MARIENLOB aus dem christlichen Altertum

Sei gegrüßt,
Maria, heilige Mutter Gottes!
Sei gegrüßt,
kostbarer Schatz der Schöpfung.
Sei gegrüßt,
Tabernakel des HERRN,
den die Welt nicht fassen konnte.

Mutter und Jungfrau,
Urbild und Zepter des Glaubens,
aus dir ging unser Retter hervor,
der den Tod besiegte.

Sei gegrüßt,
durch dich hat das Licht,
Gottes eingeborener Sohn,
all jene erleuchtet, die in der Finsternis sind
und im Schatten des Todes wandeln.

Kirchenlehrer Cyrill von Alexandrien
(370 – 444 n. Chr.)


Zur Kontroverse um Maria „Miterlöserin“ im Kontext der kirchlichen Tradition

Von Felizitas Küble

Auf dem traditionalistischen Blog „Katholisches.info“ wurde am 20. Mai 2021 ein längerer Beitrag von Pater Paolo Siano veröffentlicht, in dem sich dieser Ordensmann mächtig zugunsten des Titels „Miterlöserin“ (lateinisch: Coredemtrix /Corredemtrix) aus dem Fenster hängt.

Er zitiert gerne aus mehr oder weniger wichtigen theologischen Zeitschriften, die meist während des Pontifikats von Pius XII. erschienen waren.

Dabei sind gewisse „mariologische“ Ausführungen in diesem oder jenem Blatt, mag es auch noch so ehrenwert sein, durchaus nicht von Bedeutung für die Frage nach der lehramtlichen (!) Stellung einer solcher Bezeichnung für die selige Jungfrau.

Dies gilt selbstverständlich auch dann, wenn diese Publikationen mit Imprimatur erschienen sind, wobei eine solche „Druck-Erlaubnis“ keine kirchliche Bestätigung ihres Inhalts darstellt, sondern lediglich beinhaltet, daß seine Verbreitung gestattet ist. Solch ein Buch „darf“ also von gläubigen Katholiken gelesen werden – nicht mehr und nicht weniger.

Für die Frage nach der lehramtliche Relevanz kommt man durch haufenweises Zitieren solcher zwar genehmigter, aber keinesweges kirchenamtlicher Bücher – vornehmlich aus den 50er Jahren – nicht wirklich weiter.

Immerhin muß auch der Autor als begeisterter Vertreter der „Miterlöserin“-These einträumen, daß es vor Leo XIII. keinen Papst gab, der diesen Marientitel jemals vertreten hat – weder schriftlich noch mündlich.

Es mutet etwas merkwürdig an, wenn es ausgerechnet „Traditionalisten“ offenbar nicht weiter stört, für ihre These keine kirchliche TRADITION vorlegen zu könnenimmerhin geht es um ca 1900 Jahre.

Erst seit ca. 120 Jahren gibt es spärliche Hinweise aus päpstlichen Munde, aber sie erfolgten nicht im Rahmen einer offiziellen Lehrverkündigung.

Selbst für den betont „marianischen“ Papst Pius XII. findet während seiner gesamten Amtszeit kein eindeutig belegtes Zitat für „Maria Miterlöserin“, weshalb sich der Verfasser auf eine angebliche Aussage aus einer Ansprache „oder einem Brief“ (nicht einmal das ist klar) stürzt und stützt, von welcher nicht einmal das Datum gesichert ist und der Autor sich auf Sekundärquellen beruft, deren Beweiswert sich in Grenzen hält.

Foto: Radio Vatikan

Es fehlt also für den Corredemptrix-Titel jede lehramtliche TRADITION, die wenigstens noch bis ins Mittelalter hineinreichen würde – was doch gerade für Traditionalisten ein echtes Manko sein müßte.

BILD: Papst Benedikt bezeichnete den Miterlöserin-Titel als „irreführend“

Immerhin gibt auch der Autor selber zu, daß die Bezeichnung „Miterlöserin“ zum ersten (!) Mal von Pater Salmeron SJ ausgesprochen wurde, einem Theologen des Konzils von Trient (und somit in der Neuzeit).

