Rate der Corona-Erkrankungen in der vorigen Woche deutschlandweit leicht gesunken

Pressemitteilung der Universität Mainz:

Die Rate der durch das Coronavirus verursachten Covid-19-Erkrankungen in Deutschland ist vom Montag bis zum Freitag der vergangenen Woche von zuvor durchschnittlich 27 Prozent auf 21 Prozent pro Tag gesunken.

Außerdem besteht die Hoffnung, dass die Zuwachsrate durch die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen in dieser Woche weiter abnimmt.

Zu diesen Ergebnissen sind Wirtschaftswissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Universität Regensburg gekommen, indem sie eine statistische Methode, die üblicherweise in der Arbeitsmarktforschung benutzt wird, auf die vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Zahlen zu Covid-19 angewendet hatten.

Einem Bund-Länder-Beschluss vom 13. März folgend finden u.a. seit dem 14. März keine Bundesligaspiele mehr statt und seit dem 16. März sind Schulen und Kindergärten geschlossen.

„Berücksichtigt man die übliche Inkubationszeit von zirka fünf Tagen sowie eine weitere Dauer von etwa drei Tagen, bis die Betroffenen beim Arzt waren und die eventuelle Erkrankung dem RKI gemeldet worden ist, müssten in dieser Woche die ersten Effekte dieser Maßnahmen sichtbar werden“, sagt der Volkswirtschaftler Prof. Dr. Klaus Wälde, der seitens der JGU an der statistischen Auswertung beteiligt war.

Sollte es an einem der kommenden Tage tatsächlich zu einem Bruch der Zuwachsrate kommen, müsste nach dem von den Forschern angewendeten Modell allerdings noch bis Ende dieser Woche abgewartet werden, um mit Sicherheit sagen zu können, ob der Rückgang auf den Maßnahmen von Bund und Ländern beruht.

„Selbst wenn die gemessenen Wachstumsraten an dem ein oder anderen Tag deutlich niedriger liegen sollten, muss das kein systematischer, also andauernder Effekt sein“, sagt Wälde. Einzelne Werte könnten stark durch Zufallseinflüsse bestimmt sein, z.B. mehr oder weniger verfügbare Testkapazitäten oder Messfehler.

Prof. Wälde geht davon aus, „dass wir am kommenden Freitag mit 95-prozentiger Sicherheit wissen werden, ob die von Bund und Ländern am 13. März getroffenen Maßnahmen erfolgreich waren“.

Weiterführende Links: https://www.macro.economics.uni-mainz.de/category/corona/ – Corona-Blog von Prof. Dr. Klaus Wälde


Kuba und sein Umgang mit dem Zika-Virus

Von Dr. med. Edith Breburda

In den USA weichen Journalisten nicht von ihrer sensationslüsternen Berichterstattung ab. Aufgebracht fragen sie Präsident Trump, warum er vom China-Virus redet. Im gleichen Atemzug bezeichnen sie es als rassistisch allen chinesischen US-Bürgern gegenüber.

Der Präsident antwortet darauf: Weil ein Virus häufig nach dem Ort seiner Entstehung benannt wird. Als Beispiel nennt er das Marburg-Virus, die afrikanische Schweinepest. Früher gab es die „spanische Grippe“ usw.

Ein Mitarbeiter des Weissen Hauses redet davon, so schnell wie möglich durch die Hölle zu gehen. Die USA haben eine starke Wirtschaft. Um das Geld kümmert sich der mittlerweile recht zuversichtliche Präsident später.

Amerikaner sind schon mit ganz anderen Zuständen fertig geworden. In New York wird mittlerweile auf alle nicht zwingend notwendigen Operationen ab Sonntag, dem 22. März, verzichtet. So müßte die Abtreibung auch dazugehören!

Haben wir aus der Geschichte gelernt?

Schauen wir nach Kuba während des Zikavirus-Ausbruchs. Entscheidend ist immer, wie die Behörden mit Zika umgehen. Kubas Gesundheitsministerium hat in der Vergangenheit die Epidemie schlichtweg vertuscht und geleugnet. Wie es in Diktaturen üblich ist, werden sie erst dann transparent, wenn die Existenz einer Sache sowieso schon offensichtlich ist.

Nathan Grubaugh von der Yale School of Public Health schätzt, dass im Jahr 2017 allein 5.700 Infektionen vorlagen. Kuba berichtete über den ersten Zika-Fall im März 2016. Im Januar 2017 standen keine Daten mehr zu Verfügung, obwohl die Infektion in der zweiten Jahreshälfte 2017 ihren Höhepunkt erreichte.

Die kommunistischen Behörden in Kuba schwiegen gegenüber der panamerikanische Gesundheitsorganisation PAHO über einen Ausbruch. Forscher der Yale-Universität analysierten Touristen, die auf Kuba waren und sich dort mit Zika angesteckt haben. Eine Unterlassung der Meldepflicht ist oft die Ursache, dass Epidemien in anderen Ländern ausbrechen, weil Reisende und Gesundheitsbehörden keine entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen treffen können, wenn sie nichts über ein erhöhtes Risiko der Infektion wissen.

Peter Hoetz vom Baylor College of Medicine in Texas war beunruhigt: „Es sollte demnächst möglich sein, einen Anstieg von Geburtsfehlern nachzuweisen.“ – Für ihn stand es ziemlich fest. Eine Zika-Virus Infektion während der Schwangerschaft birgt ein erhöhtes Risiko für Mikrozephalie.

KUBA

Manche mögen sich daran erinnern, wie die Obama-Administration 2016 noch Kuba gepriesen hat: „Dieses Land hatte Krankheiten, die von Stechmücken ausgehen, fest im Griff. Sie würden nicht warten, bis die Krankheit auftritt“, verdeutlichte damals der Tropenexperte Carlos Espinal Tejada des Globalen Gesundheit-Konsistoriums der Internationalen Universität von Florida in Miami.

In Kuba ist vieles anders, als wir es von lateinamerikanischen Ländern gewohnt sind. Carilda Peña Gracía, der Gesundheitsminister des Landes, erklärte:

„Wenn wir ein Virus erwarten, mobilisieren wir alles. Seitdem 1981 auf der Insel 158 Menschen dem Dengue-Fieber zum Opfer gefallen sind, wissen wir, was wir, zu tun haben. Lokale Kliniken haben insgesamt 15.000 Leute angeheuert, welche die 11 Millionen Einwohner des Landes kontrollieren. Sie statten ihnen Besuche ab. Wenn sie eine Schnake sehen, wird sie umgebracht. In Havanna ist jeder Moskito-Kontrolleur für 280 bis 300 Haushalte verantwortlich.

Sie vernichten die Brutstätten der Insekten. Wenn wir einen Erkrankten finden, untersuchen wir sein Umfeld. Auch Reiserückkehrer müssen erst mal in die Klinik kommen, wo sie von Ärzten untersucht werden, damit sie keine Viruskrankheit einschleppen. Vor allem werden Schwangere beobachtet. Als man zwei Frauen mit einer Infektion fand, die beide im siebten Monat schwanger waren, haben die Ärzte ihnen das Risiko erklärt und ihnen nahegelegt, ihre Kinder abzutreiben. Sie haben sehr geweint, weil sie ja schon so weit in ihrer Schwangerschaft waren.“

„Die intensive Anstrengung, die Seuche einzudämmen, hatte sich rentiert, wir fanden in Kuba nur drei Zika-Infizierte“, versicherte Nilda Roca Menendez, die Epidemiologiedirektorin von Havanna: „Aber viele Fälle verlaufen mild und werden gar nicht registriert.“

Wenn Kuba nicht die Mithilfe ihrer engagierten Einwohner hätte, wäre es nicht so glimpflich ausgegangen. Obwohl eigentlich keiner so recht Moskito-Kontrolleur sein will. Die Leute haben zudem Sorge, dass Wertsachen mit entwendet werden, wenn die Wohnungen mit Insektiziden eingesprüht werden. Die Kontrolleure werden nicht gut bezahlt und sie haben keine Schutzkleidung. Sie müssen lange und hart arbeiten. Die giftigen Chemikalien stinken. Es werden fast nur junge Soldaten vor ihrem Studium rekrutiert.

