SPD will Abtreibungsfreiheit bis zum 9. Monat

Von Felizitas Küble

Die SPD hat in der jetzigen Bundestagswahl bei den christlichen Wählern erhebliche Stimmen dazugewonnen, wie Vatikan-News berichtet.

Anscheinend wissen diese Kirchenmitgliedern nicht (oder es ist ihnen egal?), daß die SPD inzwischen für eine vollständige Freigabe der Abtreibung bis zum 9. Monat eintritt, wenngleich sie diese Position etwas verschwommener formuliert als Grüne und Linkspartei.

Das bedeutet einen weiteren radikalfeministischen Linksruck der SPD, die bereits in den 70er Jahren die sog. „Fristenlösung“ (Fristentötung bis zum Ende des 3. Schwangerschaftsmonats) durchzusetzen versuchte.

Nach der Wiedervereinigung gab sie sich mit einer eingeschränkten Version (Straffreiheit nur bei Beratungspflicht) zufrieden, weil eine totale Fristentötung wegen des Bundesverfassungsgerichts nicht möglich war.

Nun hat die SPD in ihr Parteiprogramm geschrieben: „Schwangerschaftkonflikte gehören nicht in das Strafrecht.“ – Damit hat sie das, was Linkspartei und Grüne seit jeher direkt fordern („Abschaffung des §218“), nur etwas gewundener formuliert, doch inhaltlich besteht kein Unterschied. Zudem sollen Abtreibung aus Sicht der Sozialdemokraen zur „Grundversorgung“ (!) gehören. Zudem will die Partei den §219a abschaffen, der Werbung für Abtreibung verbietet.

Eine komplette Streichung des §218, wonach Abtreibung zwar innerhalb der ersten drei Monate straffrei, aber sehr wohl weiter rechtswidrig (!) ist, würde zur Folge haben, daß ungeborene Kinder bis in den 9. Monat hinein bzw. bis vor der Geburt vernichtet werden dürfen.

Mit dem Bundesverfassungsgericht wäre solch eine Forderung zwar ohnehin nicht durchsetzbar (zumal es noch viel weiter geht als die von Karlsruhe abgelehnte Fristentötung), aber mit einer Mehrheit von SPD, Grünen und Linkspartei könnte es eine Mehrheit im Parlament erhalten.

In jedem Fall zeigt der Fall aber, daß die SPD von gläubigen Christen – oder katholisch oder evangelisch – nicht gewählt werden kann, denn hier geht es nicht um Randfragen, sondern um Leben oder Tod und um die Grundlagen des Rechtsstaats.

Es ist natürlich höchst blamabel, daß das Thema Abtreibung im CDU-Programm mit keiner Silbe erwähnt wird – so will sich die Partei mit dem „hohen C“ einfach davonschleichen und jede Festlegung vermeiden.

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CDL gratuliert dem Lebensrechtler Hüppe

Pressemitteilung der Christdemokraten für das Leben (CDL):

Trotz des desaströsen Abschneidens der CDU bei der Bundestagswahl gibt es neben dem großen Schatten auch Licht.

Wir gratulieren unserem stellv. CDL-Bundesvorsitzenden Hubert Hüppe (siehe Foto) ganz herzlich zu seinem Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag.

Hüppe hatte sich u.a. bereits als ehem. Behindertenbeauftragter der Bundesregierung in besonderer Weise für das Lebensrecht aller Menschen eingesetzt und sich als Garant einer Politik erwiesen, die sich am christlichen Menschenbild orientiert.

Die CDL wünscht ihrem Vize-Bundesvorsitzenden alles Gute und immer eine glückliche Hand.

Foto: Felizitas Küble


ALfA veröffentlichte Wahlprüfsteine online

Einige Tage vor der Bundestagswahl veröffentlichte die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) die Wahlprüfsteine der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien zu Fragen, die Lebensrechtlern unter den Nägeln brennen.

