Esoterik pur: Der Mensch als göttliches Wesen

Von Felizitas Küble

Der wesentliche Unterschied zwischen Christentum und Esoterik besteht darin, daß der Gläubige eindeutig zwischen dem Schöpfer und seinem Geschöpf unterscheidet. Der Mensch ist zwar das Abbild Gottes, aber erstens als Geschöpf ein Werk des Ewigen (und nicht selber göttlich), zweitens durch den Sündenfall, durch seine geschwächte Natur besonders auf die Gnade und Hilfe Gottes angewiesen. 

Anders betrachtet dies die Esoterik, die den Menschen letztlich von einem persönlichen Gott „emanzipieren“ will, wobei der Ausdruck „Gott“ wohl formal manchmal noch verwendet, aber zugleich mit einem anderen Inhalt gefüllt wird, denn gemeint ist damit eine „kosmische Energie“, eine unpersönliche Kraft des Universums.

Dabei entschwindet der grundsätzliche Unterschied zwischen Schöpfer und Geschöpf, denn Gott und Mensch sind dann jeweils auf ihre Art nur ein Bestandteil dieser Ur-Energie, die „ganzheitlich“ alle und alles verbindet.

Diese pantheistische Sicht (Identität von Schöpfer und Schöpfung) ist noch eine eher gemäßigte Variante. Manchmal wird auch direkt ins Schwarze (= ins Diabolische) getroffen, indem der Mensch ohne Umschweife als „göttlich“ bezeichnet wird.

Als Beispiel hierfür sei die Initiative „Seelenarche“ aus dem oberschwäbischen Aitrach erwähnt. Dort erklärt Rudolf Mauritz in seiner gleichnamigen Internetpräsenz die „kosmischen Lebensregeln“: http://seelenarche.de/index.php

Der Autor bemüht gar die Bibel, um zu erläutern: „Gott ist uns näher wie unser Hemd, ja sogar näher wie unser Atem. Er ist in uns, so wie wir in Ihm sind. Also tragen wir die göttliche und universelle Energie in uns. (Allerdings nennt er keine einzige Bibelstelle, die seine esoterische Auslegung begründet.)

Der Mensch solle sich nicht nach Hilfe von außen umsuchen, sondern Zuflucht in seinem Inneren suchen und „er würde entdecken, dass er ein wunderbares Geschöpf ist und Kräfte besitzt die Ihm helfen, alles zu schaffen und erschaffen was er sich wünscht. Ja sogar die Kräfte des gesamten Universums könnte er nutzen, wenn er sich in seinem Inneren auskennen würde.“

„Rudi“, wie sich der Verfasser vertraulich vorstellt, bietet den Suchenden unter anderem folgende Therapien und Übungen an: „Urenergieanwendungen, Seelenfahrt-Behandlungen + Ausbildung, Ganzheitliche, spirituelle Mensch- und Tierheilung, Rückführungen auf Alphabasis, Aurareinigungen und -klärungen.“

Unter der Rubrik „Seelenfahrt“ heißt es: „Die Seelenfahrt ist ein sehr kurzer, heftiger, gefühlvoller und spiritueller Weg, vom Lernen bis hin zum Ausüben…Es geht…darum, dass jeder Einzelne sich selbst wieder bewusst wird, dass er göttlich ist und diese Fähigkeit nutzen darf, sein Leben dadurch zu bereichern.“

Damit ist der Kernsatz des esoterischen Weltbildes offengelegt: Wir sollen unsere „Göttlichkeit“ erkennen.

Aber genau diese Haltung  – „wir wollen sein wie Gott“ – ist die stolze Ur-Versuchung des Menschen. Damit zapft er allerdings keine „Ur-Energie“ an, sondern vergißt seine Geschöpflichkeit, setzt sich darüber hinweg und rebelliert gegen seinen Schöpfer.

So begann der Sündenfall – und er setzt sich immer wieder fort in der Geschichte der Menschheit, natürlich nicht allein in der Esoterik, sondern in zahllosen Varianten, doch der Kern des Problems ist stets derselbe, nämlich ein Aufstand gegen Gott.

 

 

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Der geschäftstüchtige Eso-Wunderheiler BRACO und sein „gebender Blick“

Von Bernd Harder

Die mit Abstand unverfrorendste esoterische Geschäftsidee dürfte das hier sein: „Einhornmedizin Fernheilung“. Da lässt sich eine Dame von jedem Teilnehmer 108 Euro zahlen, damit diese sich dann alleine zuhause hinsetzen und an Gärten, Teiche und Einhörner denken.

Gleich auf Platz zwei folgt wohl der „gebende Blick“ des kroatischen Geistheilers Braco.

Der Mann stellt sich schweigend auf die Bühne, guckt mit seinen Schlafzimmeraugen ein paar Minuten gelangweilt aus der Wäsche und geht wieder. Damit verzückt (und kassiert) er Tausende.

