Christus zerbrach die Ketten des Todes

Dies ist die Nacht,Camberg-Peter-Paul-DSC_0342
in der Christus die Ketten des Todes zerbrach
und aus der Tiefe als Sieger emporstieg.

O wahrhaft selige Nacht,
der allein es vergönnt war, die Stunde zu kennen,
in der Christus erstand von den Toten.

Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht:
„Die Nacht wird hell wie der Tag,
wie strahlendes Licht wird die Nacht mich umgeben.“

Aus der Liturgie der Kirche

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Unser neues OSTER-Poster für 2015

Aus dem ECCLESIA-Plakatdienst des KOMM-MIT-Verlags:

 1571


Erstanden bist du, HERR, vom Grab!

 
O wahrhaft wertes Opferlamm,
durch das der Hölle Macht zerbrach!    1548
Den Kerker hast du aufgesprengt,
zu neuem Leben uns befreit.
 
Am Kreuze gabst du deinen Leib
für alle Welt zum Opfer dar,
und wer von deinem Blute trinkt,
erstarkt in dir und lebt für Gott.
 
Erstanden bist Du, HERR, vom Grab,
kehrst siegreich aus dem Tod zurück,
gefesselt ist der Fürst der Welt,
und offen steht das Paradies.
 
Nun bitten wir dich, HERR und Gott,
zur österlichen Freudenszeit:
Bewahre dein befreites Volk
vor aller Drangsal und Gefahr.

Altchristlicher Hymnus

 

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Jesus lebt! Christ ist erstanden!

Ostermorgen

Als das Glühn des Morgenrotes
sacht am Himmel aufgezogen,
und die Nachtschatten des Todes
wie im Frühlingswind verflogen,

Frauen ihre Schritte lenkten,
in den Töpfen Spezereien,
zu der Gruft hin des Gehenkten,
den zerschundnen Leib zu weihen.

„Wer wird von des Grabes Felsen“,
die verweinten Augen fragen,
„uns den Stein herunterwälzen“?
Langsam gehn sie voller Zagen.

Doch der Eingang ist schon offen,
abgetan der Stein, der schwere.
Und die Frauen, tief betroffen,
starren in des Grabes Leere.

Nur die Tücher, die ihn deckten,
liegen da, gelegt in Falten.
Plötzlich schauen die Erschreckten
in der Höhle zwei Gestalten,

lichtumstrahlte Osterboten,
Gottes Engel, die sie mahnten:
„Was sucht ihr Den bei den Toten,
der wahrhaftig auferstanden?!

Gehet! Eilet und verkündet
seinen Brüdern das Geschehen!
Jesus Christus überwindet
Tod und höllisches Vergehen!“

Fast wollt´ da ihr Herz zerspringen.
Zitternd bebten Knie und Hände,
Leid und Trauer, sie vergingen
in der ungeheuren Wende.

Ostermorgen! Gottes Handeln,
Einbruch himmlischer Gewalten,
will von Grund auf uns verwandeln
und die Erde neu gestalten!

Wer will da am Grab verweilen
unsrer selbstsüchtigen Sünden?
Laßt uns mit den Frauen eilen,
Osterjubel zu verkünden!

Jesus lebt! Christ ist erstanden!
Hört die Lobgesänge klingen,
wie sie heute allen Landen
Gottes Osterbotschaft bringen.

Siegfried Ernst

Aus dem Bild-und Gedichtband:
“Die Botschaft des Ulmer Münsters an unsere Zeit:
Sprechende Steine, Lebendiges Glas, Vermächtnis aus Holz“


Im Licht erstrahlt das Morgenrot

Oster-Hymnus aus dem 9. Jahrhundert:

Im Licht erstrahlt das Morgenrot,
der ganze Himmel tönt von Lob,
in Jubel jauchzt die Erde auf
und klagend stöhnt die Unterwelt.

Der starke, königliche Held
zerbrach des Todes schweren Bann.
Sein Fuß zertrat der Hölle Macht:
Aus harter Fron sind wir befreit.

ER, den der Stein verschlossen hielt
und den man noch im Grab bewacht,
ER steigt als Sieger aus dem Grab,
fährt auf in strahlendem Triumph.

Schon werden alle Klagen stumm,
in Freude wandelt sich der Schmerz,
denn auferstanden ist der HERR;
ein lichter Engel tut es kund.

Dem HERRN sei Preis und Herrlichkeit,
der aus dem Grabe auferstand,
dem Vater und dem Geist zugleich
durch alle Zeit und Ewigkeit.


Max von Schenkendorfs Osterjubel

1523 - Kopie


Goethes “Osterspaziergang”: Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,

Im Tale grünet Hoffnungsglück;

Der alte Winter, in seiner Schwäche,

Zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur

Ohnmächtige Schauer körnigen Eises

In Streifen über die grünende Flur.

Aber die Sonne duldet kein Weißes,

Überall regt sich Bildung und Streben,

Alles will sie mit Farben beleben;

Doch an Blumen fehlts im Revier,

Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen

Nach der Stadt zurück zu sehen!

Aus dem hohlen finstern Tor

Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feiern die Auferstehung des Herrn,

Denn sie sind selber auferstanden:

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,

Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,

Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,

Aus der Straßen quetschender Enge,

Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht

Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge

Durch die Gärten und Felder zerschlägt,

Wie der Fluß in Breit und Länge

So manchen lustigen Nachen bewegt,

Und, bis zum Sinken überladen,

Entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges fernen Pfaden

Blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,

Hier ist des Volkes wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet groß und klein:

Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

Johann Wolfgang von Goethe (in “Faust” I)

Hier folgt eine moderne PARODIE auf dieses klassische Gedicht:

VOM EISE BEFREIT SIND CHROM UND BLECHE: http://blog.zeit.de/zeit-der-leser/2012/04/12/osterspaziergang-2012-nach-johann-wolfgang-von-goethe-faust-i/


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