Deutscher Soldat und Knochenmarkspender hilft der krebskranken Israelin Larissa

Geheilte Jüdin lud ihren „deutschen Bruder“ nach Israel ein

Ein Kreis hat sich geschlossen: In dieser Woche trafen sich erstmals die 37-jährige Israelin Larissa und Sebastian, 26-jähriger Marineoffizier der Bundeswehr, der ihr während ihrer Krebserkrankung Knochenmark gespendet hatte. deutschland-israel-flag-300x214

Begonnen hatte alles vor fünf Jahren, als der junge Rekrut sich im Rahmen seiner Einberufung als Knochenmarkspender registrieren ließ. Damals hätte er sich nicht träumen lassen, dass er schon ein Jahr später als passender Spender für eine Frau in Israel gefunden würde.

Bei Larissa war einige Jahre zuvor, nur kurze Zeit nach der Geburt ihrer Tochter, das Sézary-Syndrom festgestellt worden, ein spezielles, nur sehr selten vorkommendes Lymphom.

Eine erste Prognose war gewesen, dass eine Heilung bereits nicht mehr möglich sei, da die Krankheit bereits zu weit fortgeschritten sei. Erst eine zweite Meinung brachte sie zu einer Chemotherapie und letztlich wurde  – als letztes Mittel  –  eine Knochenmarkspende erwogen.

Da sich im Familienkreis kein geeigneter Spender befand, wurde die Bitte an das zentrale internationale Knochenmarkspenderregister weitergegeben. Dort fand sich schließlich der damals 21-jährige Bundeswehrsoldat Sebastian als am besten geeigneter Spender.

Eine Knochenmarkspende ist für den Empfänger ein schwieriger Prozess, in dessen Verlauf sich Larissa u. a. auch für einen Klinikaufenthalt für anderthalb Monate von ihrer damals einjährigen Tochter trennen musste. 1426245_577880468934571_1029821405_n

Nach der Transplantation kam es darüber hinaus zu Komplikationen, sodass es beinahe zwei Jahre dauerte, bis die Empfängerin tatsächlich als geheilt gelten konnte und sich der nächsten Mission zuwandte: den Menschen kennenzulernen, dessen Knochenmarkspende ihr das Leben gerettet hatte.

Heute erzählt sie: „Ich wollte ihn während dieser ganzen Zeit treffen. Als ich seinen Namen hatte, habe ich ihn auf Facebook gesucht. Wir haben angefangen, uns zu schreiben und am Ende habe ich ihn nach Israel eingeladen.“

Sebastian, der bei seinem Israel-Besuch auch das Transplantationszentrum im Rambam-Krankenhaus in Haifa besucht hat, schildert seine Freude, als er zunächst vom Spenderregister mit der Frage kontaktiert worden sei, ob er die Empfängerin kennenlernen wolle. „Ich habe viel an sie gedacht“, so Sebastian. „Ich wusste nicht, was am Ende passiert war, ob sie geheilt werden konnte oder nicht. Die Nachricht, dass sie gesund ist und mich treffen möchte, hat mich sehr gefreut, und ich war neugierig, mehr zu erfahren.“

Und so landete der heute 26-jährige Marineoffizier vor wenigen Tagen auf dem Ben-Gurion-Flughafen und hat nicht nur Larissa, sondern auch ihre große Familie und Israel kennengelernt, denn Larissa hatte sich vorgenommen, ihrem „deutschen Bruder“, wie sie ihn nennt, möglichst viel von ihrer Heimat zu zeigen.

Beim Besuch auf der Hämatologie des Rambam-Krankenhauses, wo Larissa während ihrer Krankheit betreut worden war, erklärte Zila Zuckerman, Professorin in der Abteilung:

„Dies ist eine bewegende und inspirierende Situation. Der Fall von Larissa ist eine medizinische Erfolgsgeschichte, und viele Faktoren haben Anteil an diesem Erfolg. Larissa auf ihren beiden Beinen stehen zu sehen, gesund und lächelnd und ihren Spender kennenzulernen, damit schließt sich für uns alle ein Kreis.“ 

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


So half mir die Fürsprache der hl. Rita bei einer Konzelebration in Cascia

Von Pfarrer Dr. hc Hans Stein

Als deutscher Priester schlesischer Herkunft bin ich manchmal mit polnischen Pilgergruppen unterwegs zu katholischen Wallfahrtsstätten.