Auch eine Welt-Mitarbeiterin ist dem Charme von Prinz Valium erlegen und berichtet lang und breit von einem Auftritt des Esoterik-Stars in Brandenburg:

„Wenn Bracos Heilkraft Schwindel und Abzocke ist, was ist es dann, was so viele Menschen nach einem Treffen mit ihm besser fühlen lässt? Vielleicht dies: Bei seinem Auftritt folgen seine Anhänger unbewusst den Grundregeln der Meditation […]

Die eigene Aufmerksamkeit für ein paar Minuten auf sich selbst zu richten, ohne funktionieren zu müssen, kann zu innerer Stärke und Wohlbefinden führen. Das ist kein esoterischer Schwachsinn, sondern eine seit Langem als wirksam erwiesene Konzentrationsübung.“

Das mag sein – aber Wandfarbe beim Trocknen zuzuschauen, dürfte bedeutend wirksamer, kostengünstiger und garantiert Guru-frei sein.

Die Schweizer Skeptiker haben sich Bracos Blick auch mal gegeben und kamen zu einem etwas anderen Fazit:

„Insgesamt war die Braco-Veranstaltung, auch für pseudowissenschaftliche Verhältnisse, wenig überzeugend. Das Ganze macht den Eindruck einer großen Realsatire, als ob die Grenzen menschlicher Leichtgläubigkeit ausgelotet werden sollen.“

Quelle: https://blog.gwup.net/2015/02/01/braco-wenn-prinz-valium-den-geistheiler-gibt/


„Christliche“ Esoterik auf Abwegen: Joe Böhe verkündet uns die „5. Dimension“

Von Felizitas Küble

Die heutige Esoterik ist weitgehend ein Spätausläufer der alten Gnosis, mit der sich schon die frühe Christenheit auseinandersetzen mußte. Gnosis bedeutet „Erkenntnis“ – und diese ist es auch, worauf ihre Anhänger besonders erpicht sind.

Aus ihrer Sicht besteht der Glaube vor allem aus höheren Einsichten und teils auch aus „Geheimlehren“ für besonders Eingeweihte. Die moralische Seite – ein sittliches Leben nach den Geboten Gottes – spielt hingegen keine nennenswerte Rolle.  

Die frühe Kirche mußte sich jahrhunderte der „gnostischen Versuchung“ erwehren, zumal diese Sonderlehre zum Teil auch im christlichen Gewande einherzog und sich bewährter religiöser Begriffe bediente.

Manche gnostische Ansicht lag nur „knapp daneben“ im Vergleich zur christlichen Anschauung – es gab also täuschende Ähnlichkeiten.

Ein Beispiel für heutige pseudo-christliche Esoterik dieses Stils bietet der Blog des Wünschelrutengängers „Joe“ (Hans-Joachim) Böhe aus Bielefeld:  http://www.joe-boehe.de/html/durchsagen_kommender_aufstieg_erde.html

Er veröffentlicht darin an ihn vermittelte „Botschaften von Gott“ – so auch vor drei Tagen (7.9.) unter dem Titel „Meine Worte sind wie ein Fels, auf dem man ohne jeden Zweifel bauen kann“.

Das freilich darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. 

Joe Böhe läßt „Gott“ in der Ich-Form sprechen, wobei die gnostische Grundhaltung schnell zum Vorschein kommt. So habe er (Gott) die Juden dazu auserwählt, „Informationen über Liebe, Gefühle und Emotionen zu sammeln“, doch das Judentum habe „am Ende doch jämmerlich versagt“. – Ähnliches wird dann von der Christenheit behauptet.

Auch hier wird der Schwerpunkt auf eine vermeintliche „Erkenntnis“ gelegt („Informationen sammeln“) und alles stark gefühlsorientiert betrachtet, was auch dem Denken der New-Age-Bewegung entspricht, die zudem seit langem auf ein „neues Zeitalter“ hofft, das sogenannte Wassermann-Zeitalter, wodurch das „Zeitalter des Fisches“ (Christentum) abgelöst werde.

Das Christentum, so erklärt der „Gott“ des Herrn Böhe, habe seine „Aufgabenstellung“ allmählich vergessen, je „mehr Macht und Geld im Spiel war„.

Typisch esoterisch wird die Hölle geleugnet, stattdessen gibt es verschiedene Seins- und Erkenntnis-Stufen, in welchem die Menschenseelen leben:

„Die kommende Zeit wird es zeigen, wer von mir auserwählt wird und in die neue Zeit in der 5. Dimension aufsteigen darf, um dort weiter nach meinen Vorgaben ein liebevolles und erfülltes Leben zu leben. Alle anderen, die unwert sind, und meine Bedingungen nicht erfüllen, werden in ihrer alten Umgebung der jetzigen Dimension weiterleben und sich dort den zunehmenden Veränderungen der selbst produzierten verschlechternden Lebensbedingungen stellen müssen. 

