Bischofwort: Der „Marsch für das Leben“ will die Stimme der Schwächsten sein

Predigt von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Regensburg) beim Marsch fürs Leben in Berlin am 16.9.2017:

Wir sind am Ende unseres Marsches durch die Berliner Innenstadt angekommen und zwar beim Höhepunkt, nämlich der gemeinsamen Gottesdienstfeier. Wir hören gemeinsam auf Gottes Wort und mit Psalmen, Hymnen und Liedern loben und preisen wir den Schöpfer und Erlöser.

Lassen Sie mich zunächst Ihnen allen ein herzliches bayerisches „Grüß Gott“ sagen und ein herzliches „Vergelt‘s Gott“, dass Sie in so großer Zahl nach Berlin gekommen sind, um dem Lebensrecht auch der Schwächsten eine Stimme zu verleihen.

Danke aus ganzem Herzen auch an alle Polizistinnen und Polizisten, die uns beschützt und somit das staatsbürgerliche Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigt haben. Danke auch dafür, dass wir durch das Brandenburger Tor ziehen durften. Das Anliegen, das uns verbindet, entspricht diesem Symbol der Freiheit und der Einheit des deutschen Volkes.

Das lautstarke Geschrei und die Obszönität des Protestes, der uns entgegenschlägt, ist ein untrüglicher Beweis dafür, dass wir etwas Wichtiges zu sagen, etwas Notwendiges zu vertreten, etwas Heiliges zu schützen haben.

Für mich ist dieser ökumenisch getragene Marsch für das Leben ein großes ökumenisches Hoffnungszeichen, ein Stück schon verwirklichter, sichtbarer Einheit der Kirche, besonders in diesem Jahr des 500-jährigen Reformationsgedenkens. Danke für dieses ökumenisch ermutigende Zeichen.

Einsatz für die natürliche Ethik und die „Goldene Regel“

Gerne greifen wir die Bitte unserer Schweizer Freunde auf, mit Ihnen zu beten für das Leben. Ja, wir sind gekommen, um zu beten für Frauen in schwierigen 

Entscheidungssituationen, dass sie die richtigen Ratgeber bekommen, um zu beten für Familien, die sich materiell und ideell schwertun zu überleben, um zu beten für die Beraterinnen, um zu beten für die Frauen, die unter einem Post-Abortion-Syndrom leiden, wovon nur wenig gesprochen wird, um zu beten für alle, die heimatlos sind, kein Dach über dem Kopf haben und sich sehnen nach einer lebenswerten Heimat und um zu beten für alle, die Dienst in den Hospizen und auf den Palliativstationen tun, um Menschen einen lebenswürdigen Lebensabend zu schenken, damit sie nicht durch die Hand anderer, sondern gehalten von der Hand anderer den letzten Weg antreten können.

Wenn wir zusammen gekommen sind, um zu beten und Gottes Wort zu hören, dann dürfen wir uns ruhig zuerst bewusst machen, dass uns nicht erst Gottes Wort und unser christlicher Glaube verpflichten, die Stimme zu erheben für das Leben, insbesondere für die Schwächsten in unserer Gesellschaft, sondern erst schon einmal die Vernunft und das natürliche Sittengesetz, das uns als Handlungsregel nahelegt, mit anderen so umzugehen, wie wir selbst es für uns wünschten: die Goldene Regel.

Darüber hinaus hat das Grundgesetz unseres Landes – unter dem Eindruck der Folgen einer menschenverachtenden Ideologie – im ersten Artikel festgehalten: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung der staatlichen Gewalt.“  – In Artikel 2 heißt es: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ 

Lebensrecht ab der Empfängnis

Diese Rechte gelten für das Leben jeder menschlichen Person vom ersten Augenblick der Empfängnis bis zu ihrem letzten Atemzug, unabhängig davon, ob die betreffende Person den ästhetischen, ökonomischen oder sonstigen Erwartungen und Vorstellungen anderer oder der Gesellschaft entspricht. Jede menschliche Person ist ein Zweck an sich selbst, darf dementsprechend auch nicht anderen Interessen geopfert werden.

