„Endlich zuhause“ – ein bewegender und theologisch informativer Konversionsbericht

Buchbesprechung von Ingo Potthast

Die Schilderungen in dem Buch „Endlich zuhause“ sind zum Teil sehr interessant, vor allem weil sie Einblicke in die Gepflogenheiten von Glaubensgemeinschaften gewähren, die vielen Katholiken unbekannt sein dürften. Erfrischend auch die klaren lehramtstreuen Aussagen von Herrn Jordan, der diese nach seiner Reise durch das „Dickicht der Konfessionen“ in ihrer Klarheit umso mehr zu schätzen weiß. Volker Jordan, Endlich zuhause

Geradezu betroffen macht am Ende sicherlich das Schicksal von Volker Joseph Jordan (1972 – 2013), der nach einer schweren Krebserkrankung schon so früh verstarb. Man fragt sich unwillkürlich: Warum musste dieser junge Mann, der so viele Erfahrungen mit kirchlichen Gemeinschaften/Konfessionen gesammelt hatte und sicher ein treuer Fürsprecher für die katholische Kirche (und hier vor allem für den lehramtstreuen Flügel) hätte werden können, so früh von uns gehen?

Umso erfreulicher ist es, dass uns mit diesem Buch gewissermaßen ein „literarisches Erbe“ von Herrn Jordan geblieben ist. Das Buch könnte durchaus einen wichtigen Einfluss auf die Apologetik im Allgemeinen und auf (angehende) Konvertiten im Speziellen haben. Somit ist „Endlich zuhause“ in jedem Fall ein Gewinn.

Bisweilen ist es jedoch nicht ganz einfach, den Ausführungen von Herrn Jordan zu folgen, weil seine Aussagen oft in komplizierten Satzkonstruktionen verpackt sind – lange Aussagen mit verschachtelten Nebensätzen und Einschüben in Klammern oder Parenthesen… Da muss der eine oder andere Satz erst zweimal gelesen werden, bevor man ihn versteht. In einer möglichen weiteren Auflage wäre es wünschenswert, die langen Mammutsätze in mehrere kürzere Sätze zu unterteilen und einige Passagen etwas „leserfreundlicher“ zu gestalten.

Der Werdegang von Herrn Jordan ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch nicht ganz leicht nachzuvollziehen. Von daher wäre es wünschenswert, dass in der Abfolge der Fragen und Antworten noch viel strikter eine chronologische Abfolge eingehalten worden wäre. Es ist im Laufe des Buches nicht immer ganz klar, in welchem Stadium seiner Entwicklung (was kam vorher, was kam nachher?) und in welchem Zeitraum (Jahreszahlen) man sich gerade befindet; Zwischenüberschriften würden da vielleicht auch helfen.

Volker JordanBeispielsweise wird zum Einstieg erst über sehr viele Seiten hinweg über verschiedenste Aspekte gesprochen und erst viel später, irgendwann in der Mitte des Buches, geht es um seine religiöse Prägung von zu Hause und seine Odyssee durch die verschiedenen Konfessionen und Gemeinschaften. Darauf müsste schon viel früher im Buch eingegangen werden.

Ein wenig enttäuschend ist der Schluss des Buches in seiner jetzigen Form, d. h. den Hauptteil mit dem Interview. Es gibt auf den letzten Seiten einige sehr interessante Passagen über Tod und Leiden, die nicht zuletzt auch durch die persönliche Situation von Herrn Jordan (siehe Foto) und seiner schweren Erkrankung durchaus zu Herzen gehen. Mit den Gedanken zu diesem Thema hätte der Interviewteil des Buches auch schließen sollen.

Stattdessen werden noch zwei Fragen nachgeschoben, die den Eindruck erwecken, als hätten sie nirgendwo anders dazwischen gepasst und seien deshalb ans Ende bugsiert worden. Der Hauptteil des Buches endet dann ganz unspektakulär mit einer ziemlich langen Aufzählung von Autorennamen – und da ist dann Schluss. Das ist etwas unbefriedigend, vor allem, wenn einem diese ganzen Namen überhaupt nichts sagen. In Anbetracht der beiden zuletzt genannten Kritikpunkte würde das Buch also von einer veränderten Anordnung der Fragen und Antworten mit Sicherheit profitieren.

HIER finden Sie über 20 weitere Beiträge und Besprechungen über dieses Buch: https://charismatismus.wordpress.com/category/konvertit-volker-jordan/

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Jordan-Buch: Der innere Werdegang einer einmaligen Persönlichkeit

Buch-Daten: Volker Joseph Jordan. Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche. Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten. Dominus-Verlag, Augsburg 2013. (ISBN 978-3-940879-29-5)  –  352 S., 14,80 €.

Die Leiterin des Christoferuswerks in Münster hat ein sehr lesenswertes Interview über den Weg eines jungen Mannes zum katholischen Glauben in Buch-Form veröffentlicht: „Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche“ von Volker J. Jordan.

Im protestantischen Bereich aufgewachsen, schildert Jordan ausführlich seinen inneren Werdegang. Interessant ist hierbei vor allem die Vielfalt und Zerrissenheit in kleine und kleinste Grupierungen innerhalb des Protestantismus, was sogar mich, der ich in Tübingen katholische Theologie studiert habe, mehrfach in Erstaunen versetzte. Jordan_10-100

Der junge Kirchenhistoriker hat sich in dieser Zerrissenheit immer weniger wohl gefühlt und sich folgerichtig verstärkt jener Einheit zugewandt, welche die katholische Kirche mit dem Papst als ihrem sichtbarem Oberhaupt seit jeher verwirklicht.

Dass dies gewiß kein bequemer Weg war, lässt sich leicht nachvollziehen, denn es gehört Wage-Mut dazu, jene Grundsätze, die in der Kindheit von Eltern und Verwandten  vermittelt worden sind und die zweifellos prägend wirken, immer mehr   –  in einem positiven Sinne  –  zu hinterfragen.