Das wird kein Zuckerschlecken und vielleicht empfinden sie es, die diese Veränderungen leben müssen, doch ein wenig als die immer wieder benutzte falsche Drohung der sogenannten „Hölle“!“

In der Botschaft vom 3. September wird ein „heiliges Reich“ angekündigt, dessen „erste Stufe“ der Wechsel in die neue Zeit sei, in die „5. Dimension“. Erkennbar ist auch hier die alte gnostische Geringschätzung des menschlichen Leibes:

„Man verliert seinen Körper mit all seinen körperlichen Beschwerden und erhält als Belohnung dafür einen Kristallkörper mit der bisherigen figürlichen Darstellung und mit der Original Seele. Aber eben in einer neuen Umgebung, die emotional aufgebaut ist und da das sofort gilt, was man denkt oder machen will – soweit es die Regeln der 5. Dimension entspricht.“

Danach ist zweimal davon die Rede, es sei in jener 5. Dimension „zwingend“, nach Gottes Vorgaben „Informationen zu Liebe, Gefühle und Emotionen“ zu sammeln bzw. sein Wissen hierüber zu erweitern. Anscheinend ist dieser merkwürdige „Gott“ auf solche Auskunft seitens dieser erkenntnisgeleiteten Menschen auch direkt angewiesen: „Diese Seele, die mir mit seinen Informationen eine Bereicherung bringt, werde ich dann mit einem weiteren Aufstieg in die nächst höhere Dimension belohnen.“

Diese spirituelle Treppensteigerei endet allerdings mit der „Auflösung“ der menschlichen Seele, was wiederum an fernöstliche Religionen (Buddhismus, Hinduismus, Lamaismus) erinnert:

„Am Ende der Aufstiegskette werde ich dann die Informationen übernehmen und die Seele auflösen und sie zum meinem weißen Licht der Glückseligkeit machen.“

 


Gemeinsamkeiten zwischen Esoterik/Magie und Charismatismus

Den folgenden beachtlichen Text erhielten wir heute als Leserkommentar  unter diesem Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2018/09/05/ein-irrweg-vom-regen-in-die-traufe-wenn-ehem-esoteriker-zur-charismatik-ueberlaufen/

Gerne veröffentlichen wir diese wohldurchdachte Stellungnahme hier zusätzlich als Artikel: 

Es ist halt so, dass der zur Charismatik konvertierte Esoteriker praktischerweise sein magisches Denken beibehalten kann. Besser noch: seine der Magie verhaftete Denkweise bekommt anscheinend noch eine kirchliche Aufwertung! 

Konnte zuerst die stets verfügbare Energie des Universums angezapft werden, erscheint die „positive Energie“ durch den Heiligen Geist nun jederzeit verfügbar.
Nur die unabhängig agierenden „Engel“ als stets bereite „Wunscherfüller“ müssen wieder als Gottes Boten akzeptiert werden.

Noch etwas, das ähnlich funktioniert:
Wird der Wunsch nach Heilung in der Esoterik nicht erfüllt, gibt es mindestens zwei Gründe dafür:
Der Glaube an den Heiler oder die Macht des Universums sei nicht ausreichend gewesen.
Oder es ist halt das Karma, da kann man nichts ändern.

Bei den Pfingstlern ist es im Grunde genauso:
Heilung hat nicht stattgefunden? Dann war der Glaube an den Heiligen Geist zu schwach.
Oder es gibt eine vergessene, ungebeichtete Sünde – kann praktischerweise auch aus der Vergangenheit der Vorfahren übertragen sein.
Wenn sich diese Gründe nicht herleiten lassen, gibt es noch eines: Es ist ein Sühneleiden. Schlechtes Karma also.

Glaube ersehnt sich Gnade von Gott, Versöhnung, Hinwendung und Beten zu Gott.
Glaube ist theozentrisch, auf Gott hin bezogen.

Magie hingegen ist immer auf vordergründige Wunscherfüllung ausgerichtet, möglichst hier und jetzt. Magie ist egozentrisch.

Konvertierte Esoteriker betonen gerne und oft, wie mächtig sie in ihrem früheren magischen System waren, und was sie alles konnten, was sie auf dieser Ebene alles erreicht haben. Vor dieser dunklen Folie soll die erfolgte Bekehrung noch heller erstrahlen. Übertreibungen, bewusst oder unbewusst, sind dabei nicht selten.

Und die eigene Eitelkeit und der Hochmut bekommen in der Charismatik einen neuen Glanz, denn man kann sich ganz schnell als „erleuchtet“ und „geisterfüllt“ bezeichnen, und beansprucht statt der früheren „Hell- und Wahrsagerei“ jetzt auf einmal die unfehlbare „Unterscheidung der Geister“. Hier, jetzt und sofort verfügbar – nach der Geisttaufe.
Die frühere geistige Anmassung braucht dabei gar nicht erst abgelegt zu werden.

Siehe ergänzend hierzu unser Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2018/07/16/mein-wille-geschehe-als-hintergrundmotiv-eines-magisch-charismatischen-glaubens/


Ein Irrweg vom Regen in die Traufe: Wenn ehem. Esoteriker zur Charismatik überlaufen

