Wegweisende Klarstellungen des Papstes

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Zum Nachsynodalen Schreiben „Geliebtes Amazonien“ von Papst Franziskus, das sich auf die Probleme Amazoniens insgesamt bezieht. Wir greifen hier einige Aussagen aus dem 4. Kapitel auf. Sie betreffen Fragen des „Synodalen Prozesses“ in Deutschland.

Das päpstliche Schreiben bekräftigt: die Eucharistie ist „Quelle und Höhepunkt allen christlichen Lebens“: „Der Eucharistiefeier kann nur ein geweihter Priester vorstehen“.

In der Priesterweihe drückt sich sein „spezifischer, vorrangiger, nicht delegierbarer Auftrag“ aus. Denn in der sakramentalen Priesterweihe werde der Geistliche „Christus, dem Haupt der Kirche gleichgestaltet.“  –  „Jesus Christus zeigt sich als der Bräutigam der Eucharistie feiernden Gemeinschaft in der Gestalt eines Mannes, der ihr vorsteht als Zeichen des einen Priesters“.

Es ist die Amtsgewalt, die den Priester befähigt, zu sprechen: „Das ist mein Leib“ oder „Ich spreche dich los von Sünden“ – Die Priesterweihe begründet keine Machtstellung oder „Überordnung“ über die anderen Christen, denn Christus selbst ist das Haupt der Kirche.

„Laien können das Wort verkünden, unterrichten, einige Sakramente spenden, ihre Gemeinschaften organisieren, verschiedene Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit entwickeln“. “Frauen leisten ihren Beitrag zur Kirche“, neben der Tätigkeit, die allen Weltchristen zukommen, in dem sie die „Kraft und Zärtlichkeit der Mutter Maria weitergeben“.

Papst Franziskus fordert dazu auf, „Aufgaben und Dienste, die nicht die heilige Weihe erfordern“, zu fördern

Der Blick auf „funktionale Strukturen“ verstellt den sakramentalen Charakter der Kirche mit dem Haupt Jesus Christus.

Diese Aussagen können zur Glaubensvertiefung und Neuevangelisierung, die der Papst im Schreiben an das „Pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ angemahnt hat, beitragen.

Das Forum Deutscher Katholiken dankt für diese Aussagen!


INSA: 12% sehen Franziskus als Reformpapst

Pressemeldung der TAGESPOST:

Zwölf Prozent der Deutschen sehen Papst Franziskus als Reformpapst. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ durchgeführt wurde.

Gleichzeitig lehnen 48 Prozent der Befragten die Bezeichnung ab. 32 Prozent wissen nicht, wie sie Papst Franziskus diesbezüglich einschätzen sollen, acht Prozent machen dazu keine Angabe.

Die katholischen Befragten geben zu 16 Prozent an, dass Franziskus ein Reformpapst ist, während 53 Prozent in dieser Gruppe dies nicht so sehen. 26 Prozent geben an, nicht zu wissen, wie sie den Papst diesbezüglich einordnen sollen.

Unter den Protestanten sehen zwölf Prozent den amtierenden Pontifex als Reformer, 50 Prozent lehnen das ab. Freikirchliche Befragte stimmen zu zehn Prozent zu, während 32 Prozent nicht zustimmen.

Konfessionslose Befragten stimmen zu neun Prozent zu, dass Papst Franziskus ein Reformpapst ist, zu 49 Prozent lehnen sie diese Bezeichnung ab.

Die Erhebung, für die 2.065 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 14. und dem 17. Februar befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Altersgruppen auf. Der Anteil derjenigen, die Franziskus als Reformpapst sehen, ist demnach in allen Altersgruppen nahezu gleich groß.

Anders sieht es bei den Ablehnenden aus: Je älter die Befragten, desto höher der Anteil derer, die Franziskus nicht als Reformpapst sehen. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen liegt der Wert sogar bei knapp 60 Prozent. Unter den 18 bis 29-Jährigen sind es nur 28 Prozent.


Benedikt XVI. weist ZDF-Spekulationen zurück

Pressemeldung der Zeitung DIE TAGESPOST:

Nach Auskunft des emeritierte Papstes hat es kein Treffen mit Missbrauchspriester H. gegeben. Die ZDF-Sendung „Frontal21“ hatte über Verbindung Ratzingers zu einem verurteilten Priester berichtet. Doch die Recherchen blieben spekulativ und ohne Beleg.  

Benedikt XVI. hat einen ZDF-Bericht zurückgewiesen, wonach er im Jahr 2000 einen Priester getroffen haben soll, der mehrfach Jungen sexuellen missbrauch hat.

