Neuer Abtreibungsstreit in USA: Erzbischof Cordileone will eine Entschuldigung von Pelosi

Von Felizitas Küble

Nancy Pelosi ist eine katholische Demokraten-Abgeordnete des linken Flügels und zugleich Sprecherin des Repräsentantenhauses der USA. Für Provokationen ist sie gerne zu haben, etwa als sie Vizepräsident Mike Pence unlängst aufforderte, Präsident Trump sofort abzusetzen (was dieser natürlich ablehnte, zumal es keinerlei Rechtsgrund hierfür gab).

Schon im Vorjahr gefiel es ihr, als Parlaments-Vorsitzende das Manuskript einer Trump-Rede öffentlich zu zerreißen (siehe Foto). Dergleichen erdreistet sich hierzulande nicht einmal die grüne Claudia Roth gegenüber politischen Gegnern.

Nun hat Frau Pelosi den gerechten Zorn eines hohen katholischen Würdenträgers erregt, nachdem sie katholische Lebensrechtler, die Trump wählten, als „Verräter“ diffamierte. Sie warf ihnen vor, für ihre Anti-Abtreibungs-Agenda „die gesamte Demokratie zu verkaufen und zu verraten“ usw.

Erzbischof Salvatore Cordileone von San Francisco, der Heimatdiözese von Pelosi, sprach jetzt Klartext: „Unser Land ist mit dem Blut der Unschuldigen getränkt, und das muss aufhören.“ – Der Oberhirte forderte Pelosi zu einer Entschuldigung gegenüber den Trump wählenden Lebensrechtlern auf und erklärte am 22.1.2021 wörtlich:

„In der Frage der gleichrangigen Würde des menschlichen Lebens im Mutterleib steht sie in direktem Widerspruch zu einem grundlegenden Menschenrecht, das die katholische Lehre seit 2000 Jahren konsequent vertritt“.

Die von Pelosi propagierte „Entscheidungsfreiheit“ (in puncto Abtreibung) sei in Wirklichkeit „ein Deckmantel für die Aufrechterhaltung einer ganzen Industrie, die von einem der abscheulichsten Übel profitiert, die man sich vorstellen kann.

Quelle für die Zitate: https://de.catholicnewsagency.com/story/kein-katholik-kann-guten-gewissens-fur-abtreibung-sein-cordileone-antwortet-pelosi-7703?


Amerikanische Bischofskonferenz zeigt sich besorgt über Bidens Abtreibungsagenda

Aus der Erklärung der US-Bischofskonferenz zur Amtseinführung Bidens

Meine Gebete gehen heute zu unserem neuen Präsidenten und seiner Familie

Ich bete, dass Gott ihm Weisheit und Mut schenkt, um diese große Nation zu führen und ihm zu helfen, die Herausforderungen dieser Zeit zu bewältigen, die durch diese Pandemie verursachten Wunden zu heilen, unsere intensiven politischen und kulturellen Spaltungen zu lindern und die Menschen zu vereinen – mit einem erneuten Engagement für die Zwecke, die die Gründung der Vereinigten Staaten motivierten, einer Nation unter Gott, die sich für Freiheit und Gleichheit für alle einsetzt.

Wir arbeiten mit allen Präsidenten und allen Kongressen zusammen. In einigen Fragen stehen wir eher auf der Seite der Demokraten, in anderen eher auf der Seite der Republikaner. Unsere Prioritäten sind niemals parteiisch. Wir sind in erster Linie Katholiken und wir versuchen, Jesus Christus treu nachzufolgen und seine Vision von menschlicher Gemeinschaft zu fördern.

Gleichzeitig haben die Bischöfe in den USA als Geistliche die Pflicht, das Evangelium in seiner ganzen Wahrheit und Kraft zu jeder Jahreszeit und außerhalb der Jahreszeit zu verkünden, selbst wenn eine solche Lehre unpraktisch ist oder wenn die Wahrheiten des Evangeliums den Anweisungen des Evangeliums widersprechen Gesellschaft und Kultur im Allgemeinen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass sich unser neuer Präsident verpflichtet hat, bestimmte Richtlinien zu befolgen, die moralische Übel fördern und das Leben und die Würde des Menschen bedrohen, insbesondere in den Bereichen Abtreibung, Empfängnisverhütung, Ehe und Gender.