Jordan hat dies stetig und konsequent gewagt  –  und er ist so der vollen Wahrheit immer näher gerückt, jener Wahrheit in Fülle, die von HERRN stammt, der von sich selber sagte, dass er die Wahrheit in Person ist – und die Kirche sein Werk. Das hat der Konvertit Jordan klar erkannt und eingehend begründet.

Leider ist diese sicherlich einmalige Persönlichkeit seinem Krebsleiden erlegen, aber wir dürfen glauben und hoffen, dass er nun diese Wahrheit, die er auf Erden gesucht und gefunden hat, in der Ewigkeit für immer schauen darf.

Unser Autor ist Dipl.-Theologe und wohnt in Bochum.


Warnung vor schwarmgeistigen Irrwegen des Glaubens

Volker J. Jordan berichtet aus seinem Leben und Denken

Der junge Historiker Volker Joseph Jordan (siehe Foto) berichtet in seinem Buch „Endlich zuhause!“ von charismatischen Strömungen in der Christenheit und erläutert seine kritische Haltung hierzu.

Der Konvertit aus Niedersachsen war in seiner evangelischen Phase selber zeitweise in pfingstlichen Kreisen aktiv, löste sich aber allmählich davonimm012_11A - Kopie

 „Meine Zweifel an den charismatisch-pfingstlichen Phänomenen wurden immer stärker. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, daß ich in meiner Zeit in Braunschweig auch „in Zungen“ redete. Diese „Gabe“ „empfing“ ich in einem Mensa-Gebetskreis, in dem eine Griechin speziell dafür betete, wenngleich nicht unter Handauflegung. Später, als ich es als falsch erkannte, distanzierte ich mich selbstverständlich davon und praktizierte es nicht mehr.“ (S.119)

Dabei erwiesen sich klassische protestantische Pfingstgemeinden als relativ gemäßigt im Vergleich zu enthusiastischen Phänomenen in der jüngeren „Charismatischen Bewegung“:

„Die mit dem Torontosegen verbundenen, extrem-ekstatischen Vorgänge traten bei den gemäßigten Pfingstlern nicht auf, man hätte sie auch entschieden abgelehnt. Erst 1994, zwei Jahre, nachdem ich die Pfingstbewegung verlassen hatte, kamen diese Phänomene hierzulande vermehrt  zum Vorschein.

Es gab weder das Rückwärtskippen noch das „Brüllen im Geist“ oder das „Heilige Lachen“, geschweige denn noch schlimmere Entgleisungen, die ich nicht beim Namen nennen möchte. Da war man deutlich nüchterner. Allerdings traten das Zungensingen, das Zungenreden und Weissagungen auf.“ (S.120)

Aus seinem reichen Erfahrungsschatz mit charismatischen Gruppen berichtet Jordan z.B. das folgende Erlebnis:

„Damals gab es in Braunschweig auch ein Frühstückstreffen („Chapter“) der „Geschäftsleute des vollen Evangeliums“. Schon allein der Name wirkt ja nicht gerade vertrauenerweckend.

Dort sprach ein schottischer Prediger; er berichtete von seinen Erlebnissen bei einem katholischen Frauentreffen. Bei diesem sei er vom „Geist“ aufgefordert worden, Purzelbäume zwischen den Stuhlreihen der dort Versammelten zu schlagen – und er rief dabei zum Schluß nur noch aus: „Jucki, Jucki!“  – Seither war er bei uns Mitfahrern  als „Jucki, Jucki“ bekannt.

Nach dem Vortrag wurden alle Teilnehmer mit Krankheiten oder Gebrechen aufgefordert, nach vorne zu kommen und sich vom Redner die Hände auflegen zu lassen. Reihenweise fielen die Menschen nach hinten; das „Ruhen im Geist“ kam dort also häufig vor, wie ich mit eigenen Augen sah.

Jene Baptistin, die bereits erwähnte Tante Hilde, ging ebenfalls nach vorne, hatte sich aber zuvor unter die Deckung des Blutes Jesu gestellt. „Jucki, Jucki“ ging an ihr vorüber und legte ihr nicht die Hände auf. – Ich selbst hatte nach dieser Veranstaltung Depressionen, es ging mir nicht gut.Jordan_10-100

Allerdings sind diese „Geschäftsleute des vollen Evangeliums“ keine klassische pfingstlerische, sondern eher eine neuere charismatische und bewußt „ökumenisch“ ausgerichtete  Gruppierung, in der sowohl Protestanten, Pfingstler wie auch Katholiken mitwirken.

Nach jener Veranstaltung war ich von der Charismatischen Bewegung erst einmal gründlich bedient. Später gehörte ich zwar noch den Pfingstlern an, doch meinte ich, sie seien etwas ganz anderes. Nach einer Weile wurde mir aber deutlich, daß viele Phänomene in beiden Bewegungen praktisch identisch sind, wenngleich konservative, eher von den Anliegen der Heiligungsbewegung geprägte Pfingstler nicht annähernd den gleichen Enthusiasmus an den Tag legen wie die Charismatiker.“ (S.120 – 122)

Die Mahnung der „Berliner Erklärung“

Positiv äußert sich der Konvertit zur „Berliner Erklärung“ von 1909, in der sich evangelikale Persönlichkeiten und Gruppen deutlich von der damals aufkommenden Pfingstbewegung distanzierten:

„In Deutschland hatte die „Berliner Erklärung“ führender Vertreter des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und der Evangelischen Allianz vom 15. September 1909 für eine nachhaltige Klärung und Trennung zwischen Evangelikalen und Pfingstlern gesorgt. Darin hieß es zur Beurteilung der sich als ein „neues Pfingsten“ ausgebenden Bewegung sehr deutlich:

Die sogenannte Pfingstbewegung ist nicht von oben, sondern von unten. Sie hat viele Erscheinungen mit dem Spiritismus gemein. Es wirken in ihr Dämonen, welche, von Satan mit List geleitet, Lüge und Wahrheit vermengen, um die Kinder Gottes zu verführen. In vielen Fällen haben sich die sogenannten  Geistbegabten nachträglich als besessen erwiesen. […]

Der Geist in dieser Bewegung bringt geistige und körperliche Machtwirkungen hervor. Und dennoch ist es ein falscher Geist. Er hat sich als ein solcher entlarvt. Die häßlichen Erscheinungen wie Hinstürzen, Gesichtszuckungen, Zittern, Schreien, widerliches lautes Lachen usw. treten auch diesmal in Versammlungen auf.

