Vatikan: Taiwans Botschaft spendete der Caritas 300 Schlafsäcke für Obdachlose

Die Botschaft der nicht-kommunistischen Republik China (Taiwan) beim Vatikan hat der Caritas Italien 300 hochwertige, in Taiwan hergestellte Multifunktionsschlafsäcke geschenkt.

Dies teilte die taiwanesische Botschaft mit und betonte, dass dieses „Geschenk“ Ausdruck ihres „Weges mit den Bedürftigsten unter dem Banner der Werte der Solidarität und Geschwisterlichkeit“ sei.

Die Übergabe der Schlafsäcke fand am Dienstag in der Kanzlei der Botschaft statt.

Der Botschafter Taiwans, Matthew Lee, erinnerte an die Liebe, die das Herzstück des Evangeliums sei: „Das ist eine Liebe, die all unseren verletzlichen Brüdern und Schwestern die Hand reicht und die menschlichen Beziehungen betont, die Eingliederung, die Integration und die Hilfe dort, wo sie am nötigsten ist.“ 

Prälat Soddu bedankte sich für die Schlafsäcke „Made in Taiwan“ für bedürftige und obdachlose Menschen – denn diese benötigten Schutz vor der kommenden Winterkälte. 

Der Vatikan erkennt die Republik China (Taiwan) an und pflegt diplomatische Beziehungen mit dem südostasiatischen Inselstaat.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-10/vatikan-taiwan-botschaft-schlafsack-spende-caritas-italien.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE

Foto: Felizitas Küble


Papst bekräftigt: „Abtreibung ist Mord“

Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat Krankenhauspersonal zu „Wachsamkeit und Rechtschaffenheit“ beim Dienst am menschlichen Leben aufgerufen. Bei einer Audienz für italienische Krankenhaus-Apotheker bekräftigte er seine Ablehnung von Abtreibungen: „Es handelt sich um einen Mord, und es ist nicht zulässig, sich zum Komplizen zu machen.“

„Du stehst immer im Dienst des menschlichen Lebens“, wandte sich der Papst an jeden einzelnen seiner Gäste. In einigen Fällen könne dies auch zu kontroversen Entscheidungen führen, führte er weiter aus – nämlich „zu einer Verweigerung aus Gewissensgründen (…), die nicht illoyal ist, sondern im Gegenteil eine Treue zu Ihrem Beruf bedeutet, wenn sie gerechtfertigt ist. (…) Es ist auch eine Anklage gegen das Unrecht, das unschuldigem und wehrlosem Leben angetan wird.“

Zugleich rief er aber auch zu mehr Unterstützung der betroffenen Frauen auf:

„Es ist unsere Pflicht, den Menschen nahe zu sein, vor allem den Frauen, damit wir nicht an die Abtreibungslösung denken, denn das ist in Wirklichkeit nicht die Lösung. Dann zieht das Leben nach zehn, zwanzig, dreißig Jahren an einem vorbei. Und man muss schon in einem Beichtstuhl sitzen, um zu verstehen, wie hoch der Preis dafür ist – er ist sehr hoch.“

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2021-10/papst-abtreibung-krankenhaus-pharmazeuten-audienz-lebensschutz.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Wann entschuldigt sich der Papst bei Burke?

Von Felizitas Küble

Papst Franziskus ist seit Februar dieses Jahres (doppelt-)geimpft und er propagiert die genbasierte Spritze bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Aber nicht nur das: Seinen Leibwächtern hat er eine Impf-Pflicht auferlegt, weshalb kürzlich drei Schweizer Gardisten den Dienst aufkündigten und in ihre Heimat zurückkehrten.

Als wäre das nicht schon bedenklich genug, hat Franziskus sogar öffentlich über den „Impf-Kritiker“ Raymond Kardinal Burke aus den USA gespöttelt. Dazu schreibt das Ärzte-Blatt am 16. September online Folgendes:

„Papst Franziskus hat Impfverweigerer unter den Kardinälen angezählt und sich erneut für Corona-Impfungen stark gemacht. „Im Kardinalskollegium gibt es ein paar Verweigerer“, sagte er an Bord eines Flugzeugs, das ihn von der Slowakei zurück nach Rom brachte. „Einer von ihnen, der arme Mann, hat sich mit dem Virus angesteckt“, fügte der Papst hinzu.

