Kardinal Müller zur Mißbrauchskrise: Homosexuelle Taten sind die Hauptursache

Kardinal Gerhard Müller (siehe Foto) erklärte in einem Interview mit dem katholischen TV-Sender ETWN, das Problem des Mißbrauchs in der Kirche sei nicht durch Klerikalismus oder Pädophilie verursacht, sondern durch eine aggressiv ausgeübte Homosexualität, von denen Jugendliche oder junge Erwachsene als Opfer betroffen seien:

„Die überwiegende Mehrheit der Opfer von Missbräuchen durch Kleriker sind keine Kinder, sondern Teenager und ältere Menschen. Jeder Angriff gegen das sechste Gebot ist eine Todsünde. 80 Prozent und mehr der Opfer sind Jungen im Alter von 14 Jahren und älter; es sind homosexuelle Anschläge, keine pädophilen. Es geht nicht um Kinder, sondern um Teenager und ältere Menschen.“

Hinsicht der Jugendsynode im Vatikan meinte der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, eine Bischofssynode besitze keine kirchliche Lehrautorität, denn sie sei kein allgemeines Konzil. Er fügte hinzu: „Der Papst kann auch nicht die Grundverfassung der Kirche verändern.“

Quelle für die Zitate: http://www.kath.net/news/65397

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Wurde Müller als Glaubenspräfekt entlassen, weil er die „weiche Welle“ verweigerte?

Von Felizitas Küble

In dem bekannten Lebensrechts-Blog „LifeSiteNews“ erschien heute ein Artikel von Dr. Maike Hickson, einer in Deutschland geborenen Katholikin, die in den USA publizistisch tätig ist: https://www.lifesitenews.com/blogs/vatican-source-pope-dismissed-cdl-mueller-and-others-for-following-church-r

Auf dem konservativ-katholischen Webportal wird Papst Franziskus anhaltend kritisiert, weil er hochrangige Kirchenmänner gedeckt und bisweilen sogar befördert haben soll, die in Mißbrauchskandale verquickt sind, teils als Täter, teils als Vertuscher.

Dies gilt insbesondere in der Causa von Kardinal McCarrick, die von Erzbischof Viganò aufgedeckt und von anderen hohen Klerikern bestätigt wurde. (Näheres dazu  hier: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/online/Exklusiv-Das-Schreiben-von-Ex-Nuntius-Vigano-in-deutscher-UEbersetzung;art4691,191445)

Der Papst selbst verweigert hierzu bislang jede Auskunft.

In dem erwähnten Bericht wird nun darüber spekuliert, ob Kardinal Müller deshalb nicht mehr in seinem Amt als Präfekt der Glaubenskongregation bestätigt wurde, weil er zuverlässig seiner Aufgabe nachgekommen sei, schuldig gewordene Kleriker kirchenrechtlich zu bestrafen.

Auch die plötzliche Entlassung von drei seiner Mitarbeiter wird in diesem Zusammenhang gesehen. Kardinal Müller hatte seinerzeit beim Papst nachgefragt und sich für seine Kollegen eingesetzt, erhielt jedoch keine Begründung, sondern nur eine kurze Abfuhr.

Als Beispiel dafür, daß nicht etwa der damalige Glaubenspräfekt, sondern Franziskus eine „weiche Welle“ in puncto Maßnahmen gegen Päderasten verfolgte, wird in dem Beitrag von Dr. Hickson die Causa Inzoli genannt:

Kardinal Müller habe den Wunsch des Papstes abgelehnt, den italienischen Priester Don Mauro Inzoli kirchlich zu rehabilitieren; dieser Kleriker war bereits als homosexueller Mißbrauchstäter aufgefallen. Allerdings sei Franziskus dem Rat Müllers, auch hier die nötige Strenge walten zu lassen, nicht gefolgt.

Allerdings muß jetzt zunächst abgewartet werden, ob diese Vorwürfe sich bestätigen, denn auch beim Papst gilt das Prinzip: Um zu einem fairen Urteil zu gelangen, müssen beide Seiten berücksichtigt werden.


Kardinal Müller: Deutsche Bischöfe denken zu stark in Kategorien von Politik und Macht

Kardinal Gerhard Müller fordert in einem Interview mit der australischen Bistumszeitung „Catholic Outlook“ vom 23. Juli eine klare moralische Orientierung von der Kirche.

