Regensburg: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen einen kath. Priester ein

Oberstaatsanwalt: „Kein ausreichender Tatverdacht“

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat die Ermittlungen gegen einen Priester aus dem Landkreis Regensburg wegen des gegen ihn erhobenen Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Kindern eingestellt, da sich die Anschuldigungen des Anzeigeerstatters nach der Durchführung intensiver Ermittlungen nicht bestätigt haben.

Ende Juli 2019 hatte der Anzeigeerstatter in einer Mitteilung gegenüber dem Bistum Regensburg sinngemäß behauptet, dass er im Kindesalter von dem Priester sexuell missbraucht worden sei.

Aufgrund der vom Bistum Regensburg daraufhin unverzüglich erstatteten Anzeige hat die Staatsanwaltschaft Regensburg gemeinsam mit der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg umfangreiche Ermittlungen zur Aufklärung der Vorwürfe durchgeführt.

Insbesondere wurden zahlreiche Zeugen vernommen. Diese konnten jedoch den vom Anzeigeerstatter geschilderten Sachverhalt, insbesondere zum Rahmengeschehen und Kontext der angeblichen Missbrauchshandlungen, nicht bestätigen.

Es ergaben sich damit erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der erhobenen Anschuldigungen, sodass ein hinreichend konkreter Tatverdacht gegen den beschuldigten Priester nicht vorliegt und das Ermittlungsverfahren gegen ihn deshalb einzustellen war.

gez. Oberstaatsanwalt Dr. Markus Pfaller

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/ermittlungen-gegen-priester-wegen-des-vorwurfs-des-sexuellen-missbrauchs-eingestellt-6953/


Synodaler Weg: Bischof Hendriks erinnert besorgt an das holländische „Pastoralkonzil“

Von Dr. iur. can. Gero P. Weishaupt

Der Koadjutor des niederländischen Bistums Haarlem-Amsterdam, Bischof Dr. Jan Hendriks, sieht eine Ähnlichkeit zwischen dem „Synodalen Weg“ der Kirche in Deutschland und dem „Pastoralkonzil“, das Anfang der 70er Jahre in den Niederlanden abgehalten worden ist.

Das schreibt er in seinem lateinischen Beitrag  der Seite „Quid Novi“ auf seiner Homepage „Arsacal“:

„Es sind dieselben Vorschläge, dieselben Argumente“, stellt Monsignore Hendriks fest, der das niederländische Pastoralkonzil als Schüler eines „kleinen Seminars“  miterlebt hat.

Über viele Jahre habe man in den Niederlanden als Folge dieses „Pastoralkonzils“ innerkirchlich eine Zeit der Uneinigkeit und Spaltungen erlebt, erinnert sich Msgr. Hendriks schmerzlich.  „Die Glaubensfreude, welche Einheit und Gemeinschaft schafft, hat lange gefehlt.“

Die Gläubigen hätten kaum ein Fundament des Glaubens gefunden.

Im Zuge jenes “Pastoralkonzils”, dem mehrheitlich Laien und wenige Kleriker als Mitglieder angehört hätten, habe man immer mehr über den katholischen Glauben und über Fragen der kirchlichen Disziplin diskutiert, was der Einheit und der Gemeinschaft der Kirche sehr geschadet habe. 

Themen wie die Struktur der Kirche, Zölibat, Sexualmoral und Ökumenismus hätten damals auch auf der Agenda gestanden.

Ihm habe damals  –  so Bischof Hendriks  –  auf dem Pastoralkonzil der Geist der Anbetung, die Anrufung des Heiligen Geistes, der Geist des Gebetes und die Feier der heiligen Eucharistie gefehlt.

Das niederländische „Pastoralkonzil“ sei vielmehr politisch und weltlich geprägt gewesen.