Obwohl er keinen Namen nannte, war eindeutig, dass sich die Worte des Papstes auf einen seiner schärfsten Kritiker bezogen, den konservativen US-Kardinal Raymond Burke. Dieser wurde kürzlich mit COVID-19 in ein Krankenhaus in den USA eingeliefert.“

Erstens hat Burke (siehe Foto) die Klinik seit Wochen verlassen und befindet sich langsam auf dem Weg der Genesung.

Selbst wenn er an Corona verstorben wäre, würde dies nichts daran ändern, daß der Seitenhieb des Pontifex denkbar unfair und ungehörig war jedenfalls kein „Akt der Liebe“ (mit diesem Wort glorifiziert der Papst gerne die Gen-Impfung.).

Eine päpstliche Bitte um Entschuldigung gegenüber Kardinal Burke ist also überfällig!

Vielleicht war es Franziskus Mitte September auch entgangen, daß der mit Sputnik V. geimpfte Kardinal Jorge Urosa Savino aus Venezuela bereits am 27. August mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kam. An den Folgen ist der 79-Jährige etwa vier Wochen später verstorben (am 23.9.). Allerdings verschwieg das kirchliche Kölner Domradio in seinem KNA-Nachruf die Impfung des Kirchenmannes.

Auch der geimpfte Kardinal José Freire Falcão aus Brasilien verstarb am 26. September an Covid-19.

Auch weitere doppelt-geimpte Purpurträger, die an Corona erkrankten, hat der Papst nicht mit seinen „Rippenstößen“ bedacht – siehe z.B. Kardinal Bagnasco, der in Genua in die Klinik kam. Der 78-Jährige war Präsident des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Das Domradio schreibt am 2. Oktober über den Kardinal: „Zunächst hatte er nach eigenen Angaben nur leichte Symptome und nutzte dies, um erneut für die Impfung zu werben.“

Vollständig geimpft und mit Corona infiziert ist auch der kanadische Kardinal Gerald Cyprien Lacroix sowie eine Reihe weiterer hochrangiger Würdenträger, darunter der österreichische Bischof Ägidius Zsifkovics von Eisenstadt.

Papst Franziskus selbst soll bei seiner Pilgerreise im slowakischen Sastin nach einer hl. Messe angeblich Corona-positiv getestet worden sein, wie die französisch-sprachige Webseite „Lemantin.ch“ berichtet. Seitdem werde das Oberhaupt der katholischen Kirche alle zwei Tage getestet, heißt es dort.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Beschwerde über das „Opus Dei“: 42 Frauen aus Lateinamerika beklagen Ausbeutung

42 Frauen aus Lateinamerika haben das Opus Dei bei der vatikanischen Glaubenskongregation wegen Ausbeutung und Machtmissbrauch angezeigt.

Die Frauen aus Argentinien, Bolivien, Paraguay und Uruguay schrieben, zwischen 1974 und 2015 unbezahlte Haushaltsarbeiten in Opus-Dei-Einrichtungen verrichtet zu haben. Sie seien als „Hilfsnumerarierinnen“ Mitglieder dieser Personalprälatur gewesen.

In dem 30 Seiten umfassenden Bericht schildern die Betroffenen: Viele Frauen seien zur Arbeit direkt in Einrichtungen des Opus Dei geschickt worden, einige in eine Hauswirtschaftsschule in Ramallo, 220 Kilometer von Buenos Aires entfernt.

Für ihre Dienste wurden sie nicht bezahlt, da das Opus Dei einen fiktiven Lohn mit den Kosten für Unterbringung und Ausbildung verrechnet haben soll. Die Tätigkeit soll ohne Aufnahme in die Sozialversicherung und ohne Arbeitszeitbeschränkungen erfolgt sein. Sie erstreckte sich laut Bericht auf mehr als zwölf Stunden pro Tag, mit nur kurzen Erholungszeiten.

Die heute zwischen 40 und 60 Jahre alten Frauen hatten mehrheitlich ein oder zwei Jahrzehnte für das Opus Dei gearbeitet, einige auch länger.

