Ist Woelki ein Oberhirte für Muslime?

Deutsche Bischöfe, so haben katholische Gläubige oft den Eindruck, engagieren sich deutlich stärker für Muslime als für ihre eigenen Gläubigen, als deren Hirten sie von Christus in der Nachfolge der Apostel bestellt sind. bildma1

Besonders tut sich hier der Kölner Kardinal und Erzbischof hervor. Er greift jetzt die CSU an, weil diese nichts anderes tut, als das Gemeinwohl zu verteidigen, indem sie sich gegen die unkontrollierte Masseneinwanderung ausspricht und bei der Aufnahme christlichen Flüchtlingen einen Vorrang einräumen will. Erzbischof Woelki verteidigt demgegenüber die Position Merkels und der „Grünen“.

Zunächst muss man betonen, dass es sich für einen Erzbischof nicht geziemt, sich in parteipolitische Auseinandersetzungen einzumischen. Sodann ist es die Aufgabe eines Bischofs, dass Allgemeinwohl zu betonen und abzuwägen, was dem Allgemeinwohl dient und was diesem eher schadet. Selbstverständlich kann man darüber streiten, welche konkrete Maßnahme dem Gemeinwohl dient, denn dies lässt sich nicht einfach logisch-deduktiv aus obersten Prinzipien ableiten.

Dass aber die unkontrollierte Masseneinwanderung von zumeist gering ausgebildeten und kulturfremden Muslimen auf keinen Fall dem Gemeinwohl Deutschlands und Europas dient, ist ganz offensichtlich. Dies ist auch die Auffassung vieler europäischer Staaten, insbesondere von Staaten wie Polen oder Ungarn, in denen die christliche Religion im alltäglichen Leben eine etwas größere Bedeutung hat als in Deutschland.  be2004_38_551

Doch der Kölner Erzbischof bleibt weiterhin uneinsichtig und schwimmt auf der linken Welle der Willkommenskultur, die absolut nichts mit einer christlichen Position zu tun hat. Es ist christlich, Flüchtlingen in Deutschland, mit denen ich persönlich zu tun haben, also als Individuum oder als Familie, zu helfen, soweit ist in meinen Möglichkeiten steht und nichts zu unternehmen, was ihnen schaden kann und dies gilt unabhängig von der Religionszugehörigkeit.

Allerdings ist auch hier eine Bevorzugung christlicher Flüchtlinge für einen Christen selbstverständlich.

Gesellschaftlich und politisch gibt es aber eine andere Situation, in der das Gemeinwohl des Staates der alleinige Maßstab ist. Und dieser Unterschied sollte auch dem Erzbischof aus der katholischen Soziallehre bekannt sein.

Doch der linke Oberhirte aus Köln sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass die CSU mit einer Forderung nach Obergrenzen für Flüchtlinge oder einer Bevorzugungfoto-dcubillas-www_freimages_com_ von Zuwanderern aus dem christlich-abendländischen Kulturkreis zu noch „größerer Polarisierung“ beitrage und das Geschäft der Rechtspopulisten der AfD betreibe. Womit ist zugleich eindeutige parteipolitische Prioritäten setzt.

Als katholischer Erzbischof – das muss man sich mal gedanklich vorstellen – lehnt Woelki eine Bevorzugung von christlichen Flüchtlingen ab und fordert tatsächlich die CSU zur Verfassungstreue auf. „Wenn die CSU das Grundgesetz ernst nimmt, kann sie keine Obergrenze verlangen. Das lässt das Asylrecht nicht zu. Und das Asylrecht muss bleiben, wie es ist.“  – Woelki fordert daher, dass die „unsinnige Diskussion“ aufhören. (…)

Woelki sagt natürlich kein Wort zu den Gesetzesbrüchen, die Frau Merkel im Verein mit den Roten und „Grünen“ bei der Öffnung der Grenzen begangen hat. Er stellt nicht einmal die Frage nach dem Gemeinwohl. Das Einzige, worum es diesem Erzbischof offenbar geht, ist der Applaus der Linken. Dafür nimmt er gerne in Kauf, dass hunderte Katholiken ihrer Kirche den Rücken kehren.