Yasmani, den man nach seinem Einsatz immer im Park findet, erklärt, dass er seit vier Jahren diese Arbeit verrichtet. Manchmal kommen noch 10 Dollars für Überstunden hinzu:

„Jeden Tag schleppen wir die schweren Sprühflaschen die Stufen rauf und runter. Das Gas, welches wir in den Wohnungen mithilfe eines alten Dieselmotors, der die Flaschen antreibt, versprühen, ist ungesund. Yasmani hat jeden Abend Kopfschmerzen. Ein Arzt sagte, es käme von den Abgasen. Der Treibstoff enthält Blei, bestätigt Antonio Bell.

Der Aufseher repariert oft notdürftig Gasapparate. Er trägt eine blaue Baseball-Kappe, auf der zu lesen ist: campaña anti-Aegypti. Es ist der Name der Firma, welche Aegypti Moskitos und ihre Zikaviren ausrotten sollen. „Mit Hilfe von Blei steht uns das Moskito-Gift als eine Suspension zur Verfügung“, erläutert er: „Alle sechs Monate werden unsere Arbeiter untersucht. Als Aufseher verdient er $29. An der Wand hängen zwar Masken für die Arbeiter, doch keiner benutzt sie. Man hebt sie für den Fall auf, dass derjenige, der sie brachte, sie wieder haben will.“

Trotzdem schwärmen immer noch viele Amerikaner vom Gesundheitssystem der Insel. Unter ihnen Arachu Castro von der Tulane Universität in New Orleans. Sie konnte sich selbst davon überzeugen, wie gut es funktioniert. Sie reiste mit ihrer Tochter. Als sie unterwegs hohes Fieber bekam, brachte man sie sofort ins Krankenhaus, um sie auf Zika und Denguefieber zu testen. Alles war negativ. Seitdem ist Castro begeistert. Sie sagte: „Wenn jemand krank wird, hat er Glück im Unglück, weil er in Kuba ist.”

Offensichtlich in Wunschdenken oder Gehirnwäsche – wie auch immer wir es nennen wollen. Wie kann man sich etwas derart Gesundheitsschädliches schönreden?

Bereits US-Präsident Ronald Reagan erklärte „Der Sozialismus funktioniert nur an zwei Orten: Im Himmel, wo man ihn aber nicht braucht  – und in der Hölle, wo dieses System schon lange etabliert ist“.

Weitere Infos im jüngsten Buch unserer Autorin Dr. Edith Breburda: „Gentopia  – das gelobte Land“


Fledermäuse als häufige Viren-Überträger

Von Dr. med. Edith Breburda

Wissenschaftler gehen davon aus: Fledermäuse sind Träger des Coronavirus. Sie leben auf jedem Kontinent der Erde. Nur auf der Antarktis sind sie nicht zu finden.

Dazu kommt, dass sie fliegen können, womit sie eine Krankheit – auch über ihre Ausscheidungen – schneller verbreiten; sie haben ihr Habitat nahe bei uns Menschen.

So heißt es z.B. hier: „Eines ist sicher: Dieses Virus stammt von einem Tier, höchstwahrscheinlich von einer Fledermaus… Sars Coronavirus 2 kommt ja genauso wie das ursprüngliche Sars-Virus aus einem Fledermaus-Reservoir.“  (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/coronavirus-wissenschaftler-erforschen-gefaehrdung-von.697.de.html?dram:article_id=472930)

Zudem stehen sie in vielen Ländern auf der Speisekarte, wodurch sie oft lebend verkauft werden. Tiermärkte waren auch für den Ausbruch von SARS verantwortlich.

In China verkauft man neben Affen und Fledermäusen natürlich auch Kakerlaken. Ein unvergessliches Bild, das sich mir auf einer von meinem Vater geleiteten wissenschaftlichen Exkursion quer durch China  –  u.a. Wuhan  –  Mitte der 80iger Jahre einprägte. (1)

Die in Höhlen lebende Fledermaus-Kolonien sind ideal dafür geeignet, Viruskrankheiten zu verbreiten.

Dr. Daszak von EcoHealth Alliance berichtete bereits 2017 in der Fachzeitung Nature von seiner Datenbank, in der er 754 Säugtieren katalogisierte, die 586 verschiedenen Viren in sich tragen. Damit bestätigte er, dass Fledermäuse prädestiniert sind, Krankheiten auf den Menschen zu übertragen.

Sie überleben nicht nur das Virus, das sie in sich tragen, sondern werden erstaunlich alt. Während Mäuse höchstens zwei Jahre leben, hat die große braune amerikanische Fledermaus eine Lebensspanne von etwa 20 Jahren. Wobei andere Arten ohne weiteres 40 Jahre bzw. eine kleine Sibirische Fledermaus bis zu 41 Jahre alt werden. Sie zu studieren, ist eine Notwendigkeit für unsere eigene Gesundheitsvorsorge.  

Dr. Daszak wünscht sich, den Verkauf dieser Tiere zu stoppen. Es würde sicherlich den weiteren Ausbruch von Krankheiten verhindern. „Doch dies ist nicht durchführbar, deshalb müssen wir die Lebensgewohnheiten der Tiere studieren“, postuliert der Wissenschaftler. „Ein Ausbruch kann kontrolliert und abgemildert werden. Aber wenn wir nicht den Ursprung der Krankheit kennen, kann sich ein Virus weiterhin schnell verbreiten.“

2018 hatten Wissenschaftler aus China und Singapur in einem Artikel in Cell Host and Microbe beschrieben, warum das Virus den Tieren selbst nichts anhaben kann. Der Kraftaufwand zu fliegen bewirkt, dass kleine Stränge der Erbinformation (DNA) in ihren Körperzellen herausbrechen. Diese DNA-Bruchstücke werden vom Immunsystem nicht angegriffen.

So wurden im Laufe der Evolution auch keine Viren mehr vom natürlichen Abwehrsystem der Fledermäuse bekämpft. Damit wurden die Tiere zu Trägern vieler Krankheiten, ohne dass sie ihnen selber schaden, weil sie tolerant gegen den Erreger sind.

Eine Fledermaus alleine kann ein natürliches Reservoir für das Marburg Virus, Tollwut, dem Nipa- und Hendra-Virus sein, das sie vor allem in Afrika, Malaysia, Bangladesch und Australien an den Menschen weitergegen.  

Man weiß, dass Kakerlaken und Insekten viele Krankheiten beherbergen – Fledermäuse übertreffen sie um das Vielfache. Noch dazu sind sie wichtige Bestäuber von z.B. Bananen und anderen Früchten.

Es gibt so viele Fledermausarten, dass sie ein Viertel aller Säugetiere ausmachen. Ihre Fähigkeit, Viren zu beherbergen, die leicht auf Menschen übertragen werden, hat verehrende Konsequenzen. Man vermutet, dass Fledermäuse auch ein Reservoir des Ebola-Virus sind. (2)

Seit 1976 fragen sich Wissenschaftler, welche Tiere bei einer Zoonose, in der eine Krankheit von Menschen auf Tiere übertragen wird, ein Erregerreservoir beinhalten.

Zum ersten Mal trat Ebola im Juni 1976 in einem kleinen Missionskrankenhaus in Yambuku auf. Heute gehört dieses Gebiet zum Kongo. Die am Rande des Dschungels gelegene Ortschaft grenzt an den Ebola-Fluss. Die sich infizierten Personen bekamen plötzlich hohes Fieber, Unterleibsschmerzen und einen entzündeten Hals. Dann bluteten sie aus der Nase, den Augen und anderen Körperöffnungen.

Neunzig Prozent der damals 318 infizierten Menschen starben innerhalb weniger Tage. Danach schien die Krankheit verschwunden. Mittlerweile nannte man sie nach dem Fluss-Ebola. Es betraf jedes Mal nur ein paar Personen in ein oder zwei Ortschaften.

