Medjugorje verbreitet die neueste Himmelsbotschaft der “Seherin” Mirjana

Von Felizitas Küble

Seit über 33 Jahren “erscheint” in Medjugorje (Bosnien-Herzegowina) die Madonna, wenn man den dortigen mtcarmelpic1“Seherkindern” (die inzwischen längst erwachsen sind) glauben will.

Allerdings sind die mittlerweile zehntausendfachen “Botschaften”, die angeblich vom Himmel kommen, kirchlich nicht anerkannt. 

Zu den Medju-Visionären gehört auch die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo, die stets am 2. Tag jedes Monats eine sog. “Privatbotschaft der Muttergottes” erhält, die per Newsletter verbreitet wird.

Hier folgt nun der vollständige Wortlaut der jüngsten Erscheinung vom 2.2.2015:

„Liebe Kinder! Ich bin hier unter euch. Ich schaue euch an, lächle euch an und liebe euch, wie es nur eine Mutter kann. 

Durch den Heiligen Geist, der durch meine Reinheit kommt, sehe ich eure Herzen und bringe sie meinem Sohn dar. Schon seit langer Zeit, ersuche ich von euch, meine Apostel zu sein, damit ihr für diejenigen betet, die die Liebe Gottes nicht kennengelernt haben. Ich suche das Gebet, das aus Liebe gesprochen ist, das Gebet, das Werke tut und Opfer bringt. 

Verschwendet keine Zeit damit, darüber nachzudenken, ob ihr würdig seid, meine Apostel zu sein. Der himmlische Vater wird jeden richten, ihr aber liebt Ihn und gehorcht Ihm. 

Ich weiß, dass euch dies alles verwirrt, auch meine Anwesenheit unter euch, aber nehmt es mit Freude an und betet, damit ihr begreift, dass ihr würdig seid, für den Himmel zu arbeiten. 

Meine Liebe ist über euch. Betet, dass meine Liebe in allen Herzen siegt, denn es ist die Liebe, die vergibt, die gibt und nie aufhört. Ich danke euch.“

Zu diesem scheinfrommen Unsinn stellen wir Folgendes fest:

1. Dieser Spruch der vermeintlichen “Gottesmuttter” enthält gleich drei theologische Fehler: “Durch den Heiligen Geist, der durch meine Reinheit kommt, sehe ich eure Herzen und bringe sie meinem Sohn dar.”  Advocata

A. Der Heilige Geist ist immer ein Gnadengeschenk Gottes. ER kommt nicht durch die (ohnehin unvollkommene) “Reinheit” der Menschen – das gilt insoweit auch im Falle der makellos empfangenen Madonna, weil deren überragende Reinheit aus einem Gnadenakt des Allmächtigen hervorging. 

B. Zweitens sieht allein GOTT selber in unsere Herzen – und kein Geschöpf, auch nicht das heiligste und erhabenste aller Geschöpfe, nämlich die selige Jungfrau Maria.

C. Drittens ist theologisch nicht klar, inwieweit Maria dem ewigen Gott unsere “Herzen darbringt”. Die selige Jungfrau ist keine geweihte Priesterin  – und unsere unreinen Herzen sind keine vollkommene, keine heilige (Opfer-)Gabe, die Gottes würdig wäre.

2.  Hierzu paßt es freilich, daß die Erscheinung dazu auffordert: “Verschwendet (!) keine Zeit damit, darüber nachzudenken, ob ihr würdig sein, meine Apostel zu sein.”  –  Was heißt hier “meine” Apostel? Sollen wir etwa nicht CHRISTUS nachfolgen?!  – Die in der Bibel bezeugte, echte Gottesmutter sprach jedenfalls zu den Knechten auf der Hochzeit zu Kana: “Was ER euch sagt, das tut!”  –  Die wirkliche Madonna verweist immer auf ihren göttlichen Sohn, nicht auf sich selber.

3. Sodann schmiert dieses Erscheinungsphänomen den “lieben Kindern” reichlich viel Honig um den Mund, indem gesagt wird: “Betet, damit ihr begreift, daß ihr würdig seid, für den Himmel zu arbeiten.”  – Stattdessen heißt es in der Heiligen Schrift, wir sollen uns stets bewußt sein, daß wir nur “unnütze Knechte” sind, die Gott trotz ihrer Unwürdigkeit würdigt, IHM zu dienen.

