Pichincha: Mutter Marianas „Erscheinungen“ eines gekreuzigten Jesuskindes

Von Felizitas Küble

Im erscheinungsbewegten Bereich schafft die fromme Phantasie des öfteren einen theologischen Salto mortale.

Dazu gehört auch die Nonne „Mutter Mariana von Jesus Torres“, der die Madonna und ein gekreuzigtes Jesuskind auf dem Berg Pichincha in Ecuador erschienen sein soll. Die aus Spanien stammende Visionärin lebte von 1563 bis 1635, war also zwei Generationen früher geboren als die weitaus bekanntere Mystikerin Maria von Agreda (1602).

Die angebliche Gottesmutter bezeichnete sich bei Mutter Mariana als „Unsere liebe Frau vom guten Erfolg“, wieder ein neuer Ehrentitel in der Erscheinungslandschaft.

Mit „Nachrichten“ dieser (Aber-)Glaubensart ist das Portal Gloria-TV gut bestückt: https://gloria.tv/photo/ZTUFAP1ihwFE4RFdo73pr3z1C

Die Erscheinung des göttlichen Kindes auf dem Pichincha-Berg soll sich 1628 ereignet haben:
„Mutter Mariana sah die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael das göttliche Kind zum Berg Pichincha tragen, der die Stadt Quito überblickt. Hier nahm das Jesuskind die Gestalt eines Jungen im Alter von 12 bis 15 Jahren an, sein Ausdruck war süß und majestätisch. Er warf sich mit ausgestreckten Armen wie am Kreuz auf den Boden und betete zu seinem ewigen Vater, er möge Ecuador mit Gunst betrachten.
Ein himmlisches Licht hüllte den ganzen Berg ein, und das Christkind erhob sich und stand vor einem Kreuz mit der Inschrift INRI an der Spitze. An seinem linken Arm hing eine Dornenkrone; rechts davon eine weiße Stola.  

Das Jesuskind bekleidete sich mit der weißen Tunika und legte über sie einen prächtigen Mantel. Dann näherte er sich dem Kreuz, nahm die Dornenkrone und legte sie auf sein Haupt. Er streckte seine Arme aus und blieb gekreuzigt, aber ohne dass Nägel an seinen Händen oder Füßen auftauchten.

Große Tränen liefen seine Wangen hinunter, die von den Erzengeln gesammelt und in der neuen Nation verteilt wurden.“

Die ganze Vision ist theologisch unausgegoren. Erst erscheint das kleine Jesuskind, das sich plötzlich in einen Jungen verwandelt; der Knabe nimmt eine gekreuzigte Haltung ein, seine Tränen werden von Erzengel gesammelt.

Welchen heilsgeschichtlichen Sinn sollen diese Verwandlungszenen haben?

Damit nicht genug, geht es mit dem kuriosen Darstellungen munter weiter:

„Dann befahl Jesus dem heiligen Gabriel, die Hostie hinter seinen Kopf zu setzen, wo sie zu einer Art Heiligenschein wurde…Als Blutstropfen von den Wunden an seinen Händen, Füßen und seiner Stirn fielen, richtete er seinen Blick auf das Land und sagte die folgenden Worte:

„Ich kann nicht mehr tun, um Meine Liebe zu dir zu zeigen. Undankbare Seelen, die die große Liebe und Aufmerksamkeit Meines Herzens mit Verachtung, Sakrilegien und Lästerungen zurückzahlen. Zumindest du …bist mein Trost in meiner eucharistischen Einsamkeit.“

Was hat der Jesusknabe mit der Eucharistie zu tun, die Christus einen Tag vor seinem Tod gestiftet hat? Was soll der Unfug, die Hostie „hinter seinen Kopf zu setzen, wo sie zu einem Heiligenschein wurde“?

In Wirklichkeit ist ER doch im Altarsakrament gegenwärtig, so daß es geradezu sinnwidrig wäre, sie als „Heiligenschein“ einzusetzen, als ob der göttliche Erlöser solch alberne Spielereien nötig hätte.

Typisch für Erscheinungsbotschaften ist die angebliche Heilands-Klage über die böse Welt, ihre „Lästerungen und Sakrilegien“ – aber wie gut, daß es die auserwählten Sühneseelen und Sühneopferseelen gibt, die den Herrn „trösten“ in seiner „Einsamkeit“, die es in Wirklichkeit bei GOTT nicht geben kann, denn die drei göttlichen Personen sind zueinander in vollkommener Liebe vereint, so daß keine von ihnen menschlichen „Trost“ benötigt, um nicht „einsam“ zu sein.

Was das „gekreuzigte Jesuskind“ betrifft, so gab es diese Vorstellung in Lateinamerika schon vor diesen Botschaften an Mutter Mariana.