Allerdings hat es erneut lehramtlich nichts zu bedeuten, wenn sich ein frommer Geistlicher auf einer Kirchenversammlung in dieser oder jener Weise geäußert hat.

Für das Mittelalter – ganz zu schweigen vom christlichen Altertum bzw. der Patristik (Kirchenväterzeit) – finden sich keine Belege, sonst hätte der findige Verfasser sie allzu gerne präsentiert.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Corredemtrix wird niemals zum Dogma erklärt werden, denn sie gehört nicht einmal zur amtlichen kirchlichen Verkündigung, ist kein Bestandteil des „depositum fidei“ (überlieferten Glaubensgut) – es fehlt ihr sogar jedwede grundlegende Verankerung in der TRADITION der Kirche und erst recht in der „göttlichen Offenbarung“ (sie wird bezeugt durch Bibel und apostolische Überlieferung).

Ergänzender Artikel hierzu: https://charismatismus.wordpress.com/2019/08/21/kann-eine-erloeste-zugleich-miterloeserin-sein/


MARIA: Nicht „Miterlöserin“, sondern edle Mitarbeiterin im Heilswerk Christi

Von Felizitas Küble

In dem bekannten Interview-Buch „Gott und die Welt“ äußert sich Papst Benedikt (damals Kardinal Ratzinger) im Abschnitt „Von den Dogmen“ auch zum Thema: Ist Maria eine „Miterlöserin?“ – Der Glaubenspräfekt stellt fest:

„Die Antwort der Glaubenskongregation darauf lautet, daß das, was damit gemeint ist, in anderen Titeln Marias in besserer Weise ausgesagt ist, während die Formel „Miterlöserin“ sich von der Sprache der Schrift und der Väter zu weit entfernt und daher Mißverständnisse hervorruft.“

Gemeint sind also die Heilige Schrift und die Aussagen der antiken Kirchenväter (Patristik) aus der christlichen Frühzeit.

Sodann erklärt Kardinal Ratzinger:

„Was ist richtig daran? Nun, richtig ist, daß Christus nicht außerhalb von uns oder neben uns stehenbleibt, sondern mit uns eine tiefe, neue Gemeinschaft bildet… Dieser große Austausch ist der eigentliche Inhalt der Erlösung, die Einschränkung des Ich und das Hineinreichen in die Gemeinschaft mit Gott.

Weil Maria die Kirche als solche vorwegnimmt und sozusagen Kirche in Person ist, so ist dieses „Mit“ in ihr exemplarisch verwirklicht.

Aber über diesem „Mit“ darf man nicht das „Zuerst“ Christi vergessen. Alles kommt von IHM, wie besonders der Epheser- und der Kolosserbrief sagen; auch Maria ist alles, was sie ist, durch IHN.

Das Wort „Miterlöserin“ würde diesen Ursprung verdunkeln.

Eine richtige Intention drückt sich in einem falschen Wort aus. Für die Dinge des Glaubens ist gerade die Kontinuität mit der Sprache der Schrift und der Väter wesentlich; die Sprache der Schrift ist nicht beliebig manipulierbar.“

Damit erklärt der spätere Papsst Benedikt damals als Glaubenspräfekt: dieser Begriff „Miterlöserin“ ist sprachlich und inhaltlich zu weit von Bibel, Dogma und kirchlicher Überlieferung.

Zugleich können wir aber feststellen: Die selige Jungfrau Maria ist das edelste Geschöpf Gottes und zugleich die wichtigste Mitarbeiterin am Heilswerk Christi.

Dazu kommt: Eine Erlöste kann keine Erlöserin sein, auch keine Miterlöserin im eigentlichen Sinne. Die Gottesmutter ist die Ersterlöste und Vollerlöste des Neuen Bundes. Das ist amtliche kirchliche Lehre, sogar ein Dogma, nämlich das der makelosen Empfängnis – ihr Freisein von der Erbsünde ist ein Gnadenakt Gottes, wie es im Immaculata-Dogma heißt – und zwar „im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers des Menschengeschlechtes“.

