Gab es in Sievernich „Botschaften des Himmels“ an die Seherin Manuela?

Tragischer Tod des Ortspfarrers, der seine Meinung änderte

Im vorigen Jahrzehnt  sorgte die kleine Ortschaft Sievernich im nordhrein-westfälischen Landkreis Düren überraschend für Schlagzeilen, denn dort soll einer Anwaltsgehilfin und Familienmutter namens Manuela Strack die Madonna, ja sogar Christus selbst erschienen sein  –  noch dazu über fünf Jahre lang: von Juni 2000 bis Oktober 2005. sievernich

Zudem wurden der  –  in einem Nachbardorf wohnenden  –  Seherin angeblich Visionen etlicher Heiliger zuteil, darunter Pater Pio, Teresa von Avila, Sr. Faustine, außerdem Papst Pius XII.; auch die hl. Erzengel Gabriel und Michael sollen sich mehrfach gezeigt haben.

Zu den teilweise vorher angekündigten „Erscheinungen“ kamen mehrmals tausende von Pilgern und Neugierige aus nah und fern in das unscheinbare Eifeldorf mit seinen ca. 450 Einwohnern.

Die „Botschaften des Himmels“ an die damals 35-jährige Ehefrau gehören freilich nicht zu den kirchlich anerkannten Privatoffenbarungen wie zB. Lourdes oder Fatima.

Doch nach wie vor pilgern erscheinungsbewegte Kreise in jene Pfarrgemeinde im Bistum Aachen, in der heute noch spezielle Andachten  und Gebetstage stattfinden, die sich mehr oder weniger auf jene Visionen Manuelas beziehen.

Angeblich soll die Gottesmutter, die am 3. Oktober 2005 zum letzten Mal erschienen sei, der Seherin versprochen haben, immer in Sievernich anwesend zu sein“, wie die Fanseite Sievernich.eu versichert. „Auch Prophezeiungen gehören zu den Botschaften“, heißt es dort außerdem.

Wenn sich das „Jesuskind“  in eine Madonna verwandelt…

Zudem wird von einem „eucharistischen Zeichen“ berichtet:

„Während der Anbetung des ausgesetzten Allerheiligsten Altarssakramentes beim Gebetstreffen am 8. November 2004 in Sievernich sahen viele Leute 15 Minuten lang vor der heiligen Hostie das kleine Jesuskind. Mit der Wegnahme der Hostie aus der Monstranz durch den Priester verschwand auch das Jesuskind.“

Rückfrage: In der heiligen Hostie ist Christus laut kirchlicher Lehre so gegenwärtig, „wie er im Himmel ist“, somit ist ER sakramental zugegen als der verherrlichte Gekreuzigte und Auferstandene.

Wie paßt dazu aber sein angebliches Erscheinen als „Jesuskind“ vor  oder in der hl. Hostie? Welchen Sinn soll dies „Zeichen“ wohl ergeben?

Theologisch noch viel merkwürdiger erscheinen einige weitere Mirakel, die Pilger bei Manuelas Gebetstreffen in der Pfarrkirche erlebt haben wollen, indem sich nämlich das Jesuskind gleichsam in die Madonna „verwandelte“. So berichten es z.B. die Zeugnisse Nr. 32, 38 und 45 in der erwähnten Fanseite. 

„E.S. aus Vettweiß“ (Zeugnis Nr. 45) schildert ein derartiges“Hostienwunder“ vom 6.2.2006:

„Einmal sah ich die schemenhafte Gestalt eines Kindes mit einem ausgestellten Kleid. Das Bild änderte sich und es zeigte sich das Profil einer Frauengestalt (bis einschl. Schulter) mit langem Haar über die rechte Schulter fallend, auf welchem leuchtende Sterne sichtbar waren.“

Hierzu erübrigt sich jeder Kommentar.

„Geheimnisse“ von oben…

Typischerweise ist  –  wie auch in Medjugorje  –  viel von himmlischen „Geheimnissen“ die Rede, die in Sievernich als „Schlüssel“ bezeichnet werden.