Auf Anfrage der „Tagespost“ ließ Benedikt am Mittwoch erklären, dass er den Münchner Weihbischof Heinrich von Soden-Fraunhofen besucht habe. Bei dieser Gelegenheit habe es aber weder einen Begegnung mit dem Priester H., noch ein Gespräch mit ihm gegeben.

In Kürze lesen Sie weitere Hintergründe dazu auf www.die-tagespost.de


Unklarheit über „Querida Amazonas“ und „Schlussdokument“ – was ist gewichtiger?

Mathias von Gersdorff

Das neueste Papstdokument „Querida Amazonas“ öffnet bekanntlich nicht den geringsten Spalt für reformkatholische Vorstellungen bezüglich Zölibats, Viri Probati oder Frauenämter.

Aus diesem Grund wurde schon in der vatikanischen Pressekonferenz die Frage gestellt, welche Autorität demgegenüber das Schlussdokument der Amazonas-Synode besitzt. Dieses Papier war dem Zeitgeist sehr entgegenkommend, was die oben genannten Themen betrifft.

Kardinal Baldisseri erklärte unmissverständlich, das Schlussdokument besitze keine lehramtliche Autorität (vgl. Minute 1:09:00 der Pressekonferenz: https://youtu.be/OoHdNVITDL8). – Hierzu benötige es die ausdrückliche Zustimmung des Papstes.

In seinem Mitteilungsblatt vom 12. Februar 2020 verschickte VaticanNews auch eine Stellungnahme von Kardinal Marx. Darin heißt es: „Kardinal Marx sieht den Synodalen Weg durch das Papstschreiben nicht beeinträchtigt. Er weist darauf hin, dass Franziskus das Schlussdokument der Synode, in dem sich Reformvorschläge finden, ausdrücklich bestätigt.“

Offensichtlich steht diese Aussage im direkten Widerspruch zur Aussage Kardinal Baldisseris in der Pressekonferenz.

Im Artikel selbst ist man (wohl bewusst) ungenauer und lässt die Frage der Autorität des Schlussdokumentes (einigermaßen) offen:

„Zugleich verwies Marx darauf, dass das Schlussdokument der Amazonas-Synode und das jetzt veröffentlichte Papstschreiben eine Einheit darstellten und zusammen betrachtet werden müssten: „Der Papst stellt klar: Das Gesamte ist die Frucht der Synode.“ Es sei bemerkenswert, dass Franziskus die Relevanz beider Schreiben betone und ausdrücklich nicht das eine durch das andere aufhebe.“

Kardinal Baldisseri gehört mitnichten zum konservativen Flügel. Dass er sich auf diese Weise ausdrückt, deutet darauf hin, dass man in Rom keine weiteren Diskussionen zu diesen Themen wünscht.

Erstveröffentlichung des Beitrags von Matthias v. Gersdorff hier: https://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/2020/02/amazonas-dokument-versucht-man-die.html


Papst Franziskus beurlaubt Präfekt Gänswein

Hintergrund ist offenbar die unglücklich gelaufene Präsentation des Kleriker-Buchs von Kardinal Sarah, zu dem Benedikt XVI. einen Aufsatz über den Zölibat beigesteuert hatte.

Papst Franziskus hat den Präfekten des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein, auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Das bestätigen Vatikankreise gegenüber der „Tagespost“, einer katholischen Wochenzeitung aus Würzburg.

Der Privatsekretär des emeritierten Papstes bleibt als Leiter der Präfektur, die für den Ablauf der öffentlichen Audienzen des Papstes zuständig ist, weiter im Amt, ist aber freigestellt, um mehr Zeit Benedikt XVI. widmen zu können. 

Hintergrund ist offenbar die unglücklich gelaufene Präsentation des Kleriker-Buchs von Kardinal Robert Sarah, zu dem Benedikt XVI. einen Aufsatz über das katholische Priestertum beigesteuert hatte.

Die Aufmachung, die das Verlagshaus Fayard in Frankreich dem Buch gegeben hatte, erweckte im ersten Moment den Eindruck, beide – der emeritierte Papst und der Präfekt der Gottesdienstkongregation – wollten dem amtierenden Papst vorschreiben, wie er die von der Amazonas-Synode aufgeworfenen Frage der „viri probati“ zu lösen habe.  

Als das Buch ausgeliefert wurde, konnte man nachlesen, dass Benedikt in seinem Beitrag auf jede Einmischung in aktuelle Debatten verzichtet und über die pneumatologisch-christologisch Exegese des Übergangs des Priestertum vom Alten zum Neuen Bund geschrieben hatte.

