IGFM verlangt Klarheit über massenhaften staatlichen Organraub in China

Kommunistische Diktatur verweigert Auskunft

Hubert Körper, Vorstandsmitglied und China-Experte der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erklärt:

„Der Mangel an legalen Spenderorganen kostet in China wahrscheinlich zehntausende Menschen jährlich das Leben. Nach allem, was heute bekannt ist, muss angenommen werden, dass neben zum Tode verurteilten Straftätern insbesondere Gefangene aus Gewissensgründen in großer Anzahl getötet werden, nur um ihre Organe verkaufen zu können. Die Opfer sind vermutlich in Arbeitslagern und Gefängnissen gefangen gehaltene Uiguren, Tibeter, Mitglieder von christlichen Hauskirchen, aber in erster Linie Anhänger der Meditationsschule Falun Gong.“

Die chinesische Regierung habe nach Angaben der IGFM über Jahre lediglich Versprechen und Absichtserklärungen geliefert. Sehr viele Indizien sprächen aber nach wie vor für schwerste Missstände. Gleichzeitig verweigern die chinesischen Behörden jede Transparenz, so dass befürchtet werden müsse, dass politische Gefangene weiterhin in großem Ausmaß „auf Bestellung“ getötet würden.

Das kommunistisch beherrschte China ist nach den USA weltweit das Land mit den meisten Organtransplantationen pro Jahr. Die „Wartezeiten auf Spenderorgane sind grotesk kurz“, erklärt Körper weiter.

Die bisherigen Erklärungsversuche chinesischer Stellen über die Herkunft der Organe seien völlig unplausibel. Es gebe in China kulturell bedingt eine Aversion gegen Organspenden und kaum freiwillige Spender. Zudem fehle ein effektives Datenbank- und Verteilsystem wie es z. B. in Europa existiere. 

China unterhält das größte Zwangsarbeitslagersystem der Welt. Aussagen von überlebenden ehemaligen Gefangenen machen deutlich, woher mit großer Wahrscheinlichkeit jedes Jahr tausende „Spender“-Organe stammen: Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass insbesondere willkürlich in Zwangsarbeitslagern inhaftierte Anhänger der buddhistischen Meditationsschule Falun Gong, Angehörige von Minderheiten und andere politische Gefangene gezielt getötet werden. Nicht weil diese Gefangenen ein Verbrechen begangen hätten, sondern ausschließlich, weil sich ihre Organe gewinnbringend verkaufen lassen.

Entschließungen des US-Repräsentantenhauses und der EU

Erst am 13. Juni 2016 verurteilte das US-Repräsentantenhaus in einer Resolution die Praxis der staatlich unterstützten, erzwungenen Organentnahme und die Verfolgung der Meditationsschule Falun Gong in China. Gleichzeitig forderten die US-Abgeordneten Transparenz und eine unabhängige Untersuchung des Transplantationsmissbrauchs in China.

Zuvor hatte bereits das Europäische Parlament am 12. Dezember 2013 in einer wegweisenden Entschließung die Transplantationspraxis in China verurteilt und die EU und ihre Mitgliedstaaten aufgefordert, „sich des Themas der Organentnahmen in China anzunehmen“ und empfohlen, „den Missbrauch bei Organtransplantationen in China öffentlich zu verurteilen“.

Forderungen der IGFM

Die IGFM verlangt daher ein rasches Handeln der internationalen Staatengemeinschaft. Notwendig sei eine internationale Untersuchungskommission, um die Herkunft zehntausender Spenderorgane und die mutmaßliche Ermordung tausender politischer Gefangener zu klären.

Außerdem fordert die IGFM die Beendigung der Zusammenarbeit von deutschen mit chinesischen Forschungs- und Transplantationszentren, insbesondere die Ausbildung chinesischer Transplanteure in Deutschland. Westliche Pharmaunternehmen dürften keine Immunsuppressiva mehr nach China liefern, ohne die Sicherheit zu haben, dass die in der VR China transplantierten Organe ausschließlich von freiwilligen Spendern stammen.

Darüber hinaus dürfe es keine Kostenübernahme durch deutsche und europäische Krankenversicherungen für Kosten im Zusammenhang mit Transplantationen in China geben. Ebenso wichtig seien gesetzliche Regelungen, die verhindern, dass deutsche und europäische Patienten am „Transplantationstourismus“ in China teilnehmen.

Vom Deutschen Bundestag und der deutschen Bundesregierung erwartet die IGFM eine klare und unmissverständliche öffentliche Verurteilung dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Es sei eine Frage der Würde und des Mutes angesichts solcher Menschenrechtsverbrechen nicht mehr länger zu schweigen.