Bis das Ebola-Zaire-Virus – wie aus dem Nichts heraus – 2011 plötzlich wieder in Zentral-Afrika auftrat, worüber der Virologe Garz Kobinger des Gesundheitsinstitutes in Winnipeg ausKanada berichtete.

2013 infizierten sich dann 11.000 Menschen in West-Afrika. Als erstes erkrankten Guineas Einwohner. Rasant verbreitet sich das Virus in der dicht mit Menschen gefüllten Hauptstad Conakry. Schnell infizierten sich die Bewohner der Nachbarländer Liberia und Sierra Leona.

Wissenschaftler studierten in den letzten Jahren das Virus sehr genau. Weltweit entschlüsselte man in Sicherheitslaboren das Erbgut des Virus. An Hunderten von Patienten entnahm man damals Blutproben und speicherte Gesundheitsdaten. Während des Ausbruchs testeten Wissenschaftler viele Impfstoffe. Arzneimittelfirmen versuchten mehrere verschiedene Medikamente aus. Bis auf einen Impfstoff schien alles Andere nicht zu helfen.

Den einzigen vielversprechenden Impfstoff entwickelte Merk. Er wurde bereits in Guinea angewandt, obwohl er damals noch nicht offiziell freigegeben war. Wenn Kongos Regierung Bedarf angemeldet hätte, wäre er als Versuchsimpfstoff eingesetzt worden. Ärzte ohne Grenzen standen bereit, den Impfstoff zu applizieren.

Forscher versichern, dass folgende Ebola-Ausbrüche längst nicht mehr so dramatisch verlaufen würden. 2017 wurden zwei Personen in einer sehr abgelegenen Gegend des Kongos positiv auf Ebola getestet. Nicht lange danach wurden drei bestätigte Fälle und 37 Verdachtsfälle des hoch pathogenen Virus gefunden.

Trotzdem ist man sich über die Entstehung des mysteriösen Virus immer noch im Unklaren. Der Virologe des Nationalen Institutes für Allergien und Infektionskrankheiten im Bundestaat Montana, Vincent Munster, erläuterte gegenüber dem Science Magazin am 2. Juni 2017: „Wir wissen sehr genau, wie sich das Virus vermehrt. Dennoch können wir uns weder erklären, woher es kam, noch wissen wir, was seinen sporadischen Ausbruch bewirkt?“

Es tötet Menschen, Antilopen, Gorillas und Schimpansen. Eines der Tiere muss das Virus in sich tragen. Das dem Ebola-Virus naheverwandte Marburg-Virus hat sein Erregerreservoir in Fledermäusen, Nagetieren und in Menschen.

Bei vorhergehenden Ebola Ausbrüchen fanden Wissenschaftler Antikörper des Erregers in Fledermäusen. Ein lebendes Virus hat noch keiner von einem Tier isoliert. Die Wissenschaft tappt im Dunkeln, wie das Virus vom Menschen auf Tiere – und umgekehrt – übertragen wird. Keiner weiß, unter welchen Bedingungen es zum Ausbruch der Krankheit kommt und vor: wo oder wann.

Wenn es um eine so tödliche Krankheit geht, wird der Wunsch verständlich, den Unsicherheitsfaktor auszuschalten. Man möchte Vorhersagen und Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Dr. Munster ist bemüht, diese Fragen so schnell wie möglich zu klären. Globalisierung, Urbanisierung und eine zunehmende Mobilität führen außerdem dazu, dass dem Virus keine Grenzen mehr gesetzt werden. Es kann sich in Windeseile verbreiten.

Wir müssen wissen, wo wir suchen müssen; und unter welchen Bedingungen es sich am Leben erhält. Deshalb ist Dr. Munster mitten in der Nacht in Kongo’s Dschungel zu finden. Es ist der Ort, von wo aus sich Ebola-Viren zu ihrer bisher tödlichsten Attacke verbreiteten. Man kann fast sagen, es handele sich in dieser Gegend um den Geburtsort von Ebola.

Seit sechs Jahren kommt der Wissenschaftler immer wieder hierher. Er hat sein Augenmerk auf Fledermäuse gerichtet. So schläft Dr. Munster kaum im Mai des Jahres 2017, weil er Urin- und Gewebsproben sicherstellen will, die er auf eine lange Reise nach USA sendet, damit sie dort auf Ebola-Viren getestete werden.

In der nur durch den Vollmond erhellten Nacht kann man über den Köpfen der Forscher ein Netz ausmachen.

Aus den Bäumen kommen knackende Geräusche. Munster und sein Team sind trotz der Schwüle in Schutzkleidung. In Masken und dicken Lederhandschuhen warten sie, bis ihnen ihre Beute – der Hammerkopfflughund – eine Fruchtfledermaus, ins Netz geht. Wenn es dunkel ist, kann man Afrikas größten Vampir – den Hypsignathus monstrous – im Regenwald finden. Ihre Flügel spannen sich bis zu einem Meter.

Dr. Munster hofft, den Tieren das Geheimnis um das Ebola-Virus zu entlocken. In zwei Wochen haben die Forscher 100 Tiere gefangen. Sie werden aus ihrer Falle befreit, in einen Sack gesteckt und an eine Leine gehängt, die zwischen den Bäumen aufgespannt ist.

Im Zeltlager der Wissenschaftler sind viele voller Hoffnung, das erste Mal lebende Viren aus einem Tier zu isolieren und so das Verhaltensmuster entschlüsseln zu können. Es könnte doch sein, dass sich Fledermäuse nur in jungen Jahren mit Ebola infizieren?

Oder es ist so etwas wie eine Kinderkrankheit und das Virus wird zeitlebens ausgeschieden? Vielleicht sind es nur ein paar Fledermäuse, die sich anstecken? Um genau diese Tiere zu identifizieren, reist Dr. Munster und sein Team jedes Jahr in Kongos Urwald.

Um zwei Uhr morgens, wenn die Arbeit der Vogelfänger vorbei ist, bekommt die Epidemiologien Sarah Olsen die Säugetiere. Eines der Zelte dient als Arbeitsplatz. Unter einer einfachen Osram-Birne, die durch einen lauten Generator gespeist wird, werden den hässlichen Kreaturen mit ihrem großen Kopf und gelben Augen Urin und Blutproben entnommen. Danach werden sie vermessen und schließlich freigelassen.

Die Forscher tragen immer noch Schutzkleidung. Über die Lederhandschuhe haben sie Vinylhandschuhe gezogen. Sie müssen sich absichern, falls sie wirklich mit Ebola zu tun haben sollten.

Wenn der Morgen dämmert, verstummen die Schreie der Hammerkopf-Fledermäuse. Die Poben der in der Nacht gefangen Tiere sind alle in flüssigem Nitrogen verstaut. Jetzt beginnt der Kampf mit den Bürokraten. Es wird viel Zeit in Anspruch nehmen, bis die Proben sicher in den USA ankommen. Man klassifiziert sie als hoch infektiöses Material  – unabhängig davon, ob sie Ebola-Viren enthalten.

Dr. Ondzie, Tierarzt der kongolesischen Artenschutzbehörde, ist Dr. Munsters rechte Hand. Seine Organisation untersucht vor allem, inwieweit das Ebola-Virus Schimpansen und Gorillas schadet. Ebola tötet zwischen 2005 bis 2012 die Hälfte aller im Kongo lebender Gorillas. Das ist ein schwerer Schaden, denn 60% dieser Primaten leben im Norden vom Kongo. Genau in diesem Gebiet hat Munster seine Zeltstadt aufgebaut.