Hierzu schildert die erwähnte Webseite Folgendes unter dem Stichwort „Die drei Schlüssel“:

Am 7. Oktober 2002 sagte die Gottesmutter zu Manuela: „…Meine kleine Gebetsperle, hier überreiche ich dir die Schlüssel meines geliebten göttlichen Sohnes Jesus Christus. Schweige darüber, schweige! Die Schlüssel dienen dir als Waffe gegen alle Finsternis. Du weißt nun, was geschieht. … Nur deinem Heiligen Vater in Rom, meinem geliebten Hirten, gebe die Schlüssel. Bitte schweige, man wird dir keinen Glauben schenken. Doch so wird sich alles erfüllen.“ 

Doch der Himmel bietet nicht nur „Geheimnisse“, er stellt offenbar auch „Forderungen“; hierzu heißt es:

„Die Gottesmutter wünscht in Sievernich einen Immaculata-Brunnen zur Linderung der Leiden. Dringendster Wunsch des Himmels ist aber, dass in Sievernich ein Geistliches Zentrum entsteht. Jesus selbst sagte am 19.05.2003: „Dieser Ort ist Mir und Meiner Mutter vorbehalten. Ich will, dass Menschen an diesem Ort ein Zentrum errichten, welches der Kirche, Meinem Leib, und somit Mir dient. Dient dem Vater im Himmel, Mir, dem Sohn, und Seiner Mutter treu und redlich. Dort soll geschehen, was Ich euch lehrte, was euch die Kirche sagt…Was Ich will, geschieht, Ich siege!“

Eine blasphemische „Dreieinigkeit“

Angesichts der AussageDient dem Vater im Himmel, Mir, dem Sohn, und Seiner Mutter treu und redlich“ fragt man sich, ob hier eine häretisch-neue „Dreieinigkeit“ suggeriert wird, die aus Gott-Vater, Christus und Maria besteht?  –  Warum ist der Heilige Geist nicht erwähnt? Weshalb nimmt die Madonna  –  selbst lediglich ein  Geschöpf des Ewigen (wenngleich das heiligste von allen)  –  quasi dessen Stelle ein?

Diese Präsentation einer irrgeistigen „Dreieinigkeit“ kommt in den „Botschaften“ recht häufig vor, z.B. am 2.10.2000: „Seid ohne Furcht, seid in Gott! Denn wo imner der Vater ist, der Sohn, die Mutter, da flieht, was nicht zu uns gehört!“  – Oder bei der nächstfolgenden Vision am 6.11.2000: „Wenn ihr betet, so sprecht mit dem Vater, mit dem Sohn, mit der Mutter.“  – Fast wörtlich dasselbe  bei der Erscheinung vom 5.2.2001: „Seht Kinder, ihr sprecht mit demVater, mit dem Sohn, mir mir, der Mutter.“  

Am 4.2.2002 soll die Madonna der Visionärin verkündet haben: „Nur Gott, der Vater und Jesus, Sein Sohn, dürfen angebetet und verehrt werden.“ – Auch hier fehlt erneut der Heilige Geist  –  einmal abgesehen davon, daß die Heiligen und Engel sehr wohl „verehrt“ werden dürfen.

Es entsteht  – zumindest unterschwellig  –  der theologisch haarsträubende Eindruck, als sei der Heilige Geist als Gottheit gar nicht existent bzw. gleichsam durch die Gottesmutter ersetzt worden. Wird also die dritte Person der göttlichen Dreifaltigkeit in seiner Stellung durch ein menschliches Geschöpf verdrängt?

Dazu paßt folgende gotteslästerliche Passage aus dem Bericht Manuelas von ihrer Vision am 15.10.2001: „Die heilige Jungfrau segnete uns und verschwand im Licht. Es blieben die Engel knieend vor ihr bzw. vor dem Licht in der Anbetung.  – Somit wird hier behauptet, daß Engel die Madonna „anbeten“  – eine klar blasphemische Aussage!

Soviel zur Einführung dieser mehr als fünf Jahre dauernden „Offenbarungen“. 

„Alle Nationen rufe ich zu mir“d7896

Weiteres Infos und Zitate bieten zwei Bücher des Fe-Verlags, wobei der zweite, im Mai 2005 erschienene Band unter dem Titel „Alle Nationen rufe ich zu mir“ (siehe Abbildung) sich auf die späteren Botschaften Manuelas bezieht, beginnend ab Februar 2003.