Dazu erklärt die Bundesvorsitzende der ALfA, Cornelia Kaminski (siehe Foto) in Augsburg:
„Abtreibung bis zur Geburt? Embryonenschutz? Selektion von Menschen mit Handicap? Wir haben die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien gefragt, wie sie zu Themen stehen, die Lebensrechtlern unter den Nägeln brennen. Und da uns nicht von allen Antworten zu allen Themen vorliegen, haben wir recherchiert, was diese Parteien andernorts haben verlauten lassen.

Das Ergebnis sind hieb- und stichfeste Positionen, die wir auf unserer Homepage veröffentlicht haben und die Interessierte dort (https://www.alfa-ev.de/die-haltung-der-parteien-in-lebensrechtsfragen/) einsehen können.

Wer also wissen will, welche Standpunkte die im Bundestag vertretenen Parteien zu Themen wie Abtreibung als Menschenrecht, Streichung des Werbeverbots für vorgeburtliche Kindstötungen (§ 219a StGB), Verbot von Gehsteigberatungen, Abtreibung im Home Office, nicht-invasive pränatale Tests (NIPT), assistierter Suizid sowie dem Schutz künstlich erzeugter Embryonen, Eizellspende und Leihmutterschaft vertreten, der ist gut beraten, der ALfA-Homepage einen Besuch abzustatten, bevor er in der Wahlkabine sein Kreuz macht.

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Irak: Chaldäischer Patriarch Sako erinnert bei Abtreibungen an Kains Mordtat

Bei der Abtreibung wiederhole sich die Geschichte von Kain, der den ersten „vorsätzlichen Mord“ beging, von dem die Bibel berichtet. Und für die Kirche „hat jedes menschliche Leben, auch das ungeborene, seine Würde und das Recht, geschützt zu werden“.

Dies schreibt der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako in einem Beitrag, in dem er auch den Absatz der Enzyklika „Evangelium Vitae“ zitierte, worin Papst Johannes Paul II. daran erinnert, dass bei einer Abtreibung „ein menschliches Geschöpf getötet wird, das gerade erst dem Leben entgegengeht, das heißt das absolut unschuldigste Wesen, das man sich vorstellen kann: es könnte niemals als Angreifer und schon gar nicht als ungerechter Angreifer angesehen werden! Es ist schwach, wehrlos, so daß es selbst ohne jenes Minimum an Verteidigung ist, wie sie die flehende Kraft der Schreie und des Weinens des Neugeborenen darstellt. Es ist voll und ganz dem Schutz und der Sorge derjenigen anvertraut, die es im Schoß trägt“ (Evangelium vitae, 58).

Dies werfe radikale Fragen über das Geheimnis des Bösen auf, das die Geschichte der Menschheit begleitet. „Die Bibel“, so der irakische Kardinal weiter, „stellt im Buch Genesis fest, dass Hass und Gewalt ein Teil der menschlichen Geschichte sind“.

Das Böse – so lehre der biblische Text – sei nicht durch den Willen Gottes in die Welt gekommen, der den Tod in seinem Schöpfungswerk wollte. Die Türen zu Gewalt und Tod seien vielmehr durch die Undankbarkeit und den Stolz des Menschen geöffnet worden, auch durch die Erbsünde und deren verderbliche Früchte, wie sie sich erstmals in der Ermordung Abels durch seinen Bruder Kain manifestierten.

„Das menschliche Leben ist ein heiliges Geschenk Gottes, und niemand hat das Recht, es wegzunehmen“, so Kardinal Sako weiter. Der Mensch sei aber nicht in der Lage sei, sich selbst zu „vermenschlichen“.

Nur das Heilsgeschehen, das Christus in die Welt gebracht habe, könne den Samen der Vergebung im Herzen der menschlichen Beziehungen sprießen lassen. Ohne das Wunder der Gnade Gottes könne jeder Appell an den Dialog und die Brüderlichkeit leicht in erstickenden Moralismus oder in „Parteinahme“ umschlagen.

Quelle: Fidesdienst


Zur Fortpflanzungsmedizin in Deutschland: Den Embryonenschutz gesetzlich verstärken

Von Prof. Dr. med. Paul Cullen

Heutzutage kann es dazu kommen, daß ein Kind mit nicht weniger als fünf Elternteilen (beide juristische Eltern, der biologische Vater und die biologische Mutter sowie die sog. „Leihmutter“, besser gesagt „Mietmutter“) zur Welt kommt.