Durch die Affen könnten sich Menschen sehr leicht an Ebola infizieren. Vor allem, wenn sie tote Urwaldtiere einsammeln und ihr Fleisch essen. Wenn Dr. Ondzie nicht damit beschäftigt ist, Fledermäuse zu fangen, sucht er die Eingeborenen auf. Seine Botschaft ist immer die gleiche: „Wenn Sie ein totes Tier sehen, sollen sie es nicht anfassen, sondern meine Organisation anrufen.“

Es scheint fast unmöglich, Ebola in lebenden Tieren zu finden. Desto wahrscheinlicher beherbergen Kadaver das Virus.

Munster hat ein besonderes Protokoll entworfen, dem jeder strikt folgt. Normalerweise schneiden Pathologen ein totes Tier auf, um Blutproben entnehmen zu können. Munster gibt sich mit abgeschabten Hautpartikeln zufrieden. Für ihn spielt der Unterschied keine große Rolle, denn: „Jede Zelle, die wir hier finden, ist mit Ebolaviren aufgefüllt“.

Die Zelte der Forscher sind nur knappe 100 Meter von der Straße entfernt, die erst seit kurzer Zeit eine Asphaltdecke trägt. Falls das Virus erneut im Urwald auftritt, kann es dank der Infrastruktur, die bis in den entlegensten Urwald hinein entwickelt wurde, morgen schon in Kongos Hauptstadt Brazzaville wüten und übermorgen in Boston, Berlin oder Bombay auftreten. (3)

Quellenangaben:

  • 1) Breburda J.: Wissenschaftliche Exkursion durch Zentral-China des Zentrums für Kontinentale Agrar- und Wirtschaftsforschung der Justus-Liebig-Universität Giessen, März 1987
  • 2) Gorman J.:  How do bats live with so many viruses? New York Times, 31, Jan 2020
  • 3) Breburda E.: Gentopia, das gelobte Land (siehe Foto)

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Veterinär-Medizinerin, Immunologin und Verfasserin bioethischer Sachbücher; hier ihre Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/


USA: Sind vegetarische Burger für die Freitage in der Fastenzeit sinnvoll?

Von Dr. Edith Breburda

Chicago’s Restaurants sehen die Fastenzeit als Chance an, ihre Fleischersatzprodukte anzupreisen. „By one get one free“- schrieb Jewl-Osco auf seine Speisekarte am Aschermittwoch 2020.

In den USA sollen die Katholiken neben Aschermittwoch an den Freitagen  – besonders in der Fastenzeit   – kein Fleisch essen. In Ausnahmefällen sind Bischöfe gerne bereit, eine Dispens (Freistellung) zu gewähren (wenn z.B. der geliebte St.-Patriksday auf einen Freitag fällt), die für Kinder, Alte und Kranke sowieso gilt. So bieten Pfarreien vor allem in der Fastenzeit „Fischfry“ an, was oft auch viele Nichtkatholiken anlockt.

Mit der Erfindung der auf Pflanzenbasis basierenden Burger fragen sich nun einige Gläubige, ob sie diese Buletten  –  die einem echten Stück Fleisch in nichts nachstehen und manchmal sogar besser schmecken  – essen dürfen. Handelt es sich am Ende um Haarspalterei?

Einige große Zeitungen – darunter Chicago Tribune – gingen der Frage nach. Denn vor allem Schnellrestaurantketten wollen Kunden, und so kommt Burger Kings „Impossible Wooper Burger“ gerade recht. Vegetarische Burger, die dennoch wie Fleisch schmecken, sind ein Bestseller.

Während der Fastenzeit bietet die Restaurantkette Lettuce Entertain You, die sich eigentlich auf Fischspeisen spezialisiert hat, spezielle grüne Chili-Impossible-Burger an, die mit einem weißen Cheddarkäse und Mayonaise geziert sind. Vegetarische Burger sind sehr begehrt – auch von Leuten, die sonst Fleischspeisen lieben. 

Epic Burger hat sechs Restaurants in Chicago. An Freitagen der Fastenzeit verkaufen sie 12% mehr vegetarische Burger. Sie erwähnen nicht explizit ihre fleischfreien Alternativen von Aschermittwoch bis Ostersonntag. Sie wollen „religionsneutral“ sein. Dennoch zieht ihre Werbung Leute an.

„Es ist perfekt für Kunden, die was auch immer für Gründe haben, kein Fleisch zu essen und sich dennoch nicht schuldig fühlen wollen“, erläutert Spencer Most, Produktmanager von Epic Burger gegenüber der Chicago Tribune. (1)

Was sind und was enthalten vegetarische Burger?

Impossible Food wurde 2011 von Pat Brown, einem Chemiker der Standford Universität, gegründet. Das genetisch hergestellte hem-ähnliche Protein gibt dem pflanzlichen Burger nicht nur seinen Fleischgeschmack, sondern auch sein Aussehen.

Hemeiron ist in Fleisch und Fisch enthalten. Hemeeisen, welches aus einem Hefepilz hergestellt wird, kann vom menschlichen Körper nicht so gut resorbiert werden. Das führt u.a. dazu, dass Vegetarier unter einem Eisenmangel leiden können.

Wie Impossible Food auf ihrer Webseite beschreibt, benutzen sie leghemoglobin-Gene aus der Wurzel der Sojabohne, um daraus einen Hefepilz zu fermentieren. Dann separieren sie heme. Diese Substanz mengen sie ihren Produkten bei und erhalten damit den gewünschten Geschmack, das Aroma sowie die fleischähnlichen Eigenschaften.

Während bereits 2018 fleischlose Burger in fast 2000 Restaurants in den USA verkauft wurden, bleibt die Frage nach der Sicherheit des Verzehrs ungeklärt.

Friends of the Earth und ähnlich orientierte Umweltaktivisten zeigen sich äußerst besorgt. Sie betonen immer wieder: „Wir wissen nicht genug über die Gesundheitseffekte, die auftreten könnten, wenn wir diese Art des gefälschten Fleisches konsumieren. Die schnelle Freigabe für den Markt war kurzsichtig, dumm und voreilig.“

In dem Report vom Labor zur Gabel vom Juni 2018 rufen Friends of the Earth zu strikten Sicherheitsmaßnahmen und einer Kennzeichnung des Produktes auf. 

Dana Perls, Mitglied der Organisation und Umweltaktivistin, klagt den ehemaligen Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, an: „Wir brauchen mehr Daten. Wir sind es den Verbrauchern schuldig, die organische Lebensmittel als Alternative zu GMO bevorzugen. Ihnen ein ungetestetes Chemiefleisch vorzusetzen, ist ein Irrweg.“

Ob sie recht hat? Neueste Untersuchungen zeigen, dass Impossible Burger u.a. krebserzeugendes Glyphosat enthalten. Was will man auch anderes erwarten, wenn man GMO-Soya als Ausgangsmaterial benutzt?

Es ist kein Geheimnis, dass eine industrielle Landwirtschaft in einer fast unverantwortlichen Art und Weise knapper werdenden Ressourcen ausbeutet. Unsere Sommer werden wärmer und allmählich kommen wir zu der Einsicht, dass unsere Luft- und Wasserverschmutzung, die Abholzung der Wälder, eine steigende CO2-Emission, die Nährstoffverarmung, eine Erosion und die Vergiftung unserer Böden durch Factory Farming mitverursacht werden.

Viele sehen eine nachhaltige, chemiefreie, regenerative Landwirtschaft als eine Möglichkeit an, diesen Bestrebungen Einhalt zu gebieten. Andere wollen sogar ganz auf Fleisch verzichten.

Es ist allerdings naiv, zu meinen, die so oft als Kuh-KZ bezeichneten Buletten-Fabriken durch Lebensmittellabore ersetzen zu können. Der Vorschlag, unsere Lebensmittel im Labor herzustellen, ist schon deshalb falsch, weil Pflanzenfresser für unser Ökosystem sehr wichtig sind. Fleischersatzprodukte bieten nicht die oft angenommenen umweltfreundlichen Alternativen. Sie sind erst recht nicht in der Lage, unsere Welternährung zu sichern.

