Forschung: Starker frühkindlicher Streß hinterläßt lebenslange Spuren im Gehirn

Belastende Erfahrungen in der frühen Kindheit, wie beispielsweise eine gestörte Eltern-Kind-Bindung, gelten als Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung von psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Die zugrundeliegenden neurobiologischen Mechanismen sind jedoch bisher nicht hinreichend geklärt.

Ein interdisziplinäres Wissenschaftlerteam der Universitätsmedizin Mainz hat in einem Mausmodell gezeigt, dass frühkindliche Stresserfahrungen die Funktion von bestimmten Gehirnzellen, den sogenannten ‚NG2+‘-Gliazellen, langanhaltend beeinträchtigen können.

Diese Erkenntnis ist Grundlage für die Entwicklung neuer Therapieansätze bei stressbedingten psychischen Störungen wie der Depression.

„Unsere Studienergebnisse ermöglichen neue Einblicke in die Pathophysiologie von frühkindlichem Stress und zeigen, dass die Kommunikation zwischen ‚NG2+‘-Zellen und Neuronen bei stressbedingten Störungen von großer Bedeutung ist. Wir haben damit einen bisher unbekannten Mechanismus entdeckt, der Stress-assoziierten psychischen Erkrankungen wie der Depression zugrunde liegt.

Insbesondere die Idee, dass wir durch die Modulation spannungsgesteuerter Natriumkanäle die Netzwerkaktivität wieder ins Gleichgewicht bringen und somit die regelrechte Funktion des Gehirns wiederherstellen können, birgt ein großes Potential für die Entwicklung neuartiger therapeutischer Ansätze in der Zukunft“, betont PhD Giulia Treccani von der Universitätsmedizin Mainz und Erstautorin der Studie.

Das menschliche Gehirn besteht etwa zur Hälfte aus Gliazellen. Dabei handelt es sich um Zellen im Nervengewebe, die zusammen mit den Nervenzellen (Neurone) das Nervensystem bilden. Die bisherige neurobiologische Forschung zu den Ursachen und Therapien von psychischen Erkrankungen konzentriert sich vor allem auf die Neurone.

„Es wurde lange übersehen, dass die Gliazellen nicht nur das neuronale Netzwerk stützen, sondern auch Signale senden und mit den Neuronen kommunizieren. Das Hauptziel unserer Untersuchungen war es daher, nun erstmals die molekularen und funktionellen Auswirkungen von frühkindlichem Stress auf eine bestimmte Gliazellpopulation, die Oligodendrozyten-Vorläuferzellen, auch bekannt als ‚NG2+‘-Zellen, zu charakterisieren“, erklärt Treccani.

„Wir wollten verstehen, inwieweit Stress in der frühen Kindheit die ‚NG2+‘-Zellen und ihre Funktion beeinflusst und wie diese Veränderungen zu langanhaltenden negativen gesundheitlichen Folgen im späteren Leben führen können.“

Das Forscherteam hat in einem Mausmodell gezeigt, dass frühkindlicher Stress das Transkriptom von ‚NG2+‘-Zellen im Hippocampus, einer speziellen Gehirnregion, beeinflusst. Das Transkriptom spiegelt den aktuellen Zustand aller aktiven Gene innerhalb der Zelle wider. Die Transkriptionseffekte korrelierten dabei stark mit der Konzentration des Stresshormons Corticosteron.

Als mögliche Ursache für die Entwicklung von stressbedingten psychischen Störungen identifizierten die Wissenschaftler im Rahmen ihrer Untersuchungen das durch den frühkindlichen Stress induzierte Kandidatengen Scn7a (Sodium channel protein type 7 subunit alpha).

Das Gen Scn7a kodiert für eine Untereinheit von spannungsaktivierten Natriumkanälen, die von ‚NG2+‘-Zellen während ihrer gesamten Lebensdauer häufig gebildet (exprimiert) wird. Die Kanäle sind von grundlegender Bedeutung für die Übertragung von neuronalem Input auf ‚NG2+‘-Zellen und daher für die Kommunikation zwischen Neuronen und ‚NG2+‘-Zellen relevant.

