PLAKAT im Rosenkranz-Monat OKTOBER

POSTER aus dem KOMM-MIT-Verlag in Münster:

Dieses Poster aus dem Ecclesia-Plakatdienst kann auch einzeln bestellt werden. Es ist im großen DIN-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 €, vier Stück nur 6 €  – jeweils inkl. Porto (Betrag evtl. in Briefmarken beilegen). –
Bestellung gerne per Tel. 0251 – 616768oder Fax 0251-614020 oder Mail: felizitas.kueble@web.de
Es gibt auch die Möglichkeit, bei uns vier verschiedene Kennenlern-Plakate für nur 6 Euro zu bestellen.

FOTO: Dr. Bernd F. Pelz


40. Gelöbniswallfahrt der katholischen Donauschwaben nach Bad Niedernau

Von Stefan P. Teppert

Zum 40. Mal trafen sich die Donauschwaben in Bad Niedernau, um das Gelöbnis einzulösen, das 75 Jahre zuvor Pater Wendelin Gruber den deutschen Internierten der kommunistischen Todeslager Gakowa und Rudolfsgnad in Jugoslawien bei Eucharistiefeiern abgenommen hatte, nämlich jährlich zu wallfahren, wenn sie die Todesnot überleben würden.

Diesmal allerdings fand die Pilgerfahrt nicht wie sonst an Christi Himmelfahrt statt. Im vorigen Jahr war sie wegen der Coronakrise ganz ausgefallen und in diesem Jahr verschoben worden auf den 12. September, den Gedenktag des Namens Maria.

Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch, der Vorsitzende des St.-Gerhardswerks, zelebrierte bei schönem Wetter unter freiem Himmel und vor zahlreichen Pilgern die Eucharistie zusammen mit Diakon Ulrich Letzgus, Prof. Dr. Josef Sayer und Pfarrer Paul Kollar.

In seiner Predigt verdeutlichte Zollitsch die zentrale Rolle der Gottesmutter Maria in der donauschwäbischen Frömmigkeit. Unter dem Zeichen der Madonna und unter ihrem Schutz seien schon „unsere Vorfahren“ mit der Ulmer Schachtel nach Pannonien aufgebrochen.

In Passau nahmen sie ein Marienbild von Lukas Cranach mit auf die Reise und begründeten damit den Wallfahrtsort Doroslo in der Batschka. Unter Mariens Zeichen sei 1683 Wien von den Osmanen befreit worden.

Und noch in den Todeslagern Titos hätten die Verlassenen auf ihre Hilfe gehofft. Auch Pater Wendelin Gruber habe in größter Not am 24. Mai 1946, dem Vorabend von Mariä Geburt, seine Landsleute im Hungerlager Gakowa eingeladen, sich an die selige Jungfrau zu wenden mit dem Gelöbnis, ihr eine Kirche zu bauen und Jahr für Jahr zu ihr zu pilgern, so wie es bis heute tatsächlich geschieht.

Nach dem Gelöbnis sei damals zwar kein sichtbares Wunder geschehen, aber das Gebet habe einen belebenden Trost und staunenswerten Mut im Kampf ums Dasein erzeugt.

Aus dieser Tradition heraus gaben die Schulschwestern der aus der Kirche in Filipowa geretteten Madonna den Titel „Mutter des Trostes“.

Auch die Gedächtniskapelle in Bad Niedernau sei ein Zeichen des Dankes für die vielfältig erfahrene Hilfe und die Fürsprache Mariens. So sei Bad Niedernau für uns Donauschwaben und darüber hinaus zum Gedenk- und Wallfahrtsort geworden, zu einem Ort mit Geschichte und Botschaft, die weiterzutragen uns Vermächtnis und Auftrag ist.