Lebensbedrohliche Umweltprobleme können nämlich nicht von einer Industrie abgewendet werden, die Tierprodukte gegen eine chemisch hergestellte Ware austauscht. Wie eine Studie 2015 feststellte, brauchen im Labor hergestellte vegetarische Fleischersatzprodukte mehr Wasser und Energie.

Vegetarische-Burger der Firma Impossible Foods enthalten Weizen, Kokosnussöl, Kartoffeln und hem, ein Protein, welches gentechnisch aus Hefe erzeugt wurde. Die Organisation Friends of the Earth sind nicht mit einem so hergestellten Nahrungsmittel einverstanden. Sie forderten eine Lebensmittelkontrolle. Ihre Bitte, Bio-Hamburger und andere neue Tierersatzprodukte zu regulieren und/oder eine adäquate Kennzeichnung aufzubringen, wurde abgelehnt.

Für Impossible Food war jedoch die Prüfung der amerikanischen Lebensmittelbehörde nicht entscheidend, um ihre Veganburger auf dem Markt zu halten. FDA hatte bestimmt, dass die freiwillig aufgebrachte Kennzeichnung GRAS – die auf dem gentechnischen Verfahren (genetic engineered), einer GE yeast derived heme (aus Hefe hergestellte heme) beruht – zu ungenau sei.

Impossible Food brachte ihr Lebensmittel letztendlich ohne eine FDA-Billigung heraus, was in den USA durchaus gestattet ist.

Gleichwohl gehört der im Labor wachsende fleischlose Burger –  der beim Anstechen in der Bratpfanne anfängt, eine rote Flüssigkeit abzusondern und dem Schmoreffekt eines echten Stückes genussvollen Fleisches in nichts nachsteht  – zu den vielen Innovationen, die unserer Umwelt mehr schaden, als ihr zu helfen (2).

Was sagen Kirchenexperten der USA zum neu entdeckten „Fastenburger“? Vegetarische Burger stimmen äußerlich gesehen mit den Fasten-Anforderungen der katholischen Kirche und vieler anderer christlichen Religionen überein.

Dennoch kann man den Sinn der Fastenzeit verpassen, wenn man auf Fleisch mittels einer Fleischimitation verzichtet“, sagt Todd Williamson, Direktor für Devine Worship, der Erzdiözese von Chicago:

„Der Grundgedanke der Fastenzeit ist doch, sich mit denen zu identifizieren, die hungern“, erklärt er weiter. „Wenn wir kein Fleisch essen, bringen wir auf unsere Weise ein Opfer, das uns an die Kreuzestod Jesu Christi am Karfreitag erinnert. Wenn wir nun etwas essen, das einem echten Stück Fleisch geschmacklich in nichts nachsteht, ist das kein wirkliches Opfer mehr.“

Es kommt auf die Intention und Disposition an“, betont die Direktorin der katholischen Hochschulgemeinde in der kirchlichen Universität von Illinois in Chicago, Rebecca Siar:

Während das „Fake“ Fleisch rein technisch mit den Forderungen der Fleisch-Abstinenz übereinstimmt, sollten wir es nicht aus reiner „Gesetzestreue“ essen. Für uns Katholiken besteht der Zweck darin, kein Fleisch an Freitagen in der Fastenzeit zu uns zu nehmen.  Mit einem vegetarischen Burger betrügen wir uns letztendlich selber. Der Sinn der Fastenzeit ist doch, dass wir bewusst auf etwas verzichten und unsere liebgewordene Routine unterbrechen. Wir bringen absichtlich Opfer. Leute, die sowieso kein Fleisch essen, sind deshalb angehalten, eine andere Art der Buße zu praktizieren“, erklärt Siar.

BILD: Bioethisches Buch GENTOPIA von Dr. Breburda

Rev. Charles Bolser, ehem. Pfarrer in der St. Viator-Pfarrei, bemängelt ein nur äußerliches Einhalten des Fastenzeit:

Es handelt sich um eine Art Zeichen und nicht um etwas, zu dem wir gezwungen werden. Wir müssen uns fragen, wie unsere Taten unser Leben verändert. Werde ich dadurch ein besserer Christ? Oder bleibe ich weiterhin oberflächlich, weil ich nur äußerlich strikt ein Gebot einhalte? Jede Fastenzeit ist im Grunde genommen dazu da, unsere Herzen zu ändern.“ (1).

Quellen1) Elejalde-Ruiz A.: Lent in the Age of the impossible burger: Do rules against eating meat on Fridays apply to fake meat? Chicago Tribune, 26 Feb. 2020

2) Breburda E.: Gentopia das gelobte Land. 1 Augst 2019, Scivias Verlag. ISBN-10:096006950X, ISBN-13: 978-0960069507. Zu bestellen bei Amazon Kindle-ebook und Taschenbuch

 

 


USA: Todesängste wegen des Coronavirus

Von Dr. med. Edith Breburda

Oft sind es die kleinen Dinge, die uns zu schaffen machen. Eine langsam näherrückende Gefahr wirkt viel schlimmer als ein plötzlich auftretender Tornado, der aus dem Nichts kommt. China hat es versäumt, mit offenen Karten zu spielen und nun sieht sich der Rest der Welt mit einer Pandemie konfrontiert.

Wenn unsere Spezialisten die Gelegenheit gehabt hätten, sich eher mit Corona-Viren zu befassen, hätte dies den Vorteil gehabt, dass wir uns nicht mit etwas beschäftigen müssen, was uns fremd ist.

Von vorneherein hätte uns dies die Angst genommen, die unweigerlich mit einem Unsicherheitsfaktor verbunden ist. Wir meinen, nicht mehr die Kontrolle zu haben. Um sie, wenn auch nur rudimentär, zurück zu gewinnen, stürmen US-Amerikaner in lauter Panik die Supermärkte. Sie horten an erster Stelle Toilettenpapier, Masken-, Desinfektions- und Reinigungsmittel.

Es gibt eigentlich keinen praktischen Grund, dass einige Familien nun für die nächsten 12 Jahre mit Toilettenpapier eingedeckt sind. Es handelt sich ja schließlich um keinen Durchfall erzeugenden Virus.

David Ropeik, ein Experte für Risikokommunikation, sieht dennoch einen positiven Effekt darin, unser Reservoir an Klopapier aufzustocken. Wie wir alle wissen, schadet Stress unserem Immunsystem. So hat ein Virus, das besonders immungeschwächte Leuten beeinflusst, eine bessere Angriffsflache.  

„Auch wenn es verrückt klingt, Toilettenpapier zu kaufen, allein die Tatsache, dass wir etwas unternommen haben, reduziert unsere Angst. Umso weniger Sorgen wir haben, umso besser sind unsere körpereigenen Abwehrkräfte“, erklärt Ropeik.  

Leider sind sich die Medien oft nicht darüber bewusst, was für eine entscheidende Rolle sie innehaben. Sie sollen lieber über Tatsachen berichten, als sensationslüstig noch mehr Angst zu schüren. Wenn Reporter von einem tödlichen Virus reden, führt das die Leser in die Irre, denn der Virus ist nicht tödlich, wie Gesundheitsexperten in den USA versichern.

BILD: Hamsterkäufe in Amerika ebenso wie in Deutschland

„Wir sind schon fast davon besessen, so viel Information zu erhalten wie nur irgend möglich. Es täte uns besser, uns auf eine Medienquelle zu verlassen, deren Information akkurat und verlässlich ist und dann mit unserem üblichen Tagesgeschäft fortfahren. Wir müssen uns nicht konstant berieseln lassen“, sagt Bufka:

„In unsicheren Zeiten brauchen wir einen emotionalen Halt. Jemand, der uns hilft, Fakten und Bedenken zu erläutern. Wir sollten nicht ständig über das Thema reden und erst recht nicht mit Leuten, die mittlerweile eine Art Virus-Angstwahn entwickelt haben“, erläutert der Experte.  

Die meisten Erkrankten haben milde bis moderate Symptome. Trotzdem fühlt es sich so an, als ob die Welt bald zu Ende geht.