Er beklagte, dass die herrschende Schicht in Europa zu sehr bestimmten Ideologien anhänge, etwa der Unterstützung von Abtreibung, Euthanasie und Homo-Ehe: „Sie denken, das ist ein Fortschritt der Menschheit, aber es ist ein Rückschritt.“

Der Ex-Glaubenspräfekt antwortete auf die Frage nach der Deutschen Bischofskonferenz, die darauf dränge, dass evangelische Ehegatten in „Einzelfällen“ die Eucharistie empfangen können:

„Leider denken unsere Bischöfe mehr in den Kategorien von Politik und Macht und nicht auf der Linie der Neuevangelisierung“, erklärte Müller im englisch geführten Exklusiv-Interview.

Interkommunion sei „objektiv unmöglich“, sagte der Kurienkardinal, denn Sakramente und Kirchenzugehörigkeit könnten nicht getrennt werden.

Der vatikanische Würdenträger erklärte zudem: „Die Macht des Staates muss dem Transzendenten, dem höheren Gesetz und der Realität gegenüber verantwortlich sein.“

Bemühungen, das natürliche moralische Gesetz zu mißachten  – zum Beispiel durch Legalisierung der Abtreibung oder den Versuch, Priester zur Verletzung des Beichtgeheimnisses zu verpflichten – seien ungerecht.

Es sei für Gläubige entscheidend, der Führung des Heiligen Geistes in Demut zu folgen:

„Niemand, auch nicht der Papst und ein Konzil, hat eine direkte Verbindung zum Heiligen Geist, weil sie keine neue Offenbarung empfangen. Es gibt eine Offenbarung, die in Jesus Christus für immer gegeben ist, und deshalb ist unsere Grundlage die Heilige Schrift.“

Quelle der Zitate: https://de.catholicnewsagency.com/story/kardinal-muller-deutschland-braucht-moralische-orientierung-3492


Kardinal Müller beklagt eine innerkirchliche Konversion zur Welt anstatt zu Gott

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Kardinal Gerhard Müller (siehe Foto) hat unlängst der Webseite „The Catholic World Report“ ein Interview zur Frage der Interkommunion gegeben.
Hier geht´s zum Original: klicken
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Die Reaktionen des Kardinals sind sehr lesenswert und liefern ein klares Bild von der Lage innerhalb der Katholischen Kirche in Deutschland.
Auf die CWR-Frage, warum viele deutsche Bischöfe an den dauernden Spannungen beteiligt sind, antwortet der ehem. Glaubenspräfekt folgendes:
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„Eine Gruppe deutscher Bischöfe mit ihrem Vorsitzenden an der Spitze sehen sich selbst als Trendsetter der katholischen Kirche auf dem Weg in die Moderne; sie betrachten die Säkularisierung und Entchristlichung Europas als unabänderliche Entwicklung.  
Aus diesem Grund ist die Neu-Evangelisierung – das Programm von Johannes Paul II. und Benedikt XVI.  –  ihrer Ansicht nach ein Kampf gegen den Verlauf der Geschichte, der dem Kampf Don Quichotes gegen die Windmühlen ähnelt. 
Sie suchen nach einer Nische, in der die Kirche in Frieden überdauern kann. Deshalb müssen alle Glaubenslehren, die dem „Mainstream“ und dem gesellschaftlichen Konsens widersprechen, erneuert werden.

Eine Konsequenz davon ist die Forderung, die Kommunion auch Nicht-Katholiken zu spenden – zudem jenen Katholiken die nicht im Stand der Gnade sind.
Ebenfalls auf der Agenda stehen: homosexuelle Paare, die Relativierung der Unauflöslichkeit einer sakramentalen Ehe, Einführung der „viri probati“ und damit Abschaffung des priesterlichen Zölibats, Zustimmung zu sexuellen Beziehungen vor und außerhalb der Ehe.
Das sind ihre Ziele und um sie zu erreichen, sind sie willens, sogar die Spaltung der Bischofskonferenz hinzunehmen.
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Die Gläubigen, die die katholische Lehre ernst nehmen, werden als konservativ gebrandmarkt, aus der Kirche gedrängt und der Diffamierungskampagne liberaler und anti-katholischer Medien ausgesetzt. 

Für viele Bischöfe ist die Wahrheit der göttlichen Offenbarung und des katholischen Glaubensbekenntnisses nur eine weitere Variable in der innerkirchlichen Machtpolitik….Es handelt
sich hier um einen eklatanten Prozess der Protestantisierung…

Die Verweltlichung der Bischöfe und Priester im 16. Jahrhundert war die Ursache für die Teilung der Christenheit…Die Krankheit jener Zeit soll jetzt die Medizin sein, mit der die Teilung überwunden werden soll?
Die Unkenntnis des katholischen Glaubens war damals katastrophal, besonders bei den Bischöfen und Päpsten, die sich selbst mehr der Politik und der Macht widmeten, als die Wahrheit Christi zu bezeugen. 