Diese elementaren Einsichten, erarbeitet vor allem von der großen deutschen Philosophie, sind der menschlichen Vernunft evident. Und sie gehören zum Fundament unserer freiheitlichen Gesellschaft.

Wir sollten sie und ihren philosophisch einsichtigen Geltungsanspruch nicht leichtfertig preisgeben und uns nicht zu früh auf die Position des Glaubens stützen.

Das Thema Lebensrecht ist nicht erst ein christliches Thema, es ist ein Menschheitsthema. Es geht um das Recht, um die Anerkenntnis des Rechtes anderer, die meinem Handeln Grenzen setzen. Und es geht letzten Endes um das Funktionieren des Rechtsstaates.

Widersprüchlicher Umgang mit Behinderung

Wir stehen in diesem Zusammenhang vor dem Paradox, dass postnatal große und größte Anstrengungen unternommen werden für die Inklusion, für die Integration von behinderten Menschen in unsere Gesellschaft, sie teilhaben zu lassen an unserem Leben. Und ich kann hier nur allen Einrichtungen in unserem Land, den kirchlichen und den staatlichen mit ihren Tausenden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von Herzen danken, dass sie mithelfen, dass unsere Gesellschaft ein so menschliches Antlitz zeigt.

Ja, noch nie wurde Menschen mit Behinderung so viel Fürsorge zuteil wie in unseren Tagen und in unserem Land ‑ postnatal. Pränatal haben wir gleichzeitig eine unbarmherzige und gnadenlose Exklusion und Selektion.

Ich stelle die Frage: Kann man wirklich gleichzeitig Tränen der Rührung vergießen beim Verlesen eines Briefes aus dem Jahr 1943 durch einen Schauspieler mit Down-Syndrom[2] – so geschehen hier neben uns in diesem hohen Hause am 27. Januar 2017, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus  –  und gleichzeitig schweigen über die pränatale Selektion unserer Tage?

Mindestens neun von zehn Trisomie 21 diagnostizierte Embryos dürfen das Licht der Welt nicht mehr erblicken in unserem Land.[3]

Von einem Augenblick zum anderen scheint sich die Rechtsposition einer menschlichen Person um einhundertachtzig Grad zu verändern. Ist das nicht irrationale Willkür? Ich kann in diesem Zusammenhang nur unterstreichen, was der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx im Grußwort zum diesjährigen Marsch für das Leben geschrieben hat:

„Die modernen vorgeburtlichen Diagnosemethoden entwickeln sich rasant. So wird es in unserer Gesellschaft zunehmend ,normal‘, Kinder während der Schwangerschaft auf ihre Gesundheit zu testen. Den vorgeburtlichen diagnostischen Möglichkeiten entsprechen jedoch nicht immer auch therapeutische Handlungsoptionen, so dass nicht selten eine Abtreibung an die Stelle fehlender Therapiemöglichkeiten gestellt wird. Dem gilt es klar zu widersprechen.“[4]

Wir sind gekommen, denen eine Stimme zu geben, die ihr Selbstbestimmungsrecht über ihre Leiblichkeit und über ihre Sexualität noch nicht selbst zum Ausdruck bringen können. Sie brauchen uns.

Der Wert des Menschen im Licht der Bibel

Die biblische Botschaft, auf die sich unser christlicher Glaube stützt, hat wesentlich zur Erkenntnis und zur vertieften Begründung der unveräußerlichen Rechte der menschlichen Person beigetragen. Wenn jeder Mensch ein Bild Gottes ist, berufen zum Dialog und zur Gemeinschaft mit ihm, hat er auch teil an seiner göttlichen Würde.