Für die Bischöfe der Nation bleibt die anhaltende Ungerechtigkeit der Abtreibung die „herausragende Priorität“. Obwohl herausragend bedeutet nicht „einzigartig“. Wir sind zutiefst besorgt über die vielen Bedrohungen für das Leben und die Würde des Menschen in unserer Gesellschaft. Aber wie Papst Franziskus lehrt, können wir nicht schweigen, wenn in unserem Land jährlich fast eine Million ungeborene Menschen durch Abtreibung getötet werden.

Abtreibung ist ein direkter Angriff auf das Leben, der auch die Frau verletzt und die Familie untergräbt. Es ist nicht nur eine Privatsache, es erzeugt problematische Situationen in grundlegenden Aspekten wie Brüderlichkeit, Solidarität und Inklusion in der menschlichen Gemeinschaft. Es ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Wir können die Realität nicht ignorieren, dass die Abtreibungsraten bei Armen und Minderheiten viel höher sind und dass das Verfahren regelmäßig angewendet wird, um Kinder zu eliminieren, die mit Behinderungen geboren würden.

Anstatt weitere Ausweitungen der Abtreibung und Empfängnisverhütung durchzusetzen, wie er angekündigt hat, hoffe ich, dass der neue Präsident und seine Verwaltung mit der Kirche und anderen guten Willens zusammenarbeiten werden. Ich hoffe, dass wir einen Dialog beginnen können, um die komplizierten kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren anzugehen, die Abtreibung motivieren und Familien entmutigen.

Ich hoffe auch, dass wir zusammenarbeiten, um endlich eine kohärente Familienpolitik in diesem Land umzusetzen, die die entscheidende Bedeutung einer starken Ehe und Elternschaft für das Wohlergehen von Kindern und die Stabilität von Gemeinschaften anerkennt. Wenn der Präsident unter voller Achtung der Religionsfreiheit der Kirche an diesem Gespräch teilnehmen würde, wäre dies eine große Hilfe bei der Wiederherstellung des bürgerlichen Gleichgewichts und der Heilung der Bedürfnisse unseres Landes.

Die Forderung von Präsident Biden nach nationaler Versöhnung und Einheit wird auf allen Ebenen begrüßt. Es ist etwas, das dringend benötigt wird, wenn wir uns mit dem Trauma in unserem Land auseinandersetzen, das durch die Coronavirus-Pandemie und die soziale Isolation verursacht wird und die langen und intensiven Spaltungen unter unseren Mitbürgern nur verschärft hat.

Wir stehen alle unter dem wachsamen Auge Gottes, der als einziger die Absichten unseres Herzens beurteilen kann. Ich bete, dass Gott unserem neuen Präsidenten und uns allen die Gnade gibt, das Gemeinwohl mit aller Aufrichtigkeit zu suchen. 

Ich vertraue all unsere Hoffnungen und Ängste in diesem neuen Moment dem milden Herzen der hl. Jungfrau Maria an, der Mutter Christi und Patronin dieser außergewöhnlichen Nation. Möge sie uns auf den Wegen des Friedens führen und uns die Weisheit und Gnade eines wahren Patriotismus und der Liebe zum Land erflehen.

Original-Quelle der US-amerikanischen Bischofskonferenz für diese Erklärung (englisch-sprachig): https://www.usccb.org/es/news/2021/comunicado-del-presidente-de-la-usccb-arzobispo-jose-gomez-sobre-la-toma-de-posesion-de


Präsident Trump bekräftigte den 22. Januar als „Nationalen Tag für das Leben“

Zwei Tage vor dem Ende seiner Amtszeit, am Montag (18.1.), erklärte Präsident Donald Trump erneut in kämpferischer Weise seinen Standpunkt gegen Abtreibung – im Unterschied dazu ist der neue

Präsident Joe Biden ein Befürworter der Abtreibungsfreiheit – und noch stärker gilt dies für seine Vizepräsidentin Kamala Harris.