Bei den gestressten Tieren erhöhte sich die Stromdichte der spannungsaktivierten Natriumkanäle in den ‚NG2+‘-Zellen des Hippocampus. Das bestätigt die funktionelle Bedeutung des Kandidatengens Scn7a. Darüber hinaus blieb Scn7a bis zum Erwachsenenalter in gestressten Tieren hochreguliert. Die Tiere zeigten zudem eine beeinträchtigte kognitive Leistung.

Allerdings waren nicht alle Tiere in gleichem Maße von den Auswirkungen durch die frühkindliche Stresserfahrung betroffen. „Diese Erkenntnis spiegelt die Situation in der menschlichen Bevölkerung sehr gut wider“, erläutert Treccani.

Quelle: Pressemitteilung der Universitätsmedizin Mainz


Livestream zum Astronautenstart am 30.10.

Am Samstag, dem 30. Oktober, um 8:43 Uhr unserer Zeit soll der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer zur Internationalen Raumstation ISS starten.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bereitet aus diesem Anlass ein ganz besonderes Angebot speziell für Kinder und Jugendliche vor:

Ab 7:30 Uhr sendet es auf seinem Jugendportal DLR_next und dem dazugehörigen YouTube-Kanal einen Livestream, der nicht nur den Start und Aufstieg ins All überträgt, sondern davor und danach auch viele weitere spannende Programmpunkte enthält.

„Wir haben verblüffende Experimente vorbereitet, bei denen das junge Publikum sogar zu Hause mitmachen kann. Außerdem erklären wir auf leicht verständliche Art und Weise Themen wie die Schwerelosigkeit und zeigen faszinierende Videos vom Training oder auch zum Alltag auf der ISS“, sagt Tobias Bohnhardt vom DLR, der zusammen mit seiner Kollegin Sina Kürtz durch das Programm führen wird.

„Eigentlich hätten wir gerne eine Raumfahrt-Show mit vielen Schülern im Saal aufgeführt“, ergänzt Sina Kürtz. Aber angesichts der aktuellen Situation ist die Online-Ausgabe unserer Show eine phantastische Möglichkeit, um vielleicht sogar noch mehr junge Leute für die Raumfahrt und damit auch für Forschung und Technik zu begeistern.“

Quelle (Text / Foto) und Fortsetzung der Pressemeldung hier: https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2021/04/20211018_livestream-zum-start-von-matthias-maurer


Zur Fortpflanzungsmedizin in Deutschland: Den Embryonenschutz gesetzlich verstärken

Von Prof. Dr. med. Paul Cullen

Heutzutage kann es dazu kommen, daß ein Kind mit nicht weniger als fünf Elternteilen (beide juristische Eltern, der biologische Vater und die biologische Mutter sowie die sog. „Leihmutter“, besser gesagt „Mietmutter“) zur Welt kommt.

Daß eine solche Konstruktion viele ethische, rechtliche, psychologische und gesundheitliche Frag­en aufwirft, liegt auf der Hand. Dennoch wird die Reproduktionsmedizin in der Öffentlichkeit fast aus­nahmslose als „Fortschritt“ und „Errungenschaft“ dargestellt.

Über mögliche negative Fol­gen und Risiken, insbesondere für die betroffenen Kinder, spricht kaum jemand. Über das offen­sicht­liche Potential zur Ausbeutung der „Mietmütter“ genausowenig.

Auch der subtile, aber stets vor­handene und zunehmende Wunsch, das Ungewünschte auszuselektieren und dem Gewünschten auf die Sprünge zu helfen, die schleichenden Neo-Eugenik also, kommt kaum zur Sprache.

Dieses Schweigen überrascht umso mehr vor dem Hintergrund, daß inzwischen jedes 40. Kind in Deutsch­land mithilfe solcher Techniken geboren wird.

Ein wichtiges Bollwerk gegen die Verzweckung von Menschen vor ihrer Geburt war bisher das Embryonenschutzgesetz. In den 30 Jahren seit Inkrafttreten dieses Gesetzes hat die Fortpflanzungsmedizin eine rasante Entwicklung erfahren.