Jedoch hatte es zwischen Gänswein und Sarah Meinungsverschiedenheiten und widersprüchliche Darstellungen der Genese des Buchs gegeben. Der Präfekt des Päpstlichen Hauses wird derzeit bei den öffentlichen Audienzen des Papstes von dem Regenten der Präfektur, Leonardo Sapienza, vertreten.

Wann Gänswein seine Tätigkeit in der Präfektur wieder aufnehmen wird, ist ungewiss.

Vatikan-Experte Guido Horst beleuchtet in der kommenden Ausgabe der Tagespost, warum sich dieser Schritt bereits länger angekündigt haben könnte.

Quelle: Pressemeldung der Tagespost, Berner Straße 2 in 97084 Würzburg
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Rom: Papst-Ansprache zum „Tag des Lebens“

Papst Franziskus hat erneut darauf hingewiesen, dass menschliches Leben von seiner Zeugung an bis hin zu seinem natürlichen Ende bewahrt und geschützt werden muss. Er äußerte sich im Anschluss an sein sonntägliches Mittagsgebet. 

An diesem Sonntag begehe man in Italien den Tag für das Leben, so das katholische Kirchenoberhaupt, das gleichzeitig Bischof von Rom ist. Das Leitwort in diesem Jahr lautet „Öffnet dem Leben die Türen“.

Hierzu sagte der Papst den Pilgern auf dem Petersplatz:

„Ich schließe mich der Botschaft der Bischöfe an und hoffe, dass dieser Tag eine Gelegenheit sein wird, die Verpflichtung zu erneuern, das menschliche Leben von Anfang an bis zu seinem natürlichen Ende zu schützen und zu bewahren.

Es ist auch notwendig, alle Formen der Verletzung der Würde zu bekämpfen, auch wenn Technologie oder Wirtschaft im Spiel sind.“

Quelle: Vatikan-News


Papst Benedikt: Demut führt zur Wahrheit – und die Wahrheit zur Liebe

Zur Arbeit der Internationalen Theologischen Kommission

„Die Bischofssynode als stabile Einrichtung im Leben der Kirche und die Internationale Theologische Kommission wurden beide der Kirche von Papst Paul VI. geschenkt, um die Erfahrungen des Zweiten Vatikanischen Konzils zu fixieren und fortzuführen“, schreibt der emeritierte Papst. 

Die Theologenkommission wie übrigens auch die Bibelkommission seien „kein Organ der Glaubenskongregation“: „Das hätte nämlich einige Theologen davon abhalten können, Mitglied zu werden“, notiert Benedikt. 

Er erinnert auch an einen „dramatischen Zusammenstoß“ zu der Frage, ob die katholische Kirche dem Weltrat der Kirchen als Vollmitglied beitreten solle. Das sei „ein entscheidender Punkt zur Richtung, die die Kirche nach dem Konzil einschlagen sollte“, gewesen. Als die Frage abschlägig beschieden wurde, habe das Johannes Feiner und Karl Rahner veranlasst, die Kommission zu verlassen.

Unter Lehmanns Führung beschäftigte sich die Internationale Theologische Kommission auch ausgiebig mit dem Thema der Befreiungstheologie. „Sie stellte damals nicht nur ein theoretisches Problem dar, sondern bestimmte und bedrohte sehr konkret auch das Leben der Kirche in Lateinamerika. Die Leidenschaft, die die Theologen an den Tag legten, entsprach dem konkreten, auch politischen Gewicht der Frage.“

Der mit ihm befreundete Theologe Juan Alfaro, ein Jesuit, sei in diesen Jahren „aus für mich völlig unverständlichen Gründen“ zu einem starken Befürworter der Befreiungstheologie geworden. „Ich wollte die Freundschaft mit ihm nicht aufs Spiel setzen, und darum habe ich ein einziges Mal in der ganzen Zeit, in der ich zur Kommission gehörte, die Vollversammlung geschwänzt“, so Benedikt in einer weiteren Fußnote.

Zusammenfassend urteilt der emeritierte Papst, für ihn sei es immer eine Freude gewesen, in dem Gremium „andere Sprachen und Arten des Denkens“ kennenzulernen:

„Vor allem aber war es für mich eine ständige Gelegenheit zur Demut, die die Grenzen dessen sieht, was uns eigen ist, und dadurch den Weg zur größeren Wahrheit öffnet. Nur die Demut kann die Wahrheit finden, und die Wahrheit ist wiederum das Fundament der Liebe, aus der letztlich alles kommt.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-11/papst-benedikt-xvi-emeritiert-text-theologie-frauen-diakon-glaub.html