Stelenpark durch Erzbischof Zollitsch eingeweiht

„Mit der heutigen Gelöbniswallfahrt“, sagte Zollitsch weiter, „verbinden wir die Einweihung des Stelenparks.“

15 Stelen gruppieren sich um die Gedächtniskapelle und „bilden die Ouvertüre und die einladende Hinführung zum entstehenden Dokumentationszentrum zur Erinnerung an die früheren Ordensschwestern und die Region, aus der sie stammten – mit dem Schwerpunkt des Ortes Filipowa“.

Stelenpark und Dokumentationszentrum sollen für eine doppelte Heimat stehen: die der Herkunft an der Donau und die neu gewonnene am Neckar.

Die Stelen machen den Betrachter mit markanten und prägenden Persönlichkeiten und ihrer Geschichte aus Bad Niedernau und Filipowa bekannt und laden ein, sich tiefer auf die Geschichte der Donauschwaben und dieses Ortes mit seinen Schulschwestern einzulassen.

„Sie wollen“, so Zollitsch, „unser Vermächtnis weitergeben und in die Öffentlichkeit tragen.“ Denn Erinnerung sei keine private Angelegenheit, sondern ein die Öffentlichkeit angehendes Zeugnis und der Weg, der uns mit Gott und den Menschen verbindet.

Heimat an Neckar und Donau“

Aus diesem Grund konnte Zollitsch den Anwesenden eine Denkschrift mit dem Titel „Heimat an Neckar und Donau“ ans Herz legen, die druckfrisch zur Einweihung des Stelenparks erschienen war.

Dort werden neben dem Stelenpark und den Schulschwestern in geraffter Form die Geschichte der Donauschwaben dargestellt und viele bedeutende Persönlichkeiten aus Filipowa porträtiert. Der Bischof empfahl die opulente, ansprechend gestaltete Denkschrift, denn sie halte viele Erinnerungen wach und manche Überraschung für den Leser bereit.

Alphornbläser vom Schwabenland beim Wallfahrtsfest

„Ich kann nur sagen: Es lohnt sich, sich darauf einzulassen!“ (Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 340 Seiten, zahlr. Abb., 25 €. Erhältlich bei der Stiftung der Armen Schulschwestern, Werner Gauss, Badstr. 67 in 72108 Rottenburg-Bad Niedernau, E-Mail: gauss@stiftung-arme-schulschwestern-bad-niedernau.de)

Zollitschs versöhnliches Fazit lautete:

„Wenn wir an dieser Gedächtniskapelle und an diesem Gedenkort an eine segensreiche, aber in einer furchtbaren Katastrophe endende Geschichte erinnern, geht es uns nicht um Trauer und erst recht nicht um Klagen, sondern um Dankbarkeit für das, was unsere Vorfahren erarbeitet und uns als Vermächtnis hinterlassen haben.“

Der Bischof ging anschließend durch den Park und besprengte segnend die Stelen. Adam Kupferschmidt rekapitulierte kurz die Entstehung der Stelen und bedankte sich bei den Mitarbeitern Frank Lang für Idee und Konzept, Raimund Docmac und Boris Pius Müller für die gestalterische Umsetzung sowie bei der Firma Stahlwerk Roland Hück für die technischen Lösungen.

Stephan Neher, der Oberbürgermeister von Rottenburg, sprach allen, die bei der Entstehung des Stelenparks mitgewirkt hatten, seinen Dank aus, namentlich Agnes und Adam Kupferschmidt.

Die Veranstaltung wurde musikalisch begleitet von der Musikkapelle aus Bittelbronn und den „Alphornbläsern vom Schwabenland“.

Fotos: Stefan P. Teppert


Regensburg: Bischof feiert Rosenkranzmonat Mariahilf-Bildnis mit bewegender Geschichte

Am 7. Oktober feierte die Kirche das Rosenkranzfest. Aus diesem Anlass trafen sich am 8. Oktober 2021 zahlreiche Gläubige im Regensburger Dom, um gemeinsam mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer den Rosenkranzmonat Oktober zu eröffnen.