Durch Gottes Gnade und Erwählung ist die Madonna schon im ersten Augenblick ihres Daseins von Erbschuld frei bzw. davor bewahrt geblieben.

Sowohl biblisch wie dogmatisch besteht kein Zweifel, daß Maria zur erlösungsbedürftigen Menschheit gehört, wenngleich bei ihr die Erlösung eine „Voraus-Erlösung“ und durch die Aufnahme in den Himmel eine „Voll-Erlösung“ war – damit änderte sich der Zeitpunkt (Maria wurde nicht wie wir erst durch die Taufe erlöst), aber nicht der göttliche Gnadenakt der Erlösung als solcher.

Als Erlöste kann Maria nicht zugleich Erlöserin sein, auch nicht Miterlöserin.

Es gibt zwar durchaus eine Mitwirkung der Gläubigen am Gottesreich, schreibt Paulus doch, daß wir für Christi Leib, die Kirche, ergänzen sollen, was insoweit an seinem Heilswerk noch „fehlt“, das freilich an sich vollkommen ist und keinerlei Ergänzung bedarf; es geht um die Mitwirkung am kirchlichen Heilswerk auf geschöpflicher Ebene – und eben hier ist die Gottesmutter die Erste: von allen Geschöpfen ist sie das edelste und heiligste – und die erste Christin, die erste Erlöste und Begnadete des Neuen Bundes.

Mögen es manche auch noch so oft wiederholen und fordern (vor allem die Anhänger der kirchlich nicht anerkannten Amsterdamer Erscheinungen), es bleibt dabei:
Das Dogma „Maria Miterlöserin“ wird nie kommen, die Kirche wird es nie einführen.
Warum nicht?

Ganz einfach: weil es weder in der Bibel noch in der kirchlichen Tradition den nötigen Rückhalt findet.

Selbst wenn man also den Ausdruck „Miterlöserin“ mit entspechenden Auslegungen, Fußnoten und Einschränkungen richtig verstehen könnte, so ist er insgesam in seiner Wirkung äußerst mißverständlich bis irreführend und daher bei weitem nicht dogma-reif, weil ein Dogma stets aus einem Guß ist – und nicht durch x-Fußnoten und Anmerkungen eingeschränkt wird. Bei einer unklaren Sachlage kann man es nämlich gleich ganz bleiben lassen, statt einen theologischen Eiertanz zu vollziehen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Unser PLAKAT zum Marienmonat MAI

POSTER aus dem KOMM-MIT-Jugendverlag in Münster:

Dieses PLAKAT kann beim KOMM-MIT-Verlag bestellt werden. Es ist im großen DIN-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 €, vier Stück nur 6 €  – jeweils inkl. Porto (Betrag evtl. vorweg in Briefmarken beilegen). – Per Tel. 0251 – 616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Papst: Maria ist unsere Wegweiserin zu Christus, aber keine Miterlöserin

Am Vortag des Hochfestes der Verkündigung des HERRN widmete Franziskus seine Katechese dem Thema „Beten in Gemeinschaft mit Maria“.

Jesus sei der Weg unseres Gebetes, Maria als seine Mutter die „Wegweiserin“, die uns in den konkreten Situationen des Lebens und am Ende unseres Weges immer nahe ist, betonte der Papst bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch.

„Christus ist der Mittler, die Brücke, über die wir gehen, um uns an den Vater zu wenden. Jedes Gebet, das wir zu Gott erheben, vollzieht sich durch Christus, mit Christus und in Christus und findet dank seiner Fürsprache Gehör,“ betonte der Papst und verwies auf den besonderen Platz, der Maria als Mutter Jesu auf diesem Weg zukomme. Sie sei für uns „Wegweiserin“, „Wegzeichen“ Christi.

„In der christlichen Ikonographie ist sie überall präsent, ja manchmal kommt ihr ein besonderer Platz zu, aber stets in Beziehung zu ihrem Sohn und von ihm abhängig. Ihre Hände, ihre Augen, ihre Haltung verweisen auf das, was der Angelpunkt, die Mitte ist: Jesus“, erläuterte Franziskus.

„Seit diesem Moment werden wir alle unter ihren schützenden Mantel gestellt, wie man auf vielen mittelalterlichen Fresken oder Gemälden sehen kann….