Wenn Gott in seiner Menschwerdung unser aller Menschenbruder geworden ist, unsere menschliche Natur angenommen hat, hat er damit den Menschen erhöht und geadelt. Jeden Menschen. Die Schrifttexte unserer ökumenischen Andacht jetzt hier und heute haben uns zwei herrliche Details der göttlichen Wertschätzung des Menschseins vor Augen gestellt. Psalm 139 beschreibt das Heranwachsen des Kindes im Mutterleib als göttliches Kunstschaffen:

„Du hast mein Inneres geschaffen, / mich gewoben im Schoß meiner Mutter. /
Ich danke Dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast.“

Und weiter geht es mit der Vorstellung, dass jedes menschliche Wesen vom ersten Augenblick seines Daseins bei Gott Ansehen hat, weil Er auf ihn schaut:

„Als ich geformt wurde im Dunkeln / kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, / waren meine Glieder dir nicht verborgen. / Deine Augen sahen, wie ich entstand, …“

Unser Ja zum Leben ist der Mitvollzug des göttlichen Ja zum Leben, ist Antwort auf sein Schöpfungshandeln. In diesem Glauben wird in der ganzen jüdisch-christlichen Tradition das Kind als ein Segen betrachtet, und jede Geburt als Beweis, dass Gott ein Freund des Lebens ist. Mit Papst Franziskus rufe ich Ihnen zu:

„Jedes Leben ist unantastbar! Bringen wir die Kultur des Lebens als Antwort auf die Logik des Wegwerfens und auf den demographischen Rückgang voran; stehen wir zusammen und beten wir gemeinsam für die Kinder, deren Leben durch einen Schwangerschaftsabbruch bedroht ist, wie auch für die Menschen, die am Ende des Lebens angelangt sind – jedes Leben ist unantastbar! –, dass niemand alleine gelassen werde und die Liebe den Sinn des Lebens verteidige. Rufen wir die Worte Mutter Teresas in Erinnerung: ‚Das Leben ist Schönheit, bewundere es; das Leben ist Leben, verteidige es!‘ sei es beim Kind, das kurz vor der Geburt steht, sei es bei dem Menschen, der dem Tod nahe ist: jedes Leben ist unantastbar!“[5]

Unser Herr Jesus, der selbst als hilfsbedürftiges und wehrloses Kind in der Krippe geboren wurde, hat noch einmal in besonderer Weise das Kindsein ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit gerückt. In einer Zeit, in der das „Kind-sein“ als „noch-nicht-erwachsen-sein“ galt, hat er die Haltung der Kindlichkeit den Erwachsenen zum Vorbild gemacht. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder.“

Ohne des Kindsein naiv idealisieren zu wollen, gilt doch: Kindlich sein im guten Sinne, das bedeutet:

Staunen können, große Augen machen können über die kleinen und großen Wunder dieser Welt, sich gerne beschenken lassen und nicht gleich auf Revanche (Rache!) sinnen (wie die Erwachsenen), die Abhängigkeit vom Größeren (von Papa und Mama, Oma und Opa) anerkennen, sich gerne tragen lassen im Wissen, dadurch nicht klein, sondern im Aufblick selbst wahrhaft groß zu werden.

Der Geist schenke uns allen immer wieder diese Haltung echter Kindlichkeit, die wir – meiner Erfahrung nach – oft gerade noch einmal auch bei Menschen mit einer Behinderung in besonders herzlicher Weise erleben können. Der Herr sagt uns, wir haben es im Evangelium vorhin gehört, der Größte im Himmelreich muss sein wie ein Kind, das dankbar die Gnade der Erlösung annimmt. Und schließlich fügt er noch hinzu: „Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.“ (Mt 18,5)

Hier klingt schon die Verheißung des großen Gerichtsgleichnisses von Mt 25 auf: „Was ihr dem geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ – die Identifizierung des Herrn mit den Schwachen und Hilfsbedürftigen gilt in besonderer Weise im Blick auf die Kinder. Dem wissen wir uns verpflichtet, und bei all diesem unseren Tun wissen wir uns dem Herrn in besonderer Weise nahe. „Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.“ (Mt 18,5). Amen.