Vor den Altarstufen stand ein Reliefbild mit der Darstellung Mariahilf, so wie es einst von Lucas Cranach geschaffen wurde.

Die schlichte Darstellung stammt aus dem Besitz von Michael Lottner, der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges sein Leben lassen musste, weil er den mutigen Domprediger Dr. Johann Maier verteidigte.

Er hatte während des Krieges die Mariahilf-Darstellung in seinem Elternhaus auf dem Dachboden verborgen. Seinen Plan, das Bildnis nach dem Krieg wieder in seinen Heimatort Katzdorf bei Neunburg vorm Wald zu bringen, konnte er nicht verwirklichen.

Am 23. April 1945 wurde er nach Verhaftung und Misshandlung von den Nationalsozialisten erschossen. Seine Leiche lag am nächsten Tag zu Füßen des Galgens von Domprediger Dr. Maier und Josef Zirkl, ein Rentner, der mit Domprediger Maier auf dem Moltkeplatz (heute Dachauplatz) hingerichtet wurde.

Alle drei Persönlichkeiten sind verzeichnet im Deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts.

Im Blick auf das Marienbild, das von einem Verwandten Lottners dem Bistum Regensburg übergeben wurde, kam Bischof Rudolf ein Zitat von Papst Franziskus in den Sinn: „Das Lehramt sagt Dir, wer Maria ist, aber das gläubige Volk zeigt Dir, wie man Maria liebt“.

Michael Lottner, so Bischof Rudolf, sei „ein Mann des gläubigen Volkes“ gewesen, „der der Gottesmutter in herzlicher Liebe zugetan war“. Nach der Predigt trug Bischofskaplan Dr. Konrad Ackermann das Bildnis durch den Dom, damit es auch die Gläubigen betrachten konnten. Auch bei der anschließenden Lichterprozession wurde es mitgeführt.

Quelle (Text/Foto) und vollständiger Beitrag hier: https://bistum-regensburg.de/news/bischof-dr-rudolf-voderholzer-eroeffnet-feierlich-den-rosenkranzmonat


Buch-Tip zur Debatte um das „Bild der Frau“, die Madonna und das Frauenpriestertum

Buch-Daten: Dr. Gabriele Waste: Immaculata und Bild der Frau. 2. Auflage, Hardcover. 128 Seiten. Verlagsbuchhandlung Sabat. ISBN 978-3-943506-83-9. Preis 14,95

Die österreichische Philosophin und Autorin Dr. Gabriele Waste, die eine Reihe theologischer und kirchenpolitischer Werke verfaßt hat, beschäftigt sich in diesem Buch mit der besonderen Sendung Mariens im Heilswerk Gottes.

Dabei wird vor allem die Heilige Schrift und die kirchliche Überlieferung ins Auge gefaßt, um die Würde der Gottesmutter zu erläutern, vor allem im Hinblick auf ihre makellose Empfängnis (Immaculata), also ihre Bewahrung vor der Erbsünde durch einen Gnadenakt Gottes im Hinblick auf die Verdienste unseres Erlösers Jesus Christus (so erklärt es das kirchliche Immaculata-Dogma).

Die Madonna als Erst-Erlöste und Voll-Erlöste des Neuen Bundes nimmt eine einzigartige Stellung in Gottes Heilsplan ein, was die Verfasserin auch mit der Mariologie (Marienlehre) der hl. Edith Stein begründet, jener jüdischen Frau aus Schlesien, die zur katholischen Kirche fand und als Ordensfrau in den Karmel eintrat, bevor sie ihrer Herkunft wegen im KZ Auschwitz ermordet wurde.

Im zweiten Teil befaßt sich die Autorin mit dem „Wesen des Priesteramts“ und leitet daraus ab, daß das Frauenpriestertum damit nicht vereinbar ist, denn der Priester handelt „in persona Christi“ (an Christi Statt) bei der Sakramentenspendung: Eucharistie, Absolution und Krankensalbung.