Die Muttergottes, die als Mutter, der uns Jesus anvertraut hat, uns alle umhüllt; aber als Mutter, nicht als Göttin, nicht als Miterlöserin,“ präzisierte der Papst und fügte hinzu: „Die schönen Dinge, die die Kirche und die Heiligen über Maria sagen, ändern nichts daran, dass Christus der einzige Erlöser ist.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2021-03/papst-franziskus-generalaudienz-katechese-maria-wegweiserin.html


Heute feiert die Kirche den „Großen Frauentag“

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Am heutigen Samstag feiert die katholische Kirche das Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel mit Leib und Seele.
Es hat seinen Ursprung in der Ostkirche, wo es im Jahr 431 eingeführt wurde. In der römischen Kirche wird das Fest seit dem siebten Jahrhundert gefeiert, in Deutschland seit dem 9. Jahrhundert.

Das kirchliche Hochfest ist im Saarland und in überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns staatlicher Feiertag.

Das Erzbistum Berlin nimmt in der Corona-Krise eine alte katholische Tradition wieder auf: Am Fest Mariä Himmelfahrt weiht Erzbischof Heiner Koch bei einem Festgottesdienst in der Berliner Kirche St. Joseph das Erzbistum „den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens“.

Quelle: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2020-08/deutschland-stichwort-mariae-himmelfahrt-traditionen-brauch.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Unser PLAKAT zum Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel am 15. August

POSTER aus dem KOMM-MIT-Verlag in Münster:

Dieses PLAKAT kann bei unserem KOMM-MIT-Verlag bestellt werden. Es ist im großen DIN-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 €, vier Stück nur 6 €  – jeweils inkl. Porto (Betrag bitte in Briefmarken voraussenden). – Per Tel. 0251 – 616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de


Bergamo: Italienische Bischöfe vollziehen die Weihe an Maria am 1. Mai (Josefsfest)

Im Rahmen eines feierlichen Gebets, das am 1. Mai um 21 Uhr in der Basilika Santa Maria del Fonte in der Nähe von Caravaggio (Diözese Cremona, Provinz Bergamo) stattfinden wird, vertraut die Italienische Bischofskonferenz das ganze Land dem Schutz der Gottesmutter an.

Damit komme man der Bitte vieler Katholiken des Landes nach, erklären die Oberhirten.

Wie die Italienische Bischofskonferenz betont, ist der Mai traditionell der Verehrung Mariens gewidmet:

„Es ist eine Zeit, in der die Gläubigen beim Rosenkranzgebet und mit Wallfahrten um die Fürsprache der seligen Jungfrau und Gottesmutter bitten. Dass dieser Monat nun mit der Weihe Italiens an Maria beginnen wird, hat in der gegenwärtigen Situation für ganz Italien eine besondere Bedeutung.

Der Ort Caravaggio in der Diözese Cremona und in der Provinz Bergamo verkörpert das Leid und die Schmerzen in einem Land, das von der Covid-19-Epidemie besonders schwer getroffen wurde.“

Abschließend heißt es: “Am Fest des heiligen Josef, des Ehemannes der Jungfrau Maria, vertraut die Kirche ihr insbesondere auch die Arbeiter an, im Bewusstsein der Sorgen und Ängste, mit denen viele von ihnen in die Zukunft blicken.“

Quelle: Fidesdienst
 


„Verkündigung des HERRN“: Heute vollzieht das Bistum Augsburg eine Marienweihe

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Der ernannte Bischof von Augsburg, Diözesanadministrator Dr. Bertram Meier, wird am Mittwoch, dem 25. März   – also am Hochfest der Verkündigung des HERRN  –  das Bistum Augsburg der Gottesmutter weihen.
Alle Gläubigen sind herzlich eingeladen, diese Marienweihe während des abendlichen Gottesdienstes aus der Kapelle des Bischofshauses auch selbst mitzuvollziehen.
Aus diesem Anlass werden morgen im Bistum Augsburg um 19 Uhr auch die Kirchenglocken läuten.