Hinzu kommen Fehlinformationen. Es handelt sich um einen neuen Virus, der viele offenen Fragen aufwirft: Wie infektiös er ist. Wir kennen kaum jemanden, der daran erkrankte – und das ist es, was uns beunruhigt.

Wir wissen, was eine Grippe ist, wir selber hatten sie. Diese Erfahrung – am eigenen Leib – nimmt uns die Angst und macht einen entscheidenden Unterschied. Wir können uns zwar informieren und selber Fakten recherchieren. Dennoch ist es ein Unterschied. Es hilft uns deshalb, wenn uns Experten aufklären.  

„Wir wissen nun, dass alte immunsuppressive Leute besonders anfällig für die Krankheit sind. Wir wissen, wie sich das Virus verbreitet. Damit geht es uns gleich besser“, sagt Bufka.

Der Psychologe David Clark, Autor des Buches „The Runaway Mind“, betont:  „China, wo das Virus zuerst ausbrach, war weit weg. Wir hatten keinen Bezug zu China und fühlten uns nicht bedroht. Über die Wochen kam die Krankheit näher und näher. Nun ist sie in den USA, wenn auch nicht in jedem Staat. Sie verbreitet sich. Leute werden nervös, denn es scheint nur noch eine Frage der Zeit, wann sie unsere Nachbarschaft erreicht‘.“

Er fügt hinzu: „Natürlich reagiert jeder anders. Einige sind besonders vorsichtig. Sie waschen sich exzessive ihre Hände. Andere horten Medikamente und Nahrung an, als ob die Apokalypse unmittelbar bevorsteht.  

Jeder hat die Wahl, auf das Positive oder Negative fokussiert zu sein. Die gute Neuigkeit ist, dass die Symptome oft milde verlaufen. Die schlechte Nachricht, wir haben noch keinen Impfstoff. Der Virus ist hoch kontagiös, und alte Leute mit einem schlechten Immunsystem, welches meist bedingt ist durch andere chronische Erkrankungen, können sehr unter dem Virus leiden und manche sterben an einer Sekundärinfektion.

Wie wir damit umgehen, hat damit zu tun, wer wir sind. Es gibt Leute, die immer in Sorge sind, eine Krankheit zu bekommen. Sie haben einen höheren Sinn für ihre eigene Sterblichkeit. Unnütze Panik können wir jedoch keine gebrauchen, denn dann würden alle Leute in die Notaufnahme kommen und keiner könnte angemessen behandelt werden.“

US-Präsident Trump beruhigt seine nervösen Landsleute: „Die Epidemie, welches die Welt unvorbereitet traf ist, nicht die Schuld der USA, sondern China’s.“ –  Die Maßnahmen des  Präsidenten, Amerika abzuschotten und einen Stimulus zu geben, um der Weltwirtschaft einen Anreiz zu vermitteln, wird von vielen skeptisch kommentiert.

„Was auch immer mein Vater macht, es wird kritisiert. Selbst wenn es morgen einen Impfstoff gäbe, würde dies Anlass zur Klage sein, weil es von Präsident Trump kommt“, erklärte neulich Trump Jr. in einem Interview. (1)

Insiderberichten zufolge geht es den Chinesen wieder besser. Allerdings werden dort zur Zeit keine Herzschrittmacher mehr implantiert aus Furcht vor Corona – und somit sterben Chinesen aus Angst vor dem Virus.

  • 1) Dastagier A. THE facts on coronavirus aren‘t all scary. So why so much fear. USA Today, March 12, 2020

Fotos: Dr. Edith Breburda, Archiv


Das Coronavirus ist ein Politikum in den USA

Von Dr. med. Edith Breburda

Immer öfter werden Stimmen laut, dass das Corona-Virus nicht als Mittel missbraucht werden sollte, um Stimmung gegen U.S.-Präsident Trump zu betreiben.

Nachdem alle anderen Versuche, ihn vom Amt zu fegen, seit drei Jahren nicht zum Erfolg führten, kommt ein Virus, so schlimm es auch sein mag, gerade recht, um einen politischen Vorteil daraus zu schlagen.

Anstatt sich endlich zu vereinen und den Präsidenten regieren zu lassen, zieht es z.B. Chuck Schumer, der Senats-Minderheitsführer der Demokraten, vor, den Bundesrichtern Brett Kavanaugh und Neil Gorsuch zu drohen: „Ich will Ihnen sagen, Richter Kavanaugh und Richter Gorsuch, Sie haben einen Wirbelsturm losgetreten, und sie werden den Preis dafür zahlen.“

Die beiden von Präsident Trump ernannten konservativen Bundesrichter wurden in einer Rede von Schumer, die er auf einer Pro-Abtreibungs-Kundgebung vor dem Bundesgerichtshof (Supreme Court) Anfang März hielt, neben den republikanischen Senatsmitgliedern massiv eingeschüchtert.

Chuck Schumer will auf diese Weise verhindern, dass das oberste Gericht den Schutzgesetzen in Louisiana zustimmt und damit das Pro-Abtreibungs-Urteil „Roe v. Wade“ eliminiert.

„Wir werden Präsident Trump und den Republikanern des Senats, die das Gericht mit rechtsextremen politische Ideologien unterwandert haben, wissen lassen, dass sie im November verschwunden sein werden und nie wieder das tun können, was Sie jetzt versuchen, nie, nie wieder“, sagte Schumer: „Im November seid ihr weg.“

Dies gibt uns einen Einblick, wie sehr der Präsident auf der linken Seite verhasst ist. Vielleicht vor allem, weil er sich so deutlich gegen Abtreibung ausspricht.

Eine Demokraten-Stadträtin aus Denver wünschte Trump gar eine Corona-Erkrankung an den Hals. (Infizierte Leute sollten den Präsidenten auf seiner Wahlkampftour anstecken). Nach Kritik von Republikanern nahm sie ihre makabre Entgleistung zurück: https://thehill.com/homenews/state-watch/485760-denver-city-councilwoman-says-call-to-spread-coronavirus-at-trump

Trump plädiert jetzt wie zuvor dafür,  an erster Stelle Amerika zu dienen. Schon lange wollte er sich aus China zurückziehen. Jetzt merkt man, wie sehr die USA von Rot-China abhängig sind, was vor allem die Herstellung von Antibiotika und Herzmedikamenten erschwert.

In einem der Supermärkte (COSTCO) der USA stritt man sich neulich um Toilettenpapier. „Kommt es auch aus China?“ fragte eine Fox-News-Moderatorin. Sobald man sich COSTCO nähert, kommen einem Leute entgegen, die in ihrem Wagen fast ausschließlich Toilettenpapier gestapelt haben.

Vertreter der Demokraten reden vom Weltuntergang und verbreiten Panik. Der Präsident hingegen ist realistisch und redet von dem Wuhan-Viurs. Aber selbst das nehmen ihm Demokraten übel. Es sei rassistisch, von einem Wuhan-Virus zu reden, hört man demokratische Präsidentschaftskandidaten reden.

Wobei doch in Wirklichkeit Russland drastische Maßnahmen gegen Rotchina unternimmt und Chinesen diskriminiert, indem man sie z.B. daran hindert, öffentliche Transportmittel zu benutzen und sie schlichtweg nicht einreisen ließ bzw. diejenigen, die bereits im Land waren, in Quarantäne setzt.

In Russland gibt es keine Neuerkrankung, berichten die Medien. Ob es nun das rigorose Vorgehen oder das Weihwasser ist, dass Gorbunov, ein Nachfahre der Kosaken, in der drittgrößten Stadt Russlands, in Yekaterinburg verteilt, sei dahingestellt.

Vor den Supermärkten kann man Gorbunov finden. Er verteilt Masken und warnt die Leute, wenn sich Chinesen im Laden befinden. Er gibt Zettel mit Anweisungen aus, wie man sich verhalten soll und verteilt sein von einem orthodoxen Priester geweihtes Weihwasser. (1)

Russland traut China nicht. Und wenn man die Sache näher betrachtet, wusste China schon lange vom Virus und hat nicht davor gewarnt. Amerikanische Forscher durften nicht ins Land. Hatten sie doch geholfen, als in Afrika Ebola ausbrach, die Seuche einzudämmen.

