Alle Jahre wieder: Die Kling-Glöckchen-Krone der Scheintoten

WEIHNACHTEN IM MEDIENZEITALTER

 Sie wollen die Frohe Botschaft
– saisongemäss – in Anspruch nehmen,
obwohl ihnen der Gottes- und Mariensohn
das ganze Jahr über
ein geläufiges Spott-Thema ist.

Der Frechheit ihrer Gottlosigkeit
setzen sie – alle Jahre wieder –
die Kling-Glöckchen-Krone auf.

In den hohen Domen der Christenheit:
Das Evangelium des Zweifels
mit dem Zuckergruß globaler Mitmenschlichkeit.

So mutiert das Gewissen
zum gemütlichen Hort der Gutmenschen.

Abgesegnet von der UNO
singt die Menschheit sich
vor den Mattscheiben
in den Seelenschlaf der Scheintoten.

Christel Koppehele

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

 


WEIHNACHTSLIED von Theodor Storm

Weihnachtslied

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte                       
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre ferne Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muß ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

Theodor Storm


Rilke-Gedicht: Nacht der Herrlichkeit

 

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus, den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin, bereit –
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Reiner Maria Rilke
* 4. 12.1875 in Prag; † 29.12.1926


Unser neues PLAKAT zum Christfest

POSTER aus dem ECCLESIA-Plakatdienst (KOMM-MIT-Verlag) in Münster:

Dieses PLAKAT kann bei uns bestellt werden. Es ist im großen Din-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 € inkl. Versandkosten, 4 Stück nur 6 € inkl. Porto. – Per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de


Weihnachtsgedicht von Angelus Silesius: „Lasset uns munter sein…“

Lasset uns munter sein, warten und wachen,
Keiner schlafe in Trägheit ein.
Lasset uns alles aufs herrlichste machen,
gewiß, ER kann nun nicht ferne mehr sein.

Schmücket die Lampen und machet sie lichte,
öffnet zu euerem Herzen die Tür.
Denket an allerlei Lieder, Gedichte,
tretet mit Freuden und Jubel herfür.

Erscheine uns allen, du Heiland der Erden,
Herrscher des Himmels, Schöpfer der Welt.
Sonst kann sich keiner den Banden entwerden,
mit welchen der Feind uns umstrickt und gefällt.

Träufelt, ihr Himmel, gebt uns im Regen
Den HERR der Gerechtigkeit, unsere Zier.
Öffne dich, Erde, mit neuem Bewegen,
bring uns den Heiland der Menschen hervor.

Angelus Silesius


Unser neues ADVENTS-Plakat 2017

POSTER aus dem ECCLESIA-Plakatdienst in Münster:Dieses PLAKAT kann bei uns bestellt werden. Es ist im großen Din-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 € inkl. Versandkosten, 4 Stück nur 6 € inkl. Porto. – Per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de


Gedicht zum ADVENT von Heinrich Held: „Sei willkommen, o mein Heil“

Gott sei Dank durch alle Welt,
der sein Wort beständig hält
und der Sünder Trost und Rat
zu uns hergesendet hat.

Was der alten Väter Schar
höchster Wunsch und Sehnsucht war
und was sie geprophezeit,
ist erfüllt in Herrlichkeit.

Sei willkommen, o mein Heil!
Hosianna, o mein Teil!
Richte du auch eine Bahn
dir in meinem Herzen an,

dass, wenn du, o Lebensfürst,
prächtig wiederkommen wirst,
ich dir mög entgegengehn
und gerecht vor dir bestehn.

Heinrich Held (17. Jahrh.)