Als wir im Sancutarium (Heiligtum) der hl. Rita von Cascia in Italien ankamen, wurde ich montags für die Konzelebration bei der hl. Messe eingeteilt. Der Hauptzelebrant war ein katholischer Geistlicher, der zugleich als Theologieprofessor wirkte und im Generalvikariat tätig war.  IMG_0361 (2)

Beim Kanon (Hochgebet) fiel mir kurz vor jenem Abschnitt, der mir zufallen sollte, siedend heiß ein, daß ich meine Brille in der Sakristei liegengelassen hatte. Ich konnte unmöglich in diesen feierlichen Momenten vom Altare weglaufen, um meine Brille zu holen. Andererseits konnte ich ohne sie den polnischen Text im Meßbuch nicht lesen.

BILD: Hier sieht man Pfr. Hans Stein als Hauptzelebranten (zweiter von links) während des Hochgebetes bei einer hl. Messe in Rom

Ich war ganz ratlos und verzweifelt. Daher bat ich die hl.  Rita, an deren Heiligtum wir den Gottesdienst feierten, dringend um ihre Fürbitte.

Da ich rechts neben dem Hauptzelebranten stand, kam ich direkt nach seinen Worten an die Reihe. Ich hatte erst Herzklopfen, doch zu meiner größten Verblüffung und Freude sah ich die Buchstaben plötzlich doppelt so groß vor meinem Auge – und ich konnte den für mich bestimmten Abschnitt des Kanon ohne Brille gut lesen und sprechen. Als nun der Priester links vom Hauptzelebranten seinen Teil weiterbetete, bemerkte ich, daß ich dessen Text nicht mehr lesen konnte. Die unerkärlich vergrößerten Buchstaben bezogen sich allein auf den Abschnitt, den ich selber zu beten hatte.

Ich bin Gott und der hl. Rita überaus dankbar, daß mir diese wunderbare Hilfe zuteil geworden war.


Gespräch nach der hl. Messe mit einem ex-muslimischen Flüchtling aus dem Iran

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Heute erreichte uns folgender Erlebnisbericht einer katholischen Familienmutter aus dem Münsterland, die wir seit langem persönlich kennen; die Schilderung kann vielleicht auch andere Leser(innen) dazu animieren, mit wohlmeinenden Zuwanderern bzw. Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen und ihnen zugleich unseren Glauben freimütig zu bezeugen:
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Unsere Kirche war am gestrigen Sonntag wegen einer Verabschiedung des Patoralreferenten vollbesetzt  –  und meine Tochter und ich bekamen nur noch in der ersten Reihe einen Platz. Somit waren wir bei der Kommunionausteilung ganz nah dran und konnten die letzten Gläubigen noch sehen.  Kreuzkuppel
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Es kam ein arabisch aussehender Mann nach vorne und nahm die hl. Hostie an, ließ sie jedoch in seinen Händen und ging in die Bank zurück. Ich erschrak sehr, weil ich nicht wusste, was er wohl mit dem Allerheiligsten vorhatte.
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Ich wurde immer besorgter und wandte mich nach der hl. Messe an unseren zweiten Pastoralreferenten. Dieser konnte mir auch nicht richtig helfen, unterstützte mich aber dabei, den Pastor aufzusuchen und es diesem mitzuteilen.
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Das wollte ich dann sofort machen, weil er sich vielleicht noch an jenen Mann erinnern würde. Als wir dann über den Kirchplatz liefen, sahen wir den Araber mit einer Frau wieder, und beide gingen zum offenen Treffen in das Gemeindezentrum.
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Ich dachte bei mir: Nun speche diese Beiden selbst an  –  und tat es auch. Wir haben uns freundlich begrüßt und schnell herausgefunden, dass beide Englisch sprechen. Somit konnte ich ihnen mit meinem Schul-Englisch mehr oder weniger mühsam erklären, dass man die hl. Hostie nicht mitnehmen darf. Er sagte, er würde erst in der Bank kommunizieren. Ich erklärte ihm: „Der Priester muss sehen, wie die Hostie eingenommen wird. Das ist sehr wichtig.“
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Ebenfalls erzählte ich, es sei ein heiliges, gesegnetes Brot. (Ich kannte auf Englisch nicht die genauen liturgischen Begriffe dafür.) Die Beiden haben es dann sofort verstanden.
Er erzählte mir, dass er ursprünglich aus dem Iran kommt, dort wegen der Diktatur in den Libanon flüchtete und von dort nach Deutschland – und daß er seit einigen Jahren dem Christentum anhängt. Zuvor war er Moslem. Es stellte sich im Gespräch heraus, dass er und seine Begleitung noch nicht getauft sind.  Logo Christustag
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Da erschrak ich und machte ihm klar, wie wichtig die Taufe sei und dass er ungetauft nicht zur hl. Kommunion gehen dürfte. Ja, es war ihm  und der Frau an seiner Seite wichtig, die Taufe zu erhalten, gab er mir zu verstehen.
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In dem Moment kam der Pastor an uns vorbei. Ich sprach ihn aus meiner Sorge um die ungeklärte Situation bei diesen Beiden an und er sagte mir nur, er sei in Eile und fügte betreff der Beiden hinzu: „Sie müssen es auch wollen!“  –   Ich erwiderte, dass es ziemlich klar sei, dass sie die Taufe wünschen. Er ging dann mit den Worten, man solle sich einen Termin zum Gespräch im Pfarrbüro machen lassen.
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Bei den Flüchtlingen war jedoch eine gewisse Hilflosigkeit zu spüren. Ich nahm Beide aus dem Pfarrsaal mit nach draußen und zeigte ihnen, wo der Pastor und das Pfarrbüro zu finden sind. Zudem gab ich meine Telefonnummer heraus, falls noch Fragen wegen der Taufe oder sonstige Anliegen bestehen.
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Der junge  Mann, der immer noch Mohammed heißt, zeigte mir Fotos aus dem Libanon, wo er vor einer uralten Kirche stand. Dann verabschiedeten wir uns freundlich. Es war eine besondere Begegnung, die aus meiner inneren Besorgnis heraus entstanden war. Ich wurde auch an die Apostel erinnert, die hinauszogen waren, um zu taufen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes.
1. Foto: Petrusbruderschaft

