehr austeilten.

Aufgrund dieser finanziellen Anreize bezeichnete Erzbischof Johannes Dyba (siehe Foto) – der damalige Oberhirte von Fulda –  die Zuschüsse vom Staat als „Blutgeld“: Geld, das man bekommt, weil man ein menschliches Leben dem Tod preisgibt. Zudem bezeichnete er Donum vitae als „donum mortis“: Geschenk des Todes.

Kardinal Marx scheint diesen geradezu makabren Zusammenhang zwischen Beratungsschein, Abtreibung und finanziellem Anreiz zu ignorieren.

DRITTENS: Nachdem Donum vitae 20 Jahre lang die „Lizenz zum Töten“ (so wurde der Beratungsschein von Erzbischof Dyba bezeichnet) ausstellte, erhält dieser Verein praktisch eine Anerkennung für ein  – so scheint es  – ethisch einwandfreies Handeln. So kommentiert der Präsident des ZDK, Prof. Dr. Thomas Sternberg, die oben zitierte Stelle des Briefs von Kardinal Marx: „Für diese zentrale Äußerung bin ich sehr dankbar. Sie anerkennt jene, die sich in der Schwangerschaftskonfliktberatung engagieren, in ihrem entschiedenen Einsatz für das Leben.“

Mit anderen Worten: Der ZdK-Chef  ist der Auffassung, die Ausstellung von Beratungsscheinen, die nur dazu dienen, eine straffreie Abtreibung vorzunehmen, sei moralisch völlig unbedenklich.

Gerade diese „Verdunkelung“ der katholischen Lehre über das ungeborene Leben zu verhindern, war die Absicht von Johannes Paul II., als er den Ausstieg auf Betreiben des damaligen Kardinal Ratzinger anordnete.

Das ZDK zeigt in keiner Weise, dass es seine Gesinnung hinsichtlich des staatlichen Beratungssystems geändert hat. ZdK-Vertreter empfinden den Brief von Kardinal Marx geradezu als eine Bestätigung, dass sie die ganze Zeit recht hatten  –  und nicht Johannes Paul II. (sowie Oberhirten wie Erzbischof Johannes Dyba, später auch Kardinal Joachim Meisner u.a.).

Dieser Sachverhalt betrifft in erster Linie katholische Gläubige, die unter keinen Umständen die Tötung ungeborenen Lebens akzeptieren dürfen. Doch darüber hinaus betrifft es alle, die Wert darauf legen, dass alle Menschen ein uneingeschränktes Recht auf Leben haben und dieses Recht auch verteidigt werden muss, selbst wenn der Staat auf seine Schutzfunktion verzichtet oder gar ungerechte Gesetze erlässt.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht aktuelle Beiträge unter anderem hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

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JA zu einer Seligsprechung Erzbischof Dybas

Von Norbert Zielke

Ja, ich bin für die Seligsprechung Johannes Dybas, damit auf Erden endlich nachvollzogen wird, was im Himmel bereits Realität war. Dort ist Johannes Dyba nämlich schon heilig. 

Oder hegt jemand auch nur den geringsten Zweifel, dass Johannes jetzt mit den großen und kleinen Heiligen Tag für Tag an einer gigantischen Tafel im Jenseits das Reich Gottes feiert?

Ich bin Johannes Dyba in Fulda als Journalist begegnet. Ein Kollege hatte mich zu ihm empfohlen in der Hoffnung, dass zwei Streitbare dann aufeinander losgehen. Einen Hinweis auf meine damalige kritische Haltung gegenüber Dyba gibt die Intonation der Fragen meiner Interviews, die auch in dem Dyba-Buch „Unverschämt katholisch“ wiedergegeben sind.

Zur Überraschung aller haben sich Johannes Dyba und Norbert Zielke ausgezeichnet verstanden.

Ich weiß, an welchem Ort Johannes Dyba Tag für Tag gekniet hat, um zu unserem Gott und Heiland Jesus Christus zu beten. Ich begegnete dem Katholiken Johannes Dyba, der die globale Kirche proklamierte. Für ihn gab es innerhalb der Kirche keine Ausländer.

Nach Dybas Tod habe ich zehn Jahre auf einem anderen Kontinent gelebt und sehe Deutschland nach meiner Rückkehr kritisch. Es fehlen Männer wie Johannes Dyba, die mit der Schärfe von Pfefferschoten christliche Gesellschaftskritik üben und Orientierung geben.