Am selben Tag – dem 18. Januar – hatte Trump angeordnet, daß die Initiatorin des March of Life (Marsch für das Leben) mit einer Gedenk-Statue in den „Garten der amerikanischen Helden“ aufgenommen wird. (Näheres siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2021/01/20/kurz-vor-amtsende-ehrte-prasident-trump-zwei-katholiken-als-helden-amerikas/)

Das US-Staatsoberhaupt bekräftigte den 22. Januar erneut als „Nationalen Tag der Heiligkeit menschlichen Lebens“. Er kritisierte das Grundsatzurteil „Roe vs. Wade“, womit der Supreme Court 1973 die straffreie Abtreibung erlaubte. Diese verhängnisvolle Gerichtsentscheidung habe in den USA „50 Millionen unschuldiger Leben getötet“.

Slogan: „GERECHTIGKEIT für die UNGEBORENEN“

In der vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung sagte Trump wörtlich: „Ob geboren oder ungeboren, jung oder alt, gesund oder krank: Jede Person ist nach dem heiligen Abbild Gottes geschaffen.“ Zugleich würdigte er die Lebensrechtsbewegung und die „Pioniere des Lebensschutzes“, denen es zu verdanken sei, daß Amerikas „Bewußtsein“ für den Respekt vor dem Lebensrecht wachse. 

Die Einführung eines Gedenktags für das Leben geht zurück auf den konservativen republikanischen Präsidenten Ronald Reagan, der 1984 dafür den 22. Januar ausgerufen hatte. Erst Präsident Trump hat dieses Datum aber wieder nachdrücklich in Erinnerung gerufen.


Die CDL erwartet vom neuen CDU-Chef klare Positionen zum Lebensschutz

Zur Wahl von Armin Laschet als CDU-Bundesvorsitzenden erklärt Mechthild Löhr (siehe Foto), die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL):

„Die Christdemokraten für das Leben CDL gratulieren dem neu gewählten Bundesvorsitzenden der CDU, Armin Laschet, zu seiner Wahl. Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl im Herbst ist es besonders wichtig, dass es dem neuen Vorsitzenden gelingt, die unterschiedlichen Strömungen in der Union wieder kooperativ zusammenzuführen und den gegenseitigen Respekt und die Achtung unterschiedlicher Positionen zu fördern.

Gerade konservative Mitglieder und Wähler der Union  fühlten sich in der Vergangenheit in ihrer eigenen Partei thematisch immer weniger vertreten.

Wichtige Aufgaben wie Umwelt und Klimaschutz, die auch in der Landespolitik in NRW beim neuen Vorsitzen eine große Rolle spielen, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Union insbesondere in den herausfordernden Fragen der Bioethik und des Lebensschutzes ihren Mitgliedern und Wählern eine entschlossene und klare Positionierung schuldet.

Zugleich warnt die CDL-Vorsitzende, dass die Suche nach Konsens auch Grenzen haben müsste. Konsens in ethischen Fragen bedeute oft die Abkehr von grundsätzlichen Werten. Als ein Beispiel nannte Mechthild Löhr die politischen Entscheidungen der Vergangenheit rund um den Schwangerschaftskonflikt.

Hier bedeutet der politische „Konsens“ bis heute einen völlig unzureichenden Schutz des Lebens ungeborener Menschen und weiterhin hohe Abtreibungszahlen. Die CDL erwartet mit Spannung, wie sich Laschet in Fragen des Lebensschutz äußern wird. Bis dato ist der Ministerpräsident von Nordrhein- Westfalen in dieser Frage im Unterschied zum Klimaschutz noch keine deutlich vernehmbare Stimme gewesen.

Bei der Diskussion um die derzeit unbegrenzte Liberalisierung der Suizidbeihilfe in Deutschland, die für viele suizidgefährdete Menschen zu einer bedrohlichen Alternative geworden sei, erhofft sich die CDL, dass der neue Vorsitzende eine klare Position für die Union beziehen wird. Gerade die Themen Abtreibung und Suizidbeihilfe müssen zu den politischen Feldern gehören, auf denen sich der Kurs der CDU unter Laschet von anderen Parteien unterscheidet.

Die CDL freut sich auf einen ersten Austausch mit dem neu gewählten Bundesvorsitzenden über die weitere Stärkung des christdemokratischen Profils der CDU gerade in Grundfragen des Lebensschutzes.“

Internetpräsenz: www.cdl-online.de


Lebensrechtler-Film „Unplanned“ erfolgreich

Der US-Spielfilm «Unplanned» (Ungeplant) zur Abtreibungsproblematik war 2020 in Deutschland der mit Abstand bestverkaufte Film im christlichen Spektrum.

