Papst: „Abtreibung ist ein Verbrechen“

Am 5. August startete Jugend für das Leben ihre diesjährige Pro Life Tour in Graz mit einer Kundgebung auf dem Platz für Menschenrechte. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bewältigen die 200 Kilometer nach Wien zu Fuß.

Jugend für das Leben will ein Österreich, in dem Frauen im Schwangerschaftskonflikt und deren Babys echte Hilfe geboten wird und Abtreibung sich erübrigt hat. Dieses Jahr geht es vor allem um Babys mit Behinderung.

Nachdem Kardinal Schönborn eine Empfehlung für die Tour gegeben hat, hat jetzt auch Papst Franziskus ein Grußwort an alle Teilnehmer dieser Sommeraktion gesendet.

Das Kind habe schon vor der Geburt eine unantastbare Würde und der Mensch könne darüber niemals verfügen. „Abtreibung ist ein Verbrechen, ein absolutes Übel“, so der Papst, der auch in seiner Enzyklika Laudato si den Schutz des menschlichen Embryos hervorhebt.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://jugendfuerdasleben.at/papst-franziskus-sendet-grusswort-an-oesterreichische-pro-life-tour/


Vatikanexperte Nersinger über die Causa Müller und die päpstliche „Spontanität“

Die „Badische Zeitung“ (BZ) veröffentlichte am heutigen Samstag (5.8.) ein Interview mit Ulrich Nersinger, einem katholischen Buch-Autor, Theologen und Vatikanexperten.

Unter dem Titel „Seine Spontanität ist mitunter kontraproduktiv“ äußert sich der 60-jährige Publizist auch zu der  –  im Ablauf sehr ungewöhnlichen  –  Entlassung von Kardinal Müller als Präfekt der Glaubenskongregation.

Auf die Frage von BZ-Redakteur Sebastian Kaiser, ob es sich hierbei um den Höhepunkt eines vatikanischen Machtkampfs handelt, sagt Nersinger, „natürlich“ habe es zwischen Papst und Müller Meinungsverschiedenheiten gegeben, aber durchaus auch Gemeinsamkeiten (z.B. eine „positive Sicht auf die Befreiungstheologie“).

Ob die inhaltlichen Differenzen ausreichen, um das Ende von Müllers Amtszeit zu erklären, sei aber fraglich: „Man darf die Konflikte und Intrigen im Vatikan, die auf den Papst einwirken, nicht unterschätzen.“

Nersinger fügt  – auch im Hinblick auf andere Entlassungen – hinzu: „Grundsätzlich sind die Personalentscheidungen des Papstes von sehr harten Schnitten gekennzeichnet – obwohl er doch eigentlich für Barmherzigkeit steht.“  –  Der Theologe erinnert sodann an die „Spontanität“ von Franziskus, die zu seinen „charakteristischen Wesenszügen“ zähle.

Zugleich sei sowohl in der Öffentlichkeit wie innerhalb der Kirche die „Betrachtung“ dieses Pontifikats in eine „neue Phase“ getreten und offenbar kritischer geworden: Man fragt sich, was dieser Papst möchte und was er überhaupt durchsetzen kann. Nicht alles ist offenbar so einfach, wie es sich Franziskus ursprünglich gedacht hat.“

Am gestrigen Freitag (4.8.) erschien in der linksgerichteten „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) ein gegen Kardinal Müller gerichteter Online-Artikel mit den in diesen Kreisen üblichen Seitenhieben gegen den Ex-Glaubenspräfekten und früheren Oberhirten von Regensburg.

Wenig erstaunlich, daß sich die von der SZ zitierte Initiative „Wir sind Kirche“  –   für ihre „progressiven“ Ansichten seit langem bekannt   –  intensiv über Kardinal Müller beschwert.

Interessant freilich auch, was die SZ im nächsten Absatz einräumt:

„Wer die Geistlichen im Bistum fragt, hört dagegen nur Nettes über Müller. „Ich habe den Eindruck, dass sich alle freuen“ auf seinen Besuch, sagt Walter Karger, Diakon in Donaustauf. Für Karger war Müller immer „wie ein Bischof von nebenan, mit dem man gern am Tisch sitzt“.