Von Felizitas Küble

Seit Jahrzehnten melden sich bei mir Betroffene aus der Charismatischen Bewegung, die allmählich diese schwarmgeistige Problematik erkannt haben und aus dieser Szene aussteigen wollen oder es bereits geschafft haben, aber in ihrem schweren Schritt gerne noch ermutigt und bestärkt werden möchten.
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Nicht wenige dieser Gläubigen waren zunächst in die Esoterik bzw. in okkulte Praktiken verstrickt. Doch als sie diesen Irrweg erkannten, fanden sie leider nicht  – wie es wünschenswert wäre – den Weg in eine bodenständige, kirchlich-nüchterne Frömmigkeit, sondern landeten erst einmal in der Charismatik – und damit kamen sie vom Regen in die Traufe.
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Warum?
Weil bei der Esoterik doch in der Regel einigermaßen klar sein dürfte, daß es sich nicht um eine christliche Lösung für Lebensprobleme handeln kann.
Hingegen präsentiert sich der charismatische Enthusiasmus als ganz besonders fromme, vom Heiligen Geist erfüllte und geprägte Bewegung. Von daher ist die Gefahr der Selbsttäuschung und der „spirituellen“ Verblendung noch viel größer als innerhalb der (nicht-christlichen!) Esoterik.
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Dazu kommt, daß sich diese „charismatischen“ Personen oft für ganz besonders geistbegabt halten, was häufig zur Folge hat, daß sie für (selbst)kritische Gedanken nicht mehr aufgeschlossen sind.
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Zu diesem Spektrum gehören auch die Anti-Esoterik-Bücher von Pater Clemens Pilar aus Wien.
Wohlgemerkt: Mir muß keiner erzählen, wie problematisch Yoga, Reiki, sonstige fernöstliche Praktiken, New Age oder okkulte Vorgänge sind. Darüber schreibe ich selber seit Jahrzehnten kritische Texte, z.B. bereits in den 80er Jahren im Jugendkalender KOMM-MIT.
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Aber ich sehe die Lösung aus solchen Irrwegen eben nicht im Schwarmglauben, sondern in einer besonnenen, nüchternen Frömmigkeit, die sich an der Heiligen Schrift, den hl. Sakramenten und dem dogmatischen Glauben der Kirche orientiert – und nicht etwa an angeblichen Marienerscheinungen (noch dazu kirchlich nicht anerkannten!), diesen oder jenen Visionen oder „Sehern“ oder an vermeintlichen „Heilungspriestern“, „Befreiungsgebetlern“, charismatischen Wundertätern und-so-weiter.
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Auch Pater Pilar gehört zu jenen, die zwar in ihren Büchern – mit Recht – vor der Esoterik warnen, zugleich aber z.B. den Unfug von Medjugorje gutheißen und zudem (was noch bedenklicher ist!) ihre Leser in schwarmgeistige Gefilde führen, so etwa erkennbar in seinem Buch „Esoterik und christlicher Glaube“ (siehe Foto).
Hier meine schon im Jahr 2011 veröffentlichte Kritik an Pater Pilars diesbezüglichen Schriften: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/10/pater-clemens-pilar-und-seine-anti-esoterischen-bucher/
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Zu diesem irrgeistigen Weg, der vom Regen in die Traufe führt, gehört zum Beispiel auch das Buch von Margarete Armstorfer „Der Weg meiner Bekehrung“.
(Hier gibt es online eine Kurzfassung: .http://www.theologisches.info/BekehrtvonReiki_Armstorfer.pdf)
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Die Verfasserin warnt zwar sehr eindringlich vor den esoterischen Abgründen – und dies aus eigener leidvoller Erfahrung. Dabei beruft sie sich auch auf den erwähnten Pater Pilar, bei dem sie in die Seelsorge ging.
Leider ist auch sie  – wie so viele –   über Medjugorje in der Charismatik gelandet, empfiehlt schwarmgeistige indische und sonstige „Heilungsprediger“, ist aber gleichwohl (und auch das ist typisch) davon überzeugt, selber über die „Unterscheidung der Geister“ zu verfügen, weshalb sie schreibt:
„Sehr dankbar bin ich auch für das Gnadengeschenk der Unterscheidung der Geister. In den letzten Jahren besuchten mein Mann und ich regelmäßig Exerzitien. Gemeinsam für Ehepaare oder auch getrennt voneinander, mit Priestern von uns, mit Pfarrer Albert Frank aus Luxemburg und mit Pater James Manjackal aus Indien.“
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Ausgerechnet Pater Manjackal, vor dessen charismatischer Tätigkeit hier im CF schon längst gewarnt wurde: https://charismatismus.wordpress.com/2012/06/08/pater-james-manjackal-und-seine-pfingstlichen-erleuchtungen/
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Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

„Mein Wille geschehe“ als Hintergrundmotiv eines magisch/charismatischen „Glaubens“

Von Felizitas Küble

Die Hinwendung zu überirdischen Mächten und Gewalten ist so alt wie die Menschheit, denn als Geschöpfe Gottes sind wir „unheilbar religiös“ – und das ist zunächst auch gut so.

Allerdings gelangt die „gefallene“ menschliche Natur, wenn ihr nicht von Gottes Selbstoffenbarung der richtige Weg gewiesen wird, allzu leicht in innere Gefahren und Irrtümer  – auch und gerade in religiöser Hinsicht. Vielfache Verirrungen in paganen (heidnischen) Religionen  – womit nicht allein z.B. die grausamen „Menschenopfer“ gemeint sind – sprechen hierzu eine klare Sprache.