4. Abschließend fordert die Erscheinung dazu auf: “Betet, daß meine Liebe in allen Herzen siegt, denn es isst die Liebe, die vergibt…”  –  Erstens kann GOTT allein die Sünden der Menschen vergeben; zweitens ist es die Liebe CHRISTI, die in den Herzen siegen sollte  –  und damit dies leichter geschieht, ist seine Mutter unsere Fürsprecherin, die sich gegenüber dem Engel Gabriel selber als “Magd des HERRN” bezeichnet hat.


Vatikan: Die Glaubenskongregation hat die “Amsterdamer Erscheinungen” 1974 abgelehnt

Kult um die “Frau aller Völker” von Rom untersagt

Die Vatikanzeitung “L’Osservatore Romano” berichtete am 28. Juni 1974 folgendermaßen über eine erneute amtliche Stellungnahme der römischen Glaubenskongregation zur Ablehnung der “Amsterdamer Erscheinungen”:  

HL. KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

 NOTIFIKATION*

Der Bischof der Diözese Haarlem (Niederlande) hat am 7. Mai 1956 nach eingehender Prüfung des Falles über die media-444757-2angeblichen Erscheinungen und Offenbarungen der „Frau aller Völker“ erklärt, daß die „Übernatürlichkeit der Erscheinungen nicht feststeht“ und daß er dementsprechend die öffentliche Verehrung des Bildes der „Frau aller Völker“ so wie die Verbreitung von Schriften, die die genannten Erscheinungen und Offenbarungen als übernatürlichen Ursprungs hinstellten, verboten hat.

Am 2. März 1957 hat der Haarlemer Bischof seine obengenannte Erklärung bestätigt, während das Heilige Offizium in einem Schreiben vom 13. März des gleichen Jahres die Klugheit und den pastoralen Eifer des Bischofs begrüßt und seine Maßnahmen gebilligt hat.

Außerdem hat die Kongregation für die Glaubenslehre in Beantwortung eines Gesuches des Bischofs von Haarlem vom 29. März 1972 die bereits in dieser Sache getroffene Entscheidung am 24. Mai des gleichen Jahres bestätigt.

Im Hinblick auf weitere Entwicklungen und nach erneuter, noch tieferer Prüfung des Falles bestätigt die Kongregation für die Glaubenslehre mit der vorliegenden Verlautbarung, daß das von der zuständigen kirchlichen Behörde bereits ausgesprochene Urteil begründet ist, fordert Priester und Laien dazu auf, jede Propaganda für die angeblichen Erscheinungen und Offenbarungen der „Frau aller Völker“ zu unterlassen und ermahnt alle, ihre Verehrung für die heiligste Jungfrau, Königin der Welt (vgl. Enzyklika Ad caeli Reginam, AAS XXX [1954], 625-640), in den von der Kirche anerkannten und empfohlenen Formen zum Ausdruck zu bringen.

Rom, 25. Mai 1974.

Hierzu die vatikanische Original-Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19740525_signora-amsterdam_ge.html

Unser Artikel über die Serie kirchlicher Ablehnungen zum Kult um die “Frau aller Völker”: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/die-kirche-und-die-%E2%80%9Efrau-aller-volker%E2%80%9C/

Die Amsterdamer Erscheinungen fordern das Dogma von der “Miterlöserin” Maria. Dieser Titel ist jedoch kein Bestandteil der kirchlichen Marienlehre. Auch Papst Benedikt hat sich hierzu kritisch geäußert: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/

HINWEIS: Der niederländische Bischof Josef Maria Punt von Haarlem hat sich am 10.6.2002 dennoch pro Amsterdamer “Marienerscheinungen” geäußert  – und dies trotz jahrzehntelang ablehnender Urteile mehrerer Amtsvorgänger sowie des Hl. Offiziums bzw. der Glaubenskongregation in Rom.


Medjugorje: Neue “Botschaft” an die Seherin Mirjana vom 2. Januar 2015

Von Felizitas Küble

Stets am zweiten Tag jeden Monats erhält die “Seherin” Mirjana Dragicevic-Soldo aus Medjugorje eine sog. “Privatbotschaft der Muttergottes”. 