Dyba-Gags: „Unsere fröhlichen Erlebnisse mit Erzbischof Johannes Dyba“

Die folgenden Erlebnisse mit Erzbischof Johannes Dyba (siehe Foto) stammen von einem aktiven Lebensrechtler aus der Fuldaer Region, den wir seit langem gut kennen und beim Kongreß „Freude am Glauben“ Ende Juli 2015 in Fulda auch persönlich getroffen haben. Dabei erzählte uns der katholische Familienvater einige Anekdoten über Dyba, die wir ganz originell finden und daher um eine schriftliche Fassung baten, die wir auch erhalten haben: Jan laechelt von der Mauer des Bischofgartens - Kopie

Die „heilige“ Wurst vom Erzbischof

Vor einigen Jahren wurde im Bistum Fulda eine bekannte und alterwürdige Wallfahrtskapelle niedergebrannt.  Kurz nach dieser Schandtat hielt Erzbischof Dyba dort ein Pontifikalamt. Fleißige Helfer sorgten nach der hl. Messe für Grillwürstchen und Getränke; Biertische und Bänke waren aufgestellt. Man hatte sich allerdings in der Anzahl der sehr betroffenen und bewegten Gläubigen verschätzt. Es waren weit mehr gekommen, als man sich in seinen kühnsten Träumen gedacht hatte.

Als einer unserer Söhne anstand, um sich ein Würstchen zu kaufen, war zufällig unser Erzbischof vor ihm in der Reihe, genau wie alle anderen, und bekam die allerletzte Wurst vom Grill. Spontan drehte sich Johannes Dyba um und schenkte dem Jungen seine Bratwurst. Der Junge ist dann hocherfreut über den ganzen Platz gelaufen, seine Wurst wie die olympische Fackel in der Luft schwenkend, und hat laut gerufen: „Ich hab ´ne heilige Wurst.“  – Seitdem ist die „heilige Wurst“ in unserer Familie ein geflügeltes Wort.

Übrigens wurde die wertvolle Kapelle mit Hilfe großzügiger Spender schnell wieder aufgebaut und die Wallfahrten gehen sogar noch zahlreicher weiter.

Der Mißgeschick des Kleinen war meine Chance

Als wir zur Gründonnerstagsliturgie in den Fuldaer Dom gefahren sind, wollte ich Erzbischof Dyba ein bestimmtes Buch schenken. Nach der Liturgie ist üblicherweise in der Seitenkapelle das Heilige Grab. Unsere Familie kniete auf der rechten Seite. Dann kam der feierliche Auszug mit dem Domkapitel, den Messdienern und Bischof Dyba.