Von den chinesischen Behörden und Institutionen fordert die IGFM Transparenz und vor allem den Nachweis eines auf Freiwilligkeit basierenden Organspende-Systems inklusive einer landesweiten Datenbank. Vorbild dafür kann die europäische Lösung „Eurotransplant“ sein.

Zu Originaldokumenten & weiteren Infos:

[zur Resolution des US-Repräsentantenhauses vom 13. Juni 2016 …]

[zur Entschließung des Europäischen Parlaments zu Organentnahmen in China vom 12. Dezember 2013 …]

Weitere Infos zu Organraub: www.menschenrechte.de/organraub

Weitere Infos zu Menschenrechtsverletzungen in China: www.menschenrechte.de/china

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Rot-China: Massenhafte Ermordung von Häftlingen zwecks Organhandel?

Im Vatikan findet vom 7. bis zum 8. Februar 2017 ein Spitzentreffen zu „Organhandel und Transplantationstourismus“ statt. Neben Vertretern der Radio VatikanWeltgesundheitsorganisation, der Vereinten Nationen, von Regierungsbehörden und Nichtregierungsorganisationen hat die Päpstliche Akademie der Wissenschaften auch den ehem. chinesischen Vize-Gesundheitsminister Huang Jiefu als Redner eingeladen.

Er ist selbst Transplantationschirurg und gilt als mitverantwortlich dafür, dass in der Volksrepublik hunderttausende Organe aus völlig unklaren Quellen verpflanzt wurden.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) appelliert an die Teilnehmer des Treffens, volle Transparenz einzufordern.

Nach wie würden viele Indizien dafür sprechen, dass in China tausende Menschen getötet werden, nur um ihre Organe verkaufen zu können. Die chinesische Regierung habe nach Angaben der IGFM über Jahre lediglich Versprechen und Absichtserklärungen geliefert. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

„Es darf keine Absolution für Transplantationsmissbrauch in China geben! Ohne Transparenz muss weiter befürchtet werden, dass politische Gefangene ‚auf Bestellung‘ getötet werden, um die Organe der Opfer verkaufen und transplantieren zu können“, kritisiert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Nach Angaben der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften hat selbst Papst Franziskus vor dem Treffen darauf hingewiesen, dass der Zusammenhang zwischen Organhandel, Menschenhandel und moderner Sklaverei untersucht werden solle. 

Die Volksrepublik China ist nach den USA das Land mit den meisten Organtransplantationen pro Jahr. Trotzdem sind die „Wartezeiten auf Spenderorgane grotesk kurz“, erklärt Hubert Körper, IGFM-Vorstandsmitglied und Experte für Transplantationsverbrechen.

Die bisherigen Erklärungsversuche chinesischer Stellen seien völlig unplausibel. Es gebe in China kulturell bedingt eine Aversion gegen Organspenden und kaum freiwillige Spender. Zudem fehle ein effektives Datenbank- und Verteilsystem wie es z. B. in Europa existiere. Bei behaupteten Reformen verweigerten die chinesischen Stellen nach wie vor Informationen und jede Überprüfung, so die IGFM weiter.

Hintergrund

Organraub und „Tötung auf Bestellung“
Die Volksrepublik China unterhält das größte Zwangsarbeitslagersystem der Welt. Aussagen von überlebenden ehemaligen Gefangenen machen deutlich, woher mit großer Wahrscheinlichkeit jedes Jahr tausende „Spender“-Organe stammen: Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass insbesondere willkürlich in Zwangsarbeitslagern inhaftierte Anhänger der buddhistischen Meditationsschule Falun Gong, Angehörige von Minderheiten und andere politische Gefangene gezielt getötet werden. Nicht weil diese Gefangenen ein Verbrechen begangen hätten, sondern ausschließlich, weil sich ihre Organe gewinnbringend verkaufen lassen.  China-foltert-Knueppel-IGFM_02

Entschließungen des US-Repräsentantenhauses und des Europäischen Parlamentes
Erst am 13. Juni 2016 verurteilte das US-Repräsentantenhaus in einer Resolution die Praxis der staatlich unterstützten, erzwungenen Organentnahme und die Verfolgung der Meditationsschule Falun Gong in China. Gleichzeitig forderten die US-Abgeordneten Transparenz und eine unabhängige Untersuchung des Transplantationsmissbrauchs in der Volkrepublik.

Zuvor hatte bereits das Europäische Parlament am 12. Dezember 2013 in einer wegweisenden Entschließung die Transplantationspraxis in China verurteilt und die EU und ihre Mitgliedstaaten aufgefordert, „sich des Themas der Organentnahmen in China anzunehmen“, und empfohlen, „den Missbrauch bei Organtransplantationen in China öffentlich zu verurteilen“.