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.katholisch.de/artikel/31553-machtmissbrauch-und-ausbeutung-frauen-zeigen-opus-dei-im-vatikan-an


Vatikan: Drei impf-unwillige Schweizer Gardisten treten von ihrem Dienst zurück

Wie das Kölner Domradio heute (3.10.) berichtet, haben drei Schweizergardisten gekündigt, weil sie nicht mit genbasierten Vakzinen gegen Corona geimpft werden möchten.
Drei weitere bislang nicht-geimpfte Papst-Leibwächter willigen laut italienischen Medienberichten jetzt in eine Impfung ein, sind aber „bis zum Abschluss des Impf-Zyklus“ nicht im Dienst.

Seit dem 1. Oktober gilt im Vatikan für Angestellte und Gäste die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet). Davon ausgenommen sind Gottesdienstteilnehmer, allerdings nur für die Dauer der jeweiligen Feier. Dies entspricht einer Entscheidung der italienischen Bischöfe, wonach bei Gottesdiensten und Wallfahrten kein Test-Nachweis nötig ist.

Für die Schweizergarde ist aber offenbar die 2G-Regel eingeführt worden, „da der Kontakt zum Papst und dessen Gäste zu eng sei“, heißt es. Außerdem verwies man auf andere Armeen mit ähnlichen Vorgaben.

Noch im Februar 2021 hatte der Vatikan die Einführung einer Impf-Pflicht für seine Mitarbeiter dementiert: https://www.domradio.de/themen/corona/2021-02-19/flexible-angemessene-loesung-doch-keine-impfpflicht-im-vatikan


Benedikt XVI. bekräftigt NEIN zur Homo-Ehe

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat die homosexuelle Ehe als tiefgreifende kulturelle Revolution bezeichnet und vor deren Folgen gewarnt. Die „Homo-Ehe“ stehe im Widerspruch zu allen bisherigen Kulturen und Traditionen der Menschheit. Es gehe nicht um etwas mehr Offenheit, sondern um die Grundfrage „Wer ist der Mensch?“, schreibt er in der Tagespost.

Wenn die Sexualität von der Fortpflanzung getrennt werde, breche der Mensch mit der ihm von Gott zugedachten Würde und Natur: „Wo der Schöpfungsgedanke preisgegeben wird, ist die Größe des Menschen preisgegeben, seine Unverfügbarkeit und seine alle Planungen übersteigende Würde.“

Durch die Legalisierung der Homo-Ehe in vielen europäischen Staaten habe das Thema Ehe und Familie eine neue Dimension angenommen, die man nicht ignorieren dürfe. „Es zeigt sich eine Verbildung des Gewissens, die offenbar tief in die Kreise des katholischen Volkes hineinreicht. Darauf kann man nicht mit ein paar kleinen Moralismen antworten und auch nicht mit ein paar exegetischen Hinweisen. Das Problem geht tief und muß daher grundsätzlich bedacht werden.“

Zentral dabei sei die „Ökologie des Menschen“, unterstrich Benedikt:

„Auch der Mensch hat eine Natur, die ihm vorgegeben ist und deren Vergewaltigung oder Verneinung zur Selbstzerstörung führt. Gerade darum geht es auch im Fall der Schöpfung des Menschen als Mann und Frau, die im Postulat der homosexuellen Ehe ignoriert wird.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2021/benedikt-xvi-warnt-vor-den-folgen-der-ehe-fuer-alle/


Papst Franziskus: „Abtreibung ist ein Mord“

Laut dem Online-Portal „Vatikan-News“ (dem früheren „Radio Vatikan“) vom 15. September 2021 hat das Oberhaupt der katholischen Kirche sich bei seiner Rückreise aus der Slowakei im Flugzeug gegenüber Journalisten zum Abtreibungsthema geäußert und erklärt, es sei „mehr als ein Problem, es ist ein Mord“ – und fügte hinzu: „Wer eine Abtreibung durchführt, tötet, um es ohne Schönrednerei zu sagen.“

Papst Franziskus führte weiter aus: „Nehmen Sie ein Embryologie-Buch für Medizinstudenten: In der dritten Woche nach der Empfängnis sind alle Organe bereits angelegt … Es ist ein Menschenleben! Es muss respektiert werden, dieses Prinzip ist so klar!“