Wir lassen dahingestellt, wie viel  davon dämonisch, wie viel hysterisch oder seelisch ist, gottgewirkt sind solche Erscheinungen nicht.“  (S.123)

Katholisch-charismatische Strömungen geben sich zum Teil sehr kirchlich und scheinen sich um ein gemäßigt wirkendes Erscheinungsbild zu bemühen; hierzu stellt Jordan fest:

„Auf den ersten Blick scheinen die gemäßigten Kreise in der Charismatischen Bewegung innerhalb der katholischen Kirche etwas nüchterner und vor allem den Schätzen der katholischen Kirche (Beichte, hl. Kommunion, eucharistische Anbetung) enger verbunden zu sein.

Es bleiben aber erhebliche Bedenken hinsichtlich etlicher Phänomene und möglicher spiritueller sowie theologischer Akzentverlagerungen bestehen.

Was man sich vor allem immer wieder vor Augen führen muß, ist die Tatsache, daß die Charismatische Bewegung aus der PAXPfingstbewegung hervorgegangen ist. Nach dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts mit seinen turbulenten Erweckungsversammlungen und ihren mancherlei Entgleisungen bildeten die Pfingstler ihre eigenen Denominationen und spalteten sich einige Male, blieben aber weitestgehend unter sich, ohne daß ihnen eine größere Breitenwirkung vergönnt gewesen wäre.“ (S.122)

Erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts änderte sich die Situation insofern, als die charismatische Bewegung  – vorher ein rein protestantisches Phänomen  – erstmals Eingang in katholische Kreise fand; hierzu berichtet der Konvertit Jordan folgendes:

„Erst seit den 60er Jahren zielte die von vornherein überkonfessionell ausgerichtete Charismatische Bewegung, angestoßen durch Wegbereiter wie Dr. David du Plessis (1905–1986), der als „Mister Pentecost“ bekannt wurde, nicht mehr auf die Bildung neuer charismatischer Gemeinden ab, sondern auf die Verbreitung charismatischer Lehren, Praktiken und Erfahrungen in den großen Landes- und Volkskirchen.

1936 wurde ihm durch den bekannten britischen Heilungsprediger Smith Wigglesworth (1859–1947) in Johannesburg angekündigt, er werde den pfingstlerischen Impuls weltweit in die traditionellen Kirchen tragen, die von einer Erweckung heimgesucht würden, die alles Dagewesene weit übertreffe.

Seit Anfang der 60er Jahre hatte er Kontakte zur katholischen Kirche und war seit 1964 auf Einladung Augustin Kardinal Beas SJ hin Beobachter bei der dritten Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils. Viele Bischöfe und Theologen seien zu ihm gekommen, und er habe sehen können, wie der Geist Gottes wirke. Später war D. du Plessis federführend im theologischen Dialog der Pfingstbewegung mit der katholischen Kirche aktiv.“  (S. 127/128)

Jordan schildert sodann das breitere Eindringen schwarmgeistiger Tendenzen innerhalb der katholischen Kirche Ende der 60er Jahre:

 „Am 17. Februar 1967 nahm die Charismatische Bewegung innerhalb der katholischen Kirche ihren Anfang an der Duquesne-University in Pittsburgh, wo Studenten charismatische Protestanten gebeten hatten, ihnen die Hände aufzulegen und sie angeblich von der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt wurden, z. T. in Zungen redeten und sangen.

Sodann wurde die „Erweckung“ von Pittsburgh zur befreundeten Universität Notre Dame in South Bend (Indiana) getragen, von wo sie sich sehr schnell in die ganzen Vereinigten Staaten und Kanada ausbreitete.  

VOLKER JORDAN

VOLKER JORDAN

In den darauffolgenden Jahren fanden – mit stetig wachsender Beteiligung von Geistlichen und Bischöfen – mehrere Konferenzen der Charismatischen Erneuerung statt; der 3. Internationale Kongreß der katholisch-charismatischen Bewegung wurde sogar in Rom abgehalten, wobei der belgische Kardinal Suenens mit zwölf Bischöfen und 750 Priestern in Gegenwart Papst Pauls VI. die hl. Messe im Petersdom zelebrierte, ein Ereignis, das als der „erste charismatische Gottesdienst im Petersdom“ in die Geschichte eingehen sollte. Schätzungen zufolge geht man davon aus, daß weltweit rund 90 Millionen Katholiken zur Charismatischen Bewegung zu rechnen sind.“ (S.128/129)

Anfang der 70er Jahre wurden katholisch-charismatische Gruppierungen auch in Deutschland aktiv; hierzu berichtet der Autor:

Auch in Deutschland faßte die Bewegung unter Katholiken seit 1972 Fuß. Hier setzte sich die Bezeichnung „Katholische Charismatische Gemeindeerneuerung“ (CGE) durch. Sie umfaßt heute zahlreiche Gebetskreise, unterschiedliche „neue geistliche Gemeinschaften“ wie die „Gemeinschaft Emmanuel“, die „Gemeinschaft der Seligpreisungen“, die „Gemeinschaft Geist und Sendung“ oder die „Gemeinschaft Neuer Weg“, aber auch mehrere charismatische Evangelisations- und Exerzitienzentren.

Einen weiteren wichtigen Faktor stellen charismatische Heilungsexerzitien dar, die von einzelnen oder mehreren Priestern und/oder Laien gepredigt werden, unter anderem von indischen Priestern aus dem Bundesstaat Kerala.

Von den Charismatikern immer wieder betont wird die ökumenische Komponente ihrer Bewegung; der Frankfurter Jesuit Norbert Baumert stellt in einem Grundsatzartikel heraus, der Heilige Geist sei weder katholisch noch evangelisch noch pfingstlerisch; ebenso wenig dürfe man die Charismatische Erneuerung in der katholischen Kirche losgelöst von der Pfingstbewegung, aus der sie mit dem vielfachen Erleben der Geisttaufe und der Charismen in den 60er Jahren entstanden und hervorgegangen sei, betrachten.