Forderungen der IGFM
Die IGFM fordert aus diesem Grund ein rasches Handeln europäischer Stellen. Notwendig sei eine internationale Untersuchungsmission in die Volksrepublik China, um die Herkunft mehrerer zehntausend Spenderorgane und die mutmaßliche Ermordung tausender politischer Gefangener zu klären. Außerdem eine Beendigung der Zusammenarbeit von deutschen und europäischen Kliniken, Forschungszentren und Pharmaunternehmen mit chinesischen Transplantationsinstitutionen. Darüber hinaus dürfe es keine Kostenübernahme durch deutsche und europäische Krankenversicherungen für Kosten im Zusammenhang mit Transplantationen in der Volksrepublik China geben. Ebenso wichtig seien gesetzliche Regelungen, die verhindern, dass deutsche und europäische Patienten am „Transplantationstourismus“ in die Volksrepublik China teilnehmen.

Von den chinesischen Behörden und Institutionen fordert die IGFM Transparenz und vor allem ein auf Freiwilligkeit basierendes Organspende-System inklusive einer landesweiten Datenbank. Vorbild dafür kann die europäische Lösung Eurotransplant sein.

Zu Originaldokumenten & weiteren Infos:

zur Resolution des US-Repräsentantenhauses vom 13. Juni 2016
https://www.congress.gov/114/bills/hres343/BILLS-114hres343eh.pdf

zur Entschließung des Europäischen Parlaments zu Organentnahmen in China vom 12. Dezember 2013
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P7-TA-2013-0603+0+DOC+XML+V0//DE

Weitere Infos zu Organraub: http://www.menschenrechte.de/organraub

Weitere Infos zu Menschenrechtsverletzungen in China: http://www.menschenrechte.de/china


„Prognose Tod“: Zwei kritische KAO-Filme über Organtransplantationen

Vor einigen Tagen fand in Frankfurt eine Tagung der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) statt, in der es darum ging, die Situation von Angehörigen der „Organspender“ zu betrachten. Nicht verwunderlich, kommt die DSO zu einer Einschätzung, die unseren Erfahrungen diametral entgegensteht: Der Opfertod der „Spender“ sei ein großer Trost für die Hinterbliebenen. 62f10dc686

In zwei neuen Filmen, gedreht von der renommierten Fernsehjournalistin Silvia Matthies, die sich seit drei Jahrzehnten intensiv mit der Problematik von Hirntod und Organentnahme beschäftigt, werden unsere Erfahrungen ​dargestellt; die Filme sind auf Youtube zu finden:

Erster Film: Tod bei lebendigem Leib – was geschah mit Lorenz Meyer?

https://youtu.be/1kFv2ju8IRU

Welches Trauma eine Organentnahme für die Angehörigen des Spenders bedeuten kann, zeigt der Fall des 15-jährigen Lorenz Meyer. Die Eltern wurden bereits eine Nacht nach der Einlieferung ihres Sohnes in eine Schweizer Klinik mit der Frage nach Organentnahme konfrontiert. In ihrer Verzweiflung stimmten sie trotz aller Vorbehalte der Entnahme der Nieren zu. Ein Schritt, den sie im Nachhinein bitter bereuen sollten.

Erst bestand nur der Verdacht, dass mehr Organe entnommen wurden als zugesagt. Doch dann stellte sich heraus, dass es gravierende Zweifel an der Richtigkeit der Hirntoddiagnostik gibt. Scannen0005

Zweiter Film: Prognose Tod – Wann ist die Frage nach Organen zulässig?

https://youtu.be/d7eAEtEJl30

In vielen Kliniken werden die Angehörigen eines Patienten schon wenige Stunden nach der Einlieferung nach Organentnahme gefragt. Zu diesem Zeitpunkt ist oft noch keine Hirntoddiagnostik durchgeführt worden. Gerechtfertigt wird die Frage nach Organen mit einer aus Sicht der Ärzte aussichtslosen Prognose. Doch ist das Thema Organentnahme zu diesem Zeitpunkt  nicht verfrüht?

Welche fatalen Auswirkungen solche voreiligen Prognosen für die Betroffenen, ihre Angehörigen, aber auch für die Kliniken haben können, zeigt der Fall von Thomas  Linder.

Wer schützt Patienten, die als potentielle Organspender identifiziert werden, vor falschen Prognosen?