An jene, die dieses Prinzip anzweifeln, richtete er die rhetorische Frage: „Ist es richtig, ein Menschenleben zu töten, um ein Problem zu lösen? Ist es richtig, einen Auftragskiller anzuheuern, um ein Menschenleben zu töten?“

Die katholische Kirche gehe mit dieser Frage „so hart um“, denn wenn sie Abtreibung nicht ablehnen würde, sei es, „als würde sie den täglichen Mord akzeptieren.“

Quelle und vollständiger Text hier (italienisch): https://www.vaticannews.va/it/papa/news/2021-09/papa-francesco-intervista-volo-di-ritorno-slovacchia.html

Pressebericht hier: https://www.welt.de/vermischtes/article233820134/Mord-Papst-Franziskus-spricht-ueber-Abtreibung.html

Foto: Felizitas Küble


Hamburg: Rücktrittsangebot des Erzbischofs Stefan Heße vom Papst nicht angenommen

Der 55-jährige Hamburger Erzbischof Stefan Heße bleibt im Amt, so hat Papst Franziskus jetzt entschieden. Er habe zwar organisatorische Fehler in seiner Arbeit begangen, aber nicht mit dem Ziel, sexuellen Mißbrauch zu vertuschen.

Dies teilte der Vatikan am heutigen Mittwoch über die Apostolische Nuntiatur in Berlin mit.

Der Hamburger katholische Oberhirte war früher Personalchef und Generalvikar im Erzbistum Köln. Er ließ nach der Bekanntgabe des Kölner Missbrauchsgutachtens am 18. März seine Amtsgeschäfte ruhen und bot dem Papst seinen Rücktritt an.

Wir dokumentieren nachfolgend die Bekanntmachung der Apostolischen Nuntiatur im vollen Wortlaut:

„Der Erzbischof von Hamburg, S.E. Mons. Stefan Heße, hat mit Datum vom 19. März 2021, sein Amt in die Hände des Heiligen Vaters zurückgelegt. Er hat diesen Schritt begründet mit dem Ergebnis der am 18. März 2021 veröffentlichten Studie „Pflichtverletzungen von Diözesanverantwortlichen des Erzbistums Köln im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und Schutzbefohlenen durch Kleriker oder sonstige pastorale Mitarbeitende des Erzbistums Köln im Zeitraum von 1975 bis 2018“.

In einem Abschnitt des von der Studie erfassten Zeitraums war der Erzbischof sukzessive Leiter der Personalabteilung, Generalvikar und Diözesanadministrator des Erzbistums Köln. 

Das Wirken S.E. Mons. Heßes ist im Zusammenhang der vom 7. bis 14. Juni 2021 durchgeführten Apostolischen Visitation des Erzbistums Köln, durch S.Em. Anders Kardinal Arborelius, Bischof von Stockholm, und S.E. Mons. Johannes van den Hende, Bischof von Rotterdam, behandelt worden. 

Nach eingehender Prüfung der eingegangenen Dokumente hat der Heilige Stuhl für den fraglichen Zeitraum Mängel in der Organisation und Arbeitsweise des Erzbischöflichen Generalvikariates sowie persönliche Verfahrensfehler Mons. Heßes festgestellt.

Die Untersuchung hat jedoch nicht gezeigt, dass diese mit der Absicht begangen wurden, Fälle sexuellen Missbrauchs zu vertuschen. Das Grundproblem bestand, im größeren Kontext der Verwaltung der Erzdiözese, im Mangel an Aufmerksamkeit und Sensibilität den von Missbrauch Betroffenen gegenüber. 

In Anbetracht der Tatsache, dass der Erzbischof seine in der Vergangenheit begangenen Fehler in Demut anerkannt und sein Amt zur Verfügung gestellt hat, hat der Heilige Vater, nach Abwägung der über die Visitatoren und durch die einbezogenen Dikasterien der Römischen Kurie zu ihm gelangten Beweiiungen, entschieden, den Amtsverzicht S.E. Mons. Heßes nicht anzunehmen, sondern ihn zu bitten, seine Sendung als Erzbischof von Hamburg im Geist der Versöhnung und des Dienstes an Gott und den seiner Hirtensorge anvertrauten Gläubigen fortzuführen.