Daß eine solche Konstruktion viele ethische, rechtliche, psychologische und gesundheitliche Frag­en aufwirft, liegt auf der Hand. Dennoch wird die Reproduktionsmedizin in der Öffentlichkeit fast aus­nahmslose als „Fortschritt“ und „Errungenschaft“ dargestellt.

Über mögliche negative Fol­gen und Risiken, insbesondere für die betroffenen Kinder, spricht kaum jemand. Über das offen­sicht­liche Potential zur Ausbeutung der „Mietmütter“ genausowenig.

Auch der subtile, aber stets vor­handene und zunehmende Wunsch, das Ungewünschte auszuselektieren und dem Gewünschten auf die Sprünge zu helfen, die schleichenden Neo-Eugenik also, kommt kaum zur Sprache.

Dieses Schweigen überrascht umso mehr vor dem Hintergrund, daß inzwischen jedes 40. Kind in Deutsch­land mithilfe solcher Techniken geboren wird.

Ein wichtiges Bollwerk gegen die Verzweckung von Menschen vor ihrer Geburt war bisher das Embryonenschutzgesetz. In den 30 Jahren seit Inkrafttreten dieses Gesetzes hat die Fortpflanzungsmedizin eine rasante Entwicklung erfahren.

Eine rationale Antwort hier­­auf wäre gewesen, den Embryonenschutz so zu verbessern, daß der menschliche Em­bryo auch vor diesen neuen Techniken geschützt bleibt. Wir erleben aber das Ge­gen­­teil:

So hat die Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) als vielleicht wichtigster wissenschaftlicher Berater der Politik 2019 und 2021 ausführliche Stell­ungnahmen veröffentlicht mit dem Ziel, das Embryonenschutzgesetz so zu entkernen, daß am Ende weder vom Begriff „Embryo“ noch vom Begriff „Schutz“ viel übrig bleibt.

Auf diesem Wege soll das vol­le Spektrum der heutigen Fortpflanzungsmedizin und Embryonen­forschung in Deutschland ermöglicht werden. Wir müssen damit rechnen, daß in der kommenden Legislaturperiode versucht wird, die Vorschläge der Leopoldina gesetzlich umzusetzen.

Dies müssen wir nicht nur verhindern, sondern dafür sorgen, daß der Embryonenschutz gesetzlich verstärkt wird, um auch diese neue Möglichkeiten der Verfügbarmachung von Menschen am Anfang ihrer Existenz abzuwenden.

Unser Gastautor Prof. Dr. Paul Cullen ist Vorsitzender der „Ärzte für das Leben“ und Vorstandsmitglied des BVL (Bundesverband Lebensrecht). Dieser Dachverband organisiert den jährlichen Marsch für das Leben in Berlin: https://www.bundesverband-lebensrecht.de/marsch-fuer-das-leben/


Die Menschenwürde gilt auch für Ungeborene

Von Hartmut Steeb

Wir haben hoffentlich gelernt: Wir müssen das menschliche Leben schützen, besonders die vulnerablen (verletzlichen, gefährdeten) Gruppen von Menschen. Wir dürfen das auch nicht nur dem Staat überlassen. Jeder ist gefordert, mitzuhelfen.

Leider ist inzwischen der Ort, der für Menschen der sicherste sein sollte, zum „gefährlichsten“ geworden. Die Weltgesundheitsorganisation beziffert die Zahl der jährlichen Abtreibungen auf 73 Millionen. Ihr menschliches Leben wird durch einen gewaltsamen Eingriff abrupt beendet.

Wer kann sich die Zahl von 73 Millionen vorstellen? Halten wir uns vor Augen, dass jedes Jahr ca. 60 Millionen Tote zu beklagen sind, also Menschen, die nach ihrer Geburt sterben.

Es sterben weltweit also mehr Menschen unnatürlich vor der Geburt als natürlich und unnatürlich nach ihrer Geburt.

