Das „Forum Deutscher Katholiken“ zur Kassenfinanzierung des Trisomie-Bluttests

Als am 11. April die­ses Jah­res im Bun­des­tag dis­ku­tiert wur­de, ob der Blut­test zur vor­ge­burt­li­chen Fest­stel­lung der Tri­so­mie in den Ka­ta­log der Kas­sen­leis­tun­gen auf­ge­nom­men wer­den sol­le, sa­ßen auf der Zu­schau­er­tri­bü­ne ei­ni­ge Kin­der und Ju­gend­li­che mit Tri­so­mie 21. Es war al­so schon des­halb für die Ab­ge­ord­ne­ten nicht ganz leicht, über die Fi­nan­zie­rung des­sen zu spre­chen, was bei ei­nem ent­spre­chen­den Be­fund sehr oft zur Tö­tung des un­ge­bo­re­nen Men­schen führt.

Sie spra­chen über das Recht auf Nicht­wis­sen, über die Lie­bens­wür­dig­keit der Men­schen mit Tri­so­mie 21, über ih­re Freu­de am Le­ben, ih­re vie­len Fä­hig­kei­ten, na­tür­lich auch – wie im­mer – über das Recht der Frauen auf Selbst­be­stim­mung über ih­ren Kör­per. Vor al­lem aber dis­ku­tier­ten sie in Wahr­heit da­rü­ber, ob ein Em­bryo mit dem Chro­mo­som „zu viel“ ein Recht auf Le­ben hat.

Vor­der­grün­dig spricht die Lo­gik da­für, den Blut­test zur Kas­sen­leis­tung zu ma­chen, weil die Frucht­was­ser­un­ter­su­chung – die nicht un­ge­fähr­lich ist und zu Fehl­ge­bur­ten füh­ren kann – von der Kas­se be­zahlt wird. Und wa­rum sol­len Frau­en 130 bis 500 Eu­ro für ihn zah­len, wenn die pro­ble­ma­ti­sche­re Un­ter­su­chung kos­ten­los ist?

Doch damit wird das Tor weit ge­öff­net für die im­mer in­ten­si­ve­re Su­che nach An­zei­chen für das Down-Syn­drom. Der Test auf Tri­so­mie 13, 18 und 21 er­öff­net aber kei­ne Chan­cen auf vor­ge­burt­li­che Be­hand­lung. Er dient ein­zig und al­lein da­zu, El­tern vor die schreck­li­che Ent­schei­dung zu stel­len, ihr Kind ab­zu­trei­ben oder Le­ben zu las­sen. Über Le­ben und Tod des Men­schen zu ver­fü­gen, kommt die­sem al­ler­dings nicht zu.

Da­mit nicht ge­nug. Der Test öff­net das Tor auch für im­mer wei­ter­ge­hen­de vor­ge­burt­li­che Fahn­dun­gen nach even­tu­el­len zu­künf­ti­gen Krank­hei­ten: zum Bei­spiel Krebs­nei­gung, Herz­schwä­che oder Di­a­be­tes. Ir­gend­wann wird man nach nicht er­wünsch­ten Ei­gen­schaf­ten – et­wa „fal­sches“ Ge­schlecht oder man­geln­de In­tel­li­genz – su­chen.

Auch keine Finanzierung der Fruchtwasseruntersuchung

Lo­gik und Ethik ver­lan­gen da­her nicht nach der Kas­sen­fi­nan­zie­rung des Blut­tests, son­dern da­nach, erst recht die Frucht­was­ser­un­ter­su­chung nicht mehr zu fi­nan­zie­ren. Für be­han­del­ba­re Krank­hei­ten gibt es an­de­re Di­a­gno­se­ver­fah­ren.