Quelle und vollständiger Artikel hier: http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2540:der-erzbischof-der-moslems&catid=1:neuestes&Itemid=33


Bischof Paul Hinder will lieber ein islamisches als ein religionsloses Europa

Von Felizitas Küble

Wie die evangelikale Webseite „Jesus.ch“ am 12.9.2016 berichtet, hat Paul Hinder, ein aus der Schweiz stammender katholischer Bischof von Süd-Arabien, in diversen Interviews erklärt, er halte ein islamisches Europa für ein kleineres Übel als ein religionsloses.bildma1

Abgesehen davon, daß diese „Alternative“ nach einer Wahl zwischen Pest und Cholera riecht, erscheint es mir äußerst fraglich, ob uns Christen ein islamisches Europa „lieber“ sein sollte als ein atheistisches.

Erinnern wir uns: Dieser katholische Oberhirte der „Vereinigten Arabischen Emirate“ hat noch im Dezember 2008 den Muslimen in der von ihm betreuten Region „dringend“ von einem Übertritt zum Christentum abgeraten.

Gegenüber der Schweizer „Weltwoche“ erklärte er, ein solcher Schritt sei für einheimische Muslime viel zu gefährlich, denn diese Personen könnten ihren christlichen Glauben nicht ausüben und müßten mit beruflichen Schwierigkeiten rechnet. Wenn jemand trotzdem Christ werden wolle, bleibe ihm nur die Auswanderung.

Obwohl die Arabischen Emirate im Vergleich etwa zu Saudi-Arabien oder dem Iran (ganz zu schweigen von der Schreckensherrschaft des IS) noch als gemäßigt erscheinen, rät also ein katholischer Bischof sogar in jener Gegend von einem Glaubenswechsel ab. (Quelle: http://www.jesus.ch/content/bischof-von-arabien-r%C3%A4t-vom-glaubenswechsel-ab)

Derselbe Oberhirte erzählt aber acht Jahre später, ein islamisches Europa sei nicht so schlimm wie ein religionsloses, obwohl sich die islamische Welt in der Zwischenzeit weiter radikalisiert hat.

Der Bischof hat zwar recht, wenn er seine Besorgnis darüber äußert, „dass Europa seine christlichen Wurzeln allmählich preisgebe“.  –  Aber die Klagen über eine Verweltlichung des einstmals „christlichen Abendlandes“ dürfen nicht dazu führen, den Islam als eine Art unausweichliches Schicksal hinzunehmen oder gar noch als vermeintlich kleineres Übel schönzureden. IGFM_Scharia

Als der Bischof darauf hingewiesen wurde, daß es auch in einem verweltlichen, religionslosen Europa noch moralische Werte geben könne wie Gewaltfreiheit oder Solidarität, stimmte er einerseits zu, gab aber zugleich zu bedenken, ob solche Werte ohne ihre christlichen Grundlagen auf Dauer Bestand hätten.

Zudem stellte er klar, wenn ihm der Islam  lieber sei als der Atheismus, habe er einen „positiven Islam“ vor Augen (was immer das sein mag?!). Er räumte freilich ein, daß man im Islam noch „Gewaltpotential aufarbeiten“ müsse, wie es die Christen bereits getan hätten.

Meiner Ansicht nach verniedlicht der Bischof dennoch den Islam, einmal abgesehen davon, daß es leichter ist, einen Atheisten zum Christentum zu führen als einen Moslem. Der Atheist weiß, daß er ungläubig ist, das Christentum also für ihn noch infrage kommen könnte, die Tür zum Glauben ist nicht grundsätzlich verschlossen. Der Religionslose empfindet vielleicht durchaus sein Vakuum, seine metaphysische „Leerstelle“, vor allem, wenn er ein Agnostiker ist.

Der überzeugte Moslem hingegen ist in einer anderen Situation und ein „Abfall“ vom Islam äußerst schwierig  – nicht nur äußerlich (weil der Koran dies strikt verbietet), auch von den inneren Voraussetzungen her. 