Auf S. 20 berichtet diese Publikation von einer „Erscheinung“ der Gottesmutter am 3.2.2003. Dabei soll die Himmelskönigin mit einem Rosenkranz aus blauen Rosen erschienen sein, legte der Visonärin eine weiße Rose in ihre  –  gleichsam zu einer Schale geformten  –  Hände und sprach mit „sanfter, aber mahnender Stimme“:

„Ich kann es diesmal nicht verhindern, daß der Kelch meines Sohnes sich über die Menschheit neigt. Euch aber werde ich unter meinen schützenden Mantel bergen. Betet, betet, betet!“ (S. 20)

Wie dürfen wir diese merkwürdige „Botschaft“ verstehen? Was heißt „diesmal nicht“?  Und warum wird der Kelch Christi mit einer Drohbotschaft verknüpft? Geht es nicht um den „Kelch des Heiles“?  –  Und werden nur erscheinungsbewegte Sievernich-Gläubige unter dem Schutzmantel der Gottesmutter geborgen sein? Soll das etwa eine spezielle „Auslese“ des Himmels sein?

„Ich durfte ihren linken Fuß berühren“

Zwei Jahre später, am 3.1.2005, spürte Manuela in der Pfarrkirche „eine große Hitze“, worauf ihr die Madonna „links nebem dem Altar“ erschienen sei: „Sie neigte ihren Kopf seitlich herab und weinte leise.“   –  Das Weinen wird nicht begründet, später segnete die angebliche Himmelsmutter einige Kranke. Abschließend schreibt die Seherin über diese Vision: „Ich durfte ihren linken Fuß berühren.“ (S. 66/67)

Am 7. April 2003 spricht Christus laut Sievernich-Buch (S. 23) aus einer blutbefleckten Hostie zu Manuela  –  und würdigt sie als „meine kleine Blume“, wobei „seine Stimme männlich, sanft, einfühlsam, sehr klar, leise und einfach wunderbar“ klang. Na wunderbar!

Bei dieser Einsprechung soll Jesus der Seherin u.a. folgendes gesagt haben:

„Meine Kleine, bevor Ich die Welt mit Meinen Füßen betrat, liebten die Pharisäer Meinen Vater nicht mehr. Sie waren genussüchtig und korrupt… Meine Kleine, wie ist es heute? Kurz vor meiner Wiederkunft in Herrlichkeit schaue Ich auf meine Nachfolger. Wer liebt Mich heute noch?“ (S. 24)

Die Pharisäer waren alles andere als „genußsüchtig und korrupt“  –  eine solche Charakterisierung würde eher auf die Sadduzäer (deren damalige Gegner also!) zutreffen, die sich der römischen Herrschaft weitgehend angepaßt hatten.

Hingegen legten die Pharisäer äußersten Wert auf Gesetzestreue, auf Fasten und Askese  –  das Problem war jedoch, daß sie dabei vielfach hochmütig wurden, daß sie bewundert werden wollten und daß sie das einfache, weniger gesetzeskundige Volk verachteten.

Zudem waren es keineswegs „die“ Pharisäer, die vom rechten Weg abkamen, es gab unter ihnen auch positive Persönlichkeiten (zB. Nikodemus).

Abgesehen davon verwundert der Ausdruck „Kurz vor meiner Wiederkunft in Herrlichkeit“.

Laut Neuem Testament erscheint in der Endzeit zunächst der Antichrist, erst danach ist mit dem zweiten Kommen Christi zu rechnen, wobei der HERR den Antichristen besiegt. Was soll also das Reden von seiner „kurz“ bevorstehenden „Wiederkunft“?

Mysteriöse Mirakel: Rosenblätterregen…

Am 1. März 2004 will Manuela  u.a. erlebt haben, wie ihr die Madonna mit einem „weißen Rosenkranz , der aus weißen Rosen bestand“ erschien:

„Sie beugte sich zu mir und ich durfte ihr Skapulier küssen. Dann schwebte sie über meinen Kopf und von ihr ging ein Blütenblätterregen auf alle herab. Es waren Rosenblätter, die etwas gebogen waren, welche innen weiß und außen blau waren. Bevor sie uns berührten, lösten sie sich auf. “ (S. 38 f.)