Fürs CF verwenden

Alle Kirchgänger standen. Unser Jüngster stand, um besser zu sehen, auf der Kniebank und schaute neugierig zu. Dabei rutschte er plötzlich mit den Füßen ab, berührte dabei mit seinem Kinn die Gesangbuchablage der Bank und fing an zu weinen. Augenblicklich beugte sich Dyba zu dem Kleinen hinunter und fragte freundlich lächelnd: „Na, hat sich da einer weh getan?“

Der Junge war so verdutzt, dass er augenblicklich mit dem Weinen aufhörte und ihn groß anschaute. Der Erzbischof streichelte im über den Kopf, ich

nutzte die Chance und steckte Dyba das Buch zu  –  und er reihte sich wieder in den feierlichen Auszug ein  –  und wir waren glücklich über diese schöne Begegnung.

BILD: Das Buch „Der Löwe von Fulda“ erschien Mitte Dezember 2015  – Näheres HIER.

…von wegen: „Stoppt Dyba“

Von linker Seite wurden Aufkleber und Plakate herausgebracht „Stoppt Dyba“. Manche hatten tatsächlich so ein Un-Ding am Auto  – und an etlichen Stellen in der Stadt hingen die Plakate.

Eines Tages kam ein Herr in die SPD-Parteizentrale in Fulda und fragte, ob er von diesen Plakaten und Aufklebern wohl welche haben könnte. Geschäftig wurde danach hantiert. In diesem Moment deutete der Herr auf ein an der Wand hängendes „Dyba-Plakat“ und bemerkte: „Also in Wirklichkeit bin ich viel hübscher“. Das war für lange Zeit der Lacher weit über Fulda hinaus.

Dyba-Foto: Gaby Kaudel


Kira Grünberg aus Tirol: lebensfroh und tapfer trotz schweren Unfalls

Stark sein bedeutet nicht, nie zu fallen, sondern immer wieder aufzustehen. Ein Mensch, der dieses Wort verwirklicht, ist die ehemalige Stabhochspringerin Kira Grünberg aus Tirol. Facebook-Zitat-Stein

Die heute 22-Jährige war die Leichtathletik-Hoffnung Österreichs, sie sammelte Medaillen wie andere Leute Pilze, hält den nationalen Rekord in der Disziplin. Bis zu dem schweren Trainingsunfall Ende Juli, der Kira ab Brusthöhe abwärts lähmte. Ihre Karriere dahin, die Träume zerplatzt, das ganze weitere Leben ein Fragezeichen.

Aber Kira kämpft: „Ich bin nicht krank. Ich bin nur querschnittsgelähmt“, sagt sie lebensfroh. „Ich sehe den Unfall als Bestimmung und Schicksal.“

In der Reha im Kurzentrum Bad Häring macht sie Fortschritte, hat gelernt, fast ohne fremde Hilfe alleine zu essen, zu trinken und sich die Zähne zu putzen. Durch Spezialtraining gewinnt sie Kraft im Oberkörper, wodurch sie sich besser mit dem Rollstuhl bewegen kann. Ihr knuddeliger Assistenzhund geht gerade in die Hundeschule.

Jetzt freute sie sich auf das Christfest bei ihren Eltern, denn bis Anfang Januar durfte sie nach Hause. Kira will eine Stiftung gründen, „damit auch andere Leute Unterstützung erhalten, so wie ich. Es ist mir ein Anliegen, anderen zu helfen.“  –  Stark.

Christian Rudolf in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Mein Heilig-Nacht-Traum von der bergenden Würde und Kraft des Glaubens

Von Felizitas Küble

Von meinen Träumen weiß ich hinterher nur selten noch etwas – und von Alpträumen werde ich gottlob seit vielen Jahren nie geplagt, auch dann nicht, wenn sich erhebliche Probleme aufgetürmt haben. Umso merkwürdiger, daß ich ausgerechnet heute in der Nacht von Heilig-Abend auf Weihnachten von einem Geschehnis träumte, das zunächst bedrohlich wirkte: img_0594

Leider weiß ich den Vorgang nur noch umrißhaft. Es ging jedenfalls darum, daß eine kleinere Gruppe von Menschen (höchstens ein halbes Dutzend) von einer anderen Gruppe (die größer war) bedrängt und bedroht wurde – und dies mitten auf einem einsamen Waldweg, wenngleich die Straße gepflastert und recht breit war.