Dies geschah auch am gestrigen 2. Januar 2015; diese angebliche Offenbarung des Himmels wird per Newsletter vierge_pellevoisinverbreitet.

Der Erscheinungsort Medjugorje existiert bereits seit über 33 Jahren, wurde von Millionen Pilgern besucht, ist allerdings kirchlich nicht anerkannt.

Wir dokumentieren hier die jüngste Botschaft der “Gospa” (wie die Gottesmutter in jener Gegend genannt wird) im vollen Wortlaut:

„Liebe Kinder! Ich bin hier bei euch als Mutter, die euch helfen möchte, die Wahrheit zu erkennen. Während ich euer Leben auf der Erde lebte hatte ich die Erkenntnis der Wahrheit und damit ein Stück des Paradieses auf Erden. Deshalb wünsche ich euch, meinen Kindern, das Gleiche.

Der himmlische Vater möchte reine Herzen, erfüllt mit der Erkenntnis der Wahrheit. Er möchte, dass ihr all jene liebt, denen ihr begegnet, weil auch ich meinen Sohn in euch allen liebe. Dies ist der Anfang der Erkenntnis der Wahrheit.

Euch werden viele falsche Wahrheiten angeboten. Ihr werdet sie bezwingen mit einem Herzen, das durch Fasten, Gebet, Buße und das Evangelium gereinigt ist. Das ist die einzige Wahrheit und es ist die Wahrheit, die euch mein Sohn hinterlassen hat; das müsst ihr nicht sehr betrachten. Von euch wird ersucht, zu lieben und zu geben, wie ich es tat. Meine Kinder, wenn ihr liebt, wird euer Herz ein Zuhause sein für meinen Sohn und mich, und die Worte meines Sohnes der Leitfaden in eurem Leben.

Meine Kinder, ich werde euch, die Apostel der Liebe, benutzen, um all meinen Kindern zu helfen, damit sie die Wahrheit erkennen. Meine Kinder, ich habe immer für die Kirche meines Sohnes gebetet, so erbitte ich das gleiche von euch. Betet, dass eure Hirten mit der Liebe meines Sohnes erstrahlen. Ich danke euch.“

Hierzu ergeben sich folgende Fragen und Anmerkungen:

1. Schon eingangs heißt es seitens der angeblichen Madonna, sie komme deshalb auf die Erde, weil sie den “lieben Kindern” helfen wolle, “die Wahrheit zu erkennen”. – Hierfür bedarf es freilich keiner Marienerscheinung. Die Heilige Schrift, die kirchlichen Glaubenslehren, die Zehn Gebote und die Sakramente genügen vollauf. media-390606-2

2. Geradezu unsinnig ist folgender Satz der Erscheinungsphänomens:Während ich euer Leben auf der Erde lebte hatte ich die Erkenntnis der Wahrheit und damit ein Stück des Paradieses auf Erden.”  –  Die selige Jungfrau hat keineswegs unser Leben auf Erden gelebt, denn sie war von Gott als Mutter seines Sohnes auserwählt, makellos empfangen und lebte in einer besonderen Nähe zu ihrem göttlichen Sohn. 

Ebenso falsch ist die Aussage, sie habe die “Erkentnis der Wahrheit” gehabt, “während ich euer Leben auf der Erde lebte”.  –  Statt “während” müßte es vielmehr heißen “seitdem…“, denn die “Erkenntnis der Wahrheit” ging ihr ja keineswegs verloren, nachdem sie in den Himmel aufgenommen wurde.

3. Unlogisch wie ein rundes Viereck ist auch die Behauptung, den “lieben Kindern” würden viele “falsche Wahrheiten” angeboten. Eine Wahrheit ist nie falsch, sonst ist sie eine Lüge, zumindest ein Irrtum.  –  Offensichtlicher Unfug ist auch die Feststellung, die Reinigung des Herzens durch Fasten, Gebet, Buße und Evangelium sei die einzige Wahrheit”, die Christus “hinterlassen” habe.