Heute ist es für viele Menschen wichtiger, von den Medien akzeptiert zu werden, als die Wahrheit, für die wir auch leiden müssen. Petrus und Paulus haben für Christus das Martyrium in Rom erlitten, dem Machtzentrum ihrer Zeit; sie wurden von den Herrschern dieser Welt nicht als Helden gefeiert, sondern eher wie Christus am Kreuz verspottet. Wir dürfen die martyrologische Dimension des Petrus-Amtes und des Bischofsdienstes nie vergessen.“
 
Zur Frage des CWR, wie er den Zustand des Glaubens in Deutschland und in Europa beurteile und ob er denke, daß Europa sich im Sinn seiner früheren christlichen Identität erholen werde, sagte Kardinal Müller:

„Es gibt viele Leute, die ihren Glauben ausleben, Christus und seine Kirche lieben und ihre ganze Hoffnung auf Gott setzen – im Leben und im Tod. Aber unter diesen gibt es einige, die sich von ihren Hirten verlassen und betrogen fühlen. In der öffentlichen Meinung populär zu sein ist heute ein Kriterium für einen angeblich guten Bischof oder Priester.

Wir erleben die Konversion zur Welt anstatt zu Gott, entgegen den Worten des Apostels Paulus: „Will ich denn Menschen gefallen oder Gott? Wenn ich Menschen gefallen wollte, wäre ich kein Knecht Christi.“

Übersetzung und vollständige Fassung des Müller-Interviews hier: https://beiboot-petri.blogspot.com/2018/06/kardinal-muller-spricht-klartext-zum.html

Müller-Foto: Bistum Regensburg


Wird Kardinal Müller zum „Gegenpapst“?

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Streit in der Kirche – Kardinal Müller wird zum Gegenpapst“ veröffentlicht das Regensburger „Wochenblatt“ in seiner Online-Ausgabe vom 31. Mai eine Stellungnahme seines Chefredakteurs Dr. Christian Eckl zu aktuellen Auseinandersetzungen in der katholischen Kirche und besonders im Vatikan selbst.

Der Autor neigt bisweilen –  das zeigen frühere Artikel von ihm  –  zu Übertreibungen und steilen Thesen. So ist der Titel „Gegenpapst“ für den früheren Präfekten der Glaubenskongregation zweifellos überzogen.

Immerhin ist es gerade Kardinal Gerhard Müller – der ehemalige Bischof von Regensburg  – gewesen, der stets die Autorität des päpstlichen Amtes betont hat und eine ihm allzu forsch erscheinende Kritik von konservativer Seite am gegenwärtigen Amtsinhaber zurückgewiesen hat.

BILD: Kardinal Müller (der Große) im Gespräch mit dem „reformkatholischen“ Kardinal Kasper (Foto: T. Schirrmacher)

Allerdings trifft es zu, daß der Ex-Glaubenspräfekt selber dem Papst auf der Sach-Ebene mehrfach widersprochen hat, teils direkt, teils nur indirekt. 

Derzeit geht es vor allem um die Debatte über die Zulassung von evangelischen Ehepartnern zum Tisch des HERRN. Sieben Diözesan-Bischöfe in Deutschland, darunter der Regensburger Oberhirte Dr. Rudolf Voderholzer, haben sich gleichsam hilferufend nach Rom gewandt, nachdem die Deutsche Bischofskonferenz die Protestanten-Kommunion in Einzelfällen genehmigt hatte.

Doch Franziskus entschied sich, nichts zu entscheiden, geschweige ein Machtwort zu sprechen; er schickte die unlängst bei ihm angereiste Bischofs-Delegation zurück nach der Devise: „Einigt euch mal untereinander.“  – Aber weil eben diese Übereinstimmung in der Bischofskonferenz fehlte, hatten sich jene sieben Oberhirten mit ihrer Anfrage an den Papst gewandt  – offenbar ein zweckloses Unterfangen.

Zu dieser Causa schreibt nun Dr. Eckl im „Wochenblatt“: 

„Immer stärker sammeln sich die Franziskus-kritischen Kardinäle hinter dem früheren Bischof von Regensburg. Der von Franziskus abberufene Glaubenspräfekt sagte dem NCR: Der Papst und die Glaubenskongregation hätten „ganz klare Orientierung“ zu geben, „nicht qua persönlicher Meinung, sondern gemäß dem überlieferten Glauben“.