In Deutschland geht das Statistische Bundesamt von etwa 100.000 Abtreibungen jährlich aus. Und da gibt es noch eine beträchtliche Dunkelziffer, zumal es für die Statistik noch nicht einmal eine Plausibilitätskontrolle gibt, also z.B. einen Vergleich mit den über die Kranken- und Sozialkassen abgerechneten Abtreibungen.

Aber auch wenn die Zahl stimmen würde: Den im Jahr 2020 zu begrüßenden 773.000 Geburten stehen dann ca. 13% Schwangerschaften gegenüber, die durch den absichtlich herbei geführten Tod des Kindes beendet wurden.

Auch wenn man Sterbezahlen nicht einfach vergleichen kann und will. Muss die Frage nicht doch erlaubt und gestellt werden, ob die Quantität von Todesfällen nicht doch auch bei der Entschlossenheit berücksichtigt werden muss, mit der sich die Gesellschaft für den Schutz des Lebens einsetzt?

Die Situation der Abtreibung mit den millionenfachen Tötungen weltweit und der hunderttausend-fachen Tötung in Deutschland, Jahr um Jahr, ist der schlimmste Menschenrechtsskandal auf der ganzen Welt.

Keine Bevölkerungsgruppe ist so vulnerabel, wird so massenweise diskriminiert – mit Todesfolgen – wie die ungeborenen Kinder.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen“ (Artikel 1 Grundgesetz). Eine schlimmere Würdeverletzung als das Töten ist schwerlich vorstellbar. Deshalb sind und bleiben wir unterwegs, auch um an diesen Verfassungsauftrag zu erinnern.

Unser Gastautor Hartmut Steeb war jahrzehntelang Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz; er ist Vorsitzender des TCLG (Treffen christlicher Lebensrechts-Gruppen) und stellv. Vorsitzender des BVL (Bundesverband Lebensrecht). Dieser Dachverband organisiert den jährlichen Marsch für das Leben in Berlin: https://www.bundesverband-lebensrecht.de/marsch-fuer-das-leben/


Bundesrat pro Werbeverbot für Abtreibung

Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag eine Initiative der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Hamburg, Thüringen und Bremen zur Streichung des Werbeverbotes für Abtreibungen (§ 219a Strafgesetzbuch – StGB) abgelehnt.

Für die Christdemokraten für das Leben (CDL) erklärt die Bundesvorsitzende, Susanne Wenzel:

„Die links-grünen Abtreibungsbefürworter sind auch mit dem x-ten Versuch gescheitert, das Werbeverbot für Abtreibungen abzuschaffen. Hinter der Initiative der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Hamburg, Thüringen und Bremen stand lediglich eine Minderheit.

Die Mehrheit der Bundesländer hält am Werbeverbot für Abtreibung fest und ist diesem von SPD, Grünen und Linker initiierten Antrag nicht gefolgt. Die CDL begrüßt dieses Votum ausdrücklich.

BILD: Frau Wenzel (Mitte) an einem Infostand der CDL

Der grüne Justizsenator des Landes Berlin, Dr. Dirk Behrendt, hat in seiner Antragsbegründung geradezu vergessen lassen, dass er auch für Antidiskriminierung zuständig ist.

Mehrfach betonte der Senator, dass „radikale Lebensschützer“„sachliche Information“ unmöglich machen würden, indem sie betroffene Frauen auf ihrem Weg in die Abtreibungseinrichtung durch Gehsteigberatungen „belästigen“. Ein Arzt dürfe lediglich noch darüber informieren, dass er Abtreibungen durchführe. Konkrete und sachliche Informationen z. B. über den Ablauf und Abtreibungsmethode seien hingegen nicht mehr möglich.

Dazu ist festzuhalten, dass z. B. die Aussage von Frau Dr. Hänel, der Vorkämpferin für die Abschaffung des § 219 StGB, es würde „Schwangerschaftsgewebe“ bei der Abtreibung entfernt, schlicht falsch und von einer sachlichen Information geradezu Lichtjahre entfernt ist.

