So kam das Madonnenbild ins Münsterland

Von Pfarrdechant Markus Trautmann

Im Frühjahr und Sommer 1946 kam der Großteil der Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten ins zerstörte Restdeutschland – darunter auch die Familien meiner Eltern, die damals noch Kinder waren.

Seit Kriegsende hatte man sich in belastenden Monaten mit fremden Besatzungssoldaten und mit nachrückenden Zivilisten arrangieren müssen. Wenn dann der Tag der offiziellen „Ausweisung“ kam, durften die Betroffenen nur so viel Gepäck mitnehmen, wie sie tragen konnten.

„Und wir stehen vor dem Nichts“, klagte die Mutter meines Vaters im Juli 1946 auf einer Postkarte. „Was uns die Russen noch gelassen haben, haben uns die Polen geklaut.“

Einige der geretteten Habseligkeiten wurden in manchen schlesischen Familien bis heute ganz bewusst aufbewahrt, so auch bei uns – etwa Ausweispapiere oder Impfbescheinigungen, Fotos, Blechgeschirr und Besteck, ein Kinderkoffer, ja sogar eine Schildkröt-Puppe.

Eines Tages im April 1946 kam für meine Großeltern und ihre vier Kinder, darunter meine Mutter, der Ausweisungsbefehl und die Anordnung, sich an einer Sammelstelle einzufinden.

Meinen Großeltern, die für die Familie das „Marschgepäck“ zusammensuchten, wurde schmerzlich bewusst, dass sie auf wichtige Wäschestücke keinen Zugriff mehr hatten: Der seit Monaten bei ihnen einquartierte polnische Zivilist, der den Nachzug seiner Angehörigen erwartete, hatte das komplette Elternschlafzimmer okkupiert und dachte gar nicht daran, sich von seinen neuen Besitztümern zu trennen.

Wenige Augenblicke, bevor meine Großeltern Haus und Heimat für immer verlassen und sich zu Fuß zum Bahnhof begeben mussten, erschien der fremde „Hausgenosse“ plötzlich – und hatte zwei größere gerahmte Bilder bei sich, aus dem besagten Schlafzimmer meiner Großeltern.

Beide Bilder erinnerten an deren Hochzeit 1929: Das eine war das Hochzeitsfoto, das die beiden Frischvermählten im Fotostudio zeigte; das andere war ein Marienbild im Schmuckrahmen, das ein Geistlicher meinen Großeltern als Hochzeitgeschenk überreicht hatte.

Eines der beiden Bilder, so die gönnerhafte Offerte, sollten sie sich rasch noch aussuchen; das dürften sie mitnehmen.

Meine Oma hat später oft berichtet, dass es überhaupt keine Frage war, dass nur das Marienbild in die ungewisse Zukunft mitgenommen werden sollte. „Wir beide sehen uns doch jeden Tag“, soll sie zu Opa gesagt haben, „da brauchen wir doch kein Foto!“

Und so wurde das relativ großformatige Marienbild in ein Federbett eingeschlagen und kam schließlich wohlbehalten in der neuen Heimat an. In all den verschiedenen Unterkünften und Wohnungen seit 1946 fand es stets im Schlafzimmer einen ehrenvollen Platz.

Von einer „neuen Heimat“ hätten meine Großeltern übrigens nicht gesprochen. Wohl aber waren sie zweifellos fest verwurzelt in der „Heimat im Glauben“. Gebet und Gottesdienst, Wallfahrten und Marienverehrung gaben Halt und Zuversicht.

Daher ist das Marienbild von 1929, das heute in der Wohnung meiner Eltern hängt, nicht nur Erinnerung an die zurückgelassene Heimat. Es ist auch Sinnbild für eine innere Verwurzelung, die über alle Irrungen und Wirrungen des Lebens festen Halt gegeben hat – oder wie es in einem alten Mariengebet heißt:

Ich ruf voll Vertrauen in Leiden und Tod: / Maria hilft immer, in jeglicher Not.
So glaub ich und lebe und sterbe darauf; / Maria hilft mir in den Himmel hinauf.

Unser Gastautor Markus Trautmann ist Pfarrdechant in Dülmen (Westfalen). – Der Beitrag erschien zuerst in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift „Schlesien in Kirche und Welt“


Münster, 13. Juli: Vortrag „Der Bibelraucher“ – Ein Ex-Knastbruder findet zu Christus

Am Dienstag, dem 13. Juli, hat die evangelikale SMD wieder einen besonderen Abend geplant – mit einem Vortrag: „Der Bibelraucher“, der um 19,30 Uhr beginnt.