„Ich wurde zuletzt mehrmals darauf angesprochen, ob ich diesen sehr besonderen Schritt in dieser für uns alle schweren und ungewohnten Zeit tun könnte“, erklärt dazu Bischof Bertram.

„Diese Bitte greife ich am Hochfest der Verkündigung des Herrn gerne auf. Ich werde Maria, der Mutter der göttlichen Liebe, das pilgernde Gottesvolk von Augsburg mit all seinen Möglichkeiten und Problemen, mit seinen Freuden, Ängsten und Hoffnungen anvertrauen.

Besonders freuen würde ich mich, wenn zahlreiche Gläubige am Mittwochabend zu Hause in ihren Wohnungen, die in diesen Tagen ja zu ihren Hauskirchen geworden sind, gemeinsam mit mir dieses Weihegebet sprechen würden. Natürlich denke ich dabei auch an unsere Priester und die Ordensgemeinschaften im Bistum.“

Gewiss sei die Marienweihe jetzt der ganz besonderen Situation geschuldet, die sich aus der Corona-Pandemie ergebe.

„Aber ich habe dieses Gebet bewusst so formuliert, dass wir es auch später noch sprechen und verwenden können. Ich denke da zum Beispiel an den Marienmonat Mai.“

Es sei ihm zudem ein wichtiges persönliches Anliegen, seine Amtszeit als Bischof, die er durch die derzeitigen besonderen Umstände noch nicht habe in vollem Umfang antreten können, unter den Schutz der Gottesmutter zu stellen.

Seitens des Diözesanrats der Katholiken begrüßt dessen Vorsitzende Hildegard Schütz diese Marienweihe sehr:

„Überall im Bistum gibt es Wallfahrtsorte und Kirchen, die der Gottesmutter geweiht sind. Es gibt viele Mariengrotten.“ Zahlreiche Votivtafeln seien mit dem Spruch „Maria hat geholfen“ versehen. Aus dieser Glaubenserfahrung der Menschen könnten wir gerade jetzt Kraft und Hoffnung schöpfen.

„Ich lade deshalb alle Gläubigen und insbesondere auch unsere Pfarrgemeinderäte herzlich dazu ein, diese Initiative mitzutragen und im Bistum bekannt zu machen“, so Frau Schütz weiter.

Das Bistum Augsburg wurde in der Vergangenheit immer wieder der Gottesmutter geweiht. Zuletzt war dies unter Bischof Dr. Konrad Zdarsa im Rahmen der Patrona-Bavariae-Wallfahrt der bayerischen Bischöfe zur Knotenlöserin im Mai 2015 der Fall. Auch der Hohe Dom zu Augsburg ist eine Marienkirche, er trägt das Patrozinium „Mariä Heimsuchung“.

Die heilige Messe mit der anschließenden Marienweihe in der Kapelle des Bischofshauses beginnt am Mittwochabend um 19 Uhr. Sie wird von katholisch1.tv live im Internet übertragen und kann auf dessen Seite bei YouTube verfolgt werden.

Die Gottesdienste aus der Kapelle des Bischofshauses gibt es wochentags (Montag bis Samstag) täglich um 19 Uhr auf YouTube bei katholisch1.tv, außerdem sonntags um 10 Uhr zusätzlich auch bei a.tv und Allgäu-TV.

HIER geht es zum Mariengebet_DIN_A4 (1,3 MB)

Quelle: https://bistum-augsburg.de/Nachrichten/Marienweihe-des-Bistums_id_218867


Kardinal Newman und die Marienverehrung

Von Felizitas Küble

Am Sonntag, dem 13. Oktober, wird Kardinal John Henry Newman im Vatikan zur Ehre der Altäre erhoben. Auch Prinz Charles  – seine Mutter ist formal das Oberhaupt der Anglikaner, der britischen „Staatskirche“  –  wird an der Heiligsprechung teilnehmen.

Am 19. September 2010 wurde Newmann von Benedikt XVI.  – der ihn schon vor seiner Papstzeit als Theologe sehr geschätzt hat  – seliggesprochen.