Der nach wie vor vieltausendfach herbei geführte Tod von noch nicht geborenen Kindern wirft ein Licht auf die Brutalität und Ignoranz, die in dieser Gesellschaft üblich sind. Üblich ist auch geblieben, dass man Brutalität und Unmenschlichkeiten mit gutem Benehmen hinnehmen muss.

BILD: Unser bewährter Robben-Aufkleber gegen Abtreibung

Dyba ließ angesichts der unzähligen Abtreibungen die Glocken des Fuldaer Domes läuten. Das wurde ihm als schlechtes Benehmen ausgelegt.

Was aber ist schlecht? Das Entfernen und Töten solch eines kleinen, unglaublich zerbrechlichen und sensiblen Lebens, das aus Gottes Hand kam? Oder das Anstimmen eines donnernden Protestes dagegen von den Türmen des Domes herab?

Die Bequemlichkeiten und vordergründigen Vorzüge des modernen Lebens waren für Johannes Dyba nicht das Maß der Dinge.

Die gedankliche Schärfe Johannes Dybas fehlt im gesellschaftlichen Diskus. Sein „schlechtes“ Benehmen fehlt. Weitere Frage: Wie würde er in der heutigen Situation den Islam theologisch werten?

Dyba war unverschämt katholisch und kompromisslos katholisch. Damit lag er im Gegensatz zu allen Christen richtig, die die Ansicht vertreten, die Kirche beginne mit Luther vor etwa 500 Jahren. Nein, die Kirche beginnt auch für uns Evangelische vor etwa 2000 Jahren. Luther hat nie eine protestantische Kirche gewollt.


Fulda: Feierliches Jahresgedächtnis für Erzbischof Johannes Dyba am 23. Juli 2017

Von Gaby Kaudel

Nun ist es wieder soweit: Am Sonntag, dem 23. Juli 2017, gedenken wir unseres verehrten Erzbischofs Dr. Johannes Dyba zum 17. Mal im Dom zu Fulda. Um 10 Uhr beginnt das feierliche Pontifikalamt mit Bischof Algermissen.

Und wie an allen Gedächtnistagen reißen die Wunden des plötzlichen Todes unseres einstigen Fuldaer Oberhirten wieder auf. Manchmal erscheint es mir, als wäre es erst gestern geschehen  –  und doch sind viele Jahre vergangen.

Gerade in unserer Zeit, in der es derart turbulent zugeht, was das Aufweichen des Wortes Gottes betrifft  –  oder Fehlverhalten von Hirten, die unseren Herrn Jesus Christus verleugnen  –  gerade da fehlen solche Getreuen wie Erzbischof Johannes, der sich bis zum Ende vom Mainstream in Medien und Welt nicht beugen ließ.

Seine Begeisterung für Christus, sein Vorangehen und glaubensstarkes Vorbild  –  genau das bräuchten wir heute mehr denn je.

Offenbar von allen Seiten versucht man, praktizierende und konsequente Christen an den Rand zu drücken oder quasi mundtot zu machen. Der Zeitgeist  –  so Erzbischof Dyba – reibt sich bis zur Empörung an einer ganzen Reihe von Glaubensthemen.

Wie wahr hat er das formuliert und wie real sind so viele Dinge geschehen, die er vorausgesagt hat.

Damals konnten wir es kaum glauben – und jetzt stecken wir in einem Dilemma, daß man manchmal zerbrechen und verzweifeln könnte.

Ich wünsche allen Christen, daß wir gerade aus diesem Grund Dybas gedenken   –  und aus der Erinnerung heraus uns wieder anstecken lassen vom Feuer des Glaubens.

Das wollte der Erzbischof: daß sich der Glaube an Christus und seine Botschaft in uns verbreitet „wie ein afrikanisches Buschfeuer“.

Die letzten Worte des Erzbischofs sind ein bleibendes Vermächtnis an uns: ,,Das Bekenntnis unseres Glaubens wollen wir jetzt vom Domplatz zu Fulda emporschallen lassen, daß man es hört im Himmel und auf Erden: CREDO CREDO CREDO. Amen“


Erzbischof Johannes DYBA: „Er gab mir Halt in meiner Jugendzeit“

Der aus Deutschland stammende, in der Steiermark (Österreich) wirkende Benediktinerpater Ulrich Diel hat in „Klosterhof.blogspot“ einen Artikel über seine Jugendzeit und seine Begeisterung für Erzbischof Johannes Dyba veröffentlicht.

Zudem fügt er am Schluß eine aufschlußreiche Anekdote dazu, die den glaubensfrohen Fuldaer Bischof in seiner kontaktfreudigen, direkten  und buchstäblich „entgegenkommenden“ Art zeigt.