Die Machenschaften Chinas sind uns nicht verborgen. Im März 2013 trieben mehr als 14.000 tote Schweine im Yangtz-Fluss. Aus seinen Gewässern wird das Trinkwasser für die Metropole Shanghai bereitet. Die Behörden zensierten daraufhin Blogeinträge, die zu Protesten gegen die Schweineflut aufriefen. „Das Trinkwasser sei sicher“, war die einzige Erklärung, die folgte.

Die Kadaver stammten aus der Provinz Zehjinag, die eine intensive Schweinezucht betreibt. Acht Schweine konnten anhand der Ohrmarke ihren Besitzern zugeordnet werden, die daraufhin eine Busse von umgerechnet 374 Euro Strafe zahlen mussten.

Dass überhaupt darüber berichtet wurde, haben wir dem Blogger Huang Beibei aus Shanghai zu verdanken. Seine grausamen Bilder sensibilisierten die Welt.

Offiziell schwieg man über Gesundheitsrisiken von Seiten der chinesischen Behörden. Es hat sich nichts an dieser Haltung geändert.

Nur zu vertraut ist, was beim Ausbruch des SARS-Virus, der Vogelgrippe und Chinas verseuchter Milch geschah. Auch damals schwiegen die Verantwortlichen.

Im akuten Fall versicherte ein Amtstierarzt, dass keine Seuche ausgebrochen sei. So war man über die im Yangtse-Fluss treibenden toten Tiere im Unklaren. Hingegen florierten die Spekulationen. Es sei die Schuld der Polizei. Sie verbieten den Handel mit Fleisch, welches von erkrankten Tieren stammt. Wenn die Bauern ihr Fleisch nicht mehr auf dem Schwarzmarkt verkaufen können, bleibt ihnen nur noch die Möglichkeit, die Kadaver über den Fluss zu entsorgen.

Andere meinten, die Bauern hätten Arsen ins Tierfutter gemischt, um die Haut zu veredeln. Umweltprobleme werden in Rot-China nicht thematisiert.

„Schanghai ist vielleicht das Opfer, aber das Problem liegt flussaufwärts in Jiaxing. Pekings Regierung ist für diesen Bereich nicht verantwortlich. Es existieren keine Gesetze, die Shanghais Trinkwasserqualität regeln“, erklärte der Rektor des sozialwissenschaftlichen Instituts der Fudan-Universität in Shanghai, Peng Xizhe.

„Nirgendwo wohnen Menschen, Schweine und Wasservögel enger zusammen als in China“, kann der Gießener Veterinärvirologe Prof. Dr. Christoph Scholtissek nicht oft genug erläutern. Doch nur selten wird bedacht, dass „dies ideale Bedingungen sind, um unbeabsichtigt Vieren sowie neue Grippeerreger zu züchten. So ist es kein Zufall, dass die meisten Pandemien in China begonnen haben.

In China wird weltweit die Hälfte aller Schweine gehalten. Sie nun konzentriert in Hochhäusern unterzubringen, ist riskant. „Wir brauchen Zeit, um herauszufinden, ob ein Schweinehochhaus wirklich die beste Lösung ist. Ich würde eher davon abraten. Es gibt so viele Ideen, wie man Chinas Schweine züchten sollte. Es wird bestimmt eine bessere darunter sein“, sagt Xue Shiwei, Chefberater von Pipestone Livestock Technology, einer US Firma, die sich auf Chinas Farm Management spezialisiert hat.

In Europa geben bereits zweistöckige Schweine-Hotels Anlass zur Sorge. Die Devise ist: Je mehr Tiere, umso weniger kann man sich um das Einzeltier kümmern und Krankheiten brechen schneller aus.

Dr. Christoph Scholtissek bezeichnet Schweine als mixing-vessels, weil sie gerade in China die Übertragung von Vogelvieren begünstigen. Die im Schwein mutierten Viren können Menschen infizieren.

Im August 2018 trat zum ersten Mal die Afrikanische Schweinepest nahe der Stadt Shenyang in der nordöstlichen Provinz Liaoning auf. 1000 Tiere wurden bisher gekeult. Wie das Virus dorthin gelangte, ist ein Rätsel, denn Nordkorea oder Russland sind weit weg.

Für China entwickelt sich über kurz oder lang ein Alptraum. Die hochkontagiöse Krankheit geht oft tödlich für Haus- und Wildschweine aus. Am 21. August 2018 ist die afrikanische Schweinepest in vier Provinzen aufgetreten, obwohl sie viele tausende Kilometer voneinander entfernt waren.

China hat 430 Millionen Schweine, die auf kleinen Farmen gehalten werden. Sie sind fast schutzlos der Verbreitung einer Krankheit ausgeliefert.

Ihr Ausbruch hätte fatalen Folgen auf Chinas Ökonomie und würde den ganzen Fleischmarkt beeinflussen. Die getroffenen Vorsichtsmaßnahmen bestehen darin, dass Schweine seit August 2018 nicht mehr mit Lebensmittelabfällen gefüttert werden. Bei uns ist dies schon lange verboten.

Eine Alternative, organischen Müll besser als auf Mülldeponien zu entsorgen, wird in Küchenschaben-Farmen gesehen. Zudem sind Cockroaches in China eine Delikatesse. Sie werden sehr gerne wegen ihrem hohen Proteinanteil verspeist. Man findet sie auch in Schönheitsprodukten bzw. werden Medikamenten zugemischt.

In der traditionellen Chinesischen-Medizin verwendet man cockroach-Extrakte mit Vorliebe zur Wundheilung. Während wir uns davor ekeln, dort zu arbeiten, wo sich Küchenschaben aufhalten, sind ihre Farmen in China zum Big-Business geworden. Das innovative Konzept besteht nicht nur darin, nützlich Abfall zu entsorgen, die Insekten dienen auch als Tierfutter.

Weil Schaben Allesfresser sind und ihre Unterbringung keine großen Anforderungen stellt, entpuppt sich das System zu einer win-win Situation. In der sieben Millionenmetropole Jinan, Hauptstadt der südlichen Provinz von Shandong, werden eine Milliarde Schaben mit mehr als 50 Millionen Tonnen Küchenabfällen gefüttert.

Die Firma Shandong Qiaobin Agrikultur Technologie Co wollen drei weitere Küchenschaben-Farmen etablieren. Der Direktor Li Yanrong erklärte 2017 gegenüber China Daily: „Wir haben sechs Jahre geforscht, bis wir uns ganz sicher waren, dass Schaben ideal sind. Sie können fünfmal mehr als ihr Körpergewicht fressen und erzeugen keine Abfälle. Sie sind Experten im Abfallmanagement. Noch dazu, weil es momentan verboten ist, Küchenabfälle an Schweine zu verfütterten.“ (2)

Auch wenn es wahrscheinlich Monate dauert, bis wir eine Erhöhung der Fleischpreise in unseren Breitengraden vermerken, vergleicht natürlich die Marktforschung die Szenarien. Man denke an die Jahre 2013/14, als in den USA ein Ferkelsterben die Schinkenpreise um 15% anstiegen ließ.

Wir rufen uns automatisch 2017 in Erinnerung. Damals veranlasste uns die europäische Vogelgrippe, Millionen Tiere zu keulen. In den USA ließ diese Krankheit bereits 2015 die Eierpreise um 33% in die Höhe schnellen. Es war der höchste Preisanstieg, den es bisher gab. Es dauerte neun Monate, bis sich die Preise wieder normalisierten. 

Unabhängig davon verkauft die Fastfood-Kette Burger King schon seit einiger Zeit ihren veganen Impossible Whopper®Burger (100 Prozent Whopper, 0% Beef) in den USA. Ob dies jedoch ein Ausweg ist, um dem Anstieg der Fleischpreise entgegenzutreten, ist sehr fraglich.