Zum Schluss schreibt Msgr. Dr. Jan Hendriks:

„Ich hoffe und bete, dass der Synodale Weg der Kirche Deutschlands für die Einheit, die Liebe und die Gemeinschaft segenreich ist. Mögen alle Spaltungen vermieden werden. Mögen alle dazu angespornt werden, dass sie Jesus Christus und seinem Evangelium folgen, nicht der Welt.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.kathnews.de/der-synodale-weg-erinnert-an-das-pastoralkonzil-in-den-niederlanden


Libanon: Kath. Kirchenleitung verkauft Autos für Gratis-Unterricht zugunsten armer Schüler

An den Schulen, die sich in Trägerschaft der maronitischen Erzdiözese Beirut befinden, werde kein Schüler vom Unterricht ausgeschlossen, auch wenn seine Familie das Schulgeld nicht bezahlen könne. Dies betont Erzbischof Boulos Abdel Sater, der das Erzbistum seit Juni dieses Jahres leitet.

Die schwierige wirtschaftliche Situation und die höheren Verwaltungskosten, die mit der Erhöhung der Gehälter von Lehrern und Mitarbeitern verbunden sind, verschärfen die Krise der libanesisch-katholischen Schulen von Jahr zu Jahr.

Viele Familien sind nicht mehr in der Lage, das monatlichen Schulgeld zu zahlen, um ihren Kindern eine angemessene Bildung zu gewährleisten.

Vor diesem Hintergrund hat das Erzbistum angeordnet, dass die kirchlichen Schulen den Unterricht für alle bereits eingeschriebenen Schüler garantieren, auch wenn die Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können.

Die Erzdiözese will nach Lösungen und Wegen suchen, um Schulen zu helfen, die Engpässe nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Deshalb entschied Erzbischofs Sater, seinen alten Wagen weiterhin zu verwenden und die teuersten Autos, die der Erzdiözese zur Verfügung stehen, in der Fahrzeugflotte zu verkaufen, um damit die finanziellen Engpässe zu bewältigen.

Quelle: Fidesdienst


Wutentbrannter FAZ-Artikel von Deckers zum Streit um den „synodalen Prozess“

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Päpstlicher Hinterhalt“  – der schon Schlimmes ahnen läßt  – veröffentlichte Daniel Deckers vor zwei Tagen in FAZ-online einen Rundumschlag, der für eine seriös und hochwertig sein wollende Qualitätszeitung wie die „Frankfurter Allgemeine“ reichlich aus dem Rahmen fällt: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kommentar-paepstlicher-hinterhalt-16383290.html

Der Redakteur – seines Zeichens Ressortleiter und seit langem zuständig für „Kirchenthemen“ –  bewegt sich mit seinem heftigen Kommentar in der Nähe von Verschwörungstheorien, zumindest betreibt er Polemik und Panikmache.

Der Autor hat bereits vor Jahren in der Causa Tebartz van Elst unermüdlich die kirchenfeindliche Trommel geschlagen, was damals zu Kritik und Abo-Kündigungen katholischer Leser führte. Nun ist Deckers noch mehr in seinem Element und hat diesmal keinen Geringeren als Papst Franziskus zum Prügelknaben erkoren.

Nun kann man durchaus nachvollziehen, daß für manche Zeitgenossen mit dem neuen Pontifex einige Hoffnungen auf „Reformen“ verbunden waren. Nicht immer hat sich der Papst – gelinde gesagt – klar geäußert, bisweilen mag er durch spontane Bemerkungen in manchen Köpfen geradezu euphorische Erwartungen begünstigt haben, als könne nun die Kirche komplett im Sinne des Zeitgeistes umgekrempelt werden, was nicht ohne Grund zu Besorgnissen vieler kirchentreuer Katholiken führte – bis hinauf zum berechtigten Stirnrunzeln von Kardinälen.

Allerdingst schießt Deckers mit seinem jüngsten Kommentar selbst für „reformkatholische“ Verhältnisse weit übers Ziel hinaus. Gleich eingangs legt er ungebremst los:

„Erst macht der Papst den Bischöfen Mut, einen Reformprozess anzustoßen. Doch als die ihn beim Wort nehmen, erklärt er sie für inkompetent und unzurechnungsfähig. Das ist einfach irre.“

In Wirklichkeit hat der Papst den deutschen Oberhirten kein einziges Mal „Mut gemacht“, hierzulande – ohne seine Genehmigung!  – ein (Partikular-)Konzil anzustreben, das sich noch dazu mit weltkirchlichen Themen beschäftigen und hierzu „verbindliche“ (!) Beschlüsse fassen soll.