Der Benediktiner ist zugleich als Kaplan in einer steirischen Pfarreiengemeinschaft tätig.

Als Schüler war er, wie so viele katholische Pfadfinder, ein eifriger Leser des KOMM-MIT-Kalenders, den Günter Stiff, der Gründer des KOMM-MIT-Verlags und des CHRISTOFERUSWERKS (das dieses „Christliche Forum“ betreibt) jahrzehntelang herausgebracht hat.

Zunächst erzählt uns der Autor, wie er Ende der 90er Jahre „so richtig stolz war, ein Hesse zu sein“, denn das Bistum Fulda, in welchem Erzbischof Dyba amtierte, liegt im Hessenland.

„Ich habe oft nach Fulda geschielt“

Freilich gehörte der junge Ulrich damals in die Nachbar-Diözese Mainz. Dabei habe er „oft nach Fulda geschielt“:

„Dort war Erzbischof Dyba als Löwe von Fulda im Amt. (…) Er hatte Profil und widersprach dem Mainstream. Er gab mir Halt und war bekannt für seine klaren Aussagen.

Ganz im Sinne Papst Johannes Paul II. gab es für ihn keine Kompromisse mit der Kultur des Todes. Er stieg aus der staatlichen Schwangerkonfliktberatung aus, ohne die Beratungstätigkeiten und die Hilfe für in Not geratene Frauen zu kürzen.

Mit dieser klaren Position setzte er ein deutliches Zeichen für das Leben. Dies schien mir in dieser Zeit wichtiger, als mit dem Staat auf Teufel komm raus zusammen zu arbeiten.“

„Das hat Dyba nie nötig gehabt“

Obwohl auch die anderen Bischöfe wohl grundsätzlich für das Lebensrecht und damit gegen Abtreibung eingestellt waren, ist diese Position damals allein bei Erzbischof Johannes Dyba echt unbeirrbar und unerschrocken zum Ausdruck gekommen. Auch dies stellte der Verfasser damals bei Gesprächen immer wieder fest:

„Ich hatte meine Mitmenschen gefragt, wie wohl ein Bischof Kamphaus oder ein Bischof Dyba zur Abtreibung stehen. Jeder war der Überzeugung, dass Kamphaus eher für Abtreibung sei und Dyba streng dagegen. Wobei Kamphaus sicher auch strikter Abtreibungsgegner ist. Aber wenn man mit dem staatlichen Tötungssystem zusammenarbeitet, dann deckt man es letztlich und verwischt seine Meinung. Das hat Dyba nie nötig gehabt.“

In Ulrichs Schulranzen fehlte der KOMM-MIT-Jugendkalender genauso wenig wie das Porträtbild von Erzbischof Dyba (siehe oben):Fürs CF verwenden

„Auf meinem roten Schulordner hatte ich obiges Foto Dybas geklebt. Im Schulrucksack hatte ich immer den Komm-mit-Kalender. So bewaffnet ging ich in die Schule und verteidigte munter die heilige Kirche.“

„Na, wat seid ihr denn für Jungs?“

Abschließend berichtet Pater Ulrich von einem aufschlußreichen und typischen Erlebnis, das andere Autoren in ähnlicher Weise in dem vielseitigen Dyba-Gedenkbad „Der Löwe von Fulda“ (siehe Foto) schildern:

„1995 wurde Erzbischof Karl Braun in Bamberg neu in sein Amt eingeführt. Wir standen am Osttor des Bamberger Domes und wollten einen Blick auf die kirchlichen Würdenträger erhaschen. Praktisch alle stiegen aus ihren Limousinen aus und verschwanden schnurstracks im Dom. Nach der Feier ging es ebenso in die umgekehrte Richtung.
Mit einer rühmlichen Ausnahme: Erzbischof Dyba erblickte uns und ging auf uns zu. „Na, wat seid ihr denn für Jungs?“. – Menschenfurcht? Fehlanzeige!“
 
Quelle für die Zitate: http://klosterhof.blogspot.de/2010/07/erzbischof-dyba.html
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DYBA-Buch: Den umfangreichen, farbigen Gedenkband DER LÖWE VON FULDA (700 gr.) gibt es bei uns für 14,80 Euro. – Tel. 0251-616768 oder per Mail: felizitas.kueble@web.de

Fulda: Jahresgedächtnis für Erzbischof Dyba am 23. Juli 2016 im Dom

Pressemitteilung des Bistums Fulda:Johannes_in_Lourdes

Am Samstag, 23. Juli, findet im Hohen Dom zu Fulda das Jahresgedächtnis für Erzbischof Dr. Johannes Dyba statt, der im Heiligen Jahr 2000 plötzlich verstarb.