Eine rationale Antwort hier­­auf wäre gewesen, den Embryonenschutz so zu verbessern, daß der menschliche Em­bryo auch vor diesen neuen Techniken geschützt bleibt. Wir erleben aber das Ge­gen­­teil:

So hat die Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) als vielleicht wichtigster wissenschaftlicher Berater der Politik 2019 und 2021 ausführliche Stell­ungnahmen veröffentlicht mit dem Ziel, das Embryonenschutzgesetz so zu entkernen, daß am Ende weder vom Begriff „Embryo“ noch vom Begriff „Schutz“ viel übrig bleibt.

Auf diesem Wege soll das vol­le Spektrum der heutigen Fortpflanzungsmedizin und Embryonen­forschung in Deutschland ermöglicht werden. Wir müssen damit rechnen, daß in der kommenden Legislaturperiode versucht wird, die Vorschläge der Leopoldina gesetzlich umzusetzen.

Dies müssen wir nicht nur verhindern, sondern dafür sorgen, daß der Embryonenschutz gesetzlich verstärkt wird, um auch diese neue Möglichkeiten der Verfügbarmachung von Menschen am Anfang ihrer Existenz abzuwenden.

Unser Gastautor Prof. Dr. Paul Cullen ist Vorsitzender der „Ärzte für das Leben“ und Vorstandsmitglied des BVL (Bundesverband Lebensrecht). Dieser Dachverband organisiert den jährlichen Marsch für das Leben in Berlin: https://www.bundesverband-lebensrecht.de/marsch-fuer-das-leben/


Sodom und Gomorra? – Archäologische Hinweise auf einstige riesige Luftexplosion

Wie die Internetseite „Grenzwissenschaft aktuell“ berichtet, war Tall el-Hammam vof 3600 Jahren die „wohl größte Stadt“ der südlichen Levante: Schon länger gelte sie als mögliche Quelle der biblischen Erzählung um die Zerstörung von Sodom und Gomorra.

Jetzt hätten Archäologen weitere Belege für eine gewaltige Detonation am Himmel über der Stadt gefunden, wie sie auch Einzelheiten des AT entspreche:

Wie das Team um Prof. James Kennett im Nature-Fachjournal „Scientific Reports“ (DOI: 10.1038/s41589-021-97778-3) berichtet, wird in Tall el-Hammam seit Jahren ausgegraben. Nun sei man in der Grabungsschicht zur Mittleren Bronzezeit auf „ungewöhnliches Material“ gestoßen, z.B. Tonscherben, deren Oberflächen zu Glas verschmolzen sind, Lehmziegel mit zu Blasen aufgeschmolzenen Oberflächen und weitere Belege für ungewöhnlich hohe Temperaturen.

Zitat-Quelle und weitere Infos hier: https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/sodom-und-gomorra-archaeologische-beweise-fuer-gewaltige-luftdetonation-vor-3-600-jahren20210921/


Deutscher ESA-Astronaut Maurer startet Ende Oktober mit NASA zur Raumstation ISS

Voraussichtlich Ende Oktober 2021 soll der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer gemeinsam mit den NASA-Astronauten Raja Chari, Thomas H. Marshburn und Kayla Barron an Bord einer Dragon-Raumkapsel des US-amerikanischen Raumfahrtunternehmens SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS starten.

Maurer (siehe Foto) soll rund sechs Monate in Schwerelosigkeit verbringen und im April 2022 zur Erde zurückkehren.

Es ist der erste Raumflug des 51-Jährigen, der seit Juli 2015 Teil des ESA-Astronautenkorps ist und sich seit dem erfolgreichen Abschluss seiner Grundausbildung als Astronaut auf seinen ersten Einsatz im All vorbereitet.

Dazu gehörten Trainingseinheiten im Astronautenzentrum der ESA in Köln, am Johnson Space Center der NASA in Houston, im sog. SpaceX-Crew-Dragon-Cockpit in Kalifornien sowie bei den weiteren ISS-Partnern in Russland, Japan und Kanada.