Härtetest – schon als Baby: nackt auf dem Acker, von der Mutter ausgesetzt, vom Vater ins Heim abgeschoben. Als Jugendlicher fährt er einen Mann tot. Jugendarrest, Gerichtssaal, Bewährung – der gewohnte Lebensrhythmus von Wilhelm Buntz.
1983: In einer Zelle greift Buntz zur Bibel. Er liest eine Seite, reißt sie heraus, rollt sich eine Kippe. So qualmt er sich bis zum Neuen Testament. Da packt ihn der Text. Gott sagt: »Ich bin treu wie ein liebender Vater.« Ist das möglich? Noch im Knast gibt Buntz diesem Gott eine Chance und merkt schnell: Das Leben mit Gott ist auch knallhart – nämlich voller Wunder.

13.7.2021 um 19:30 Uhr, Antoniusstr. 36,
Eintritt frei. – Zutritt nur mit negativem Schnelltest
(max. 48 Std. alt), vollständig geimpft oder genesen.
Hier anmelden: Ticketleo – Der Bibelraucher

Quelle: https://hochschul-smd.org/muenster/semesterprogramm/vortrag-der-bibelraucher/


Jutta: Ich habe einst abgetrieben – leider!

Ich war in meinem jungen Leben, in dem die Abtreibung stattfand, eine Schauspielerin – richtig ausgebildete Schauspielerin und ich habe auch einige Engagements gehabt, konnte tatsächlich eine Zeit lang von dem Beruf leben, was nicht selbstverständlich ist.

Zur ganz großen Karriere, obwohl man mir die mehrmals prophezeit hat, kam es nie. Ich war schön, süß, auch begabt – sicher nicht brillant, hatte aber – so hieß es – das gewisse Etwas, das Geheimnisvolle.

Das haben mir vor allem die weiblichen Kollegen bestätigt – ganz wichtig, denn Männer sind sehr unzuverlässig in der Beurteilung von Frauen, da in dieser Branche – ebenso wie in der Musik – alles selber schuld ist, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist … und der Sinnenrausch erfasst einen … unterstützt durch Drogen und Alkohol.

Ich war süchtig nach Leben, aber sehr gehemmt – süchtig nach großen Erlebnissen, aber viel zu langweilig und normal und vernünftig, um in die völlig “abgefahrenen” Kreise aufgenommen zu werden. Ich hatte zu nichts eine wirkliche Beziehung. Ich war eine schöne, leblose Maske. Das ist die eine Hälfte.

Gleichzeitig war da natürlich, wie bei jedem Menschen, egal, ob Mann, Frau oder Kind … die Sehnsucht nach Liebe, nach Angenommensein. Nach einem Zuhause. Ich war auch sensibel, fürsorglich, feinfühlig, kontaktfreudig, neugierig, interessiert an Menschen, an Philosophie …

Ja, ich bin ohne Gott aufgewachsen. Aber meine Eltern sind für meine Entscheidung nicht mitverantwortlich zu machen. Wir hatten kein gutes Verhältnis. Aber meine Eltern sind seit über 60 Jahren verheiratet und dabei die größte Zeit glücklich. Sie nehmen einander bedingungslos an und sind gemeinsam durch alles durchgegangen. Es war ganz allein meine eigene Entscheidung damals … und wer weiß, hätte ich über meinen Schatten springen können….vielleicht hätte ich das Kind bekommen.

Allerdings war ich in keiner festen Beziehung, ich hatte, was man landläufig eine Affäre nennt, und eine zweite, parallel dazu, bahnte sich an. Denn ich wusste, dass aus der Liebelei, die ich hatte, das Kindes enstand, wie ich nach längerem Überlegen herausfand – und daß der Vater sich von seiner damaligen Freundin nicht trennen würde. Das hat er mir deutlich zu verstehen gegeben, als wir dieses Verhältnis begannen. Naja, Frauen denken dann oft: Ich schaff das schon, dass er sich ganz zu mir bekennt … und hoffen und hoffen …

Ich betrieb das, was die Bibel Hurerei und Unzucht nennt. Nicht wahllos … es gab auch lange Zeitabschnitte, in denen ich allein war und das auch gut aushalten konnte … aber ich hatte nie eine gesunde Sexualität, weil ich meiner Begierde und der des Mannes meist sofort nachgegeben habe.

Wobei es die Frau ist, die aussucht .. wenn es normal läuft und wenn sie das Signal gibt .. auf welch geheimnisvolle Weise das auch immer ablaufen mag, kommt der Stein ins Rollen. Auch das hat nur mit mir zu tun, mit meinen Neigungen, mit meiner eigenen Schwäche und nichts mit der Erziehung. Denn meine Eltern haben mir ja eine treue Ehe vorgelebt.