ER ist als Sohn Gottes unser Lehrer, König und Hohenpriester zugleich. Die Verfasserin zeigt auf, daß die Forderung nach der Frauenpriesterweihe angesichts des christlichen Trinitätsglaubens und der Selbstoffenbarung Gottes „dogmatisch unmöglich“ ist und einen Rückfall in eine „mythologische Denkweise“ darstellen würde.

Das gehaltvolle Buch der Philosophin ist tiefschürfend, geistig anspruchsvoll und vor allem für Studenten und Theologen geeignet.

Weitere Bücher von Dr. Waste und Bestellmöglichkeit hier: https://www.vb-sabat.de/autoren-von-a-z/waste-gabriele/#cc-m-product-19224740925


Die frohe Botschaft des Engels an Maria

Ein Wiedersehen!

Der Engel in der Regensburger Kathedrale

Bringt immer noch seine fröhliche Botschaft

Der Gottesmutter.

Und sie lächelt –

Und wie sie lächelt!

Ihre Vorfreude ist unermesslich.

Und meine auch,

denn dass ich noch einmal in meinem Alter die beiden Frauen sehe,

ist ein Teil des großen Glücks des Altwerdens.

Es ist nichts vorbei,

Solange es in dir wächst und gedeiht.

Und die frohe Botschaft der Verkündigung ist übermächtig –

F r o h

Und soooo schön!

Schaut, wie sie lächelt!

Waltraud Weiß

Foto: Evita Gründler


Das Christentum ist die „Religion des Leibes“

Von Felizitas Küble

Bei der heutigen Predigt anläßlich des Hochfestes der Aufnahme Marias in den Himmel erklärte der Priester in der St.Aegidii-Kirche, auch dieser Feiertag bezeuge einmal mehr, daß das Christentum eine „Religion des Leibes“ ist – weit entfernt von jener angeblichen „Leibfeindlichkeit“, die ihr von unwissender Seite oft und gerne unterstellt wird.

Bereits im Altertum hat die Kirche jahrhundertelang den Versuchungen der Gnosis und des Manichäismus

widerstanden, die damals dem philosophischen Zeitgeist entsprachen; diese Geistesströmungen (irr)lehrten, die Seele bzw. die Vernunft des Menschen sei zwar gut, aber die Materie schlecht – und damit auch der Leib, der das „Gefängnis“ des Geistes sei.

Daher konnte sich die gnostische Richtung – auch jene, die sich ein christliches Mäntelchen zu geben versuchte – nie mit dem vollen Menschsein Christi anfreunden. Teilweise wurde seine Gottheit durchaus nicht geleugnet – jedoch war aus dieser dualistischer Sicht eine Verbindung von „gutem“ Gott und „böser“ Materie so undenkbar wie ein rundes Viereck.

Daher gab es damals die Sekte der Doketisten, die davon ausgingen, Christus habe keinen wirklichen menschlichen Körper gehabt, sondern lediglich einen Scheinleib. Die katholische Kirche hat den Doketismus von Anfang an abgelehnt und betont: Der Sohn Gottes ist voll und ganz Mensch geworden, er hat die menschliche Natur angenommen und ist in allem uns gleich geworden – außer der Sünde.

Gerade die Zentralwahrheit des Christentums – nämlich die Menschwerdung des Erlösers – bezeugt in aller Klarheit, wie sehr dieser Glaube nicht allein die unsterbliche Seele des Menschen schätzt, sondern daß sie auch den Körper würdigt, zumal er einst in verklärter Weise zur Auferstehung berufen ist, so daß Leib und Seele dann in der Ewigkeit wieder vereinigt sein werden.

Die Wertschätzung des Leibes kommt auch zum Ausdruck nach seinem Tod durch die Erdbestattung. Während im Heidentum schon zu Beginn des Christentums die Leichenverbrennung weit verbreitet war, hat die Kirche und ihre Gläubigen stets an der Grablegung des Leibes festgehalten.