Diese gemeinsame Herkunft von Pfingstbewegung und Charismatischer Bewegung ist m. E. der Schlüssel zu ihrer angemessenen Einschätzung und Beurteilung.“ (S.129/130)

Dabei bietet die katholisch-charismatische Szene selbstverständlich in vielerlei Hinsicht eine andere äußere und lehrmäßige Prägung als jene innerhalb des Protestantismus:

„Natürlich bestehen aus historisch bedingten dogmatischen und konfessionellen Gründen gewaltige Unterschiede z. B. zwischen klassischen Pfingstlern, lutherischen, reformierten und katholischen Charismatikern.

Andererseits stellt man schnell fest, daß die allenthalben bevorzugte, sogenannte Lobpreismusik und die zu beobachtenden, augenfälligen enthusiastischen Phänomene wie Geistestaufen, Zungen- bzw. Sprachenreden und -gesang, Prophetien, „Worte der Erkenntnis“, angebliche Wunder, Heilungs- und Befreiungsdienst mit Dämonenaustreibungen, Zucken oder das „Ruhen im Geist“ in allen Zweigen der pfingstlich-charismatischen Bewegung mit unterschiedlicher Häufigkeit auftreten.

Es ist allem Anschein nach in der Tat ein und derselbe Geist, der hinter den besonderen enthusiastischen Vorgängen in jenen Kreisen steht. Ist dies aber wirklich der Heilige Geist, die dritte Person der heiligen Dreifaltigkeit, der Geist Jesu Christi, oder vielmehr ein Schwarm- bzw. Irrgeist?header_buch

Die vor endzeitlicher Verführung warnenden Worte der Heiligen Schrift, das ausgesprochen negative Urteil führender kirchlicher Experten wie Konrad Algermissen über die Pfingstbewegung, die klaren, besonnenen Einschätzungen der Verfasser der „Berliner Erklärung“ sowie eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit pfingstlich-charismatischen Kreisen unterschiedlicher Konfession lassen mich in dieser wichtigen Frage, in der es sehr auf die richtige „Unterscheidung der Geister“ ankommt, eine äußerst kritische Haltung einnehmen und veranlassen mich dazu, eindringlich vor einem Besuch charismatischer Veranstaltungen auch innerhalb der katholischen Kirche zu warnen, bei dem man sich in irgendeiner Weise für den dort wirksamen „Geist“ öffnet.“ (S.130/131)

Hinsichtlich des Erwartungsdrucks, der auf vielen Charismatikern lastet, die stark auf eine vermeintliche „Geisttaufe“ und äußergewöhnliche religiöse Erlebnisse fixiert sind, schreibt Jordan:

„Das läuft gleichsam auf ein „Zweiklassen-Christentum“ hinaus, das die Geistgetauften und die zwar Wiedergeborenen, aber nicht Geistgetauften umfaßt. Als äußeres Zeichen der Geistestaufe gilt bis heute unter den klassischen Pfingstlern generell das Zungenreden, wobei nicht alle Charismatiker diese Gabe behalten.

Bei Pfingstlern begegnet man dem Phänomen, daß Gläubige jahre- oder gar jahrzehntelang auf ihre „Geistestaufe“ warten und sich bis dahin ein Stück weit als minderwertige Christen vorkommen. Wirksame Abhilfe vermag da im Grunde nur das katholische Verständnis vom Geistempfang in der hl. Taufe und der besonderen Salbung mit dem hl. Geist im Sakrament der hl. Firmung zu verschaffen.“ (S. 137)

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Zeitschrift „Theologisches“ (Mai/Juni 2013)

In „Theologisches“ erschien in derselben Ausgabe diese Besprechung des Jordan-Buches: https://charismatismus.wordpress.com/2013/06/20/das-jordan-buch-bietet-eine-ganz-andere-konversionsgeschichte/


Das Jordan-Buch bietet eine „ganz andere“ Konversionsgeschichte

Rezension von Reinhard Dörner aus der Zeitschrift „Theologisches“ :

Buch-Daten: Volker Joseph Jordan, Endlich zuhause. Mein Weg zur Kirche. Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten. Dominus-Verlag, Augsburg 2013. ISBN 978-3-940879-29-5.  –  352 S., 14,80 €

Dies ist eine ganz andere Konversionsgeschichte als etwa die von Scott Hahn, Erik M. Mørstad oder dem sel. John Henry Card. Newman. Die leicht zu lesende und deshalb einladende äußere Form des Interviews läßt den Leser die geistig-psychologische Entwicklung des Konvertierten nachempfinden – er kann sich in die Gedankenwelt von Volker Jordan hineinversetzen.  Jordan_10-100

Dies ist keine intellektuelle Abhandlung. Wer aber meint, daß dem Inhalt der intellektuelle Anstrich fehlt oder abhanden gekommen ist, unterliegt einem folgenschweren Fehl- oder besser Vorurteil.

Die intellektuelle Bandbreite dieses Autors kommt in dem ausführlichen bibliographischen Anhang in voller Breite zur Geltung: Eigene Veröffentlichungen, hervorragende Übersetzungen korrespondieren mit vertiefenden Literaturempfehlungen, unter denen z.B. apologetische und kontroverstheologische Werke einen breiten Spielraum einnehmen.

Angesichts dieser Empfehlungen ergibt sich sehr eindrucksvoll, welchen Weg des Suchens dieser begnadete Mensch hinter sich bringen mußte, ja mußte, weil er in seiner besonderen Situation ein exemplarisches Schicksal seines Lebens bewältigt hat, das seinesgleichen sucht.

Das Besondere dieses Schicksals ist das nahezu Uferlose des Suchens, das im endgültigen Anschluß an die Kirche doch noch seine Erfüllung fand. Und so heißt der Untertitel zu recht: „Mein Weg zur Kirche“; denn es gibt nur eine Kirche, die Jesus Christus gegründet hat, wie er selbst betont.