Ei­ne jun­ge Frau mit dem Down-Syn­drom äu­ßer­te sich an­ge­sichts der Dis­kus­sion in ei­ner aus­ge­zeich­ne­ten Spra­che, die man manch an­de­ren nur wün­schen kann. Und die Mut­ter ei­nes klei­nen Jun­gen brach­te es auf den Punkt: Bis jetzt ha­be man sie nicht auf ih­ren Sohn an­ge­spro­chen. Nun ge­be es un­ter­schwel­li­ge Be­mer­kun­gen und auch die Äu­ße­rung, dass „so et­was“ heu­te doch nicht mehr nö­tig sei.

El­tern mit ei­nem so be­son­de­ren Kind sind oft sehr be­las­tet und be­nö­ti­gen be­son­ders viel Un­ter­stüt­zung durch den Staat und je­den Ein­zel­nen. Da­rauf und auf die Fi­nan­zie­rung je­der Hil­fe ha­ben sie An­spruch!

Die Fra­ge nach dem Le­bens­recht ei­nes sol­chen Kin­des, ja je­des be­hin­der­ten, kran­ken, al­ten oder hilf­losen Men­schen, darf – ge­ra­de in Deutsch­land – nie mehr ge­stellt wer­den!


Rheine: ALfA und CDL veranstalten am 7. Mai einen Vortragsabend mit Prof. Paul Cullen

Prof. Dr. Paul Cullen aus Münster ist Vorsitzender der Ärzte für das Leben eV.  –  Der engagierte Lebensrechtler und Bioethik-Experte spricht deutschlandweit über aktuelle Herausforderungen, Experimente und Gefahren der sog. Reproduktionsmedizin, Gentechnik und Biomedizin.

Am Dienstag, den 7. Mai 2019 hält der Arzt in Rheine (nördliches Münsterland) einen Vortrag zu dem brisanten Thema „Vom Retortenbaby zum Mischwesen.“ – Es geht bei der ebenso aktuellen wie fundierten Rede um „Irrungen und Wirrungen in der Reproduktionsmedizin“.

BILD: Prof. Cullen und Cordula Mohr, die Veranstalterin des Vortragsabends in Rheine und langjährige Autorin des CHRISTLICHEN FORUM

Die Veranstaltung, die vom Regionalverband Nordmünsterland der ALfA (Aktion Lebensrecht für alle) und der CDL (Christdemokraten für das Leben) in NRW organisiert wird, beginnt um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Antonius in der Osnabrückerstr. 34 in 48429 Rheine.

Nach der Rede Cullens können die Besucher sich gerne mit Fragen und Diskussionsbeiträgen zu Wort melden.

Alle Interessenten sind herzlich zu dieser interessanten Veranstaltung eingeladen.

Weitere Infos zum Thema und zum Referenten finden Sie unter https//www.mischwesen.net


Südkorea: Bischofskonferenz kritisiert Urteil des Verfassungsgerichts zur Abtreibung

Die Bischöfe von Südkorea äußern „tiefes Bedauern“ über die Entscheidung des Verfassungsgerichts, das das bisher geltende Abtreibungsverbot aus dem Jahr 1953 für rechtswidrig erklärt.

In einem historischen Urteil, das am 11. April erlassen wurde, entschied das Gericht, dass das Abtreibungsverbot verfassungswidrig sei. Nach dem bisherigen Gesetz können Frauen nach einer vorgeburtlichen Kindstötung mit einer Geldstrafe belegt werden. Ausnahmen gibt es bei Vergewaltigung und Inzest oder bei Gesundheitsrisiken.

Der Gerichtshof hat festgestellt, dass das Gesetz bis Ende 2020 neu formuliert werden soll.

„Das Urteil des Verfassungsgerichts widerspricht den grundlegenden Recht auf Leben eines Geschöpfs, das sich nicht selbst verteidigen kann“, heißt es in einer vom Vorsitzenden der Koreanischen Bischofskonferenz, Bischof Igino Kim Hee-jung unterzeichneten Erklärung.