Dazu kommt, daß bei einem islamisches Europa  – im Unterschied zu einem „nur“ religionslosen  – neben den Christen auch Juden, Ungläubige und Homosexuelle unterdrückt oder gar verfolgt würden – ganz zu schweigen von der Knechtschaft für die Frauen. Daher wäre ein atheistisches Europa sehr wohl unterm Strich das kleinere Übel – aber zweifellos auch ein ÜBEL.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Stuttgart: Bittgottesdienst für verfolgte christliche Assyrer am 25. September 2016

Die „Assyrische Kirche des Ostens“ in Stuttgart lädt alle Freunde der verfolgten Christen im Nahen und Mittleren Osten dazu ein, am Sonntag, den 25. September 2016, um 12,30 Uhr an einem Bittgottesdienst teilzunehmen. Von Julia Kesenheimer geschickt

Der Andacht in der Evangelischen Berger Kirche (70190 Stuttgart, Klotzstr. 21) wird auch Dr. Philipp Jenninger beiwohnen. Jenniger ist ehem. Präsident des Deutschen Bundestages und Vatikanbotschafter.

Im Einladungsschreiben der Assyrischen Kirche heißt es: „Wir beten für unsere christlichen Schwestern und Brüder, die sich in einer prekären Situation befinden und nur aus ihrem Glauben Mut schöpfen.“

 

 


Prälat Georg May wird heute 90 Jahre alt

Von Felizitas Küble

Der glaubenskonservative Professor und Prälat Dr. Georg May (siehe Foto) kann heute sein 90. Wiegenfest feiern, wozu wir ihm herzlich gratulieren, alles Gute und Gottes reichen Segen wünschen.images

Der katholische Theologe und Kirchenrechtler ist am 14. September 1926 in Liegnitz (Schlesien) geboren. Er lehrte jahrzehntelang an der Universität Mainz Kirchenrecht und kirchl. Rechtsgeschichte. Er lebt in Budenheim bei Mainz und schreibt nach wie vor an weiteren Büchern und Veröffentlichungen.

Auf Anregung von Kardinal Gerhard Müller wurde der Priester und Gelehrte im Jahre 2011 von Papst Benedikt zum Apostolischen Protonotar ernannt.

Prof. Georg May publizierte zahlreiche Werke zu liturgischen, kirchengeschichtlichen und kanonischen Themen, darunter ein umfangreiches Sachbuch über die Verfolgung der katholischen Kirche unter der nationalsozialistischen Diktatur.

Der Prälat äußerte sich in Vorträgen und Veröffentlichungen kritisch zur Liturgiereform bzw. positiv über die überlieferte hl. Messe. Er befaßte sich ohne Umschweife mit dem Niedergang des Glaubens vor allem in den deutschsprachigen Ländern   – und mit der weitgehenden Nichtbeachtung des kirchlichen Wächteramts durch die Hierarchie.

Zurück zur päpstlichen Ehrung für Prof. May: Die Ernennungs-Urkunde zum Protonotar übersandte ihm der damalige Regensburger Bischof Gerhard Müller, heute vatikanischer Glaubenspräfekt, auf dessen Vorschlag hin die Würdigung erfolgte. Radio Vatikan

In seinem Begleitbrief schrieb Müller: „Zu dieser hohen Auszeichnung, mit der die Kirche ihre Wertschätzung für Ihr jahrzehntelanges akademisches und pastorales Wirken, Ihr standhaftes sentire cum ecclesia und Ihre gewissenhafte Verkündigung des unverkürzten katholischen Glaubens zum Ausdruck bringt, gratuliere ich Ihnen sehr herzlich.“

In seiner Schrift „Die andere Hierachie“, die 1997 erschien, erklärt der Kirchenrechtler Folgendes:

„Es ist eine offenkundige und unbestreitbare Tatsache: Die Bischöfe sind die Hauptverantwortlichen für den unaufhörlichen dramatischen Niedergang der Kirche. Selten in der Geschichte hat eine Führungsschicht in so ungeheurem Ausmaß versagt wie die Mehrheit des Bischofskollegiums nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.

Um es genau zu sagen: Die deutschen Bischöfe haben sich als unfähig erwiesen, die letztlich entscheidenden Aufgaben der katholischen Kirche in Deutschland adäquat zu lösen: den Glauben zu erhalten und zu verbreiten, die Sitten zu heben und zu bessern, den Gottesdienst zu fördern und zu schützen.“

Fotos: Summorum pontificum, Radio Vatikan

 

 