Als ich schwanger war, habe ich das die ersten zweieinhalb Monate gar nicht registriert. ich hatte kein gutes Verhältnis zu meinem Körper, und dass die Regel ausblieb,habe ich nicht so bewusst wahrgenommen, bis es mir dann doch merkwürdig vorkam.

Damals lebte ich in einer Einzimmerwohnung, hatte die Ausbildung abgeschlossen, war bei einer renommierten Schauspielagentur, die mich vermitteln sollte … und lebte von Arbeitslosenhilfe. Alle Bewerbungen und Versuche, an Arbeit zu kommen, waren bislang fruchtlos gewesen.

Meinen Liebhaber habe bei den ersten Dreharbeiten, die ich erlebte, kennengelernt – als Hauptrolle. Er hat nie erfahren, dass ich schwanger war.

Es gab dann noch eine hilfreiche Frau – heute würde ich behaupten wollen, dass GOTT mir damit einen Ausweg zeigen wollte, ich war aber zu verstört, um ihr zu vertrauen; sie traute mir auch etwas zu … sie hielt meine Begabung auch sprechtechnisch für entwicklungsfähig und sie hatte ein sehr feines Ohr – mir zu helfen. Ich solle das Kind bekommen und dann würden wir weitersehen.

Ich sehe uns noch in ihrer kleinen Küche sitzen, in ihrer Wohnung, die ziemlich überfüllt war – eine kultivierte, leise und doch etwas seltsame Frau. Ich wünschte heute, ich hätte diese Hilfe angenommen.

Es hätte einem Menschen das Leben gerettet und es hätte für mich bestimmt auch andere Arbeit gegeben als die der Schauspielerin, denn wirklich geeignet war ich ohnehin nicht – mir fehlte dieser “Killerinstinkt”, dieser unbedingte Ehrgeiz, es zu schaffen. Ohnehin liebte ich das Theater mehr und wollte mithelfen, die Welt zu verändern: Der Welt einen Spiegel vorhalten. Das Katharsiserlebnis.

Heute weiß ich, dass das niemals funktioniert und dass auch Brecht sich getäuscht hatte, als er sein episches Theater “erfand”, um die Welt und die Gesellschaft zu erziehen, zu verändern, aufzurütteln. Brecht ist damit gescheitert.

Ich wollte zwar mithelfen, die Welt zu verändern, bin aber selbst tragisch daran gescheitert, mein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen, und habe mich – nachdem ich aufgrund meines Unwohlseins und meiner Irritation endlich den Ganz zum Frauenarzt gewagt habe – fast ohne Gefühl, bzw. mit dem Gefühl der Hilflosigkeit, des Überfordertseins, des Ärgers – zur Abtreibung entschieden.

Ich musste mich schnell entscheiden – auch damit war ich überfordert, denn ich war schon in der 10. Woche – und Abtreibungen sind „nur“ bis zur 12. Woche erlaubt. Und wir hatten verhütet … zu der Zeit habe ich keine Pille genommen … aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten… Hätte ich noch etwas gewartet ….

Ich bin dann zum vorgeschriebenen Termin bei Pro Familia gewesen … konnte glaubhaft machen, dass ich mit dem Kindsvater keine Beziehung habe und auch keine will. Anstatt die Konsequenzen anzunehmen, war ich bereit, lieber zu töten, als zu riskieren, das Kind ohne Vater zu bekommen… und es wäre ja auch möglich gewesen, noch jemanden kennenzulernen …

Und dann ging alles ganz schnell … ich habe sofort einen Termin in der Klinik bekommen .. meine damalige Agentur und die Schauspiellehrerin haben mich “beglückwünscht”, dass ich eine “vernünftige“ Entscheidung getroffen habe. Ich war wie gefühllos. Weder Erleichterung noch Trauer. Schmerzen hatte ich – wie es mir schien – nur körperliche.

Danach verlief das Leben wie immer. Ich habe keine einzige lange, funktionierende Partnerschaft erlebt, geschweige denn eine Ehe. Ich habe keine Kinder. Ich bin aber auch nie wieder schwanger geworden – ich habe mir dann später die Spirale einsetzen lassen, weil ich diese Hormone der Pille nicht mehr wollte. Heute weiß man, dass mit Pille und Spirale auch so etwas wie Frühabtreibungen stattfinden können, das ist dann der Preis für die sichere Verhütung. Wobei es doch die natürliche Empfängnisregelung gibt und die Temperaturmessmethode kann auch funktionieren. Allerdings ist man dann halt weder allzeit bereit noch allzeit verfügbar.

Ich bin absolut sicher, dass meine Depressionen, meine Selbstmordgedanken, meine Lebensangst vielleicht nicht ursächlich von der Tötung meines Kindes herrühren, aber diese Neigung dadurch massiv verstärkt wurde.