„Eine Weltraummission ist nicht einfach“, sagt er wenige Wochen vor seinem Start und fährt fort:

„Ein Großteil meiner mentalen Kraft entsteht durch die Begeisterung für das, was jetzt vor mir liegt. Für mich wird bald ein Lebenstraum in Erfüllung gehen – mit einem fantastischen Team, auf das ich mich jederzeit blind verlassen kann.“

Als ausgebildeter Werkstoff-Wissenschaftler freut er sich besonders auf die Versuche mit neuen Materialien, die „wir dann hoffentlich in ein paar Jahren im Erdalltag wiederfinden werden.“

Vieles werde einzigartig sein:

„Das beginnt mit dem feurigen Ritt auf einer Rakete, die mich in weniger als zehn Minuten auf über 28.000 Stundenkilometer beschleunigt. Die Ankunft auf der Raumstation und meine erste Erdumrundung im All in nur 90 Minuten, wo ich die Schönheit der Erde von unserem Fenster im All aus, der Cupola, in mich aufsaugen werde. Ein Außenbordeinsatz wird hoffentlich stattfinden und auch ein Höhepunkt sein.“

Quelle (Text/Foto): https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2021/03/20210909_matthias-maurer-bereit-fuer-seine-erste-iss-mission-cosmic-kiss.html


Endlich eine Stimme der Vernunft im klimagläubigen Deutschland

Von Peter Kiefer

Welch eine Wohltat: Unter all den apokalyptischen Titeln wie Klima-Krise, Klima-Katastrophe, Klima-GAU, Klima-Armageddon usw. von Klimaanpassung zu lesen.

Im Handelsblatt spricht Dr. Messari-Becker, eine Professorin für Gebäudetechnologie und Bauphysik, im Angesicht der Hochwasser-Katastrophe an Ahr und Erft Klartext – ohne das Narrativ der Klima-Apokalyptiker zu bedienen, die die Naturkatastrophe für politische Zwecke instrumentalisieren.

Eigentlich eine Binse, aber nicht im Klima-gläubigen Deutschland. Im Ahrtal gab es schon mehrere Hochwasser-Katastrophen, sogar schon in vor-industriellen Zeiten, als der Mensch noch nicht für das angeblich Tod-bringende CO2 verantwortlich gemacht werden konnte.

Diese Dame – übrigens in Marokko geboren – sprach von der Notwendigkeit von ausreichenden Rückhaltebecken, mehr Grün- und Sickerflächen, auch von leistungsfähiger Kanalisation.

Sie war von 2016 bis 2020 Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen; möglich, dass sie das jetzt nicht mehr ist, weil sie im Chor der Klima-Retter nicht so richtig mitsingen wollte (Wikipedia gibt keine Auskunft darüber).

Vielleicht war auch die Zusammenarbeit mit der fabelhaften Blondine Prof. Claudia Kemfert, stellv. Vorsitzende des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zu anstrengend. Nobody knows!

BILD: Grünes Wahlkampfplakat

Auch innerhalb der ‚Vierten Gewalt‘ gibt es vereinzelt Stimmen, die sich dem Mainstream entziehen.

So macht sich Stefan Aust, der namhafte deutsche Journalist und ehem. Chefredakteur des Spiegel – also noch vor Relotius – lustig über die Weltuntergangspropheten des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK): „Unterlegt mit dem Computerzahlenwerk der Klimagurus von Potsdam nahm und nimmt der drohende Weltuntergang durch das menschengemachte Kohlendioxid seinen verhängnisvollen Lauf“ (Stefan Aust: Zeitreise, 2021).

Zur Erinnerung: Der ehem. Leiter des PIK, Hans Joachim Schellnhuber („Selbstverbrennung der Erde“, 2015) war persönlicher Berater der ‚ewigen‘ Kanzlerin, und sein Nachfolger am PIK, Stefan Rahmstorf, ist aus dem gleichen Holz geschnitzt („Der Klimawandel“, beide, 2019).