Die Darstellung Jesu als Kleinkind  – nicht selten mit einer Dornenkrone oder in Ketten gelegt –  spielte in der Kunst dieses Kontinents eine viel größere Rolle als in Europa. Es ist unklar, ob es sich dabei vielleicht um eine Spätfolge früherer heidnischer Vorstellungen von „Kindgottheiten“ handelt.

„Gekreuzigte Kinder“ gibt es im Abendland sonst nur im Zusammenhang mit Ritualmord-Legenden, die von mehreren Päpsten als judenfeindliche Verleumdung zurückgewiesen wurden. Trotz dieser Warnungen von höchster Warte hörten die Ritualmord-Lügen nicht auf, was zur Ermordung und Hinrichtung vieler Juden führte, vor allem in Spanien und Italien.


Uriella, die Gründerin, „Sühnebraut“ und Prophetin der Sekte Fiat Lux verstorben

Von Felizitas Küble

Vor wenigen Tagen verstarb die pseudo-katholische Sektenführerin und Endzeitprophetin Erika Bertschinger-Eicke, von ihren Anhängern „Uriella“ genannt, im Alter von 90 Jahren.

Die von der Schweizerin gegründete religiöse Sondergruppe „Fiat Lux“ (= Es werde Licht) gab sich ein frommes Mäntelchen, verbunden mit dem Verehren von Fatima-Bildern, Marien- und Herz-Jesu-Statuen.

Zugleich propagierte man dort kirchlich abgelehnte „Marienerscheinungen“ wie z.B. jene von Garabandal.

Die durch Weltuntergangs-Prognosen bekanntgewordene Sekte aus Ibach wird nun von Uriellas viertem Ehemann Icordo weitergeführt.

BILD: Kritisches Buch aus der evangelischen Kirche: „FIAT LUX – Uriellas Orden“

„Fiat Lux“ ist wie viele esoterisch geprägte Strömungen sehr asketisch orientiert; ihre Mitglieder müssen auf vieles verzichten, was für gläubige Christen (in Maßen  konsumiert) selbstverständlich ist, z.B. Fleisch und Alkohol.

Die Kirchengeschichte zeigt, daß die meisten Abspaltungen und „erleuchteten“ Sondergruppen großen Wert auf Fasten, Verzicht, Askese und „Abtötung“ legten, teils verbunden mit dem Bestreben, dadurch zu einer religiösen „Bewußtseinserweiterung“ zu gelangen.

Typisch für die esoterische Gnosis – bereits in der frühen Christenheit präsent – ist ein ausgeprägter Engelskult, der weit über die katholische Verehrung der Engel hinausgeht. Als Engelsnamen kennt die katholische Kirche ausdrücklich nur die drei Erzengel Gabriel, Rafael und Michael, weil diese Namen biblisch bezeugt sind.

Hingegen erklärte „Uriella“, die sich als auserwählte Botin Jesu verstand, sie stehe im direkten Kontakt mit dem Engel „Uriel“, einem Namen, der schon im Kontext des von der „Seherin“ M. Bitterlich gegründeten „Engelwerks“ bekannt wurde.

Wie die meisten Neuoffenbarungen und visionären Strömungen kündigte Frau Bertschinger-Eicke mehrfach den Weltuntergang an, besonders vor dem Jahr 2000, verbunden mit einem folgendenschweren Computercrash. 

Ein weltweites göttliches Strafgericht prophezeiten Ende der 90er Jahre auch andere Gruppierungen, die von „göttlichen“ Einsprechungen einer begnadeten Person geprägt waren, zB. die  erscheinungsbewegte „Marianische Priesterbewegung“ um den italienischen Visionär und Priester Don Gobbi.

Typisch für die Szene gab es bei ihr auch ein „Wunderwasser“, das sie ihren Fans verkaufte. Wegen ihrer umstrittenen „Heilmethoden“ kam es zu mehreren Gerichtsverfahren gegen Uriella, zudem gab es einen Strafprozeß wegen Steuerhinterziehung, der ihr fast zwei Jahre Haft auf Bewährung aufbrummte.

Uriella befand sich immer wieder in einem Zustand der Trance, wenn sie ihre Sonderoffenbarungen empfing. (Angebliche Botschaften des Himmels werden in der katholischen Kirche als „Privatoffenbarungen“ bezeichnet, im evangelischen Bereich als „Neuoffenbarungen“.)

Die Sektengründerin will hunderte von Christus-Kundgaben empfangen haben. Kennzeichnend für derlei Phänomene ist die Verbindung von „Zuckerbrot und Peitsche“, von Kitsch einerseits und Panikstimmung (etwa gegenüber kritischen Stimmen oder hinsichtlich „göttlicher Strafgerichte“) andererseits.