Anmerkungen:
[1] Hinweis: Es handelt sich um eine sprachlich leicht überarbeitete und im biblischen Teil erweiterte Fassung der Predigt, die am 16. September in Berlin gehalten wurde.
[2] Sebastian Urbanski, * 1978 in Berlin, Schauspieler und Synchronsprecher.
[3] Vgl. Annett Stein, Neun von zehn Paaren lassen bei Trisomie abtreiben, auf: Welt online vom 08.03.2015, vgl. ebenfalls „Downsyndrom führt meist zu Abtreibung“, auf: Spiegel online vom 15.03.2017.
[4] Reinhard Marx, „Marsch für das Leben“. Grußwort des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2017.
[5] Papst Franziskus, 5. Februar 2017, Tag des Lebens in Italien; vgl. das Grußwort zum Marsch für das Leben 2017 von Nuntius Erzbischof Nikola Eterović.

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„Uns gehört die Zukunft“: Marsch für das Leben in Berlin 2017

„Der Marsch für das Leben war erfolgreicher denn je“, erklärt die Vorsitzende des BVL (Bundesverband Lebensrecht), Alexandra Linder, gestern in Berlin.

Rund 7.500 Teilnehmer, gute Stimmung und hochkarätige Redner/innen aus dem In- und Ausland auf dem Podium:

Die Veranstaltung, die im Vorfeld mit Grußworten durch Politik, Verbände und Kirchen unterstützt worden war, sandte bei strahlendem Wetter vor dem Reichstag ein deutliches Signal an den neu zu wählenden Bundestag:

„Das Lebensrecht und die Würde des Menschen sind unveräußerlich“, so Robert Antretter, ehem. Bundestagesabgeordneter der SPD und Ehrenvorsitzender der Bundesvereinigung Lebenshilfe, in seiner Ansprache.

Ein bewegendes Zeugnis dafür, wie unverzichtbar der Einsatz der Lebensschützer ist, war der Auftritt von Lukas: Der 18-Jährige, der das Down-Syndrom hat, ist u. a. bei der freiwilligen Feuerwehr aktiv und beeindruckte die Marschteilnehmer durch seine Lebensfreude.

Bewegend war auch der Auftritt eines jungen Paares, das offen über seine Abtreibungserfahrung sprach.

Der Berliner Weihbischof Dr. Matthias Heinrich verlas das Grußwort von Erzbischof Dr. Heiner Koch, der selbst verhindert war. Darin brachte er sein Erstaunen darüber zum Ausdruck, dass der Marsch für das Leben nicht als das anerkannt werde, was er sei: ein friedliches Eintreten für das grundgesetzlich geschützte Recht auf Leben.

Auch Bischof Prof. Dr. Rudolf Voderholzer aus Regensburg (siehe Foto) bedankte sich in seiner Predigt während des Abschlussgottesdienstes für den Einsatz der Teilnehmer, darunter mehrere Weihbischöfe und Vertreter der evangelischen Kirche.

Außerdem traten bei der Kundgebung überwiegend junge Vertreter/innen ausländischer Lebensrechts-Organisationen sowie die Publizistin Birgit Kelle auf.

Die Versammlung verabschiedete neun konkrete Forderungen an den neuen Bundestag, der nächste Woche gewählt wird.

Dem umsichtigen und professionellen Einsatz der Polizei ist es zu verdanken, dass es trotz einiger versuchter Störaktionen von Lebensgegnern zu keinen schwerwiegenden Zwischenfällen kam.

„Das ist hier ein fröhliches Fest für das Leben“, rief die Studentin Emily Milne den Zuhörern zu. „Wir sind die Pro-Life-Generation. Uns gehört die Zukunft!“

Weitere Infos und Kontakt: http://www.marsch-fuer-das-leben.de http://www.facebook.com/Marsch-für-das-Leben-765400646967663

Foto: BVL, Axel Nickolaus


BVL fordert Kindergeld für Ungeborene

Mit konkreten Forderungen ist der Marsch für das Leben am heutigen Samstag an den neuen Bundestag herantreten, der eine Woche später gewählt wird. Neben einer Bildungsoffensive zum Thema „Wann beginnt das menschliche Leben?“ und Kindergeld vor der Geburt fordert der Bundesverband Lebensrecht, dass Schwangere bereits bei der ersten Untersuchung kostenlose Ultraschallbilder erhalten.