Für am Thema interessierte Leser sehr empfehlenswert: Das Interview mit Frau Messari-Becker: https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-bauexpertin-zu-starkregen-wir-neigen-dazu-die-natur-zu-verkitschen/27479290.html?ticket=ST-1896169-CrkFBdNg5ENM1NXVFauZ-ap6


Alarmierende Erkenntnisse zur chronischen Venenschwäche und Herz-Kreislauf-Problemen

Die chronisch-venöse Insuffizienz (CVI) ist eine Erkrankung der Beinvenen, die zu schweren Venen- und Hautveränderungen bis hin zu chronischen Wunden führen kann. Bislang wurde die Erkrankung vorwiegend als ein ästhetisches und lokales Problem der Venen betrachtet.

Jedoch zeigen neue Daten, dass die chronische Venenschwäche mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einer höheren Sterblichkeit einhergeht.

BILD v.l.n.r.: Prof. Dr. Philipp Wild, Dr. Jürgen Prochaska (Foto: Thomas Böhm. Universitätsmedizin Mainz)

Diese bisher unbekannten Erkenntnisse von Wissenschaftler/innen des Centrums für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz und des Deutschen Zentrums für Herzkreislaufforschung (DZHK) legen nahe, die CVI zukünftig als Vorhersagekriterium für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu nutzen.

Die Ergebnisse der Mainzer Studie wurden jetzt in der Fachzeitschrift „European Heart Journal“ veröffentlicht.

„Unsere Untersuchung ist die erste und umfangreichste bevölkerungsbezogene Studie, die systematisch das gesamte Spektrum der Veneninsuffizienz untersucht und in Verbindung mit etablierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswertet“, erläutert Dr. Jürgen Prochaska, Oberarzt am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz und Arbeitsgruppenleiter am CTH.

„Wir konnten zeigen, dass die chronisch-venöse Insuffizienz ausgesprochen verbreitet ist: Bei rund 41 Prozent der 40- bis 80-jährigen Probanden der bevölkerungsbasierten Gutenberg-Gesundheitsstudie (GHS) wurde eine symptomatische chronische Venenschwäche mit Ödemen, Hautveränderungen oder offenen Wunden der unteren Gliedmaßen diagnostiziert.“

Die Studiendaten belegen, dass die Häufigkeit der chronisch-venösen Insuffizienz mit zunehmendem Alter deutlich ansteigt. Während bei den 40- bis 50-Jährigen mehr als jeder Fünfte betroffen ist, sind es bei den 70- bis 80-Jährigen sogar mehr als zwei Drittel. Eine weitere Erkenntnis der Studie: Frauen erkranken etwas häufiger als Männer.

Zudem stellte das Mainzer Forscherteam fest, dass Personen mit einer chronisch-venösen Insuffizienz mit einer etwa 60 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit gleichzeitig eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung aufweisen als Personen mit gleichem Alter und Geschlecht ohne CVI.

Die Wissenschaftler/innen konnten darüber hinaus zeigen, dass das Risiko, in den nächsten zehn Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche oder der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern zu erkranken, bei Personen mit CVI fast doppelt so hoch ist wie bei Personen ohne Zeichen einer Venenschwäche.

„Unsere Daten offenbaren eine weitere alarmierende Erkenntnis“, betont Univ.-Prof. Dr. Philipp Wild, Leiter der Präventiven Kardiologie am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz und Leiter der Klinischen Epidemiologie und Systemmedizin am CTH.

„Wir haben in der Studie nachgewiesen, dass die Gesamtsterblichkeit über alle Todesursachen hinweg bei Menschen mit chronisch-venöser Insuffizienz unabhängig von allen anderen Faktoren, wie etwa Alter, Geschlecht, Risikofaktoren und Begleiterkrankungen, deutlich erhöht ist. Dies unterstreicht in Verbindung mit der hohen Verbreitung die Notwendigkeit, die Krankheit ernst zu nehmen und als möglichen Indikator für das Vorliegen einer kardiovaskulären Erkrankung zu nutzen.“

Die Sterblichkeit von Personen mit fortgeschrittener Venenschwäche war im Beobachtungszeitraum von etwas mehr als sechs Jahren um etwa das 1,7-fache höher als bei Personen ohne diese Erkrankung.

