Omas Rezept: Bester Kartoffelsalat aller Zeiten

Von Cordula Mohr

Die Zubereitung dieses leckeren und warmen Kartoffelsalats habe ich von meiner Großmutter Gertrud aus Rheine im Münsterland erlernt; er schmeckt meiner Familie hervorragend – und so geht es: 

Altes Rezept für 3 – 4 Personen:
1 kg Cilena-Kartoffeln (möglichst diese Sorte wählen, sie ist sehr lecker, festkochend und lange haltbar)
3 Zwiebeln
100 gr. Parmaschinken oder Schinkenwürfel ungeräuchert
Öl

Dressing:
250 – 300 ml Gemüsebrühe
3 Eßl. Weinessig oder anderen milden Essig
3 Eßl. Öl (möglichst Olivenöl)
3 Eßl. Zucker

Zubereitung:
Einen Tag vorher Kartoffeln kochen. Nach dem Abkühlen schälen und in Würfel schneiden. Salzen und pfeffern. Über Nacht durchziehen lassen

Am nächsten Tag:
Zwiebeln schälen und würfeln. Mit dem Speck/Schinken und Öl andünsten bzw. knusprig machen.
Dann die Kartoffeln in die Pfanne geben und die Kartoffeln mit etwas Öl ummanteln. Mit dem Pfannenheber durchwenden und ziehen. Keine zu hohe Temperatur beim Herd wählen.

In der Zwischenzeit das Dressing herstellen, Brühe, Essig; Zucker und Öl mischen. In der Mikrowelle erwärmen. Dann die Sosse langsam an die Kartoffeln giessen und nochmal durchheben. Das Dressing soll sich gleichmäßig in der Pfanne verteilen.

Ca. eineinhalb Stunden auf kleiner Hitze durchziehen lassen – nicht kochen. Zwischendurch immer mal wieder durchheben, so dass sich alles gut vermischt. Evtl. noch etwas vom Dressing nachgiessen. Dazu schmecken Salate der Saison (besonders Endiviensalat) und ein heißes Würstchen.

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Mainz: Mediziner-Vortrag am 20. Juni über Vorsorge und Therapie bei Leberkrebs

Der nächste Themenabend der Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung” am 20. Juni widmet sich dem Thema Leberkrebs. 

Referent Junior-Professor Dr. med. Jens U. Marquardt, Leiter der Lichtenberg-Forschungsgruppe „Molekulare Hepatokarzinogenese“ an der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mainz, erläutert in seiner Rede neueste Erkenntnisse zur Prävention, Diagnostik und Therapie der Erkrankung.

Der Titel seines Vortrags lautet „Leberkrebs im 21. Jahrhundert – von der Lebervorsorge zur individualisierten Tumortherapie“.

Moderator des Abends ist Univ.-Prof. Dr. Wilfried Roth, Direktor des Institutes für Pathologie der Universitätsmedizin Mainz.

Die Veranstaltung der Universitätsmedizin Mainz und der Medizinischen Gesellschaft Mainz beginnt um 19.15 Uhr und findet im Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Geb. 505H, Langenbeckstraße 1 in 55131 Mainz).

Die Leberzirrhose stellt die gemeinsame Endstrecke des fortschreitenden bindegewebigen Umbaus der Leber bei allen Leberkrankheiten dar. Im Frühstadium der Leberzirrhose sind die Patienten in der Regel symptomfrei: Es sind noch keine Organkomplikationen aufgetreten und die Leberfunktion ist weitgehend erhalten. Späte Stadien sind dadurch gekennzeichnet, dass eine fortgesetzte Schädigung des Organs zu schwerwiegenden Komplikationen wie inneren Blutungen, Bauchwassersucht oder Leberkoma bis hin zur Entwicklung von Leberkrebs führt.