4. Die Schmeichelei der Erscheinungs-“Madonna”, sie werde die Seherschar dazu “benutzen”, um den Menschen zur Wahrheitserkenntnis zu verhelfen, ist ebenfalls unsinnig, weil es keiner Privatoffenbarungen und “Himmelsbotschaften” bedarf, um zur Erkenntnis der Wahrheit zu gelangen. Hierfür gibt es die Bibel, die apostolische Tradition und das Lehramt der Kirche sowie die menschliche Vernunft.

 

 

 


Fromme Irrungen und Wirrungen in der Zeitschrift “Medjugorje”

Von Felizitas Küble

Schon seit über 33 Jahren erscheint die himmlische Madonna einer Schar von Sehern in Medjugorje  – glaubt man deren Angaben. 1_0_744292

Die katholische Kirche verweigert bislang eine Anerkennung des Phänomens; der zuständige Bischof Peric von Mostar ist klar dagegen, ebenso sein Vorgänger im Amte, Bischof Zanic.  

Natürlich sind die Befürworter der Medju-Visionen fromme Leute, sonst würden sie nicht an Marienerscheinungen glauben.

Wir wollen auch niemandem die subjektive Aufrichtigkeit und Redlichkeit absprechen. Darum geht es aber auch nicht bei der Frage, ob die dortigen Ereignisse objektiv himmlischen Ursprungs sind. Bekanntlich ist gut gemeint und fromm gedacht noch lange nicht gut gemacht.

Das gilt auch für die Zeitschrift “Medjugorje” aus der Schweiz. In der Ausgabe vom Juli/August 2014 entfaltet sich wieder einmal die theologische Naivität vieler Botschaftsgläubiger – angefangen vom Vorwort eines “Pater Klemens”, vermutlich der Schriftleiter des Heftes.

Er zitiert eingangs eine typische Medju-Botschaft, diesmal vom Februar 1984:

“Betet! Es mag euch seltsam vorkommen, daß ich immer wieder vom Gebet spreche. Trotzdem sage ich: Betet! (…) Begnügt euch damit zu beten. Ich, eure Mutter, kümmere mich um das Übrige.”

Von der Einhaltung der Gebote Gottes ist in den seit Jahrzehnten anhaltenden “Offenbarungen” fast nie die Rede, zudem relativ wenig von guten Werken.

Doch es vergeht kaum eine Botschaft ohne Gebets-Aufforderung. Das erscheint schon deshalb merkwürdig, weil diese “Himmelsoffenbarungen” ohnehin nur von frommen Seelen ernstgenommen werden, die logischerweise auch zur betenden Schar gehören.P1020947

Erinnern wir uns aber an die eindringlichen Worte Christi: “Nicht jeder, der HERR, HERR sagt, wird ins Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters erfüllt.” 

Beten allein macht also keineswegs selig. Aber laut Pater Klemens zumindest glücklich, denn er schreibt weiter in seinem Editorial: “Maria führt uns auf den Weg des Gebets, weil Beten glücklich macht.”  - Als ob irdisches Glück oder Glücksgefühle das entscheidende Ziel des Glaubens sei…

Dr. Raphael Bonelli von Medjugorje beeindruckt

Sodann darf man sich wundern, daß der in konservativ-katholischen Kreisen relativ bekannte Wiener Psychiater Dr. Raphael Bonelli sich als Medjugorje-Fan outet.

In bewegenden Worten schildert er seine Eindrücke von einer etwa zehnminütigen Marienerscheinung Mirjanas, die er in Medjugorje aus der Nähe mitverfolgen konnte. Für ihn steht fest: “Das ist echt!”

Freilich will er als frommer Katholik dem Urteil der Kirche gleichwohl “nicht vorgreifen”, allerdings irrt er sich in zwei Punkten:

1. Er schreibt, die Kirche könne sich noch nicht endgültig zur Frage der Echtheit äußern, “solange die Erscheinungen andauern”. – Diese Fehleinschätzung ist weit verbreitet, wird dadurch aber nicht richtiger. Bischöfe und Vatikan haben mehrfach Erscheinungen bereits abgelehnt, als die angeblichen Phänomene noch stattfanden, zB. in Heroldsbach, Montichiari oder San Damiano.media-390606-2

2. Dr. Bonelli schreibt sodann, daß die Seher unter “aggressiven Haltungen leiden”, die sie angeblich erleben. Er fährt fort: “Die Anfeindungen sind auch ein Zeichen der Glaubwürdigkeit. Letztlich ist es Jesus Christus genauso ergangen.”