Quelle und Fotos: Universitätsmedizin Mainz


Neuer kritischer Wissenschaftler-Aufruf

Wir sind eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichsten Fachdisziplinen. Im Laufe des letzten Jahres beobachteten wir eine Entwicklung im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik, die aus unserer Sicht der Unabhängigkeit und der Freiheit der Wissenschaft schaden kann.

Wissenschaftliche Expertise wurde von politischer Seite meistens selektiv zur Entscheidungsfindung und -begründung herangezogen. Die ganze Breite der verfügbaren wissenschaftlichen Analysen und Einschätzungen wurde in der Öffentlichkeit unzureichend abgebildet und kaum diskutiert; Expertenmeinungen, die nicht unmittelbar politisch gewollte Maßnahmen unterstützten, wurden oft ausgeblendet.

Wir möchten dieser problematischen Entwicklung, die sich möglicherweise auch auf zukünftige wichtige Gesellschaftsfragen auswirken kann, eine kritisch-konstruktive Beschreibung von Wissenschaft entgegenstellen und zu einer notwendigen Debatte animieren und beitragen.

Wir beschreiben hier die aus unserer Sicht wichtigsten und grundlegenden Aspekte der Rolle der Wissenschaft in einer freiheitlichen und aufgeklärten Gesellschaft.

Diese Erklärung wurde in der August-Ausgabe 2021 von Forschung & Lehre veröffentlicht.

Quelle und Unterzeichnungs-Möglichkeit für Wissenschaftler: https://kritischer-geist.de/


Mein Einspruch zum „Weltklima-Bericht“

Von Peter Kiefer                                                                                          

„Der Planet schwebt am Abgrund.“ – Das sagt zumindest die Fachfrau an der Spitze des Bundesumweltministeriums nach der Lektüre des sechsten Weltklimaberichts. Sie ist zwar keine Klimatologin, hat aber immerhin ein abgeschlossenes Studium (Germanistik, Politikwissenschaft) und ist gestählt in zwei Landeskabinetten (Nordrhein-Westfalen unter Hannelore Kraft).

Nun muss man wissen, dass der Weltklimarat kein wissenschaftliches Gremium ist, sondern ein politisches, und schon die Abordnung zu diesem Gremium folgt einer gewissen Agenda.

FOTO: Das Gasometer in Oberhausen

Sein Ruf ist durchaus umstritten:

‚Verein zur Manipulation der Massen‘ (Max Erdinger), auch die Autoren von Unerwünschte Wahrheiten (Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning) verweisen auf die Intransparenz der Auswahl von Autoren und die Zusammensetzung des Gremiums, in dem viele Mitglieder von Umweltaktivisten-Organisationen sind, aber keine Wissenschaftler, die die Behauptung ‚menschengemacht‘ relativieren.

Entsprechend ist dann auch das Ergebnis: Die globale Erwärmung ist eindeutig menschengemacht. Die Folgen sind fatal. (so Christine Elsner, ZDF).

„Sie muss natürlich menschengemacht sein, weil ansonsten ein Weltklimarat seine Berechtigung verlöre“, merkt Max Erdinger ironisch an – und wo er recht hat, hat er recht. Er fügt hinzu: „Es ist nur logisch, daß die Experten, die für den Weltklimarat Berichte anschaffen gehen, nichts liefern, aus dem die Überflüssigkeit des Weltklimarates hervorgehen würde.“

Der Spiegel titelte: „Der Planet schwebt in Lebensgefahr und mit ihm seine Bewohner“. – Was müsste getan werden, um den Weltuntergang abzuwehren?Die Bundesumweltministerin meint: „Alle Wahlprogramme müssten revidiert werden“. – Der Vorsitzende des Weltklimarates, ein Mann aus Südkorea, „legt dar, dass CO2 und andere Treibhausgase schnell und nachhaltig reduziert werden müssten.“

Ob’s noch reicht vor den Bundestagswahlen? Ersteres schon, letzteres eher nicht!