Kontakt: KAO (Kritische Aufklärung über Organtransplantationen), Dr. Martin Stahnke, Nelkenstr. 9 in 47906 Kempen

 


Offener Brief einer kath. Ärztin an Weihbischof Anton Losinger zur Organspende

Von Dr. med Regina Breul

Betreff: Interview bei Domradio am 24.2.2015 zur Stellungnahme des Dt. Ethikrates zu Hirntod und Organspende

Hochwürdigster Herr Weihbischof,

am 24.2.2015 gaben sie bei Domradio ein Interview zur Stellungnahme des Ethikrates zu Hirntod und Organspende. In diesem offenen Brief möchte einige Fakten, die Sie falsch oder zumindest ungenau vorgetragen haben, richtig stellen. 62f10dc686
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Seit Jahrtausenden ist es klar, wann ein Mensch tot ist. Er ist dann tot, wenn die sicheren Todeszeichen, Totenstarre, Totenflecke und schließlich Zersetzung vorhanden sind. (…)
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Allerdings sind die Organe eines solchen Toten nicht mehr zur Transplantation zu gebrauchen. Sieht man den Menschen um seiner selbst willen, so sind das ganz klare Fakten, die keinen Zweifel aufkommen lassen. 
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Bis zur Einführung der künstlichen Beatmung kannte man daher nur Tote und Menschen, die aufgrund eines schweren Hirnschadens im Wachkoma waren. Die Menschen im Wachkoma konnten noch selbständig atmen.
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Mit der Einführung der Beatmung gab es noch eine weitere Gruppe von komatösen Patienten, nämlich diejenigen, die nicht mehr selbständig atmen konnten. Für den Zustand dieser künstlich beatmeten, komatösen Patienten wurde der Begriff „Coma dépassé“ gebildet. Diese Menschen galten nach wie vor als Lebende.
 1000.
Ein eventuelles  Abstellen der Beatmung galt als Tötung. Man suchte nach einer Möglichkeit, dies zu umgehen. So wurde u.a. von Prof. Tönnis in Köln der Begriff des cerebralen Todes geprägt. Tönnis hatte seine wissenschaftlichen Erkenntnisse u.a. durch die Fliegerversuche im Dritten Reich gewonnen.
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BILD: Das Buch „Hirntod – Organspende“ mit Dr. Regina Breul als Co-Autorin
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Nachdem Prof. Barnaard seine erste Herztransplantation durchgeführt hatte und andere Transplanteure ihm nachfolgten, wurden einige von ihnen vor Gericht gestellt. In Japan wurde ein Transplanteur sogar rechtskräftig verurteilt.
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Daraufhin trat die Harvard ad-hoc-Kommission zusammen, um das Coma dépasse´zum neuen Todeskriterium zu machen. Die Organbeschaffung war ein wesentliches Ziel dieser Bemühungen, wie es im Bericht des Ad-hoc-Ausschusses der Havard Medical School zur Untersuchung der Definition des Hirntodes ausdrücklich dargelegt ist.
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In Ihrem Interview sagen Sie selbst
“Nichtsdestotrotz braucht man für die Möglichkeit einer postmortalen Organspende natürlich die Festlegung eines Zeitpunktes ab dem eine Explantation eines lebenswichtigen Organes vorgenommen werden darf.“
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Sie sehen also auch, dass der Hirntod nur wichtig ist, um den Zeitpunkt der Explantation festzulegen. Dem möglichen „Spender“ nützt diese verbale Regelung nichts. Außerdem steht im Organspendeausweis nach wie vor „nach meinem Tod“. Auch auf die Gefahr hin, dass die Spendenbereitschaft noch weiter zurückgeht, muss dort stehen „nach meinem Hirntod“.
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Wie soll der normale Bürger wissen, was der Begriff „Hirntod“ bedeutet, wenn sogar  sie selbst, als Mitglied des Deutschen Ethikrates, nicht oder falsch über diese Fakten informiert sind.
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Sie behaupten:
 „Zur Zeit können wir sagen, die Hirntoddiagnostik ist aus medizinisch naturwissenschaftlicher Sicht die valideste Technik zur Feststellung des Eintritts des Todeszeitpunktes eines Menschen“.
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Abgesehen davon, dass die Hirntoddiagnostik keine Technik, sondern eine Methode ist, wissen wir seit geraumer Zeit von Insidern des Transplantationsgeschäftes, dass die Hirntoddiagnostik nicht qualitätsgesichert ist und dass es bei einer Überprüfung von in Kliniken festgestellten Hirntoden, eine Fehlerquote von ca. 30% gab.
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FORTSETZUNG des Schreibens der Münchner Ärztin HIER: http://www.organspende-aufklärung.de/offener-brief-an-weihbischof-losinger/

Regensburg: Kontroverse Debatte zur Organspende auf dem Katholikentag

Von Gebhard Focke

Zur Podiumsdiskussion am 28. Mai von 16.30 bis 18 Uhr im Velodrom:

Die Veranstaltung über Organspende fand unter der Moderation von Dr. Hildegard Kaulen statt, Wissenschaftsjournalistin der FAZ.