Der Mensch ist stets in Gefahr, sich in seiner „Re-ligio“ (Rückbindung an Übernatürliches, „Göttliches“) vor allem an eigenen Wünschen und Interessen zu orientieren. So entstand und entsteht das magische Denken und Fühlen, das die „höheren Mächte“ für eigene Anliegen vereinnahmen möchte, gleichsam die „Gottheiten“ als Erfüllungsgehilfen in eigener Sache betrachten.

Um sie entsprechend „gnädig“ und geneigt zu stimmen, werden bestimmte Rituale und Formeln angewandt, damit die unsichtbaren, übersinnlichen Gewalten „richtig“ funktionieren. Diese Aberglaubenshaltung ist von Angst und vom Wunsch zugleich bestimmt, einer Furcht vor der möglichen Willkür dieser numinosen Mächte, zugleich das Verlangen nach Erfüllung der eigenen Sehnsüchte.

„Höhere Mächte“ in den (eigenen) Dienst nehmen

Hinter dieser paganen Mentalität steckt letztlich der Grundsatz: „Mein Wille geschehe!“ – Das ist auch das Fundament jeder Magie, nicht etwa nur der schwarzen, sondern auch der weißen Magie: Während sich die schwarze Variante direkt an satanische Mächte wendet, gibt die weiße Magie vor, sich dem „Himmel“ zuzuwenden und nur das „Gute“ zu wollen, nämlich beispielsweise Heilungen oder sonstige Hilfe in allerlei menschlichen Nöten.

Doch ob schwarze oder weiße Magie: Die „Adressaten“ scheinen zwar gegensätzlich zu sein (Hölle/Himmel), doch die Grundhaltung ist letztlich dieselbe, nämlich der Versuch, die übernatürlichen Mächte in den Dienst eigener Interessen zu stellen.

Selbst wenn es sich dabei um „positive“ Anliegen handelt, nicht etwa um Schadens-Wünsche gegen andere (wie bisweilen in der „schwarzen“ Magie), so heiligt der Zweck nicht die Mittel:

Der wahre Gott ist nicht unser Glücks-Automat, ER bietet keine umfassende Wunscherfüllung, denn die Gnade des Allmächtigen ist unverfügbar. Der Schöpfer steht  ü b e r  dem Menschen, seinem Geschöpf  – und nicht umgekehrt. Wir sollen IHM und seinem Willen zu Diensten sein, nicht ER uns und unseren Wünschen.

Christus hat diesen Grundgedanken des wahren Glaubens im Vaterunser gleichsam für alle Zeiten festgehalten: „Dein Wille geschehe!“ – Aber unser Erlöser hat uns diese Hinwendung zum himmlischen Vater nicht allein in Worten verkündet, sondern auch selber in Taten gelebt – selbst in seinen schweren Stunden auf dem Ölberg vor seinem Leiden.

Dort bat er zwar in der Todesangst seiner menschlichen Natur darum, daß dieser Kelch an ihm vorübergehen möge, doch zugleich sprach ER vertrauensvoll und unerschütterlich: „Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

Die Gnade des Höchsten ist unverfügbar

Der springende Punkt einer wahren christlichen Haltung ist das Bewußtsein, daß wir uns in unseren Anliegen und Sorgen gerne bittend an Gott wenden dürfen, ja sollen, aber zugleich wissen, daß Gott und seine Gnade(n) unverfügbar sind, daß der Höchste nicht unser Erfüllungsgehilfe ist, sondern wir seine Gehilfen sein sollen, um als „unnütze Knechte“ mit Gottes Hilfe am Reiche Christi mitzuwirken.

Dabei heiligt der vermeintlich gute oder jedenfalls verständlich erscheinende Zweck keineswegs die Mittel – und hier gilt durchaus nicht pauschal das  – nur auf den ersten Blick einleuchtende  –  Prinzip: „Wer heilt, hat recht!“

Diese Warnung richtet sich nicht allein an alt-neuheidnische Vorstellungen, an (nichtchristliche) esoterische Gruppen, an eine randständig okkulte Szene, sondern sehr wohl auch an Christen.

Allzu leicht wird  – oftmals eher unbewußt  – der Weg vom Glauben zum Aberglauben überschritten, wenn magisches Denken die religiöse Haltung prägt. Derartige Denkweisen können auch im „christlichen“ Gewande einhergehen, dies ist dann sogar verführerischer als eine direkt erkennbare „Zauberei“ und Magie in Heidentum und Okkultismus.

Seit jeher geistern durch die Christenheit gewisse archaische, schon im Altertum wirksame Motive des Aberglaubens, die sich jeweils in einem neuen Kostüm präsentieren.

Nicht nur im ländlichen „Volksglauben“ finden sich magisch anmutende Gewohnheiten und „Bräuche“, auch Stadtbewohner bleiben vor paganen Versuchungen nicht verschont, wenngleich sich diese Mentalität dort eher in einer esoterisch-„modernen“ Verhüllung präsentiert, etwa per „Wunscherfüllung durch das Universum“, fernöstlicher Meditation, Spiritismus, mit Astrologie und „Chanelling“ etc.

Besprechungen, Gebetsheilungen und „Sympathie“

Auf dem Lande sind es hingegen eher althergebrachte Forme(l)n, die sich bis heute erhalten haben, vor allem das sogenannte „Besprechen“, auch „Sympathie“ genannt.