Dazu erbittet der Heilige Vater Erzbischof Heße und dem Erzbistum Hamburg, auf die Fürbitte der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria und des Heiligen Ansgar, Gottes reichen Segen.“

Quelle für dieses Vatikan-Dokument: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2021/Mitteilung-Heiliger-Stuhl.pdf


„Traditionis Custodes“ aus liturgischer, pastoraler und kirchenrechtlicher Sicht

Von Prälat Prof. Dr. Georg May

Papst Fran­zis­kus hat unter dem Datum des 16. Juli 2021 ein Motu pro­prio mit dem Titel „Tra­di­tio­nis Cus­to­des“ über den Gebrauch der Römi­schen Lit­ur­gie vor der Reform von 1970 erlas­sen.

Die „Lit­tera Apos­to­lica in forma Motu pro­prio data“ ist ein Gesetz des Paps­tes. Mit den Wor­ten Motu pro­prio wird aus­ge­sagt, daß es nicht auf Wunsch oder Auf­trag erlas­sen wor­den ist, son­dern auf eige­nen Antrieb des Paps­tes.

Es trägt denn auch deut­lich seine Hand­schrift. Es ist eini­ger­ma­ßen erstaun­lich, viel­leicht aber auch aus­sa­ge­kräf­tig, daß das Motu pro­prio nicht in latei­ni­scher, son­dern in ita­lie­ni­scher Urspra­che ver­faßt wor­den ist.

Die bekannte Absage des Paps­tes an die latei­ni­sche Lit­ur­gie­spra­che setzt sich hier fort in die Geset­zes­spra­che. In latei­ni­scher Spra­che ist nur die Über­schrift des Motu pro­prio gehal­ten: „Tra­di­tio­nis Cus­to­des“ = Die Wäch­ter der Über­lie­fe­rung.

Die Über­schrift des Motu pro­prio gibt den Zweck die­ses Geset­zes dahingehend an, daß es den Gebrauch der Römi­schen Lit­ur­gie, die der Reform von 1970 vor­her­ging, regeln will.

Eine Ein­schrän­kung auf bestimmte Berei­che die­ser Lit­ur­gie wird an die­ser Stelle nicht gemacht. Ähn­lich spricht Art. 1 des Motu pro­prio von den (allen) lit­ur­gi­schen Büchern, die von den Päps­ten Paul VI. und Johan­nes Paul II. ver­öf­fent­licht wor­den sind.

Im fol­gen­den Text des Motu pro­rio ist aber ledig­lich von dem Meß­buch die Rede. Die übri­gen Bücher wie die betr. der Sakra­mente und das Bre­vier wer­den nicht erwähnt.

Das Motu pro­prio „Tra­di­tio­nis Cus­to­des“ wird beglei­tet von einem sechs­sei­ti­gen Schrei­ben des Paps­tes an die Bischöfe der gesam­ten Kir­che, in dem er die Motive zu erläu­tern unter­nimmt, die ihn bestimmt haben, diese Ent­schei­dung zu tref­fen.

BILD: Überlieferte Messe in St. Aegidii, einer Innenstadt-Kirche von Münster (im Nazarener-Stil ausgestattet)

Er geht aus von der Befug­nis, die in dem Indult der Kon­gre­ga­tion für den Got­tes­dienst „Quat­tuor abhinc annos“ vom 3. Okto­ber 1984 (AAS 76, 1984, 1088-1089) gewährt und von Papst Johan­nes Paul II. in dem Motu pro­prio „Eccle­sia Dei“ vom 2. Juli 1988 (AAS 80, 1998, 1495-1498) bestä­tigt wor­den ist.

Sie sei vor allem ver­an­laßt wor­den durch den Wil­len, die Auf­he­bung der Spal­tung (scisma) mit der Bewe­gung des Erz­bi­schofs Lef­ebvre zu begüns­ti­gen.

Diese Befug­nis sei jedoch von vie­len Kir­chen­glie­dern als die Mög­lich­keit ver­stan­den wor­den, das Mis­sale Roma­num des hei­li­gen Paps­tes Pius‘ V. frei zu benut­zen und einen gleich­lau­fen­den (par­al­le­len) Gebrauch mit dem Mis­sale Roma­num Pauls VI. zu begrün­den.