Bischof Heinz Josef Algermissen wird um 9 Uhr die Heilige Messe feiern. Alle Gläubigen sind zu diesem Gedenkgottesdienst am 16. Todestag des Erzbischofs herzlich eingeladen.

Quelle: http://www.bistum-fulda.de/bistum_fulda/presse_medien/liste_pressemeldungen/2016/2016_03/bpd_2016_7/bpd_20160719_03_Jahresgedaechtnis_Dyba.php

Foto: Gaby Kaudel


CHRISTLICHES FORUM erneut auf dem Kongreß „Freude am Glauben“ vertreten

Vom vergangenen Freitag bis Sonntag (22. – 24.4.2016) wurde in Aschaffenburg der jährliche katholische Kongreß „Freude am Glauben“ durchgeführt, der ansonsten zumeIMG_0802ist in Fulda stattfindet, bisweilen auch in Regensburg. 

Die Schirmherrin der stets dreitägigen Großveranstaltung war bis zu ihrem Tod im Februar 2016 die bekannte Lebensrechtlerin Johanna Gräfin von Westphalen, Leiterin der Stiftung „Ja zum Leben“ und Gründerin sowie Ehrenvorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben). Auch die CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr war diesmal wieder auf dem Glaubenskongreß dabei.

Unser erstes FOTO zeigt den Infostand der CDL mit der stellv. CDL-Chefin Odila Carbanje (rechts) im Gespräch mit CDL-Pressesprecherin Susanne Bajog.

Der Kongreß fand heuer bereits zum 16. Mal statt. Die Initialzündung für diese eindrucksvollen jährlichen Bekenntnistage des Glaubens stammt von keinem Geringeren als Erzbischof Johannes Dyba, dem unbeugsamen, tapferen Oberhirten von Fulda. IMG_2010

Er hat katholische Gruppen und Persönlichkeiten unter Prof. Dr. Hubert Ginderts Leitung im Sommer 2000 (nur wenige Wochen vor seinem plötzlichen Tod) ermutigt, den Kongreß „Freude am Glauben“ ins Leben zu rufen, um kirchentreue Katholiken zu sammeln, zu vernetzen und zu stärken.

Diese gründeten am 30. September 2000 das „Forum Deutscher Katholiken“ als einen lockeren Dachverband theologisch konservativer Persönlichkeiten und Initiativen.

An diesen glaubensstarken Kirchenmann hat unser CHRISTLICHES FORUM bzw. Christoferuswerk eV auf dem Kongreß unübersehbar erinnert: durch Dyba-Poster an unserer Standwand, durch Flugis, Postkarten  – und vor allem durch unser Dyba-Buch „Der Löwe von Fulda“, das großes Interesse und viele Käufer fand.

Zudem sammelten wir erneut eifrig Unterschriften für eine Seligsprechung Dybas.

Unser zweites FOTO zeigt Prälat Edmund Dillinger mit unserem Gedenkband in der Hand  –  er ist zudem einer der 33 Autoren dieses Buches, zumal er mit Erzbischof Dyba jahrzehntelang freundschaftlich verbunden war.IMG_0798

Natürlich habe ich mich gefreut, wieder viele Mitstreiter, ehem. Ferienhelfer und Bekannte unseres Christoferuswerks und KOMM-MIT-Verlags zu treffen, darunter Anna Diouf, eine katholische Bloggerin und Konvertitin mit senegalesischen Wurzeln (siehe drittes Foto links), mit der ich mich schon beim Glaubenskongreß 2015 in Fulda sehr gut verstanden habe; Frau Diouf ist Ansprechpartnerin für das katholische „Collegium Musicum“, einer Akademie für sakrale Kunst und Kultur.

Hinter ihr sieht man zwei weitere Mitstreiter im Gespräch, nämlich unser langjähriger CF-Autor Mathias von Gersdorff und der Sozialethiker Prof. Dr. Manfred Spieker  –  auch diese beiden Publizisten sind Autoren in unserem Dyba-Gedenkband. Erfreulicherweise befand sich der Infostand von Gersdorffs Initiative erneut direkt neben dem unsrigen.

Zum Schluß noch eine Anmerkung: Das einzige Grußwort für den Kongreß von Politikerseite stammt vom bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Warum hat sich außer dem CSU-Chef sonst niemand aus der Polit-Prominenz zu einem Gruß „herabgelassen“? Wo blieb denn das Grußwort der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel?