Die Christen haben in der Verfolgungszeit drei Jahrhundete lang sogar sehr aufwendig unterirdische Katakomben errichtet, um ihre Märtyrer und sonstigen Verstorbenen zu bestatten. Der von Gott erschaffene und durch die Taufe geheiligte Leib erfuhr großen Respekt, denn er ist ein Tempel des Heiligen Geistes, wie Paulus schreibt – und zur ewigen Herrlichkeit berufen.

Die Wertschätzung des ganzen Menschen mit Leib und Seele kommt auch bei dem katholischen Dogma von der Aufnahme Marias in den Himmel voll zum Tragen:

Nicht allein die Seele der Madonna, sondern die ganze voll-erlöste Frau und Mutter, die Christus einst in ihrem Leibe getragen hat, wurde von Gott in sein Reich aufgenommen. So wurde an ihr gleichsam „vorweggenommen“, was alle Menschen, die im Frieden Christi heimgehen, am Jüngsten Tage erfahren werden: die Auferstehung ihres Leibes in Herrlichkeit und damit das vollendete Glück der Seligen.

Ja, das Christentum – und besonders der katholische Glaube – ist eine Religion des Leibes, weit entfernt von seiner Verachtung, aber tief geprägt vom Schöpfungsglauben, vom Menschen als Ebenbild Gottes, von der Würde des Leibes, den sogar Christus selbst in seiner „Knechtsgestalt“ angenommen hat.

Der HERR, der aus eigener göttlicher Kraft auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist, hat auch seine eigene Mutter – das höchste Geschöpf auf Erden – heimgeholt in sein ewiges Reich.


Stammt der Rosenkranz vom hl. Dominikus?

Von Felizitas Küble

Am heutigen Sonntag, dem 8. August, feiert die katholische Kirche das Fest des hl. Dominikus, der im Hochmittelalter den nach ihm benannten Predigerorden der Dominikaner gründete. Wir gratulieren daher allen Lesern mit Namen Dominik und Dominika zu ihrem Namenstag.

Wenn in Predigten oder Ansprachen von diesem Heiligen oder vom Rosenkranz die Rede ist, wird manchmal erwähnt (teils als Tatsachenbericht, teils als „Legende“), Dominikus habe bei einer Erscheinung von der Madonna eine Rosenkranz-Gebetsschnur erhalten mit der Aufforderung, dieses Gebet zu verbreiten.

So sei diese besondere Andachtsform entstanden, heißt es weiter, die auch dazu gedient habe, die Irrlehren der Katharer zu überwinden und die Anhänger dieser Häresie zu bekehren.

Viele Katholiken kennen jene sodann jene Gemälde in Kirchen und Kapellen, die den hl. Dominikus zeigen, wie er durch eine Marienvision feierlich den Rosenkranz überreicht bekommt, so daß sie annehmen, das Gebet sei „himmlisch geoffenbart“.

Diese Geschichte hat nur den Nachteil, daß sie nicht einmal eine „Legende“ ist, weil dann wenigstens ein historischer Kern stimmen müßte.

In Wirklichkeit war schon in „vorkonziliaren“ Zeiten bekannt, daß der Rosenkranz nicht im 12. Jahrhundert zur Zeit des hl. Dominikus das Licht der Welt erblickte, sondern dreihundert Jahre später – allerdings damals im Zuge einer allmählichen Entwicklung in Klerus und Kirchenvolk.

Im 16. Jahrhundert war er dann schon allgemein verbreitet. Als das christliche Abendland 1571 durch den Islam bzw. die Osmanen bedroht war, forderte Papst Pius V. die Gläubigen zum Rosenkranzgebet auf. Tatsächlich wurde die türkische Flotte in der Seeschlacht von Lepanto trotz ihrer militärischen Überlegenheit besiegt. Damit war Europa gerettet!