Typisch für süßlich-sentimentale Botschaften ist z.B. folgende vermeintliche Einsprechung Jesu an Uriella:

„Mein kostbares Töchterchen. Du bist umgeben von einem wunderbaren Gewand, das aus lauter Sonnenblumen besteht. Diese Blumen strahlen, denn sie sind aus lauter Gold…. Durch diese Strahlenkraft, die über Dir und um Dich herum wirkt, so brillant wird Deine Wohnung sein in Meines Vaters Haus. Ich danke Dir für Deine Liebestätigkeit, die Früchte trägt.“ 

Wie viele selbsternannte Visionärinnen betrachtete auch sie sich als besonders begnadete „Sühnebraut“ Jesu, wie es in einer Eigenwerbung heißt:

„Als Sühnebraut CHRISTI trägt sie das Leid der Erde und Menschheit mit… Schon dreimal durfte sie jeweils in der Karwoche einen Hauch der Qualen der Passion des HEILANDES an Körper, Seele und Geist durcherleben. Auf ihrer Bereitschaft, freiwillig Leid auf sich zu nehmen, beruhen viele Heilungen von Patienten, auch in Notsituationen.“ 

Was Uriella von sonstigen „katholischen“ Opfer-/Sühneseelen unterscheidet, ist ihre Verbindung mit esoterischen Elementen (vom UFO-Glauben bis zum Spiritismus). Das hatte immerhin den Vorteil, daß sich der Zulauf erscheinungsbewegter Kreise zu ihrem Werk in recht engen Grenzen hielt.

Weitere Infos und Hintergründe dazu hier: http://www.relinfo.ch/ofl/info.html#11


Wenn Gott und sein Widersacher für Drohungen & Panikmache herhalten müssen

Von Felizitas Küble

Auf dem traditionalistischen Portal „Gloria-TV“ tummeln sich viele Hobby-Autoren mit erscheinungsbewegten Anmutungen oder gar Zumutungen.

Teils sind die Beiträge nur naiv und leichtgläubig, teils von einer fanatischen Verbissenheit geprägt, manchmal seltsam kombiniert mit sentimentaler Rührseligkeit.

Die Kommentare, auf denen ich wegen meiner kritischen Artikel zur Falschmystik als „Lästerzunge“ verunglimpft und mit der Strafe des Himmels bedroht werde, nehme ich seit Jahren ungerührt zur Kenntnis, weil ich derart „fromme“ Entgleisungen seit jeher gewohnt bin.

Das ist das eine – aber der andere Gesichtspunkt erscheint mir von allgemeinem Interesse, denn diese Panikmache ist ein typisches Kennzeichen irrgeistiger oder schwarmgeistiger „Frömmigkeit“.

Hierzu zwei aufschlußreiche Beispiele zur Illustration:

Die Gloria-TV aktive Userin „Andrea“ ist eine Prophetin der besonderen Art, die sich in aller Bescheidenheit als „geringstes Rädchen im Uhrwerk Gottes“ bezeichnet und parallel auch einen eigenen Blog betreibt.

Eine besondere Vorliebe pflegt die anonyme Visionärin für kirchlich abgelehnte „Erscheinungen“ wie etwa die irrigen Kundgaben von der „Warnung“, die auf eine als Betrügerin entlarvte irische Seherin zurückgehen. Mit deren  „Restarmee“ kämpft besagte Andrea gegen kritische Katholiken, die vor dem um sich greifenden Botschaftszirkus warnen.

Nun wäre das egal, wenn nicht der Übereifer dazu führen würde, skeptische Katholiken mit vermeintlich himmlischen  – oder soll man sagen: höllischen?  –  Warnungen zu überziehen.

So schreibt das „geringste Rädchen“ beispielsweise folgendes auf ihrem Restarmee-Blog:

„Was bleibt von einem solchen Forum, welches gleichzusetzen ist mit Uneinsichtigkeit und Ignoranz gegenüber unzähligen Marienerscheinungen, der Besserwisserei einer Frau Küble in Bezug auf viele Seher und Propheten, welche reihenweise dort auf´s Korn genommen und verunglimpft werden?

Mit manchen Leuten hat der Böse leichtes Spiel und kann sie, ob bewusst oder unbewusst, als seine Marionetten tanzen lassen.

O bitte, liebe Frau Küble, lassen Sie ab von der Theatralik, welche Sie auf Ihrer Webseite sehr zum Gefallen Satans aufführen!…Frau Felizitas — Sie haben große Schuld auf sich geladen durch das Bekämpfen der Worte Gottes bzw. Seiner Propheten!“

Freilich gibt es dergleichen Drohgebärden auch bei der anderen Feldpostnummer, nämlich auf evangelischer Seite – genauer: bei dortigen Pfingstbewegten.