Zudem sollen Gentests an Embryonen (NIPD) nur zulässig sein, wenn sie der Heilung und dem Leben von Mutter und Kind dienen. Diese und weitere, insgesamt neun Forderungen werden den Marschteilnehmern zur demokratischen Abstimmung vorgelegt.

Die Unterstützung des Marsches wächst stetig:

Kirchliche und politische Repräsentanten wie der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch und weitere Vertreter aus verschiedenen Kirchen und Konfessionen, Bundestags- und Landtagsabgeordnete wie der Präsident des deutschen Bundestags, Prof. Dr. Norbert Lammert, Bundesminister Christian Schmidt, der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende, Volker Kauder, der Vorsitzende der JU Bayern, Dr. Hans Reichhart, und Verbände wie der Malteser-Ritterorden und das Zentralkomitee der Dt. Katholiken unterstützen ebenso wie die Dt. Bischofskonferenz das Anliegen dieser größten Lebensrecht-Veranstaltung in Deutschland.

Die Grußworte finden Sie im Wortlaut unter: http://www.marsch-fuer-das-leben.de

Der Päpstliche Nuntius Nikola Eterović übermittelte der Veranstaltung den Apostolischen Segen von Papst Franziskus. 


Berlin: Marsch für das Leben erfolgreich

Vier katholische Bischöfe und führende Evangelikale dabei

Friedlich und nahezu störungsfrei verlief der dreizehnte „Marsch für das Leben“ am 16. September in Berlin.

Nach Angaben des Bundesverbandes Lebensrecht, einem Zusammenschluss von 13 Organisationen, beteiligten sich an der ökumenischen Kundgebung vor dem Reichstagsgebäude 7.500 Personen –  und damit ebenso viele wie im Vorjahr.

Der Zug durch das Regierungsviertel stand unter dem Motto: „Die Schwächsten schützen. Ja zu jedem Kind. Selektion und Abtreibung beenden“.

Zu einer Gegendemonstration hatte ein „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ aufgerufen. Darunter waren Vertreter der Grünen, der Linkspartei sowie der SPD. Diese Protestaktion wurde u. a. vom Regierenden Bürgermeister Berlins, Michael Müller (SPD) und dem grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck unterstützt.

Der katholische Bischof von Regensburg, Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto), forderte im ökumenischen Abschlussgottesdienst dazu auf, denen eine Stimme zu geben, die ihr Selbstbestimmungsrecht noch nicht zum Ausdruck bringen können.

Es sei ein „wichtiges ökumenisches Hoffnungszeichen“, dass Katholiken und Protestanten sich dafür gemeinsam einsetzten. Die „Obszönität des Protestes“ der Gegendemonstranten sei ein Beweis dafür, dass die Lebensrechtler etwas Wichtiges zu sagen und etwas Heiliges zu schützen hätten.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Alexandra Linder (siehe Foto: 1. von links), erinnerte bei der Auftaktveranstaltung daran, dass laut Weltge

Foto: BVL

sundheitsorganisation weltweit etwa 40 Millionen Kinder jährlich abgetrieben werden. Zu Recht setzten sich Tierschützer dafür ein, dass hochträchtige Rinder nicht zum Schlachten gebracht werden dürften. Diesen Aufschrei wünsche sie sich auch für den Schutz ungeborener Kinder.

Die Journalistin und Buchautorin Birgit Kelle erinnerte daran, dass sich im Bundestagswahlkampf alle Parteien für die Förderung von Familien aussprächen. Die Forderung, kein Kind zurück zu lassen, müsse auch für Ungeborene gelten. Es sei für die Gesellschaft ein Armutszeugnis, dass sie ungeborenes Leben töte, anstatt es zu unterstützen.