Der Ausdruck „Sympathie“ entsteht durch die esoterische Vorstellung, wonach die makrobiologische Welt – das Universum –  mit der mikrobiologischen Welt des Menschen in direkter Beziehung steht, also harmoniert, sich entspricht, gleichsam „sympathisiert“. (Natürlich gibt es durchaus manche Zusammenhänge der Schöpfung im großen wie im kleinen, aber eben keine unmittelbare bzw. umfassende „Entsprechung“  beider Dimensionen.) 

Das Spektrum solchen „Besprechens“ reicht von Fernwirkungs-Formeln für kranke Tiere im Stall über das sogenannte „Brand löschen“ oder Warzen entfernen mit astrologischem Hintergrund bis hin zu Hexenwahn und Angst vor dem „bösen Blick“.

Man spricht in diesem Kontext auch von „Gebetsheilung“, wobei dieser Ausdruck irreführend ist, denn es wird zwar Heilung erwartet (und nicht selten trifft sie ein), aber dem Wunscherfüllungs-Automatismus liegt kein wirkliches Bittgebet im christlichen Sinne zugrunde, sondern eine bestimmte, oft als geheimnisvoll gehandelte „Formel“, die als „wirksam“ angesehen wird, die man in keinem seriösen Gebetbuch findet (schon eher in alten „Zauberbüchern“), die aber meist auf althergebrachten mündlichen Überlieferungen beruht.

Die dabei verwendeten  Sprüche muten oft banal bis absurd an, sie ergeben selten einen vernünftigen theologischen Sinn (was aber wohl gerade der „Sinn“ sein soll) – und die Angelegenheit wird auch dadurch nicht besser (im Gegenteil: noch bedenklicher!), daß die entsprechenden Verslein im Namen „Jesu“ oder noch öfter in den „drei höchsten Namen“ (trinitarische Formel) begonnen oder abgeschlossen werden.

2. Gebot: „Du sollst den Namen Gottes nicht mißbrauchen!“

Das ist – objektiv betrachtet – eine Vereinnahmung des dreieinigen Gottes zu abergläubischen Zwecken, mag es den Betreffenden auch subjektiv nicht bewußt sein, so daß ihnen die nötige Erkenntnis abgeht. Rein von der Sachlage her entspricht eine solche Einstellung aber jedenfalls nicht dem 1. und 2. Gebot Gottes (Keine anderen Götter, kein Mißbrauch des Namens Gottes).

Manchmal findet man derartige „Heilformeln“ sogar mitten in fromm-christlich erscheinenden Webseiten, z.B. hier: http://gebetbuch.com/gebete/heilgebete-besprechen

Dort heißt es z.B.: „Brand geh in den See, geh in den Sand und tu nimmer weh.“ – Der „Brand“ (Verbrennungen an der Haut) wird gleichsam mit einem beschwörenden Spruch fortgeschickt. Eine andere Formel  – hier gegen Schuppenflechte –  lautet: Die Asche und die Flechte, die flogen übers Meer, die Asche, die kam wieder, die Flechte nimmermehr.“

Sodann gibt es etliche Heilungs-Sprüchlein, die damit beginnen: „Die hl. drei Könige zogen durchs Land…“ – oder: „Unser Herr Jesus zog durch das Land…“ – oder wie hier eine Formel gegen Herpes auf dem erwähnten Besprechungs-Blog: „Die Mutter Gottes zog übers Land, drei Rosen in der Hand, die erste weiß, die zweite rot, die dritte war der Tod, ganze Herpes Familie.“  – Oft werden solche Verse (leider!) mit dem „Ehre sei…“ beendet – oder wie HIER mit der trinitarischen Formel:

„Verstocke, verstumme, du frische Wunde,
wachse zusammen, Fleisch und Bein;
Dass es hart werde wie ein Stein.
Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Manchmal werden auch die Heiligen „bemüht“, vor allem volkstümlich bekannte wie Laurentius – so etwa hier  – Quelle: http://www.heilungmitliebe.de/Brandloeschen%2020161130.pdf – das folgende Beispiel:
„Heiliger Laurentius mit Deinem Rost,
gib` mir die Gnade und den Trost,
daß ich kann heilen mit meiner Hand
diesen Brand !
Gott Vater (Verbrennung über die betroffene Stelle „wegblasen“)
Gott Sohn (Verbrennung über die betroffene Stelle „wegblasen“)
Gott heiliger Geist (Verbrennung über die betroffene Stelle „wegblasen“). Amen“

Der wahre Gott hat es gewiß nicht nötig, sich einer bestimmten magischen „Formel“ des Menschen zu unterwerfen, bei deren Anwendung er gehorsam „funktioniert“ und als Befehlsempfänger und Wunscherfüller fungiert.