 

Hierzu ein Beispiel aus einer Webseite, in der Geschädigte des geistlichen Missbrauchs zu Wort kommen: https://www.matth2323.de/bericht-anonymus-17062017b/

Dort berichtet eine betroffene Christin folgendes:

„Das habe ich in einer Pfingstgemeinde wirklich erlebt. Der Prediger auf der Kanzel bat alle Kinder, den Gottesdienstraum zu verlassen. Dann sagte er:

„Der Hl. Geist wird gleich unmittelbar durch mich zu euch sprechen. Nicht ich werde etwas sagen, sondern der Heilige Geist selbst wird mir seine eigenen Worte auf die Zunge legen. Deswegen müsst ihr genau zuhören. Und ihr müsste aufpassen, dass ihr nichts sagt gegen das, was der Heilige Geist durch mich zu euch spricht…

Ihr wisst, was die Heilige Schrift sagt: Wer auch nur ein Wort sagt gegen den Heiligen Geist, dem wird es niemals vergeben, weder in dieser Welt noch in der nächsten. Er ist einer ewigen Sünde schuldig.

Das heißt konkret, wer etwas sagt gegen das, was gleich der Heilige Geist durch mich spricht, der kommt unfehlbar in die Hölle, und niemand kann ihm mehr helfen…“

Auch diesen Mißbrauch der Bibelstelle Mt 16,26 von der „Sünde gegen den Heiligen Geist“ habe ich selber x-mal bei Erscheinungsbewegten und Charismatikern erlebt, die mir genau dies vorhalten.

Warum diese absurde Beschuldigung?

Ganz einfach: weil sie ihren eigenen Geist oder die „Geistbegabung“ selbsternannter Visionäre für das Gelbe vom Ei halten und daher jede Kritik buchstäblich verteufeln.

Bei mir kann das nach jahrzehntelanger Gewöhnung natürlich keine Gemütsregung, geschweige einen Schock auslösen, zumal ich von vornherein wußte, wie diese Anhängerkreise „ticken“ und dies in Kauf nahm.

Anders ist es bei unerfahrenen Gläubigen, die sich skeptisch äußern und dann mit solchen Drohungen überschüttet werden. Ich weiß von etlichen Betroffenen, die sich dadurch haben einschüchtern und verunsichern lassen oder zumindest davon abgehalten wurden, öffentlich von ihren Erfahrungen zu berichten.

 

 


Warum der „Magnificat-TÜV“ so wichtig ist

Von Felizitas Küble

In einer Internet-Debatte über Medjugorje las ich folgenden Einwand: Mir persönlich scheinen diese Botschaften etwas zu simpel für die Madonna zu sein.“
 – Gewiß, aber nicht nur „etwas“, sondern  v i e l  zu simpel für die wahre Mutter des HERRN, deren biblisches Bild ganz anders wirkt als das in den meisten „Erscheinungen“. 

Der katholische Jugendschriftsteller Günter Stiff –  zugleich Gründer unseres Christoferuswerks  –  diskutierte nicht lange mit den Medjugorje-Fans herum,  sondern erwiderte ihnen kurz und knapp: „So dumm kann Maria doch gar nicht sein!“ – Manchmal fügte er noch hinzu: „Und auch nicht so geschwätzig!“

Bei weit über 40.000 Botschaften, die aus Banalitäten bestehen und sich ständig im Kreise drehen, ist diese substanzlose Redseligkeit der sogenannten „Gospa“ offensichtlich.

Prüfen wir derartige Phänomene doch grundsätzlich durch den Magnificat-TÜV:

Wir vergleichen Medju-Botschaften oder ähnliche Privatoffenbarungen mit dem Magnificat, dem Lobgesang Mariens aus dem Lukas-Evangelium (siehe unten). Die Gottesmutter sprach dieses Dankgebet bei der Begegnung mit ihrer Cousine Elisabeth, die wie Maria ein Kind erwartete (Johannes den Täufer).

Dieses kraftvolle, inhaltsreiche, gehaltvolle Magnificat  – und dazu im Vergleich die nichtssagenden Blabla-Botschaften von Medjugorje:  Liegen hier nicht  –  sofort erkennbar  – W e l t e n  dazwischen?!

Eines steht jedenfalls fest:  Das Magnificat ist eine echte Botschaft der wirklichen, der wahren Himmelskönigin, die sich als „Magd des HERRN“ vorstellt und Gott als ihren „Retter“ preist.

Hier ist jeder Satz ein Programm  – es gibt kein Stroh, kein überflüssiges Gerede, nichts Banales, alles ist inhaltlich und sprachlich von großer Dichte und Bedeutung.

Das Magnificat spannt einen grandiosen geistig-theologischen Bogen um die Heilsgeschichte Gottes mit Israel und der Welt.

Da die Botschaften der Medjugorje-„Erscheinung“ von endlosen Wiederholungen auf Kindergarten-Niveau geprägt sind, kann es sich nicht um ein und dieselbe Persönlichkeit handeln – und die „Gospa“ kann schon deshalb nicht die wahre Madonna sein.