Überhaupt ließ der Grünenpolitiker sachliche Aussagen vermissen in seinen Ausführungen, dafür gab es eine Menge Ideologie. So behauptete Herr Behrendt, es ginge bei der Information über „Schwangerschaftsabbrüche“ lediglich darum, über „erlaubtes Verhalten“ zu informieren, da der § 218 StGB Abtreibungen „erlaube“ und diese damit rechtlich ebenso einwandfrei sei „wie eine Herzoperation“, über die schließlich auch informiert werden dürfe.

Das ist jedoch falsch. Der § 218 StGB formuliert lediglich die Bedingungen, unter denen von einer Bestrafung abgesehen wird. Zu einer „erlaubten“ Handlung wird die Abtreibung indes dadurch nicht.

Die Aussagen des Berliner Justizsenators waren lediglich der Versuch, Abtreibung zu einer normalen ärztlichen Dienstleistung wie die Entfernung eines Muttermals oder eben die genannte Herzoperation, umzudefinieren. Eine Abtreibung aber ist nichts anderes als die Tötung eines Menschen und kann schon allein deshalb nie eine „normale“ medizinische Dienstleistung sein. Für den Tötung kann und darf nicht geworben werden.

Erfreulicherweise sehen das auch die Ländervertreter so, wie die deutliche Mehrheit für die Beibehaltung des Werbeverbotes gezeigt hat.

Die links-grünen Parteien betonen fortwährend, dass gerade sie für eine an den Menschenrechten orientierte Politik stehen. Das Recht auf Leben aber gehört offenbar für SPD, Grüne und Linke nicht dazu.“


Starkes Signal: Tausende Teilnehmer beim Marsch für das Leben in Berlin

…….Foto: Axel Nickolaus

Jugendgruppen, Familien, Senioren, Gemeinden, Busgemeinschaften, Gäste aus dem In- und Ausland:

Vor dem Brandenburger Tor, umrahmt von Ständen der Mitgliedsvereine im Bundesverband Lebensrecht, nahmen 4.500 Menschen aller Altersgruppen am Marsch für das Leben teil.

Seit Jahren sind Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft dabei, darunter die Bischöfe Voderholzer aus Regensburg (siehe Foto) und Ipolt aus Görlitz, der Vorsitzende der Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, Vertreter der orthodoxen Kirchen oder Johannes Singhammer (CSU), ehem. Bundestagsvizepräsident.

Viele weitere Persönlichkeiten unterstützen den Marsch durch Grußworte, u.a. Christine Lieberknecht (CDU), frühere Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen.

„Kinder wurden am Weiterleben gehindert.“ – So bezeichnete man in der DDR-Diktatur die Abtreibung. Über die Folgen sprach Helmut Matthies, Journalist und Vorsitzender von IDEA als Auftakt zum einstündigen Podium vor dem Demonstrationszug durch die Stadt.

Wie wichtig eine zugewandte Palliativversorgung ist und wie unmenschlich das Angebot von assistiertem Suizid, verdeutlichte Dr. Eissing von der Hospizbewegung Papenburg.

Die Lebensrechtsbewegung ist jung und kreativ. Sabina Scherer berichtete über ihre Motivation, den Podcast „Zellhaufen“ ins Leben zu rufen, die Jugend für das Leben wächst stetig, u.a. mit Pro-Life-Touren und -Kongressen.

Eine junge Studentin trug einen selbstverfassten, tiefgehenden Poetry Slam aus Sicht eines Kindes vor der Geburt vor.

Und die Lebensrechtsbewegung ist international: So wurde eine Fahne vorgestellt, die mit der pink-blauen Abbildung von kleinen Füßen, schon lange ein Symbol der Lebensrechtsbewegung, Verbreitung findet.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Band Gnadensohn und der blinden Sängerin Bernarda Brunovic begleitet. Im Anschluss an das Podium folgte ein zweistündiger, friedlicher Demonstrationszug durch die Berliner Innenstadt.

Die Botschaft an die Politik: Bei allem, was Sie entscheiden, prüfen Sie, ob diese Entscheidung mit der Menschenwürde jedes Menschen von der Zeugung bis zum Tod vereinbar ist. Mit einem Aufruf, dies auch den eigenen Bundestagskandidaten in Erinnerung zu rufen, und der Einladung zum nächsten Marsch für das Leben am 17.09.2022 endete eine große, mutmachende Veranstaltung.