„Damit wird die Verantwortung für eine ungewollte Schwangerschaft allein auf Frauen übertragen, wodurch Männer zu Unrecht dieser Verantwortung enthoben werden“, wird in der Protestnote weiter angemerkt. 

Die Bischöfe weisen darauf hin, dass „die katholische Kirche in Korea Frauen und Männern in Not  weiterhin Unterstützung und Beistand bieten wird, damit sie zum Leben ‚Ja‘ sagen können“.

Darüber hinaus heißt es: „Die Türen der Kirche bleiben den Frauen offen, die an seelischen, geistigen und körperlichen Wunden leiden und aufgrund von Abtreibung Versöhnung und Heilung benötigen“.

Die Oberhirten erinnern daran, dass „der Schutz des Lebens ab dem Zeitpunkt der Empfängnis in der Verantwortung aller Mitglieder unserer Gesellschaft liegt“.

In der Hauptstadt Seoul demonstrierten nach dem Urteil des Verfassungsgerichts sowohl Befürworter als auch Gegner der Freigabe von Abtreibungen

Quelle: Fidesdienst


Genetische Bluttests bei Schwangeren dürfen keine Kassenleistung werden

Beatrix von Storch

Vorgestern fand im Deutschen Bundestag eine Debatte über vorgeburtliche genetische Bluttests als Kassenleistung statt. Ich habe dabei klar Stellung bezogen: Von der Debatte darf nicht das Signal ausgehen, dass Kinder mit Downsyndrom in unserer Gesellschaft nicht erwünscht sind. Alle Menschen haben ein Recht auf Leben.

Die Menschen mit Down-Syndrom sind nur die ersten, die von den Testmöglichkeiten betroffen sind. Es wird die Zeit kommen, in der die Genetiker pränatal ermitteln können, ob ein Kind eine Disposition zu Krebs, Herzkrankheiten oder Kurzsichtigkeit mitbringt.

Dann wächst der soziale Druck auf die Mütter, alles Mögliche zu Testen – weil einfach, schnell und günstig – und gegebenenfalls dann auch abzutreiben.

Meine Rede im Video sehen Sie hier.


CDL gegen Krankenkassenfinanzierung genetischer Bluttests bei Schwangeren

Am heutigen Donnerstag hat der Bundestag darüber debattiert, ob vorgeburtliche Bluttests künftig von den Krankenkassen bezahlt werden sollen. Eine endgültige Entscheidung soll der „Gemeinsame Bundesausschuss von Krankenkassen, Ärzten, Kliniken und Patientenbeauftragten“ im Herbst treffen.

Die Vorsitzende des Landesverbandes Bayerns der Christdemokraten für das Leben (CDL), Christiane Lambrecht, nimmt hierzu Stellung:

„Vorgeburtliche Bluttests als Kassenleistung werden eine Breitenwirkung haben. Wenn ein genetischer Defekt als hinreichender Grund für eine Abtreibung gesehen wird, dann sind diese Tests faktisch ein Screening nach Behinderungen. Dies setzt die Eltern des Kindes unter einen enormen Druck.

Viele Frauen spüren schon heute den Druck, unter allen Umständen ein gesundes Kind zu gebären. Und diese Bedrängnis wird weiter steigen: Mit den Bluttests wird erstmals die lückenlose Rasterfahndung auf Abweichungen wie das Down-Syndrom technisch und wirtschaftlich möglich.

Dabei ist das derzeit verfügbare Spektrum der getesteten Abweichungen erst der Anfang: mit zunehmender Verfeinerung der Technik werden zunächst Erkrankungen wie z. B. erblicher Muskelschwund (Muskeldystrophie), die Bluterkrankheit (Hämophilie) oder Mukoviszidose, die durch Defekte in einzelnen Genen verursacht werden, erkennbar gemacht werden; danach dürften Untersuchungen auf sogenannte „Risikogene“ für Erkrankungen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Brustkrebs an der Reihe sein.