Spaß beiseite, jeder weiß: Es gibt den Klimawandel. „Wer einigermaßen seine Latten am Zaun hat, überlegt sich, wie er mit diesem Wandel leben kann, anstatt sich auf das völlig größenwahnsinnige Projekt einzulassen, ihn zu stoppen.“ (Max Erdinger)

PS: WELTWOCHE-Chef und SVP-Parlamentarier Roger Köppel aus der Schweiz hat das Papier des Klimarates in seinem heutigem Weltwoche daily auseinander genommen:


Zeitfenster in der Entwicklung des Menschen

Von Christa Meves

Heute möchte ich Sie mit dem entwicklungspsychologischen Begriff „Zeitfenster“ bekanntmachen, weil ich in der letzten Zeit die Erfahrung gemacht habe, dass manche Eltern besorgt sind vor dem nun wartenden Schulanfang ihrer Kleinen wegen eines unüblichen Verhaltens mancher ihrer Sprösslinge.

Die betroffenen Kinder zeigen ein Verhalten, mit dem sie auffallen könnten.

Zum Beispiel: Ein Sechsjähriger macht in kurzen Abständen einen Nasenschnaufer, ein Mädchen lässt nicht davon ab, sich immer wieder Locken auszureißen, ein anderer kaut an den Fingernägeln, eine andere muss häufig auf die Toilette, um sich die Hände zu waschen.

Regelmäßig erklären die besorgten Eltern, dass diese Angewohnheiten schon eine ganze Weile vorhanden sind und dass sie samt Oma und Papa trotz vieler Mahnungen es nicht geschafft haben, das Kind zu bewegen, von diesen Stereotypien abzulassen. „Will ich doch auch nicht“, pflegt das so angesprochene Kind dann zu antworten. Aber statt Fortschritten sei nach ausführlicher Beachtung eher eine Verstärkung der Symptome eingetreten, berichten die Erziehenden.

Zur Erläuterung ist es aber nötig, zunächst ein wenig tiefer die Ursachen solcher Erstsymptome von Verhaltensstörungen in den Blickpunkt zu rücken; denn es fehlt in diesen Bereichen an Kenntnis über die Notwendigkeit, die Zeitfenster im Entwicklungsgang des Menschen zu beachten.

Die Bezeichnung Zeitfenster ist ein ausgesprochen anschaulicher Begriff der Entwicklungspsychologie.

Er betrifft die Gegebenheit, dass sich jeder Entwicklungsschritt beim Menschen immer mit einer bestimmten Dauer in einem bestimmten Alter vollzieht. Entwicklungsaufgaben treten altersentsprechend ein und wollen geübt sein. Wir Menschen haben unser Sein in Phasen, in Stufungen zu vollziehen.

Dafür ist der Begriff Zeitfenster besonders zutreffend, weil ein Fenster nicht nur erhellenden Ausblick, sondern meist auch die Möglichkeit enthält, sich öffnen zu können, und damit natürlich auch die Möglichkeit hat, sich zu schließen.

Eine Zeitlang entsteht ein gewisser Schwerpunkt in den Verhaltensformen, der vergeht, wenn dieser genug geübt ist und unwichtiger wird. So schließt sich z. B. an die Säuglingszeit die Trotzphase an. Das Zeitfenster der Säuglingszeit schließt sich, nachdem das Kind eine Bindung an die Mutter erworben hat. Daran schließt sich ein Zeitfenster mit neuen Aufgaben an, in dem das Kind ein Bedürfnis nach Selbstständigkeit entfaltet, und zwar von dem Augenblick an, in dem es alleine laufen kann.

Schwierigkeiten z. B. der eben beschriebenen Art pflegen bei den Entfaltungsaufgaben der jeweiligen Phasen dann aufzutreten, wenn solche Hauptaufgaben nicht hinreichend eingeübt wurden,  z. B. weil das von den Erziehenden nicht beachtet wurde oder das Schicksal das verhinderte.

Verpasste Bindung an die Mutter mit Zeitfenster in der Säuglingszeit kann man später nicht selbstverständlich nachholen, z. B. durch die Begegnung mit wechselnden Pflegerinnen in der Kita.