Ein solche Version einer „Synode“ geht weit über die kirchenrechtliche sowie theologische Kompetenz und Autorität von Bischöfen hinaus, denn diese bilden keine eigene Sonderkirche (auch keine „deutsche Nationalkirche“), sondern sind Teil der katholischen Weltkirche und sollen sich mit dem römischen Lehramt verbunden fühlen, statt es zu ignorieren.

Wenn Deckers zudem schreibt, die Bischofskonferenzen seien „Organe mit einer gewissen authentischen Lehrautorität“, dann irrt er sich durchaus. Papst Benedikt hat oft genug darauf hingewiesen, daß genau dies nicht der Fall ist.

Eine  authentische (allerdings nicht unbeschränkte) „Lehrautorität“ besitzt zwar der einzelne Oberhirte für sein Bistum, aber nicht etwa die Bischofskonferenz als „Organ“, denn diese ist nicht „göttlichen Rechts“ (im Unterschied zum Bischofsamt). Schließlich existierte die katholische Kirche seit der apostolischen Zeit nie ohne Bischöfe, aber sehr wohl größtenteils ohne Bischofskonferenzen.

Im weiteren Verlauf seines Rundumschlags wirft der wutentbrannte Autor dem Papst „und seinen  Büchsenspannern im Vatikan“ vor, deutschen Bischöfen und Laien „in einer Weise in den Rücken“ zu fallen, welche die „gewöhnliche Vorstellungskraft übersteigt“; der Pontifex habe gar die deutschen Bischöfe „in den Hinterhalt gelockt“.

Wenn Deckers dachte und hoffte, der Papst sei wegen einiger reformerisch-klingender Aussagen gleich ganz zum Progressismus übergelaufen, dann befand er sich auf einer rosa Wolke – und er sollte besser in sich gehen, statt außer sich zu geraten.

„Einfach irre“ ist hier jedenfalls nicht Franziskus, sondern dieser zornige Kommentar in der FAZ.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Synodaler Sonderweg: Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“ zur Schelte des Vatikan

Der Synodale „Reformprozess“ mit dem irrigen Verständnis, die Kirche sei eine quasidemokratische Institution, aber nicht die Stiftung Jesu Christi, in der sein Wort und die Lehre seiner Kirche gelten, ist zurecht durch die Intervention der Bischofskongregation in Rom mit Kurienkardinal Quellet korrigiert worden.

In der Vorbereitung des „Synodalen Weges“ wurde zudem außer Acht gelassen, dass die Inhalte der vier Hauptforderungen die Kompetenzen der Ortskirche übertreffen, weil sie die Weltkirche betreffen:

Frauen den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern gewähren, den Pflichtzölibat abschaffen, in der kirchlichen Sexualmoral die vielfältigen Lebensformen positiv anerkennen.

Die eigentlichen Probleme der deutschen Ortskirche, der Glaubensverlust und die Notwendigkeit von Evangelisierung und Katechese, fehlen auf der Agenda des „Synodalen Prozesses“.
Die mahnenden Worte von Papst Franziskus und seine Hinweise auf die Defizite wurden mit „Ermutigung“ quittiert.

Der penetrante Versuch, die sexuellen Missbrauchsfälle zu instrumentalisieren, um eine „andere Kirche“ zu schaffen, ist demaskiert.
Wir brauchen in Deutschland keine „Zweite Reformation“, sondern die Umkehr zu Gott und zur Lehre der Kirche!

Das „Forum deutscher Katholiken“ dankt den Bischöfen, insbesondere Erzbischof Woelki und Bischof Voderholzer, dass sie in dieser schwierigen Situation immer wieder den Glauben der Kirche in Erinnerung rufen.