Die große Zustim­mung zu der so ver­stan­de­nen Frei­heit habe Papst Bene­dikt XVI. ver­an­laßt, eine klare recht­li­che Rege­lung zu tref­fen, indem er das Meß­buch Pius‘ V. als außer­or­dent­li­chen Aus­druck ein und der­sel­ben Lex orandi erklärte und eine rei­chere Mög­lich­keit des Gebrauchs des Mis­sale von 1962 gewährte.

Gleich­zei­tig habe er aner­kannt, daß das Mis­sale Pauls VI. der ordent­li­che Aus­druck der Lex orandi der katho­li­schen Kir­che des latei­ni­schen Ritus sei.

Die Furcht vor Spal­tun­gen in der Pfarr­ge­mein­schaft habe er als unbe­grün­det erklärt, denn die bei­den For­men des römi­schen Ritus könn­ten sich gegen­sei­tig berei­chern.

Quelle und Fortsetzung des Beitrags des katholischen Kirchenrechts-Experten Dr. Georg May (der am 14. September 95 Jahre alt wird) hier: https://www.glaubenswahrheit.org/traditionis_custodes/


Wie Papst Pius XII. hunderte Juden rettete

Papst Pius XII. war angesichts der Shoah weder still noch untätig. Er engagierte sich vielmehr sehr für die Rettung jüdischer Familien, sprach sich ständig gegen das Naziregime aus und setzte eine Reihe von formellen und informellen Initiativen in Gang.

Dies sind die Ergebnisse einer Reihe von Archivmaterial-Untersuchungen, die Diakon Dominiek Oversteyns von der Geistlichen Familie „Das Werk“ durchgeführt hat.

Zu Oversteyns‘ Untersuchungen gehören „Das Buch der Erinnerung“ von Liliana Picciotto, einer jüdischen Forscherin, die die Namen aller deportierten und getöteten italienischen Juden sammelt; die „Geschichte der italienischen Juden unter dem Faschismus“ von Renzo De Felice, die die Geschichte von 148 Klöstern skizziert, die viele Juden gerettet haben, und die Archive des Vatikans über Pius XII, die jetzt der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Als ehemaliger Ingenieur verglich Oversteyns Daten und nutzte die mathematische Technik der Extrapolation, um die Zahl der getöteten und deportierten italienischen Juden zu analysieren.

Seine Studien, die er in einer Reihe von Konferenzen vorstellte und die er mit CNA teilte, werfen ein Licht auf das Eingreifen von Pius XII. vor und nach dem Naziüberfall auf das jüdische Ghetto in Rom.

Laut Oversteyns Daten gab es vor dem Überfall der Nazis am 16. Oktober 1943 auf das jüdische Ghetto 8.207 Juden in Rom.

Von diesen fanden 1.323 – oder 16 % – vor der Razzia Zuflucht, 18 davon in den exterritorialen Besitzungen des Vatikans, 393 wurden in Dörfern in den Bergen um Rom untergebracht, 368 in den Privatwohnungen von Freunden, 500 in 49 verschiedenen römischen Klöstern und 44 in Pfarreien und päpstlichen Hochschulen in Rom.

Pius XII. konnte auch 152 Juden helfen, die in Privatwohnungen unter dem Schutz von DELASEM, der Delegation zur Unterstützung jüdischer Emigranten, versteckt waren. Insgesamt unterstützte Pius XII. etwa 714 Juden.

Die Studie weist auch darauf hin, dass Pius XII. mindestens 30 jüdische Gelehrte im Vatikan willkommen hieß, wo sie in den Vatikanischen Museen und Archiven arbeiteten und forschten, nachdem sie aufgrund der Rassengesetze aus ihren Institutionen entlassen worden waren.

Acht verschiedene Zeugenaussagen enthüllen, wie Pius XII. mindestens 49 Klöster bat, Juden zu verstecken und unterzubringen, und diese Klöster zu exterritorialen Gebieten unter der Autorität des Vatikans erklärte.

Quelle und Fortsetzung des Beitrags hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/experte-raeumt-in-neuer-untersuchung-mit-legenden-ueber-pius-xii-und-roms-juden-auf-9065