An dem Schweigemarsch nahmen vier katholische Würdenträger teil:

Neben Bischof Voderholzer waren auch die Weihbischöfe Matthias Heinrich (Berlin), Hubert Berenbrinker (Paderborn) und Florian Wörner (Augsburg) vertreten.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch erklärte in einem schriftlichen Grußwort, die Demonstranten setzen sich für ein „wahrhaft demokratisches Anliegen“ ein. Es gelte, sich für ungeborenes Leben gleichermaßen einzusetzen wie für Verfolgte und Flüchtlinge. Auch der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, schickte ein Grußwort.

Für den evangelikalen Dachverband, die Deutsche Evangelische Allianz, beteiligten sich der Generalsekretär, Hartmut Steeb, und der Vorsitzende, Ekkehart Vetter.

Steeb bezeichnete den Marsch für das Leben als „nationale Gedenkfeier“ für die im Mutterleib getöteten Kinder. Vetter erinnerte an Worte aus dem Propheten Jeremia 1,5: „Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete.“

Die Unterstützung von landeskirchlicher Seite für die Demonstration war spärlich. Lediglich der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit, sandte ein Grußwort. Hingegen unterstützt die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg den Marsch nicht. 

Quelle und vollständiger IDEA-Text hier: http://www.idea.de/nachrichten/detail/7500-teilnehmer-beim-marsch-fuer-das-leben-102447.html

Weiterer Bericht hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2017/tausende-demonstrieren-in-berlin-gegen-abtreibung/


Linksfront: Berlins Bürgermeister Müller agitiert gegen den „Marsch fürs Leben“

„Alle Formen des Zusammenlebens rechtlich umfassend anerkennen“

Im Abgeordnetenhaus der Bundeshauptstadt regiert eine Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei – und an ihrer Spitze steht seit dem 11. Dezember 2014 der Regierende Bürgermeister Michael Müller. Der Sozialdemokrat zeichnet sich unter anderem durch eine befremdliche Nähe zum Islam aus.  
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Am 16. März dieses Jahres nahm er an einer „interreligiösen“ Kundgebung teil, die vor allem von islamischen Verbänden veranstaltet wurde, die der Verfassungsschutz beobachtet. Der Zentralrat der Juden in Deutschland warnte Müller vor einer Teilnahme, doch dieser wußte es „besser“.
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Auch jetzt setzt der Regierende Bürgermeister einer Linksfront-Regierung wieder ein besonderes Zeichen:
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Dem sog. „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“, das eine totale Abtreibungsfreiheit bis zum 9. Monat fordert und jährlich gegen den „Marsch für das Leben“ in Berlin mobil macht, hat Müller jetzt ein zustimmendes Grußwort zukommen lassen, das am heutigen Freitag (15.9.) veröffentlicht wurde.
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Darin ermuntert er die Abtreibungsbefürworter in ihrem Protest („Aktionstag“) gegen den „Marsch für das Leben“  –  und er plädiert für eine „umfassende rechtliche Anerkennung aller Formen des Zusammenlebens“  –  wohlgemerkt: „aller“ Formen, nicht etwa allein der hetero- oder homosexuellen Variante.
Will er etwa auch die Mehr-Ehe eingeführt sehen? Angesichts seiner pro-islamischen Tendenzen würde dies wenig verwundern.
In seinem Solidaritätsschreiben heißt es u.a.:

„Solidarisch miteinander sein und Vielfalt anerkennen als Bereicherung unserer Gesellschaft, verstehe ich als zentrale Werte in unserem täglichen Leben. Dazu gehören für mich auch die umfassende rechtliche Anerkennung aller Formen des Zusammenlebens sowie die Selbstbestimmung über den eigenen Körper und die eigene Sexualität.

Um Vielfalt verstehen, akzeptieren und leben zu können, bedarf es auch in unserer an und für sich aufgeklärten Gesellschaft einer geschlechter- und kultursensiblen Sexualaufklärung. Dazu trägt das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung mit seinen Aktivitäten bei.