Der künftige Heilige  – geboren am 21. Februar 1801 in London  – ist einst als Schriftsteller und anglikanischer Pfarrer in die katholische Kirche übergetreten, was in den gebildeten Kreisen Englands für großes Aufsehen sorgte – und dies umso mehr, als Newman sich zuvor sehr kritisch über Lehren und Frömmigkeitsformen der Katholiken äußerte, die sich in seinem Land ohnehin in einer benachteiligten Minderheitenposition befanden.

Newman neigte zunächst zu einer biblizistisch-evangelikalen Frömmigkeit. Später wurde ihm die Wichtigkeit der Sakramente und der Tradition stärker bewußt und er fühlte sich der hochkirchlich-anglikanischen Oxford-Bewegung verbunden, die teilweise das spirituell-theologische Erbe des katholischen Glaubens weiterführt, vor allem hinsichtlich der Marien- und Heiligenverehrung.

Gleichwohl behielt Newman seine Distanz zur katholischen Kirche bei. Aber vor allem durch das intensive Studium der Kirchenväter änderte sich seine Meinung grundlegend.

Zunächst hatte er geglaubt, katholische Dogmen mit Hilfe der Patristik (Kirchenväterlehre) widerlegen zu können.

Doch der gelehrte Theologe der „Church of England“ (Staatskirche von England) erkannte immer klarer, daß schon die Kirchenväter der ersten christlichen Jahrhunderte durch und durch katholisch waren. Besonders deutlich wurde dies beim heiligen Augustinus von Hippo, dem größten Kirchenlehrer der Antike (Altertum), dessen Mutter Monika ebenfalls als Heilige verehrt wird.

Hinsichtlich der Marienverehrung stand er einem biblisch geprägten Marienlob bereits in seiner anglikanischen Zeit durchaus positiv gegenüber; er ermutigte seine Glaubensgenossen, die Ankündigung der Madonna aus ihrem Magnificat ernst zu nehmen: „Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter“ (Lk 1,48).

Somit entspricht eine fehlende Wertschätzung Mariens nicht dem Geist und Buchstaben des Neuen Testaments.

Bereits in seiner ersten Predigt als anglikanischer Vikar würdigte er im Jahr 1826 die „makellose Reinheit“ der Gottesmutter. Auf dem biblisch geprägten Rosenkranzgebet stand er wohlwollend gegenüber.

Newman vertiefte sodann seine mariologischen Ansichten durch seine Beschäftigung mit den frühchristlichen Lehrern der Kirche. Seine wachsende Verehrung für die Mutter des HERRN war ein wesentliches Motiv für seine Konversion.

Ihm wurde nun aber gerade in dieser Hinsicht entgegengehalten, es gäbe übertriebene Formen des Marienkultes bei den Katholiken.

Der Konvertit hat dieses Problem keineswegs bestritten (wie sollte er dies auch?! –  Er, der aufrichtige Kämpfer für die Wahrheit!), aber darauf hingewiesen, daß der Mißbrauch nicht gegen die Sache selbst spricht. Volkstümliche Auswüchse sind bedauerlich, aber kein Argument gegen die amtliche kirchliche Lehre, die solche Entgleisungen nicht abdeckt.

Er schrieb hierzu: „Sollen wir etwa, weil ein Teil der Christen in der Andacht übertreibt, die Ehrfurcht vor ihr  verlieren?“  –  Es sei doch der Heilige Geist selbst, so Newmann, der Maria durch Elisabeth als die „Gesegnete unter den Frauen“ gepriesen habe und sie zuvor als „Gnadenvolle“ durch den Engel Gabriel begrüßte.

Für Kardinal Newman war die Marienverehrung keine Konkurrenz, sondern eine angemessene Begleitmusik zur Gottesliebe.

Sein Marienlob war christozentrisch  – und er erkärte gegenüber anglikanischen Kritikern, daß sich die mariologischen Dogmen der Kirche ebenfalls auf Christus beziehen.

Vor allem der Titel „Gottesgebärerin“ (Theotokos) verdeutlicht dies, denn damit bekennen die Gläubigen die göttliche Natur ihres Erlösers, der GOTT und Mensch zugleich ist. Es geht hier um das Glaubensgeheimnis der Inkarnation (Menschwerdung) der zweiten Person der göttlichen Dreieinigkeit.