Was mich davon überzeugt hat, dass wir, vor allem die Frauen, im tiefsten Inneren wissen, dass es Mord ist und etwas zutiefst Verbotenes und Abscheuliches. Wenn man jemandem von der Vergangenheit erzählt, wird diese Sache meist verschwiegen.
Selbst (oder vor allem?) Mitchristen konnte ich davon kaum erzählen aus Angst, verurteilt zu werden und eine nicht vergebbare Sünde begangen zu haben. Interessanterweise hatte ich weniger Furcht vor GOTT als vor den Menschen.

GOTT hat mich durch die Trauer geführt und ER weiß, dass ich zutiefst und lange getrauert habe. In meiner Vorstellung wäre es ein Mädchen gewesen, mit lockigen braunen Haaren, darin hätte es seinem Vater geähnelt.

Als ich dann eine Weile im Glauben lebte, begann mich die Frage zu bewegen: Wo ist mein Kind jetzt ? Was wird der Jesus mir sagen, wenn ich dereinst vor IHM stehe. Werde ich das Kind kennenlernen, welches Alter wird es haben, in welchem Zustand werde ich es antreffen?

Ich habe mir durch eigene Schuld ein Glück und eine Wachstumsmöglichkeit genommen – und es verweigert, eine Aufgabe zu erfüllen, die mir wohl durchaus zugedacht war: Mutter zu sein.

Und ich hatte keinen Seelsorger, der mich aufgefangen hat. So hat vieles wahrscheinlich auch länger gedauert und ich habe manches erst langsam verstanden. Ich habe immer die neubekehrten Christen beneidet, die zum Glauben kamen, flugs die Bibel gelesen und verstanden und entweder – als Mann – sofort gepredigt haben – oder als Frau tausend “Werke” in Angriff genommen.

Da hinke ich absolut hinterher. Ich habe genug damit zu tun, meinen Alltag auf christliche Art und Weise zu bewältigen (Gal 5, 22) und zu erkennen, wo und wie ich Zeugnis geben kann. Seitdem Christus mein Heiland geworden ist, hat mein Leben wieder einen Sinn erhalten.

Die Autorin Jutta S. ist unserer Redaktion mit Name und Anschrift bekannt


Hannover: Mann zieht Kind aus dem Wasser

Wie die HAZ-Regionalzeitung online berichtet, ist ein neunjähriger Knabe am vergangenen Samstagnachmittag von einem 47-jährigen Mann aus dem Mittellandkanal in Hannover herausgezogen worden.

Nach Spielen mit einem Freund am Ufer unter der Kanalbrücke und Schwimmversuchen geriet das Kind immer tiefer ins kalte Wasser.

Sven Heckmüller, der mit seiner Tochter spazierenging, sah plötzlich nur noch die Hände des Jungen. Er sprang sofort ins Wasser und holte den Bewußtlosen heraus, dem es danach wieder gut ging und der zu seinen Eltern gebracht wurde.

Die elfjährige Tochter des Retters zeigte sich sehr beeindruckt von ihrem Vater: „Das hat er richtig toll gemacht.“

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Kind an Ostern in einer Kirche geboren

In der hintersten Reihe einer Karlsruher Kirche hat eine Frau am Ostersonntag ein Baby zur Welt gebracht.

Der Mesner der Bonifatius-Kirche, Detlef Kempfer, sagte, er habe das Paar an einer Straßenbahnhaltestelle vor der Kirche gesehen. Die Frau habe sich abgestützt und schon Wehen gehabt. Andere Menschen hätten Döner geholt und sich nicht um die Eltern gekümmert.

In der Kirche sei es schnell gegangen, bis der Junge geboren war und der Rettungsdienst die Familie ins Krankenhaus brachte. Rund 25 Minuten habe der ganze Vorfall gedauert, sagte Kempfer. Er kenne weder den Namen der Familie noch wisse er, wo sie wohne.

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.pro-medienmagazin.de/baby-an-ostern-in-kirche-geboren


Wundervolle Story: Wie Mrs. Thompson ihren Schüler Teddy Stoddard besser verstand

Ihr Name war Mrs. Thompson. Als sie am ersten Tag vor ihrer fünften Klasse stand, hat sie den Kindern eine Lüge erzählt.

Wie viele Lehrer schaute sie ihre Schüler an und sagte, dass sie alle unterschiedslos gern habe. Aber das war unmöglich, denn in der ersten Reihe saß – unansehnlich und flegelhaft – ein Junge namens Teddy Stoddard.