Der Priestermangel in der katholischen Kirche und seine Ursachen

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Als kürzlich die Zahlen der 2015 in den deutschen Diözesen geweihten 58 Priester bekannt wurden, fand das auch in den säkularen Medien Beachtung. Unter Überschriften wie „Gehen der katholischen Kirche die Priester aus?“, hatten einige Medien auch die Abhilfe schnell bei der Hand. Es waren die bekannten Ladenhüter wie Abschaffung des Zölibats, Einsatz von „Viri probati“, Einführung des Frauenpriestertums. 0000009699_3

Andere Medien brachten die ersten Nachkriegsjahrzehnte in Erinnerung, als einzelne Bistümer Zahlen von Priesterweihen aufzuweisen hatten, die heute von allen Diözesen zusammen nicht mehr erreicht werden. Schnellschüssige Beschreibungen der heutigen Misere führten zur Behauptung, der Priestermangel sei „gewollt“.

BILD: Prof. Gindert leitet seit Jahrzehnten den katholischen Kongreß „Freude am Glauben“

Was sind die Ursachen? Er gipfelt zwar in der Zahl 58 Priesterweihen im Jahr 2015. Tatsächlich zeichnet er sich seit vielen Jahren ab. Voraus gehen die Verdunstung des Glaubens, gemessen am Besuch der sonntäglichen Eucharistiefeier sowie der Rückgang der Kinderzahl in den Familien. Das dahinsiechende Glaubensleben in den Familien, in denen kaum mehr gebetet wird, und die gesunkene Kinderzahl von 1,3 Kindern pro Familie sind Hauptursachen des Priestermangels. Wo sollen Berufungen ansetzen, wenn beides fehlt?

Natürlich gibt es auch den „gewollten“ Priestermangel an theologischen Ausbildungsstätten, in Priesterseminaren, bei Vertretern eines synodalen, demokratischen Kirchenverständnisses sowie bei Pastoralassistenten und -referenten, die theologisches Wissen und rhetorische Fähigkeiten, nicht aber Berufung und Priesterweihe als die eigentlichen Voraussetzungen für die „Leitung“ der Gemeinden ansehen. Solchen selbsternannten „Gemeindevorstehern“ geht es nicht um den Dienst an den Gläubigen, sondern um die Herrschaft über den „Pfarrbetrieb“. media-FZMqzvujo1V-2

Selbstverständlich gab es schon in den vergangenen Jahren Priesterseminare, in denen Regenten den Priesterkandidaten, die durch eucharistische Frömmigkeit oder durch Rosenkranzbeten auffielen, nahelegten, sie hätten evtl. doch keine „echte Berufung“.

Einige flüchteten sich dann bekanntlich beispielsweise zu Bischof Mixa nach Eichstätt. Andere fanden in einer Ordensgemeinschaft Aufnahme oder gaben ihre Berufung auf. Heute ist die Zisterzienserabtei Heiligenkreuz mit ihrer weit über Österreich hinausstrahlenden Spiritualität ein Anziehungspunkt für Ordens- und Priesterberufungen geworden.

Schließlich ist der anhaltende Schrumpfungsprozess selbst ein Hindernis für junge Menschen, die ihre Berufung zum Priestertum überlegen. Die diözesanen Kirchenleitungen kommen nicht mehr daran vorbei, immer größere Pfarreien-Gemeinschaften zu bilden, wenn sie einen geregelten „Pastoralbetrieb“ aufrechterhalten wollen.

Die Verpflichtungen des Pfarrers, an den Sitzungen der Pastoralräte, Pfarrgemeinderäte, Kirchenverwaltungen und Kindergartenbeiräte teilzunehmen, bei denen es mehr um organisatorische und finanzielle Fragen als um Seelsorge geht, nehmen zu. Das ist kein Anreiz für einen Priesterkandidaten, der sich zur Seelsorge berufen fühlt.

Schlussendlich erleben Priesterkandidaten wenig Aufbruchstimmung in der Kirche. Es gibt Bischöfe, die das Wort „Neuevangelisierung“ oder „Mission“ nicht mehr in den Mund zu nehmen wagen. Begeisterung für den Glauben ist in deutschen Landen am Erlöschen.


Schrumpfungsprozeß in der Kirche : In sechs Jahren eine Million Katholiken ausgetreten

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die katholische Kirche hat im Juli die Statistik über die Kirchenaustritte 2015 vorgelegt. Sie werden auch in den diözesanen Kirchenzeitungen vorgestellt und kommentiert. Oft klingt das sachlich, nüchtern und fast unbeteiligt-distanziert. 