Alle mehr oder weniger bekannten kirchlichen Gemeinschaften sind Abspaltungen, eben „mehr als 40.000 christliche Denominationen, die meisten davon protestantisch“ (S. 22), wie er im Gespräch klarstellt, und „die Zersplitterung geht immer noch weiter (S. 24).

Dies ist einer der wichtigen Gründe, die ihn zur Konversion veranlaßt haben, die Unüberschaubarkeit und Uneinheitlichkeit der christlichen Glaubensgemeinschaften, in denen sich eben nicht die Una Sancta darstellt, sondern eine eher „individualistische […] Grundhaltung“ (20). Daher ist für ihn klar: „Es geht nicht an, daß sich eine Gruppe nach der anderen bildet und daß jeder Gründer selbst hierfür der Maßstab ist.“ (56)

Und: „Völlig ausweichen können sie der Tatsache ihrer eigenen Zersplitterung natürlich nicht. Mir wurde erst allmählich klar, daß da etwas nicht stimmen konnte, wenn man einerseits so vehement die ’sichtbare Darstellung der Einheit des Leibes Christi‘ betonte, es aber andererseits derart viele Spaltungen gab.“ (160) imm035_34A

Zu ergänzen ist: „Wenn der Protestantismus zu so vielen so radikal unterschiedlichen Interpretationen und vor allem Gemeindebildungen kommen konnte, dann mußte systemimmanent etwas nicht stimmen.“ (176)  

Und was hat Volker Jordan (siehe Foto) bei der Konversion aufgegeben?: „… lediglich den lutherischen Fiduzialglauben, d.h. die mit Heilsgewißheit verbundene Zuversicht, daß uns Gott um der Verdienste Jesu willen die Sünden verzeiht“. (178)

Die Interviewerin geht sehr geschickt von den vier Grundkennzeichen der Kirche aus: Einheit, Heiligkeit, Katholizität, Apostolizität. Jordan sieht darin „ein Zusammenspiel“(16) für seine Entscheidung zur Konversion, nachdem er eine regelrechte Wanderschaft  –  oder war es eine Irrfahrt?  –  durch ca. 14 christliche Konfessionen mit teilweise Gastmitgliedschaften durchgemacht hatte.

Aber: „Alle […] Gemeinschaften habe ich seinerzeit unter deutlicher Angabe der Gründe aus freien Stücken, ohne Streit und ohne einen drohenden Ausschluß vor Augen, verlassen und damit alle kirchlichen Bande mit ihnen abgebrochen.“ (13)  –  Eine neue Dimension erhielt sein Suchen durch seine erste echte Konversion zum russisch-orthodoxen Glauben und mit ihr „ließ ich den Protestantismus meiner Vergangenheit hinter mir zurück“ (13).

Das ist einleuchtend, denn „eine innerprotestantische weltweite Einheit besteht heute nicht annähernd“. (23)

Seine Suche galt also der „Weite des Katholischen“, dem „Universalen“, dem „Allumfassenden“ (25). Der individualistische Ansatz des Protestantismus, der sich etwa in „Luthers Kernfrage“ manifestiert: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ führt den gläubigen Protestanten eben in eine „Ansammlung von Individuen“ (26), nicht in eine „Heilsanstalt“ (ebd.). In ihr wirken göttliche Kräfte, weil von Jesus selbst bestimmt und so eingesetzt, die Sakramente.

Daher auch konnte Melanchthon seiner Mutter, die im Sterben lag und von ihrem Sohn wissen wollte, an „welche Lehre sie sich halten solle: […] In unserer [Kirche] ist leichter leben, in der katholischen aber ist sicherer sterben. „(40)

Natürlich kamen auf Jordan dann die für alle Konvertiten wichtigen Fragen zu, wie es denn z.B. mit dem Fegefeuer stehe oder mit der Heiligenverehrung etc. Hier zeigt sich die ungeheure Belesenheit dieses Suchers des rechten Glaubens: Von der Hl. Schrift über die Kirchenväter, die Konvertitenliteratur ist ihm alles vertraut, so daß er mit apologetischer Treffsicherheit die ‚Knackpunkte‘ der Unterscheidung darzustellen weiß  –  eine wahre Fundgrube für alle, die sich schwertun, im Streitgespräch mit Andersgläubigen die Kernfragen anzusprechen.

Verständlich, daß es ihm weh tut, feststellen zu müssen, wie wenig gerade die Katholisch-Gläubigen aus der Hl. Schrift und der Lmedia-358103-2ehre der Kirche wissen. Dies ist um so tragischer, als sich gerade in der Kirche die Einheit katholisch  –  weltumfassend  –  offenbart. Diese Einheit gibt es nicht einmal in der Orthodoxie, der dem Katholischen nächsten Konfession; denn „irgendwann sind ihre Patriarchen häretisch geworden, sind sie Irrtümern anheimgefallen – sei es dem Monophysitismus, dem Monotheletismus, sei es dem Nestorianismus“ (57).

Einen wichtigen Aspekt im Interview bildet die Frage nach den beiden Quellen des Glaubens, der Hl. Schrift und der kirchlichen Tradition. Während der Protestantismus die kirchliche Tradition kompromißlos ablehnt, stellt er neben die Hl. Schrift die Bekenntnisschriften, die „allein dem Zweck dienten, die Lehren der Hl. Schrift verbindlich darzulegen“ (60).

Deshalb ist „gerade bei Lutheranern […] der Unterschied zwischen Schrift und Bekenntnis nicht mehr sonderlich groß“ (ebd.). Jordan hat es gelernt und vertritt mit Nachdruck, daß „die Tradition niemals dem Gesamtzeugnis der Hl. Schrift widerspricht“ (61).

Während der protestantische Glaube dem Individualismus zuneigt, kommt es im katholischen Bereich vor, daß man sich seinen „Glauben aus angeblichen Privatoffenbarungen selbst zusammenzimmert“ (86), doch „solche angeblichen Privatoffenbarungen [überlagern] in der Regel den kirchlich geprägten Glauben“ (87).