Dazu kommt ein weiterer TÜV-Punkt: Im Magnificat wird die jüdische Herkunft und Identität Mariens ganz deutlich. Ihr Lobgesang endet mit dem Dank für Gottes große Heilstaten an seinem Volke Israel:

„ER nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das ER unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig!“

Wo wird denn diese tiefe Verankerung Mariens im Glauben, Denken und Fühlen des alttestamentlichen Gottesvolkes einmal in einer Erscheinung deutlich? Wo ihr jüdischer Bezug erkennbar? Warum warnte die Erscheinuns-„Madonna“ denn niemals die Christenheit vor judenfeindlichen Ausschreitungen  – zumal solchen, die in ihrem mißbrauchten Namen geschahen?!

Zur „jüdischen Maria“ findet man weder in Medjugorje noch in sonstigen „Offenbarungen“ dieser oder jener Seher irgendeinen Anhaltspunkt. 

Die Maria der Erscheinungen ist offensichtlich eine ganze andere als die Maria, die uns im Neuen Testament begegnet.

HIER folgt ein Artikel über das großartige Magnificat Mariens: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/12/das-magnficat-der-lobgesang-mariens/

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Verlags in Münster

 

MAGNIFICAT – Lk 1,46-55: 

Meine Seele preist die Größe des HERRN,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat ER geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Allmächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.

ER erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht  
über alle, die ihn fürchten.
ER vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
ER zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
ER stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt ER mit seinen Gaben 
und lässt die Reichen leer ausgehn.

ER nimmt sich seines Knechtes Israel an 
und denkt an sein Erbarmen.
das ER unseren Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.


Vom „geringsten Rädchen im Uhrwerk Gottes“ und dem Kuß der Madonna

Von Felizitas Küble

Die Art und Weise, wie sich ein erheblicher Teil der erscheinungsbewegten Szene präsentiert, ist seit jeher von einem nicht geringen Unterhaltungswert geprägt.

Apropos „gering“: Zu jener unfreiwilligen Komik gehört auch die mit zahlreichen Wundern und Botschaften begnadete Andrea, die sich als „Geringstes Rädchen im Uhrwerk Gottes“ vorstellt. Weitere Informationen – etwa über ihren Nachnamen oder Wohnort – behält sie in der ihr eigenen Demut für sich.

Dem Impressum ihres Blogs unter dem sicherlich passgenauen Titel „Herz Jesu  – Wegzehrung der Restarmee“ fehlt es –  statt der sonst üblichen Daten (Name, Anschrift, Telefon etc) – nicht an frommen Zu…Anmutungen, siehe etwa die allerbescheidenste Präsentation ihrer himmlischen Sendung:

„In der Allmacht Gottes sehe ich mich, die Autorin dieser Website, als ein kleines und zugleich geringes Werkzeug, welches erhaltene Eingebungen mit großer Dankbarkeit empfängt und diese in Seinem Namen der Öffentlichkeit weitergibt.

In der Eigenschaft als Sein Werkzeug möchte ich, in aller Bescheidenheit und Demut, aber dennoch mit Nachdruck darauf hinweisen, dass ich nur Ihm allein, dem einen, wahren Gott, dem Allerhöchsten, unterstellt und verpflichtet bin. Nur Ihm gegenüber werde ich, wenn die Zeit dafür gekommen ist und Er mich ruft, Rechenschaft über mein Handeln hier auf Erden geben.“

Im bürokratischen“ Teil des Impressums schreibt die Blogbetreiberin von der Restarmee: „Die Autorin übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen.“

Gewiß ein tröstlicher Hinweis, wenn selbst prophetisch inspirierte Personen keine Gewähr für die „Qualität“ und „Korrektheit“ ihrer Texte bieten können. Da kann unsereins erleichtert aufatmen.

Ob der nachfolgende Haftungsausschluß auf Träume oder Alpträume zurückgeht, weiß mutmaßlich nur das geringste Rädchen selbst:

„Haftungsansprüche gegen die Autorin, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens der Autorin kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.“

Auf daß kein Leser zu kurz kommt, läßt uns das vom Himmel beauftragte Werkzeug schon auf der Startseite wissen, daß sie den Kuß der Madonna großzügig an alle Besucher ihrer Webseite übermittelt:

„Allen Besuchern meiner Webseite möchte ich den liebevollen Kuss auf die Stirn weitergeben, den unsere Himmelkönigin, die Heilige Gottesmutter Maria, am 12. Sept. 2015 in Walpertskirchen geschenkt hat, welchen ich persönlich am 19. Sept. 2015 weitergegeben bekommen habe.“

Hierbei möchte ich gerne „Verzicht leisten“ und das Rädchen um Verständnis bitten, denn bei der erwähnten „Marienerscheinung“ in Walpertskirchen handelt es sich um kirchlich ausdrücklich abgelehnte Phänome des italienischen „Sehers“ Salvatora Caputa: https://charismatismus.wordpress.com/2018/02/27/s-caputa-julius-moehler-co-erhalten-in-walpertskirchen-den-kuss-der-madonna/

In der ebenfalls anonymen Rubrik „Über mich“ bietet die „in eine finstere Welt hineingeborene“ Visionärin einige Kurzinformationen zu ihrer „unbedeutenden Person“, wobei freilich ihre „Motivationen“  –  eigenen Angaben zufolge  –  „nicht unbedeutend“ sind. 