Obwohl die durchschnittliche Lebenserwartung von Patienten mit Leberzirrhose um zehn bis zwanzig Jahre niedriger als die der Gesamtpopulation liegt, existieren in Deutschland keine strukturierten Programme zur Frühdiagnose einer Leberzirrhose. Im Rahmen der neuen Versorgungsform zur Lebervorsorge „Strukturierte Früh-Erkennung einer Asymptomatischen Leberzirrhose (SEAL)“ überprüfen Experten derzeit in Rheinland-Pfalz und im Saarland, inwieweit sich die Frühdiagnose von Patienten mit Leberzirrhose und fortgeschrittener Leberfibrose verbessern lässt, wenn bei entsprechenden Check-Up-Untersuchungen ein bestimmter einfacher Algorithmus zum Einsatz kommt. Die Umsetzung dieser Art von Vorsorge birgt ein hohes Potential, um das Auftreten von Komplikationen zu verhindern.

Die tödlichste Komplikation einer Leberzirrhose und gleichzeitig der bedeutendste Risikofaktor ist das Leberzellkarzinom, fachsprachlich als Hepatozelluläres Karzinom (HCC) bezeichnet. Das HCC ist ein hochmaligner Tumor mit einer steigenden Inzidenz in der westlichen Welt. Angesichts der häufig zugrunde liegenden Leberzirrhose sind Therapiestrategien vor allem im fortgeschrittenen Stadium begrenzt und erfordern eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und multimodale Behandlungskonzepte. Die größte Herausforderung für neue Therapieansätze ist die morphologische und molekulargenetische Heterogenität des HCC. Zur Verbesserung der Prognose von HCC Patienten erscheinen daher individualisierte Therapieansätze der Präzisionsmedizin unerlässlich.

Quelle: Pressemeldung der Universitätsmedizin Mainz


Forschungsprojekt: Fette spielen eine wichtige Rolle bei psychiatrischen Erkrankungen

Wissenschaftler der Universitätskliniken Mainz und Münster haben herausgefunden, dass bioaktive Fette an neuronalen Kontaktstellen wirken und erregende Impulse im Gehirn verstärken. Infolgedessen kann es dort zu Übererregungszuständen kommen, die mit psychiatrischen Erkrankungen assoziiert werden.

Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler in ihrem vom Europäischen Forschungsrat (ERC) geförderten Projekt zeigen, dass sich die Produktion dieser Fette im Gehirn pharmakologisch hemmen lässt und so die neuronale Übererregung verschwindet. Das führt wiederum zur Rückbildung typischer Verhaltensmuster, die mit psychiatrischen Erkrankungen assoziiert sind.

Der entdeckte Hemm-Mechanismus eröffnet neue therapeutische Möglichkeiten für psychiatrische Erkrankungen, soll aber auch bei neurologischen Erkrankungen wie dem Schlaganfall eine wichtige Rolle spielen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht.

Bislang war die Rolle von bioaktiven Fettsäuren im Gehirn nicht bekannt. Auch war der Entstehungsort der Fettsäuren an den Kontaktstellen von Neuronen nicht erforscht.

PD Dr. Johannes Vogt vom Institut für mikroskopische Anatomie und Neurobiologie der Universitätsmedizin Mainz und Dr. Dr. Robert Nitsch, Professor für Translationale Neurowissenschaften an der Universität Münster, konnten nachweisen, dass spezielle Fettsäuren lokal an neuronalen Kontaktstellen im Gehirn aus Vorläuferstoffen produziert werden. Des Weiteren konnten die Wissenschaftler zeigen, dass diese Fettsäuren die Weiterleitung erregender Impulse entscheidend verstärken.