Prof. Dr. Hubert Gindert , Vorsitzender des „Forums Deutscher Katholiken“


Wo bleibt die Präsenz des Glaubens in der Welt? Nehmen wir den Auftrag Christi ernst?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Den Platz der Weltchristen zeigt uns die „Dogmatische Konstitution“ des Zweiten Vatikanischen Konzils deutlich auf:

„Den Laien ist der Weltcharakter in besonderer Weise eigen… Die Laien sind besonders dazu berufen, die Kirche an jenen Stellen und in den Verhältnissen anwesend und wirksam zu machen, wo die Kirche nur durch sie Salz der Erde werden kann…“

Der Jugendkatechismus (Youcat) spricht in seinem zweiten Kapitel „Die menschliche Gemeinschaft“ (Ziff 321 ff) über den Beitrag der Laien für die Gesellschaft:

„Ein Christ kann niemals ein reiner Individualist sein, denn der Mensch ist von Natur aus auf Gemeinschaft hin angelegt… Der Einzelne kann sich frei in der Gesellschaft entfalten, wenn das Subsidiaritätsprinzip beachtet wird“.

BILD: Prof. Hubert Ginder leitete den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS

Subsidiarität besagt „was der Einzelne für sich aus eigenen Kräften leisten kann, darf ihm nicht durch eine übergeordnete Instanz abgenommen werden“. Der katholischen Soziallehre geht es darum, den „Masterplan“ Gottes für die Menschen darzulegen.

Warum ist das heute so wichtig?

Jeder kennt das zunehmende Lamento: Christliche Inhalte und Symbole (Kreuze) werden aus Politik, Vereinen, Schulen, öffentlichen Verwaltungen herausgedrängt. Und das stimmt auch!

Warum ist das so? Die Antwort ist einfach: Weil es immer weniger Christen gibt, die ihre Überzeugungen in der Öffentlichkeit präsent setzen.

Das hat neben fehlender Zivilcourage auch mit Unwissenheit zu tun. Hinzu kommt der sich ausbreitende Individualismus, christlich gesprochen, eine schwindende Nächstenliebe. Das erinnert an die Vorhersage Christi… „und weil die Gottlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten“ (Mt 24,12).

Warum war das früher anders?

Ich nenne zwei Gründe: Der höhere religiöse Grundwasserspiegel war auch verbunden mit der Nächstenliebe. Junge Menschen wurden in kirchlichen Gemeinschaften wie Kolping, Katholisches Landvolk, KAB vorbereitet und motiviert, Verantwortung für die Gemeinschaft in Vereinen oder in der Kommunalpolitik zu übernehmen. Es ging dabei um dauerhafte Bindung und nicht nur um Mitarbeit für ein zeitlich begrenztes Projekt.

Wie und wo können heute junge Menschen gewonnen werden, Christentum in der „Welt“ präsent zu machen?

Angesichts eines gesellschaftlichen Umbruchs, der inhumane Züge aufweist, ist das für Christen nicht Kür, sondern eine Pflichtaufgabe.

Wir erleben heute beispielsweise die völlige Gleichstellung aller Formen eheähnlichen Zusammenlebens mit der von der Verfassung geschützten Ehe von Mann und Frau. Wir sind konfrontiert mit Massenabtreibung, mit der Frühsexualisierung in Pflichtschulen, mit der Durchsetzung der Genderideologie, die den Menschen ihre Geschlechteridentität raubt und mit einer tabufreie Forschung an menschlichen Embryonen, mit Leihmutterschaft etc.

Wer kann ein Gegengewicht gegen solche Tendenzen bilden durch Information, aber auch durch gesellschaftspolitische Initiativen?

Manche denken an die neuen geistlichen Gemeinschaften. Bei näherem Hinschauen wird man aber ernüchtert. Ein Blick auf das Programm von zwei bekannten geistlichen Gemeinschaften, die ihre Jahrestreffen absolviert haben und gut besucht waren (rund 1500 Teilnehmer), zeigt, dass die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt werden.

Eine der beiden Gemeinschaften besteht überwiegend aus jungen Familien. Das Programm hatte folgende 13 Veranstaltungen/Workshops. Eines davon beschäftigt sich näher mit der Aufgabe der Weltchristen (Nr. 9).