Der wahre Gläubige ist zum Kreuzweg bereit

Gewiß erhalten  – so GOTT will  –  bisweilen auch im rechten Geist gesprochene Gebete von Christen ihre Erfüllung, denn dem Allmächtigen sind keine Grenzen gesetzt. Nicht ohne Grund sagt der gläubige Volksmund: „Der liebe Gott tut nichts als Fügen.“

Aber der wirkliche Gläubige weiß, daß seine Bitten unter der Voraussetzung stehen: „Dein Wille geschehe!“ –  Er weiß sich mit Christus auf dem Ölberg im Geiste verbunden und ist auch zum „Kreuzweg“ bereit, denn unser Leben im Diesseits ist kein Paradies und kein idyllischer Rosengarten, sondern unsere Bewährungsprobe für die Ewigkeit.

Freilich finden wir allerlei Aberglaubensweisen nicht nur in „Volksbräuchen“ und ländlichen Gewohnheiten, sondern gerade auch in neueren Bewegungen, dort freilich besser verpackt, noch stärker christlich garniert oder gar „biblisch“ begründet.

Dies gilt beispielsweise für die protestantische Sondergruppe der Adventisten. Auf einer entsprechenden Webseite heißt es kurzerhand, wir sollten als Gläubige die Verheißungen Gottes „in Anspruch nehmen“ – und schon klappt es mit der Gebetserhörung, die im Grunde keine ist, denn es ging ja gar kein eigentliches Bittgebet voraus, sondern man erwartet von oben schlichtweg die Einhaltung der vermeintlichen „Zusagen“. 

Das ist eine verstiegene Form des „Glaubens“, die letztlich Gott auf die Probe stellen und seine Erfüllung gleichsam herbeizwingen möchte. Davor hat schon Christus gewarnt, als er vom Satan in der Wüste versucht wurde: „Du sollst den HERRN, Deinen Gott, nicht versuchen!“

Jene maßlose Haltung, vom Himmel ständige Gebetserhörungen zu erwarten, gibt es auch und gerade in der Charismatischen Bewegung – und das beileibe nicht allein bei den Verkündern eines sog. „Wohlstandsevangeliums“.

Natürlich präsentiert sich diese Mentalität dort in einem speziellen Gewande, meist bezogen auf den Heiligen Geist und seine „Segnungen“, die man natürlich „in Anspruch nehmen“ sollte; bei der protestantischen Pfingstbewegung gerne garniert mit Hinweis auf „biblische Verheißungen“, die teils direkt so verstanden werden, als ob sich jedes Bittgebet erübrigt, denn was Gott doch ohnehin zugesagt habe, brauche man nicht mehr eigens zu erflehen. 

Gottes Verheißungen „in Anspruch nehmen“…?

Man spricht in der Religionswissenschaft diesbezüglich von einer Spiritualität der Anamnese (Vergegenwärtigung), wonach wir die Heilsversprechen des Himmels nicht etwa erbitten, sondern „proklamieren“, ausrufen, als gleichsam „schon geschehen“ betrachten sollen. Gebet und „Segnung“ werden direkt verknüpft, beides als hier und heute gegenwärtig angesehen. Aus dem Gebet wird eine „Verkündigung“, Gottes Zusagen gilt es zu proklamieren….

Ein bezeichnendes Beispiel hierfür sei mit dieser schwarmgeistigen Webseite erwähnt: http://mediathek.jule-pape.de/

Hier werden vor allem Texte der bekannten evangelischen Pfingstpredigern und Fernseh-„Evangelistin“ Joyce Meyer aus den USA präsentiert, ergänzt u.a. mit Ausführungen des katholischen Charismatikers Dr. Johannes Hartl (Gebetshaus Augsburg, MEHR-Konferenz). In ökumenischer Eintracht scheint man sich weitgehend einig zu sein, was „Gottes Verheißungen“ anbelangt.

So heißt es z.B. hier (http://mediathek.jule-pape.de/david-gotts-verheissungen-fuer-uns-in-anspruch-nehmen/Joyce Meyer, Hartl) ganz typisch:

„Alles, was Gott versprochen hat, ist ein Ausdruck Seines Herzens und Seines Willens, ganz gleich, ob es Heilung, Segen oder Wegweisung ist….Gebet bedeutet, Gottes höchste Bereitschaft in Anspruch zu nehmen….Die Tatsache, dass Er uns überhaupt Verheißungen gegeben hat, ist Beweis genug für Seine Bereitschaft. Manche Menschen sagen: „Ich weiß nicht, ob es Gottes Wille ist, mich zu heilen….“ Was sagt Gott in Seiner Verheißung? Das sollte das Ende der Diskussion sein.“

Vonwegen  – damit fängt die Diskussion erst richtig an, denn eines ist klar:

Eine Spiritualität, die sich gleichsam am Kreuz vorbeimogelt, bei der nicht die Nachfolge Christi, sondern die „Segnungen“ von oben im Vordergrund stehen, gefällt zwar unseren allzumenschlichen Bedürfnissen, entspricht aber nicht dem „schmalen Weg“, der zur ewigen Glückseligkeit führt.

Dabei bietet der „breite Weg“ teils nicht nur Esoterisches, sondern allerlei fromm wirkende Glaubensformeln oder „wundersame“ Phänomene (charismatisches Handauflegen, „Ruhen im Geist“ und dergl.), erscheint aber jedenfalls attraktiver als ein bescheides Bittgebet an Gott und die Bereitschaft, notfalls auch in Krankheit und Leiden auszuharren. Diese Gesinnung der Opferbereitschaft bedeutet aber wahres Gottvertrauen, nicht das irrgeistige Proklamieren und Reklamieren von „Verheißungen“. 