Zu Beginn hielt Prof. Dr. Alexandra Manzei, Gesundheitswissenschaftlerin in Vallendar, ein Impulsreferat:: „Brücken bauen“ in der Transplantationsmedizin: ehrliche Aufklärung, transparente Politik, gute medizinische Versorgung. kao-logo-trans-verdana-breit-weiss

Dabei betonte sie besonders die kritischen Punkte dieser Medizin:

Die Zu-Tode-Definierung eines noch lebenden Menschen zum Zwecke der Organgewinnung, die fehlende neutrale Information für die Menschen, die einen Spenderausweis ausfüllen sollen, und die Tatsache, dass selbst dann, wenn alle Deutschen einen Organspendeausweis mit „Ja“ bei sich trügen, es niemals genügend Organe geben werde.

Weltweit 30 „Hirntote“, die Kinder zur Welt brachten

Frau Prof. Manzei wies darauf hin, dass es weltweit dreißig erfolgreiche Schwangerschaften von sog. „Hirntoten“ gibt.

Widerspruch erntete sie sowohl beim Moraltheologen Prof. Bormann aus Tübingen als auch bei dem Herzchirurgen Prof. Hirt aus Regensburg, was den „Hirntod“ anging. Für beide gab es dabei überhaupt keine kritischen Punkte, was die Definition betrifft, wohl aber hinsichtlich der Richtigkeit der Diagnose; denn: „Alle Menschen können Fehler machen.“ 0022

In der folgenden Diskussion, an der sich auch der Jurist Prof. Verrel aus Bonn beteiligte, Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, wurde über das White Paper des President´s Council der USA diskutiert.

Auch ging es darum, ob man die Gelder statt in die Transplantationsmedizin nicht lieber in die Entwicklung anderer Verfahren und in bessere Prävention investieren sollte, wie von Prof. Manzei angemahnt.

Ein weiterer Punkt betraf das Verhältnis einer üblichen Patientenverfügung zu einer gewünschten Organentnahme: Nach dem Transplantationsgesetz darf erst dann nach einer Organspende gefragt werden, wenn der Hirntod festgestellt ist. Es war strittig, ob diese Feststellung, die ja fremdnützig erfolgt, durch eine Patientenverfügung gedeckt ist, die lebensverlängernde Maßnahmen ablehnt

KAO-Vorsitzende berichtet von Angehörigen-Schicksalen

Renate Focke, 1. Vorsitzende von KAO, brachte demgegenüber die Erfahrungen der Angehörigen ein, die sich, im Schock, uninformiert, unter Zeitdruck, veranlasst sehen, einer Organentnahme zuzustimmen.

Erst später werde ihnen klar, was sie den sterbenden Angehörigen angetan hätten. Es sei ihnen bewusst geworden, dass der Sterbeprozess nachhaltig gestört worden sei. Es sei auch wichtig, darüber informiert zu sein, dass unter den Bedingungen einer Organentnahme eine Sterbebegleitung durch die Familie nicht möglich ist.

Um andere Menschen vor diesem Trauma zu bewahren, hätten Eltern, die ihre Kinder zur Organentnahme frei gegeben hatten, den Verein gegründet. Dieser fordere die enge Zustimmungslösung: Nur jede/r Volljährige/r, der/die selbst schriftlich nach vollständiger Aufklärung zugestimmt habe, dürfe als Spender/in in Frage kommen.

Renate Focke mahnte eine Änderung des Spenderausweises an: Es müsse dort nicht heißen: „Nach meinem Tod“, sondern: „Nach meinem Hirnversagen“. Sie forderte endlich eine ehrliche und vollständige Information der Menschen.

Und in diesem Punkt trafen sich schließlich alle Teilnehmer: Eine bessere und umfassende Aufklärung läge im Interesse aller, die mit dieser Medizin zu tun hätten.

 Weitere Infos über Organspende, Transplantation und „Hirntod“: http://www.initiative-kao.de/

 


KAO klärt auf zum „Tag der Organspende“

Der Verein Kritische Aufklärung über Organtransplantation eV. (KAO) fordert anlässlich des Tages der Organspende am 1. Juni neutrale umfassende Information statt einseitiger Werbung und weist zudem auf mögliche Widersprüche in Patientenverfügungen zu Organspende-Erklärungen hin. 0023

„Am ‚Tag der Organspende‘ wird wieder um Organspender geworben, als sei der ‚Hirntod‘ – das Kriterium für eine Organentnahme in Deutschland – todsicher, als sei jeder Mensch moralisch verpflichtet, seine Organe im Fall des Hirnversagens abzugeben. Alle Zweifel, Erkenntnisse und Erfahrungen werden abgetan, es zählt nur ein Argument: ‚Wir brauchen mehr Organe!‘ “, so Renate Focke, erste Vorsitzende von KAO.