Frau Thompson hatte Teddy im vergangenen Jahr beobachtet und festgestellt, dass er mit den anderen Kindern nicht gut konnte, dass seine Kleidung ungepflegt war und er selbst dringend ein Bad bräuchte. Er konnte auch ziemlich aufmüpfig werden.

Als Frau Thompson die erste Klassenarbeit korrigierte, hatte sie ihren Spaß daran, Teddys Arbeit mit einem dicken roten Stift zu markieren, fette X zu verteilen und schließlich ein großes ‚D‘ (für Durchgefallen) auf den Kopf seiner Arbeit zu schreiben.

An der Schule, an der Frau Thompson unterrichtete, bekam sie außerdem die Aufgabe, die Schüler-Unterlagen zu überprüfen, wobei sie Teddy’s bis zum Schluss aufhob.

Als sie es dann schließlich tat, war sie überrascht. Teddy’s Lehrer in der ersten Klasse schrieb: Teddy ist ein kluges Kind mit einem umwerfenden Lachen. Er macht seine Aufgaben ordentlich und ist gut erzogen… Es ist eine Freude, ihn dabei zu haben. 

Sein Lehrer in der 2. Klasse schrieb: Teddy ist ein ausgezeichneter Schüler, beliebt bei seinen Mitschülern, aber er hat schwere Sorgen, weil seine Mutter an einer unheilbaren Krankheit leidet und das Familienleben ein einziger Kampf ist.

Sein Lehrer aus der 3. Klasse schrieb: Der Tod seiner Mutter hat ihn stark getroffen. Trotzdem bemüht er sich, aber sein Vater unterstützt ihn nicht  – und die Lebensumstände daheim werden in Kürze seine Leistungen in der Schule beeinträchtigen – sollten sich die Verhältnisse nicht bessern.

Teddy’s Lehrer in der 4. Klasse schrieb: Teddy ist zurückgezogen und zeigt nicht viel Interesse in der Schule. Er hat nicht viele Freunde und manchmal schläft er sogar in der Klasse.

Nun wurde Frau Thompson bewusst, wo das Problem lag  –  und sie schämte sich.

Und sie fühlte sich noch schlechter, als ihre Schüler zu Weihnachten Geschenke mitbrachten, in leuchtendes Papier gewickelt und mit schönen Schleifen versehen, außer Teddy’s Geschenk.

Es war in braunes Packpapier eingewickelt, das er von einer Einkaufstüte aus dem Supermarkt hatte. Frau Thompson gab sich große Mühe, sein Geschenk in der Mitte aller anderen Geschenke auszupacken.

Einige Kinder fingen an zu lachen, als sie eine Halskette aus Kieselsteinen auspackte, bei der einige Steine fehlten, und eine Parfümflasche, die nur viertelvoll war. Sie aber unterdrückte das Lachen der Kinder, indem sie die Schönheit der Kette bewunderte und etwas von dem Parfüm auf ihr Handgelenk tupfte.

An diesem Tag blieb Teddy noch so lange  nach dem Unterricht in der Schule, dass er sagen konnte: Frau Thompson, heute haben Sie geduftet wie meine Mutter früher. Als alle Schüler gegangen waren, brach sie in Tränen aus und weinte länger als eine Stunde.

An genau diesem Tag hörte sie auf, bloß Lesen, Schreiben und Rechnen zu unterrichten. Stattdessen fing sie an, Kinder zu unterrichten!

Frau Thompson schenkte Teddy besondere Aufmerksamkeit. Sein Geist, sein Verstand schien aufzublühen, wenn sie mit ihm arbeitete. Und je mehr sie ihn forderte, desto schneller reagierte er. Am Ende des Jahres war Teddy einer der gescheitesten Kinder in der Klasse – und trotz ihrer Lüge, alle Kinder gleichermaßen zu mögen, wurde Teddy einer ihrer Lieblinge.

Ein Jahr später fand sie unter ihrer Tür ein Notiz von Teddy, dass sie die beste Lehrerin war, die er in seinem Leben hatte.

Es vergingen sechs Jahre, bis sie wieder eine Notiz von Teddy bekam. Jetzt schrieb er, dass er das Gymnasium als Drittbester in seiner Klasse beendet habe und sie immer noch die beste Lehrerin sei, die er in seinem ganzen Leben hatte.

Nach weiteren vier Jahren erhielt sie erneut einen Brief, in dem stand, dass er, obwohl es zeitweise ziemlich hart gewesen sei, weiter an seiner Bildung arbeite und kurz vor dem Abschluss an der Universität stehe. Und wieder versicherte er ihr, dass sie die beste Lehrerin in seinem ganzen Leben gewesen sei.