Hier ist auch die Frage nach Maria, der Mutter Gottes aufzugreifen. Im Protestantismus „identifiziert [man] jegliche Betonung Mariens sofort mit der katholischen Kirche und schweigt daher […] weitgehend von ihr“ (102) oder weist anhand von Schriftstellen nach, daß Maria von „der Sündhaftigkeit aller Menschen“ nicht ausgenommen (ebd.) sei.   borMedia1859801

Obwohl Jordan es nicht ausspricht, sieht er sich vermutlich als besonderes Werkzeug Mariens. Er wurde am 16. Juli 1972 getauft, also am Fest Mariens vom Berge Karmel. Das wußten seine Eltern nicht, und auch er selbst hat es erst womöglich im Zuge seiner Konversion erfahren. (103f.)

Daß Volker Jordan in seinem Glauben ‚gefordert‘ worden ist, man könnte auch sagen, daß sein Glaube auf seine Echtheit hin geprüft wurde, erhellt aus der Tatsache, daß der unheilbar an Krebs Erkrankte bekennt: „Wir können überzeugt sein, daß Gott uns keine größeren Leiden auferlegt, als wir zu tragen vermögen. Das ist auch bisher meine persönliche Erfahrung.“ (106)

Dieses Zeugnis muß so manchen ‚gläubigen‘ Katholiken beschämen, der mit Gott hadert, warum gerade ihn ein schweres Leiden treffe.

Jordan berichtet im Laufe des Interviews über die doch eigentlich christlich geprägte Kindheit, in der sich allerdings schon seine spätere Suche andeutete, weil er bereits mit 15 Jahren vor dem Standesamt seinen Austritt aus der evangelisch-lutherischen Kirche erklärte (108). Doch auch im Stadium der Suche blieb für ihn unausweichlich: „Entweder ist die Bibel ein Märchenbuch, oder sie ist, gemäß ihrem eigenen Selbstzeugnis die Wahrheit, das inspirierte Wort Gottes.“ (112)

Besonders ‚verdächtig‘ kam ihm dann aber doch die Taufformel zur Aufnahme in die Baptistengemeinde vor: „Volker, auf das Bekenntnis Deines Glaubens hin taufe ich Dich in den Tod Jesu.“ (114) 

Die „Christliche Versammlung“ (116), die „Pfingstler“ (118), der „Maranatha-Missionsbund zur Ausbreitung urchristlichen Evangeliums“ (ebd.) bis hin zu ekstatischen Erlebnissen mit dem sogenannten „Torontosegen“ (120) im charismatischen Umfeld z.B. mit „Depressionen“ (121) waren weitere Stationen auf seiner mühevollen Suche nach der allein richtigen Kirche.

Einen wertvollen Beitrag leistet seine Information über die Hintergründe der „Pfingstbewegung“ (123-127). Es wäre ein wichtiger Beitrag zur Klärung der Positionen der katholischen Kirche gegenüber den Charismatikern, wenn alle die dort zitierten Erläuterungen verinnerlichen würden. Außerdem gibt er informative Hinweise auf wichtige Bibelstellen (133f.) zur Widerlegung des Charismatismus.

Die reichhaltige Erfahrung Jordans vermittelt durchaus neue Erkenntnisse, z.B. über den Begriff „Dispensationalismus“ (148). Dieser teilt „die biblische Heilsgeschichte [in eine] Abfolge verschiedener ‚Haushaltungen‘ (Dispensationen) oder Zeitalter“ ein. Manche davon seien für uns gültig, manche nicht (148).

Alle Facetten der unterschiedlichen protestantischen Lehrmeinungen darzustellen, ist im Rahmen einer Rezension nicht möglich – aber in den Erläuterungen des Interviews enorm lesenswert, weil lehrreich: „Es gibt […] Ausdrücke, bei denen es auf jedes Wort ankommt und die anderswo in der Christenheit kaum verstanden werden.“ (161 f.)

„Ob das ursprünglich im Bestreben der Absonderung lag, um sich von anderen zu unterscheiden, möchte ich bezweifeln. Es hat sich aber in der Tat so entwickelt, daß man anderswo gänzlich unbekannte Redewendungen in den eigenen Sprachschatz aufnahm.“ (163)

Wer so reiche Erfahrung mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen gemacht hat, interessiert sich folglich auch für den Umgang mit Andersdenkenden. So stellt Jordan klar, daß sich z.B. der „Hexenaberglaube in reformatorisch geprägten Ländern wesentlich länger“ hielt und „dort deutlich mehr ‚Hexen‘ hingerichtet“ wurden (173). Dies ist das Urteil eines Mannes, der Historie studiert hat.

Bei den reichhaltigen Erfahrungen seiner ‚Pilgerschaft‘ ist es bemerkenswert, daß er die in der orthodoxen Kirche gepflogene „biblisch-patristische Tradition“ (185) hervorhebt, ein Aspekt, der in der katholischen Kirche – leider – weniger bedeutet.

Weiter hebt er den Wert der zölibatären Lebensweise der Priester gegen den verheirateten Status der orthodoxen Priester und „die fehlende dogmatische Übereinstimmung und kirchliche Einheit mit der römisch-katholischen Kirche unter dem Nachfolger Petri“ hervor (186 f.).

Insgesamt verfestigte sich in ihm der Eindruck, „man wolle zwar einen […] Kulturverein pflegen und bewahren, dabei aber auf elementare Merkmale des Kircheseins […] verzichten“ (190).

Einzelelemente des Gesprächs sollen hier nicht weiter erwähnt werden, sind aber z.T. von erheblicher Brisanz und großem Informationswert. Darunter zählen auch Aspekte sozialer und soziologischer bzw. politischer Art, Aspekte, die den konservativen Grundzug Jordans verstehen helfen. Ebenso kommen persönliche Vorlieben oder aber Abneigungen zur Sprache, die schon im übergreifenden Teil des Gesprächs artikuliert wurden, aber in der Singularität der Erläuterung wichtige Ergänzungen bieten.

Volker Joseph Jordan, eine beeindruckende Persönlichkeit!

Als Gesamturteil ist festzuhalten: Ein wertvolles Buch, das ganz aus dem Rahmen üblicher Konvertitenliteratur herausfällt, aber wegen seiner im Interview vollzogenen Information unglaublich wertvoll ist. Selbst schwierige Passagen werden nachgefragt und erklärt, ansonsten ist die Sprache klar, verbindlich, erhellend.