Abgesehen davon, daß ein Vergleich zwischen umstrittenen Visionären und dem göttlichen Erlöser schlicht hanebüchen ist, hat der Autor seine “Logik” nicht zu Ende gedacht, denn dann wären auch Häretiker und Schismatiker gleichsam Nachfolger des Heilands gewesen, denn diese waren auch mit allerlei “Anfeindungen” seitens der Kirche konfrontiert. 

Nicht jeder bedrängte Mensch ist ein guter Mensch  –  einmal abgesehen davon, daß die Medju-Visionären sich seit 33 Jahren unter der Verehrung von Millionen Fans sonnen können.

Dr. Bonelli erwähnt selber in seinem Beitrag, daß sich zehntausend begeisterte Menschen bei jener Erscheinung Mirjanas einfanden, die er miterlebt hat. Niemand aus der frommen Pilgerschar hat auch nur ein Kieselsteinchen nach der Visionärin geworfen  – so fragt man sich doch, wo denn die beklagten “Anfeindungen” bleiben.

Wieder mal ein “Sonnenwunder”…

Sodann folgt das Zeugnis eines “C. Schmid” über seine Wallfahrt nach Medjugorje, wobei er auf der Rückreise ein “Sonnenwunder” gesehen haben will. Dieses Phänomen wird recht häufig berichtet. 131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Bezeichnenderweise werden die mirakelhaften Veränderungen an der Sonne oftmals nur von einem Teil der Pilger wahrgenommen. Auch in diesem Fall räumt der Autor ein, daß nicht alle Anwesenden das “Sonnenwunder” schauen konnten.

Dies bestätigt die Vermutung, daß es nicht objektiv stattfindet, sondern subjektiv bedingt ist.

Sodann schildert der Verfasser, daß ihm eine bis dahin unbekannte Frau “ein Tüchlein aus San Damiano” überreichte, was ihn offenbar sehr bewegt hat, denn sein verstorbener Bruder habe ebenfalls ein solches Damiano-Tüchlein von einer Bekannten erhalten, als er schwerkrank war. Er glaubte damals an eine Heilung mittels des Tüchleins.

Dies klappte zwar nicht, weil er verstarb, doch liegt das Problem ohnehin an einem anderen Punkt:

Die “Marienerscheinungen” von San Damiano, die an “Mamma Rosa” ergangen sind, wurden seitens des zuständigen Bischofs eindeutig abgelehnt. Doch das Urteil der Kirche scheint ohnehin kaum  jemanden aus der erscheinungsbewegten Szene zu interessieren.

Die Zeitschrift schließt mit einer Medju-Botschaft vom 2. Juli dieses Jahres. Dabei soll die vermeintliche Gottesmutter sich als “Mutter der ganzen Welt” bezeichnet haben, was aber kein kirchlicher Titel für Maria ist; sie wird vielmehr als “Mutter der Christgläubigen” (und der Kirche) verehrt, was theologisch einen erheblichen Unterschied darstellt.

Sodann heißt es dort: “Mein Sohn ist allmächtig. Er ist in allem.”  – Christus ist keineswegs “in allem”, er ist zB. nicht in der Hölle gegenwärtig.  – Reichlich verschwommen bis pantheistisch klingen die weiteren “Himmelsbotschaften”:

“Ich habe es erkannt, daß Gott in uns ist und wir in Gott. (…) Ich möchte euch alle mit mir in der Ewigkeit haben, denn ihr seid ein Teil von mir.”

Solche Töne sind im besten Falle überflüssig, wenn nicht sogar irreführend.


Zwischen Unsinn und Banalitäten: Neueste “Botschaft” von Mirjana aus Medjugorje

Von Felizitas Küble

Zur Seherschar der kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsstätte Medjugorje gehört auch Mirjana Dragicevic-Soldo, die stets am 2. Tag jedes Monats eine sog. “Privatbotschaft der Muttergottes” erhält, die vom Medjugorje-Zentrum per Newsletter verbreitet wird.