Der heilige Dominikus lebte aber nicht in dieser beginnenden Neuzeit, sondern im Hochmittelalter (1170 – 1221)

Die ersten Zeugnisse für Grundformen des klassischen Rosenkranzes stammen aus dem 15. Jahrhundert. (Gebetsschnüre für Vater-Unser und Ave-Maria-Gebete gab es freilich schon früher). Näheres über Einzelheiten der Entstehung kann man anschaulich im Kölner Rosenkranz-Museum erfahren – oder man informiert sich in theologisch-kirchengeschichtlicher Literatur.

Im Brevier  – dem Pflichtgebet der katholischen Priester – findet sich am Rosenkranzfest inzwischen der frühere Hinweis auf jene Marienvision des hl. Dominikus nicht mehr, weil sie nicht nur legendär, sondern schlicht unzutreffend ist.

In Wirklichkeit ist dieses biblisch geprägte Gebet mit der Perlenkette, das sich in die Heilsgeheimnisse Christi vertieft, auf dem gediegenen Wege der kirchlichen Frömmigkeit entstanden.

Das ist letztlich auch eindrucksvoller, zeigt dies doch, wie sich Katholiken jener Zeit in ihren Gebeten auf die zentralen Glaubenswahrheiten konzentrieren wollten – und wie dies gleichsam an der Hand Mariens geschehen sollte. 

Zunächst wurde an einer geknoteten Schnur das Vaterunser gebetet, später wurden die Gebetsreihen durch das Ave Maria (Gegrüßet seist Du, Maria) ergänzt, also durch den biblisch bezeugten Gruß des Engels Gabriel an die begnadete Jungfrau.

Der Trierer Kartäusermönch Adolf von Essen führte Anfang des 15. Jahrhunderts eine Vorform des Rosenkranzes unter dem Namen „Rosarium“ ein. Dabei wurde 50 x ein Ave Maria gesprochen und über das Leben Jesu meditiert.

Sein Mitbruder Dominikus von Preußen ergänzte das Gebet dann weiter. Die erwähnte Erscheinungsgeschichte entstand in jener Zeit, vermutlich weil man damals den Ordensgründer Dominikus mit jenem gleichnamigen Kartäuserbruder verwechselte.

Im Jahre 1508 wurde dem Ave Maria schließlich der zweite Teil „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder…“ angefügt. Später wurde es durch Dominikanerpatres weiter strukturiert und im Kirchenvolk verbreitet. Papst Pius V. legte dann 1569 im wesentlichen die Gebetsweise fest, wie wir sie heute kennen.

Den dreifachen Rosenkranz (freudenreichen, schmerzhaften, gloreichen) mit seinen ingesamt 150 Ave-Gebeten nennt man nicht ohne Grund den „Psalter“, denn auch die Psalmen des Alten Testaments (Psalterium genannt) umfassen genau 150 Gebete. Der Rosenkranz wurde somit das „Psalterium“ der Laien, da sie damals im Unterschied zu Mönchen und Nonnen meist nicht imstande waren, die Psalmen zu lesen.

Es war hingegen nicht schwierig, den Rosenkranz auswendig zu lernen, dazu gehörte nur ein bißchen Gebetsübung. Zudem gab es zahlreiche Rosenkranzbruderschaften, denen die Gläubigen scharenweise zuströmten. Dieses Gebet entstand also aus der Mitte und aus dem Herzen der Kirche. Es wurde nicht von oben „verordnet“, weder durch eine Erscheinung noch durch einen Papst, sondern erwuchs aus einer lebendigen Volksfrömmigkeit.