Zum Aufbau wäre nachzutragen: Es hätte dem Interview nicht geschadet, wenn man thematische Einheiten gebildet hätte, was zugegebenermaßen bei einem so umfangreichen Interview nicht einfach gewesen wäre. Hervorzuheben ist die großartige Leistung der diversen Anhänge, dort besonders zu erwähnen das Stichwortverzeichnis, das die fehlende inhaltliche Gliederung voll kompensiert.

Reinhard Dörner ist katholischer Diplom-Theologe und Publizist, Vorsitzender des Kardinal-von-Galen-Kreises und des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen)

Erstveröffentlichung dieser Besprechung in „Theologisches“ (Mai/Juni 2013)

Das Jordan-Buch ENDLICH ZUHAUSE kann beim Augsburger Dominus-Verlag oder bei uns (felizitas.kueble@web.de) bestellt werden.


Der „Gießener Anzeiger“ über das Buch „Endlich zuhause“: Jordans Weg durch das „Dickicht der Konfessionen“

Die Tageszeitung „Gießener Anzeiger“ veröffentlichte am heutigen 12. Juni 2013 eine Rezension ihres Redakteurs Klemens Hogen-Ostlender unter der Überschrift „Absonderung bis in Geheimsprache hinein“.  –  Der Untertitel lautet: „BUCHKRITIK: Endlich zu Hause“ dokumentiert Volker Joseph Jordans Weg durch das „Dickicht der Konfessionen“.

Hier folgt eine vollständige Wiedergabe dieser Besprechung:

„Bekehrungen und Konversionen sind nichts Ungewöhnliches. Die katholische Kirchengemeinde in Leipzig gewinnt in der ostdeutschen Diaspora Jahr für Jahr 150 Gläubige hinzu und baut derzeit mitten in der Stadt eine neue große Propsteikirche.

Auch Volker Joseph Jordan ist Katholik geworden nach einem langen Irrweg durch allerlei lutherische, freikirchliche, pfingstlerische und presbyterianische Gemeinschaften. Volker Jordan, Endlich zuhause

Warum ging er diesen „Streifzug durchs Dickicht der Konfessionen“, wie er es rückblickend nennt? Haben sich denn nicht alle Unterschiede längst in „versöhnter Verschiedenheit“ beim „Brechen des Brotes“ in Wellnessgefühlen aufgelöst?

Jordan hat es anders erfahren. Er gelangte zur Einsicht, dass nur die katholische Kirche die ganze Fülle des Heils, der Sakramente und der Heilsgnaden in sich birgt. Er war nach langen Jahren „Endlich zuhause“. Das ist auch der Titel des Buchs über das umfassende Interview, das die katholische Publizistin Felizitas Küble mit ihm führte.

Schon früh dachte Jordan darüber nach, ob der innerlich zersplitterte Protestantismus der richtige Weg sein könnte. Das fortwährende Entstehen von neuen Vereinigungen, deren Zahl in die Zehntausende geht, erschien ihm als schroffer Gegensatz zum Einheitsgebot Christi. Das einzige verbindende Element aller protestantischen Glaubensrichtungen, die Ablehnung Roms, war ihm eine bloß negative Gemeinsamkeit.

Jordan war kein Wohlfühl-Christ, der von seinem Glauben nur eine schwammige Vorstellung hatte. Er besaß eine ganze theologische Bibliothek und tastete sich Schritt für Schritt an sein Ziel heran. Das geschah auf mühevollen Umwegen.

In der sogenannten Pfingstbewegung entdeckte er Gemeinsamkeiten mit dem Spiritismus. Bei der „Christlichen Versammlung“, deren Mitglieder sich „Brüder“ nennen, erlebte er deren Absonderung bis in eine Art Geheimsprache hinein.

Am zweiten Weihnachtstag 2008 trat Jordan in die katholische Kirche ein. Am 9. Januar 2013 erlag er einer Krebserkrankung. „Endlich zu Hause“ ist sein Vermächtnis für alle Suchenden, das in Übereinstimmung mit der Enzyklika „Ut unum sint“ Johannes Pauls II. in der Erkenntnis gipfelt:

Die von Gott gewollte Einheit kann nur in der gemeinsamen Zustimmung zur Unversehrtheit des Inhalts des geoffenbarten Glaubens Wirklichkeit werden. Was den Glauben betrifft, steht der Kompromiss im Widerspruch zu Gott, der die Wahrheit ist.“

Daten: Volker Joseph Jordan: „Endlich zuhause  –  mein Weg zur Kirche“, Dominus-Verlag, Augsburg 2013, 352 Seiten, 14,80 Euro.


Volker Jordans Interview-Buch bietet ein Kompendium christlicher Konfessionen und ihrer Besonderheiten

Von Ursula Hoffmann

Dieses Buch „Endlich zuhause  –  Mein Weg zur Kirche“ ist geradezu ein Kompendium christlicher Religionsgemeinschaften und Sekten; es vermittelt eine umfangreiche Kenntnis der vielen verschiedenen Religionsgruppen und deren Besonderheiten.

Über Volker Jordans Glaubensweg steht das Augustinus-Wort: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir. „ –  Der Autor ist ein radikaler Gott-Sucher, der sich nicht mit Teil-Wahrheiten zufrieden gibt. Volker Jordan, Endlich zuhause

Auf seinem ernsthaften Glaubensweg entdeckt er in den verschiedenen Gruppen Samenkörner der Wahrheit. Trotz freundlich-sympathischer Aufnahme durch die Mitglieder ist sein Herz und sein Verstand ganz wach  – und er erkennt jeweils die Defizite und Widersprüche.

Staunenswert ist Jordans profunde Bibelkenntnis und sein lebenslanges Studium des „Wortes des lebendigen Gottes“ in der Hl. Schrift. Daß sein unermüdliches Bemühen um die Fülle der Wahrheit seine stattliche Bibliothek anwachsen ließ, wird besonders eindrucksvoll sichtbar an seinem Erwerb und Studium eines Werkes von 3200 Seiten (wenngleich er dafür nur 1 Euro bezahlen mußte).