Die jüngste “Offenbarung” vom 2. Dezember dieses Jahres lautet wie folgt: mtcarmelpic1

„Liebe Kinder! Merkt es euch, denn ich sage euch: die Liebe wird siegen. Ich weiß, dass viele von euch die Hoffnung verlieren, weil sie um sich herum Leid, Schmerz, Eifersucht, Neid, … sehen. Aber ich bin eure Mutter. Ich bin im Königreich, jedoch auch hier bei euch. Mein Sohn sendet mich erneut, um euch zu helfen.

Deshalb, verliert nicht die Hoffnung, sondern folgt mir nach, denn der Sieg meines Herzens ist im Namen Gottes. Mein geliebter Sohn denkt an euch, wie Er immer an euch gedacht hat. Glaubt Ihm und lebt Ihn. Er ist das Leben der Welt.

Meine Kinder, meinen Sohn zu leben, bedeutet, das Evangelium zu leben. Dies ist nicht leicht. Dies bedeutet Liebe, Vergebung und Opfer. Dies reinigt und öffnet das Königreich. Aufrichtiges Gebet, das nicht nur Worte, sondern Gebet ist, das das Herz spricht, wird euch helfen; auch das Fasten, denn dies ist noch mehr Liebe, Vergebung und Opfer.

Deshalb verliert nicht die Hoffnung, sondern folgt mir nach. Erneut bitte ich euch, dass ihr für eure Hirten betet, dass sie immer meinen Sohn anschauen, der der erste Hirte der Welt war und dessen Familie die ganze Welt war. Ich danke euch.“

Hierzu stellen wir fest: P1020947

1. Die wirkliche Gottesmutter, wie sie uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, sprach zu den Hochzeitsdienern von Kana: “Was ER euch sagt, das tut!”  – Dies war ihr klarer Appell zur Nachfolge Christi. Doch in Medjugorje ruft die Erscheinungs-“Madonna” (zB. zweimal in der obigen “Botschaft”) dazu auf: “Folgt mir nach!”

2. In der  jüngsten “Botschaft” wimmelt es wieder  – wie dort seit Jahrzehnten üblich  –  von banalen Allerweltsweisheiten. Kommt etwa die seligste Jungfrau deshalb eigens auf die Erde –  und das seit über 33 Jahren?!   - Zudem heißt es von Christus ziemlich verschwommen, er sei das “Leben der Welt”  und der “erste Hirte der Welt”  – doch nirgends ist davon die Rede, daß er der ERLÖSER der Welt ist.

3. Am Schluß wird von Christus gesagt, daß die “ganze Welt” seine “Familie” gewesen sei. Was soll das theologisch bedeuten?  – Zweifellos ist die ganze Menschheit von Gott erschaffen, aber Kinder des Ewigen werden wir durch die Taufe und den Glauben an Christus.


Graphologin bestätigt: Anonymer Brief von 1962 zu Garabandal ist nicht von Pater Pio

Obwohl die “Marienerscheinungen” von Garabandal (Spanien) Anfang der 60er Jahre kirchlich nicht anerkannt sind, hält sich seit Jahrzehnten ein “harter Kern” unerschütterlicher Anhänger dieser angeblichen “Botschaften des Himmels”.

Ein in der “Garabandal-Szene” viel beachtetes Datum ist der 3. März 1962.

Kein Geringerer als der von vielen Katholiken verehrte, 1968 verstorbene und im Jahr 2002 heiliggesprochene Pater Pio soll sich an diesem Tag in einem anonymen, in italienischer Sprache gehaltenen Brief an die vier “Garabandal-Seher” gewandt haben. 3341030867_659e6e056e

In diesem inzwischen in vielen Übersetzungen weit verbreiteten und im Internet kursierenden Brief bestätigt Pater Pio angeblich die Echtheit von “Garabandal” und eine Anerkennung der Ereignisse nach Eintreffen, obwohl es dann zu spät sein soll.

Dass es sich bei diesem anonymen Brief um ein Schreiben von Pater Pio handeln soll, wurde der “Hauptseherin” Conchita Gonzales angeblich auf ihre Nachfrage von der “Gottesmutter” bei einer Erscheinung bestätigt.