Die Situation war für die kleinere Gruppe beängstigend, wenngleich nicht unbedingt direkt lebensgefährlich, denn an Schußwaffen erinnere ich mich nicht. 

Als nun die bedrängten Menschen (ich glaube nicht, daß ich selber zu ihnen gehörte, aber jedenfalls identifizierte ich mich mit ihnen) nach vorne flüchten wollte, kam gerade eine große kirchliche Prozession auf sie zu:

Junge Männer ganz in weißen und beige-hellen Gewändern (wie sie bisweilen von Oberministranten oder singenden Mönchen im Chorgestühl getragen werden  – ähnlich wie bei diesem Foto) führten den Gebetszug an, der langsam und feierlich voranschritt  – allerdings ganz ohne Gesang und Musik.

Die hochgewachsenen Männer trugen große Fahnen und Wimpel, aber keine bunten, eher einfach aussehende, aber helle Fahnen.

Die Prozession wirkte sehr „getragen“ in ihrer stillen Erhabenheit, die Gläubigen waren gesammelt, voll auf ihr Gebet und ihre Andacht konzentriert –  sie schienen das Getümmel und die angstvollen Menschen samt ihren Verfolgern kaum wahrzunehmen, sondern schritten davon unbeeindruckt in feierlicher Weise weiter nach vorne –  und die Bedrängten konnten sich jetzt mitten in diese fromme Versammlung mischen, die sie wie selbstverständlich freundlich aufnahm, aber ohne, daß sie sich dadurch von ihrer Andacht ablenken ließ. flyerstralsund2

Die Verfolger hatten sich offenbar kampflos zurückgezogen, sie verschwanden aus meinem inneren Blickfeld. Wichtig war, daß die bedrohte Schar flüchten und „eintauchen“ konnte in die Geborgenheit dieser überzeugungsstarken und bekennerfreudigen Glaubensgemeinschaft, die einerseits „bodenständig“ war (das liegt in der Natur einer Prozession), die aber auch „erhaben“ wirkte bzw. im Geiste himmelswärts gerichtet war.

Die Gruppe wurde nicht durch einen Erzengel Michael mit dem Flammenschwert aus ihrer angstvollen Lage gerettet, auch nicht durch irgendeine besondere „Erscheinung“, durch kein außergewöhnliches Eingreifen der übernatürlichen Welt  –  sondern „nur“ durch eine kirchliche Prozession,  die jedoch vom einem gewissen Glanz des Übernatürlichen durchdrungen war  –  ungeachtet ihrer äußeren Einfachheit, ihrer gleichsam „edlen“ Schlichtheit.

Als ich aufwachte und über den Traum nachdachte, wurde mir bewußt, daß die Glaubensgemeinschaft der Kirche wie eine rettende Arche ist (so betrachtete man sie schon in frühchristlicher Zeit)  – als das „pilgernde Gottesvolk“, das die Zeiten überdauert, einladend für alle Menschen, die von Bedrohung und Furcht bedrängt sind, so daß sie Geborgenheit und Sicherheit in Gott und in der Kirche des HERRN finden können.

Wenn ich diesen Traum durchdenke, kommen mir diese drei Aussagen über Glaube und Kirche in den Sinn:

Glauben  –  das heißt Unterwegs sein mit einer Verheißung.
Alles kommt und geht  – die Kirche aber ist geblieben. (Erzbischof Johannes Dyba)
Glauben  –  das ist wie Stehen auf uraltem Fels und ein Blick in große Ferne.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Vanessa: Ein Kind sagt JA zu seinem Kind

Von Cordula Mohr
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Anfang September 2014 erhielt ich einen Anruf von Mechthild Brüning, meiner Stellvertreterin im Vorsitz der ALfA (Aktion Lebensrecht für alle) im Regionalverband Rheine.

Sie hatte am Abend zuvor von der ALfA in München eine telefonische Bitte um Mithilfe bekommen. Dort war der Anruf einer Mutter eingegangen, deren erst 14-jährige Tochter schwanger wurde, sich aber tapfer für das Austragen des Kindes entschieden hat. Die Eltern selbst bemerkten die Schwangerschaft erst in der 22. Woche. Nun baten sie um Unterstützung in dieser schwierigen Situation.