Ihm ging es um dogmatische Klarheit. Wie Volker Jordan (siehe Foto) diese zeitraubende Suche nach der Wahrheit mit dem anspruchsvollen Beruf als Übersetzer von christlichen Sachbüchern verbinden konnte  – und dies bei eingeschränkter Gesundheit  –  zeugt von seiner Konsequenz und diszipliniertem Lebensstil.  imm012_11A - Kopie

Bewegende Ereignisse erzählt er im Gespräch mit Felizitas Küble so natürlich, auch seine Wallfahrt nach Lourdes in der Hoffnung auf Heilung von seinem Krebsleiden.

Wunderbar ist auch die „Wirkung“ der Wunderbaren Medaille, die ihm jemand schenkt, als „Station“ auf dem Weg zur kath. Kirche. Die Begegnung und das Gespräch mit gläubigen Katholiken erweist sich ihm als sehr hilfreich.

Nach vielen Umwegen, die Wege der Erkenntnis sind, ist seine Glaubenssuche in der hl. katholischen und apostolischen Kirche am Ziel. Die Fülle der Sakramente, die Klarheit der Lehre, die mit dem Petrusamt eine göttliche Bestätigung erweist, ist das irdische Zuhause für Volker Jordan geworden.

Sein Sterben mit 40 Jahren ist der Heimgang in die Ewigkeit zur Anschauung des lebendigen Gottes. Der Hl. Geist, der „in die volle Wahrheit einführt“, spricht aus diesem Werk der Gnade.

Dieses wunderbare Buch gehört in die Hand vieler gläubiger und suchender Menschen.

Buchdaten:
Endlich zuhause  –  Mein Weg zur Kirche
Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten
352 Seiten, bebildert, 14,80 €, Dominus-Verlag (Augsburg)
 
Bestellung bei uns oder beim Verlag direkt hier

Zu Jordans Buch „Endlich zuhause“: Odysee einer Suche nach der verlorenen Heimat

Von Uwe C. Lay

Was ich täglich vor Augen habe, das sehe ich nicht mehr. Es ist mir zu vertraut, zu alltäglich, als daß ich es noch wahrnehme. Ja, Menschen verreisen oft nur, um heimgekehrt erst wieder feststellen zu können, daß es Daheim am schönsten ist. Volker Jordan, Endlich zuhause

Volker Joseph Jordan lädt uns nun auch zu einer Fernreise ein, um am Schluß des Buches „Endlich zuhause!“ sagen zu können. Es ist die Odyssee der Suche nach der verlorenen Heimat eines evangelischen Christen.

Es ist aber auch ein von Tragik umflorter Lebensweg eines Menschen, der endlich sein Ziel erreicht, seinen irdischen Lebensweg beenden mußte durch eine schreckliche Krankheit, um nun endgültig seine himmlische Heimat zu finden.

Die uns schon zu vertraute und darum oft uns unkenntlich gewordene Heimat neu sehen zu lernen, dazu lädt uns dies Buch eines Heimkehrers ein!

Langsam, in einzelnen Reiseetappen dem Ziel der Kirche sich nähernd, wird der Reiseweg im Gespräch zwischen Volker Jordan und der Publizistin Felizitas Küble aus Münster nacherzählt und theologisch reflektiert.

Die Reiseetappen: das ergibt dann eine lesenswerte Konfessionskunde des innerprotestantischen Pluralismus an verschiedensten evangelischen Gruppierungen mit ihren jeweiligen besonderen Glaubens-und Frömmigkeitsvorstellungen. Sie werden gesichtet im Lichte der wiedergefundenen Wahrheit und gerade so angemessen differenziert wahrgenommen.

Aber das unruhig suchende Herz kann seine Ruhe nicht in diesen Halbwahrheiten finden. Dies gibt dem Buch eine eigene Dynamik des Suchens und der Ruhe, aus der heraus die Suchbewegung zurückblickend betrachtet wird.

Dies Buch ist eine Kampfansage an eine der verbreitetsten Vorurteile unserer Zeit: daß die Gretchenfrage, wie hältst du es mit der Religion? mit: es ist doch letztendlich gleich-gültig, welcher christlichen Religion ich angehöre, zu beantworten ist. Gott sind sie alle doch gleich-gültig.

Mit Akribie und Sinn fürs Wesentliche, ohne sich in dogmatisch-sophistische Spitzfindigkeiten zu verlieren, konzentriert sich das Gespräch auf die wesentlichen Punkte: es ist eben nicht alles gleich.

Von Reiseetappe zu Reiseetappe gewinnt so gerade der in der Kirche Beheimatete einen neuen Blick für das Wahre und Schöne der Römisch-Katholischen Kirche, in der allein die ganze Fülle der Wahrheit gegenwärtig ist und jedem Suchenden so der Ort des „Endlich Zuhause“ ist.

Sollte man nicht etwas toleranter urteilen?, mag nun mancher Leser sich fragen. Ist der Weg, den hier Volker Jordan zurückgelegt hat, wohl für ihn der rechte gewesen, so muß er doch nicht für jeden der rechte sein.  –  Es wäre ein gravierendes Mißverständnis dieses Buches, läse man es in diesem Sinne als eine individuelle Wegbeschreibung, auf dem ein Mensch für sich am Ende seine Heimat gefunden habe.

Nein, in dem persönlichen Reiseweg ist etwas Allgemeingültiges eingezeichnet: daß nur in der Römisch-Katholischen Kirche jede Suchbewegung nach der Wahrheit ihre Erfüllung finden kann.

Wie im ganz Persönlichen dies Allgemeingültige aufleuchtet, das macht dieses Dialogbuch so lesenswert.

Der Theologe Uwe Christian Lay ist ebenfalls Konvertit (wie Volker Jordan) und Publizist

Buchdaten:
Endlich zuhause  –  Mein Weg zur Kirche
Felizitas Küble im Gespräch mit einem Konvertiten
352 Seiten, bebildert, 14,80 €, Dominus-Verlag (Augsburg)
 
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