Am 6. Januar 2005, dem Hochfest der Erscheinung des HERRN, hörte die Seherin die Stimme der hl. Theresa von Avila. Dabei habe diese Mystikerin ihr ein „Gebet vorgesprochen“, in dem es u.a. heißt:

„Du wirst mir das Gold Deines ewigen Königreiches schenken. Ich bete dich an. Du wirst mich mit kostenbaren Steinen schmücken, den Tugenden des Himmels. Ich bete Dich an, Herr Jesus. Du wirst auf mich schauen und mir Dein göttliches Geschmeide anlege,n die ewige Treue.“ (S. 69)

Es gibt keine absolute Heilsgewißheit

Die katholische Kirche lehrt eindeutig als Dogma (Konzil von Trient), daß es für die Christgläubigen, die sich ernstlich um die göttlichen Gebote bemühen,  zwar eine Heilshoffnung oder Heilszuversicht, aber keine absolute Heilsgewißheit gibt, denn GOTT allein ist allwissend, unser zeitliches und ewiges Leben liegt in Seiner Hand.

Zudem können wir nicht voraussehen, ob wir Christus und unserem Glauben bis zum Tod die Treue halten werden.

Hier wird nun aber ein Gebet präsentiert, in dem Christus nicht etwa  –  wie sich das gehören würde  –  demütig angefleht wird, uns in seiner Gnade einst die ewige Herrlichkeit zu gewähren, sondern dies wird vielmehr dreist „angekündigt“ („Du wirst…“), wobei gar davon die Rede ist: „Du wirst mir Dein göttliches Geschmeide anlegen…“

Eine derart verstiegene, hochmütige Vermessenheit widerspricht der katholischen Lehre und jeder gesunden Frömmigkeit.

Die Krönung des theologisch Verrückten wird aber auf S. 81/82 geboten:

Am 4. April 2005 erlebte die Visionärin wieder eine Erscheinung der Gottesmutter („sie stand barfuß auf einer Wolke“)  –  Manuela befand sich hierbei in der Kirchenbank. Dabei soll die Himmelsmutter ihr wörtlich Folgendes gesagt haben:

„Das Wort ist Fleisch geworden. Dies sei der Festtag dieses Ortes. Meinen lieben Sohn werde ich bald zu mir in den Himmel nehmen. Er wird euer Fürsprecher sein.“

Hier werden die theologischen Verhältnisse auf den Kopf gestellt: Unser Erlöser war es, der die Madonna zu sich in den Himmel holte; zudem ist ER nicht etwa nur unser „Fürsprecher“, sondern unser Gott, unser Retter und Richter, die selige Jungfrau hingegen ist unsere Fürbitterin am Thron ihres göttlichen Sohnes.

„Unkirchliche Gesinnung“ und „Hochmut“?

Abschließend heißt es im erwähnten Sievernich-Buch allgemein zu kirchlich anerkannten (approbierten) Privatoffenbarungen, daß  sie Katholiken grundsätzlich nicht verpflichten, daß der Glaube daran lediglich „erlaubt“ ist  –  soweit völlig zutreffend. Das Schlußkapitel bzw. „Nachwort“ (ab S. 95) ist aus unserer Sicht ohnehin der mit Abstand beste Teil dieses Taschenbuchs.

Nach jener trefflichen Feststellung folgt allerdings eine seltsam erscheinende Bemerkung:

„Allerdings wäre es ein Zeichen unkirchlicher Gesinnung und geistlichen Hochmuts, wenn jemand eine kirchlich approbierte Erscheinung ablehnt.“ (S. 109)

Diese steile Behauptung entspricht durchaus nicht dem kirchlichen Standpunkt, wonach die Anerkennung einer Erscheinung lediglich eine Erlaubnis darstellt („Du darfst“), keine Verpflichtung („Du mußt“), nicht einmal eine amtliche Aufforderung („Du sollst“).

Die anerkannten Privatoffenbarungen gehören nicht zum „Glaubensgut“ der Kirche, geschweige sind sie ein  Dogma; sie sind kein Bestandteil des Verkündigungsauftrag der Kirche; sie sind folglich von vornherein kein Gegenstand des sog. „authentischen“ (ordentlichen) Lehramts der Kirche (geschweige des außerordentlich-dogmatischen).