Wie der Verlag Gerth Medien mitteilte, liege die Zahl der in Deutschland bisher verkauften DVDs «deutlich im fünfstelligen Bereich». Auch im säkularen Bereich verkaufe sich der Film «sensationell gut».

Der Film erzählt die wahre Geschichte der heute 40 j. Abby Johnson, die zur Leiterin einer Abtreibungsklinik aufstieg. Im Herbst 2009 assistierte sie bei einer Abtreibung und sah auf dem Ultraschallbild, wie ein 13 Wochen altes Baby um sein Leben kämpfte, abgesaugt und zerstückelt wurde. Daraufhin kündigte sie und wurde zur Lebensrechtlerin.

Trotz heftiger Kritik in den Medien und Bombendrohungen von links blieb «Unplanned» auch in den USA ein Erfolg und spielte an den Kinokassen rund 20 Millionen Dollar ein.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.jesus.ch/magazin/kultur/film/385006-unplanned_in_deutschland_verkaufsschlager.html


USA: Führender Lebensrechtler Ruse befürchtet Abtreibungs-Tsunami mit Biden

Austin Ruse ist ein katholischer Publizist aus den USA. Der mehrfach mit Auszeichnungen gewürdigte Lebensrechtler leitet die „C-Fam“ aus New York, eine Zentrale für Familie und Menschenrechte.

Die Biden-Administration sieht er sehr kritisch und befürchtet einen „Abtreibungs-Tsunami“, wie er in der heutigen Friday-Fax-Ausgabe (14.1.2021) schreibt:

Ein Abtreibungs-Tsunami wird die Vereinigten Staaten und die Welt mit freundlicher Genehmigung der bald amtseingeführten Biden-Regierung treffen. Biden und Harris verpflichten sich nachweislich, Gesetze und Vorschriften für das Leben zu streichen. Dies wird wahrscheinlich dazu führen, dass die Abtreibung bei der Auslandshilfe unterstützt werden muss.

In einem weiteren Beitrag seiner Online-Zeitschrift heißt es, dass wahrscheinlich alle US-amerikanischen Gesetze und Vorschriften für den Lebensschutz abgeschafft würden, vor allem die Helms-Verordnungen, die es verbieten, Steuergelder in den USA oder im Ausland (Entwicklungshilfe) für Abtreibungsprogramme zu verwenden.

Slogan: „GERECHTIGKEIT für die UNGEBORENEN“

Eine mögliche, aber unwahrscheinliche Hürde sieht der Autor allenfalls im Senat, in dem zwischen Demokraten und Republikanern eine Pattsituation herrscht.

Sollte der Senat aber tatsächlich lebensfeindliche Gesetzesvorhaben blockieren, werde die Biden-Regierung voraussichtlich versuchen, „die bisherigen Gesetze neu zu interpretieren, um in einigen Fällen eine Abtreibung durch neue Verordnungen und interne Richtlinien zu ermöglichen.“

Dieser Plan sei schon unter Obama nachweisbar – und zwar durch die Wikileaks-Hacks von 2016. Was damals noch nicht ohne weiteres durchsetzbar war, werde jetzt erneut angepeilt.

Quelle für die Zitate: https://email.opusfidelis.com/t/ViewEmail/j/395BCBF7782B535D2540EF23F30FEDED/2185C4061EB5359425D77A725F39070E


EKD: Schierlingsbecher statt Rettungsanker

Zur Forderung führender protestantischer Theologen, in kirchlichen Einrichtungen einen professionellen assistierten Suizid zu ermöglichen, sagte Alexandra Linder (siehe Foto), Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht (BVL), in Berlin:

Die Stellungnahme von Vertretern der protestantischen Kirche, darunter auch ein Landesbischof und der Präsident der Diakonie, ist kurz gesagt menschenverachtend. Ja, auch Vertreter von Kirchen sind im Laufe der Geschichte mit vielen Menschen ungerecht umgegangen: mit Menschen, die sich selbst getötet haben, mit ledigen Müttern oder unehelichen Kindern.

Aus dieser „langen Schuldgeschichte“ jedoch die Konsequenz zu ziehen, dass kirchliche Einrichtungen künftig ein besonders sicherer Tötungsort werden wollen, ist der vollkommen falsche Weg. In schlimmsten Zeiten, im Krieg, in Hungersnöten oder Pestepidemien, bot die Kirche Hilfe, Versorgung, Seelsorge, Lebensperspektiven, Beistand.