Wie könnte es anders sein, hat der Höchste selbst sie doch „in Nordrhein-Westfalen plaziert“, auf daß sie ihre „Fühler von dort aus über ganz Deutschland und dessen Grenzen hinaus ausstreckt“, wie sich das für Prophetinnen  – zumal in der „Endzeit“ –  geziemt.

Doch wie begann ihre himmlische Berufung, ihr „Ruf aus der Wüste“? – Das möchte der geneigte Leser gerne erfahren – und die 51-Jährige hält damit nicht hinterm Berg: 

„Eines schönen Tages, es war der 12.10.2014, bekam ich plötzlich erstmals Worte in meinen Kopf. Es waren Überschriften zu Texten, die ich dann, ohne jemals darüber nachzudenken, handschriftlich notierte. Damit fing alles an !“

Den Eindruck, daß die Autorin über ihre Botschaften niemals „jemals nachdachte“, kann man jedoch auch ohne diesen ausdrücklichen Hinweis gewinnen.

Allerdings verhielt sich genau dies bei den biblischen Propheten ganz anders, denn diese wußten sehr wohl, was sie sagten und schrieben, schließlich wirkt der Heilige Geist nicht ohne den Verstand – und erst recht nicht gegen ihn.

Übrigens gibt es sicherlich die paranormale Fähigkeit des „Automatischen Schreibens“, die freilich ansonsten nur aus esoterischen, magischen und spiritistischen Zusammenhängen bekannt ist.

Sodann läßt uns das motivationsstarke Werkzeug der Restarmee wissen, daß es bereits „weit über 500 Gebete an der Zahl vom Himmel erhalten“ habe, überdies „zahlreiche Visionen“, bei denen es um nichts weniger geht als um das „Weltgeschehen, Apokalypse, Warnung (Seelenschau), Katastrophen usw“…

„Ich möchte gerne, so man mich lässt“  – so heißt es weiter in aller Bescheidenheit  – „als geringstes Werkzeug durch Gottes Hände, Willen und Gnade geführt, breit gefächert Präsenz zeigen, für Gottes Sein, für Gottes Liebe, für Gottes Wahrheit und für Gottes Barmherzigkeit. Sein Wille ist mein Wille !“

Tja, Stirnrunzeln: Könnte es auch umgekehrt sein: ihr eigener Wille erscheint dem visionären Rädchen als der Wille des Himmels?

Wie dem auch sei, eines steht fest, jedenfalls für die Wüstenruferin: Wir sind mitten in der Endzeit, die sich bereits mit großen Schritten dem Ende nähert !“

So ganz „nah“ kann das universale Finale in Wirklichkeit gar nicht sein, denn vor der Wiederkunft Christi erscheint laut biblischer Botschaft erst der Antichrist, den selbst die schreibselige Andrea noch nicht zu sichten vermochte.

Nichtsdestotrotz will sie dem Schöpfer der Welt unbedingt „helfend“ (!) beispringen:

„Darum gilt es nicht zu schlafen, sondern erhobenen Hauptes den Blick vertrauensvoll gen Himmel gerichtet, aufzustehen und alle Hebel in Bewegung zu setzen, um unserem Gott helfend zur Seite zu stehen, sich durch Beharrlichkeit dem „Strom der Gezeiten der Finsternis“ entgegenzustellen, was ich mit meinen Beiträgen gerne erreichen möchte.“

Das hierzu passende „Amen“ bleibt mir offen gestanden im Halse stecken, denn eine derartige Wucht übernatürlicher Endzeit-Eingebungen und inspirierter Gebete will erst einmal verdaut sein….

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den kath. KOMM-MIT-Verlag in Münster und das CHRISTOFERUSWERK, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Das „Fest der Demut Mariens“ und die dazu ganz unpassenden Madonnenerscheinungen

Von Felizitas Küble

Das kirchliche Fest der Demut Mariens vom 17. Juli gehört zu den weniger bekannten Marientagen, ist es aber wert, mehr beachtet zu werden, erst recht in den erscheinungsbewegten Kreisen. Es wird seine Gründe haben, daß man dort in aller Regel nicht einmal um die Existenz dieses Feiertages weiß.

Kein Wunder, denn hier geht es um die wahre Bescheidenheit der gnadenvollen Gottesmutter, die zum Engel Gabriel sprach: „Siehe, ich bin die Magd des HERRN.“  

Auch das Magnificat   –  der biblisch bezeugte Lobgesang Marias beim Besuch ihrer Kusine Elisabeth –  bezeugt die Demut der Madonna, heißt es dort doch: „ER hat herabgeschaut auf die Niedrigkeit seiner Magd.“

Das ist die Selbsteinschätzung der wirklichen Mutter des HERRN – und wie sieht im Vergleich dazu die Tituliersucht und das ständige Selbstlob vieler „Marienerscheinungen“ aus? Tatsächlich: ganz anders! – Es kann sich folglich nicht um ein und dieselbe Person handeln, denn auch als Königin der Engel und Heiligen im Himmel hat sie ihre Grundhaltung nicht verändert.