Alle Vorzüge Mariens sind gnadenhaft, von GOTT in seiner Huld verliehen und ihr im Hinblick auf Christus geschenkt.

Wenn dies in privaten Andachten oder überzogenen Formen des „Volksglaubens“  – auch hinsichtlich der weitverbreiteten Sucht nach „Erscheinungen“ und „Botschaften“   – aus dem Blick gerät, muß dies korrigiert werden, doch stellen solche Auswüchse nicht die Berechtigung der kirchlichen Marienverehrung infrage.

Zu gewissen Fehlformen im Volksglauben erklärte Johannes Paul II., gewiß ein „marianischer“ Papst, in einer Ansprache vom 21.9.2001 an die vatikanische Gottedienstkongretation u.a. folgendes:

„Zuweilen scheinen Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit durch Elemente verunreinigt zu sein, die mit dem katholischen Glauben unvereinbar sind. In solchen Fällen müssen sie mit Besonnenheit und Geduld gereinigt werden, und zwar durch Kontakte zu den Verantwortlichen sowie eine aufmerksame und respektvolle Katechese, sofern grundsätzliche Unstimmigkeiten nicht sofort klare und direkte Maßnahmen nötig machen.“

Fehlentwicklungen gibt es vor allem dort, wo Christus fast nur als der „strenge Herrscher“ erscheint, der am Jüngsten Tage als Richter der Lebenden und Toten wiederkommt. Dabei wird zu wenig erkannt, daß Jesus uns vor allem den Zuspruch Gottes verkündigt hat – nicht allein seinen Anspruch. ER als Erlöser ist unser eigentlicher  Beistand und Mittler beim Vater, seine menschliche Mutter ist unser Vorbild und unsere Fürsprecherin.

Im Jahre 1849 stellte Newman klar, daß Mariens Stellung eine dienende ist – und daß sie ihre Gnadenvorzüge „um Jesu willen“ erhalten hat:

„Maria ist erhöht um Jesu willen. Es war geziemend, dass sie als Geschöpf, wenngleich das erste unter den Geschöpfen, eine dienende Aufgabe haben sollte. Gleich anderen ist auch sie in die Welt gekommen, ein Werk zu tun; sie hatte eine Mission zu erfüllen; ihre Gnade und ihre Herrlichkeit sind ihr nicht für sie selbst gegeben, sondern um ihres Schöpfers willen.“

Auch beim Rosenkranz erkannte er, wie christozentrisch und biblisch geprägt dieses betrachtende Gebet ist. Er erläuterte, seine „große Kraft“ liege darin, „dass er das Glaubensbekenntnis zu einem Gebet macht; natürlich ist das Credo als solches schon Gebet und eine große Ehrbezeugung Gott gegenüber.

Aber der Rosenkranz stellt uns die großen Wahrheiten des Lebens und Sterbens Christi vor Augen und bringt sie unserem Herzen näher. Wir betrachten so all die großen Geheimnisse seines Lebens: von seiner Geburt in der Krippe bis zu seinem Leiden und zu seinem Leben in Herrlichkeit.“

Kardinal Newman hat seine Marienverehrung in der Autobiographie „Geschichte meiner religiösen Überzeugungen“ (Apologia pro vita sua) dargelegt, worin er 20 Jahre nach der Konversion seine Standpunkte begründet hat – und vor allem in seiner Schrift „Die heilige Maria. Eine Apologie und historische Begründung des Marienkults“.

WEITERE INFOS:
Päpstliche Klarstellungen zur Volksfrömmigkeit: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/verlautbarungen/VE_160.pdf
Studien zu Newmans Mariologie von Prof. Dr. Joseph Schumacher: http://www.theologie-heute.de/NewmanMaria.pdf
Seine theologische Laufbahn vor der Konversion: https://www.grin.com/document/171169
Kardinal Newman, Maria und der Rosenkranz: https://de.zenit.org/articles/kardinal-newman-ein-grosser-rosenkranzbeter-und-lehrer-des-gebetes/