Daher ist es  – objektiv betrachtet  –  unbegründet, Kritikern eine „unkirchliche Gesinnung“ oder gar „geistlichen Hochmut“ vorzuhalten, zumal die Kirche selbst eine solche (Ab-)Wertung nicht vornimmt. Niemand ist unkirchlich oder gar „hochmütig“, weil er die kirchliche Erlaubnis, an eine anerkannte Privatoffenbarung glauben zu  d ü r f e n , für sich nicht in Anspruch nehmen möchte.

Einmal abgesehen davon, daß die Sievernich-Visionen ohnehin nicht zu den kirchlich anerkannten Privatoffenbarungen gehören.

Der Ortspfarrer änderte seine Einstellung

Auf Seite 10 des Sievernich-Buches heißt es über den Ortspfarrer von Sievernich:

„Inzwischen ist Pfarrer Heribert Kleemann, ohne dessen wohlwollende Begleitung sich die Gebetstreffen n Sievernich kaum hätten so entwickeln können, tot. Er verunglückte am Samstag, denm 19. Juni 2004 (…) tödlich und verbrannte in seinem Fahrzeug. Die Wege Gottes sind unergründlich.“

Unerwähnt bleibt hier, daß dieser Geistliche, der jahrelang auch Seelenführer der Seherin war, mittlerweile eine kritische Distanz zu jenen Geschehnissen entwickelte, nachdem er sich jahrelang sehr positiv über Manuela Strack geäußert hatte, vielfach auch öffentlich (z.B.: „eine absolut glaubwürdige Frau“, „in keinster Weise fragwürdig“).

In den Aachener Nachrichten wurde sein Meinungsumschwung freilich erwähnt; dort hieß es überdies, der Priester sei „mit dem Auto frontal gegen einen Baum gefahren“.  –  Näheres hier.

Die Aachener Zeitung lieferte unter dem Titel „Pastor Kleemann stirbt im Auto“ ergänzend folgende Infos:

„Kleemann war von Gladbach in Richtung Poll unterwegs, als er mit seinem Wagen auf gerader Strecke aus bisher ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn abkam und frontal gegen einen Baum prallte…Bremsspuren, so ein Polizeisprecher, wurden nicht gefunden.“

Beigesetzt wurde der Geistliche nicht auf dem Friedhof seiner Pfarrei Sievernich, durch die zudem sein Name bekannt geworden war, sondern in seiner Heimatstadt Mönchengladbach.

Schon bevor die „Erscheinungen“ während der Gebetstreffen in der Sievernicher Kirche begonnen hatten, will die Seherin Einsprechungen der Gottesmutter bei ihrer privaten Andacht zuhause in Gürzenich erlebt haben. Dabei soll ihr die selige Jungfrau aufgetragen haben, eine Gebetsgruppe zu gründen, die sich regelmäßig in einer Kirche trifft und von einem Priester geistlich geführt wird.

Am 3.7.2000 hat sich die Madonna laut Manuela angeblich wie folgt geäußert:

„Schau, was ich dir vorbereitet habe. Gehe hin und erfülle meinen innigsten Wunsch, der auch der Wunsch meines göttlichen Sohnes ist. Dies bedetuet Gnade. Gnade für euch, die ihr den Willen Gottes erfüllt. Gnade für die Kirche, das Haus meines göttlichen Sohnes, und Gnade für den Diener meines göttlichen Sohnes, den ich als meinen Sohn in den Priesterstand gerufen habe und weiterhin rufe. Schafft einen göttlichen Tempel in euren Herzen und trefft euch gemeinsam zur Ehre Gottes im Haus meines göttliche Sohnes. Ich werde bei euch sein und ein jeder wird meine Gegenwart spüren, so ist es Gottes Wille.“

Abgesehen davon, daß nicht die Gottesmutter, sondern CHRISTUS selbst es ist, der Männer zum Priestertum beruft, ergibt es schlichtweg keinen Sinn, wenn es heißt, daß sie ihn „weiterhin rufe“ (zum Priestertum)  –  schließlich kann man das Sakrament der Priesterweihe nur einmal empfangen.

Angesichts der Tatsache, daß sich der anfangs so begeisterte Ortspfarrer später von den Erscheinungen der Seherin distanzierte, erhält auch diese Botschaft ihre spezielle „Note“.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

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