Fotos: Radio Vatikan, Bistum Regensburg


Italien: Katholische Kontroverse um ultralinke Massenabtreiberin Emma Bonino

Am 31. Juli 2017 veröffentlichte das Nachrichtenportal „kath.net“ folgende Meldung:

„Emma Bonino, eine italienische Linksaktivistin, die damit prahlt, über 10.000 illegale Abtreibung durchgeführt zu haben, trat vor wenigen Tagen in einer italienischen Pfarrei auf. 

Bonino, die bereits italienische Ministerin war, sprach in der Pfarrei San Defendeten über Immigration und Flüchtlinge. Bonino soll für ihr Engagment für Flüchtlinge auch von Papst Papst Franziskus gelobt worden sein.

Ihr Auftreten für Abtreibung, Drogen und gelebte Homosexualität stehen im Widerspruch zu Lehre der katholischen Kirche.“

Eingeladen wurde diese Massenabtreiberin von der italienischen Caritas. Katholiken, die gegen ihren Auftritt protestierten, durften laut Medienmeldungen nicht an dem Vortrag teilnehmen bzw. wurden sogar von der Polizei abgeführt.

Zum Hinweis in „kath.net“, die ultralinke „Flüchtlings-Engagierte“ sei von Papst Franziskus „gelobt“ worden, zitieren wir aus einem Bericht der internationalen katholischen Nachrichtenagentur ZENIT vom 8. November 2016:

„Papst Franziskus hat die ehem. italienische Außenministerin und EU-Kommissarin Emma Bonino in Privataudienz empfangen.

Es war die dritte Begegnung zwischen dem Papst und der Politikerin der ‪„Radikalen Partei“. Am 2. Mai 2015 hatte Franziskus Bonino sogar angerufen, um sich über ihre Gesundheit zu erkundigen; sie bezeichnete den Anruf damals als ‪„überraschend“ und ‪„angenehm“.

Die italienische Politikerin befürwortet Abtreibung und Euthanasie. Die Frauenrechtlerin ist zudem wegen ihren Einsatzes für die Rechte von Gefangenen bekannt.“

Kommentar überflüssig.

Ausführlicher Bericht über die Veranstaltung mit Frau Bonino hier: http://beiboot-petri.blogspot.de/2017/07/noch-einmal-der-bonino-skandal-in.html


Will der Papst die Kirche „bekehren“?

Von Felizitas Küble

Am gestrigen 25. Juli 2017 erschien in der „Saarbrücker Zeitung“ ein Artikel unter dem Titel:Die Kritik wird lauter  – Gegenwind wie nie für Papst Franziskus“

Zunächst wird die Causa Pell erwähnt, danach die bislang nicht geglückte „Kurienreform“, sodann skeptische Äußerungen von Kardinal Müller zitiert, etwa daß sich nicht einmal ihm  – dem Vatikan-Insider   – klar sei, welcher „Plan“ denn hinter der Kurienreform stecke. (Müller dazu: „Man sieht allenfalls einige Baustellen, aber welcher Plan dahintersteht, erschließt sich mir bisher nicht“).

Am Schluß schreibt die Zeitung über Franziskus:

„Dass seine Reformversuche teilweise erfolglos sind, darauf wies zuletzt sogar die offizielle Vatikanzeitung, der Osservatore Romano, hin. Am Wochenende erschien dort ein Artikel, in dem die Widerstände im Klerus gegen die „Bekehrung“ der Kirche durch Franziskus kritisiert werden. „Ein Großteil der Gläubigen ist in Feierstimmung“, heißt es in dem Text des Bibelwissenschaftlers Giulio Cirignano. Die „wenig erleuchteten Pastoren“ verharrten hingegen weiterhin in „alten Ansichten“.“

Demzufolge will der Papst die Kirche „bekehren“, was immer das heißen mag.

Sicher bedarf sie  – zwar nicht als Stiftung Christi, aber in ihrer menschlichen Dimension –  stets der Erneuerung; in diesem Sinne aber auch der Träger des Petrusamtes selber, eben das gesamte irdische Gottesvolk „von oben bis unten“, teils auch lediglich menschliche Satzungen, Kirchenrechtsbestandteile, Folklore-Traditionen, Frömmigkeitsformen usw. 