KAO ist ein Verein, gegründet von Eltern, die ihre verunglückten Kinder zur Organspende freigegeben haben, ohne die Hintergründe zu diesem Zeitpunkt genau genug zu kennen.

Ausgeblendet werde in den aktuellen Werbekampagnen nach wie vor die anhaltende Kritik am Hirntod. In internationalen Fachdiskussionen wird der Hirntod schon länger nicht mehr als der Tod des Menschen angesehen, sondern als eine Phase im Sterbeprozess.

„Organe von Toten können nicht transplantiert werden. Daher wurde der Todeszeitpunkt medizinisch und juristisch vorverlegt und als ‚Hirntod‘ bezeichnet, um lebende Organe transplantieren zu können. Dies bedeutet, dass Patienten, denen Organe entnommen werden sollen, unter anderem bis zum Ende der Organentnahme beatmet werden, dass sie warm und durchblutet sind“, erklärt Renate Focke. kao-logo-trans-verdana-breit-weiss

Der Soziologieprofessor Dr. Werner Schneider von der Universität Augsburg stellte in einem Namensbeitrag für ein Bioethik-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung vom 15.05.13 unter der Überschrift „Soziologische Konturen der Transplantationsgesellschaft“ treffend fest:

„Was offenbar nicht sein darf, ist eine erneute gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber, wie tot oder lebendig man ist, wenn man ‚hirntot‘ ist, und – damit eng verbunden – wer über eine Organentnahme und damit auch über die Verwertung von Körpern entscheiden kann, darf, soll.“

Kritik an der „Entscheidungslösung“

Die seit November 2012 in Deutschland geltende „Entscheidungslösung“, wonach jeder ab 16 Jahren mindestens einmal im Leben mit der Frage einer Organspende konfrontiert werden soll, hat nach Erfahrung von KAO die Bevölkerung noch zusätzlich verunsichert.

„Wie soll man eine so weit reichende Entscheidung treffen, zu der man von den Krankenkassen aufgefordert wird, wenn die für eine begründete Entscheidung erforderlichen Fakten fehlen?

In § 2 des Transplantationsgesetzes wird eine umfassende Aufklärung der Bürger gefordert. Allerdings bemühen sich längst nicht alle darum, außer dem Werbematerial der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) auch kritische Informationen zu verwenden. Sonst wüssten die Menschen, dass Organe nur Sterbenden im Hirnversagen entnommen werden können und dass die Angehörigen den Sterbenden nicht begleiten können.

Zudem würden Menschen, die trotz aller Bedenken zu einer Organ-Spende bereit sind, eine Vollnarkose bei der Organentnahme einfordern“, erklärt die KAO-Vorsitzende.

Enge Zustimmungslösung einführen

Die Mitglieder von KAO und viele andere Bürger fordern daher, dass in Deutschland die enge Zustimmungslösung eingeführt wird: Nur Menschen, die sich nach umfassender Information durch eine neutrale Stelle schriftlich bereit erklären, ihre Organe und ihren Sterbeprozess zu opfern, dürfen als Spender in Betracht kommen.

„Leider gibt es keine solche neutrale Stelle in Deutschland, und die bisher vorliegenden Informationen der Krankenkassen für ihre Mitglieder haben eher die Absicht zu werben als aufzuklären“, stellt Renate Focke fest.

Sie weist außerdem darauf hin, dass aktuell versucht wird, die Patientenverfügungen auszuhöhlen: Die Bundesärztekammer (BÄK) behauptet in einem kürzlich vorgelegten Arbeitspapier, dass sich eine Organentnahme mit einer in der Verfügung festgelegten Ablehnung lebensverlängernder Maßnahmen vereinbaren lasse. Bei der dafür notwendigen intensivmedizinischen Behandlung gehe es ja nur um „Stunden, höchstens wenige Tage“, so die BÄK.

Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. verwahrt sich gegen diese interessengeleitete Umdeutung des Patientenwillens und rät allen Menschen, die nicht als „Organspender“ dienen wollen, in der Patientenverfügung eine Hirntoddiagnostik zu untersagen. Damit kommt man nach jetzt gültiger Rechtslage als „Spender“ nicht in Frage.