In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass es sich um die gleiche “Gottesmutter” handelt, die Conchita bereits die “neuen Augen” für den blinden, aber inzwischen verstorbenen Joey Lomangino versprochen hat, sowie die Botschaft über das “Datum der Warnung im Geheimnis Gottes”, welches nachgewiesenermaßen auch der verstorbenen “Seherin” Mari Loli bekannt gewesen sein soll.

Dieser im Original der Garabandal-Hauptseherin Conchita Gonzales vorliegende anonyme “Pater-Pio-Brief” von 1962 wird von dem Amerikaner Glenn Hudson über ein Forum verbreitet, in dem er aktiv mitwirkt und als offizielles Internetsprachrohr von Conchita Gonzales fungiert und anerkannt ist.

Quelle: http://motheofgod.com/threads/dedicated-garabandal-resource.4263/page-2

Nachstehend der Link auf den Brief in Originalgröße in der von Glenn Hudson verbreiteten Fassung: http://www.gelobtseijesuschristus.mynetcologne.de/Padre_Pio.pngOriginal_rechts_Pater_Pio

Bei einer ersten Internetrecherche zu diesem anonymen Brief fiel auf, dass das Schriftbild erheblich von einem weiteren Schriftdokument abweicht, das von Pater Pio im Netz zu finden ist.

Dieses Schriftdokument wurde von Frau Dr. Lidia Fogarolo, eine anerkannten italienischen Graphologin, Expertin für Handschriften und Direktorin der “Morettian Graphology School in Padua – Italy” ins Internet gestellt.

Es lag also nichts näher, als Frau Dr. Fogarolo das anonyme Schriftstück zuzusenden und um eine Stellungnahme als Expertin zu dem angeblich von Pater Pio handgeschriebenen “Garabandal-Brief” aus dem Jahr 1962 zu bitten. In ihrem Antwortschreiben vom 1. Dezember 2014 teilt sie unter anderem mit:

“….,the handwriting you sent me is not of Padre Pio.”

Darüber hinaus verweist Frau Dr. Fogarolo auf ein weiteres , ihr vorliegendes Buch mit dem Titel “Dolcissimo Iddio” und 41 Handschriften von Pater Pio, wovon nicht eine (!) Handschrift dem anonymen Brief von Pater Pio gleicht.

Zitat aus dem besagten Antwortschreiben:

“I have another book, “Dolcissimo Iddio”, that conteins 41 letters of him; and none is comparable to that you sent me.”

Weiterhin den Beweis führend, dass das anonyme “Garabandal-Schriftstück” aus dem Jahr 1962 nicht von Pater Pio stammen kann, fügt Frau Dr. Fagarolo der Antwort die Kopie eines Schreibens von Pater Pio aus dem Jahr 1963 bei, das sie dem Buch von Nicola Lamacchia, “Sulle orme di Padre Pio”, entnommen hat.

Somit ist auch ein Schriftenvergleich auf der Grundlage sich verändernder Schriftbilder mit fortschreitendem Lebenszeitalter gegeben.

Der im nachstehend verlinkten Bild auf der rechten Seite zu sehende Text wurde von Pater Pio im Jahr 1963 im Alter von 76 Jahren geschrieben – somit ein Jahr nach dem anonymen “Garabandal-Schreiben” aus dem Jahr 1962: http://www.gelobtseijesuschristus.mynetcologne.de/Original_rechts_Pater_Pio.png

Selbst für einen in der Graphologie unkundigen Laien ist leicht zu erkennen, dass die gegenübergestellten Schriftbilder erheblich voneinander abweichen und der Text auf der linken Seite nicht von Pater Pio stammen kann, so wie es auch die italienische Expertin bestätigt hat. 

Dieser Artikel und die Recherche hierzu stammen von unserem langjährigen Autor “GsJC”, der uns persönlich bekannt ist.

 


Medjugorje und die “gerechten Seelen”…

Von Felizitas Küble

Am 2. Tag jedes Monats gibt es in dem  –  kirchlich nicht anerkannten   –  Erscheinungsort Medjugorje eine sog. “Privatbotschaft der Muttergottes an die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo”, diesmal jene vom 2. November 2014. (Zusätzlich wird monatlich eine “an die ganze Welt gerichtete” Offenbarung verkündet bzw. verbreitet.)