Der bekannte Jesuitenpater Karl J. Klinkhammer hat schon in vorkonziliarer Zeit korrekt über die Entstehung des Rosenkranzes berichtet und zuvor gründliche Quellenforschung betrieben. Später veröffentlichte er das Buch „Adolf von Essen und seine Werke“ (1972), aus welchem der Ursprung des Rosenkranzes durch jenen spätmittelalterlichen Kartäusermönch im Detail hervorgeht.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Werner Bergengruen: ANGELUS DOMINI – Gedicht über das Ave-Läuten der Kirche

In der Lyrik-Sammlung „Herbstlicher Aufbruch“ des Dichters Werner Bergengruen finden wir auf S. 31 das Gedicht „Angelus Domini“ – bezogen auf den „Angelus“, das traditonelle Gebet „Der Engel des HERRN“, der Maria die Botschaft brachte von der Menschwerdung Christi, dem Eintritt des Ewigen in unsere Welt.

Der Höhepunkt des Angelus besteht aus einem zentralen Bibelwort des Johannesprologs: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“

In dem erwähnten Buch heißt es erklärend unter Bergengruens Versen: „Nach der Schlacht von Lepanto 1571, dem Sieg der Christenheit über die Türken, wurde das dreimalige tägliche Angelus-Läuten in der katholischen Kirche eingeführt.“ Tatsächlich entstand im Volksmund das Wort „Türkenläuten“. Ein Zusammenhang besteht, doch der Brauch ist noch älter (siehe HIER)

HIer folgt nun im vollen Wortlaut jenes leider weitgehend noch unbekannte Gedicht, das dem katholischen Ave-Läuten und dem Angelus gewidmet ist:

ANGELUS DOMINI

Dreifach, so ist es beschlossen,
ehegestern und heut
kommt von den Türmen geflossen
das triumphale Geläut.
Jenem Siege vor allem,
der die Bedrohung zerbrach,
klang es zuerst und nun hallen
es die Jahrhunderte nach
.

Ach, alle Siege der Erde,
sind sie denn wert des Geläuts?
Unser ist Angst und Beschwerde,
Abgrund und Sterbekreuz.
Sei uns der Friede verliehen,
den die Welt nicht erdacht:
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Dreifach – und so soll es dauern,
gestern, morgen und heut
rinnt über Dächer und Mauern
zärtliches Trostgeläut.
Herzen haben geschrien
bis ans Verbleichen der Nacht:
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Hob über heißem Gewühle
sich das Licht zum Zenit,
wehen Schweigen und Kühle
dunkel im Glockenlied.
Atme. Die Schwüle wird fliehen,
die dich so bange gemacht.
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Ist die Helle geschieden,
ruft es vom Turmgemacht:
sinne, Seele, dem Frieden
heiliger Geheimnisse nach.
Uralte Sternbilder ziehen
heute wie je auf die Wacht.
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

So in die irdischen Stunden
schaut das Ewige ein.
Immer aufs neue gefunden
leuchtet der Glorienschein,
von des Geläutes Magien
immer aufs neue entfacht.
Der Engel des Herrn hat Marien
die Botschaft gebracht.

Werner Bergengruen

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


So kam das Madonnenbild ins Münsterland

Von Pfarrdechant Markus Trautmann

Im Frühjahr und Sommer 1946 kam der Großteil der Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten ins zerstörte Restdeutschland – darunter auch die Familien meiner Eltern, die damals noch Kinder waren.

Seit Kriegsende hatte man sich in belastenden Monaten mit fremden Besatzungssoldaten und mit nachrückenden Zivilisten arrangieren müssen. Wenn dann der Tag der offiziellen „Ausweisung“ kam, durften die Betroffenen nur so viel Gepäck mitnehmen, wie sie tragen konnten.

„Und wir stehen vor dem Nichts“, klagte die Mutter meines Vaters im Juli 1946 auf einer Postkarte. „Was uns die Russen noch gelassen haben, haben uns die Polen geklaut.“

Einige der geretteten Habseligkeiten wurden in manchen schlesischen Familien bis heute ganz bewusst aufbewahrt, so auch bei uns – etwa Ausweispapiere oder Impfbescheinigungen, Fotos, Blechgeschirr und Besteck, ein Kinderkoffer, ja sogar eine Schildkröt-Puppe.