„Dadurch kann es zu Übererregungszuständen im Gehirn kommen“, unterstreicht Dr. Vogt und ergänzt: „Es ist genau die Art von Übererregungszuständen, die für verschiedene psychiatrische Erkrankungen wie der Schizophrenie kennzeichnend ist.“

Den Wissenschaftlern gelang es, die Produktion dieser Fette im Gehirn pharmakologisch zu hemmen und so einen Rückgang der neuronalen Übererregung im Gehirn zu erzielen. „Diese Ergebnisse sind von entscheidender Bedeutung, um innovative therapeutische Ansätze zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen wie der Schizophrenie zu entwickeln. Darüber hinaus zeigen unsere Daten, dass sie einen therapeutischen Nutzen bei neurologischen Erkrankungen wie dem Schlaganfall haben, dem ebenso eine neuronale Übererregung zugrunde liegt“, so Dr. Vogt.

Professor Nitsch ergänzt: „Da bisherige Therapien, die erregende Impulse beeinflussen sollten bisher zu keiner therapeutisch relevanten Medikamentenentwicklung geführt haben, sind unsere Daten als ein Durchbruch bei der Entwicklung spezifischer Therapien für diese Erkrankungen zu werten.“

Aufgrund der Ergebnisse dieses Forschungsprojekts haben Dr. Vogt und Professor Nitsch einen internationalen Patentantrag zur Behandlung von Gehirnerkrankungen, die auf einer gestörten Regulation bioaktiver Fette und der daraus folgenden erregenden Impulse reagieren, eingereicht. Des Weiteren fördert der ERC in diesem Zusammenhang ein weiteres Forschungsprojekt mit einem ERC Proof-of-Concept Grant, bei dem es um die Entwicklung eines entsprechenden Medikaments gehen soll.

Quelle: Pressemitteilung der Universitätsmedizin Mainz


Kritischer Vortrag von Dr. Aust zur Homöopathie am 13. Juni in Homburg

Vortrag mit Norbert Aust in Homburg/Saar: „Homöopathie: Lehre – Überzeugung – Evidenz“

Am kommenden Mittwoch (13. Juni) ist Dr. Norbert Aust am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg zu Gast.

Auf Einladung des AStA spricht Aust im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik (Kirrbergerstraße 100, Gebäude 9) über „Lehre, Überzeugung, Evidenz“ der Homöopathie:

Der Vortrag setzt sich mit den Argumenten der Kritiker und der Befürworter der Homöopathie auseinander und soll eine Orientierung in der in der Öffentlichkeit sehr emotional geführten Diskussion liefern.

Die Veranstaltung ist öffentlich und beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: https://blog.gwup.net/2018/06/07/vortrag-mit-norbert-aust-in-homburg-saar-homoeopathie-lehre-ueberzeugung-evidenz/

HINWEIS auf unsere Besprechung des Aust-Buches „In Sachen Homöopathie“ (siehe Foto) von Cordula Mohr: https://charismatismus.wordpress.com/2013/07/11/buch-tip-in-sachen-homoopathie-eine-beweisaufnahme-von-dr-norbert-aust/


Aktives Krankenhaus: Universitätsmedizin Mainz setzt auf Bewegung der Patienten

In der Bewegung liegt die Kraft – und das Geheimnis einer früher Rehabilitation: Nach großen Operationen wie der Implantation einer Hüft- oder Knieendoprothese lassen sich Komplikationen um 30 bis 50 Prozent reduzieren, wenn der Patient sich schon ab dem Operationstag wieder selbständig bewegt. Zudem kann der Patient nach einer solcher Operation schon nach fünf bis sieben statt der sonst üblichen durchschnittlichen 12 Tagen wieder nach Hause.

Basierend auf diesem Wissen bieten das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie und das Institut für Physikalische Therapie der Universitätsmedizin Mainz den Patienten einer Modellstation ein bewegungsförderndes Umfeld samt Bewegungsparcours

BILD: Patienten nutzen den Bewegungsparcours im Orthopädie-Zentrum der Universitätsmedizin Mainz (Foto: Peter Pulkowski)

Die Innovationen sind ein wichtiger Teilaspekt der neuen, konsequent auf frühzeitige Selbstständigkeit des Patienten ausgerichteten Behandlung des Zentrums.