Hier seien aus der Fülle der Beispiele zwei Fälle herausgeholt, um diese Problematik streiflichtartig aufzuzeigen:

HEROLDSBACH: Keine Privatoffenbarung wurde in den zweitausend Jahren der Kirchengeschichte derart stark abgelehnt wie jene von Heroldsbach im Bistum Bamberg, wo die „Rosenkönigin“ Anfang der 50er Jahre einigen Landmädchen erschienen sein soll.

Nicht nur der zuständige Bischof ordnete Strafmaßnahmen gegen Heroldsbach-gläubige Priester an, auch Pius XII.  – gewiß ein marianisch geprägter Papst  – hat sich strikt gegen diese Phänomene ausgesprochen und Sanktionen gegen widerspenstige Geistliche verhängt. Dennoch zogen und fuhren weiterhin zehntausende Pilger an diese fränkische „Wunderstätte“.

Freilich verwundert es wenig, daß sich die selbsternannte „Rosenkönigin“ dort in einer  Weise in den Mittelpunkt rückte, daß es häretische, ja letztlich gotteslästerliche Formen annahm, denn sie stellte sich gleichsam als vierte Person neben die göttliche Dreieinigkeit. (Dies habe ich ausführlich in der Zeitschrift „Theologisches“ belegt – siehe hier:  https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/heroldsbach-und-die-%e2%80%9ehimmelsvisionen%e2%80%9c/)

SEHERIN VON DER DONAU: Auch ein erscheinungsbewegtes Buch mit dem Titel „Geheimnis Maria“ sprengt diesbezüglich alle theologischen Grenzen. Georg Schmertzing bringt es auf S. 30 sogar fertig, Maria als die „Miterlöserin ihres mit ihr so eng im Geiste verbundenen Sohnes“ zu bezeichnen.

Wie bitte? Die Madonna soll die „Miterlöserin“ ihres göttlichen Sohnes sein? Dann wäre sie die Erlöserin und ER der Erlöste?!

Wir wollen dem deutsch-ungarischen Autor zugutehalten, daß er hoffentlich „eigentlich“ schreiben wollte: Maria sei mit ihrem Sohn im Geiste so eng verbunden, daß sie deshalb eine Miterlöserin sei (wobei auch diese „Logik“ ins Leere führen würde, aber das steht auf einem anderen Blatt).

Die Krönung des Absurden liefert uns aber die S. 249, denn dort wird unter dem Titel „Die himmlische Zwiesprache“ aus einer angeblichen Botschaft zitiert, welche die „Mystikerin von der Donau“, Luise Wittmann, erhalten haben will.

Demzufolge habe Christus ihr am 4.2.1978 Folgendes über die Madonna erklärt:
„Sie hält Zepter und Reichsapfel in den Händen, denn so gebührt es ihr als Königin. Ihr Erlösungswerk ist Berufung…So strahlt sie als Herrscherin wahrlich so wie ich…Ich will das Knie vor ihr beugen und ihr Herrschertum anerkennen für uns…So ist ihr alles zugeignet von dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geiste in Liebe. Meine Mutter, Köngin, wir lieben dich und beugen das Knie vor dir.“

Das sind unfaßbare Gotteslästerungen, die keines weiteren Kommentars bedürfen, aber einmal mehr aufzeigen, wohin der Erscheinungs(wahn)sinn führen kann.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Irrgeistige Botschaften „Die Vorbereitung“ wollen auf die „Warnung“ einstimmen

Von Felizitas Küble

Seit langem geistert durch die erscheinungsfromme Szene die Vorstellung von einer baldigen himmlisch bewirkten „Warnung“, einer weltweiten Seelenschau aller Menschen (wobei es teilweise heißt: ab dem 7. Lebensalter aufwärts), die zugleich eine zwischenzeitliche Wiederkunft Christi beinhaltet. Das würde bedeuten, daß Jesus sich  v o r seinem Wiederkommen in Herrlichkeit bereits mittels der „Warnung“ aller Welt offenbaren wird.

Diese nicht nur unsinnige, sondern unbiblische These geht vor allem auf Garabandal zurück, einem kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort in Spanien. Anfang der 60er Jahre wurden dort – wie meist üblich – jungen Mädchen besondere Visionen und „Botschaften“ zuteil, darunter eben auch die Ankündigung jener „Warnung“.