Ich wünsche allen Beteiligten einen erfolgreichen Aktionstag 2017 mit großer Reichweite und viel Unterstützung.“

Unser Artikel wurde auf dieser Lebensrechts-Seite übernommen: https://aktion-sos-leben.blogspot.de/2017/09/berlins-burgermeister-muller-agitiert.html


Bischofskonferenz unterstützt den Marsch für das Leben in Berlin

Zur heutigen Pressemitteilung und dem Grußwort der Deutschen Bischofskonferenz erklärt Alexandra Linder, die Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht in Berlin:

„Mit einem Grußwort und einer Pressemitteilung unterstützen Kardinal Reinhard Marx und die Dt. Bischofskonferenz die Tätigkeit der Lebensrechtsverbände, die in jedem Jahr zum Marsch für das Leben aufrufen.

Das ist für die Teilnehmer, für die Mitglieder der Vereine und für all die anderen Menschen, die sich für das Lebensrecht engagieren, eine große Ermutigung.

Der Münchner Erzbischof schreibt wörtlich: „In diesem Anliegen wünsche ich dem Marsch für das Leben einen guten Erfolg und eine rege Teilnahme und danke allen für ihren Einsatz für das Leben.“

Angesichts der Entwicklungen in den „bioethischen“ Bereichen ist es wichtiger denn je, dass die gesellschaftlich relevanten Gruppen und Verbände, die sich für das Leben einsetzen, an einem Strang ziehen.

Je mehr konstruktive, ergänzende Zusammenarbeit es auf den verschiedenen Ebenen gibt, desto besser können wir Gesellschaft und Politik davon überzeugen, dass das Leben jedes Menschen in jeder Phase unbedingt und ohne Einschränkungen geschützt werden muss.

Ermutigung auch von evangelischer und orthodoxer Seite

Erfreut ist der Bundesverband Lebensrecht auch über die Unterstützung weiterer Kirchen und Konfessionen beim Marsch für das Leben, wie zum Beispiel des evangelischen Bischofs Hans-Jürgen Abromeit (Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche), der darauf verweist, dass „weder Eltern noch Medizineroder Sozialarbeiter“ einen Besitzanspruch auf das Kind haben  –  oder Pfr. Steffen Kern, Vorsitzender von „Die Apis“, der mitteilt: „Es ist zu begrüßen, wenn der Marsch für das Leben an diese Herausforderungen erinnert. So schärft er die Gewissen und trägt zur ethischen Orientierung bei.“

Der evangelikale Evangelist Ulrich Parzany, Vorsitzender des Netzwerks Bibel und Bekenntnis, betont, dass man sich an das Unrecht nicht gewöhnen dürfe.

Auf die Bedeutung des Lebens in seiner Fülle verweist der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, in seinem Grußwort.

Der Marsch für das Leben beginnt am Samstag, dem 16. September, um 13 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Reichstag in Berlin.

Infos: http://www.marsch-fuer-das-leben.de


BVL: Auf zum Marsch fürs Leben in Berlin!

Am Samstag, den 16. September, veranstaltet der Bundesverband Lebensrecht (BVL) zum 13. Mal den „Marsch für das Leben“ in Berlin.

Foto: BVL

Wie IDEA in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, steht die Demonstration, mit der Christen acht Tage vor der Bundestagswahl ein Zeichen gegen die Tötung ungeborener Kinder setzen wollten, in diesem Jahr unter dem Motto: „Die Schwächsten schützen – Selektion und Abtreibung beenden“.

Der Marsch, zu dem Lebensrechtler aus ganz Deutschland erwartet werden, beginnt um 13 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Reichstagsgebäude und endet mit einem ökumenischen Gottesdienst.

Mit 7.500 Teilnehmern hätten sich an ihm im vergangenen Jahr so viele Bürger beteiligt wie nie zuvor.

Die Vorsitzende des BVL, Alexandra Maria Linder, rief zur Teilnahme am Marsch auf: „Je sichtbarer wir als Lebensrechtsbewegung auftreten, desto mehr können wir Gesellschaft und Politik auch übers Jahr mit unseren Themen ansprechen.“

Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl komme dem diesjährigen Marsch mit Blick auf die kommende Legislaturperiode daher besondere Bedeutung zu.