Die ganzen 100 Meter von der Start- bis zur Ziellinie selbständig gehen, das operierte Bein auf eine Stufe stellen, das Bein dort beugen und dann wieder strecken, sich festhalten und dann auf seine Zehenspitzen stellen – dies sind nur einige der Übungen, mit denen ein Patient sein frisch implantiertes neues Hüft- oder Kniegelenk schon ganz früh nach der Operation aktiv nutzen kann, um entscheidend zum Behandlungserfolg beizutragen. Denn je früher Patienten mit einer Hüft- oder Knieendoprothese wieder mobil sind, umso schneller genesen sie.

Der nun eingeweihte Bewegungsparcours hilft ihnen dabei. Dem Ziel einer schnelleren Rehabilitation mittels einer aktiveren Rolle des Patienten dienen zudem digital gesteuerte, mit speziellen Sensoren ausgestattete, spielerische Bewegungsübungen.

Zu den optimierten Rahmenbedingungen des Heilungsprozesses zählt darüber hinaus das neu eingerichtete „Wohnzimmer“ der Modellstation. Es soll als Treffpunkt für die Patienten dienen, um sich beispielsweise über ihre Bewegungsfortschritte auszutauschen oder gemeinsam zu essen. Denn auch die soziale Komponente wirkt bewegungsmotivierend – statt alleine im Krankenzimmer im Bett zu liegen, hat der Patient die Option, in den Gemeinschaftsraum zu gehen.

„Wir sind auf dem Weg zum aktiven Krankenhaus. In der modernen Arzt-Patienten-Beziehung wird der Patient während der Therapie zum aktiven, mitverantwortlichen Partner. Bewegungsfördernde Umfelder, frühzeitige Selbstständigkeit des Patienten und damit kürze Liegezeiten sind eine Entwicklung, die nicht nur die Versorgungsqualität in der Universitätsmedizin Mainz weiter steigert, sondern zudem das Bild der Krankenhäuser in Zukunft grundlegend verändern werden“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer

„Wir wollen erreichen, dass die Therapie praktisch keine Immobilitätsphase mehr beinhaltet. Dafür haben wir unsere Behandlung konsequent auf eine frühzeitige Selbstständigkeit des Patienten ausgerichtet. Das neu geschaffene und entsprechend gestaltete Umfeld soll den Patienten zur Bewegung motivieren. An den sechs festen Bewegungsstationen können die Patienten – anfangs angeleitet von Physiotherapeuten und dann eigenständig – jederzeit an der Bewegungsfunktion ihrer Beine arbeiten“, betont der Direktor des Institut für Physikalische Therapie, Dr. Ulrich Betz. 

Quelle (Text/Fotos): Universitätsmedizin Mainz

 


Enttäuschungen können Depressionen und Angst bei Krebskranken verstärken

Krebserkrankungen treffen nicht nur die einzelnen Patienten – auch nahestehende Personen, Familienangehörige, Freunde und Bekannte sind von der Erkrankung mitbetroffen. Diese Menschen sind für die Erkrankten meist sehr wichtig, da sie sie unterstützen und ihnen Rückhalt geben.

Allerdings kann dieser Personenkreis für die Tumorpatienten auch enttäuschend reagieren. Ob und wie unterstützende und enttäuschende Reaktionen Nahestehender mit Angst und Depression bei Langzeitüberlebenden einer Hautkrebserkrankung zusammenhängen, das hat die Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz untersucht.

Die Studie ergab, dass positive Erfahrungen bei weitem im Vordergrund standen. Enttäuschungen im sozialen Umfeld waren seltener. Wenn sie auftraten, wogen sie allerdings schwerwiegender als die positiven Erfahrungen.

Die renommierte britische Fachzeitschrift  „BMC Public Health“ hat die Studienergebnisse nun in ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlicht.