  1. Projektchor (Lieder)
  2. Sport und genießen
  3. Kunst und Kreativität
  4. Beziehung und Partnerschaft
  5. Meine „schrecklich nette“ Familie
  6. Leben mit dem heiligen Geist
  7. Ruhezone: Gebet, Stille, Meditation
  8. Glauben neu entdecken
  9. Politisch neu denken: Wie kann die politische Auseinandersetzung in Twitter, Shitstorms und sinkenden Hemmschwellen an menschlicher und inhaltlicher Qualität gewinnen. Welche Haltungen zählen, gerade auch im Umgang mit extremen Positionen links und rechts und neuen „starken“ Führern
  10. Abendteuer Alltag: Karriereplanung, Familienmanagement, Trends, Hobby, Weltpolitik
  11. Einfach fair leben: Über alltagstaugliche, umweltbewusste und nachhaltige Möglichkeiten etwas verändern
  12. Mission possible: Aufbau missionarischer Gemeinden/Gemeinschaften
  13. Klassische Austauschgruppen: Was man beim Forum erlebt und entspanntes Kennenlernen

Die zweite Gemeinschaft zählt überwiegend junge Menschen zu ihren Teilnehmern. Das Hauptprogramm des Jahrestreffens gibt einen Überblick über die vier Tage:

Mittwoch: Lobpreis/Talk „Bereit für Neues“/Lobpreis und Rosenkranz/Heilige Messe/Holy Hour – Nachtanbetung

Donnerstag: Lobpreis/Talk „Gottes Ja“/Meet & Speak/Glory Stories/Workshops (14 Uhr bis 16:15 Uhr/ Rosenkranz/Heilige Messe/Talk „Zeichen und Wunder“/Lobpreis Nachtanbetung

Freitag: Lobpreis/Talk „Zuhause beim Vater“/Meet & Speak/ Workshops (14 Uhr bis 16:15 Uhr/Rosenkranz/Heilige Messe/Talk „Was er euch gibt das nehmt – was er euch nimmt das gebt“/Barmherzigkeit Nachtanbetung

Samstag: Talk „Schönheit und Stärke“/Glory Story/Lobpreis und Gebet/Regionalgruppen/Workshops 14 Uhr bis 16:15 Uhr/Rosenkranz/Heilige Messe/Talk „Ja, aber“/eucharistischer Gebetsgottesdienst Nachtanbetung

Sonntag: Lobpreis und Glory Stories/Was er euch sagt, das tut – was er euch tut, das sagt/Heilige Messe/Abschluss (14 Uhr)

Das Programm umfasste an drei Tagen insgesamt 37 Workshops, die jeweils in rund zweieinhalb Stunden abgewickelt wurden. Davon hatten vier einen deutlichen Bezug auf den Weltauftrag der Christen:
„Papst Post“: Wie finde ich zu meiner Berufung und Lebensaufgabe?
„Wann ist ein Mann ein Mann? Über die Rückkehr der starken Männer“.
„Christentum und Islam“
„Fake News und journalistisches Echo: Können wir unseren Medien noch vertrauen. Ein Streifzug durch die Medienwelt. Warum werden Nachricht und Meinung immer stärker vermischt?“ 

Kardinal Walter Brandmüller verdeutlicht in seinem Vortrag vom 21. Juli 2019 „Der Beitrag des Christentums zur Zukunft Europas“ unsere Problematik:

„Sicher ist, dass das Maß des kirchlichen Einflusses auf die sich selbst als säkular verstehende Gesellschaft zunächst von der Zahl der Gläubigen und ihrem sozialen und politischem Gewicht bestimmt wird…

Nun ist auch zu bedenken, dass den Christen von heute und morgen ganz anders als im späten 19. Jahrhundert und in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kein politischer Arm mehr zur Verfügung steht, wie ihn die christlichen Parteien der Vergangenheit geboten hatten.

Hinzu kommt, dass die Medien, die die Öffentlichkeit bestimmen, mit verschwindenden Ausnahmen in Händen sind, die gewiss nicht bereit sind, dem Auftrag der Kirche zu dienen.“

Wann wachen wir also auf und nehmen unseren Weltauftrag wahr?


Lex credendi, lex orandi: Der Glaube kommt nicht vom Schauen, sondern vom Hören!