An der Kirche als Stiftung Christi (Sakramente, Gottesgebote, biblische Botschaft bzw. Offenbarung Gottes, apostolische Überlieferung, das Papsttum/Petrusamt als solches, Grundstruktur kirchlicher Weiheämter und dergl.) gibt es nichts zu „bekehren“, da Gottes Werke vollkommen sind und keiner Reform bedürfen.

Dieser Punkt bzw. Unterschied ist von wesentlicher Bedeutung.

Sodann stellt sich die Frage, ob es sich bei jenen, die sich angesichts der Franziskus-Ära in „Feierstimmung“ befinden, wirklich ohne weiteres um „Gläubige“ handelt – oder nicht vielfach um eher Fernstehende, Medienstimmen, Zeitgeistler usw? Und wie kommt die Vatikan-Zeitung dazu, „Pastoren“, die in angeblich „alten Ansichten“ verharren, als „wenig erleuchtet“ abzuwerten? Wer beweist, daß die Franziskus-Jasager stärker „erleuchtet“ sind?

Was heißt zudem „alte Ansichten“? Es gibt auch Altes, das zeitlos ist, also nicht ver-altet, sondern immer gültig  – etwa die Gebote Gottes oder die biblische Offenbarung, schlichtweg alles, was zur „Stiftung Christi“ gehört.

 

 

 

 


Kardinal Müller: JA zur Papst-Loyalität, aber auch zur freien Diskussion in der Kirche

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„Katholisch.de“ ist das amtliche Web-Portal der Deutschen Bischofskonferenz. Unter dem Titel „Kardinal Müller wirbt für einen Dialog mit Konservativen“ schreibt die Seite am 21. Juli 2017 über jüngste Äußerungen des ehem. Glaubenspräfekten zum Thema Dubia-Kardinäle, Papst und Sachkritik auch innerhalb der Kirche.
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Er regte eine bessere Dialogkultur vor allem mit konservativen Würdenträgern an. So kritisierte Kardinal Müller vor allem einen unfairen Umgang mit den vier Kardinälen, die dem Pontifex ihre „Dubia“ (Zweifel) hinsichtlich einiger Punkte im päpstlichen Schreiben „Amoris laetitia“ vorgetragen haben und um Antwort baten, aber keine erhielten. (Es geht hierbei vor allem um das strittige Thema eines Sakramentenempfangs für wiederverheiratet geschiedene Katholiken.)
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Der Ex-Präfekt regte ein Treffen mit den drei Dubia-Kardinälen Brandmüller, Burke und Caffara an (der vierte im Bunde, Kardinal Meisner, ist verstorben). Müller beklagte zudem, er habe „bis heute nur Schmähungen und Beleidigungen gegen diese Kardinäle gehört“. Dies sei „weder die Art noch der Ton, um weiterzukommen“.
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Kardinal Müller stellte zudem klar, daß es für Kardinäle „unmöglich“ sei, gegen den Papst zu sein“. Seine Loyalität gegenüber Franziskus sei aber nie „bloße Lobhudelei“ gewesen. Die Kirche könne „nicht nur aus Applaus bestehen“.
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Überdies hätten auch Bischöfe ein gleichsam „göttliches Recht, frei zu diskutieren“, denn auch das päpstliche Lehramt benötige kompetente theologische Beratung. Der Kardinal fügte hinzu: „Das Lehramt hat nicht die Autorität, Christus zu korrigieren, sondern wenn: schon umgekehrt.“
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Quelle für die Zitate: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/kardinal-muller-wirbt-fur-dialog-mit-konservativen
Ergänzend: http://www.katholisches.info/2017/07/kardinal-mueller-nein-die-kirche-kann-nicht-nur-applaus-sein/

Foto: Bistum Regensburg

 


Papst Benedikt: Sorge und Freude der Kirche

Kirchenboot im Sturm „bis zum Kentern angefüllt“…

Beim Requiem (Totenmesse) für den verstorbenen Kardinal Joachim Meisner las Erzbischof Georg Gänswein im Kölner Dom den Nachruf von Papst Benedikt vor, in welchem er den früheren Erzbischof von Köln würdigt, der zu den vier sog. „Dubia-Kardinälen“ gehört, welche mehrfach kritische Nachfragen zu „Amoris laetita“ von Papst Franziskus stellte.