Nach weiteren vier Jahren kam ein neuer Brief von Teddy, in dem er erklärte, dass er nach dem Bachelor noch ein bisschen weitermache, und ihr wiederum versicherte, dass sie die beste Lehrerin war, die er jemals hatte. Nur dieses Mal war der Name ein bisschen länger –  unterzeichnet mit: Theodore F. Stoddard, MD. (Doctor of Medicine)

Die Geschichte endet aber noch nicht. Im folgenden Frühjahr kam ein weiterer Brief, in dem Teddy erzählte, dass er ein wunderbares Mädchen kennengelernt habe und sie heiraten möchte. Sein Vater sei vor einigen Jahren verstorben und er frage, ob Frau Thompson einverstanden sei, bei seiner Trauung auf  dem Platz, der normalerweise für die Mutter des Bräutigams reserviert ist, zu sitzen.

Selbstverständlich war Frau Thompson einverstanden.

Und an der Trauung trug sie die Halskette, an der einige Steine fehlten, und sie benutzte auch das Parfüm, das Teddy an das letzte gemeinsame Weihnachtsfest mit seiner Mutter erinnerte.

Sie umarmten einander, und Dr. Stoddard flüsterte in Frau Thompson’s Ohr: „Danke, dass Sie an mich geglaubt haben, vielen Dank dafür, dass Sie mein Selbstbewusstsein gefördert haben und mir die Zuversicht gaben, dass ich etwas aus mir machen könne.“

Frau Thompson flüsterte mit Tränen in den Augen zurück: „Teddy, Du hast nichts verstanden. Du warst derjenige, der mich richtig zu unterscheiden gelehrt hat. Ich habe nicht gewusst, wie man gut unterrichtet – bis ich auf Dich traf.“

Die Übersetzung aus dem Englischen erfolgte durch Peter Kiefer

Gemälde: Evita Gründler


Einmal Babyfenster und zurück: Eine junge Mutter sehnt sich nach ihrem Kind

Von Birgit Kelle

Man könnte die Geschichte beschreiben als: „Einmal Babyklappe und zurück“: Eine junge Frau wird ungeplant schwanger außerhalb einer Beziehung. Sie verheimlicht die Schwangerschaft, will aber auch keine Abtreibung, sie gibt das Baby in einer Babyklappe ab, nach wenigen Tagen treiben die Muttergefühle sie zurück. Sie will ihr Kind wiederhaben.

Eine dramatische, aber auch schöne Geschichte mit Happy End –  und eine die zeigt, wie wichtig es ist, dass Schwangere, gerade wenn es unter schwierigen Umständen ist, positive Resonanz spüren und bekommen.

Ein Absatz hat mich ganz erschüttert, wenn die junge Mutter erzählt:

„Nach der Geburt behielt ich mein Kind einen Tag lang bei mir. Trug es auf meinen Armen durch die Wohnung. Dann fuhr ich zum Babyfenster der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK). Im Bus lächelten uns Leute zu, sagten «Jöh», als sie das Kleine sahen. In mir drin weinte es. In jenem Moment hätte ich mir gewünscht, dass mich jemand anspricht, damit endlich alles herauskommt. Damit ich endlich zusammenbrechen kann.“

Manchmal fehlt eben nur ein Einziger, der es ausspricht: Wie geht es dir, brauchst du Hilfe, ich bin für dich da.  – Eigentlich könnte das jeder von uns leisten.

Diesen Artikel finden Sie hier unter dem Link.

Birgit Kelle ist Bestseller-Autorin und Vorsitzende von „Frau 2000plus“.
Kontakt: birgit.kelle@frau2000plus.net
Web: www.frau2000plus.net

Marokko: Drogenschmuggler bekehrt sich im Knast mit Hilfe einer alten Bibel

Auch das Gefängnis könne ein Ort, an dem Gott verzweifelten Menschen begegnet. Davon ist der italienische Missionar Pater Matteo Revelli von der Gesellschaft für Afrikamissionen überzeugt, der als Priester die Pfarrei „St. François d’Assise“ in Fès (Marokko) betreut.

„Ich besuchte die Häftlinge im Gefängnis von Fez“, berichtet er: „Drei von ihnen, die wenige Tage später freigelassen werden sollten, gaben mir ein ziemlich schweres Paket mit drei abgenutzten Bibeln“.

Der Geistliche erzählt weiter: „Einer gab mir eine große mindestens 1,5 Kilogramm schwere alte Bibel: sie war abgenutzt, hatte Fettflecken und verklebte Seiten, unterstrichene Abschnitte und fehlenden Seiten.“

Dann nahm er ihn  – den Pater  – beiseite und vertraute ihm an, dass er die Bibel seit 20 Jahren bei sich trage. Er hatte sie als ersten Preis in einem Bibelwettbewerb in seiner Heimat gewonnen und sie auf seinen abenteuerlichen Reisen durch die Welt überall mitgenommen.