Zunächst suchten die Eltern und ihre kindliche Tochter Vanessa jemanden, der mit ihnen den Weg geht, den die Familie sich ausgesucht hat, nämlich das Baby im Elternhaus großzuziehen. Behörden und Kliniken empfahlen der Familie im Gespräch häufig die Adoption. Man konnte sich dort kaum vorstellen, daß eine derart junge Mutter mit einem Kleinkind zurechtkommt.

Leider stand eine drohende Arbeitslosigkeit des Familienvaters im Raum. Somit wurden auch die Geldsorgen von Vanessas Eltern größer.

Ich sprach mit der Mutter und bestärkte sie in dem Gefühl und Bewußtsein, auf dem richtigen Weg zu sein. Ich sprach ihr zu, wie großartig es sei, dass Vanessa ihr Baby im Elternhaus großziehen darf. Dies sei sicher besser als eine Adoption, die immer nur eine Notlösung sein könne.images (2)

Die Familie freute sich über diese Ermutigung – und trotz aller Schwierigkeiten auch über den neuen Erdenbürger, der unterwegs war.

Vanessa hatte ihre Schwangerschaft zunächst geheimhalten wollen, um den Eltern keine Sorgen zu bereiten, zumal angesichts der drohenden Arbeitslosigkeit und einem Burnout des Vaters. Ich erklärte der Mutter, dass wir seitens der ALfA finanziell helfen können. Beim zweiten Gespräch stellte sich heraus, dass es mittlerweile zum Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber von Vanessas Vater gekommen ist.

Weiter erfuhr ich, daß es der kindlichen Schwangeren recht gut geht, obwohl sie von einigen jüngeren Mitschülern hinterrücks beleidigt wurde. Als die Schulleitung davon erfuhr hat, man sehr klar und gut reagiert und den Betreffenden mit Abmahnung gedroht. In ihrer eigenen Klasse wurde Vanessa aber allgemein akzeptiert. Die Mitschüler sprachen Ihr Mut zu und sagten: „Du wirst es schaffen!“

Da die finanzielle Lage von Vanessas Eltern schwierig war, habe ich ihr mündlich eine Patenschaft der ALfA zugesagt, worüber die Freude groß war.

Am 11. November des vorigen Jahres fuhr ich zu dieser Familie, um den Patenschaftsantrag auszufüllen. Vanessa war zuhause, weil sie den Praktikumsplatz im Kindergarten wegen ihrer Schwangerschaft nicht antreten konnte. Somit hatten wir genügend Zeit für ein gutes Gespräch. Außerdem traf ich ihre Mutter und ihre jüngere Schwester aA.L.Content_Was_wir_wollenn.

Vanessa erzählte mir, daß sie sich von ihrem Freund, einem Jungen aus ihrer Klasse, zum Sex gedrängt gefühlt habe. Mittlerweile trennte sich Vanessa von ihm. Das Jugendamt wird wohl einen Kontakt zum Kindsvater herstellen. Die Familie von Vanessa überlässt dies den Behörden. Von sich aus möchten auch die Eltern keinen Kontakt zu dem Jungen aufnehmen.

Vanessa will auf jeden Fall ihre Schule gerne zu einem guten Ende bringen und ihre Eltern unterstützen sie in diesem Vorhaben.

Ich selbst bin beeindruckt von dem festen Zusammenhalt dieser Familie. Vanessa benötigt natürlich noch sehr ihre Mutter, um ihrer eigenen Mutterrolle gewachsen zu sein. Die ALfA hat eine Patenschaft übernommen und unterstützt die kindliche Mutter und ihr Baby monatlich mit einer finanziellen Zuwendung. Eine Einmalzahlung für die Erstausstattung erfolgte ebenfalls.

Am 12. Januar dieses Jahres, genau an dem errechneten Termin, hat der kleine Lukas gesund und auf dem natürlichen Geburtsweg das Licht der Welt erblickt. Unser Regionalverband Rheine und die ganze ALfA freut sich, dieser ungewöhnlich jungen und außergewöhnlich tapferen Mutter geholfen zu haben und sie auch weiterhin zu unterstützen.

Unsere Autorin Cordula Mohr ist Familienmutter (drei Kinder) und Regionalvorsitzende der ALfA in Rheine sowie Mitglied des Landesvorstands NRW der CDL (Christdemokraten für das Leben); dieser Beitrag erschien auch im aktuellen „Lebenszeichen“ der ALfA.


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