Wenn Menschen Fürsorge und Zuwendung durch ihr soziales Umfeld erfahren und sich von ihren Mitmenschen geschätzt und geliebt fühlen, dann werden sie sozial unterstützt, was maßgeblich zur seelischen und körperlichen Gesundheit beiträgt.

Noch wenig erforscht ist, inwiefern sich Verhaltensweisen Nahestehender auf die seelische Gesundheit der Erkrankten auswirken, wenn diese das Verhalten als ablehnend oder gar kränkend empfinden.

„Gerade im Falle einer schwerwiegenden Erkrankung sind wir besonders auf gute Unterstützung angewiesen. Wir haben daher schon in mehreren Studien untersucht, inwiefern das Wohlbefinden von Krebspatienten von sozialer Unterstützung abhängt. Bisher fehlen jedoch Studien, die problematische Reaktionen anderer und deren Zusammenhang zu Depressionen und Angst bei Tumorerkrankten untersuchen“, betont Univ.-Prof. Dr. Manfred E. Beutel, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin der Universitätsmedizin Mainz und Senior-Autor der Studie.

Die hier vorgestellte Studie „Determinants of illness-specific social support and its relation to distress in long-term melanoma survivors“ ist Teil eines von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekts zu den psychosozialen Langzeitfolgen eines Malignen Melanoms. Zu ihrer Durchführung werteten die Mainzer Wissenschaftler zusammen mit dem Krebsregister in Rheinland-Pfalz Befragungen von  Langzeitüberlebenden aus, die sechs bis neun Jahre nach Diagnose einer Hautkrebserkrankung durchgeführt wurden. Die 689 Befragten waren zwischen 28 und 93 Jahre alt. 83 Prozent von ihnen lebten in einer Partnerschaft. 

Die Melanom-Überlebenden berichteten vorwiegend von positiver Unterstützung durch ihr jeweiliges soziales Umfeld. Wichtig war ihnen, dass jemand da ist, wenn sie es benötigen, ihnen jemand zuhört, das Gefühl gibt, bedeutsam zu sein sowie wesentliche Entscheidungen mit ihnen bespricht. Ablehnende oder verständnislose Reaktionen wurden im Vergleich dazu weit seltener berichtet.

Das Ausmaß der erlebten sozialen Unterstützung hing von folgenden Faktoren ab:
Teilnehmer, die in einer Partnerschaft lebten, aktiv Unterstützung suchten und eine optimistische Lebenshaltung hatten, berichteten häufiger über gute Unterstützung. 

Getrennt Lebenden und Geschiedenen fehlte es hingegen häufiger an positiver Unterstützung. Negative soziale Erfahrungen – so eine Feststellung der Wissenschaftler – gingen in vielen Fällen mit der Neigung zu Selbstvorwürfen, einer resignativen Haltung, Pessimismus sowie Müdigkeit und Motivationslosigkeit einher. Das größte Maß an Depression und Angst war bei den Melanom-Überlebenden anzutreffen, die kränkende Reaktionen anderer erfuhren und gleichzeitig nur wenig positive Unterstützung erhielten.

„Auch wenn positive Unterstützung eine sehr wichtige Rolle spielt, kann dies Enttäuschungen nicht völlig wettmachen“, so Professor Beutel.

Studienleiterin Dr. Sabine Fischbeck, ebenfalls Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, resümiert:

„Manchmal entsteht auch ein Teufelskreis aus Enttäuschung über ausbleibende Hilfen und Rückzug. Dieser macht es beiden Seiten schwer, aufeinander zuzugehen. Es reicht daher nicht aus, Krebskranke zu ermutigen, positive soziale Unterstützung zu suchen. Es ist auch wichtig, Erfahrungen von Enttäuschung und Zurückweisung offen anzusprechen. Dies kann Betroffenen helfen, ihre Bedürfnisse klarer zu formulieren oder sich in enttäuschenden Situationen zu behaupten. In künftigen Studien wollen wir daher den Zusammenhang zwischen persönlichem Umgang mit Belastungen und sozialer Unterstützung auch im Längsschnitt untersuchen.“

Weitere Infos zur Publikation: Fischbeck S, Weyer-Elberich V2, Zeissig SR3, Imruck BH4, Blettner M2, Binder H2,5, Beutel ME4. Determinants of illness-specific social support and its relation to distress in long-term melanoma survivors. BMC Public Health. 2018, 18:511. doi: 10.1186/s12889-018-5401-1.