In seinem Gedenkwort, das von Kardinal Woelki erbeten wurde, erwähnt der ehemalige Pontifex, daß er noch einen Tag vor Meisners Tod mit diesem telefoniert habe.

Benedikt schreibt sodann, daß wir in einer Zeit leben, in der die Kirche besonders dringend überzeugender Hirten bedarf, die der Diktatur des Zeitgeistes widerstehen und ganz entschieden aus dem Glauben leben und denken.“

Kardinal Meisner habe trotz aller kirchlichen Nöte aus der „tiefen Gewissheit“ gelebt, daß „der Herr seine Kirche nicht verlässt, auch wenn manchmal das Boot schon fast zum Kentern angefüllt ist“.

Zudem habe sich Meisner froh über eine neue Hinwendung zur Beichte gezeigt,  zumal „gerade junge Menschen, vor allem auch junge Männer, die Gnade der Vergebung erleben, das Geschenk, wirklich das Leben gefunden zu haben, das ihnen nur Gott geben kann.“

Auch das leise Anwachsen der eucharistischen Anbetung bei katholischen Jugendlichen habe den Kardinal „freudig gestimmt“; beim Weltjugendtag in Köln (an dem Papst Benedikt teilgenommen hatte) sei ihm dies ein „zentraler Punkt“ gewesen, daß es „die Anbetung gebe, eine Stille, in der nur der Herr zu den Menschen und zu den Herzen spricht.“

Übrigens hat auch Papst Franziskus einen Nachruf auf Kardinal Meisner nach Köln geschickt. Beifall von den Gläubigen im Dom erfolgte aber allein nach dem Gedenkwort des früheren Papstes Benedikt.

Die linksliberale „Süddeutsche Zeitung“ reagierte auf die beiden Nachrufe  – wohl doch überspitzt?  – mit dem Titel: „Benedikt gegen Franziskus“. (Siehe hier: http://www.sueddeutsche.de/politik/katholische-kirche-benedikt-gegen-franziskus-1.3591263)


Kirchenzeitung: Ein „Machtwort“ des Papstes allein löst noch keine Probleme

Die katholische Kirchenzeitung „Tag des Herrn“ mit Sitz in Berlin ist das gemeinsame amtliche Bistumsblatt für die Diözesen Berlin, Dresden, Erfurt, Görlitz und Magdeburg, also für die neuen Bundesländer.

Unter dem etwas ironischen Titel „Wirbel im Vatikan  – Supermann kriegt auch Gegenwind“ veröffentlichte deren Online-Ausgabe am 8. Juli einen z.T. kritischen Artikel über jüngste Vorgänge im Vatikan, darunter die Entlassung Gerhard Müllers als Präfekt der Glaubenskongregation: http://www.tag-des-herrn.de/content/supermann-kriegt-auch-gegenwind

Daß  z.B. Kardinal Müller den Laufpaß bekam, komme  – so Autor Roland Juchem  – einem „Erdbeben gleich“ und verweise auf „grundlegende Probleme“ für den Papst, der in der Kirche für „Wirbel“ sorgen wolle. Allerdings sei seine Theologie „innerkirchlich umstritten“:

„Nicht nur Kardinal Müller hat verschiedentlich klar gemacht, dass er theologisch anders denkt als der aktuelle Nachfolger des Petrus. Vor kurzem war bekannt geworden, dass die vier Kardinäle Burke, Caffarra, Meisner und Brandmüller, die bereits im Herbst 2016 Teile von Franziskus’ Ehelehre in „Amoris laetitia“ anzweifelten, erneut um eine Audienz ersuchen. Sie wollen dem Papst über gravierende Zweifel und drohende Spaltungen in der Kirche berichten.“

Danach heißt es, so „schnell“ werde der Pontifex „stark konservative Kräfte oder andere Kritiker nicht ruhigstellen“ – zumal ein „bloßes Machtwort“ dafür nicht ausreiche  – auch nicht das eines Papstes.

Zudem sei „unsicher“, wie die von Franziskus angepeilte Kurienreform sich weiter entwickle.