Auf seiner Internetseite unter http://www.initiative-kao.de hält Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. weitere Hintergrundinfos und Angehörigenberichte zum Thema Organspende, Transplantation und Hirntod bereit.

Umfassende kritische Informationen zur Organspende bietet auch die InteressenGemeinschaft Kritische Bioethik Deutschland, mit der KAO zusammenarbeitet, unter http://www.organspende-aufklaerung.de/

Über den Verein „KAO – Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V.“:

Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. ist ein Verein, gegründet von Eltern, die ihre verunglückten Kinder zur Organspende freigegeben haben, ohne die Hintergründe zu diesem Zeitpunkt genau genug zu kennen.

„Erst nachdem unsere Kinder beerdigt waren, haben wir begriffen, wozu wir ja gesagt hatten. Wir haben begriffen, dass lebende Organe nicht von Menschen entnommen werden können, die so tot sind, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir haben unsere Entscheidung daher bitter bereut. Durch unsere Zustimmung waren unsere Kinder in ihrem Sterbeprozess, in dem sie unserer besonderen Liebe bedurften, ungeschützt alleingelassen und einer Organentnahme überantwortet, die uns hinterher wie das Ausschlachten eines Autowracks erschien.

Wir wollen deshalb durch Aufklärung andere Menschen davor bewahren, unvollständig informiert vorschnell einer Organentnahme zuzustimmen – sei es bei sich selbst oder Angehörigen.“

 
Kontaktdaten:
Renate Focke, 1. Vorsitzende KAO
Ricarda-Huch-Str. 13 in 28215 Bremen
Tel: 0421-6734305
E-Mail: presse@initiative-kao.de
Internet: http://www.initiative-kao.de

Offener Brief von Chefarzt Prof. Dr. med. Andreas Zieger zur Causa „Hirntod“

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Gemeinsame Stellungnahme der DGN, DGNC und DGNI vom 5. März 2014 veranlasst mich als Mitglied der DGNC, Hochschullehrer, Kliniker und Experte bei der Anhörung des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages in Bonn Juni 1996 zum Transplantationsgesetz (TPG, 1997) zu folgendem Offenen Brief: Zieger 30 März 2013

Ich stimme Ihnen zu, dass das derzeit (vor der Öffentlichkeit heimlich!) im Nationalen Ethikrat diskutierte Konzept des Non-Heart-Beating-Donors (NHBD) strikt abzulehnen ist. Jedoch hat die Deutsche Transplantationsgesellschaft (DTG) beim damaligen Gesundheitsminister Bahr (FDP) die Einführung dieses Konzepts und seine Evaluation bereits im Mai 2011 schriftlich eingefordert! Das bleibt völlig unerwähnt.

Unbeantwortet bleibt ferner die Aussage, dass die NHBD „ein höheres Risiko an Fehldiagnosen in sich birgt“: Welche Art von „Fehldiagnosen“ ist damit gemeint?

Ich stimme Ihnen zu, dass an der Diagnose des Hirntodes mindestens ein Neurologe oder Neurochirurg beteiligt sein sollte. Die von der Süddeutschen Zeitung am 18.2.2014 und 4.3.2014 veröffentlichen Berichte sind nur die Spitze eines (z.T. international publizierten) Eisbergs an fehlerhafter Hirntoddiagnostik (vgl. Neurology, 1998)! Sehr zum Nachteil des Vertrauens in der Bevölkeruing und des Anliegens der Organverpflanzung.

Unter den „Voraussetzungen“, die zur Feststellung eines Hirntod-Syndroms vorliegen müssen, wird in der Stellungnahme der Atemstillstand (Apnoe-Test) nicht erwähnt. Warum? Ist doch der Apnoe-Test die „dritte Säule“ neben dem „areagiblen tiefsten Koma“ und dem „Erloschensein aller Schutz (Hirnstamm)reflexe“. Warum wird der Apnoe-Test verschwiegen. Etwa, weil er „gefährlich“ ist (Coimbra 1999, 2005)?

Das sog. Nulllinien-EEG ist zwar im TPG als zusätzliches apparatives diagnostisches Hilfskriterium genannt; das Kriterium selber ist aber durch d62f10dc686en Nachweis von sog. subkortikalen (hippokampalen) Nu-Komplexen (Tiefenelektroden, im narkotischen Koma) neuerdings erschüttert.

Ein Oberflächen-EEG, wie es als Zusatzdiagnostik vorgesehen ist, kann also prinzipiell vorhandene Restaktivitäten im absterbenden Gehirn (methodisch) nicht erfassen, wie die entsprechenden Autoren dies in Ihrem Beitrag auch folgerichtig problematisieren: PLoS One. 2013 Sep 18;8(9):e75257. doi: 10.1371/journal.pone.0075257. eCollection 2013. Human brain activity patterns beyond the isoelectric line of extreme deep coma. Kroeger D1, Florea B, Amzica F.