Von Felizitas Küble

Es gibt zwei verschiedene Vorstellungen davon, der Glaube komme vom „Schauen“, sei also vor allem eine Sache unserer Sinne und des Erlebens, weniger eine Angelegenheit des Verstandes bzw. unseres Willens. 

Eine dieser Varianten des Gefühlschristentums ist die charismatische, die ihren Glauben besonders auf religiös-persönliche Erfahrungen, außergewöhnliche Charismen, Visionen und Erlebnisse aufbaut.

Die zweite, eher konservative Form einer stark gefühlsorientierten, sinnlichen Frömmigkeit ist der traditionelle Ästhetizismus, also das intensive Empfinden für liturgische Schönheit und Erhabenheit, für erhebende Gesänge, erlesene Rituale, festliche Meßgewänder usw.

Keine Frage, daß solche besonders feierlichen und würdig zelebrierten Gottesdienste  – die man vor allem in der überlieferten „alten Messe“ vorfindet – den Glauben stärken und ihm durch einen gewissen Schimmer von „Glanz und Gloria“ das besondere „Etwas“ verleihen können.

Für manche stark kulturell geprägten Menschen war und ist solch eine Herz und  Gefühle ansprechende Liturgie sogar das „Sprungbrett“ für ihre Bekehrung, sie ist dann eine individuelle Brücke zum Glauben.

Gilt also doch der Grundsatz „Lex orandi, lex credendi“?  – Also das Prinzip: Aus dem Gesetz des Betens folgt das Gesetz des Glaubens.

In Einzelfällen ja, auch in dem Sinne, daß das Gebet der Kirche – also die Liturgie – dem Glauben neue Innerlichkeit und Freude ermöglichen kann.

Aber grundlegend für unseren Glauben sind weder außergewöhnliche religiöse Erlebnisse – wie bei der Charismatik – noch besonders erhebende Rituale – wie beim Liturgismus – sondern vielmehr unser bewußtes JA zu den von Gott geoffenbarten Wahrheiten.

Denn der Allmächtige hat sich den Menschen mitgeteilt durch sein Wort, durch die Propheten des Alten Bundes, vor allem durch das menschgewordene WORT (Logos), durch Christus selbst, denn „zuletzt hat GOTT gesprochen durch seinen Sohn“, wie der Hebräerbrief betont.

In diesem Sinne betont der Apostel Paulus: „Der Glaube kommt vom Hören“ (Röm 10,17), er ist also eine Auswirkung der christlichen Verkündigung. Der Völkermissionar fügte hinzu: „Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen“ (2 Kor 5,7).

Somit gilt der Grundsatz: Lex credendi, lex orandi: Aus dem Gesetz des Glaubens folgt das Gesetz des Betens!

Aus dem Glauben der Kirche ergibt sich somit ihr Gottesdienst, ihre Liturgie, ihre amtliche Gottesverehrung. Diese ist nicht Ursache, sondern Ausdrucksform des Glaubens.

Auch die Frömmigkeit des Einzelnen ist eine ANTWORT auf das WORT  –  und seine Ver-ANTWORT-ung besteht darin, dieses Wort in die Tat umzusetzen, denn der Glaube ohne Werke ist tot, wie der Apostel Jakobus schon vor fast zweitausend Jahren einschärfte (vgl. Jak2,4).

Je nach Auslegung und Zusammenhang haben also beide Prinzipien ihre Gültigkeit, wobei jedoch eine übertriebene Ausweitung der liturgischen Sicht („Lex orandi, lex credendi“) zu vermeiden ist.

Auch Papst Pius XII. forderte in seiner 1947 veröffentlichten Enzyklika „Mediator Dei“ eine stärkere Betontung des lex credendi (Gesetz des Glaubens) gegenüber dem lex orandi (Gesetz des Betens, der Liturgie), da „die lehramtlich zu bestimmende Glaubensregel […] auch die Regel des Gottesdienstes zu bestimmen“ hat.

Mit anderen Worten: Aus der Glaubenslehre folgt das Gebet, auch der Gottesdienst und die gesamte Liturgie.