„Er hatte jahrelang Kokain aus Lateinamerika nach Europa oder Afrika geschmuggelt“, sagt Pater Revelli und fügt hinzu:

„Er hat mir gestanden, dass er es nie wagte, diese Bibel in der gleichen Tasche mit Drogen zu tragen.

Eines Tages wurde er während seines letzten Transits in Marokko festgenommen, wo er sich seit neun Jahren aufhielt, aber nur den Flughafen und die beiden Gefängnisse kannte, in denen er zusammen mit anderen marokkanischen Häftlingen inhaftiert war.

Bei seiner Freilassung aus dem Gefängnis kannte er den marokkanischen Dialekt und die Bibel perfekt. Er vertraut mir an, dass die Heilige Schrift seine einziger Rückhalt während der Haftjahre war und dass er das Buch nun nicht mehr brauchte, weil er es inzwischen auswendig gelernt hatte.“

Der Mann hat dem  Seelsorger diese Bibel anvertraut, damit er sie einem anderen Gefangenen weitergibt:

„Als ich diese abgenutzte Bibel entgegennahm und meine gepflegte und saubere Bibel sah, empfand ich fast so etwas wie ein Schamgefühl“, erklärt Pater Revelli. Diese Bibel zeuge vom Leben eines Mannes, der in seiner Gefangenschaft auf das Wort Gottes gestoßen ist.

Die Arbeit von Priestern, Ordensleute und gläubigen Laien in den Gefängnissen von Fès biete auch anderen Häftlingen dieselbe Möglichkeit.

Quelle: Fidesdienst


Gottvertrauen schenkt „Fitness für die Seele“

Von Dr. Edith Breburda

Voller Erwartung geht man ins Fitness-Center, denn man muss schließlich etwas für seine Gesundheit tun. Doch dann steht man in voller Montur –  in Schwimmflossen, mit Schwimmbrille, Wasserflasche usw. bestückt – am Poolrand, nur um zu sehen, dass alle Bahnen besetzt sind. Was tun?

Für den Bruchteil einer Sekunde analysiert man die Szene. Ist da jemand, der langsamer schwimmt und eventuell das kühle Nass verlassen will?

Aber nein, dort die Dame gleich in der ersten Reihe schwimmt ja gar nicht, sie watet nur herum. Dazu muss sie eigentlich keine Bahn besetzten. Doch, sie hat Deinen sehnsüchtigen Blick wahrgenommen und lacht Dir zu.

„Ich bin gleich fertig“, ruft sie über den Schwimmbadrand. Solange kann man sich ja schon mal ins Wasser begeben und eventuell um sie herumschwimmen. Doch nach kurzer Zeit hat man plötzlich keine Lust mehr. Sonst schwimmt man natürlich immer brav 25 Min – aber heute, nein, heute macht man ein Ausnahme. Man packt seine Sachen und geht in den Jacuzzi  bzw. Whirlpool.

„Sieben Minuten“ –  sagt die Dame plötzlich vorwurfsvoll neben einem: „Ich habe Sie beobachtet. Sie sind ganze sieben Minuten geschwommen.“ –  Betreten, nach einer Ausrede suchend, befindet man sich plötzlich in einem hintergründigen Gespräch mit der Frau.

Sie war schon auf der Tretmühle, sagte sie stolz, was dich noch mehr beschämt. Es hängt ja eigentlich alles mit der Einstellung zusammen. Es ist so einfach, zuzunehmen. Die Schokolade schmeckt so gut. Aber das alles wieder herunter zu fasten, ist schon eine andere Sache.

Sie isst nur noch vegetarisch. Kein Fleisch – sie muss ihren Körper entgiften. „Und Vitamin B 12?“, versucht man einzuwenden. Vegetarier haben zu wenig Vitamin B 12. Weil die Frau eine dunkle Hautfarbe hat und noch dazu mit mittlerweile hochrotem Kopf im heißen Wasser des Jaccuzi sitzt, ist es nicht so leicht, zu sehen, inwieweit sie schon unter einer perniziösen Anämie leidet.

Sie sei Autorin, habe ein Buch geschrieben und illustriert. In einem Atemzug klärt sie dich über den Inhalt des Buches auf. Es sei ihr selbst passiert. Ihre Mutter war gestorben und Männer hätten kein Verständnis für eine trauernde Frau.

Doch der Einzige, der Anteil nahm, war ihr Professor am Kolleg. Er half ihr wie einem kleinen Vogel, der einen Flügel gebrochen hatte, wieder zu fliegen.