Man müsse „dem widerstehen“, den örtlichen Bischofskonferenzen mehr Mitbestimmungsrechte zu geben. Wenn das Prinzip der Einheit von sakramentaler Gemeinschaft und kirchlicher Gemeinschaft zerstört werde, „wird die katholische Kirche zerstört“, so Müller.

Wörtlich nannte Müller die Erklärung des Vatikan zu den Gesprächen „armselig“. Mehr Kritik am Papst geht nicht.“

Daß eine Papst-Stellungnahme, die eine Streitfrage nicht klärt, sondern sie an die Fragesteller zurückgibt, „armselig“ ist, liegt auf der Hand – und zwar für „Freund und Feind“ gleichermaßen. Somit hat Kardinal Müller lediglich einen offensichtlichen Sachverhalt zur Sprache gebracht.

Aber vielleicht ist auch das Selbstverständliche bereits so ungewöhnlich geworden, daß ein Sachkritiker schon als „Gegenpapst“ präsentiert wird.

 

 


Kardinal Müller verurteilt die Gender-Ideologie

In dem Vakuum, das der Zusammenbruch des Nationalsozialismus und des sowjetischen Kommunismus im 20. Jahrhundert hinterlassen hat, ist die Gender-Theorie gleichsam als „neue Religion“ aufgeblüht, erklärt Kardinal Gerhard Müller. Zugleich stecke der Kapitalismus in einer Krise. 

Dies sei eine besondere Chance für die christliche Religion gewesen: „Doch die Menschen zogen es vor, eine neue Religion zu erfinden, die an den Menschen glaubt statt an Gott“, sagte der frühere Präfekt der Glaubenskongregation gegenüber CNA am 25. Mai.

Der Kardinal sprach vor dem Vortrag von Daniel Mattson an der Päpstlichen Universität vom Hl. Kreuz in Rom.

Müller betonte auch, dass „man in der Gender-Ideologie Dutzende Geschlechter aufzählen kann, der Mensch jedoch als Mann und Frau erschaffen ist: Das ist unsere Natur –  und der Wille des Schöpfergottes ist darin ausgedrückt“. Klassifizierungen nach Genderart seien ein Konstrukt marxistischen Denkens. Der Marxismus behaupte, der Geist erkenne nicht die Wirklichkeit, sondern konstruiere sie.

Der deutsche Würdenträger unterstrich weiter, dass „denen die Stirn geboten werden muss, die sich als ideologische Gruppe organisieren und die gesamte Gesellschaft ändern wollen, ihre Denkweise allen anderen aufzwängen wollen.“

Ideologische Gruppen organisierten sich als Lobby mit dem Ziel, ihre Sichtweise anderen aufzuerlegen. Dabei „greifen sie alle Menschen an, die nicht so denken wie sie es tun, beschimpfen diese, zerstören sogar die menschliche Würde derer, die anders denken als sie“, warnte der Kurienkardinal.

Quelle: https://de.catholicnewsagency.com/story/kardinal-muller-gender-theorie-floriert-im-ideologischen-vakuum-3240

Weiteres Info dazu: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/online/Kardinal-Mueller-Der-Gender-Ideologie-widersetzen;art4691,189180

Foto: Bistum Regensburg


Kardinal Müller: JA zum Kreuz im Staat

Wie der Bayerische Rundfunk und die „Frankenpost“ heute melden, hat sich Kardinal Gerhard Müller eindeutig für die Kreuz-Initiative des bayerischen Ministerpräsidenten ausgesprochen.

Damit widerspricht der frühere Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregationr zugleich Kardinal Reinhard Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.

Dessen Kritik am Kreuz-Entscheid des Freistaats Bayern hat nicht allein bei katholischen Gläubigen, sondern vielfach auch im evangelischen Spektrum für Verwunderung gesorgt, besonders in evangelikalen Kreisen.

Kardinal Müller hingegen erklärte, das Kreuz symbolisiere die christlichen Grundlagen Bayerns und Deutschlands. Darauf könnten sich alle Menschen einigen, die hierher kommen. Das sagte der ehemalige Regensburger Bischof am heutigen Freitag in Rom gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Er fügte hinzu: „Egal, von wem diese Initiative kommt: Ich kann sie eigentlich nur unterstützten. Also mir sind die Politiker lieber, die die Kreuze aufhängen, als diejenigen, die Kreuze abhängen.“

Außerdem erklärte der Kirchenmann: „Ich möchte mich natürlich nicht in die Diskussion einmischen. Manche sagen, das habe politische Gründe. Das ist ja zunächst noch nichts Schlechtes.“

Foto: Bistum Regensburg