Diese vermeintliche Strafaktion des Himmels wurde ab dem Jahre 2011 durch eine anonyme „irische Seherin“ in ähnlicher Version weiter verbreitet – und nach ihrer Entlarvung gab es weitere „Begnadete“, welche diese theologisch absurde Vorstellung jeweils auf ihre Weise weitergesponnen haben.

Kürzlich berichteten wir über die entsprechenden „Offenbarungen“ einer argentinischen Seherin Luz de Maria: https://charismatismus.wordpress.com/2018/07/13/argentinien-luz-de-maria-bietet-stigmatisationen-und-visionen-der-endzeit/

Ähnlichen Unsinn verbreiten die Bände mit dem Titel „Die Vorbereitung“ aus einem Lulu-Verlag, deren Titelbild passenderweise mit einem vermeintlichen Wunderbild illustriert ist. (Näheres dazu in unserem Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2016/01/08/von-den-merkwuerdigkeiten-eines-wunderbildes-der-heiligen-familie/)

Die Bücher enthalten vorwiegend „Marienbotschaften“ einer anonymen Maria zur Göttlichen Vorbereitung der Herzen. Angeblich wurde ihr vor fünf Jahren durch die Madonna geoffenbart:

„Wir schenken euch DIE VORBEREITUNG, damit Ihr alle gerettet werden könnt. Hier geben Wir euch die einzig wahre Anleitung, wie ihr euer Leben zu Gott Vater hin verändern könnt. Wir zeigen euch, wie einfach der Weg zu Meinem Sohn ist und führen euch durch die Zeit der Großen Veränderungen, die Endzeit, hindurch. Wir schenken euch diese Botschaften vom Himmel, damit ihr eine Anleitung habt, wie ihr auf einfachste Weise zu Jesus und ins Himmelreich findet. Wir sagen euch, wie es um eure Welt steht und was ihr ändern und tun müsst, damit ihr in Frieden und ohne Leid und Not leben könnt. Wir öffnen euch den Weg in die Herrlichkeit Gott Vaters.“ 

In einer Buchwerbung heißt es dazu: „Diese himmlischen Botschaften sind voll inniger Liebe, rütteln zugleich auf und verkünden die baldige Wiederkunft Jesu. Sie zeigen der Menschheit den einzig möglichen Weg der Rettung auf, um nicht auf ewig verloren zu gehen.“

Hierzu einige Anmerkungen:

  1. Diese Privatoffenbarung an eine anonym bleibende Seherin soll also die „einzig wahre Anleitung“ sein, um zu Jesus und ins Himmelreich zu finden. Laut dem neutestamentlichen Hebräerbrief hat Gott „zuletzt zu uns gesprochen durch seinen Sohn“. Deshalb lehrt die katholische Kirche, daß die göttliche Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist. Dies ist keine kirchliche Randnotiz, sondern ein Axiom, also gar eine Denkvoraussetzung für viele katholische Dogmen, gleichsam eine Ur-Basis ihrer Lehre. 
  2. Angeblich führen diese Vorbereitungs-Botschaften „durch die Zeit der Großen Veränderungen, die Endzeit, hindurch“. Abgesehen davon, daß die eigentliche Endzeit laut Neuem Testament nicht mit irgendeiner Seelenschau-Warnung beginnt (die in der Bibel völlig unbekannt ist), sondern mit dem Auftreten des Antichristen, wissen wir durch Gottes Selbstoffenbarung in Bibel und kirchl. Lehramt, wie wir uns mit Gottes Gnade in jeder Zeit – ob vor oder in der Endzeit – bewähren können. Wir kennen die Zehn Gebote und die Botschaft der Evangelien, die Sakramente und die Verkündigung der Kirche – und das genügt jedem vernünftigen Gläubigen.
  3. Sodann heißt es in jener vermeintlichen Marienbotschaft, die seltsamerweise in „Wir“-Form erfolgt:Wir sagen euch, wie es um eure Welt steht und was ihr ändern und tun müsst, damit ihr in Frieden und ohne Leid und Not leben könnt.“  Damit dürfte das eigentliche psychologische Motiv dieser Botschaften zutage treten: Man möchte „ohne Leid und Not“ leben können, also unbehelligt und ungeschoren aus den turbulenten Zeiten gerettet werden bzw.  vor „Leid und Not“ bewahrt bleiben – ein offensichtlich zwar menschlich verständlicher, aber allzu irdischer Beweggrund…
  4. In der Buchreklame wird behauptet, diese visionären Botschaften „verkünden die baldige Wiederkunft Christi“, gemeint ist die erwähnte „Warnung“. Tatsache ist aber, daß vor dem Kommen Christi in Herrlichkeit erst der Antichrist sein widergöttliches Reich aufrichten wird. Somit wird durch diese falschmystischen Offenbarungen eine wesentliche biblische Botschaft verdrängt. Damit werden die Gäubigen gerade nicht „vorbereitet“, sondern – wie so oft in irrgeistigen Botschaften –  in Ver(w)irrung geführt.