Foto: KOMM-MIT-Verlag2015 haben 181.925 Katholiken die Kirche verlassen. Betrachtet man die Zahlenreihe von 2008 an, so liegen die Austritte erheblich über Hunderttausend. Drei Jahre nähern sich der Zweihunderttausend-Marke. 2014 hatten wir sogar 217.716 Kirchenaustritte.

Die hohen Werte besagen, dass die Kirche in sechs Jahren rund eine Mio. Katholiken verloren hat. Diese Negativentwicklung wird sich fortsetzen, wenn in die Überlegung einbezogen wird, dass rund 30% der Katholiken angeben, mit ihrer Kirche unzufrieden zu sein.

Nach einer Studie der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) von 2014 „erwägen in Westdeutschland rund 40% der unter 21-jährigen und 25% der 21- bis 29-jährigen, aus der Kirche auszutreten“ (vgl. Konradsblatt, 30/31.2016, S. 3).

Andererseits sind die genannten Zahlen keine Überraschung, wenn bei den Katholiken am Sonntag rund 90% regelmäßig nicht mehr im Gottesdienst erscheinen. Dabei gibt es bemerkenswerte Unterschiede beim sonntäglichen Kirchenbesuch vergleichbarer Diözesen. So haben wir auf der einen Seite Regensburg (16,0%), Eichstätt (15,2%), Fulda (14,2%) und auf der anderen Seite Mainz (9,5%).

„Über die Gründe für die Austrittszahlen lässt sich nur spekulieren. Bislang gibt es keine systematischen Studien“, heißt es im Bericht von Christoph Arens (Konradsblatt, 30/31.2016, S. 3). Da mutet der Satz im gleichen Bericht, dann doch merkwürdig an, wenn es heißt: „Der bisherige Negativrekord mit 217.716 Austritten im Jahr 2014 war mit dem Missbrauchsskandal, die Affäre um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und das Bekanntwerden eines neuen Kirchensteuer-Einzugsverfahrens auf Vermögenserträge begründet“.

Der Freiburger Religions-Soziologe Michael Ebertz formuliert entsprechend vage, wenn er von einer generell nachlassenden Kirchenbindung spricht. Dass die Gründe für die Austrittszahlen nicht bekannt sind, verwundert.

Die Kirche in Deutschland lässt manches durch Studien untersuchen; und sie hat ausreichend Geld dafür. Warum hat sie kein Geld für die Feststellung der Ursache der Kirchenaustritte? Will sie damit nicht konfrontiert werden? In jedem Fall müsste sie aus solchen Ermittlungen pastorale Konsequenzen ziehen.

Nachdenkenswert ist die Aussage von Dr. Ebertz: „Immer weniger Menschen kommen überhaupt noch mit Pfarrern oder anderen Vertretern von Kirche in Kontakt“.  – Vertreter der Kirche sind doch nicht nur die Pfarrer. Dazu gehört das kaum überschaubare Heer der Religionslehrer, Pastoralassistenten, Caritasangestellten, die hauptamtlichen Vertreter katholischer Verbände, Angehörige der Ordinariate. Schließlich sind alle Getauften und Gefirmten Vertreter der Kirche, die zum Glaubenszeugnis verpflichtet sind!

In der Kommentierung der hohen Austrittszahlen findet sich kaum ein Wort über die überfällige Neuevangelisierung, obwohl die kirchliche Situation das geradezu provoziert. Die deutschen Bischöfe wurden bei ihrem Ad-Limina-Besuch 2015 in Rom von Papst Franziskus dazu aufgerufen. 0023

Hilflos und am Problem vorbei liest sich die Stellungnahme des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz: „Die Statistik 2015 zeigt, dass die Kirche in Deutschland nach wie vor eine starke Kraft ist, deren Botschaft gehört und angenommen wird“ (Pressemitteilung der Dt. Bischofskonferenz, 15.7.2016).

Zeigt sich die „gehörte und angenommene Botschaft“ in der Massenabtreibung, im Parlamentsbeschluss zum assistierten Suizid, in der Gentechnologie mit den neuen Richtlinien zur schulischen Sexualerziehung, in der Gentechnologie etc. ?