Ein Mitschnitt kann auf der Facebook-Seite „Bundesverband Lebensrecht e.V.“, bei EWTN und auf YouTube abgerufen werden.

Quelle: Pressemeldung des Bundesverband Lebensrecht e.V.
www.bundesverband-lebensrecht.de


Papst Franziskus: „Abtreibung ist ein Mord“

Laut dem Online-Portal „Vatikan-News“ (dem früheren „Radio Vatikan“) vom 15. September 2021 hat das Oberhaupt der katholischen Kirche sich bei seiner Rückreise aus der Slowakei im Flugzeug gegenüber Journalisten zum Abtreibungsthema geäußert und erklärt, es sei „mehr als ein Problem, es ist ein Mord“ – und fügte hinzu: „Wer eine Abtreibung durchführt, tötet, um es ohne Schönrednerei zu sagen.“

Papst Franziskus führte weiter aus: „Nehmen Sie ein Embryologie-Buch für Medizinstudenten: In der dritten Woche nach der Empfängnis sind alle Organe bereits angelegt … Es ist ein Menschenleben! Es muss respektiert werden, dieses Prinzip ist so klar!“

An jene, die dieses Prinzip anzweifeln, richtete er die rhetorische Frage: „Ist es richtig, ein Menschenleben zu töten, um ein Problem zu lösen? Ist es richtig, einen Auftragskiller anzuheuern, um ein Menschenleben zu töten?“

Die katholische Kirche gehe mit dieser Frage „so hart um“, denn wenn sie Abtreibung nicht ablehnen würde, sei es, „als würde sie den täglichen Mord akzeptieren.“

Quelle und vollständiger Text hier (italienisch): https://www.vaticannews.va/it/papa/news/2021-09/papa-francesco-intervista-volo-di-ritorno-slovacchia.html

Pressebericht hier: https://www.welt.de/vermischtes/article233820134/Mord-Papst-Franziskus-spricht-ueber-Abtreibung.html

Foto: Felizitas Küble


Aktiver Lebensrechtler Walter Schrader aus evang. Landeskirche EKBO ausgetreten

Der evangelische, theologisch konservative Christ Walter Schrader war von 1990 bis 2008 Geschäftsführer von KALEB (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren), einem Lebensrechtsverband, der bereits kurz nach der „Wende“ in den neuen Bundesländern entstanden ist (wobei die Anfänge der Bewegung bis in die „DDR“-Zeit zurückreichen).

Seit Jahrzehnten haben wir gerne und sehr gut mit KALEB zusammengearbeitet, besonders mit Walter Schrader (siehe Foto), der zugleich Mitgründer vom „Marsch für das Leben“ in Berlin ist.

Kürzlich erschien sein Buch „Die KALEB-Geschichte“ mit dem programmatischen Untertitel „Unser Leben – für das Leben“ im Verlag für Kultur und Wissenschaft (VKW) von Prof. Dr. Thomas Schirrmacher.

Der einsatzfreudige Lebensrechtler ist jetzt gemeinsam mit seiner Frau Inge Schrader aus der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) ausgetreten; ihre Motive begründet das Ehepaar in einem Schreiben an den scheidenden Gemeindepfarrer Beyer – einer der Gründe: Der neue Pastor in Karow ist mit einem Mann verheiratet.

Sehr wesentlich für die Entscheidung zum Austritt ist die Haltung der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) und der EKBO zur Abtreibungsfrage, wobei die Frauenversammlung der EKBO sogar soweit ging, eine Abschaffung des §218 zu fordern – und somit die vollständige Abtreibungsfreiheit bis vor der Geburt (wie dies schon seit jeher die Grünen und die Linkspartei verlangen). Das evangelikale Ehepaar Schrader möchte nun in eine theologisch konservative Freikirche eintreten.

Walter Schrader hat uns seinen Austrittsbrief vom 28. August 2021 übermittelt, den wir hier mit seiner freundlichen Erlaubnis im vollen Wortlaut dokumentieren:

Lieber Herr Pfarrer Beyer,
wir möchten Ihnen persönlich Danke sagen und Ihnen für Ihren Ruhestand Gottes Segen wünschen, ebenso Ihrer Frau und Familie.