Fischbeck S, Imruck BH, Blettner M, Weyer V, Binder H, Zeissig SR, Emrich K, Friedrich-Mai P, Beutel ME (2015). Psychosocial Care Needs of Melanoma Survivors: Are They Being Met? PLOS ONE. Aug 21. doi: 10.1371/journal.pone.0132754. PMID: 26296089.  –  Förderung: Deutsche Krebshilfe (Fördernummer 109225)

Kontakt: Fragen zum Projekt:
Tel. 06131 / 17 7381, Fax 06131 / 17 5563, E-Mail: sekretariate-pt@unimedizin-mainz.de
Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel,
Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Mainz,
Tel. 06131 / 17 3540, Fax 06131 / 17 6688, E-Mail: manfred.beutel@unimedizin-mainz.de

Quelle: Pressemeldung der Universitätsmedizin Mainz

Gemälde: Evita Gründler


Läßt sich Darmkrebs überlisten? Wie zerstört man Tumorzellen durch Streß?

Lassen sich Krebszellen überlisten? Ist es möglich, ein zytostatisches in ein zytotoxisches Zellprogramm umzuwandeln – und so den Zellzyklus nicht nur zu stoppen, sondern den Tod der Krebszellen herbeizuführen?

Wie lässt sich ein durch Chemotherapie ausgelöstes, für Darmkrebszellen tödliches Programm mit neuen Medikamenten verstärken?

Antworten auf diese Fragen hat ein Forscherteam um Univ.-Prof. Dr. Oliver H. Krämer vom Institut für Toxikologie an der Universitätsmedizin Mainz gefunden. Ihre Forschungsergebnisse zeigen erstmals, wie die Zellzyklusregulation und die Antwort von Zellen auf eine gestörte Verdopplung ihrer DNA zu einer neuen Therapiestrategie von Darmkrebs führen können. S

ie sind nachzulesen in der Februarausgabe der namhaften Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Der Zellzyklus ist ein komplizierter Prozess. All seine Phasen lassen sich durch bestimmte Faktoren hemmen oder fördern. Zytostatika verzögern oder unterbrechen das Fortschreiten der Zellteilung. Möglich wird dies durch Zellzyklus-Kontrollpunkte, sogenannte Checkpoints. Diese sorgen dafür, dass der nächste Schritt im Zellzyklus erst dann erfolgt, wenn der Vorhergehende abgeschlossen ist. Indem sie Dauer und Abfolge der Phasenübergänge regulieren, schützen sie die Unversehrtheit des Erbguts und verhindern eine „Entartung“ gesunder Zellen.

Für die Wissenschaft sind diese Checkpoints interessant, weil hier sowohl die Möglichkeit besteht, den Zellzyklus zu stoppen (Arretierung) als auch den programmierten Zelltod (Apoptose) einzuleiten. Indem der Zellzyklus beeinflusst wird und Checkpoints in sich schnell teilenden Krebszellen ausgeschaltet werden, können diese therapeutisch eliminiert werden.

Genau an diesem Punkt haben die Mainzer Wissenschaftler für die hier vorgestellte Studie angesetzt. Professor Krämer und sein Team hatten es sich für die Studie zur Aufgabe gemacht, die Gene-Expression von Zellen, also welche Gene tatsächlich aktiv sind, zu analysieren und die Frage zu beantworten, ob und wie sich ein zytostatisches in ein zytotoxisches Zellprogramm umwandeln lässt. Ihr Ziel war der Zelltod, nicht nur der Stopp des Zellzyklus.