Menschen in seelischer Not, die gemäß der Suizidforschung durch Schmerzen, fehlenden Beistand und vieles mehr nachweislich überwiegend fremdbestimmt sind, wenn sie über Suizid nachdenken, brauchen genau diesen umfassenden Rettungsanker, mit Sicherheit aber keine kirchliche Einrichtung, die ihnen den, wie es in der Erklärung heißt, „sicheren und nicht qualvollen“ Schierlingsbecher reicht.

Bei der Abtreibung lädt die evangelische Kirche sich aktuell eine neue, große „Schuldgeschichte“ auf.

Was wird sie tun, wenn die Euthanasie, wie sie zum Beispiel in Belgien oder den Niederlanden auch bei Minderjährigen beziehungsweise Neugeborenen zulässig ist, in Deutschland legal wird?

Kirchliche Einrichtungen müssen immer und ausschließlich eine menschenwürdige, sichere Oase sein, in der niemand darüber nachdenkt, Menschen dem Tode zu überlassen oder gar zuzuführen. Der Begriff „Professionalisierung der Selbsttötung“ aus dem Munde von sich christlich nennenden Kirchenvertretern ist paradox und zynisch. 

Sobald man die Selbstbestimmung über alles stellt, auch über das eigene Recht auf Leben oder das Lebensrecht anderer, wird die Legalisierung des assistierten Suizids, der Selektion von Kindern vor der Geburt, der Produktion von gewünschten Kindern oder der Abtreibung einfacher.

Diese Umkehrung der Wertigkeit wird zum Vorteil für die Lauteren und Stärkeren und zum Nachteil für die Selbstbestimmung anderer. Die protestantische Kirche sollte sich die Frage stellen, die sie in anderen Bereichen so gerne stellt: „Was hätte Jesus getan?“

www.bundesverband-lebensrecht.de


CDL-Protest: Forderung evangelischer Kirchenvertreter nach Suizidbeihilfe ist zynisch

Evangelische Theologen und Kirchenvertreter fordern in einer Stellungnahme, dass in diakonischen Einrichtungen der evangelischen Kirche die Suizidbeihilfe von der Kirche übernommen werden solle.

Für die Christdemokraten für das Leben (CDL) nimmt deren Pressesprecherin, Susanne Wenzel (siehe Foto), hierzu Stellung:

Die CDL verurteilt scharf den aktuellen Vorschlag führender evangelischer Theologen, die professionelle Suizidbeihilfe in Einrichtungen der evangelischen Kirche nicht nur zuzulassen und zu begleiten sowie diese sogar darüber hinaus auch selbst anzubieten.

Nach Ansicht der Verfasser dieser ebenso überraschenden wie befremdlichen Stellungnahme müssten kirchliche Einrichtungen Orte sein, in denen Suizid auf „sichere und nicht qualvolle Weise“ vollzogen werden könne. Ferner könne so auch der geschäftsmäßigen Sterbehilfe die Grundlage entzogen werden, die nach dem unseligen Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 26. Februar 2020 in Deutschland erlaubt ist.

Die Forderungen dieser Theologen wirken in vielerlei Hinsicht nahezu zynisch.

Die Verfasser scheinen ihr Ansinnen als ein Zeichen besonderer Barmherzigkeit zu verstehen, ignorieren aber die Gefahr, dass ein solches offenes, dauerhaftes „Suizidangebot“ etwa in Pflegeheimen auch als indirekte Aufforderung verstanden werden könnte, davon auch tatsächlich in belasteten Situationen und aus Lebensmüdigkeit „unkompliziert“ vor Ort Gebrauch zu machen. Dies gilt erst recht dann, wenn das zweifelhafte Geschäft der Suizidhilfevereine quasi als „normale Behandlungsoption“ gleich von Pflegeeinrichtungen selbst als ethisch gleichwertig angeboten würde.

Gerade vor dem Hintergrund der grausamen Vereinsamung alter und kranker Menschen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, die mit den derzeitigen Besuchsverboten besonders hart getroffen werden von Corona-Bestimmungen der Regierung, ist der Vorschlag der Theologen mehr als schockierend.