Wir zitieren hier abschnittweise diese neueste “himmlische” Mitteilung und stellen dazu die passenden bzw. fälligen Fragen:  nd_de_toute_aide_querrien_1652

“Liebe Kinder, ich bin bei euch mit dem Segen meines Sohnes, mit euch, die ihr mich liebt und die ihr versucht, mir zu folgen. Ich möchte auch mit euch sein, die ihr mich nicht annehmt. Euch allen öffne ich mein Herz voller Liebe und segne euch mit meinen mütterlichen Händen. Ich bin eine Mutter, die euch versteht. Ich habe euer Leben gelebt und eure Leiden und Freuden durchlebt. Ihr, die ihr Schmerzen lebt, versteht meinen Schmerz und mein Leiden um jene meiner Kinder, die nicht zulassen, dass sie das Licht meines Sohnes umstrahlt, jene meiner Kinder, die in der Finsternis leben.”

Diese Äußerungen der angeblichen Madonna sind weitgehend sinnfrei bzw. sinnlos  – mit anderen Worten: (ge)haltlos. 

Warum sollte die wahre Gottesmutter eigens erscheinen, um diesen  –  zudem teils unlogischen  –  Jammersermon abzuliefern? 

Was soll zB. die Aussage “Mariens” an die “lieben Kinder”, sie habe “euer Leben gelebt und eure Leiden und Freuden durchlebt”?  - Zudem hätte man gern gewußt, warum jene, “die in der Finsternis leben”, gleichwohl “ihre Kinder” sind. media-372515-2

“Deshalb brauche ich euch, euch, die das Licht umstrahlt hat und die ihr die Wahrheit begriffen habt. Ich rufe euch auf, meinen Sohn anzubeten, damit eure Seele wächst und wahre Spiritualität erreicht. Meine Apostel, dann werdet ihr mir helfen können.”

Getaufte Gläubige, die in der Nachfolge Christi leben, sind nicht etwa nur von seinem “Licht umstrahlt”, sondern der dreieinige Gott wohnt in ihrer Seele und ihr Leib ist deshalb, wie Paulus schreibt, ein “Tempel des Heiligen Geistes”.

Seltsam bis esoterisch klingt auch die Begründung, Christus solle angebetet werden, “damit eure Seele wächst und wahre Spiritualität erreicht”.  –  Der einzig entscheidende Grund für die Anbetung Christi ist die Glaubenstatsache, daß ER der menschgewordene GOTT selber ist, die zweite Person der heiligen Dreieinigkeit.

“Mir zu helfen bedeutet, für diejenigen zu beten, die die Liebe meines Sohnes nicht kennengelernt haben. Indem ihr für sie betet, zeigt ihr meinem Sohn, dass ihr Ihn liebt und Ihm nachfolgt. Mein Sohn hat mir versprochen, dass das Böse niemals gewinnen wird, denn ihr, die Seelen der Gerechten, seid da; ihr, die ihr versucht, eure Gebete mit Herz zu sagen; ihr, die ihr eure Schmerzen und Leiden meinem Sohn darbringt; ihr, die ihr begreift, dass das Leben nur ein Wimpernschlag ist; ihr, die ihr euch nach dem himmlischen Königreich sehnt. All dies macht euch zu meinen Aposteln und führt euch zum Sieg meines Herzens. Deshalb, meine Kinder, reinigt eure Herzen und betet meinen Sohn an. Ich danke euch!”

Das Gebet für andere Menschen ist sicherlich richtig und wichtig, genügt aber keineswegs für ein Leben in der Nachfolge Christi. Es reicht auch nicht aus, seine eigenen Gebete “mit Herz zu sagen” oder sich “nach dem himmlischen Königreich zu sehen”. – Entscheidend für ein glaubwürdiges Christenleben ist vielmehr die Beachtung der Gebote Gottes sowie Werke des Glaubens und der Nächstenliebe.

Zudem erscheint es recht merkwürdig, wenn die vermeintliche Madonna die Empfänger ihrer Botschaft als “Seelen der Gerechten” preist und würdigt: dergleichen führt leicht zu hochmütiger Gesinnung nach der Devise: Wie schön, wir hier sind die gerechten Seelen  – und da draußen ist die böse Welt!

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 299 Followern an