Ihre Untersuchungen ergaben Folgendes: Wird der Zelle das Zytostatikum Hydroxyurea zugeführt, werden ihre Funktionsabläufe gestört: Sie produziert eine nur unzureichende Menge an DNA-Bausteinen. In Folge dessen kommt es zu einem geregelten Stopp des Zellzyklus. Wenn der Zellzyklus gebremst wird, ändert sich die Ableserate bestimmter Gene.

Dieser Prozess unterliegt der Steuerung durch die Enzymgruppe der Histon-Deacetylasen (HDACs), welche 18 Proteine umfasst. Diese Moleküle regulieren als sog. epigenetische Modulatoren die Genexpression ohne die Abfolge der DNA-Basenpaare und damit die Verschlüsselung der Erbinformation zu verändern.

Hierfür modulieren HDACs die Markierung von wichtigen Proteinen mit Acetylresten. Eine neu von Professor Krämer entdeckte Funktion der HDACs besteht darin, dass sie PR130, eine Untereinheit des Enzyms Phosphatase-2A (PP2A), unterdrücken. Dieses reguliert einen essentiellen biologischen Prozess, das reversible Anhängen einer Phosphatgruppe an Proteine. PR130 ist ein sehr kritischer Regulator. Denn seine Anwesenheit ist entscheidend dafür verantwortlich, ob und wie stark die Phosphatgruppen übertragenden Checkpoint-Kinasen den Zellzyklus bei Gabe von Hydroxyurea anhalten können. „Durch die Gabe von klinisch erprobten und nebenwirkungsarmen Substanzen, die gegen eine Untergruppe der Histondeacetylasen (HDAC-Inhibitoren) wirken, gelang es uns sogar, den Krebszellen gänzlich die Kontrolle über ihren Zyklus zu entziehen“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Oliver H. Krämer vom Institut für Toxikologie an der Universitätsmedizin Mainz.

Wie die Wissenschaftler um Professor Krämer im Rahmen ihrer Studie feststellten, modulieren speziell die HDACs HDAC1 und HDAC2 über PR130 kritische Signalwege, die bei Gabe von Hydroxyurea für das Überleben von Krebszellen wichtig sind. Den Forschern ist es gelungen, durch die Kombination von Hydroxyurea mit HDAC-Inhibitoren ein therapeutisch erwünschtes Zelltodprogramm – welches die sogenannte mitotische Katastrophe und die Apoptose umfasst – Tumorzellen abzutöten.

„Diese Forschungsergebnisse zeigen erstmals, wie die Zellzyklusregulation und die Antwort von Zellen auf replikativen Stress spezifisch durch zwei HDACs und PR130 reguliert werden“, so Professor Krämer. „Da Darmkrebs eine sehr häufige Tumorerkrankung darstellt, könnten derzeit zur Behandlung eingesetzte Chemotherapeutika in Kombination mit HDAC Inhibitoren eine neue Therapiestrategie darstellen. Dies wollen wir in Zukunft erforschen“.

Infos zur Studie:
„HDAC1 and HDAC2 integrate checkpoint kinase phosphorylation and cell fate through the phosphatase-2A subunit PR130.”; Göder A, Emmerich C, Nikolova T, Kiweler N, Schreiber M, Kühl T, Imhof D, Christmann M, Heinzel T, Schneider G, Krämer OH; Nature Communications. 2018 Feb 22; 9(1):764; doi: 10.1038/s41467-018-03096-0.

Kontakt: Univ.-Prof. Dr. Oliver H. Krämer,
Institut für Toxikologie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz,
Geb. 905, 15. OG, Obere Zahlbacher Straße 67, 55131 Mainz
Telefon: 06131-17-9218, Fax: 06131-17-9023, E-Mail: okraemer@uni-mainz.de

Quelle: Universitätsmedizin Mainz