Gilt das Vaterunser allein für damalige Juden?

Eine anders geartete Variante dieser Art einer vermeintlich hochfliegenden „Frömmigkeit“ finden sich in der protestantischen „Brüderbewegung“ (nicht zu verwechseln mit den evang.“Brüdergemeinden“ der Herrenhuter Richtung), die sich auf den evangelischen Exegeten John Nelson Darby und seine Lehre von den verschiedenen „Haushaltungen“ (Heils-Dimensionen) Gottes beruft.

Bei Darbysten wird nicht der charismatische, sondern ein kurios-biblizistischer Ansatz bemüht:

Die Gläubigen befänden sich im Geiste bereits in den „himmlischen Örtern“, die Bittgebete aus dem Vaterunser hätten nur für die damaligen Juden gegolten, ab dem Kreuzestod Christi lebe man bereits in der Dimension der erfüllten Verheißungen. Es gehe daher um eine „Inanspruchnahme“ der Heilsereignisse und ihrer Früchte bzw. Segnungen. (Näheres dazu in dem theologisch-biographischen Buch „Endlich zuhause – mein Weg zur Kirche“ – über die Konversion eines Historikers und Ex-Darbysten).

Gregg Braden: Gebet ist Emotion plus Gefühl gleich Erfüllung….

Damit nicht genug, werden in „christlich“-gnostischen Strömungen weitere „theologische“ Formen einer verstiegenen Position präsentiert, neuerdings z.B. hier:

https://www.pravda-tv.com/2018/04/von-der-kirche-unterdruecktes-wissen-altes-manuskript-besagt-menschen-haben-uebernatuerliche-kraefte/

Der Autor Gregg Braden lehrt demnach eine „fünfte Art des Betens“, die nicht mehr auf der üblichen kirchlichen Bittgebets-Logik basiert, sondern vielmehr „auf Gefühl gegründet“ sei. Das mute, so heißt es dort, „geradezu revolutionär“ an. Dabei wird  – wie so oft in der Esoterik  – die Quantenphysik bemüht und im eigenen „feinstofflichen“ Sinne ausgelegt. Auf dieser „energetischen“ Grundlage (nach dem Motto: Alles ist letztlich nur Energie) wird gesagt:

„Die jeweilige Emotion bestimmt das Motiv unseres Gebets. Man kann sie auch als das Verlangen beschreiben, mit dem unsere Vorstellungskraft nach einer Lösung sucht. Aus der Verbindung von Gedanke und Emotion entsteht das Gefühl. Wenn uns diese drei Anteile des Gebets vollkommen bewusst sind, können wir eine wahrhaft kraftvolle Vision entwickeln, die als eine Veränderung unserer Realität Gestalt annehmen kann.“

Es heißt dann weiter, Unser „Herzenswunsch wird in dieser Form des Gebets zu einer verkörperten Bewusstheit“  – und man könne sich leicht vorstellen, „wie intensiv Massengebete sein können, die auf diese Weise abgehalten werden, zum Beispiel auch über das Internet!“

Angeblich sei das „Massengebet“ jene Technologie, die „das (kollektive) Bewusstsein berührt.“ – Wenn man also „das Gebet als ein Gefühl“ ansehe, gehe es nicht mehr um unklare Fragen der Gebetserhörung, sondern das gewünschte Ergebnis sei „bereits geschaffen worden“.

Unsere Auflistung verschiedener Formen des (Aber-)Glaubens ist keineswegs vollständig, sondern sollte nur schlagwortartig einige Bereiche und Beispiele aufzeigen und zugleich grundsätzliche Haltungen einer wahrhaft christlichen Frömmigkeit  begründen, wie Christus sie uns vorgelebt hat, gipfelnd in dem vertrauensvollen Gebet unseres HERRN: „Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Kritischer Vortrag von Dr. Aust zur Homöopathie am 13. Juni in Homburg

Vortrag mit Norbert Aust in Homburg/Saar: „Homöopathie: Lehre – Überzeugung – Evidenz“

Am kommenden Mittwoch (13. Juni) ist Dr. Norbert Aust am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg zu Gast.

Auf Einladung des AStA spricht Aust im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik (Kirrbergerstraße 100, Gebäude 9) über „Lehre, Überzeugung, Evidenz“ der Homöopathie:

Der Vortrag setzt sich mit den Argumenten der Kritiker und der Befürworter der Homöopathie auseinander und soll eine Orientierung in der in der Öffentlichkeit sehr emotional geführten Diskussion liefern.

Die Veranstaltung ist öffentlich und beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: https://blog.gwup.net/2018/06/07/vortrag-mit-norbert-aust-in-homburg-saar-homoeopathie-lehre-ueberzeugung-evidenz/

HINWEIS auf unsere Besprechung des Aust-Buches „In Sachen Homöopathie“ (siehe Foto) von Cordula Mohr: https://charismatismus.wordpress.com/2013/07/11/buch-tip-in-sachen-homoopathie-eine-beweisaufnahme-von-dr-norbert-aust/