Vor allem jetzt aufkommende Suizidgedanken und –vorhaben sind im Wesentlichen der fatalen Corona-Situation geschuldet, wie erste Untersuchungen zeigen. Die Antwort darauf kann niemals die Einführung eines Angebotes für Suizidbegleitung und – durchführung in diesen Einrichtungen sein.

Ferner ist es geradezu eine Diffamierung der Kräfte in Pflegeheimen und Krankenhäusern, wenn mit der Stellungnahme der Eindruck erweckt wird, die Menschen würden bisher im Sterben allein gelassen.

Trotz Einsparungen im Gesundheitswesen und immer mehr an den Grenzen der Belastbarkeit arbeitender Pflegekräfte setzen sie sich unermüdlich für die ihnen anvertrauten Menschen ein. International gibt es kaum eine bessere Betreuung Sterbender als in den Pflegeheimen, in der Palliativversorgung und den Hospizen unseres Landes.

Die CDL ist der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) dankbar, dass sie bereits klargestellt hat, dass es sich bei der Stellungnahme der Gruppe um eine Einzelmeinung innerhalb der EKD und nicht um die offizielle Linie der EKD handelt.

Christen begleiten beim Sterben, nicht beim Töten! Es gibt ein gutes Sterben, in dem Patienten nicht allein gelassen werden bis zum Schluss, wie es die zahlreichen Palliativ- und Hospizangebote vorleben.

Es bleibt abzuwarten, wann der Bundestag die durch das Urteil des Bundesverfassungsgericht entstandene gefährliche Gesetzeslücke schließt und ob der Gesetzgeber wirklich in der Lage ist, ein „legislatives Schutzkonzept“, wie von Gesundheitsminister Spahn angekündigt, aufzusetzen, das diesen Namen auch wirklich verdient.

Menschen am Ende ihres Lebens zu töten ist kein sozialer oder medizinischer Fortschritt. Im Gegenteil. Es ist eine Bankrotterklärung der Gesellschaft in ihrem Umgang mit Leid.

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ALfA empört über Vorstoß evang. Theologen

Kirche soll Suizidhelfern keine Konkurrenz machen

Zu Presseberichten über die Forderung hochrangiger Amtsträger der evangelischen Kirche in Deutschland, kirchliche Einrichtungen sollten künftig auch Suizide in ihren Einrichtungen zulassen und begleiten, erklärt die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), Cornelia Kaminski (siehe Foto):

Als überparteiliche und überkonfessionelle Lebensschutzorganisation mit protestantischen Wurzeln ist die Aktion Lebensrecht für Alle verstört und empört über die jüngste Forderung des Vorsitzenden der Kammer für öffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Reiner Anselm, und des Präsidenten des evangelischen Wohlfahrtsverbands Diakonie, Ulrich Lilie.

Sollten EKD und Diakonie tatsächlich begleitete Suizide in von ihnen betriebenen Einrichtungen „anbieten oder zumindest zulassen“, betrieben sie de facto das Geschäft der right-to-die-societies wie des Vereins „Sterbehilfe Deutschland“ und der „Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben“. Das kann unmöglich Ziel der EKD sein. Kirchen sollten Besseres zu tun haben, als Suizidhelfern Konkurrenz machen zu wollen.

Die ALfA teilt wie andere Lebensrechtler auch den Ansatz, gemäß dem das Urteil über Suizidwillige Gott zu überlassen ist, der allein auf den Grund der menschlichen Herzen blicken kann. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass Suizide in kirchlichen Einrichtungen willkommen geheißen und begleitet werden sollten – im Gegenteil.

Wer Suizide auch „nur“ toleriert, bestätigt damit das Urteil, das der Suizident über sein Leben fällt. Ob man sich dessen bewusst ist oder nicht: Suizidhilfe anbieten bedeutet Akzeptanz der subjektiven Sicht des Selbstmordwilligen, der seine aktuelle Lebenssituation für lebensunwert hält. 

Aus Sicht der ALfA ignoriert der Vorstoß der evangelischen Amtsträger zudem zahlreiche wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse der in der Suizidforschung und -prävention tätigen Mediziner und Forscher. Demnach ist Suizidalität nicht nur heilbar, sondern auch hochgradig ansteckend.