Eines Tages im April 1946 kam für meine Großeltern und ihre vier Kinder, darunter meine Mutter, der Ausweisungsbefehl und die Anordnung, sich an einer Sammelstelle einzufinden.

Meinen Großeltern, die für die Familie das „Marschgepäck“ zusammensuchten, wurde schmerzlich bewusst, dass sie auf wichtige Wäschestücke keinen Zugriff mehr hatten: Der seit Monaten bei ihnen einquartierte polnische Zivilist, der den Nachzug seiner Angehörigen erwartete, hatte das komplette Elternschlafzimmer okkupiert und dachte gar nicht daran, sich von seinen neuen Besitztümern zu trennen.

Wenige Augenblicke, bevor meine Großeltern Haus und Heimat für immer verlassen und sich zu Fuß zum Bahnhof begeben mussten, erschien der fremde „Hausgenosse“ plötzlich – und hatte zwei größere gerahmte Bilder bei sich, aus dem besagten Schlafzimmer meiner Großeltern.

Beide Bilder erinnerten an deren Hochzeit 1929: Das eine war das Hochzeitsfoto, das die beiden Frischvermählten im Fotostudio zeigte; das andere war ein Marienbild im Schmuckrahmen, das ein Geistlicher meinen Großeltern als Hochzeitgeschenk überreicht hatte.

Eines der beiden Bilder, so die gönnerhafte Offerte, sollten sie sich rasch noch aussuchen; das dürften sie mitnehmen.

Meine Oma hat später oft berichtet, dass es überhaupt keine Frage war, dass nur das Marienbild in die ungewisse Zukunft mitgenommen werden sollte. „Wir beide sehen uns doch jeden Tag“, soll sie zu Opa gesagt haben, „da brauchen wir doch kein Foto!“

Und so wurde das relativ großformatige Marienbild in ein Federbett eingeschlagen und kam schließlich wohlbehalten in der neuen Heimat an. In all den verschiedenen Unterkünften und Wohnungen seit 1946 fand es stets im Schlafzimmer einen ehrenvollen Platz.

Von einer „neuen Heimat“ hätten meine Großeltern übrigens nicht gesprochen. Wohl aber waren sie zweifellos fest verwurzelt in der „Heimat im Glauben“. Gebet und Gottesdienst, Wallfahrten und Marienverehrung gaben Halt und Zuversicht.

Daher ist das Marienbild von 1929, das heute in der Wohnung meiner Eltern hängt, nicht nur Erinnerung an die zurückgelassene Heimat. Es ist auch Sinnbild für eine innere Verwurzelung, die über alle Irrungen und Wirrungen des Lebens festen Halt gegeben hat – oder wie es in einem alten Mariengebet heißt:

Ich ruf voll Vertrauen in Leiden und Tod: / Maria hilft immer, in jeglicher Not.
So glaub ich und lebe und sterbe darauf; / Maria hilft mir in den Himmel hinauf.

Unser Gastautor Markus Trautmann ist Pfarrdechant in Dülmen (Westfalen). – Der Beitrag erschien zuerst in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift „Schlesien in Kirche und Welt“


MARIENLOB aus dem christlichen Altertum

Sei gegrüßt,
Maria, heilige Mutter Gottes!
Sei gegrüßt,
kostbarer Schatz der Schöpfung.
Sei gegrüßt,
Tabernakel des HERRN,
den die Welt nicht fassen konnte.

Mutter und Jungfrau,
Urbild und Zepter des Glaubens,
aus dir ging unser Retter hervor,
der den Tod besiegte.

Sei gegrüßt,
durch dich hat das Licht,
Gottes eingeborener Sohn,
all jene erleuchtet, die in der Finsternis sind
und im Schatten des Todes wandeln.

Kirchenlehrer Cyrill von Alexandrien
(370 – 444 n. Chr.)