Es fällt uns schwer, Ihnen hiermit mitzuteilen, dass wir zum Monatsende aus der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Oberlausitz austreten. Letzter Anstoß dazu war, dass Herr Pfarrer Jörg Zabka, der mit einem Mann verheiratet ist, im kirchlichen Dienst Ihnen nachfolgt.

Das hat nun aber mit Homophobie nichts zu tun („Phobie“ = Angst). Wir sehen es als nicht bibelgemäß an, dass homosexuelle Pfarrer im kirchlichen Verkündigungsdienst stehen.

Ein weiterer Grund ist die Position der EKD und der EKBO zum menschlichen Lebensrecht, insbesondere zur vorgeburtlichen Kindestötung.

Schon seit langer Zeit sehen wir diese Entwicklung mit großer Besorgnis. Wir sind entsetzt, dass die Frauenversammlung der EKBO im Februar dieses Jahres die ersatzlose Streichung des Paragrafen 218 und 219a gefordert hat.

Das heißt: Freigabe der Abtreibung bis kurz vor der Geburt. Zudem soll die vorgeburtliche Kindstötung als normale medizinische Dienstleistung behandelt werden. Dass Christinnen so etwas fordern, macht fassungslos! Bei aller Achtung vor der Selbstbestimmung der Frau, findet sie doch die Grenze am Recht auf Leben ihres ungeborenen Kindes.

Als ehemaliger Mitinitiator vom „Marsch für das Leben“ bin ich sehr betroffen, dass die EKD und EKBO schon seit längerem zu dieser Pro-Life-Aktion eine ablehnende Haltung einnehmen, getreu dieser Linie auch unsere Gemeindeleitung.

Dieser jährliche „Marsch für das Leben“ will auf die hunderttausendfache Tötung vorgeburtlicher Kinder aufmerksam und Mut zu Familie und Kindern machen. Viele hauptsächlich ehrenamtliche Christen engagieren sich hoch motiviert in der Lebensrechtsbewegung bei Beratung und Hilfe für Schwangere in Not, begleiten auch Frauen, die Abtreibung erlebt haben.

Was mag man daran anstößig finden?! Müsste nicht gerade die Kirche für den Schutz und das Recht auf Leben jedes Menschen, auch der noch nicht geborenen, eintreten?

Unverständlich war auch das Schweigen der EKD zu dem skandalösen Beschluss des Europäischen Parlamentes vom Juni dieses Jahres („Matic-Bericht“), Abtreibung zum Menschenrecht zu erklären.  

Und auch dies noch: In dem multireligiösen Gottesdienst in der St. Marienkirche Berlin am Vortag des CSD stimmte eine Frau in Regenbogenfarben gehüllt „Allahu Akbar“ an – „Allah ist am größten“ (IDEA 30/31 vom 28.07.2021). Hier wurde also in einer christlichen Kirche ein Gott verherrlicht, der nicht unser Gott ist. Da fehlen einem die Worte.

Man könnte noch manches anfügen, wo wir leider sagen müssen: Mit dieser unserer Evangelischen Kirche verbindet uns kaum noch etwas.

Wie Sie sich denken können, gehen wir diesen Schritt des Austritts mit Wehmut. Ja, er ist uns wirklich schwer gefallen. Selbstverständlich bleibt unser Christ-Sein von all dem unberührt. Wir hoffen, alsbald in einer Freikirche eine neue geistliche Heimat zu finden.

Übrigens habe ich mich achtzehn Jahre im Rahmen des Lebensrechtsvereins KALEB e.V. für das menschliche Lebensrecht und für Schwangere und Familien eingesetzt. Daraus ist das beiliegende Buch „Die KALEB-Geschichte“ entstanden, das einen Einblick in diese Arbeit für das Leben geben will.  

Mit allen guten Wünschen, auch für das gesegnete Wohlergehen der Gemeinde in Karow verbleiben 

Freundlich grüßend
Inge und Walter Schrader

Dieser Brief ergeht auch an den Bischof der EKBO, Dr. Christian Stäblein

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