Sie spricht in Metaphern, was es sehr angenehm macht, ihr zuzuhören. Etwas anderes kann man nicht tun, denn man hat keine Chance, auch nur ein Wort dazwischen zu werfen.

Mittlerweile sind wir beide wieder in der Umkleide angekommen. Sie käme ja nur hierher, weil sie ihre Stelle verloren hatte. Aber sie braucht Arbeit, weil sie ihre Familie ernähren muss. Als sie gefeuert wurde – wegen Umständen, die sie mir zum Glück nicht mitteilt, sonst würde es ja zu lange dauern –  wusste sie nicht, was sie machen sollte.

„Jetzt falle nicht in Panik“, sagte sie sich. „Das nutzt nichts, man kann nichts daran ändern. Ich fahre jetzt ins Fitness-Center und reagiere mich auf der Tretmühle ab. Man muss positiv denken. Wenn ich panisch werde, ist es so, als ob ich auf einem Schaukelstuhl sitze. Ich komme keinen Schritt weiter, sondern bleibe auf der Stelle sitzen.

Ich ging zu meiner Facebook-Seite und kündete meinen Freunden an, dass ich Gott für die neue Stelle danke, die er für mich bereithält. Ich habe einen mächtigen Gott, der Wunder tut“, unterstreicht sie. „Er hält die ganze Welt in seiner Hand, steht in der Bibel. Die Erde ist sein Fußhocker. Meinst Du nicht, er schaut von da oben auf mich herab und sagt, meine vielgeliebte Tochter, ich habe Dich erschaffen, weil Dein Leben einen Sinn hat.

Gott kann Berge versetzten. Doch wenn ich vor einem Berg stehe, habe ich natürlich Angst, weil ich so klein bin. Aber weiß nicht Gott genau, was ich brauche? Er ist mein Schöpfer und ich muss nur auf die richtige Zeit warten.

Es ist wie bei einem Kind, das zu seinen Eltern läuft und ein Fahrrad wünscht. Und wenn die Eltern erklären, dass sie kein Geld hätten, dann kommt das Kind jeden Tag und sagt: Mama, ich liebe Dich und ich danke Dir, dass Du mir ein Fahrrad schenken willst, sobald Du dies tun kannst. Was machen dann die Eltern? Wir müssen positiv denken und ganz auf Gott vertrauen.“

Vielleicht redet sie so viel vom Fahrrad, weil sie sich gerade auf dem Fitnessrad abgestrampelt hatte. „Ich wache jeden Morgen auf und danke Gott, dass er mich erschaffen hat und er mir heute alles gibt, was ich brauche.“

Am Dienstag fängt ihre neue Arbeit an. Sie bekam sie, sobald sie auf Facebook verkündet hatte, dass sie Gott für die neue Stelle danke  – und das war 20 Min., bevor sie völlig unerwartet ein Telefoninterview erhielt. Sie sei Christin und all ihre Weisheiten ständen in der Bibel, die sie in ihrer Kirche lesen.

Was für einen Glaube hat diese Frau, denke ich mir. Ich hätte nicht gedacht, ihn im Fitness-Center zu finden, wo man eigentlich mehr um das körperliche Wohl besorgt ist. Doch an diesem Tag war es gut, nur sieben Minuten zu schwimmen, sonst hätte ich einen seelischen Zuspruch verpasst.


Unsere Sehnsucht nach der Sehnsucht

Ein junger Jude kommt zu einem Rabbi und sagt: „Ich möchte gerne Dein Jünger werden“. Da antwortete ihm der Rabbi: „Gut, das kannst Du, aber ich habe eine Bedingung. Du musst mir eine Frage beantworten: Liebst Du Gott?“ 

Da wurde der Schüler nachdenklich: „Lieben? Das kann ich eigentlich nicht behaupten!“

Der Rabbi sagte freundlich: „Also wenn Du Gott nicht liebst, hast Du vielleicht Sehnsucht danach, ihn zu lieben?“

Der Schüler überlegte eine Weile und erklärte dann: „Manchmal spüre ich die Sehnsucht danach, ihn zu lieben recht deutlich, aber meistens habe ich so viel um die Ohren, dass diese Sehnsucht im Alltag unter die Räder kommt!“

Da zögerte der Rabbi und meinte dann zu dem jungen Mann: „Wenn Du die Sehnsucht, Gott zu lieben, nicht so deutlich verspürst, hast Du dann Sehnsucht danach, diese Sehnsucht zu erhalten?“

Da hellte sich das Gesicht des Schülers auf: „Genau das habe ich. Ich sehne mich nach dieser Sehnsucht, Gott zu lieben!“

Der Rabbi entgegnete ihm nun: „Das genügt mir, denn Du bist auf dem rechten Weg!“