Weiter heißt es in dieser Erklärung: „Auf der Grundlage dieser Statistik werden wir unseren pastoralen Einsatz weiter entwickeln. Dazu ist bereits viel in den Bistümern geschehen. Ich denke auch an den im vergangenen Jahr abgeschlossenen Dialogprozess, der zur inneren Erneuerung der Kirche beigetragen hat“.

An diesem Dialogprozess haben jeweils auch zwei Vertreter des „Forums Deutscher Katholiken“ teilgenommen. Von einer „inneren Erneuerung“ kann danach nicht die Rede sein. Der „Fels“ hat darüber berichtet.

Vielleicht wäre es hilfreich, wenn die Verantwortlichen in der katholischen Kirche in Deutschland einmal den Mut hätten, entscheidende Fragen zu stellen, z.B. wollen die Menschen von heute noch erlöst werden? Erklärt sich die fehlende Zahl der Katholiken vor den Beichtstühlen nicht dadurch, dass ihnen das Sündenbewusstsein abhandengekommen ist?

Wenn dem so ist, wozu brauchen die Menschen dann noch die Kirche? Soziale Einrichtungen der Kirche können auch andere Institutionen wahrnehmen. Die Antwort auf diese Fragen könnte evtl. zu den Ersatzgöttern dieser Welt führen und zur Frage, ob sie die Erwartungen der Menschen befriedigen können.

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS


Warum beurteilen Kirchenvertreter und die westliche Welt den Islam so unrealistisch?

Von Prälat Dr. Wilhelm Imkampbc9b165a98

Vor kurzem gab es von eminenter Stelle im deutschen Katholizismus den Hinweis auf die Menschenrechte, die auch Terroristen zukämen. Vor allen Menschenrechten haben die Täter ein Recht darauf, ernst genommen zu werden!

Die Vertreter des Säkularisierungsdogmas vom mehr oder weniger unaufhaltsamen Absterben der Religion tun sich schwer mit Tätern, die aus einem Glaubensmotiv heraus handeln. Deshalb werden diese Täter zuerst einmal als Einzeltäter wahrgenommen, die zeigten, wie schwach der „Islamische Staat“ geworden sei.

Dieser Erklärung wird dann eine Pathologisierung der Einzeltäter nachgeschoben: sie sind krank, gestört, milieugeschädigt, vom Opa geschlagen, in der Schule gemobbt oder was auch immer, nur die Religion, die hat keine Rolle bei der Tat gespielt. Vertreter der Kirche fühlen sich im nachkonziliaren Dialogoptimismus ebenfalls nachhaltig gestört.

In einer Art naiver abrahamitischer Religionsromantik fragt man mit souveräner Ignoranz erst gar nicht, ob die Gründungsgestalt einer Religion ein Gewaltopfer oder ein Gewaltherrscher ist.

Gewalt im Islam – und ganz anders im Christentum

Der Islam hat mit Mohammed ein wohl eher unbefangeneres Verhältnis zur Gewaltausübung, begründet werden musste immer der Verzicht darauf. Im Christentum musste immer die Gewaltausübung begründet werden.

In dieser Debatte mag auch noch die ästhetisierende Orientromantik des 19. Jahrhunderts nachwirken, samt ihren schwülen Haremsidyllen, wie sie gerade französische Maler so üppig ins Bild gesetzt haben. (…)

Wenn schließlich sogar der Verweis auf die Ermordung von Schwiegermüttern durch Christen erkenntnisleitend sein sollte, dann wird man darauf verweisen müssen, das mit der von Mohammed erlaubten Vielehe auch die Vervielfachung von Schwiegermüttern gegeben ist und damit eine erheblich höhere Rate von Schwiegermüttermorden…! 

Prälat Dr. Wilhelm Imkamp ist  Direktor von „Maria Vesperbild“, einem kirchlichen Wallfahrtsort in der Diözese Augsburg. 

Erstveröffentlichung und vollständige Fassung dieses Beitrags in „Die Tagespost“ vom 18. August 2016  –  und hier online: http://www.die-tagespost.de/feuilleton/Mein-Tagesposting-Schwiegermuetter-und-Maertyrer;art310,171833

HIER warnt Prälat Imkamp vor Personenkult in der Kirche: https://charismatismus.wordpress.com/2013/03/27/wallfahrtsdirektor-imkamp-warnt-vor-personenkult-in-der-kirche-das-amt-ist-wichtiger-als-die-person/