Diese Restbestände von Lebensaufgaben, die in der jeweiligen Stufe unerledigt blieben, verweilen dann mit einem unbestimmten Nachholbedürfnis in der Kinderseele. Die Kinder beginnen unruhig zu werden, weil ein elementarer Drang nicht abgesättigt worden ist. Und dieser Mangel wird dann leicht durch eine der eben beschriebenen Angewohnheiten zu kompensieren versucht.

Das geschieht dem Kind in jeder Stufe ohne jedes Bewusstsein von dessen Bedeutung. Es hilft also nicht, wenn eine Mutter jetzt immer und immer wieder dem Kind sagt, es möge aufhören, z. B. an den Fingernägeln zu beißen oder am Daumen zu lutschen.

Die Frage „Warum tust du das?“ ist sinnlos, denn das Kind weiß nicht, warum die Natur in ihm auf einen seelischen Mangel mit einem groben, unbewussten, häufig wiederholten Selbstheilungsversuch reagiert, sondern im Gegenteil: Die häufige Thematisierung der Angewohnheit durch die Erziehenden verstärkt den Zwang zu den unliebsamen Tätigkeiten.

Solche Symptome lassen sich in der Kindheit so schwer abgewöhnen, weil alles, was sich dort im Gehirn abspielt, als Lebensgrundlage so fest eingeprägt wird. In den späteren Stufen werden alle inneren bedeutsamen Aufgaben leichter veränderbar – jedenfalls die neu hinzukommenden -, während die alten Prägungen zäh zu haften pflegen.

So enthält z. B. das Zeitfenster Pubertät, das mit der Geschlechtsreife geöffnet wird, für Mädchen oft das Bedürfnis, durch Schlankheit ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Das lässt sich durch regelmäßig reduzierte Kalorienzufuhr zwar erreichen.

Aber wenn das in der ersten Lebenszeit vorhandene Bedürfnis nach emotionaler und oraler Sättigung nicht befriedigt wurde, kann aus dem Mangel das dringliche Bedürfnis entspringen, das irgendwie nachzuholen; und so vereinnahmt die Jugendliche unbesehen so viele Kalorien, dass sie eher vollbeleibt wird, als dass der Wunsch, schlank und damit modisch erwünscht zu sein, sich erfüllen lässt.

Oder ein weiteres Beispiel aus dieser Altersstufe: Ein Jugendlicher sitzt im Allgemeinen wie ein junger Vogel auf dem Nestrand, plant Ausbildung und Auszug. Das innere Zeitfenster drängt dazu. Bleibt er jetzt dennoch bei Pension Mama hängen, dann ist das ein Zeichen dafür, dass sein Seelenrucksack aus der Kindheit entweder für ihn zu schwer ist oder dass er aus Bequemlichkeit nun einmal zu sehr Mamas klasse Hotel liebt.

Das Letztere ist mit Eigenwillen zu ändern, das Erstere aber nicht – es sei denn, jemand hilft ihm, den Rucksack tragbar zu machen. Sein Zeitfenster klemmt eben. Er hat es nicht zum angemessenen Zeitpunkt schließen können.

Deshalb brauchen die Erziehenden bei allen Stufen der Kinder und Jugendlichen und später bei sich selbst ein Gespür für die Zeitfenster – und das heißt Wissen um den sich entfaltenden Menschen. Er versucht sich sonst unbewusst selbst zu helfen, ohne zu ahnen wieso. Er strebt doch lediglich nach dem Gesetz, nach dem er von Gott und dessen Natur angetreten ist.

Je mehr also Eltern mit einem gesunden Menschenverstand beim Umgang mit ihrem Kind spüren, was für ihr Kind in den jeweiligen Phasen das Richtige ist – also weniger künstlich, sondern entwicklungsgerecht -, umso mehr wird ihr liebster Schatz den ihm zugemessenen Weg finden und dann auch von lästigen Angewohnheiten lassen können; denn die haben für ihn dann keinen Sinn mehr.

Unsere Autorin Christa Meves ist Psychotherapeutin für Kinder/Jugendliche, Publizistin und Bestsellerautorin