Es wäre völlig absurd, wenn die Evangelische Kirche – wie etwa an Weihnachten geschehen – Gottesdienste untersagt, um mit einfachen Mitteln zu verhindernde Ansteckungen mit dem Virus SARS-CoV-2 in ihren Kirchen völlig auszuschließen, sich aber bereitfände, das Suizid-Virus in ihren Einrichtungen durch – ganz anrührend und herzerwärmend – gestaltete Lebensabschiedsfeiern zu verbreiten.

Fakt ist: Suizidale brauchen Hilfe. Alle Anstrengungen müssen sich ausschließlich darauf richten, diese so professionell wie rechtzeitig bereitzustellen und die Lebenssituation der Suizidwilligen zu verbessern. Eine Akzeptanz oder gar Begleitung von Suiziden in kirchlichen Einrichtungen erweist nicht nur suizidalen Menschen einen Bärendienst, sondern macht auch den Suizid salonfähig und begünstigt darüber hinaus schwerwiegende seelische Verletzungen von Mitbewohnern, Angehörigen und Bekannten.“

Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob geboren oder ungeboren, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung. Die ALfA hat mehr als 11.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).


„Ärzte für das Leben“ gegen Suizidbeihilfe in diakonischen Einrichtungen der EKD

Die Organisation „Ärzte für das Leben“ kritisiert den Vorstoß von Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), den ärztlich-assistierten Suizid in kirchlichen Einrichtungen einzuführen.

Am 26. Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgericht zum ersten Mal in der deutschen Geschichte ein „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“ in „jeder Phase der menschlichen Existenz“ als Teil der allgemeinen Persönlichkeitsrechte etabliert.

Ein Hauptargument in diesem Urteil war, dass die restriktive Haltung der Ärzteschaft den Zugang zum assistierten Suizid in vielen Fällen faktisch unmöglich mache, weshalb es nötig sei, Angebote wie die der Sterbevereine zuzulassen.

Nach dem Urteil lässt sich eine Rochade beobachten. Nun heißt es, dass viele Menschen die Einschaltung solcher Vereine „für weniger wünschenswert halten als die Unterstützung durch Ärztinnen und Ärzte, die ihren Patienten vertraut sind“, wie die Professoren Schöne-Seifert und Guttmann aus Münster neulich in einer Stellungnahme im Westfälischen Ärzteblatt argumentiert haben.[1]

Die Befürchtung, dass es am Ende immer Ärzte sein würden, die diese Tätigkeit übernehmen sollten, lässt sich nun durch das Werben des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister und des Präsidenten der Diakonie, Ulrich Lilie, für den ärztlich assistierten Suizid in kirchlich-diakonischen Einrichtungen[2] erneut bestätigen.

Der Linie von Schöne-Seifert und Guttmann folgend, müssten laut dieser Kirchenvertreter kirchliche Einrichtungen Orte sein, in denen Suizid auf „sichere und nicht qualvolle Weise“ vollzogen werden könne. Durch diese „Professionalisierung der Selbsttötung“ könne der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe nämlich die Grundlage entzogen werden.

„Die Sache ist recht einfach“, sagte Prof. Dr. Paul Cullen (siehe Foto), Vorsitzender der „Ärzte für das Leben“ heute in Münster:

„Wir als Ärzte müssen immer auf der Seite des Lebens stehen. Es darf also keine Interaktion zwischen Arzt und Patient mit dem ausdrücklichen Ziel geben, dass der Patient hinterher tot ist. Vielmehr besteht unsere Aufgabe darin, dem Patienten auch in sehr schweren Situationen beizustehen. Keinesfalls dürfen wir vor dieser Aufgabe kapitulieren und versuchen, das Leid zu beenden, indem wir den Leidenden beseitigen. Dieser Weg führt in eine Barbarei, vor der am Ende niemand mehr sicher ist.“

[1] Gutmann T, Schöne-Seifert B. Suizidhilfe als Grundrecht. Suizidhilfe-Verweigerung und ärztliches Ethos. Westfälisches Ärzteblatt 07/2020, 18-19.
[2] Decker D. Evangelische Kirche: Theologen für Sterbehilfe in kirchlichen Einrichtungen, FAZ online, 10. Jan. 2021, https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/theologen-fuer-sterbehilfe-in-kirchlichen-einrichtungen-17138848.html

Quelle: Pressemitteilung der „Ärzte für das Leben“