HIER können Sie übrigens alle Vorträge des Kongresses unter „Dokumentationen“ anschauen: www.bonifatius.tv

 

 


Dyba-Gags: „Unsere fröhlichen Erlebnisse mit Erzbischof Johannes Dyba“

Die folgenden Erlebnisse mit Erzbischof Johannes Dyba (siehe Foto) stammen von einem aktiven Lebensrechtler aus der Fuldaer Region, den wir seit langem gut kennen und beim Kongreß „Freude am Glauben“ Ende Juli 2015 in Fulda auch persönlich getroffen haben. Dabei erzählte uns der katholische Familienvater einige Anekdoten über Dyba, die wir ganz originell finden und daher um eine schriftliche Fassung baten, die wir auch erhalten haben: Jan laechelt von der Mauer des Bischofgartens - Kopie

Die „heilige“ Wurst vom Erzbischof

Vor einigen Jahren wurde im Bistum Fulda eine bekannte und alterwürdige Wallfahrtskapelle niedergebrannt.  Kurz nach dieser Schandtat hielt Erzbischof Dyba dort ein Pontifikalamt. Fleißige Helfer sorgten nach der hl. Messe für Grillwürstchen und Getränke; Biertische und Bänke waren aufgestellt. Man hatte sich allerdings in der Anzahl der sehr betroffenen und bewegten Gläubigen verschätzt. Es waren weit mehr gekommen, als man sich in seinen kühnsten Träumen gedacht hatte.

Als einer unserer Söhne anstand, um sich ein Würstchen zu kaufen, war zufällig unser Erzbischof vor ihm in der Reihe, genau wie alle anderen, und bekam die allerletzte Wurst vom Grill. Spontan drehte sich Johannes Dyba um und schenkte dem Jungen seine Bratwurst. Der Junge ist dann hocherfreut über den ganzen Platz gelaufen, seine Wurst wie die olympische Fackel in der Luft schwenkend, und hat laut gerufen: „Ich hab ´ne heilige Wurst.“  – Seitdem ist die „heilige Wurst“ in unserer Familie ein geflügeltes Wort.

Übrigens wurde die wertvolle Kapelle mit Hilfe großzügiger Spender schnell wieder aufgebaut und die Wallfahrten gehen sogar noch zahlreicher weiter.

Der Mißgeschick des Kleinen war meine Chance

Als wir zur Gründonnerstagsliturgie in den Fuldaer Dom gefahren sind, wollte ich Erzbischof Dyba ein bestimmtes Buch schenken. Nach der Liturgie ist üblicherweise in der Seitenkapelle das Heilige Grab. Unsere Familie kniete auf der rechten Seite. Dann kam der feierliche Auszug mit dem Domkapitel, den Messdienern und Bischof Dyba.

Fürs CF verwenden

Alle Kirchgänger standen. Unser Jüngster stand, um besser zu sehen, auf der Kniebank und schaute neugierig zu. Dabei rutschte er plötzlich mit den Füßen ab, berührte dabei mit seinem Kinn die Gesangbuchablage der Bank und fing an zu weinen. Augenblicklich beugte sich Dyba zu dem Kleinen hinunter und fragte freundlich lächelnd: „Na, hat sich da einer weh getan?“

Der Junge war so verdutzt, dass er augenblicklich mit dem Weinen aufhörte und ihn groß anschaute. Der Erzbischof streichelte im über den Kopf, ich

nutzte die Chance und steckte Dyba das Buch zu  –  und er reihte sich wieder in den feierlichen Auszug ein  –  und wir waren glücklich über diese schöne Begegnung.

BILD: Das Buch „Der Löwe von Fulda“ erschien Mitte Dezember 2015  – Näheres HIER.

…von wegen: „Stoppt Dyba“

Von linker Seite wurden Aufkleber und Plakate herausgebracht „Stoppt Dyba“. Manche hatten tatsächlich so ein Un-Ding am Auto  – und an etlichen Stellen in der Stadt hingen die Plakate.

Eines Tages kam ein Herr in die SPD-Parteizentrale in Fulda und fragte, ob er von diesen Plakaten und Aufklebern wohl welche haben könnte. Geschäftig wurde danach hantiert. In diesem Moment deutete der Herr auf ein an der Wand hängendes „Dyba-Plakat“ und bemerkte: „Also in Wirklichkeit bin ich viel hübscher“. Das war für lange Zeit der Lacher weit über Fulda hinaus.

Dyba-Foto: Gaby Kaudel