Die in China wütende Afrikanische Schweinepest wird nicht nur den Verlust von mehr als 200 Millionen Tieren zur Folge haben, um die weitere Ausbreitung zu verhindern, sondern China wird unweigerlich Fleisch importieren, was die Preise in allen anderen Teilen der Welt ansteigen lässt. In Deutschland dachte man fast schon, Schweinemastbetriebe könnten zumachen, weil wir – mehr und mehr kulturell bedingt – kaum noch Schweinefleisch essen.

Eine unvorhergesehene Pandemie, die China noch Ende April 2019 als „wirksam unter Kontrolle gebracht zu haben“ beschrieb, gab nur Wochen später den Skeptikern recht. Dazu kommt, dass Chinas Journalisten von den kommunistischen Behörden zensiert werden.

Verbreitet werden die Viren über Zecken, die bei uns kein Lebensreservoir haben. So findet man in unserem Klima auch keine Moskitos, die Zika-Viren übertragen. Hinzu kommt: Wer einmal infiziert war, hat Antikörper  –  und bei einer Zikainfektion waren speziell Schwangere am meisten betroffen.

Wie bei Zika „trifft“ eine Coronaviren-Infektion eigentlich nur Leute, die immunsuffizient sind und dann meist eine andere Krankheit haben. Die Superinfektion führt letztendlich den Tod herbei. Bei all den Versuchen, so schnell wie möglich einen Impfstoff zu finden, redet keiner von Antikörpern und einer natürlichen Erkrankung, die meist milde verläuft, die aber den Betroffenen für spätere Neuinfektionen wappnet.

Übrigens meldeten die USA bisher keinen einzigen Ausbruch einer Zika-Virus bedingten Mikrozephalie in ihrem Land.

Als Vektoren der Afrikanischen Schweinepest ist der Kontakt der Tiere untereinander (Wildschweine) zu nennen. Ihre Ausscheidungen, Lebensmittel sowie auch unsere Kleidung bzw. Autoreifen fördern eine Verbreitung. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich. (2)

BILD: Aktuelles bioethisches Buch „Gentopia“ von Dr. Breburda

Dennoch munkelt man seit langem, was nun in China entdeckt wurde: Ein Hund erkrankte am Corona-Virus. Ob er ein Vektor ist, weiss man nicht. Obwohl Tiermediziner wissen, dass Hunde durchaus bei einer normalen Grippe Träger sind, die ihre Petparents (Haustiereltern)  –  wie das heute so heißt  – anstecken.

Quellen:
1) Brown C.: Russia hasen’t had sny new coronavirus cases. Why ist hat? CBCnews, Feb. 29. 2020
2) Breburda Edith: Buch „Gentopia – das gelobte Land“, ISBN-10: 096006950X, ISBN-13: 978-0960069507, 350 Seiten, Erschienen am 31. 8. 2019, erhältlich bei Amazon als Kindle Ebook 9,99 € oder als Taschenbuch ca. 19 €

 

 


Luftverschmutzung: weltweit führendes Gesundheitsrisiko für Herz und Lunge

Verschmutzte Luft ist gesundheitsschädlich und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Atemwegs-Erkrankungen.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universitätsmedizin Mainz haben in einer neuen Studie berechnet, dass Luftverschmutzung die Lebenserwartung der Menschen im globalen Durchschnitt stärker verringert als Infektionskrankheiten oder andere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchen.

Danach verursachte Luftverschmutzung im Jahr 2015 weltweit 8,8 Millionen vorzeitige Todesfälle. Dies entspricht einer durchschnittlichen Verkürzung der Pro-Kopf-Lebenserwartung von 2,9 Jahren.

BILD: Die Autoren der hier erläuterten Studie (Foto: Peter Pulkowski)

Im Vergleich dazu reduziert Rauchen die Lebenserwartung um durchschnittlich 2,2 Jahre (7,2 Millionen Todesfälle), HIV / Aids um 0,7 Jahre (1 Million Todesfälle), parasitäre und durch Vektoren – also durch Lebewesen wie Stechmücken oder Läuse – verursachte Krankheiten wie Malaria um 0,6 Jahre (600.000 Todesfälle).

„Luftverschmutzung übersteigt Malaria als Ursache für vorzeitigen Tod um den Faktor 19 und HIV / Aids um den Faktor 9. Da die Auswirkungen auf die Gesundheit so enorm sind und die Bevölkerung weltweit betreffen, könnte man sagen, dass unsere Ergebnisse auf eine Luftverschmutzungspandemie hindeuten“, sagt Prof. Dr. Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie und Erstautor der Studie.

Diese Studie ist die erste, die globale Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die Gesundheit der Menschen im Vergleich zu anderen Risikofaktoren weltweit untersucht.

„Unser Vergleich zeigt, dass Luftverschmutzung eine der Hauptursachen für vorzeitige Todesfälle und den Verlust an Lebensjahren ist. Die frühere Sterbewahrscheinlichkeit wird insbesondere durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht“, sagt Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz und Mitautor der Studie.

Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen einer Schadstoff-Exposition und dem Auftreten von Krankheiten. Um die weltweite Belastung mit Schadstoffen, wozu vor allem Feinstaub und Ozon zählen, zu berechnen, verwendeten die Forscher ein atmosphärenchemisches Modell: Dann kombinierten sie die daraus resultierenden Expositionsdaten mit dem Global Exposure – Mortality Model, das auf epidemiologischen Kohortenstudien basiert. Mithilfe dieser Daten wurden die Auswirkungen verschiedener Verschmutzungsquellen kalkuliert.

Dabei differenzierten die Wissenschaftler zwischen Emissionen natürlichen Ursprungs, wie beispielsweise durch Waldbrände oder Wüstenstaub, und anthropogenen – das heißt, von Menschen verursachten – Quellen wie beispielsweise der intensiven Nutzung fossiler Brennstoffe. Basierend auf diesen Ergebnissen haben die Wissenschaftler dann eine krankheitsspezifische Sterberate und den Verlust der Lebensjahre in allen Ländern der Welt berechnet.

Die Studienergebnisse zeigen: Die durch die Luftverschmutzung verursachte vorzeitige Sterblichkeit ist in Ostasien und Südasien am höchsten (35 Prozent bzw. 32 Prozent), gefolgt von Afrika (11 Prozent), Europa (9 Prozent), Nord- und Südamerika (6 Prozent). Australien hat mit 1,5 Prozent die niedrigste Sterblichkeitsrate – und die strengsten Luftreinhaltungsstandards.

„Wir verstehen mehr und mehr, dass Feinstaub in erster Linie Gefäßschäden und damit Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche begünstigt. Daher erachten wir es als äußerst wichtig, dass Luftverschmutzung als kardiovaskulärer Risikofaktor sehr ernst genommen wird und in den Richtlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zu den Bereichen Prävention des akuten und chronischen koronaren Syndroms sowie Herzinsuffizienz ausreichend Niederschlag findet“, ergänzt der Kardiologe Münzel.

Fast zwei Drittel der durch Luftverschmutzung verursachten Sterbefälle, nämlich rund 5,5 Millionen pro Jahr, sind den Erkenntnissen der Studie zufolge grundsätzlich vermeidbar, denn der Großteil verschmutzter Luft stammt aus dem Einsatz fossiler Brennstoffe. So schätzen die Forscher auch, dass die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit um etwas mehr als ein Jahr steigen würde, wenn die Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe wegfallen würden.

Die Forscher der Universitätsmedizin Mainz und des Max-Planck-Instituts für Chemie haben im vergangenen Jahr eine ähnliche Studie veröffentlicht, die sich mit den Folgen der Luftverschmutzung in Europa befasste: Danach sterben jedes Jahr fast 800.000 Europäer vorzeitig an Krankheiten, die durch Luftverschmutzung mit verursacht werden. Verschmutzte Luft verkürzt die Lebensdauer der Europäer im Schnitt um mehr als zwei Jahre.

Quelle: Universitätsmedizin Mainz