Ferner wird in der Stellungnahme gesagt, dass die Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Gehirns immer dann indiziert ist, wenn die gesamte Hirnfunktion irreversibel ausgefallen ist. Warum? Wozu? Weshalb? Um bei Erreichen des „point of no return“ die Beatmungstherapie zu beenden, d.h. das Gerät abzustellen? Warum wird das nicht (bzw. erst später, in einem anderen Zusammenhang) gesagt?

Bei aller Zustimmung meinerseits zum höchst problematischen NHBC-Konzept („Neues Herztodkonzept“) sind in der Stellungnahme folgende Hinweise zu vermissen:

die NHBD verstößt gegen die im TPG festgeschriebene Tote-Spender-Regel (Dead Donor Rule, DDR)! Diese Regel stellt eine ethische und gesetzliche Grundregel für die Akzeptanz des Hirntodkonzepts dar. Was bedeutet es, wenn dies in der Stellungnahme verschwiegen wird?

Die NBHD setzt das Hirntodkonzept als Kriterium für den Zeitpunkt zur Entscheidung der Organentnahme außer Kraft! Kriterium ist dann allein die willkürliche Setzung der Dauer der EKG-Nulllinie in Minuten! Immerhin hat dies bereits 2011 die DTG gefordert! Das TPG hält dies für ungesetzlich! Warum wird dies nicht in der Stellungnahme aufgegriffen?

Medizinisch wichtig ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass das Herz (aufgrund seiner relativen Autonomie) sich noch bis 20 Minuten (experimentell) nach einem Stillstand von selbst reanimieren kann (Ardell & Armour 1994: Neurocardiology), während das Gehirn bzw. die Person dann schon „bewusstlos“ ist.

Schließlich ist die Feststellung des Hirntod-Syndroms als der „Tod des Individuums“, wie in der Stellungnahme weiterhin behauptet, vor dem Hintergrund der naturwissenschaftlichen Widerlegung der entscheidenden Begründung des Hirntodkonzepts, nämlich, dass das Gehirn nicht alle Lebensfunktion integriert und steuert, nicht länger aufrecht zu halten (vgl. Shewmon 1998, 2004, 2012 in Berlin zum „chronic brain death“, Müller 2010; Rehder 2010; Verheijde et al 2009; Birnbacher 2007).

Die permanente Ignoranz gegenüber diesen wissenschaftlichen Nachweisen ist unerträglich und hat ein kritisches (psychologisches) Widerstandspotenzial in der aufgeklärten Öffentlichkeit geschaffen, welches von der DSO, der BÄK, der BgZA und den Fachgesellschaften nicht ausgeräumt worden ist, sondern verstärkt zu Abwehrbewegungen, Kritik und aufklärerischen Gegenaktionen provoziert.

Allein in Norddeutschland bin ich in vergangenen 5 Jahren zu zahlreichen Veranstaltungen mit vielen hundert Besuchern eingeladen worden, mit steigender Tendenz: http://www.a-zieger.de/vortraege.php

Solange die DSO, die BÄK, die BGzA und die Fachgesellschaften es nicht verstehen, ohne irreführende (verharmlosende und Falsch-)Informationen gegenüber der interessierten aufgeklärten Bürgerschaft und Bevölkerung wahrheitsgetreu, unverfälscht, transparent und psychologisch nachvollziehbar verständlich zu vermitteln, wird der Abwärtstrend in der Organspendebereitschaft zunehmen – auch wenn der Organspendeskanadal dann vergessen sein wird – es geht um existenzielle Grundfragen und hochsensible verletzte Grundbedürfnisse.

Es geht um ein integriertes Menschenbild. Andernfalls wird die vielbeschworenen „Autonomie“ der getäuschten und desillusionierten Bürgerinnen und Bürger, die sich einer Organspende „als Bürgerpflicht“ widersetzen (Maio 2013), immer deutlicher sichtbar.

Mit freundlichen Grüssen

Prof. Dr. med. Andreas Zieger
Evangelisches Krankenhaus Oldenburg
Chefarzt der Klinik für Neurorehabilitation
Abt. für Schwerst-Schädel-Hirngeschädigte
Früh- und Weiterführende Rehabilitation / Wachkomazentrum
Steinweg 13-17
D-26122 Oldenburg
Tel: +49/441/236-402 / Fax: +49/441/236-715
Dr.andreas.zieger@evangelischeskrankenhaus.de
www.a-zieger.de

2. Foto: HMK