Bezahlt der Staat künftig diese Bluttests, sendet er das Signal, dass es „gut“ ist, wenn durch ein generelles Genscreening ungeborene Kinder mit einer Art „Prüfsiegel“ versehen werden. Wo bleibt der Aufschrei gegen Diskriminierung von Menschen mit Gendefekten? Wo bleiben Solidarität und Menschlichkeit? Für die CDL steht fest: Eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen darf es nicht geben.“


Alabama: Republikaner wollen strengeres (Anti-)Abtreibungs-Gesetz einführen

Die Republikaner haben jetzt einen Gesetzentwurf in das Repräsentantenhaus des US-Bundesstaates Alabama eingebracht, der vorgeburtliche Kindstötungen weitgehend verbieten würde. Das berichtet die „New York Times“ (NYT).

Demnach wären Abtreibungen nur noch in solchen Fällen legal, in denen die Fortsetzung der Schwangerschaft die Gesundheit der Schwangeren ernsthaft gefährdet oder bei denen eine „tödliche Anomalie“ des Kindes diagnostiziert wird. Laut der NYT unterstützen in dem Südstaat rund 60 der 105 Abgeordneten des Repräsentantenhauses den Gesetzentwurf.

Wie die Zeitung weiter schreibt, sei der Gesetzentwurf Teil einer auch von anderen US-Bundesstaaten verfolgten Strategie, die wie Kentucky und Mississippi unlängst ihre Abtreibungsgesetze verschärften.

Ziel sei es, den Obersten Gerichtshof der USA dazu zu bringen, sein 1973 erlassenes Urteil „Roe versus Wade“ zu revidieren, das vorgeburtliche Kindstötungen bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Kind außerhalb des Mutterleibes überlebensfähig ist, legalisierte.

Quelle: ALfA-Newsletter


USA: Ex-Abtreibungsarzt Anthony Levatino spielt sich selbst im Kino-Hit „Unplanned“

Der Gynäkologe Anthony Levatino führte schon früh in seiner ärztlichen Laufbahn rund 1.200 Abtreibungen durch. Dann erlebte er einen atemberaubenden Sinneswandel. Verzweifelt änderte er sein Leben und wurde zu einem Verfechter des Rechts auf Leben.

Immer neue Tatsachen werden rund um den in den USA erfolgreichen Film «Unplanned» bekannt. Dadurch kommt die Geschichte von Levatino erneut ins Gespräch. Der heute noch als Mediziner tätige Levatino spielt in «Unplanned» sich selbst, denn einst arbeitete er als Abtreibungsarzt – ähnlich wie die Hauptperson Abby Johnson, die Leiterin in einer Abtreibungsklinik war.

Levantino führte damals eine Abtreibungspraxis. Gleichzeitig bekamen er und seine Frau keinen Nachwuchs. Das Paar adoptierte ein Kind. Doch bald danach wurde seine Frau schwanger. Als Familienvater mit Sohn und Tochter führte er weiter Abtreibungen durch – bis Tochter Heather mit fünf Jahren mit tödlichem Ausgang von einem Auto angefahren wurde.

BILD: Das Buch von Abby Johnson „Un-Planned“ (Ungeplant) wurde inzwischen verfilmt

Als er seine Arbeit wieder aufnehmen sollte, fühlte er sich krank bei dieser „Tätigkeit“. Ein paar Monate später hörte er auf, Abtreibungen im zweiten Trimester durchzuführen.

Bald hörte er ganz auf: «Sobald man herausfindet, dass es falsch ist, ein Baby von der Grösse einer Hand zu töten, braucht man nicht lange, um zu erkennen, dass es egal ist, wie gross es ist. Es ist immer noch ein Sohn oder eine Tochter.»

Quelle (Text / 1. Foto): https://www.jesus.ch/themen/people/erlebt/345016-die_wahre_geschichte_des_abtreibungsarztes_von_unplanned.html